AdminA

Feb 112020
 

Zähne, Krankheiten, der perfekte Mord, Pony & Ride. 
Dies ist eine Zusammenfassung der Gesprächsthemen der Hinfahrt.

Zu früh da, zu kalt. Rumlungern vorm Block. Zwischenzeitlich Info, dass USP und bahnreisender Mob von Zugausfällen (Danke Sabine!) betroffen ist. Kommen dann immerhin noch, aber verspätet.

Eigentlich geplanter Fanmarsch dann zeitlich nicht mehr drin, deswegen Shuttlebusvariante. Und die Cops versuchen sich an billiger Provokation, lassen nur so viele Menschen in jeden Bus wie er Sitze hat. Es ist kurz vor Anpfiff, die Menschen wollen zum Spiel und euch fällt echt nichts besseres ein, als sinnlose Vorgaben zu machen? Die Busse vom Park (Ähh, sorry, Pony) & Ride durften doch auch voller fahren. BFE natürlich auch sofort am Start. Naja, Eutin muss ja auch mal in praktischer Anwendung üben. 

„Kiel ist die DDR Norddeutschlands“

Wir waren zuletzt im April des vergangenen Jahres in Kiel. Und ganz ehrlich, wir könnten jetzt aufs Neue ranten. Wir sind aber faul, müde und schlechtgelaunt und zitieren uns selbst:

Erstmal seid ihr kein Derby, auch wenn ihr das noch so häufig verkündet. Wir messen uns mit Gegnern und nicht mit irgendwelchen daher gelaufenen Landeshauptdörfern.
Dann kann Euer Hosentaschen-Lotto sich noch so häufig auf den Rasen stellen mit seiner Gitarre, der Song tut nur weh. Verein gereimt auf Holstein? Da dreht sich ja Goethe im Grab um!
Dieser Gästeblock ist der letzte Rotz, viel zu klein für die verkauften Karten, Ordner im Eingangsbereich mit Nazisymbolen und ein Netz vor dem Block, das sofort Migräne macht. Geil. Nicht.

[Ok, Netz war dieses Mal weg aus dem direkten Gesichtsfeld, bei Ordner*innen ist uns dieses Mal auch nichts aufgefallen. Aber der/die Architekt*in dieses Blocks in dem die Hälfte der Menschen nichts sehen kann, kommt nach der Revolution zeitig in den Gulag. Wobei, die Ordner*innen ließen die Lesebrille eines Mitreisenden nicht mit ins Stadion. „Wurfgeschoss“. Ähhh, ja. Tja, nun.]

Und dann kriegt der weibliche Teil dieses Kollektivs in Kiel regelmäßig eine sehr große Krise, wenn da leicht bekleidete Mädchen vor Fussballottos tanzen. Cheerleading ist ein toller Sport. Wir haben Respekt vor den Menschen, die ihn ausüben. Wer aber auf die Idee gekommen ist, dass es toll wäre, ebenjene Cheerleader*innen vor durchschnittlich zweieinhalb Mal so alten Männern (mehrheitlich) im Kontext eines Fussballspiels tanzen zu lassen, der/ die sollte sich vielleicht mal hinterfragen. Und dass die Cheerleader*innen dann auch noch jedes Mal aufs Neue vorm Gästeblock auftreten, ist echt unfassbar. Wir haben jetzt 5 Minuten überlegt, was wir mit der verantwortlichen Person gerne machen würden. Und naja, keine Idee, alles nicht angemessen. Der Gästeblock bleibt ruhig, vereinzeltes „Das hat mit Fußball nichts zu tun“, ansonsten Stille. Wie das bei den sexistischen Held*innen aus Dresden, Aue und Stuttgart klingt, wollen wir uns echt nicht vorstellen. 

Wobei, wir haben gerade doch noch eine Idee für eine Strafe: Lebenslang mit all diesen Fritzis, Störchen (der/ die hat noch nicht mal nen Namen, oder?) und weiteren Maskottchen schlechte Montagskicke auf irgendwelchen Ackern angucken. Dabei in Vorbereitung auf die rituelle Opfergabe aller Maskottchen eine passende Cheer-Choreo einüben.
(Machen wir dann nach dem Champions League Gewinn des FCSP.)

Hendrik Andreas Jacobus

So lautet der volle Vorname unseres Stürmers. Einer der wenigen Lichtblicke dieses Spiels. Zumindest zeitweise.

Insgesamt eher lahmer Einstieg ins Spiel. Dann bettelst du 5 Minuten lang ums Gegentor, verlierst die defensive Stabilität und kriegst dann halt auch das Tor. Alles wie immer. Jedes scheiss Spiel. Das musst du abgestellt bekommen haben zu diesem Saisonzeitpunkt. Vor allem wenn du in der Winterpause so auf deinen Kader vertraust, dass du keine neuen Spieler holst.

Wir kommen besser als sonst aus der Kabine nach der Halbzeit, Gyökeres tankt dann schön durch und Henk schiebt nach Dreher wieder ein – quasi analog zum Stuttgart-Tor.

Apropos Henk. Wie sich jedes Spiel aufs neue Gegner komplett an ihn ranhängen können und es nie, nie, nie Foul gibt. Ja, der ist 201 groß. Aber auch solche Spieler können gefoult werden. Wir überlegen noch, ob man ihn mal ein paar Monate zum American Football Training schickt, um ihm beizubringen, wie man auch mit 3 Gegnern, die an einem dranhängen, weiterläuft. Und nein, das ist natürlich nicht die Lösung. Wäre aber auch echt viel von Schiedsrichtern verlangt, da mal zu pfeifen. Ein einziges Mal.

Spiel schläft dann wieder ein, wir geben Kiel zu viel Platz und der Ball geht nach ner Ecke rein. Wohlgemerkt, das 2. Tor für Kiel nach Ecke diese Saison. Einziges Wunder ist, dass das andere Tor nach Ecke nicht auch gegen uns gefallen ist.

Henk kann dann auch nach der 80. noch Sprints anziehen, und das im Gegensatz zu den Spielern, die die Sommervorbereitung mitgemacht haben. Kann man auch mal hinterfragen.

Genauso wie den Transfer und den erneuten Einsatz von Tashchy. Wie schlecht hat Diamantakos diese Woche denn bitte trainiert? Tashchy springt an mehreren Bällen eiskalt vorbei. So wie wir vorbeispringen würden. Und wir haben den letzten Kopfball gefühlt vor 20 Jahren gemacht. Naja, ehrlicherweise nicht nur gefühlt.
Und hatte der überhaupt schon eine einzige gute Aktion in braun-weiß? Wir haben schlechte Laune (wir erwähnten das evtl. schon) und wollen jetzt auch nicht nachgucken. Aber dass uns auf Anhieb keine Aktion einfällt, spricht ja auch für sich.

In der Nachspielzeit kriegen wir dann noch einen Elfmeter zugesprochen. Der Schiedsrichter beweist ein weiteres Mal, dass er heute wirklich nicht auf der Höhe ist und der VAR muss sich nicht nur einschalten, sondern er schaut dann wirklich auch noch die Bilder an. Wenn das kein klares Handspiel ist, was denn dann?

Henk schießt den Ball schwach, die Kieler waren zu früh reingelaufen und kommen somit schneller an den Abpraller.
Also wenn du hier schon die VAR Nummer abziehst, dann halt bitte auch konsequent auch in der Situation. Frühes Einlaufen heißt nämlich Wiederholung. Genauso übrigens wie das zu frühe Verlassen der Linie durch den Torwart. Beides passiert. 
Stattdessen gibt es dann einen indirekten Freistoss. Der auch wieder fragwürdig ist. Weil wenn du mal das zu frühe Einlaufen ausblendest, dann ist das halt auch nicht unbedingt ein kontrolliertes Rückspiel, ergo kein indirekter Freistoß.

Und wenn du den dann ausführen lässt, wie du ihn ausführen lässt (die komplette Kieler Verteidigung bewegt sich viel zu früh), dann hast Du hoffentlich noch berufliche Alternativen. 
Wie gesagt, irrlichterndere Schiedsrichter olé.

Die letzte Ecke des Spiels landet dann zielsicher in den Armen des Kieler Torwarts. Mehr musste zu dem Spiel echt nicht mehr wissen.

Und Kiel ey, bemitleidenswert wer den eigenen Sieg mit „Scheiss St. Pauli“ feiert. You only sing when you’re winning.

Robocop

Robocop zweifelt nicht, Robocop marschiert (ey)
Robocop macht das, was man ihm sagt (ey)
Robocop fragt nich‘, Robocop akzeptiert (ey, ey)
Robocop wird nicht fürs Denken bezahlt (ey)“

(Disarstar, Robocop. Und ja, H$V, ja roter Aufbau. Beides nicht geil.)

War ja bis dahin ruhig geblieben. Also muss Robocop dann noch mal bei der Abreise rumnerven & komplett anlasslos in den Shuttlebussen behelmt mitfahren. Das ist noch so ein billiger Provokationsversuch. Jaja Eutin, diesdas.

Ansonsten zügige Rückreise, um 23:31 wieder die Hamburger Landesgrenze überquert, um kurz nach Mitternacht zu Hause.

Der Senior beendet diese Beiträge in letzter Zeit immer mit „Unser Tag wird kommen“. Und ganz ehrlich, das darf dann jetzt auch gerne bald mal der Fall sein. Seit 31 Spieltagen auswärts keine drei Punkte mehr mitgenommen, seit der Winterpause ein grandioser Punkteschnitt von 0.33.

Freitag gehts dann bereits weiter gegen Dresden. Seid ihr auch schon so gespannt auf den tollen Offensivfussball von Markus Kauczinsksi? Freut ihr euch auch schon so auf kreative sexistische oder transfeindliche Banner? Auf die fehlende defensive Zuordnung & Stabilität?

Wie auch immer, steckt ein paar Euro extra ein: Die braun-weiße Hilfe sammelt für die Betroffenen des Bielefelder Kessels, und der AK Awareness schmeißt den Tresen in den Fanräumen. Gibt schlechtere Sachen, die Mensch mit seinem/ ihrem Geld machen kann.

Unser Tag wird kommen.

Feb 102020
 

4. November 2018. Auswärtsspiel in Bielefeld. Auswärtssieg in Bielefeld. Für die Menschen, die in jüngerer Vergangenheit öfters mit dem FCSP auswärts fahren: Das ist das, wo man sich auf der Rückfahrt freut, weil man gewonnen hat. Wir fuhren da nebenbei als Tabellenfünfter hin und fuhren als Tabellenerster zurück (und wurden dann am Montagabend noch vom Verein mit dem Stadion an der Müllverbrennungsanlage überholt, aber das ist eine andere Geschichte).

Auch wenn das Spiel aus sportlicher Sicht (inkl. Tor nach Standard durch Knoll & Tor von Mats 😥) also ganz ok war, dann ist das nicht der Grund, warum wir als Fanszene uns heute noch mit diesem Spiel befassen (müssen). Der Grund ist der Polizeieinsatz, der den Verein im Mai 2019 zu einer Strafanzeige gegen die polizeiliche Einsatzleitung veranlasste. 

Wir zitieren hier mal Oke, der die Strafanzeige folgendermaßen begründet:
“Für uns liegt hier ein klarer strafrechtlich relevanter Verstoß durch die Einsatzleitung der Polizei vor, den wir so nicht akzeptieren können. Mit der Maßnahme wollen wir auch gemeinsam mit dem Fanladen ein klares Zeichen für Fußballfans setzen, die bei Auswärtsfahrten durch polizeiliche Maßnahmen ohne ersichtlichen Grund daran gehindert werden, ihre Mannschaft zu unterstützen. Dennoch wollen wir unsere Fans ermutigen, weiter so zahlreich auswärts mitzufahren wie bisher.”

Fragwürdiger Polizeieinsatz

Zwei der vier Kollektivmitglieder hatten sich an jenem Tag ebenfalls auf den Weg nach Bielefeld gemacht. Eine Person per Neuner, eine Person per Bahn. Ihr kennt uns, wir fahren auf verschiedene Weisen auswärts, mal Neuner, mal Fanladentours, mal Regiotours. Und wir träumen immer noch davon, dass wir diese Anreise per Rennrad mal organisiert bekommen. Wobei sich die Polizei auch bei der Anreiseform sicherlich noch „kreative“ Repressionsmaßnahmen einfallen ließe.

Die per Bahn anreisende Person hatte sich in dem Fall für den Komfort bei der Anreise entschieden und war daher mit dem ICE gefahren. Und alleine diese Entscheidung führte dazu, dass uns stundenlange polizeiliche Maßnahmen erspart blieben. Allein diese Entscheidung. Sonst nichts.

“Zu keinem Zeitpunkt wurde den festgehaltenen Personen Wasser angeboten. Der Toilettengang wurde ebenso verwehrt wie der Besuch des anliegenden Imbisses; sich außerhalb des Kessels befindliche Personen, die den festgehaltenen Personen Nahrungsmittel reichen wollten, wurden massiv von der Polizei bedrängt und teilweise an ihrem Vorhaben gehindert.“

(Augenzeugenbericht aus dem sehr lesenswerten anwaltlichen Gutachten)

So blieben uns anders Anreisenden aber nicht nur polizeiliche Maßnahmen, über deren Rechtmäßigkeit bis heute nicht entschieden ist, erspart. Sondern auch die nun anstehenden Gerichtsverfahren, von denen viele der damals gekesselten Sankt Paulianer*innen betroffen sind.

Wie ihr oben sehen könnt, führten für uns kleine Entscheidungen dazu, dass wir nicht Opfer dieser Maßnahmen wurden. Für jede*n Sankt Paulianer*in bedeutet das aber auch, dass wir nur aufgrund von kleinen Entscheidungen, die uns zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort sein lassen, in langfristige Gerichtsverfahren eingebunden sein können.

Und welch massive Auswirkungen ein solches Gerichtsverfahren auf das Privatleben hat, können wir uns also ausmalen. 

Alles, was uns fehlt, ist die Solidarität

“Was wir wollen, können wir erreichen
Wenn wir wollen, stehen alle Räder still
Wir haben keine Angst zu kämpfen
Denn die Freiheit ist unser Ziel
Denn die Freiheit ist unser Ziel
Alles, was uns fehlt, ist die Solidarität“

(Ton Steine Scherben)

Die einzig richtige, die auf St. Pauli einzig mögliche Antwort ist bedingungslose Solidarität. Wenn ihr Menschen in Eurem Umfeld habt, die von diesen Maßnahmen betroffen seid, dann seid für sie da. 

Und leider kosten solche Gerichtsverfahren auch noch Geld, in diesem Fall aufgrund der Menge an Verfahren sogar eine ganze Menge Geld. Und wenigstens hier können wir alle allen Betroffenen das Leben leichter machen. Spendet an die Braun-Weiße Hilfe. Beim nächsten Heimspiel wird es Sammeldosen auf allen Tribünen geben, und wenn ihr jetzt direkt Geld überweist ist das sicherlich auch nicht verkehrt.

Und hier auch mal ein riesengroßer Dank an die Aktiven in der Braun-Weißen Hilfe, die den Betroffenen seit 1.5 Jahren (auch ehrenamtlich) zur Seite stehen.

Jan 292020
 

… but someones gotta do it, sangen Faith No More vor Jahrzehnten. Und fassten die “wer schreibt den Bericht zum Auswärtsspiel in Fürth” Redaktionsdiskussion vollständig zusammen.

Der Pöbelbus war in das Mordor der Nürnberger, die Vorstadt oder wie die das nennen per Bahn unterwegs. Und es wäre ungewöhnlich wenn wir den Nürnberger*innen hier nicht vehement widersprechen wollten. Denn zwar ist dir grün-weiße Seite der Macht klein an Zahl, aber glänzte an diesem Dienstag mit klarer und guter Stadiondurchsage und Banner zum Holocaust Gedenktag. In Nürnberg hätte man wahrscheinlich lieber irgendeinem Wehrmachtsoffizier der für den Club Tore geschossen hat gehuldigt, als sich so klar zu positionieren.

Die Vollpfosten bei uns im Block, die die Gedenkdurchsage durch Gesang störten bekamen ne klare Ansage. Im übrigen auch die Jungs, die nach dem Spiel die Fürther als “H*rensöhne” bezeichneten. Wir dokumentieren diese Vorfälle weiterhin. Kommentieren könnten wir sie sowieso nur mit bereits gesagtem.

Auswärtsfanfreuden

Anreise bis Fürth problemlos. In Fürth wieder massiv nervig. Die angekündigten Shuttlebusse waren nicht existent und auch die paar Polizisten (keine Frauen weit und breit) konnten nicht weiter helfen. Es stellte sich später heraus, dass Shuttlebusse lieber leer unseren spazierenden Ultras hinterherfuhren, als wirklich als bequemes Anreisemittel bereit zu stehen. Und dann wissen wir auch wieder wo der Hase her läuft. Scheiss auf Fans im allgemeinen und Gastfreundlichkeit durch netten Service. Dahinter verbirgt sich immer nur die Angst, dass die bösen Ultras die Stadt in Schutt und Asche legen könnten. Klar wir und Fürth sind ja auch für ständige Auseinandersetzungen und richtig Krawall bekannt. Wie oben schon geschrieben: Das sind die Guten.

Und ins Bild passt dann auch, dass nach dem Spiel ganze 2 Busse bereit standen um die Gastfans zum Bahnhof zu bringen. Könnt ihr euch ja denken, da blieben viele Menschen stehen.

Eine Aktion zur Sammlung von Daten, die dann wahrscheinlich in irgendwelchen „Gefährder[*in]“ Dateien landen, machte die Polizei mit den autofahrenden Menschen, denn sie verlangte von Fahrer*innen Ausweispapiere und andere Angaben. Gründe, die über das Sammeln von Daten hinaus gehen? Keine.

Der Einlass wurde schnell überwunden und es sich auf den Stufen, welche die Welt bedeuten, bequem gemacht.

#nurnochpositiv (naja, fast)

Kommen wir zum Spiel. Und zum positiven: Kein Gegentor nach Ecken, mehr Punkte als zum selben Zeitpunkt der Hinrunde. Und weniger Gegentore und mehr selber geschossene Tore. Rico von der Bank echt auffällig gut. Wir sind sportlich auf einem gutem Weg (wer Ironie findet, darf sie behalten).

Wenn wir jetzt noch so Kleinigkeiten wie die komplette körperliche Unfähigkeit irgendeine vernünftige Laufleistung auf den Platz zu bringen, überwinden könnten und offensichtliche taktische Fehler wie “wir spielen mal ohne 6”, dann kommen wir groß raus. Groß heißt im übrigen Nicht-Abstiegplatz.

Ohne jetzt in Details zu gehen, aber wenn deine gesamte Laufleistung am unteren Ende des normalen Spektrums in Liga 2 ist UND davon noch ein überproportionaler Anteil im “Gehen, langsam laufen“ Bereich stattfindet, dann gewinnst du keinen Blumenstil. Nur mal so: 85 % Laufen im langsamem Bereich ist in Liga 2 Topwert und auch für den FCSP selber Top. Im negativen. Wohlgemerkt im ersten Spiel nach der Pause.

Es ist nun keine neue Weisheit, dass im Fußball eine schnelle und präzise Spielweise eine gute Möglichkeit ist Erfolg zu haben. „Präzise“ hat in Liga 2 immer seine Grenzen, aber an Schnelligkeit und Intensität kann man arbeiten. Falls ihr euch fragt, was das Erfolgsrezept von Bielefeld ist: genau dies. Denn die haben keinen superduper Milliardenmarktwertkader (lt. Transfermarkt etwa 10% höherer Wert als unser Kader). Bielefeld hat eher das Problem, dass die überdrehen und in den letzten Spielen der Halbrunden gerne mal Probleme bekommen. Beispiel dafür habt ihr letztens gesehen.

Aber bei uns ist das anders. Unser Trainer, Fachmann, Kenner der Materie und unsere Hoffnung sagte am 10.01.2020 folgendes:

„Die Spieler treten aktuell sehr positiv auf und hinterlassen in den bisherigen Einheiten einen guten Eindruck. Wir werden wenig im Ausdauerbereich ohne Ball arbeiten müssen.“

“Machen einen guten Eindruck” ist nebenbei eine richtige Formulierung. Denn während andere Vereine hübsche Fitnesstestfotos zu Beginn einer Runde veröffentlichten, verzichtete offenbar der FCSP auf einen solchen. Oder hielt ihn komplett geheim. Wir vermuten mal, dass Ersteres stimmt.

Wir sind vielleicht einfach nicht Kenner*innen genug, aber die harten Zahlen hätten den Eindruck vielleicht widerlegt. Und es ist ja nicht so, dass wir nach dem Sommertraining in diesem Bereich problemlos gewesen wären. Hat selbst der Trainer gesagt. Damals. Zweimal das Gleiche machen und auf andere Ergebnisse zu hoffen, ist Unsinn. Sagte mal ein kluger Mensch. Selbst wenn man es anders umrahmt.

Es ist zwar schön, dass aktuell niemand verletzt ist, aber wir Zyniker*innen würden beinah behaupten wollen, dass dies auch daran liegt, dass man nicht trainiert hat. Bitte lieber Gott, lass uns mal nicht Recht haben.

Leihgeschäfte und Einkaufsstrategien

Womit wir bei dem Abgang von Diarra wären. Wenn man ein Leihgeschäft macht, dann sollte der Spieler im Saft stehen und “sofort weiter helfen”. Das haben wir uns nicht ausgedacht, dass waren sinngemäß die Worte unserer Verantwortlichen. Wenn man dann einen Spieler ausleiht, der relativ frisch von einem Kreuzbandriss kommt und dies mit unserer anscheinend echt wunderbaren Betreuung kombiniert, dann war beinah dieses Ergebnis zu erwarten. Und glaubt uns, unsere Prophetin hätte echt gerne hier Unrecht gehabt.

Was bleibt von Diarra? Ein geiles Testspieltor und eine Derbysieg Eskalation. Danke dafür. Wir hoffen für dich, dass du schnell wieder fit wirst und dann irgendwo dein Glück findest.

Nach dem Spiel ging es zu unserer Übernachtung und zum besten Frühstück der Welt. Das rettete dann wenigstens halbwegs diese Tour.

Ansonsten zitieren wir unsere spontane familiären Begleitung, die einsprang als unsere Reisegruppe krankheitsbedingt dezimiert war: “Naja, jetzt habe ich die Gurkentruppe auch endlich mal gesehen.” Vorschlag für ein alternatives Hobby ist im übrigen Kegeln. Wir nehmen das mal auf die Liste mit auf.

Und im Endeffekt bleibt es ein dreckiger Job, den irgendwer tun muss.

Vielleicht erkennt das jetzt auch mal die Mannschaft oder die sportlich Verantwortlichen.

Samstag ist die nächste Gelegenheit.

Und weil wir es gar nicht oft genug sagen können: Danach ist Demo. Alle hin da, verflixt noch mal!

Jan 042020
 

Heute wechselt Mats nach Belgien zu Genk. Auf eigenen Wunsch wie die Pressemitteilung des FCSP verlauten lässt. 

Machen wir uns nichts vor: Damit verlieren wir einen sehr zentralen Spieler und haben eine massive Lücke im offensiven Mittelfeld. Die Lücke ist aber keine rein spielerische. Mit Mats geht für viele (auch) DIE Identifikationsfigur. Ein toller Mensch, den wir in jeder Situation als angenehmen, freundlichen und stets sich und sein Umfeld reflektierenden Menschen erlebt haben. Erinnert sei hier bloß die Freude über die Leihverlängerung 2017. Da war er gerade 5 Monate hier und wir hatten in schon in unser Herz geschlossen. Auf und neben dem Platz.

Bornemann spricht von wirtschaftlichen Gründen und davon, dass Mats im Sommer eine Ausstiegsklausel hat. Das mag alles sein, jedoch ist ein Abstieg in Liga 3 immer teurer. Und einen (mindestens) eben so guten Ersatz brauchen wir nun auch. Wir können nur hoffen, dass wir von Genk die richtig großen Scheine bekommen. Auch wenn Mats eigentlich unbezahlbar ist.

Die wirklichen Gründe sind natürlich immer schwer nachzuvollziehen. Belgien ist nun garantiert nicht die erste Adresse im internationalen Fußball, Genk ist aber regelmäßig in Europa unterwegs. Das ist für einen Spieler attraktiv. Nicht nur, aber auch finanziell. Andererseits hat Genk auf den ersten Blick auch eine ganze Reihe Toptalente im offensiven Mittelfeld. Gesetzt wie bei uns wird er in Genk nicht mehr zwingend sein. 

Muss man jetzt eigentlich die Aussage von Luhukay in dem Licht sehen, welches jetzt schwer zu vermuten ist?

Wir wissen nicht, wie das Verhältnis Trainer, Spieler und Verein war. Aber das lässt aufhorchen, zumal die Pressemitteilung sich nicht so liest, als sei das eine komplett neue Information, dass er Wechselinteresse hat.

Tragisch bleibt, dass wir abermals einen richtig guten Fußballspieler verlieren, weil dieser hofft, anderswo erfolgreicher spielen zu können. Und hierbei bitte auch nicht aus den Augen lassen, dass 9 Spiele ohne Sieg (meisterschaftsübergreifend), jetzt sicherlich nicht der Umstimmfaktor sind, der einen Spieler, der eigentlich europäisch spielen will, zum Bleiben motiviert. So kann diese Phase auch auf andere Art und Weise richtig teuer geworden sein.

Allemal geht ein strahlendes Lächeln, ein sehr freundlicher Mensch und die besten Geburtstagsgrüsse auf Norwegisch. Wir werden dich daher vermissen. Und deine Post-Derby-Stadionrunde nie vergessen. 
Was ist seitdem bloß passiert.

Spieler kommen, Trainer gehen, ja klar. Aber du warst ein wirklich guter Mensch in braun-weiß. Alles gute Mats. Wir freuen uns, Dich in den kommenden Monaten immerhin noch vielfach gestickert im Viertel zu sehen. Und dann mit dem entscheidenden Tor im Champions League Finale 2030. So Pizzaro-Style. Nur eben in der Champions League.

PS: Bei dem Abschiedstext haben wir dann doch eine Träne verdrückt.

Dez 212019
 

Bielefeld existiert nicht. Wer will diesen Fakt in Frage stellen? Niemand, der an diesem 21.12.2019 (Quersumme 3×3) im Stadion war, würde diesem widersprechen.

<3 Dreiklänge 
Sowieso ist die Drei die Zahl des Tages. 

Drei Tage vor Heiligabend, drei Punkte mit drei Toren. Viktor und Henk mit drei Toren in den letzten drei Spielen (jaaaa). Und zum dritten Mal gehen wir nach dem Spiel in der Nähe der U3 im FCSP-Kontext essen. Kevin Kühnert sieht aus wie einer der drei Detektive (Drei Fragezeichen!) und war zum Zeitpunkt des Spiels drei Wochen Präsidiumsmitglied der SPD (Partei mit drei Buchstaben). Mats ist zum dritten Mal in dieser Saison 19/20 (Quersumme drei!) nicht in der Startelf. Aufwärmen beim Konzert einer Band mit drei Buchstaben (WTG), wir sitzen unter drei Lampen, als wir dies schreiben. Das 1-0 fiel in der dritten Minute. Heute Abend schon wieder eine Band mit drei Buchstaben (FSF) und drei Liter Wein haben wir auch schon getrunken (mindestens – 3 Silben!). 

3 (+) Fahnen.

3-Drei-3

Sankt Pauli hat drei Silben, OWL hat drei Buchstaben. Die Bielefelder*innen sind mit dem RE3 in Hamburg angekommen und mit der U3 direkt nach dem Spiel zum Hauptbahnhof (HBF – 3 Buchstaben!) gefahren.

Unsere Lieblingsfotografin hat seit drei Spielen einen Flachmann dabei. Braun-weiß-rot sind drei Farben. Die drei anwesenden Kollektivmitglieder hatten heute drei Promille. Jede*r. „Halt die Fresse” sind drei Worte. 

Wer will da widersprechen, dass wir am Ende der Saison Dritter werden und dann Werder Bremen schlagen? Mit drei Toren. Nur der Verein mit drei Buchstaben aus dem Altonaer Volkspark, der wird Vierter. 

Wir haben sie da, wo wir sie haben wollen. 

Wir sind 10 Punkte hinter einem Aufstiegsplatz. Eine Ausgangslage, die wir schon 06/07 genutzt haben. Der Millernton gab schon “perfekte Rückrunde” als Motto aus. Und wer will denen widersprechen?!

3 Gläser. Danke afroh.de

Zum Spiel? 

Habt ihr gesehen, oder?

Nur soviel: Henk ist ein Phänomen. Er nimmt Bälle mit der Brust an, die Bielefelder mit dem Kopf nicht erreichen. Viktor wird immer besser. Ryo war toll. Daniel ist wieder da. Wir sind verliebt. 
(4 Spieler minus einer sind 3)

Und sonst? 

Still lovin USP (drei Buchstaben und drei Worte). Still lovin G.A.S. (Wie geil ist bitte die Out of Control?). Still lovin euch alle. 

Und nun? 

Seid besinnlich, ihr Ficker*innen!

Dez 162019
 

Liebe Leute,

ja, wir können noch gewinnen. Die Älteren werden sich erinnern, wie sich ein FCSP-Sieg anfühlt, neun Spieltage und ebensoviele Tabellenplätze ist der letzte Dreier her. Bei den Geschehnissen der vergangenen Wochen hält sich der Optimismus an diesem Sonnabend bei den Meisten eher in Grenzen. Schließlich geht es auch gegen ein noch tiefer in der Scheiße sitzendes Kellerkind der Liga, da spielen wir ja gern mal Aufbaugegner. Aber nun ja, es nützt ja nix. Wenn man es nicht versucht, kann man es ja gleich sein lassen.

Das Stadion ist NICHT ausverkauft

Es ist nass und schmuddelig, beknackte Ergebnisse aus den vergangenen Spieltagen und mit Wehen Wiesbaden ein Gegner, der zwar ein eher seltener Gast am Millerntor ist, aber derzeit wohl ganz offensichtlich auch nicht als attraktiv gelten kann. Entsprechend dünn ist das Stadion heute gefüllt und zwar auf allen Seiten. Wehen hat kaum 300 Anhänger*innen mobilisiert und so sehen wir den wohl kleinsten Gästeblock seit dem Umbau der Nordkurve. Entsprechend unauffällig ist die Erscheinung der Auswärtsfans.

Viel voller wurde es dann auch nicht mehr.
(Und ob der Kräne einen Gruß an Toni G.)

Dafür hat sich die Mannschaft des SVWW in Schale geworfen und läuft in einem derartig penetranten Leuchtgelb auf, dass wir uns fragen, ob das Team von Stabilo gesponsert wird oder sogar abfärbt. Oder ob da einfach zehn Ordner auf dem Platz stehen. Heute wäre der richtige Zeitpunkt, das Spielfeld massiv einzunebeln. Die Wiesbadener wären dann noch gut zu erkennen, während sich unsere Braunweißen elegant bis zum Tor durchmogeln könnten.

Licht am Ende des Lazaretts?

Eine mittelständische Powerballade aller erster Güte gibt’s als Gästehymne auf die Ohren, dann kommen die Aufstellungen. Haben wir uns schon mal über die Verletztenmisere aufgeregt? Vermutlich zigfach. Und so ist der aktuelle Kader mit mancher Verstärkung aus der U23 ein reiner Flickenteppich. Nun gut, immerhin kommen einige der Lädierten allmählich wieder. Buchti in der Startelf, der – wir greifen es vorweg – heute ein sehr gutes Spiel macht. Zwar reicht es nicht für die volle Spielzeit, weil er wegen eines Schlags auf den Fuß nach einer guten Stunde runter muss. Aber unter anderem mit mehreren sehenswerten Pässen in die Spitze zeigt Buchtmann, was er kann, wenn er will und man ihn lässt. 

Ansonsten wird das Spiel immer wieder zur Nervenprobe. Nach kurzem Schlagabtausch hat Braunweiß grundsätzlich das Heft in der Hand und lässt wenig zu. Mitte der ersten Halbzeit klingelt es dann auch mal im Wiesbadener Kasten und Gyökeres freut sich zusammen mit ca. 25.000 weiteren Menschen im Stadion. “2:0 nachlegen, damit Ruhe ist”, heißt es in unseren Kreisen bei solchen Situationen gern. Und oh je, wie gern hätten wir das wirklich in dieser Phase des Spiels gehabt. Zwar passiert bis zur Pause nichts Kritisches mehr in der Gegenrichtung, aber nach dem Seitenwechsel lässt der FCSP ein gutes Stück nach und macht den SVWW so unnötig stark. Wie typisch, dass das auf unnötigste Weise bestraft wird. Aber Kopf hoch, Knolli, so ein Mist kann passieren. 

Immerhin nicht in der 90. Minute

Diese Feststellung entfährt unserem inneren Zweckoptimisten in dem Augenblick der Ohnmacht und des Kopfschüttelns. Aber dass wir mit dieser kühnen Aussage so Recht haben würden, war eher nicht zu ahnen. Denn es wirkt bis in die Schlussphase so, als seien die Boys in Brown schon wieder stehend k.o. und bekämen nichts mehr auf die Kette. Doch ganz offensichtlich sind die Wiesbadener übermütig oder ungeschickt oder beides und machen in den letzten Minuten große Räume auf, die unsere Offensive eiskalt nutzt und sogar doppelt zuschlägt. Wundervoll, Henk wieder Tore schießen zu sehen (die hier im Gegensatz zum Aue-Spiel auch was nützen). Und Gyökeres belohnt sich ein zweites Mal, das gefällt auch. Der Rest ist – leicht ungläubige – Freude. So geht das also.

Was machen wir jetzt daraus?

Zunächst einmal sind das unglaublich wichtige drei Punkte. Und vielleicht ist jetzt irgendwie ein Knoten geplatzt, der in den vergangenen Wochen unseren Jungs einschnürte. Andererseits ist ein Sieg gegen eine der schwächsten Mannschaften der Liga eigentlich verdammtes Pflichtprogramm für den FCSP und wenn wir ehrlich sind, zeigte Wiesbaden an diesem Tag auch, warum sie da unten stehen. Es gibt also noch verdammt viel zu tun und wir hoffen auf eine konstruktive Winterpause.

Nebenbei war das Stadion nicht nur leer, sondern auch wieder mit absoluten Volltrotteln gesegnet. Wir schreiben das jetzt in jeden Beitrag, bis das alle machen: Leute, weist die Menschen, die ihr mitnehmt auf die Spielregeln im Stadion hin.

Das Millerntor ist kein guter Ort, um sich über Vorsänger lustig zu machen, trotz Ansprache in den Block zu filmen und sexistische Witze zu reißen. Ach was, das sollte nicht nur am Millerntor nicht vorkommen, sondern nirgendwo. Aber lasst uns wenigstens unseren Mikrokosmos und verpisst euch.

Als Highlight begegneten uns auch noch Awareness-Plakate, die überklebt waren. Awareness-Plakate. Überklebt. Leute, merkt ihr noch was? Mehr wollen wir gar nicht dazu schreiben, sonst könnte es justiziabel werden. Ebenso, wenn wir jemanden erwischen, der seine*ihre Sticker nicht unter Kontrolle hat. 
Wie sehr kann man Fanszeneninitiativen mit Füßen treten? Wie wenig kann man St. Pauli verstehen?

Überklebte Awareness-Plakate. 3x Süd, 1x Gegengerade.
Mit Dank an N. für die Genehmigung.

Sehr viel mehr verstanden hat dagegen Leo Østigård. Was für eine geile Mentalitätsbombe. Der Jubel nach Spielende erinnerte fast an Duracell-Mats post Derby. Auch wenn ein Rätsel bleibt, warum die Mannschaft noch während des Jubelns vor der Süd in die Kabine wollte und aufgefordert werden musste, doch noch zu bleiben.

Hinrunde vorbei

Tja, das war sie jetzt, die Hinrunde. Wir beenden sie auf Platz 15. Als Jahrzehntstadmeister*innen.

Auch wenn dieser Sieg jetzt etwas Ruhe in die Trainerdiskussion bringen sollte, sind wir uns zumindest nicht so ganz sicher, ob das das allerbeste ist. Eine Kehrtwende war das gegen Wiesbaden bei weitem nicht. Die bekannten Probleme (Schwäche nach 75., dümmste defensive Aktionen, kaum Biss in vielen Zweikämpfen, Auseinanderbrechen nach Gegentoren — jaja, da sind noch 2 Tore gefallen. Aber ehrlich jetzt mal. Die waren doch eher Wiesbadens Unvermögen als allem anderem geschuldet) existieren weiterhin.

Und unsere Kritik am Trainer bleibt bestehen. Derart viel Unruhe hatte man aus dem Kader und Umfeld unter Kauczinski z.B. nicht gehört. Auch wenn die Spieler in Einzelgesprächen im Nachhinein ganz schön deutlich werden. Nebenbei: Kuss nach Dresden. Erster Torschuss in der 74. ist genau nach unserem Geschmack! 

Und ja: Wenn man was verändern will, dann werden sich nicht immer alle nur liebhaben, verlangt keine*r, will keine*r. Ist unrealistisch. Aber diverse gestandene Spieler, Athletikteam, und weiteres Umfeld dazu zu veranlassen, an die Presse zu gehen, spricht auch für sich.
Was für uns aber viel schwerer wiegt: Kritik in alle Richtungen kräftigst austeilen können – auch das ist ok. Wenn da denn nur ein Funke Selbstkritik enthalten wäre. Auf die warten wir – Stand heute (16.12.2019) seit 250 Tagen. Ganz ehrlich? Leadership sieht für uns verdammt noch mal anders aus.

Mitglieder dieses Kollektivs haben das erste Mal seit sie diesem Verein regelmäßig beim Kicken zusehen, die goldene Hinrunde voll gemacht. Da hätte man sich auch bessere Hinrunden ausruhen können. In alter St. Pauli Manier folgt darauf aber jetzt die beste Rückrunde aller Zeiten. Wir freuen uns auf den Beginn selbiger am kommenden Samstag gegen Bielefeld.

Ostwestfalen Iditoten. Scheiß Arminia Bielefeld! 
Danke an USP, wir haben immer noch einen Ohrwurm.

Gute Besserung und schnelle Genesung an James Lawrence, der heute operiert wird.

Dez 092019
 

Regensburg. Die Domstadt, welche die bedeutendste gotische Kathedrale in Deutschland aufweist, wurde an Maria Empfängnis besucht. Wir vernachlässigen hier natürlich das Gebäude in der Nähe des Rheins, welches laut eines am Niederrhein beliebtem Liedes sieben Tage brennt. Aber aus diesem linksrheinischen Gebäude wollte ja bereits Heine eine Pferdescheune machen.

Womit wir dann schon fast in Regensburg sind, liegt in der Nähe der Stadt die bayrische Ruhmeshalle Walhalla, über die Heine folgendes dichtete
„Bei Regensburg läßt er erbaun/ Eine marmorne Schädelstätte/ Und er hat höchstselbst für jeden Kopf/ Verfertigt die Etikette“

Dass man 2010 Heine wirklich auch mit einer Büste in dieser Schädelstätte aufnahm, sagt viel über Bayern und auch über Regensburg aus.

Kommen wir zurück zum Datum. Maria Empfängnis? Ja, wir alten Agnostike*innen haben auch ein bisschen gerätselt, aber dieses katholische Hochfest bezieht sich auf die Empfängnis, die zu Marias Geburt führte. „Was interessiert es mich, wann ihre Eltern geschnackselt haben?“ ist eine berechtigte Frage.

Gute & Schlechte Ideen

Idee! Wir schreiben nur noch über solche Themen, bis unsere Truppe wieder gewinnt.

Okay niemand sagt, dass dies eine gute Idee sei.

Die Bahn ist grundsätzlich auch keine gute Idee, aber heute brachte sie uns problemlos nach Regensburg (und danach auch wieder zurück).

War an diesem Tag irgendwas fit für die Champions League? Ja! Das Frühstücksbüffet. Hier Sonderzugtresenorga: wir wollen ein Waffelpartywaggon auf dem Weg nach Wiesbaden.

(Not sponsored, keine Werbung. :))

In Nürnberg begleitete uns das USK beim Umstieg, in Regensburg empfing es uns dann abermals. Und konnte mit massiven Kräften gerade noch die Trockenlegung des örtlichen Brauhauses durch Absperrung verhindern. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung wäre auch in konkreter, akuter Gefahr gewesen, hätte man Hamburger Fußballfans erlaubt, ein Bier käuflich zu erwerben. Der Dom hätte gebrannt. Oh wait.

Und dann darfst du dir auch keine gut schmeckende Zigarette drehen. Dann kommen die auch oberwichtig an. Boa, seid ihr nervig. (Jegliche weitere passende Worte verbot der Hausjurist aus Haftungsgründe)

Loide, wenn ihr weiblich gelesene Menschen mit dem F. Wort bezeichnen wollt, dann bitte bitte bitte geht einfach ganz weit weg. Aber kreuzt bitte nie unsere Wege und lebt am besten nicht weiter auf diesem Planeten. (Gilt übrigens sowohl für Menschen in FCSP-Merch als auch für Heimfans, die meinen am Zaun mal rumprollen zu müssen). Nehmt die Typen, die sich mehrfach ungefragt und dabei ignoriert in Gespräche von Frauen einmischen bitte gleich mit.

Dürfen wir über die Stadionshow in Regensburg lästern? Ach, was fragen wir? Es ist unser Blog, wir dürfen alles!
Jahni das Maskottchen der Regensburger*innen (Warum muss man sein Maskottchen, oh halt, seinen Verein nach irgendeinem antisemitischen Trottel benennen?) führt die Show an. Laut Internetseite kann man Jahni für Geburtstagsfeiern, Firmenfeiern oder als absolutes Highlight am Spieltag mieten. Ähm, gilt dies auch für Auswärtsfans? Der macht sich garantiert gut umgedreht am Zaun.

Vor dem Spiel standen wir sogar kurz in der Sonne.

Dazu kommt der typische hyperventilierende Stadionsprecher, die Präsentation jedes Furzes durch einen Sponsor und Werbebanden, die mehr blinken als die berühmte Lightshow in Mainz. Und wir übertreiben dabei nur ganz wenig.

Argh. Da willst du die reichlich an diesem Stadion verbauten Zäune alle eintreten. Warum zum Teufel leuchtet von diesem komischen Flutlicht ein Scheinwerfer voll in den Gästeblock?

Kommen wir zum Spiel

Ach vergesst es. Das will echt keine*r lesen. Die lauten „Aufwachen“ Rufe nach dem Spiel sind wohl Kommentar genug. Guckt euch das fcsp Hashtag auf Twitter an. Da war Laune angesagt:

Oder seht was Ian Joy schrieb:

Ganz ehrlich: Spätestens nach der Gelb-Roten Karte muss da inklusive Zeugwart jede*r im Innenraum komplett brennen. Bei uns ist eher Business as usual, sich pro forma beschweren und wieder hinsetzten angesagt. Ne Leute, so funktioniert zweite Liga nicht.

Da ist eine gewisse Giftigkeit notwendig. Guckt euch einfach Mats vs. Diekmeier zweimal pro Tag an, anstatt zu trainieren. Wir übertreiben wieder, aber nur knapp.

Wir haben wenig Bock schon wieder Durchhalteartikel zu schreiben. Versteht das alle als Drohung. Ebenso versteht es als Drohung, dass wir Katzenbabies, Geißziegen aus Köln oder Jahnis nicht mehr verschonen werden. Googelt rituelle Opfergaben. Feuer machen wir aus den Eintrittskarten verlorener Auswärtsspiele. Davon gibt es mehr als genug.

Das ist gerade alles so eine Gülle, dass man sich fast nicht mehr über den „Noch ein Jahr zweite Liga“ Kurs des Volksparks freuen kann.

Nach dem Spiel wieder zurück zum Bahnhof. Hier ein Tipp für entspanntes Bahnfahren mit Fußballfans: Labern Sie nie – wir wiederholen nie – Fußballfans von der Seite an, wenn sie sich nicht 100 % sicher sind, dass diese überzeugend gewonnen haben.

PS: Die Überschrift entstand aus der Frage „wem gönnen wir eigentlich die Meisterschaft in der Bundesliga?“

Dez 022019
 

Diese Zeilen wurden jetzt zum dritten Mal begonnen. Wir hatten zweimal angefangen, uns dann mit dem Gemotze selbst genervt und es dann beide Male einfach wieder gelöscht. Und weil wir keine Lust mehr auf das ganze Gemotze haben, schreiben wir einfach nur über die schönen Sachen und blenden das Spiel komplett aus.

Außenrum

Samstag, Heimspieltag­­. Gefühlt seit Jahrtausenden endlich mal wieder Sonne in Hamburg. Auswärtsdauerkarte abgeholt, Zugtickets nach Regensburg abgeholt, Kartendeals durchgeführt. Neue und alte Gesichter gesehen, gute Menschen geherzt. Bei der Einlasskontrolle herzlich gelacht, als tatsächlich diskutiert wurde, ob man Wunderkerzen mit ins Stadion nehmen darf. Nachwehen der Derbystrafe?

Tribüne war ne Stunde vorm Anpfiff noch schön leer, Plätzchen gefunden und n bissl geschnackt. Jüngste Stadionbegleitung brachte eine Freundin mit und die beiden saßen während quasi dem gesamtem Spielverlauf in allerbester Kaffeeklatschmanier auf dem Wellenbrecher und fachsimpelten über das Spiel. Wahrscheinlich mit mehr Sachverstand als im ganzen Kollektiv zusammen vorhanden ist.

Wir haben an dieser Stelle bereits diverse Male auf Initiativen der Awareness-AG hingewiesen, auch dieses Mal gab es wieder zwei Dinge:
Auf allen Toiletten im Stadion hängen jetzt Awareness-Plakate. Die nächste Person, die ein solches Plakat verschandelt, kriegt es höchstpersönlich mit uns zu tun. Was zur Hölle ist bei euch verkehrt?

Zusätzlich gab es dieses Mal auch noch Hinweise über die LED-Banden und per ganzseitiger Anzeige in der VIVA. Wenigstens teilweise ein schöner Ausblick. Danke an alle, die das möglich gemacht haben.

Vor dem Spiel wurde der internationale Tag des Ehrenamts am 5. Dezember schon mal vorgefeiert und die Initiator*innen des FCSP Auftritts auf dem Christopher Street Day wurden geehrt. Danke Euch und allen anderen – ihr macht den Verein zu dem, was er ist.

Außerdem gab es dann auch noch die Gelegenheit in Form einer Gedenkminute, uns von Sabine, Tjark, Frank (und Gabi) zu verabschieden. Danke an die Menschen, die die Störer*innen auf Hannoveraner Seite zurechtgewiesen haben. Was stimmt denn mit denen nicht?

You’ll never walk alone!

Es muss besser werden – egal wie

Dann war irgendwie Fußball, darüber schweigen wir uns jetzt lieber aus. Und sagen es mal so: Zum Glück werden die nächsten Spiele eine Besserung bringen. Entweder auf dem Platz, oder eben daneben. Weil klar ist: Das war nichts. Und so kann es nicht weitergehen. 

Nach dem Spiel Karten zurückgetauscht, nach Hause gegangen und Plätzchen gebacken. War dann noch ein schöner Samstag. 

Nächsten Sonntag geht’s nach Regensburg, wir freuen uns auf Mimosa-Frühstück im Zug. Ansonsten schaun wa mal. Enthusiasmus sieht anders aus.

Mehr zum „auf dem Platz“ gibt es beim Millernton.

Nov 292019
 

Es ist unsere traurige Pflicht schon wieder einen Nachruf zu schreiben, denn wie der FCSP heute über Twitter verkündete, ist Frank verstorben.

Liebevoll von allen Opa Frank genannt war Frank ein Dauergast bei Fanladen-Tours und eigentlich bei jedem Auswärtsspiel zu finden, wenn er nicht mit seiner Frau in dem Hotel Urlaub machte, in dem er laut eigenem Bekunden schon seit über 50 Jahren Urlaub machte. Meistens verbunden mit einem Fantreffen irgendeiner komischen Volksmusik Band. Wie hast du bloß all die Jahre Spinner CDs ausgehalten, Frank? Wie haben wir sie ausgehalten? 
Ihr wolltet wissen, was wirklich an der Kollaustrasse passiert und warum ein Spieler nicht spielte oder was im sportlichen Bereich schief läuft? Einfach Frank fragen, der wahrscheinlich mehr wusste, als alle FCSP Reporter*innen zusammen. Er und seine Gang von Trainingskibiezen waren selbst zu Geheimtrainings zugelassen. Wusste doch jeder Trainer, dass die Jungs nicht plaudern würden. Naja außer mit uns und wir haben das garantiert nicht veröffentlicht. 
Irgendeine 20 Stunden Bus Tour? Frank war am Start! Immer! Und wenn wir komplett platt und genervt aus dem Bus fielen, hatte er immer noch eine positive Energie, die einzigartig war. Frank war gefühlt auch der letzte Mensch, der im Fanladen analog bestellte. 
Frank war ein angenehmer und fröhlicher Mensch. Ihn im Bus zu haben sorgte immer für nette Momente, schöne Unterhaltungen und Betrachtungen aus vielen Jahrzehnten FCSP. Durch seine offene Art hat sich Frank bei allen Arten von FCSP Fans beliebt gemacht. Und so wünschten ihm auch “die Ultras” gute Besserung als er vor ein paar Monaten erkrankte. 
Leider hat er sich davon nicht mehr erholt. Mach es gut, Opa Frank. Du wirst auf Fanladen Tours und auf dieser Welt fehlen. Hoffentlich darfst du im Jenseits auch zu Geheimtrainings. 

Nov 282019
 

Liebe Lesenden,

heute Abend wurde mit großer Mehrheit der Antrag zur Förderung von Frauen in den leitenden Gremien des FCSP angenommen. Wie ihr euch denken könnt, freuen wir uns riesig.

Der diesjährige Blogbeitrag zur MV kommt dann wie üblich später und fällt vielleicht etwas kürzer (nur etwas) aus.

Stattdessen aber ein schon mal vorab anderes Gimmick. Wir haben aus Gründen Zugriff auf die Antragsbegründung und teilen diese gerne mit Euch.

FCSP Mitgliederversammmlung 2019

Förderung von Frauen in allen Gremien des FC St. Pauli

Liebe St. Paulianer*innen, lieber Aufsichtsrat, liebes Präsidium.

Ich würde am liebsten in einer Welt leben, in der keine Quoten notwendig sind, in der diverse Repräsentanz in Gremien auch ohne Quotierung erreicht werden kann. Uns auf den Weg in eine solche Welt zu machen ist Ziel dieses MV-Antrages.

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, haben wir ausgerechnet in dem Bereich der Diversität in den vergangenen Jahren keine großen Fortschritte gemacht. 

Ja, wir sind einen kleinen Schritt weiter als viele andere Profifussballvereine in Deutschland. Nur mal ein Beispiel: Von 54 Profivereinen der ersten drei Ligen (Chemnitzer FC hat aktuell keinen AR, FC Bayern ist nur einmal gezählt) haben 43 Vereine gar keine Frau im Aufsichtsrat. Unter den insgesamt 346 Mitgliedern sind ganze 13 Frauen zu finden. Aber reicht es uns, nur einer von 11 Vereinen zu sein?

Oke sagte im Januar dass wir “Projektionsfläche für kritische Fans geworden sind, die gemeinsam mit uns daran glauben, dass ein anderer Fußball möglich ist“. Wir als FC St. Pauli stehen wie kein anderer Fussballverein in Deutschland für Vielfalt und Pluralität. Lasst uns dies auch praktisch umsetzen. Lasst uns diese Diversität auch zu unserem Gesicht werden lassen.

Warum dann mit einer Quote arbeiten? Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass es nur da signifikante Fortschritte gab, wo mit einer (temporären) Quote nachgeholfen wurde. Wie gesagt, ich wünsche mir das in einer idealen Welt auch ohne. 

Aber ohne Quote geht es einfach nicht schnell genug voran. Und ich bin nicht bereit, die nächsten Jahrzehnte einfach abzuwarten. Lasst mich hier auch Sandra , zitieren, die seit 2014 an der Spitze unserer Aufsichtsrates steht: „Ich habe eine Quote früher immer für überflüssig gehalten. Mittlerweile glaube ich jedoch, dass sie helfen und den Prozess beschleunigen würde. Denn wenn wir in dem Tempo weitermachen, sind wir erst in 50 Jahren am Ziel.“

Liebe Sandra, lieber Oke, ein Nebenkommentar sei mir hier erlaubt: Demnächst gebt ihr solchen guten Interviews aber nicht mehr der Springerpresse, ok? 

Liebe Kritiker*innen, lasst mich direkt auf einige eurer Bedenken eingehe. Highlight der Kritik war natürlich der Artikel heute Morgen im Abendblatt – ich nenne ihn auch “Sozialstudien für die letzten Tage des Patriarchats”:

  • „Dieser Antrag schreibt eine harte Quote vor.“
    Nein, genau das tut er nicht. Er formuliert ein Ziel – nämlich die geschlechtsparitätische Besetzung von Aufsichtsrat und Präsidium und erteilt den Auftrag, einen entsprechend abgestimmten Vorschlag zu erarbeiten. Der der Mitgliederversammlung dann im kommenden Jahr zur Abstimmung vorgelegt werden soll.
  • Auch das Wort geschlechtsparitätisch ist bewusst gewählt. So lässt es uns genau die Flexibilität zu entscheiden, woran wir eine etwaige Quote festmachen: Eine Quote zu einem festgelegten Prozentsatz oder eine Quote parallel zum Mitgliedsantrag: Männlich- Weiblich- Divers. Hier ist noch nichts entschieden.
  • Und natürlich muss aufgrund eurer Zustimmung zu diesem Antrag kein Mitglied der Direktor*innenrunde – ich gendere hier schon mal vor – entlassen werden. Es geht darum, einen Plan zu erarbeiten, wie das bis 2025 – also in 6 Jahren erreicht werden kann.
    Zur Visualisierung: Heute vor sechs Jahren, 2013, hatten wir gerade auswärts in Aalen gewonnen und waren Tabellenvierter in der 2. Bundesliga. Hinter Kaiserslautern, Köln und Fürth. Und keines der Mitglieder unserer aktuellen Direktorenrunde war damals schon beim FCSP angestellt. Längste Amtszeit hat Martin Drust, der seit 2015 – also seit 4 Jahren – im Verein angestellt ist. [Drust 2015, von Geldern 2016, Stilz 2016, Michael 2018, Thomsen 2018, Urban 2019].
  • Ein Argument, das ich in den vergangenen Wochen immer wieder gehört habe ist, wie schwierig es sei, Frauen zu finden, die diese Ämter übernehmen wollen und können.
    Ich verneine diese Schwierigkeit nicht. Ich bin aber fest überzeugt, dass eine solche Quote auch motivierend für interessierte und geeignete Frauen sein kann. Dies zeigen auch entsprechende Studien, die sich mit den Effekten von Quoten befassen. Die Wirkung ist nicht nur eine formale, sondern auch eine psychologische.
    Und für den Fall, dass keine interessierte und geeignete Frau gefunden werden, kann man dann immer noch entsprechende Regelungen treffen. Mit diesem Antrag formulieren wir vor allem, dass wir uns für das Ziel einer geschlechterdiverseren Besetzung unserer Führungsgremien einsetzen.
    Erstaunlich ist in diesem Kontext aber auch, dass das Thema Kompetenz immer nur bei Frauen ein Thema ist. Wann wurde bei sowas jemals bei einem Mann aufgrund seines Geschlechts an seiner Kompetenz gezweifelt?

Und nein, die Einführung einer Quote löst natürlich nicht alle Probleme. Aber sie ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Und wird dann erfolgreich, wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

Genau daran möchte ich – wie im Antrag formuliert – gemeinsam mit interessierten Mitgliedern, Aufsichtsrat und Präsidium in einem offenen Prozess arbeiten. Und freue mich besonders, dass Jörn heute schon gesagt hat, dass er dieses Thema auch auf die Delegiertenkonferenz der sporttreibenden Abteilungen tragen wird.

Und wenn Euch meine Argumente noch nicht überzeugt haben, dann lasst es mich abschließend mit Mats versuchen. Der 2017, als das norwegische Frauennationalteam zur EM fuhr, über die männlich dominierte Kultur im Fussball sagte „Wenn wir alle in den Spiegel gucken, werden wir erkennen, dass wir alle noch besseres tun können.“