Aug 282013
 

oder

Aktivsportwahnsinn

Vorwort

Liebe Leser, die Fußballseite wird auch bald gefüllt, wir sind dabei. Jetzt erstmal die Aktivsportseite. Leider wird die immer noch alleine von mir beackert, aber ich hoffe ja bald, dass der rennende Blitz auch wieder die Schuhe schnüren kann. So also ein Roundup der Dinge, die waren und die kommen:

Q-Tri

Der zweite Triathlon meiner Karriere fand in Bornhöved statt. Eine kleine dörfliche Veranstaltung inmitten der Schleswig-Holsteinischen Weiten. Wer meint, Norddeutschland sei flach, dem sei diese Veranstaltung empfohlen. Ein äußerst welliger Radkurs, gepaart mit einem welligen Laufkurs warteten bei dieser Veranstaltung auf den geneigten Teilnehmer.

Die Veranstaltung ist dörflich familiär und alleine dadurch sehr zu empfehlen. Von den 3.000 Einwohnern der Gemeinde sind alleine 300 als Helfer am Start. Und der Rest guckt gefühlt zu.

Nach der brühwarmen Binnenalster erwartete einen diesmal ein etwas kälterer See, so dass mein Neo Wettkampfpremiere hatte. Und das Schwimmen war irgendwie gar nicht meines an diesem Tag. Nie hatte ich das Gefühl irgendwie voran zu kommen. Und kurz vor Ende ereilte mich dann auch noch ein fetter Krampf, so dass die letzten Meter sehr langsam waren. Umso erstaunlicher, dass eine Schwimmzeit von 17:19 gemessen wurde und ich angeblich schneller als in Hamburg gewesen sein soll.

Das reichte trotzdem nur für den letzten Platz (und zwar mit gut 2 bis 4 Minuten Rückstand) in meinem Wettkampf und so hatte ich auf den ersten Kilometern der Radstrecke die nette Begleitung eines Motorradfahrers, der ein „Letzter“ Leibchen an hatte. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und so gab es Ketterechts und eine furiose Aufholjagd, der auch zwei Teilnehmer zum Opfer fielen. Ein weiterer war kurz vor mir zu sehen. Mit einer 55 Minuten Radzeit inklusive beider Wechsel bin ich ganz zufrieden, da auch 22 Kilometer zu fahren waren.

Fröhlich auf die Laufstrecke gegangen, aber den einen kurz vor mir (auch noch im Union Trikot) den habe ich einfach nicht bekommen. Ich kam ihm nah, aber ich kam nie wirklich ran. Und kurz vor dem Ziel wurde ich auch noch von einem der beiden anderen überholt. Eine 26er Laufzeit machte es möglich. Da half es auch nicht, dass ich ihm 9 Minuten auf dem Rad eingeschenkt hatte.

Und da war auch wieder jemand mit einem „Letzter“ Leibchen. Was? Wo war denn der andere Freak hin? Später stellte sich heraus, dass er aufgegeben hatte.

So war ich elegant Letzter und dies in einer Zeit von 1:44:44. Die Zeit ist für mich gut, da will ich nicht meckern. Eine längere Radstrecke als in Hamburg und ein welliger Lauf machen halt gut 5 Minuten Unterschied zu Hamburg.

Es bleibt aber dabei: Während laufen und Radfahren absolut geht, ist das Schwimmen die Disziplin, die ich üben muss. Aber der Winter ist lang und kalt. Da sind Schwimmbäder doch eine schöne Umgebung. Ich rede mir das langweilige Kachelzählen nun schön.

Und was nun?

Erstmal wird in Berlin und in Frankfurt der Marathon gerockt. Die ersten langen Läufe sind absolviert und zur Zeit sieht es nach einer wirklich ordentlichen Laufform aus. Ob ich das auch noch nach dem Heldenlauf am Sonntag sage, wird sich zeigen. Eine bessere Formüberprüfung gibt es nicht. Der Lauf fordert ordentlich und haut gut rein. Und wird garantiert ein riesiger Spaß.

Und in Frankfurt fällt dann die 5 Stunden Marke. Ich weiß das genau!

Nächstes Jahr werde ich auf einen Frühjahrsmarathon verzichten. Habe ich mir doch in den Kopf gesetzt auf der Mitteldistanz (1,9 Schwimmen, 90 Rad, 21,1 Laufen) zu starten. Und damit das Ganze nicht zu einfach wird, werde ich das bei der Challenge Kraichgau machen. Mein Bauch sagt: That’s my race und mein Kopf sagt „dann machen wir das halt“.

Herausforderungen sind dazu da diese zu meistern und dies ist natürlich eine starke Herausforderung und ich weiß nicht, ob ich das packe. Alleine das Schwimmen übersteigt meine Fähigkeiten, die ich jetzt habe, stark. Da beißt die Maus keinen Faden ab, da bin ich weit von dem geforderten Leistungsvermögen entfernt. Viel weiter, als ich es z.B. beim Marathon je war. Die Herausforderung ist also das schwimmen in der vorgegebenen Maximalzeit von einer Stunde zu packen.

Alles was danach kommt, ist zwar nicht gerade einfach, aber machbar. Letzte Woche habe ich die Radstrecke mal besichtigt und da wird einiges an Hügeltraining nötig sein, um die zu meistern. Die hat grob 1000 Höhenmeter und damit sie nicht zu einfach wird, hat der Veranstalter an ihr Ende den Schindelberg gesetzt. Man kann hier getrost das L gegen ein R tauschen. Es passt. Zu Beginn rollt man den auch schon mal runter, damit man auch weiß, was man hat. Malerische Landschaft und gut zu rollende Abfahrten lassen mich aber hoffen hier einige Teilnehmer einzusammeln. Nebenbei hat es tierisch Spaß gemacht 106 Kilometer mit dem Rad unterwegs zu sein. Und wenn ich am Ende auf flacher Strecke immer noch 35 km/h treten kann, dann sagt mir das, dass ich mit meiner roten Teufelin diese Herausforderung meistern kann.

Und dann kommt der Lauf. Auch eher wellig angelegt, aber da bin ich in meinem Element und das werde ich schon packen.

Ich werde berichten, es wird allemal lustig und spannend.

PS: Die Kategorie heißt trotzdem weiter „Laufen“. Läuft doch mit dem Sport.

Jul 222013
 

oder

Das „wie“ ist egal

Liebe Leser, es sah die ganze Woche nicht wirklich gut aus. Irgendeine Erkältung hatte mich voll im Griff und erst ab Freitag nachmittag trat eine kleine Besserung ein. Zum Heimspiel reichte es aber noch nicht, so dass ich noch Samstagnachmittag auf die Frage eines Starts mit „nein“ antwortete.

Nach dem Prinzip „ich habe aber bezahlt“ ging ich trotzdem zur Pastaparty (Geschmack naja, aber es war lustig nach 14 Jahren mal wieder die Mensa zu betreten) und zur Rennbesprechung. Das bemerkenswerte dabei: So von den Shirts und dem Körperbau geurteilt, sitzen da eher die erfahrenen Triathleten. Die Leute, die zum ersten Mal starten kommen eher nicht. Wie schon gesagt: Vorurteil von mir.

Viel spannendes wird da auch nicht erzählt, aber so ein paar kleine neue Details erfährt man dann doch. Und grimmig guckende Kampfrichter kann man bewundern. Nun muss ich ja mal eine Lanze für diesen Job brechen, denn die opfern auch ihre (Frei-)zeit für den Sport, den wir alle so lieben. Und wenn ich dann höre, dass am Samstag Leute disqualifiziert werden mussten, weil sie sich nicht an das Verbot von MP3 Playern halten wollten, auch auf Hinweis nicht, dann ist das einfach schade. Ja, dieses Verbot ist nicht sinnvoll, aber hey, die machen auch nur ihren Job.

Sonntag also zur Strecke, immer noch mit dem Gedanken eher nicht zu starten, aber irgendwie war dann das Rad in der Wechselzone und ich damit irgendwie „gefangen“. Einfach versuchen dachte ich. Kurzfristig war der Start trotzdem gefährdet, brach mir doch der Mick per high five beinah die Hand. Ob das nun noch Adrenalin oder Endophin war, weiß ich nicht, aber so locker wie der bei einer olympischen Distanz den Lauf beginnt, das ist schon aller Ehren wert.

Unentspannter war da schon die sielaeuft.de, die es nicht so mit dem Schwimmen hat und sich olympisch versuchen wollte. Die lange Schwimmstrecke wurde aber mit Lockerheit gemeistert, so dass sie sich jetzt auch die Domain siekannauchschwimmen.de sichern kann. Aus dem Wasser kommend, sah sie dem Mick dann auch zum verwechseln ähnlich.

Okay, nun denn jetzt bin ich hier, jetzt starte ich auch. Und wenn es nicht mehr geht, höre ich halt auf. Unsere Startgruppe hatte auch einige andere braun-weiße am Start, aber außer Michael Meeske, jag genau dieser Michael Meeske, kannte ich da nur noch die @lollabie und die war ungefähr genauso nervös wie ich.

Kommen wir doch mal kurz zu unserem Geschäftsführer zurück, der nebenbei zu 50 % zur Triathlonabteilung gehört (eigene Aussage) und der meinte, er habe aufgrund des Stresses („wohl kein Hauptsponsor gehabt, wa?“ warf ich ihm lächelnd an den Kopf) nicht richtig trainieren können. Das er dann die sechst schnellste Zeit aller Sonntagsstarter macht, ist dann wohl aller Ehren wert.

Nun gut, man hat 10 Minuten zum einschwimmen, was insofern ein bisschen nervös macht, als dass die Alster nach dem Einstieg sofort keinen Fußboden mehr hat. So war der Versuch angesagt möglichst kraftsparend 10 Minuten rumzuspaddeln. Die cleveren Starter warteten dann auch noch 5 bis 8 Minuten ab, bevor sie sich ins Wasser begaben. Aber nun gut.

Dann der Startschuss und da ich meine Form nicht einschätzen konnte, schwamm ich ziemlich langsam dem Feld hinterher. Mit einem Auge auch immer die DLRG suchend, falls nun doch der Krampf, das Problem oder was auch immer kommt. Erst bei der Wende nach ca. 150 Metern änderte sich diese Unsicherheit und plötzlich hatte ich das Gefühl, es ginge wie von alleine. So konnte ich noch zwei Schwimmer überholen, bevor es unter dem Jungfernstieg hindurch ging.

Man wird als langsamer Schwimmer an dieser Stelle von den schnellsten der nächsten Gruppe überholt und mit Rufen und ein bisschen gucken geht das auch in 99 % der Fälle gut und problemlos. Nur leider wurden auch wieder irgendwelche Idioten gesichtet, die meinten langsame (und damit unsichere) Schwimmer aus dem Weg schubsen zu müssen. Leute, ihr bringt damit andere Menschen in Gefahr und so richtig fair ist das auch nicht. Und alles für ein paar Sekunden Zeitgewinn? Das ist schon ziemlich arm. Es passt auch null in das sonst herrschende Klima der Fairness und des gegenseitigen Respektes. So klopfte mir nach dem Schwimmausstieg ein schnellerer Schwimmer (und Läufer) beim Überholen auf die Schulter und sagte was von „großer Leistung, jetzt geht es ab…“. Das ist Triathlonspirit.

Genauso wenig geht der eine Helfer am Schwimmausstieg klar, der sich weigerte den Schwimmern aus dem Wasser zu helfen. Während seine drei Kollegen dies mit Bravor machten. Das ist auch schon etwas peinlich. Auch gerade ist so ein Wasserausstieg nicht ganz einfach. Plötzlich hat man sein Körpergewicht wieder selber zu tragen und das ist ganz schon schwer. (Hat mich die Alster gerade fett genannt?)

Ein Blick auf die Uhr… Huch! Das war ganz schön schnell geschwommen. Und das obwohl ich langsam und unsicher begann. Offiziell waren am Ende 17:51 gemessen worden. Das ist auf 500 Meter schneller als jede Bahnzeit. Aber da verlier ich bei den Wenden auch Tempo.

Ich dementiere nebenbei ausdrücklich, dass mein Wassergeschlucke und der dramatisch gesunkene Alsterpegel (so die Zeitungen) irgendeinen Zusammenhang haben.

Die Wechselzone in Hamburg ist unfassbar lang. Der @thorstenfirlus (sein Blögchen ist nebenbei sehr lesenswert) schrieb was von insgesamt 1,3 Kilometern für beide Wechsel. In meinem Raceplan hatte ich mir mal vorgenommen die beiden Wechsel unter 10 Minuten zu machen, der Erste dauerte schon mal 6:41. So weit barfuß zu laufen ist nebenbei eine komische Erfahrung.

Radfahren: Erstmal verpflegen und durchatmen. Ich war mir meiner Form immer noch nicht sicher, so dass ich erstmal ruhig anfing. Aber schnell nahm die Diavola Rossa das Kommando an sich und rollte den Kurs eigentlich von ganz alleine längs. Ich hatte nicht das Gefühl nun wirklich alle Reserven raus lassen zu müssen und hatte am Ende trotzdem eine 39:55 stehen. Der Radkurs bot mit der Passage „Reeperbahn-Königsstraße-Gorch-Fock-Wall“ natürlich auch eine schöne „Ketterechts“ Passage, wo insbesondere auf dem Rückweg noch mal ordentlich Schwung fahren kann. Und wenn man davon befreit ist auf Ampeln, Kreuzungen und Autos zu achten, dann radelt es sich doch gleich viel angenehmer.

Auch hier noch mal ein Lob an alle Teilnehmer. Es war teilweise doch eng auf der Strecke und trotzdem wurde auch von den schnellen Athleten immer mit Auge und Vorsicht überholt. So soll das sein. Meiner Einer hatte sich an eine Teilnehmerin der olympischen Distanz gehangen und versuchte ihrem Tempo zu folgen. Natürlich im angemessenen 10 Meter Abstand. Aber habt ihr schon mal versucht auf einem Fahrrad 10 Meter zu messen? So spontan ohne Anhaltspunkt? So einfach ist das gar nicht. Und Windschattenfahren ist nun mal verboten, so sind die Regeln.

Der zweite Wechsel und in insgesamt 04:23 war ich auf der Laufstrecke. Da ging gefühlt gar nix mehr. Die Kraft war nicht mehr da und jeder Schritt war mehr oder minder ein Kampf gegen sich selbst. Die sielaeuft.de sah ich kurz vor meinem Wendepunkt mir entgegen kommen, aber die lief in einer anderen Liga. Ich setzte Schritt vor Schritt ohne auch irgendwie schneller werden zu können. Endspurt oder ähnliches war schon gar nicht drin.

Das Trikot war nun auch schon bis zum Bauchnabel aufgemacht und Wasser wurde halb getrunken und halb über den Körper geschüttet. Aber: „the only victory is posing“ sagt der @_ketterechts (noch ein lesenswertes Blögchen) immer und so wurde in der vorletzten Kurve das Trikot geschlossen, die Brille wieder auf die Nase gesetzt und die Haare notdürftig gerichtet.

Die FCSP Trias reichten auch noch die Fahne, so dass einem weltmeisterlichen Zielphoto nix mehr im Wege stand. Aus, Aus der Triathlon ist aus, ich bin äh angekommen.

weltmeisterlicher Einlauf

weltmeisterlicher Einlauf

Angeblich soll ich 31:40 auf den 5 Kilometern gebraucht haben, was mit meinem Laufgefühl nun so gar nicht in Einklang zu bringen ist. Ich hatte das Gefühl viel langsamer gewesen zu sein.

Aber: Dieses Laufen mit dem Rad fahren vorher fühlt sich für die Muskeln und Knochen sehr viel angenehmer an, als nur laufen. Bemerkenswert, oder?

Wer rechnen kann, wird merken, dass dies insgesamt eine 1:40:28 ergibt. Hatte ich hier nicht irgendwas von 1:45 angekündigt? Das ich mal ein selbstgesetztes Ziel unterbiete ist für mich schon sehr selten. Und das nach einer unglücklichen Woche.

Erdinger, Wasser, Wasser und Wasser folgten nun auf dem Speiseplan. Und obwohl ich bis Abends gefühlt 5 Liter sonstige Getränke in mich hineinschüttete, dauerte es sehr lange bis unten irgendwas an kam. Das beantwortet wahrscheinlich alles über die Wärme dieses Wettkampfes. Aber geschafft ist geschafft.

Radcheckout ging in einer vertretbaren Geschwindkeit und an dieser Stelle sei allen Helfern gedankt, die teilweise um 3 Uhr morgens aufgestanden waren um das Ganze zu ermöglichen.

Und nun? Marathon in Berlin und Frankfurt rufen, aber bevor das Rad und die Badekappe für 2013 in die Ecke gestellt werden, lauert noch ein Ausflug nach Bornhöved zum Q-Tri. Ich habe ja jetzt eine Bestzeit zum unterbieten.

Und langfristig gibt es da einen Plan. Aber der wird noch nicht verraten.

Abschließende Frage: Wie bekomm ich diesen Geschmack des Alsterwassers (ohne Limo) aus dem Mund? Den habe ich nämlich immer noch.

Jul 092013
 

Liebe Leser,

in 12 Tagen werde ich um ca. diese Uhrzeit bereits den Fluten der Alster entsteigen und mich auf meine Divola Rossa schwingen um die Radstrecke des Hamburg Triathlons zu bewältigen. Danach noch lockere 5 KM laufen und schon bin ich Triathlet. So zumindest der Plan. Zeit ein Fazit des Trainings zu ziehen. Das Gute beim Triathlon ist, dass mir die Motivation doch sehr leicht fällt. Man guckt einfach, was die Abteilungshoschis so beim IM Frankfurt geleistet haben und hat ein (Traum-) Ziel. Ja klar, bis dahin fließt noch sehr viel Wasser die Elbe runter, aber warum soll ich nicht mal irgendwann eine Volldistanz machen?

Allemal macht mich das abwechselungsreiche Training zu einem besseren Läufer. Ich merke, wie meine Füsse stärker und der Laufstil lockerer geworden ist. Das macht Hoffnung für den laufenden Herbsthöhepunkt, der sich auf Frankfurts Straßen abspielen wird. Da soll dann endlich mal die 5:00:00 auf der Marathondistanz fallen.

Schwimmen: Ich kann 500 Meter überwinden. Schön ist das nicht und schnell auch nicht. Diese Teilstrecke wird definitiv ein Kampf. Die Technik ist – um es freundlich zu sagen – stark verbesserungsbedürftig und mir fehlt auch immer noch Kraft in den Schultermuskeln. Da fehlen auch Trainingsmeter, aber Schwimmen ist zeitaufwendig und so richtig Spaß macht es mir auch nicht. Im Hinblick auf die weitere Karriere als Triathlet besteht hier allemal Verbesserungsbedarf. Aber für die Sprintdistanz wird es reichen. Ich plane mal 20 Minuten für 500 Meter ein. Das ist elendig langsam, aber egal.

Dann kommt der Wechsel und vor dem habe ich immer noch sehr viel Respekt. Man muss nach dem Wasser erstmal wieder auf seine Füsse kommen und ins Laufen kommen. Bei meinen Proben fand ich das immer noch sehr schwierig. Und aus einem Neopren Anzug zu steigen ist auch nicht gerade etwas, was sehr schnell und einfach geht. Planen wir hier mal grob 7 Minuten ein und das ist wahrscheinlich noch optimistisch.

Radfahren: Das läuft. Die Geschwindigkeit und Ausdauer wird von Training zu Training besser und gestern wurde eine 49 Km Runde in einem 26,9 km/h Schnitt absolviert und dies ohne, dass ich mich nun wirklich voll angestrengt hätte.

Nur den Showteil von gestern könnten wir gerne aus dem Training streichen. Denn bei einem Haus ohne Zaun, welches nur mit einem Graben von der Straße getrennt war, entdecke ich gestern einen Schäferhund. Bevor ich ein zweites Mal hingucken kann, hat das Vieh zum Sprint angesetzt und springt mit Vollgas über den Graben auf die Straße und heftet sich an meine Fersen. Und so ein Tier galoppiert locker seine 30 Stundenkilometer. Okay, da muss man nicht diskutieren, ob der „nur spielen“ will. Also voll reingetreten. Zum Glück kam von hinten ein Auto und das war anscheinend genug Ablenkung für den Hund, dass er seine Verfolgung aufgab. Sonst wäre ich wohl Knochen auf Rädern geworden.

Radfahren sollte also irgendwie unter 45 Minuten zu erledigen sein. Und der dann anstehende Wechsel sollte trotz der sehr langen Wechselzone eigentlich unter 5 Minuten machbar sein.

Laufen: Was ich immer wieder feststelle: Ich bin sehr hitzeanfällig beim laufen. Ich kann sonst sehr gut eine 6:00 Pace auf 5 KM halten und kann über 10 km auch eine lockere 6:23 Pace gehen. Alles darüber hinaus geht zur Zeit nur bedingt, was aber auch an den fehlenden laufenden Kilometern liegt. Aber hey, Marathon ist erst nach dem Triathlon und dann wird auch sehr viel mehr wieder gelaufen. Wobei das Radeln bei gutem Wetter als Alternativtraining erhalten bleibt. Ich bleibe bei meinen 30 Minuten für die 5 km.

Also Leute, ich will die 1:45 knacken. Ob das klappt, werden wir am 21.07. sehen. Ich werde berichten.

Mai 232013
 

Liebe Leser,

bald macht auch das andere Sporttier dieses Blogs wieder mit im Füllen dieses Bereiches des Blogs. Voraussichtlich zum FCSP Lauf gegen Rechts gibt es dann wieder Berichte mit mindestens zwei Verrückten die durch die Weltgeschichte laufen. Oder eben auch Triathlon machen. Darauf bereite ich mich nämlich gerade vor.

Dieser Bereich heißt bei uns zwar „Laufen“, aber irgendwann und aus persönlicher Liebe zu Mättz trat ich (und danach auch der Rest des Blogs) in die Triathlonabteilung des FCSP ein. Und so langsam fühlen wir uns auch in diesem verrückten Haufen heimisch.

Da liegt es nahe, sich auch mal an einem Triathlon zu versuchen und so meldete ich mich im Winter für die Hamburger Sprintstrecke an. 5 Km laufen? Geschenkt! Das mache ich im Notfall auch mit verbundenen Augen und auf einem Bein. Aber die beiden anderen Disziplinen sind doch etwas schwieriger. Und dazu gibt es einmal eine Geschichte und einmal keine:

Schwimmen kann ich einfach nicht, keine weitere Geschichte. Ich kann mich über Wasser halten, aber wirklich Vortrieb erzeuge ich da nicht. Und mit komplexen Bewegungen, wie sie z.B. das Kraueln erfordert, bin ich relativ schnell komplett überfordert. Kurz: 500m sind für mich eine Herausforderung.

Ich denke, dass geht wahrscheinlich vielen Triathlonanfängern so. Irgendwie mögen auch die wenigsten Trias das Schwimmen wirklich. Aber machen tun sie es doch alle. Bis zum Wettkampftag wird das bei mir wahrscheinlich nix mit dem Kraueln. Zwar bekomm ich jetzt langsam drei vier saubere Züge hintereinander hin, aber Luft holen dürfte ich dann nicht. Und 500m die Luft anhalten ist wohl eher unrealistisch.

Immerhin klappt es schon ganz gut 500m per Brustzug zu überwinden. Selbst schneller als in den von mir eigentlich eingeplanten 30 Minuten. Klar, ich habe am nächsten Morgen immer noch Muskelkater für zwei, aber dagegen hilft ja ein Geheimrezept: Training!

Ganz anders verhält es sich mit dem Radfahren. Ich komme ursprünglich vom Radsport, habe als Student unendliche Touren auf meinem Karstadt Rennrad gefahren und bin da eigentlich immer noch ganz fit. Wäre da nicht mal ein uneleganter Abgang gewesen:  Ich habe mich nämlich mal in ein parkendes Auto gelegt (Schuldfrage ist jedem klar, oder? Der stand sonst nie da!). Folge waren ein paar ordentliche Narben, eine neue Nase und eine Woche im Krankenhaus.

Exkurs:

Sollte unter meinen Lesern nebenbei noch Irgendwer sein, der ein Fahrrad ohne einen Helm bewegt: Ich war damals irgendwas zwischen 15 und 20 Stundenkilometer schnell und der Arzt sagte, dass ich ohne Helm erhebliche Probleme gehabt hätte zu überleben. Kurz: Setzt Helme beim Radeln auf! Auch wenn ihr ein Hollandfahrrad fahrt. Cool sein ist das eine, gesund sein das andere.

Exkurs Ende

Folge ist aber, dass ich mit dem Radsport aufhörte und nun natürlich erstmal meine Angst vor dem Radfahren abbauen muss. Die ersten 20 Kilometer sahen entsprechend aus. Ganz vorsichtig, auf irgendwelchen Nebenstraßen und sehr wackelig. Das geht langsam wieder, aber so richtig in den vollen Berufsverkehr traue ich mich noch nicht. Daher wird nur am Wochenende geradelt.

Immerhin 125 Kilometer sind schon wieder zurück gelegt, die Angst ist soweit überwunden und nun kann in das eigentliche Training eingestiegen werden. Denn ich plane irgendwas unter 50 Minuten für die 22 Kilometer ein und die packe ich noch nicht ganz. Das ist zwar „nur“ ein Schnitt von 25 km pro Stunde, aber ich bin da eher konservativ rangegangen.

Das Laufen ist natürlich die Sahnedisziplin, auch wenn es als Marathonläufer irgendwie ungewohnt ist kurze Strecke auf Tempo zu laufen. Das habe ich zum Schwerpunkt meines Programmes gemacht. Denn ich gehe mal davon aus, dass die Grundausdauer aus der Marathonvorbereitung noch vorhanden ist und ansonsten bei längeren Radausfahrten gesammelt wird.

Ziel ist es hier irgendwie unter 30 Minuten zu bleiben. Am besten selbst unter 28 Minuten. Das sollte eigentlich gehen, denn mein erster Versuch eines Koppeltrainings (Wechselzone im Wohnzimmer) sah ganz gut aus, ich konnte eine gute 5:50er Pace laufen ohne vollkommen am Anschlag zu laufen.

9 Wochen Zeit sind noch und nun wird jede Woche weiter an den drei Disziplinen gefeilt. Durch die Abwechselung wirkt das ganze bisher für mich auch lockerer und entspannter als eine Marathonvorbereitung.

Wie es weiter geht? Ich werde berichten.

Apr 102013
 

Liebe Leser,

der letzte Trainingsbericht für das Abenteuer Hamburg Marathon 2013, bevor ich am 21.04. auf die 42,195 Kilometer gehen, welche die Läuferwelt bedeuten.

Der letzte Bericht war genau zur Halbzeit der Vorbereitung geschrieben, nun sind vier Wochen vergangen und damit ist das eigentliche Trainingsprogramm auch absolviert, denn die beiden letzten Wochen vor einem Marathon dienen dem sogenannten Tapering.

Die letzten Läufe waren von einer stark ansteigenden Form geprägt und fanden ihren Höhepunkt in einem langen Lauf von 30 Kilometern, der gut unter der angestrebten Zeit blieb. Mit 3:27:50 lief ich die schnellsten 30 Kilometer meines Lebens und konnte auch zum ersten Mal überhaupt eine Pace von unter 7:00 bis zum Ende halten.  Wenn man noch bedenkt, dass ich am Ende so ein paar Orientierungsschwierigkeiten hatten und dadurch mindestens noch zwei Minuten verlor und ich auch zwischendurch ordentlich Ampeln überqueren musste, dann ist das eine klasse Zeit. Und eine Zeit, die auf 5 Stunden hoffen lässt. 90 Minuten für 12 Kilometer müssten doch zu schaffen sein.

Jedoch: Jeder Ausdauerläufer in HH wird es gemerkt haben: Die Trainingsbedingungen diesen Winter waren nicht einfach. Kälte stört nicht, dagegen gibt es Klamotten. Aber Schnee, der immer wieder antaut und dann gefriert, der stört. Und so lief ich gestern zum ersten Mal in der gesamten Vorbereitung meine – nebenbei wunderschöne – Stammstrecke durch das Alstertal.

Dafür kann ich nun an jeder Straße in HH längs laufen. So spannende Strecken, wie z.B. vom AK Eilbek an der Wandse, um die Alster, um das Heiligengeistfeld, dann um die Binnenalster, dann noch mal Außenalster  und zurück zum AK Eilbek prägten den Laufalltag der Vorbereitung.

Letztens fragte mich eine hochgeschätzte Osnabrückerin, wie man sich denn morgens nach einer Dresdenfahrt motivieren kann? Und „innerer Schweinehund“ ist immer ein Thema, wenn man im Winter für einen Marathon trainieren kann. Komischerweise aber genau an diesem Morgen nicht. Ich kam gut aus dem Bett, die Knochen fühlten sich wohl, der Magen rebellierte nur im üblichen Umfang und nach einem langsamen Anfang fand ich gut in den Rhythmus. Und dann läuft man sich irgendwann den Frust von der Seele.

Nun ja, ich trainiere ja nach einem Trainingsplan, den mir der Mättz netterweise gemacht hat. Natürlich habe ich nicht jeden Kilometer wirklich gelaufen, aber die Tempoeinheiten und die langen Läufe sind zu 90 % absolviert worden. Nur eine Tempoeinheit fand gar nicht statt und ein langer Lauf endete viel zu kurz.

Nach einem Trainingsplan fest zu trainieren war für mich Neuland und brachte schon interessante Erkenntnisse. So lief ich nur sehr selten einfach so 10 Kilometer ohne irgendeine Sonderaufgabe. Auch Tempodauerläufe mochte mein Trainingsplanersteller so gar nicht. Dafür umso mehr Intervall und HIIT Einheiten. Letztere in Form des Lauftrainings der Triathlonabteilung. Ich kann euch sagen: Wenn ihr den Stadtpark mal so richtig kennen lernen wollt, dann kommt da hin. Unter fachkundiger Anleitung wird bei bester Laune, mit angenehmen Leuten und flotten Sprüchen trainiert. Vor diesen Läufen hatte ich eigentlich nie Schweinehund.

Nun denn, dreimal locker über 50 Kilometer sind es in den letzten drei Wochen geworden. Nun also die Erholungsphase. Wie man diese gestaltet, da kann man wohl Bücher drüber schreiben und eines der Erfolgsgeheimnisse ist definitiv diese Phase richtig zu gestalten.

Ich habe nun beschlossen mich auch hier blind auf den Trainingsplan zu verlassen. Der sieht für das Wochenende vor dem Marathon noch mal 20 Kilometer vor, was mir relativ viel erscheint und was ich auch so nicht gelaufen wäre von mir aus. Aber wenn der Trainingsplan das sagt, dann wird es gemacht. Immer wohl gesagt, die leichte Erkältung, die ich jetzt gerade habe, geht bis Sonntag weg. Denn dann laufe ich um die sehr hübsche Eisenbahnermedaille. Die Motivation ist allemal da, denn der Insellauf ist nun wirklich einer der schönsten Hamburger Läufe.

Warum dieses blinde Vertrauen? Nun einmal habe ich das Gefühl bisher mit dem Trainingsplan gut gefahren zu sein. Und zum anderen war dies ja auch der Versuchsaufbau für den HH Marathon dieses Jahr: Ich arbeite einen Trainingsplan ab.

Ob es gelungen ist, werdet ihr dann in zwei Wochen lesen.

Es grüßt euer laufender @headnutHH

 

 

 

 

Mrz 122013
 

Liebe Leser,

ich bin ja immer noch auf dem Trip in Hamburg einen Marathon laufen zu wollen. Das Ziel bleibt irgendwie unter 5 Stunden zu bleiben. Dafür kämpfe ich mich immer noch durch einen Trainingsplan, den dankenswerterweise der Mättz aufgestellt hat. Nun hatte ich euch regelmäßige Berichte versprochen und daher nun der zweite Bericht meiner Trainingszeit.

Viel geändert hat sich zu dem ersten Bericht aus dieser Serie nicht. Der 4. Lauf in einer Woche fällt mir äußerst schwer. Ich schaffe es zwar viermal die Woche Sport zu treiben, aber fünfmal wird in meinem engen Lebensplan genau einmal zu viel. So fehlen mir auch immer ein paar Kilometer zu dem Wochensoll. Mal sehen, ob und wie sich dies letztendlich rächt.

Das Grundschema bleibt erhalten, so dass Dienstags immer die Intervalle lauern. Diese mussten aufgrund von Knöchelproblemen einmal ausfallen, aber ansonsten gehen die komplett problemlos von der Hand. Das Lauftraining am Donnerstag ist sowieso über jeden Zweifel erhaben.

Bleibt der lange Lauf. Da steht im Trainingsplan was von „Endbeschleunigung“, das kann ich bisher komplett knicken. Ich bin froh, wenn ich überhaupt irgendwie auf Kilometer komme und hinten raus nicht vollkommen einbreche. So war der lange Lauf am 24.02. eine einzige Quälerei. Es lag auch noch leicht Matschschnee und so kam eigentlich kein Kilometer unter die 7:20er Marke. Wenn man bedenkt, dass man 7:06 für einen Kilometer brauchen muss, um 5 Stunden zu laufen, dann war das sehr langsam. Der Magen wollte auch nicht und so quälte ich mich zu 26,91 Kilometern in 3:39. Da kommt dann doch ein bisschen Frust auf.

Nun ja, dann kam der Knöchel und die Woche war von Vorsicht geprägt. Aber schon am 02.03. ging es auf den nächsten langen Lauf. Und siehe da. 12 Minuten weniger Zeit, aber 27,02 Kilometer. Und bis Kilometer 23 blieben die einzelnen Kilometer unter 8:00. Klar, dass ist immer noch nicht das gewünschte Tempo, aber es ging doch schon sehr viel leichter von der Hand.

Am Mittwoch (statt Dienstag) danach standen 7×1.000 Meter in 5:30 bis 6:00 auf dem Programm und da konnte man sehen, wie stark das Wetter eine Rolle spielt. Im besten Frühlingssonnenschein einfach mal die kurze Hose ausgepackt und erstmal losgelaufen. Der Blick auf die Uhr nach 600 Meter gefühlt lockerem Lauf zeigte eine 6:02, so dass erstmal die Handbremse angezogen wurde. Die Intervalle an sich kein Problem, die meisten selbst unter 5:30, nur die letzten beiden in 5:3 und 5:42 etwas langsamer. Letzteres aber auch durch eine Anstieg am Ende des Intervalles.

Der Frühling ging wieder, es kam wieder Schnee und es stand der nächste lange Lauf an. Der Sonntag begann erstmal mit einer unangenehmen Überraschung, denn es war beinah nicht an Laufen zu denken. Zum Glück war man zum Schweinehund killen bereits verabredet, so dass ich mich in den Stadtpark kämpfte, um dort Kilometer zu machen. Erstmal 9 Kilometer alleine, wobei der letzte dieser Kilometer ganz ordentlich schnell wurde, damit ich rechtzeitig am Treffpunkt bin. Dort dann mit A. getroffen und mit ihr zwei Runden gelaufen. Der angenehme Nebeneffekt eines Laufpartners ist, dass man weder langsamer wird, noch wirklich über die Widrigkeiten nachdenkt. Man sabbelt und läuft. Da stört auch tiefer (oder festgetretener rutschiger) Schnee nicht wirklich. So ging es bis Kilometer 18 gut von der Hand und die Pace pendelte gut um die im Marathon gewünschten 7:06. Nur Kilometer 18 und 19 waren etwas zu langsam. Und als man sich dann verabschiedet habe, traf ich die Bloggerkollegin, die ebenso am lang laufen war und so wurden auch die letzten 5 Kilometer in Rennpace absolviert. Und siehe da, erneut wurde der lange Lauf schneller und meine Muskeln fühlten sich auch ganz okay an. Leider wollte irgendwann der Knöchel auf dem schwierigen Geläuf nicht mehr so 100 % und da war eher Vorsicht angesagt. Daher lieber nach 24,29 Kilometern das ganze beendet, anstatt hier irgendwelche Risiken einzugehen.

Mal sehen, wie es weiter geht. Die langen Läufe müssen noch schneller und gleichmäßiger werden, aber das wird hoffentlich in den letzten 6 Wochen der Fall sein. 4 Wochen davon sind volle Trainingswochen und als Generalprobe ist der Hochbrückenlauf in Kiel schon gebucht. Wenn der gut klappt, dann klappt auch Hamburg.

Ich werde berichten.

Feb 182013
 

oder

ein langer Weg bis Hamburg

Vorwort

Liebe Leser,

ich (@headnutHH) bereite mich auf den Hamburg Marathon vor. Ziel der ganzen Vorbereitung ist, dass ich mich endlich mal unter 5:00 verbessere. Dafür hat der Mättz mir einen Trainingsplan gedichtet, den ich nun abarbeite. Zum ersten Mal erfolgt die Vorbereitung für einen Marathon nach einem taggenauen Trainingsplan. Ein Viertel (3 Wochen) dieses Planes sind nun vollendet und hier ist der Zwischenbericht.

Der Plan im Groben

Der Plan lässt sich grob wie folgt zusammenfassen: Dienstags eine Tempoeinheit, Mittwoch alternatives Training, Donnerstag eine Technikeinheit mit HIIT Anteil, am Wochenende ein kurzer und ein langer Lauf, wobei die langen Läufer bis zu 30 km gehen. Insgesamt sind irgendwas zwischen 50 und 70 km pro Woche geplant, wobei die meisten Wochen sich eher im 50er Bereich abspielen.

Kein Problem

Kein Problem machte bisher das Techniktraining am Donnerstag. Das ganze wird mit dem donnerstäglichen Lauftreff der Triathlonabteilung erledigt. Da die Runde von Mättz angeleitet wird, kann man hier auch mal Eindrücke und Probleme erörtern und hat eine gute Anleitung. Und sollte der Trainer mal ausfallen, dann wird „ganz demokratisch“ unter der Anleitung von Carmen trainiert. Die Einheit an sich hat am Ende immer so um die 7,5 Kilometer, mein Trainingsplan sieht aber häufig auch 10 oder 12 Kilometer an diesem Tag vor, so dass ich vorher eine Runde durch den Stadtpark drehe.

Das ganze läuft ohne weitere Probleme für mich, auch wenn das allgemeine Tempo für mich sehr hoch ist. „Locker laufen“ ist für einen 3 Stunden Marathoni halt ein anderes Tempo, als für einen 5 Stunden Marathoni. Ein bisschen behindert uns die Kälte, so dass letzte Woche das Training verkürzt werden musste, weil alle am
frieren waren. Obwohl es schon wärmer war, als die Wochen vorher.

Ebenso problemlos geht die Tempoeinheit. Ich sollte in den drei Wochen einmal 4×1.000 in 5:30 bis 6:00, was ich mit 4×1.000 in einer Bandbreite von 5:25 bis 5:42 locker erledigte. In der nächsten Woche waren dann 3×2.000 in 5:45 bis 6:15 der Plan, die auch gut mit Kilometerzeiten von 5:50 bis 6:01 erledigt wurden. In der dritten Woche war eigentlich ein 10 km lockerer Dauerlauf geplant. Dieser fiel am Ende sehr schnell aus, traf ich doch auf meine laufende Nachbarin, mit der eine schnelle Runde versabbelt wurde und wir beide gar nicht merkten, wie schnell wir waren.

Das Alternativtraining

Da ich im Sommer plane beim Hamburg Cityman zu starten, ist mein Alternativtraining zur Zeit ausschließlich Schwimmen. Das Mittwochs angebotene Spinning der Abteilung war im Dezember und Januar für mich sehr gut, aber aufgrund seiner Intensität zu fordernd. So steht Mittwochs immer wieder eine Schwimmeinheit auf dem Programm und so langsam bekomm ich das mit dem kraueln auch hin. Aber es ist noch ein weiter Weg bis ich wirklich die 500 Meter in den angepeilten 20 Minuten schwimmen kann. Was mir persönlich am Schwimmen gefällt ist, dass man mal ganz andere Muskeln bewegt und sich Kraft in den Armen holt.

Das Problem

Ist bisher der lockere zweite Lauf am Wochenende. Er fiel bisher anderen Verpflichtungen beinah immer zum Opfer. Da tötet mich der Fußball.

Und zuletzt der lange Lauf

Ich sollte bisher 30, 30 und 25 Kilometer. Bisher schaffe ich die nicht in dem von mir angestrebten Tempo von 7:00 pro Kilometer. Der erste lange Lauf war 20 Kilometer sehr flüssig, entspannt und gut. Eigentlich wollte ich zurück durch das Alstertal und so auf insgesamt 28 Kilometer kommen. Da der Alsterwanderweg aber überschwemmt war, musste ich eine kleine Bergsteigeeinheit einlegen und verlor so auch Rhythmus und Kraft. Daher ging nach 25 Kilometer gar nix mehr.

Am zweiten Wochenende wollte ich die 30 Kilometer im Rahmen des Öjendorf Marathons des 100 MC abreissen. Motivieren tut diese Veranstaltung absolut. Ein Essensprogramm bei dem man während eines Marathons dick werden kann, denn es ist alles vorhanden, was das Läuferherz begehrt. Die Runde um den Öjendorfer See ist relativ anspruchsvoll, aber das hat ja auch einen guten Trainingseffekt. Nur leider kam es anders als gedacht. Bereits ab Kilometer 3 musste ich um jeden Schritt kämpfen. Die Muskeln nicht locker, das Tempo ohne Worte. Nach 13 Kilometern kamen dann noch Schmerzen in beiden Knien hinzu, so dass ich beschloss nach 19,6 Kilometern aufzugeben.

So etwas enttäuscht dann doch sehr und natürlich macht man sich auch Sorgen um die Knie. Sowieso mein Schwachpunkt.

Aber zum Glück war es wohl nur ein schlechter Tag und so brach ich dieses Wochenende wieder zu einem langen Lauf auf. Das ganze Samstagmorgens um 6:40, da noch ein Umzug anstand. Nun wird der geneigte Leser wohl den Kopf schütteln, wie man freiwillig am Samstag um 6:00 aufstehen kann, aber ich kann euch sagen: Es ist sehr angenehm. Auf den ersten 9 Kilometern traf ich genau vier Menschen und in den Sonnenaufgang zu laufen, ist auch ein sehr spannendes Erlebnis. Der Tag erwacht, das ganze wechselt von dunkel, auf blau und dann auf hell. Und endlich: Ich hatte das Gefühl eines Trainingseffektes. Zwar meckerten meine Oberschenkel bereits deutlich nach 11 Kilometern, aber ich konnte ein langsames Tempo halten und benötigte erst nach 21 Kilometern eine wirkliche Gehpause. Am Ende standen 24,18 Kilometer in den Büchern und obwohl ich dies gelaufen war, war noch Kraft für den Umzug übrig. Keine Knieschmerzen, keine sonstigen Probleme. Das macht Hoffnung, dass es nun aufwärts geht.

Fazit

Noch läuft nicht alles wie geplant, aber der Einstieg ist geschafft. Hier noch die bisher gelaufenen Wochenkilometer: 45, 49 und nun 41.

tbc

PS: Mättz bloggt auch zusammen mit Malte über die Vorbereitung auf den Ironman Frankfurt, da kann man auch viel über Trainingsinhalte und Trainingsleid lernen und lesen. Hier die letzte Ausgabe.

Jan 272013
 
Liebe Leser,
man kann jeden Wahnsinn noch steigern. So laufen Menschen ja nicht nur Marathon, nein sie laufen auch weiter als die Marathondistanz von 42,195 Kilometern. Die harmlose Variante dieser Laufart ist der 50 Kilometer-Lauf auf flachem Gelände. Man kann aber selbst den Lauf über die Marathondistanz immer noch mehr steigern und wer mal richtig was laufen will, dem seien Läufe wie der Ultra-Trail du Mont Blanc empfohlen, wo dann über 100 km mit ordentlich Höhenmetern gelaufen werden.
Irgendwann im Sommer jedenfalls fing der  @bluecherhros an über die Rodgau 50 zu twittern. Aus ein paar witzigen Tweets wurde irgendwann eine Bewegung und Menschen meldeten sich Nachts um Zwei auf dem Klo sitzend zu diesem Lauf an. Mein Gedanke: Die sind doch alle bekloppt und „ne, du nicht“.
Nach dem aber der New York Trip etwas unbefriedigend verlaufen war, beschlossen @sielaeuftde und ich doch uns auf den Weg nach Rodgau zu machen. Nicht mal wirklich um nun unbedingt 50 Kilometer zu laufen, sondern um die ganzen Verrückten zu treffen, die laufen und darüber Twittern.
Und gerade das Volk, welches sich auf die 50 Kilometer wagt, ist Fußballfans nicht ganz unähnlich. Positiv Verrückte, die von ihrer Umgebung nur verwundert angeguckt werden und die für ihre Leidenschaft Kilometer auf der Autobahn verbringen. Und lustigerweise nennt man in beiden Bereichen die Verrücktesten Ultras. Nur das im Laufen nur der „Freiwillige Polizeidienst“ vorbei guckt und die Ultraläufer es nicht so mit Pyro haben.
Nun denn, die 562 Kilometer waren schnell überwunden, der typische kleine Stau an einem Freitagabend auch eingerechnet und so waren wir um 19 Uhr in Rodgau. Aber nicht ohne vorher an einem Ort namens Linsengericht vorbei zu fahren. Der nebenbei von Lieblos und Freigericht umrahmt wird. Tellergericht gibt es da aber anscheinend nicht als Ortsnamen.
Rodgau. 43.000 Einwohner, aber die Stadt ist doch relativ langgestreckt an der Autobahn gelegen. Das ganze findet dann im Stadtteil Dudenhofen statt, wo auch der örtliche Tennisclub seinen Sitz hat. Ansonsten ist der Stadtteil eher mit verschlafen zu beschreiben. Die örtliche Dönerbude hat an einem Freitag Abend um 22 Uhr geschlossen und der örtliche Italiener war mit 13 hungrigen Läufern vollkommen überfordert.
Von Linz bis Rostock waren Leute angereist und man tauschte Läufe und Begebenheiten aus. Und da sich noch drei Menschen trafen, die in Steuern machen, hatte man auch noch andere Gesprächsthemen. Auf Ali Schneider Marathonreisen sind nebenbei einige Läufer nicht gut zu sprechen. Bei so Onlinetreffen ist es eine schöne Floskel „mal auch die Menschen hinter den Blogs kennen lernen“, aber sie stimmt irgendwie. Und so traf man den Lauffreund Sven, den Triathlondog und auch andere mal persönlich.
So nun aber zum morgentlichen Lauf. Ein 5 KM Rundkurs war zu bewältigen und auch wenn die Österreicher am Abend vorher noch von „guten Verhältnissen“ sprachen und einige Schwaben am Morgen noch von „größtenteils geräumt“ erzählten, es waren 1,7 km geräumt, der Rest sehr tief und seifig. Die Österreicher meinten, es sei flach und windig. Der Norddeutsche fand es eher wellig und windstill. Alles eine Sache der Perspektive.
Ziel war es das Ganze locker anzugehen und mal zu gucken, wie weit es geht. Die Runde beginnt mit dem geräumten Asphaltteil, so dass ich in einer guten 6:47 Zeit begann. Dann wurde es natürlich langsamer. Die @sielaeuftde war vorweg gelaufen und beschloss dann, dass das Blödsinn ist und wir zuckelten so gemeinsam unsere Runden. Auf dem Asphalt immer so irgendwas zwischen 6:40 bis 6:50, auf dem ungeräumten Teil eher über 7:00.
Zuschauer hat dieser Wettbewerb nur sehr wenige. Aber die Damen (und der @HipHop_Runs) des Twitterlauftreffs waren in ihrem Entusiasmus soviel Wert wie eine Million Zuschauer bei einem Marathon. Danke für unzählige Stunden in der Kälte, ihr Lieben! Die Verpflegung hätte auch für eine weitere Horde Läufer gereicht. Nussecken, Tee, Brownies, alles was das Herz begehrt.
Ein Blick auf das Teilnehmerfeld: Ultramarathonläufer sind eher älter. Junge Menschen laufen da eher wenige mit. Es laufen eher Menschen mit eher 35+ Jahren mit. Bei 5 km Runden kommt es schnell zu Überrundungen und nach gelaufenen 36 Minuten lief auch schon der erste Läufer wieder an einem vorbei. In einem Affenzahn, den er auch nicht durchhielt. Ein Stück nach ihm der Zweite, der letztendlich in 3:08 (!!) gewann.
In unserem Haufen lief ja noch so eine kleine Sonderwertung, denn jeder der schneller als der @triathlondog hätte laufen können, sollte von ihm eine Torte geschenkt bekommen. Letztendlich schaffte dies nur der @laufhannes, wobei beide mit 3:30 und 3:42 (oder so ähnlich) unfassbare Zeiten hinlegten. Da bin ich noch nicht mal mit 30 Kilometern durch.
Nach 15 Kilometern begannen dann auch meine Oberschenkel an zu brennen. Kurz noch mit @sielaeuft diskutiert, ob man nun 25 macht, aber ich habe mich dann doch schnell dagegen entschieden. Ich bin seit dem Ratzeburger Adventslauf nicht länger als 11 Kilometer am Stück gelaufen und war diesmal schon 16 Kilometer mit einer kleinen Klopause gelaufen. Und dies auf einem Untergrund, der teilweise die Wirkung eines Laufbandes, man hatte das Gefühl die Beine zu heben und sich doch nicht fortzubewegen.
Bei Km 18,5 deswegen dann doch noch eine ausgibige Gehpause und den Rest dann mit dem @lauffreund_de gelaufen, der auch beschloss, dass 20 Kilometer heute genug sind. Der Schlussspurt aufs Messer. Noch mal auf 3:01 pro Kilometer gesteigert, den Ellenbogen eingesetzt und knapp schlug mich dann der Lauffreund. Okay, ihr wisst, dass dies gelogen ist.
Insgesamt ein guter Trainingslauf. Nächste Woche beginnt der Trainingsplan für Hamburg 2013 und diese 20 Kilometer waren ein guter Test. Denn 20 Kilometer auf diesem Boden sind doch den 30 Kilometern auf einem normalen Boden sehr ähnlich. Und ich fühlte mich gut und locker, auch wenn am Ende einfach die Kraft weg war. Ist aber auch okay.
Wenn man sich so den Laufklamotten bei minus 2 Grad entledigt um sich was trockenes anzuziehen, dann ist man kurzfristig seine eigene Sauna. Sieht lustig aus. Nun noch kurz bei den Supportdamen aufgehalten und dann ab unter die Dusche.
Die Organisation wahnsinnig gut. Am Essenstand gab es alles, alle Helfer waren freundlich und zuvorkommend und man hat sich ständig bemüht die Strecke halbwegs laufbar zu erhalten. Kann man nur uneingeschränkt empfehlen diesen Lauf.
Viel mehr ist nicht zu erzählen und eigentlich ist es auch schon wieder viel zu lang geworden. Ab nun läuft die Vorbereitung für Rodgau 2014.
Okt 292012
 

Liebe Leser, ein Blogexperiment. Ab heute bekommt ihr täglich einen Bericht über das Abenteuer New York.

Übermorgen geht dieses los. Marathon laufen in einer der aufregensten Metropolen der Welt. Da kann man noch so ein alter Hase sein, wem da nicht die Düse geht, der ist eiskalt. Zusammen mit drei Menschen ohne Blog und mit der Kollegin von sielaeuft.de wollen wir den New York Marathon bestreiten.

Mein Fuß meldete sich daher bereits letzte Woche ab und will nicht. Nicht etwa, weil er was hat. Nein er ist schlichtweg aufgeregt.

Und die Aufregung steigt, weil zur Zeit sich noch Sandy auf der Rennstrecke breit gemacht hat und nicht überholt werden kann. Sandy, ein ausgewachsener Hurricane der Stärke was auch immer meinte nun unbedingt in New York an Land gehen zu müssen. Bisher sieht es so aus, als ob er bis Mittwoch durch ist, aber man weiß bei diesen Viechern nie.
Versuchen wir es mal lieb: Sandy, bist du bitte so lieb und lässt New York und den Rest der USA unbehelligt und verpisst dich bitte ganz schnell? Danke!

6136 Kilometer liegen vor uns um dann 42,195 Kilometer zu laufen. Ich werde berichten. Mal sehen, ob und wie es W-Lan vor Ort gibt, sonst müssen die hochgeschätzten Mitblogger die per Brieftaube geschickten Berichte online stellen.

Okt 052012
 

oder

Immerhin der aktive Sport war ganz erfolgreich

Vorwort

Liebe Leser, die Namen, die so als Trainer bei unserem geliebten Verein gehandelt werden, sind nicht gerade geeignet unsere Begeisterung in ungeahnte Höhen zu treiben. (Nachtrag: Zwischenzeitlich ist dann Frontzeck unsere Frontzecke (Wortspiel bei stpauli.nu) geworden und wir drücken die Daumen, dass hier alles passt und er uns zu ganz neuen Ufern (Champions League ;-)) führt. Was war ist egal, die Zukunft zählt. Tschaka!) Und überhaupt ist der Fußball zur Zeit nicht gerade berichtenswert und so werdet ihr hier nix lesen über den Auftritt in Regensburg. Hatten wir doch unseren eigenen großen Auftritt in Berlin.

Freitag / Die komische Art AFM-Radio zu hören

Freitag nachmittag – so der Plan – schnell nach Berlin düsen und da irgendwo in einer Kneipe einen Blick auf das Spiel in Regensburg werfen. Der Plan war schon in Hamburg Geschichte, denn egal auf welcher Straße man sich bewegte, alle Bewohner der Stadt wollten anscheinend die Stadt in Richtung Osten verlassen. So staute man sich durch Wandsbek und umliegende Stadtteile und war dann immerhin nach 90 Minuten auf der Autobahn. So war er hin der Plan.

Nun ja, auf einer vollen, aber nicht staugeplagten Autobahn ging es fröhlich in Richtung Osten. Gegen 18 Uhr wurde die Telefonnummer eingegeben, die auf der AFM Seite zu finden ist und über die man per Telefon die Schilderungen von Wolf und Co verfolgen können soll. Siehe da, es klappte eigentlich perfekt. Nur leider war mit keinem Telefon auch nur annähernd eine ausreichende Lautstärke für alle drei Mitfahrer zu erreichen. Wie können irgendwelche Jugendlichen in Bahnen mit lauter Musik aus Handys nerven? Mit dem AFM Radio am Ohr kann man das nicht nachspielen.

Der anfängliche Ärger wich schnell und die Horror-SMS mit Vergleichen zu einem Spiel in Lübeck trudelten auch schnell ein. Man war dann doch froh ausnahmsweise mal nicht mitgefahren zu sein.

Berlin rückte näher, aber die Startnummer hatte es sich in Oranienburg bequem gemacht. So fuhren wir eine Ausfahrt runter um auf das Navi zu gucken, wo wir hin müssen und siehe da, es war die richtige und wir fuhren durch die tiefste und dunkelste Mark Brandenburg. Bisschen gesucht und dann auch die Startnummer gefunden.

Noch schnell auf die Schlafplätze aufgeteilt und dort die A R G H Frage gestellt: „Hast du eigentlich deinen Helm dabei?“. Nein, natürlich nicht, so dass Samstag noch eine Aufgabe vor unserem Skater stand. Aber das erzählen wir am nächsten Tag.

Die Gruppe teilte sich auf, denn unser Skaterheld musste sich natürlich professionell vorbereiten (man munkelt von Sofaparty bist 3 Uhr morgens, aber das ist natürlich nur ein Gerücht). Unser Laufheld hingegen genoss das großartige Frühstück seiner Gastgeber (wenn sie es hier lesen: H. und M. es war großartig und so etwas von lieb von euch) und düste dann zur Messe. Und das es ein Glückswochenende werden würde, war klar, als er einen Parkplatz direkt vor der Tür fand.

Die Marathonmesse ein Sprachenwirrwar, eine Sicherheit, die bereits Hallen absperrte, wenn da eine Menschenmenge drin war, die noch Rad hätten schlagen können ohne sich in die Quere zu kommen und ganz viele Freaks. Hier die Highlights: Leute, die bereits ihre Nummer für den nächsten Tag trugen am Trikot des nächsten Tages, Menschen die aussahen, als ob gleich Jane Fonda Aerobic vormacht und 1 Millionen Dinge, die ein schneller machen.

Und draußen liefen auf dem wirklich hübschen Tempelhofer Feld die Kinderläufe. Kinderläufe sind einfach süß. Punkt. Und stolz sind die Kleinen auf ihre Medaillen.

Nun stand aber der Skaterheld im Mittelpunkt und dieser soll doch selber berichten:

Nach einer nicht allzu langen Nacht haben wir dann am morgen mal die Wetterprognose gecheckt. Sonne-warm. Zu warm für einen Skihelm, die unseren tollen Gastgeber als Notnagel noch im Schrank hatten. Okay, entspannt frühstücken und dann ab zum nächsten Fahrradladen. Puuuhhh 90€ für einen Helm, obwohl man zu Hause einen Helm liegen hat?! Nee, das geht nicht. Also PANIK! Helmpflicht! Außerdem ist schon bald der Start. Nicht viel Zeit bleibt. Also alles Geraffel zusammen geschmissen incl. des viel zu warmen Skihelms für den Notfall und in den Bus Richtung Alex gesprungen.

Und hier sollte der Tag eine positive Wendung nehmen, denn ausgestattet mit einem obercoolem, preiswerten (und für die Unterstützer gut sichtbaren) Helm ging es ins Läuferdorf.

Dort noch ein paar Schnacks und ein bisschen chillen und los ging die schnelle Hatz.

Die Unterstützer chillten zwischenzeitlich in einer Gardinenkneipe ohne Gardinen, schnackten mit den Einheimischen und bewunderten die Perfektion des vorbei rasenden Feldes. Die „Profis“ rollen wie Radfahrer in sogenannten Belgischen Kreiseln und haben einen Affenzahn drauf. Aber auch die „Halbprofis“ wissen, wie man sich in einer Gruppe verhält, warnen den Hintermann durch Handzeichen vor Kurven, Staus und Gefahrenstellen und erreichen so Zeiten, von denen ein Fußläufer nur träumt.

Sehr beliebt ist es Kameras oder Plüschtiere am Helm zu befestigen, aber auch vollständige Verkleidungen wie Zebras, Rettungsanitäter (Stilecht mit Blaulicht auf dem Helm und Sonntag noch einmal Starter) waren zu bewundern.

Und bevor sich die Unterstützercrew sich versah, war auch schon unsere Rollerheldin da, griff sich die „Eigenverpflegung“ namens Traubensaftschorle, versuchte noch eine Zuckerbombe namens Dattel zu greifen und düste mit dem Satz „Ich hab keine Zeit“ davon.

Während die Läufer alle 5 km gemessen werden, werden die Skater nur am Halbmarathon und am Ende gemessen. Aber unsere Heldin absolvierte die beiden Hälften beinah zeitgleich immer in ungefähr 1:10. Locker vor dem Zielschluss und viel schneller als gedacht jagte sie durchs Ziel.

Und während die Läufer den Durchlauf durch das Brandenburger Tor als großartig empfinden, ist er für Skater aufgrund der kleinen Stufe und des nicht geeigneten Untergrundes eher eine Herausforderung am Ende.

Die Wiedervereinigung wurde dann auf einer Parkbank gefeiert, wo man unsere Heldin gut gelaunt und mit einer Medaille um den Hals (nebenbei eine andere als bei den Läufern) feiern konnte. Gerüchten zu folge soll sich die Feier bis spät in die Nacht fortgezogen haben. Aber das sind natürlich nur Gerüchte und Zeugen haben wir nicht verhört. Oder sie haben eisern geschwiegen.

Der Sonntag, ein kleiner Spaziergang durch Berlin

Marathon laufen ist ja etwas, was wirklich Spaß macht, aber wenn man um 5:20 aufstehen muss, dann ist das schon mal einen Zweifel wert. Egal, es gibt kein Zurück. Und da man unbedingt da und da parken muss, parkte man da auch. Was soll man Rituale hinterfragen? Am Marathondorf angekommen war wieder unser Lieblingshobby angesagt: In die Kloschlange stellen. Und gerade als man diese verließ und den Dixie Test machte, rief der P. an. Und stand genau in der gleichen Gegend. Da ist das ein riesiges Läuferdorf mit riesigen Reihen um die Kleiderbeutel abzugeben und lustigerweise stand man im gleichen Bereich. Zeit zum schnacken, Zeit um noch mal auf Klo zu gehen und meinen übernervösen Magen zu beruhigen.

Kurz nach 8 ging es dann auch schon in die Startaufstellung und da war es auch schon ordentlich voll. Jeder Marathoni hat ein anderes Kälteempfinden, aber der alte Pullover, der nun den Bach runter geht hatten viele unter dem Plastikumhang, den es vom Veranstalter gab. „Die sind von meinem Sohn, ich habe noch einige auf dem Dachboden“ „Wenn die alle sind, kannst du kein Marathon mehr laufen“ „Ich habe noch viele davon.“ war ein typischer Dialog. Es gab Aufwärmgymnastik, was ja lieb gemeint ist, aber wenn der Block voll ist, dann kann man schlecht ausladende Armschwenkungen machen.

Guckt man sich so seine Mitläufer an, dann sind da alle Herren Länder vereint. Vor uns stand eine mexikanische Gruppe und der junge Mann von denen hatte sich eine Marschtabelle auf den Arm geschrieben, die bei 42 km = 3:09 endete. Da hatte sich jemand etwas vorgenommen.

Startschuss und als Mutai schon ungefähr 8 Kilometer hinter sich hatte, durften wir dann auch mal auf die Strecke. Langsam angehen war die Devise. Nach einem äußerst durchwachsenem Jahr war mir nicht klar, was so ging und so ging ich ganz entspannt in einem 6:55 Tempo an. Am Anfang muss man sich immer so ein bisschen frei schwimmen, lässt sich immer mal wieder von einer zu schnellen Gruppe mitziehen und muss erstmal seinen Rhythmus finden.

Der Magen wollte gar nicht und so musste ich auch meinen Verpflegungsplan ein bisschen ändern, denn auf Gels reagiert er per se immer sehr empfindlich. Zum Glück war Cola an jeden Posten bestellt. Bis Kilometer 10 hatte ich eine Pace von 07:02 gut gehalten und alles lief gut. Kilometer 9 die erste Unterstützungsgruppe, Kilometer 12,5 dann die Twitterunterstützung inklusive Fellnase. Und Cola. Und neues Wasser. Frisch gestärkt ging es wieder auf die Strecke. Die Mexikanerin aus der oben erwähnte Gruppe lief ein ganzes Stück auf Socken (!!) andere Läufer machten sich zwischendurch immer wieder locker. Viele mussten schon nach 10 bis 15 Kilometer lange Gehpausen einlegen und so zog sich das Feld immer mehr. Neben mir häufig Asterix, Obelix und noch mehr Figuren aus dem gallischem Dorf. Die Verkleidung hatte schon was.

Bis Kilometer 15 ging alles gut. Die Pace war irgendwo bei 07:10 pro Kilometer, aber dann hatte mein Magen genug und ich musste mal kurz ein Dixie besuchen. Mal kurz ist bei 40.000 Menschen leider nicht so machen und so verlor ich gut 5 bis 6 Minuten in der Schlange. Nun gut, ärgerlich, aber wat mut dat mut. Ich kann ehrlich gesagt auch nicht verstehen, wenn Leute da vollkommen sauer werden, wenn einer aus ihrer Gruppe halt mal muss. Passiert. Passiert selbst Jan Fitschen. Und der läuft dann eine 2:13 und einen Keks.

Weiter ging es. Immer noch gut drauf und bei Kilometer 24 stand ja schon wieder eine Unterstützungsgang. Magen nun erstmal okay, aber die Beine doch schon ordentlich schwer. Die Pace nun immer über 7 Minuten, aber immer auch unter 7:35 und damit immer noch gut im Lot. Erst bei Kilometer 31 und damit viel später als sonst musste wirklich mal ein Kilometer komplett abgeschenkt werden. Kilometer 35 zwickte dann leider noch mal der Magen und kurz vor der letzten Unterstützergruppe ging es noch mal aufs Klo.

Zum Publikum in Berlin mal so zwischendurch: Das ist sehr gut, kommt aber an die positiv verrückten Leute in Hamburg und Köln kommt es jedoch nicht heran. Die Strecke geht an vielen schönen Stellen von Berlin vorbei, nutzt relativ wenig langweilige Straßen und ist eigentlich überall breit genug für die Masse Mensch, die da läuft.

Kilometer 35 ist der Kudamm und seine Verlängerung, da war auch immer noch nach 5 Stunden ordentlich was los und meine Unterstützer hatten auch Cola (jaja, das ist eine Sucht) in Bereitschaft. Danke ihr Lieben, dass ihr so lange gewartet habt.

Nun galt es irgendwie noch die letzten 7 Kilometer zu überstehen. Ich versuchte zumindest irgendwie immer unter 9 Minuten zu bleiben, damit ich irgendwie unter 5:30 blieb. Klappte außer Kilometer 40 ganz gut, dieser Kilometer war eher zum vergessen und da war die Straße auch echt mal langweilig. Aber dann bog man auf die Straße zum Brandenburger Tor zu und das kickt so ungemein, dass noch mal die Pace auf 7:10 hochschnellte und der letzte Kilometer ein einziger Freudenlauf wurde.

Wer fragt, warum man Marathon läuft, der bekommt hier die Antwort. Dieser letzte Kilometer ist so etwas von großartig. Leute, die einen bejubeln, ein unglaubliches Glücksgefühl, der Hammer. Medaille genommen, nach Erdinger alkoholfrei gesucht und es gefunden. Das es versteckt war, war der einzige Fehler der Organisation. Mit einem fröhlichem „So sehen Sieger aus“ die Unterstützercrew eingesammelt und erstmal das Siegesmahl eingenommen. Und dann ab nach Hause, wobei ich gewisse Geruchsbelastung zu entschuldigen bitte.

In der späteren Analyse der Zeit von 5:28:24 stellte sich heraus, dass ich mich (laut meiner Uhr) 14 Minuten nicht bewegt hatte, wenn man der Uhr glauben mag. Vergleicht man das mit Freiburg im Frühjahr und meiner Bestzeit aus Frankfurt vom letzten Jahr, dann sind das 7 bis 9 Minuten mehr, als in diesen Läufen. Rechnet man mal 7 Minuten raus, dann wäre das schon eine super Zeit, wäre nicht das warten in der Kloschlange gewesen. Nun ja, egal. Ankommen ist der größte Spaß.

Damit ist die Laufsaison so gut wie gelaufen. Nun folgt noch am 04.11.2012 ein kleiner Spaziergang durch New York, zusammen mit Sabrina Mockenhaupt. Ich freu mich drauf. Leider dann ohne Unterstützercrew und der Rest des Blogs bleibt hier und amüsiert euch.