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Jan 042020
 

Heute wechselt Mats nach Belgien zu Genk. Auf eigenen Wunsch wie die Pressemitteilung des FCSP verlauten lässt. 

Machen wir uns nichts vor: Damit verlieren wir einen sehr zentralen Spieler und haben eine massive Lücke im offensiven Mittelfeld. Die Lücke ist aber keine rein spielerische. Mit Mats geht für viele (auch) DIE Identifikationsfigur. Ein toller Mensch, den wir in jeder Situation als angenehmen, freundlichen und stets sich und sein Umfeld reflektierenden Menschen erlebt haben. Erinnert sei hier bloß die Freude über die Leihverlängerung 2017. Da war er gerade 5 Monate hier und wir hatten in schon in unser Herz geschlossen. Auf und neben dem Platz.

Bornemann spricht von wirtschaftlichen Gründen und davon, dass Mats im Sommer eine Ausstiegsklausel hat. Das mag alles sein, jedoch ist ein Abstieg in Liga 3 immer teurer. Und einen (mindestens) eben so guten Ersatz brauchen wir nun auch. Wir können nur hoffen, dass wir von Genk die richtig großen Scheine bekommen. Auch wenn Mats eigentlich unbezahlbar ist.

Die wirklichen Gründe sind natürlich immer schwer nachzuvollziehen. Belgien ist nun garantiert nicht die erste Adresse im internationalen Fußball, Genk ist aber regelmäßig in Europa unterwegs. Das ist für einen Spieler attraktiv. Nicht nur, aber auch finanziell. Andererseits hat Genk auf den ersten Blick auch eine ganze Reihe Toptalente im offensiven Mittelfeld. Gesetzt wie bei uns wird er in Genk nicht mehr zwingend sein. 

Muss man jetzt eigentlich die Aussage von Luhukay in dem Licht sehen, welches jetzt schwer zu vermuten ist?

Wir wissen nicht, wie das Verhältnis Trainer, Spieler und Verein war. Aber das lässt aufhorchen, zumal die Pressemitteilung sich nicht so liest, als sei das eine komplett neue Information, dass er Wechselinteresse hat.

Tragisch bleibt, dass wir abermals einen richtig guten Fußballspieler verlieren, weil dieser hofft, anderswo erfolgreicher spielen zu können. Und hierbei bitte auch nicht aus den Augen lassen, dass 9 Spiele ohne Sieg (meisterschaftsübergreifend), jetzt sicherlich nicht der Umstimmfaktor sind, der einen Spieler, der eigentlich europäisch spielen will, zum Bleiben motiviert. So kann diese Phase auch auf andere Art und Weise richtig teuer geworden sein.

Allemal geht ein strahlendes Lächeln, ein sehr freundlicher Mensch und die besten Geburtstagsgrüsse auf Norwegisch. Wir werden dich daher vermissen. Und deine Post-Derby-Stadionrunde nie vergessen. 
Was ist seitdem bloß passiert.

Spieler kommen, Trainer gehen, ja klar. Aber du warst ein wirklich guter Mensch in braun-weiß. Alles gute Mats. Wir freuen uns, Dich in den kommenden Monaten immerhin noch vielfach gestickert im Viertel zu sehen. Und dann mit dem entscheidenden Tor im Champions League Finale 2030. So Pizzaro-Style. Nur eben in der Champions League.

PS: Bei dem Abschiedstext haben wir dann doch eine Träne verdrückt.

Dez 212019
 

Bielefeld existiert nicht. Wer will diesen Fakt in Frage stellen? Niemand, der an diesem 21.12.2019 (Quersumme 3×3) im Stadion war, würde diesem widersprechen.

<3 Dreiklänge 
Sowieso ist die Drei die Zahl des Tages. 

Drei Tage vor Heiligabend, drei Punkte mit drei Toren. Viktor und Henk mit drei Toren in den letzten drei Spielen (jaaaa). Und zum dritten Mal gehen wir nach dem Spiel in der Nähe der U3 im FCSP-Kontext essen. Kevin Kühnert sieht aus wie einer der drei Detektive (Drei Fragezeichen!) und war zum Zeitpunkt des Spiels drei Wochen Präsidiumsmitglied der SPD (Partei mit drei Buchstaben). Mats ist zum dritten Mal in dieser Saison 19/20 (Quersumme drei!) nicht in der Startelf. Aufwärmen beim Konzert einer Band mit drei Buchstaben (WTG), wir sitzen unter drei Lampen, als wir dies schreiben. Das 1-0 fiel in der dritten Minute. Heute Abend schon wieder eine Band mit drei Buchstaben (FSF) und drei Liter Wein haben wir auch schon getrunken (mindestens – 3 Silben!). 

3 (+) Fahnen.

3-Drei-3

Sankt Pauli hat drei Silben, OWL hat drei Buchstaben. Die Bielefelder*innen sind mit dem RE3 in Hamburg angekommen und mit der U3 direkt nach dem Spiel zum Hauptbahnhof (HBF – 3 Buchstaben!) gefahren.

Unsere Lieblingsfotografin hat seit drei Spielen einen Flachmann dabei. Braun-weiß-rot sind drei Farben. Die drei anwesenden Kollektivmitglieder hatten heute drei Promille. Jede*r. „Halt die Fresse” sind drei Worte. 

Wer will da widersprechen, dass wir am Ende der Saison Dritter werden und dann Werder Bremen schlagen? Mit drei Toren. Nur der Verein mit drei Buchstaben aus dem Altonaer Volkspark, der wird Vierter. 

Wir haben sie da, wo wir sie haben wollen. 

Wir sind 10 Punkte hinter einem Aufstiegsplatz. Eine Ausgangslage, die wir schon 06/07 genutzt haben. Der Millernton gab schon “perfekte Rückrunde” als Motto aus. Und wer will denen widersprechen?!

3 Gläser. Danke afroh.de

Zum Spiel? 

Habt ihr gesehen, oder?

Nur soviel: Henk ist ein Phänomen. Er nimmt Bälle mit der Brust an, die Bielefelder mit dem Kopf nicht erreichen. Viktor wird immer besser. Ryo war toll. Daniel ist wieder da. Wir sind verliebt. 
(4 Spieler minus einer sind 3)

Und sonst? 

Still lovin USP (drei Buchstaben und drei Worte). Still lovin G.A.S. (Wie geil ist bitte die Out of Control?). Still lovin euch alle. 

Und nun? 

Seid besinnlich, ihr Ficker*innen!

Dez 162019
 

Liebe Leute,

ja, wir können noch gewinnen. Die Älteren werden sich erinnern, wie sich ein FCSP-Sieg anfühlt, neun Spieltage und ebensoviele Tabellenplätze ist der letzte Dreier her. Bei den Geschehnissen der vergangenen Wochen hält sich der Optimismus an diesem Sonnabend bei den Meisten eher in Grenzen. Schließlich geht es auch gegen ein noch tiefer in der Scheiße sitzendes Kellerkind der Liga, da spielen wir ja gern mal Aufbaugegner. Aber nun ja, es nützt ja nix. Wenn man es nicht versucht, kann man es ja gleich sein lassen.

Das Stadion ist NICHT ausverkauft

Es ist nass und schmuddelig, beknackte Ergebnisse aus den vergangenen Spieltagen und mit Wehen Wiesbaden ein Gegner, der zwar ein eher seltener Gast am Millerntor ist, aber derzeit wohl ganz offensichtlich auch nicht als attraktiv gelten kann. Entsprechend dünn ist das Stadion heute gefüllt und zwar auf allen Seiten. Wehen hat kaum 300 Anhänger*innen mobilisiert und so sehen wir den wohl kleinsten Gästeblock seit dem Umbau der Nordkurve. Entsprechend unauffällig ist die Erscheinung der Auswärtsfans.

Viel voller wurde es dann auch nicht mehr.
(Und ob der Kräne einen Gruß an Toni G.)

Dafür hat sich die Mannschaft des SVWW in Schale geworfen und läuft in einem derartig penetranten Leuchtgelb auf, dass wir uns fragen, ob das Team von Stabilo gesponsert wird oder sogar abfärbt. Oder ob da einfach zehn Ordner auf dem Platz stehen. Heute wäre der richtige Zeitpunkt, das Spielfeld massiv einzunebeln. Die Wiesbadener wären dann noch gut zu erkennen, während sich unsere Braunweißen elegant bis zum Tor durchmogeln könnten.

Licht am Ende des Lazaretts?

Eine mittelständische Powerballade aller erster Güte gibt’s als Gästehymne auf die Ohren, dann kommen die Aufstellungen. Haben wir uns schon mal über die Verletztenmisere aufgeregt? Vermutlich zigfach. Und so ist der aktuelle Kader mit mancher Verstärkung aus der U23 ein reiner Flickenteppich. Nun gut, immerhin kommen einige der Lädierten allmählich wieder. Buchti in der Startelf, der – wir greifen es vorweg – heute ein sehr gutes Spiel macht. Zwar reicht es nicht für die volle Spielzeit, weil er wegen eines Schlags auf den Fuß nach einer guten Stunde runter muss. Aber unter anderem mit mehreren sehenswerten Pässen in die Spitze zeigt Buchtmann, was er kann, wenn er will und man ihn lässt. 

Ansonsten wird das Spiel immer wieder zur Nervenprobe. Nach kurzem Schlagabtausch hat Braunweiß grundsätzlich das Heft in der Hand und lässt wenig zu. Mitte der ersten Halbzeit klingelt es dann auch mal im Wiesbadener Kasten und Gyökeres freut sich zusammen mit ca. 25.000 weiteren Menschen im Stadion. “2:0 nachlegen, damit Ruhe ist”, heißt es in unseren Kreisen bei solchen Situationen gern. Und oh je, wie gern hätten wir das wirklich in dieser Phase des Spiels gehabt. Zwar passiert bis zur Pause nichts Kritisches mehr in der Gegenrichtung, aber nach dem Seitenwechsel lässt der FCSP ein gutes Stück nach und macht den SVWW so unnötig stark. Wie typisch, dass das auf unnötigste Weise bestraft wird. Aber Kopf hoch, Knolli, so ein Mist kann passieren. 

Immerhin nicht in der 90. Minute

Diese Feststellung entfährt unserem inneren Zweckoptimisten in dem Augenblick der Ohnmacht und des Kopfschüttelns. Aber dass wir mit dieser kühnen Aussage so Recht haben würden, war eher nicht zu ahnen. Denn es wirkt bis in die Schlussphase so, als seien die Boys in Brown schon wieder stehend k.o. und bekämen nichts mehr auf die Kette. Doch ganz offensichtlich sind die Wiesbadener übermütig oder ungeschickt oder beides und machen in den letzten Minuten große Räume auf, die unsere Offensive eiskalt nutzt und sogar doppelt zuschlägt. Wundervoll, Henk wieder Tore schießen zu sehen (die hier im Gegensatz zum Aue-Spiel auch was nützen). Und Gyökeres belohnt sich ein zweites Mal, das gefällt auch. Der Rest ist – leicht ungläubige – Freude. So geht das also.

Was machen wir jetzt daraus?

Zunächst einmal sind das unglaublich wichtige drei Punkte. Und vielleicht ist jetzt irgendwie ein Knoten geplatzt, der in den vergangenen Wochen unseren Jungs einschnürte. Andererseits ist ein Sieg gegen eine der schwächsten Mannschaften der Liga eigentlich verdammtes Pflichtprogramm für den FCSP und wenn wir ehrlich sind, zeigte Wiesbaden an diesem Tag auch, warum sie da unten stehen. Es gibt also noch verdammt viel zu tun und wir hoffen auf eine konstruktive Winterpause.

Nebenbei war das Stadion nicht nur leer, sondern auch wieder mit absoluten Volltrotteln gesegnet. Wir schreiben das jetzt in jeden Beitrag, bis das alle machen: Leute, weist die Menschen, die ihr mitnehmt auf die Spielregeln im Stadion hin.

Das Millerntor ist kein guter Ort, um sich über Vorsänger lustig zu machen, trotz Ansprache in den Block zu filmen und sexistische Witze zu reißen. Ach was, das sollte nicht nur am Millerntor nicht vorkommen, sondern nirgendwo. Aber lasst uns wenigstens unseren Mikrokosmos und verpisst euch.

Als Highlight begegneten uns auch noch Awareness-Plakate, die überklebt waren. Awareness-Plakate. Überklebt. Leute, merkt ihr noch was? Mehr wollen wir gar nicht dazu schreiben, sonst könnte es justiziabel werden. Ebenso, wenn wir jemanden erwischen, der seine*ihre Sticker nicht unter Kontrolle hat. 
Wie sehr kann man Fanszeneninitiativen mit Füßen treten? Wie wenig kann man St. Pauli verstehen?

Überklebte Awareness-Plakate. 3x Süd, 1x Gegengerade.
Mit Dank an N. für die Genehmigung.

Sehr viel mehr verstanden hat dagegen Leo Østigård. Was für eine geile Mentalitätsbombe. Der Jubel nach Spielende erinnerte fast an Duracell-Mats post Derby. Auch wenn ein Rätsel bleibt, warum die Mannschaft noch während des Jubelns vor der Süd in die Kabine wollte und aufgefordert werden musste, doch noch zu bleiben.

Hinrunde vorbei

Tja, das war sie jetzt, die Hinrunde. Wir beenden sie auf Platz 15. Als Jahrzehntstadmeister*innen.

Auch wenn dieser Sieg jetzt etwas Ruhe in die Trainerdiskussion bringen sollte, sind wir uns zumindest nicht so ganz sicher, ob das das allerbeste ist. Eine Kehrtwende war das gegen Wiesbaden bei weitem nicht. Die bekannten Probleme (Schwäche nach 75., dümmste defensive Aktionen, kaum Biss in vielen Zweikämpfen, Auseinanderbrechen nach Gegentoren — jaja, da sind noch 2 Tore gefallen. Aber ehrlich jetzt mal. Die waren doch eher Wiesbadens Unvermögen als allem anderem geschuldet) existieren weiterhin.

Und unsere Kritik am Trainer bleibt bestehen. Derart viel Unruhe hatte man aus dem Kader und Umfeld unter Kauczinski z.B. nicht gehört. Auch wenn die Spieler in Einzelgesprächen im Nachhinein ganz schön deutlich werden. Nebenbei: Kuss nach Dresden. Erster Torschuss in der 74. ist genau nach unserem Geschmack! 

Und ja: Wenn man was verändern will, dann werden sich nicht immer alle nur liebhaben, verlangt keine*r, will keine*r. Ist unrealistisch. Aber diverse gestandene Spieler, Athletikteam, und weiteres Umfeld dazu zu veranlassen, an die Presse zu gehen, spricht auch für sich.
Was für uns aber viel schwerer wiegt: Kritik in alle Richtungen kräftigst austeilen können – auch das ist ok. Wenn da denn nur ein Funke Selbstkritik enthalten wäre. Auf die warten wir – Stand heute (16.12.2019) seit 250 Tagen. Ganz ehrlich? Leadership sieht für uns verdammt noch mal anders aus.

Mitglieder dieses Kollektivs haben das erste Mal seit sie diesem Verein regelmäßig beim Kicken zusehen, die goldene Hinrunde voll gemacht. Da hätte man sich auch bessere Hinrunden ausruhen können. In alter St. Pauli Manier folgt darauf aber jetzt die beste Rückrunde aller Zeiten. Wir freuen uns auf den Beginn selbiger am kommenden Samstag gegen Bielefeld.

Ostwestfalen Iditoten. Scheiß Arminia Bielefeld! 
Danke an USP, wir haben immer noch einen Ohrwurm.

Gute Besserung und schnelle Genesung an James Lawrence, der heute operiert wird.

Dez 092019
 

Regensburg. Die Domstadt, welche die bedeutendste gotische Kathedrale in Deutschland aufweist, wurde an Maria Empfängnis besucht. Wir vernachlässigen hier natürlich das Gebäude in der Nähe des Rheins, welches laut eines am Niederrhein beliebtem Liedes sieben Tage brennt. Aber aus diesem linksrheinischen Gebäude wollte ja bereits Heine eine Pferdescheune machen.

Womit wir dann schon fast in Regensburg sind, liegt in der Nähe der Stadt die bayrische Ruhmeshalle Walhalla, über die Heine folgendes dichtete
„Bei Regensburg läßt er erbaun/ Eine marmorne Schädelstätte/ Und er hat höchstselbst für jeden Kopf/ Verfertigt die Etikette“

Dass man 2010 Heine wirklich auch mit einer Büste in dieser Schädelstätte aufnahm, sagt viel über Bayern und auch über Regensburg aus.

Kommen wir zurück zum Datum. Maria Empfängnis? Ja, wir alten Agnostike*innen haben auch ein bisschen gerätselt, aber dieses katholische Hochfest bezieht sich auf die Empfängnis, die zu Marias Geburt führte. „Was interessiert es mich, wann ihre Eltern geschnackselt haben?“ ist eine berechtigte Frage.

Gute & Schlechte Ideen

Idee! Wir schreiben nur noch über solche Themen, bis unsere Truppe wieder gewinnt.

Okay niemand sagt, dass dies eine gute Idee sei.

Die Bahn ist grundsätzlich auch keine gute Idee, aber heute brachte sie uns problemlos nach Regensburg (und danach auch wieder zurück).

War an diesem Tag irgendwas fit für die Champions League? Ja! Das Frühstücksbüffet. Hier Sonderzugtresenorga: wir wollen ein Waffelpartywaggon auf dem Weg nach Wiesbaden.

(Not sponsored, keine Werbung. :))

In Nürnberg begleitete uns das USK beim Umstieg, in Regensburg empfing es uns dann abermals. Und konnte mit massiven Kräften gerade noch die Trockenlegung des örtlichen Brauhauses durch Absperrung verhindern. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung wäre auch in konkreter, akuter Gefahr gewesen, hätte man Hamburger Fußballfans erlaubt, ein Bier käuflich zu erwerben. Der Dom hätte gebrannt. Oh wait.

Und dann darfst du dir auch keine gut schmeckende Zigarette drehen. Dann kommen die auch oberwichtig an. Boa, seid ihr nervig. (Jegliche weitere passende Worte verbot der Hausjurist aus Haftungsgründe)

Loide, wenn ihr weiblich gelesene Menschen mit dem F. Wort bezeichnen wollt, dann bitte bitte bitte geht einfach ganz weit weg. Aber kreuzt bitte nie unsere Wege und lebt am besten nicht weiter auf diesem Planeten. (Gilt übrigens sowohl für Menschen in FCSP-Merch als auch für Heimfans, die meinen am Zaun mal rumprollen zu müssen). Nehmt die Typen, die sich mehrfach ungefragt und dabei ignoriert in Gespräche von Frauen einmischen bitte gleich mit.

Dürfen wir über die Stadionshow in Regensburg lästern? Ach, was fragen wir? Es ist unser Blog, wir dürfen alles!
Jahni das Maskottchen der Regensburger*innen (Warum muss man sein Maskottchen, oh halt, seinen Verein nach irgendeinem antisemitischen Trottel benennen?) führt die Show an. Laut Internetseite kann man Jahni für Geburtstagsfeiern, Firmenfeiern oder als absolutes Highlight am Spieltag mieten. Ähm, gilt dies auch für Auswärtsfans? Der macht sich garantiert gut umgedreht am Zaun.

Vor dem Spiel standen wir sogar kurz in der Sonne.

Dazu kommt der typische hyperventilierende Stadionsprecher, die Präsentation jedes Furzes durch einen Sponsor und Werbebanden, die mehr blinken als die berühmte Lightshow in Mainz. Und wir übertreiben dabei nur ganz wenig.

Argh. Da willst du die reichlich an diesem Stadion verbauten Zäune alle eintreten. Warum zum Teufel leuchtet von diesem komischen Flutlicht ein Scheinwerfer voll in den Gästeblock?

Kommen wir zum Spiel

Ach vergesst es. Das will echt keine*r lesen. Die lauten „Aufwachen“ Rufe nach dem Spiel sind wohl Kommentar genug. Guckt euch das fcsp Hashtag auf Twitter an. Da war Laune angesagt:

Oder seht was Ian Joy schrieb:

Ganz ehrlich: Spätestens nach der Gelb-Roten Karte muss da inklusive Zeugwart jede*r im Innenraum komplett brennen. Bei uns ist eher Business as usual, sich pro forma beschweren und wieder hinsetzten angesagt. Ne Leute, so funktioniert zweite Liga nicht.

Da ist eine gewisse Giftigkeit notwendig. Guckt euch einfach Mats vs. Diekmeier zweimal pro Tag an, anstatt zu trainieren. Wir übertreiben wieder, aber nur knapp.

Wir haben wenig Bock schon wieder Durchhalteartikel zu schreiben. Versteht das alle als Drohung. Ebenso versteht es als Drohung, dass wir Katzenbabies, Geißziegen aus Köln oder Jahnis nicht mehr verschonen werden. Googelt rituelle Opfergaben. Feuer machen wir aus den Eintrittskarten verlorener Auswärtsspiele. Davon gibt es mehr als genug.

Das ist gerade alles so eine Gülle, dass man sich fast nicht mehr über den „Noch ein Jahr zweite Liga“ Kurs des Volksparks freuen kann.

Nach dem Spiel wieder zurück zum Bahnhof. Hier ein Tipp für entspanntes Bahnfahren mit Fußballfans: Labern Sie nie – wir wiederholen nie – Fußballfans von der Seite an, wenn sie sich nicht 100 % sicher sind, dass diese überzeugend gewonnen haben.

PS: Die Überschrift entstand aus der Frage „wem gönnen wir eigentlich die Meisterschaft in der Bundesliga?“

Dez 022019
 

Diese Zeilen wurden jetzt zum dritten Mal begonnen. Wir hatten zweimal angefangen, uns dann mit dem Gemotze selbst genervt und es dann beide Male einfach wieder gelöscht. Und weil wir keine Lust mehr auf das ganze Gemotze haben, schreiben wir einfach nur über die schönen Sachen und blenden das Spiel komplett aus.

Außenrum

Samstag, Heimspieltag­­. Gefühlt seit Jahrtausenden endlich mal wieder Sonne in Hamburg. Auswärtsdauerkarte abgeholt, Zugtickets nach Regensburg abgeholt, Kartendeals durchgeführt. Neue und alte Gesichter gesehen, gute Menschen geherzt. Bei der Einlasskontrolle herzlich gelacht, als tatsächlich diskutiert wurde, ob man Wunderkerzen mit ins Stadion nehmen darf. Nachwehen der Derbystrafe?

Tribüne war ne Stunde vorm Anpfiff noch schön leer, Plätzchen gefunden und n bissl geschnackt. Jüngste Stadionbegleitung brachte eine Freundin mit und die beiden saßen während quasi dem gesamtem Spielverlauf in allerbester Kaffeeklatschmanier auf dem Wellenbrecher und fachsimpelten über das Spiel. Wahrscheinlich mit mehr Sachverstand als im ganzen Kollektiv zusammen vorhanden ist.

Wir haben an dieser Stelle bereits diverse Male auf Initiativen der Awareness-AG hingewiesen, auch dieses Mal gab es wieder zwei Dinge:
Auf allen Toiletten im Stadion hängen jetzt Awareness-Plakate. Die nächste Person, die ein solches Plakat verschandelt, kriegt es höchstpersönlich mit uns zu tun. Was zur Hölle ist bei euch verkehrt?

Zusätzlich gab es dieses Mal auch noch Hinweise über die LED-Banden und per ganzseitiger Anzeige in der VIVA. Wenigstens teilweise ein schöner Ausblick. Danke an alle, die das möglich gemacht haben.

Vor dem Spiel wurde der internationale Tag des Ehrenamts am 5. Dezember schon mal vorgefeiert und die Initiator*innen des FCSP Auftritts auf dem Christopher Street Day wurden geehrt. Danke Euch und allen anderen – ihr macht den Verein zu dem, was er ist.

Außerdem gab es dann auch noch die Gelegenheit in Form einer Gedenkminute, uns von Sabine, Tjark, Frank (und Gabi) zu verabschieden. Danke an die Menschen, die die Störer*innen auf Hannoveraner Seite zurechtgewiesen haben. Was stimmt denn mit denen nicht?

You’ll never walk alone!

Es muss besser werden – egal wie

Dann war irgendwie Fußball, darüber schweigen wir uns jetzt lieber aus. Und sagen es mal so: Zum Glück werden die nächsten Spiele eine Besserung bringen. Entweder auf dem Platz, oder eben daneben. Weil klar ist: Das war nichts. Und so kann es nicht weitergehen. 

Nach dem Spiel Karten zurückgetauscht, nach Hause gegangen und Plätzchen gebacken. War dann noch ein schöner Samstag. 

Nächsten Sonntag geht’s nach Regensburg, wir freuen uns auf Mimosa-Frühstück im Zug. Ansonsten schaun wa mal. Enthusiasmus sieht anders aus.

Mehr zum „auf dem Platz“ gibt es beim Millernton.

Nov 292019
 

Es ist unsere traurige Pflicht schon wieder einen Nachruf zu schreiben, denn wie der FCSP heute über Twitter verkündete, ist Frank verstorben.

Liebevoll von allen Opa Frank genannt war Frank ein Dauergast bei Fanladen-Tours und eigentlich bei jedem Auswärtsspiel zu finden, wenn er nicht mit seiner Frau in dem Hotel Urlaub machte, in dem er laut eigenem Bekunden schon seit über 50 Jahren Urlaub machte. Meistens verbunden mit einem Fantreffen irgendeiner komischen Volksmusik Band. Wie hast du bloß all die Jahre Spinner CDs ausgehalten, Frank? Wie haben wir sie ausgehalten? 
Ihr wolltet wissen, was wirklich an der Kollaustrasse passiert und warum ein Spieler nicht spielte oder was im sportlichen Bereich schief läuft? Einfach Frank fragen, der wahrscheinlich mehr wusste, als alle FCSP Reporter*innen zusammen. Er und seine Gang von Trainingskibiezen waren selbst zu Geheimtrainings zugelassen. Wusste doch jeder Trainer, dass die Jungs nicht plaudern würden. Naja außer mit uns und wir haben das garantiert nicht veröffentlicht. 
Irgendeine 20 Stunden Bus Tour? Frank war am Start! Immer! Und wenn wir komplett platt und genervt aus dem Bus fielen, hatte er immer noch eine positive Energie, die einzigartig war. Frank war gefühlt auch der letzte Mensch, der im Fanladen analog bestellte. 
Frank war ein angenehmer und fröhlicher Mensch. Ihn im Bus zu haben sorgte immer für nette Momente, schöne Unterhaltungen und Betrachtungen aus vielen Jahrzehnten FCSP. Durch seine offene Art hat sich Frank bei allen Arten von FCSP Fans beliebt gemacht. Und so wünschten ihm auch “die Ultras” gute Besserung als er vor ein paar Monaten erkrankte. 
Leider hat er sich davon nicht mehr erholt. Mach es gut, Opa Frank. Du wirst auf Fanladen Tours und auf dieser Welt fehlen. Hoffentlich darfst du im Jenseits auch zu Geheimtrainings. 

Nov 282019
 

Liebe Lesenden,

heute Abend wurde mit großer Mehrheit der Antrag zur Förderung von Frauen in den leitenden Gremien des FCSP angenommen. Wie ihr euch denken könnt, freuen wir uns riesig.

Der diesjährige Blogbeitrag zur MV kommt dann wie üblich später und fällt vielleicht etwas kürzer (nur etwas) aus.

Stattdessen aber ein schon mal vorab anderes Gimmick. Wir haben aus Gründen Zugriff auf die Antragsbegründung und teilen diese gerne mit Euch.

FCSP Mitgliederversammmlung 2019

Förderung von Frauen in allen Gremien des FC St. Pauli

Liebe St. Paulianer*innen, lieber Aufsichtsrat, liebes Präsidium.

Ich würde am liebsten in einer Welt leben, in der keine Quoten notwendig sind, in der diverse Repräsentanz in Gremien auch ohne Quotierung erreicht werden kann. Uns auf den Weg in eine solche Welt zu machen ist Ziel dieses MV-Antrages.

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, haben wir ausgerechnet in dem Bereich der Diversität in den vergangenen Jahren keine großen Fortschritte gemacht. 

Ja, wir sind einen kleinen Schritt weiter als viele andere Profifussballvereine in Deutschland. Nur mal ein Beispiel: Von 54 Profivereinen der ersten drei Ligen (Chemnitzer FC hat aktuell keinen AR, FC Bayern ist nur einmal gezählt) haben 43 Vereine gar keine Frau im Aufsichtsrat. Unter den insgesamt 346 Mitgliedern sind ganze 13 Frauen zu finden. Aber reicht es uns, nur einer von 11 Vereinen zu sein?

Oke sagte im Januar dass wir “Projektionsfläche für kritische Fans geworden sind, die gemeinsam mit uns daran glauben, dass ein anderer Fußball möglich ist“. Wir als FC St. Pauli stehen wie kein anderer Fussballverein in Deutschland für Vielfalt und Pluralität. Lasst uns dies auch praktisch umsetzen. Lasst uns diese Diversität auch zu unserem Gesicht werden lassen.

Warum dann mit einer Quote arbeiten? Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass es nur da signifikante Fortschritte gab, wo mit einer (temporären) Quote nachgeholfen wurde. Wie gesagt, ich wünsche mir das in einer idealen Welt auch ohne. 

Aber ohne Quote geht es einfach nicht schnell genug voran. Und ich bin nicht bereit, die nächsten Jahrzehnte einfach abzuwarten. Lasst mich hier auch Sandra , zitieren, die seit 2014 an der Spitze unserer Aufsichtsrates steht: „Ich habe eine Quote früher immer für überflüssig gehalten. Mittlerweile glaube ich jedoch, dass sie helfen und den Prozess beschleunigen würde. Denn wenn wir in dem Tempo weitermachen, sind wir erst in 50 Jahren am Ziel.“

Liebe Sandra, lieber Oke, ein Nebenkommentar sei mir hier erlaubt: Demnächst gebt ihr solchen guten Interviews aber nicht mehr der Springerpresse, ok? 

Liebe Kritiker*innen, lasst mich direkt auf einige eurer Bedenken eingehe. Highlight der Kritik war natürlich der Artikel heute Morgen im Abendblatt – ich nenne ihn auch “Sozialstudien für die letzten Tage des Patriarchats”:

  • „Dieser Antrag schreibt eine harte Quote vor.“
    Nein, genau das tut er nicht. Er formuliert ein Ziel – nämlich die geschlechtsparitätische Besetzung von Aufsichtsrat und Präsidium und erteilt den Auftrag, einen entsprechend abgestimmten Vorschlag zu erarbeiten. Der der Mitgliederversammlung dann im kommenden Jahr zur Abstimmung vorgelegt werden soll.
  • Auch das Wort geschlechtsparitätisch ist bewusst gewählt. So lässt es uns genau die Flexibilität zu entscheiden, woran wir eine etwaige Quote festmachen: Eine Quote zu einem festgelegten Prozentsatz oder eine Quote parallel zum Mitgliedsantrag: Männlich- Weiblich- Divers. Hier ist noch nichts entschieden.
  • Und natürlich muss aufgrund eurer Zustimmung zu diesem Antrag kein Mitglied der Direktor*innenrunde – ich gendere hier schon mal vor – entlassen werden. Es geht darum, einen Plan zu erarbeiten, wie das bis 2025 – also in 6 Jahren erreicht werden kann.
    Zur Visualisierung: Heute vor sechs Jahren, 2013, hatten wir gerade auswärts in Aalen gewonnen und waren Tabellenvierter in der 2. Bundesliga. Hinter Kaiserslautern, Köln und Fürth. Und keines der Mitglieder unserer aktuellen Direktorenrunde war damals schon beim FCSP angestellt. Längste Amtszeit hat Martin Drust, der seit 2015 – also seit 4 Jahren – im Verein angestellt ist. [Drust 2015, von Geldern 2016, Stilz 2016, Michael 2018, Thomsen 2018, Urban 2019].
  • Ein Argument, das ich in den vergangenen Wochen immer wieder gehört habe ist, wie schwierig es sei, Frauen zu finden, die diese Ämter übernehmen wollen und können.
    Ich verneine diese Schwierigkeit nicht. Ich bin aber fest überzeugt, dass eine solche Quote auch motivierend für interessierte und geeignete Frauen sein kann. Dies zeigen auch entsprechende Studien, die sich mit den Effekten von Quoten befassen. Die Wirkung ist nicht nur eine formale, sondern auch eine psychologische.
    Und für den Fall, dass keine interessierte und geeignete Frau gefunden werden, kann man dann immer noch entsprechende Regelungen treffen. Mit diesem Antrag formulieren wir vor allem, dass wir uns für das Ziel einer geschlechterdiverseren Besetzung unserer Führungsgremien einsetzen.
    Erstaunlich ist in diesem Kontext aber auch, dass das Thema Kompetenz immer nur bei Frauen ein Thema ist. Wann wurde bei sowas jemals bei einem Mann aufgrund seines Geschlechts an seiner Kompetenz gezweifelt?

Und nein, die Einführung einer Quote löst natürlich nicht alle Probleme. Aber sie ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Und wird dann erfolgreich, wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

Genau daran möchte ich – wie im Antrag formuliert – gemeinsam mit interessierten Mitgliedern, Aufsichtsrat und Präsidium in einem offenen Prozess arbeiten. Und freue mich besonders, dass Jörn heute schon gesagt hat, dass er dieses Thema auch auf die Delegiertenkonferenz der sporttreibenden Abteilungen tragen wird.

Und wenn Euch meine Argumente noch nicht überzeugt haben, dann lasst es mich abschließend mit Mats versuchen. Der 2017, als das norwegische Frauennationalteam zur EM fuhr, über die männlich dominierte Kultur im Fussball sagte „Wenn wir alle in den Spiegel gucken, werden wir erkennen, dass wir alle noch besseres tun können.“

Nov 242019
 

Man erlebt in diesem Verein ja immer wieder Überraschungen. So tauchten im Laufe der Woche noch weitere Anträge zur MV auf, die wir kurz noch behandeln wollen. 

Was wir mit Erstaunen feststellen mussten, war, dass „normale“ Anträge nach unserer Satzung nicht auf der Homepage veröffentlicht werden müssen. Nur für Satzungsänderungsanträge gilt eine Veröffentlichungspflicht. Dies ist natürlich sehr unglücklich und der innervereinlichen Demokratie echt abträglich. Wenn die Homepage Recht hat, dann wurden die nun gleich zu behandelnden Anträge am 20.11. und damit 8 Tage nach der Frist veröffentlicht. Wir hatten das letzte Mal am 16.11 auf die Homepage geguckt, da waren sie definitiv noch nicht veröffentlicht. 

Eine zeitnahe und rechtzeitige Veröffentlichung ist jedoch für eine Willensbildung der Mitgliedschaft zentral. Gerade weil wir auf der MV mit den Anträgen gerne mal zur Nachtschicht beginnen, sollte jeder interessierten Person genügend Zeit vorab zur Willensbildung gegeben werden. Das ist nebenbei auch der juristische Grund für eine Frist für Anträge. Alle sollen sich in Ruhe drauf vorbereiten können. Das können sie aber nur, wenn diese Anträge auch bekannt sind. Wir sollten hier unsere Satzung bei nächster Gelegenheit anpassen. 

Nun zu den Anträgen. Wie immer mit einer kurzen Empfehlung von uns. Die restlichen Anträge und Empfehlungen findet ihr in unserem anderen Artikel.

Der „Zubau-Antrag“

„Wir können dem einen Pullover crowdfunden“ und „Wir haben Hamburger Wetter“ reichen als inhaltliche Beschäftigung. Keine Zustimmung. 

Alkoholfreie Verkaufsstände und Verzicht auf Suchtmittelwerbung

Technisch handelt es sich hier um zwei getrennte Anträge, die aber ein und das selbe Thema haben. Daher gemeinsam ein paar Worte. 

Soweit wir wissen, sind beide Anträge aus dem Kreis der weiß-braunen Kaffeetrinker (Korrektur 25.11., danke D.) gestellt worden. Einem Fanclub, dessen Mitglieder aus unterschiedlichen Gründen auf Suchtmittelgetränke verzichten (so deren Eigenbeschreibung). 

Wir hatten das Thema schon. Wir möchten niemandem den Konsum der Droge seiner Wahl verbieten, aber der komplett unkritische, teilweise verherrlichende Umgang mit Verkauf und Werbung für das Hauptsuchtmittel Alkohol im Kontext FCSP ist moralisch schon lange nicht mehr tragbar. Und wir alle stellen uns aus Bequemlichkeit oder auch aufgrund unseres eigenen garantiert fragwürdigen Konsums ziemlich blind an.

Amerikanischer Ausrüster? Die Moral trieft aus jeder Pore. Werbung für Alkohol? Es erfolgt kein Hinterfragen, keine breite Kritik. Nix. Im Notfall bekommt man noch ein „stellt euch nicht so an“. Das ist angesichts der vielen Fälle von Elend, die Alkohol hervorgerufen hat, hervorruft und hervorrufen wird, sehr fragwürdig. Und auch wir als Blog könnten uns hier noch mehr hinterfragen, auch unsere Spieltagsbeschreibungen beinhalten Alkoholkonsumgeschichten, auch wir posten Bilder mit alkoholischen Getränken.

Und insofern haben die Antragsteller*innen beider Anträge absolut einen Punkt. Den kann man kapitalistisch mit „wirtschaftlichen Zwängen“ wegargumentieren, aber puh. Kapitalistische Argumente sind hier sehr schwierig. Unser Caterer sagte mal, dass er 95 Prozent seines Umsatzes mit Bier machen würde. Das zeigt auf der einen Seite das wirtschaftliche Problem, auf der anderen Seite aber auch, über welchen Mengen pro Kopf wir hier sprechen. 

Wir sind als Kollektiv sehr gespannt darauf, wie die Diskussion auf der MV verläuft, und sind uns ehrlich gesagt noch nicht sicher, wie wir diese Anträge abschließend bewerten wollen. Aber auch wenn wir diese Anträge nicht annehmen wollen, wir müssen da ran. So geht es nicht weiter. 

Seid ihr euch selber eigentlich im Klaren, ob euer Alkoholkonsum noch okay ist? Oder ob er schon als problematisch anzusehen ist? Und das subjektive „ich hab das alles im Griff“ sollten wir alle mal hinterfragen. 

Nichtrauchen in einzelnen Blöcken

Wir hatten das Thema letztes Jahr bereits und haben es nun wieder. Rauchen ist auch eine beschissene Sucht und Passivrauchen ist eben auch in einem Freiluftstadion ein Thema. Ist so. Das wegzuleugnen, wäre ein lautes „Fake News“-Gebrüll. Natürlich ist die Belastung nicht mit einer Kneipe zu vergleichen (hallo Jolly Roger), aber dass es irgendwo schlimmer ist, heißt ja nicht, dass es gut ist. 

Trotzdem ist so ein Antrag schwierig. Menschen in unserem Stadion kleben sehr an ihren Plätzen. Sei es wegen subjektiver Gründe, sei es wegen der fehlenden Bewegungsmöglichkeiten in einem ständig ausverkauftem Stadion. Hier z. B. 1/3 der Gegengerade Stehplätze als Nichtraucher-Plätze zu definieren und damit eine Blockteilung und eine Blockkontrolle einzuführen, dies insbesondere auch auf der Süd, die bisher nicht ernsthaft unterteilt ist, ist sehr schwierig. Gleiches gilt bei den Sitzplätzen, die es insbesondere im halbwegs bezahlbaren Bereich auch nicht wie Sand am Meer im Millerntor gibt. 

Und da sind wir noch nicht einmal bei dem Thema „wie kontrolliere ich den bitte die Einhaltung?“. Bock, dass es jedes dritte Spiel eine Hauerei zwischen Ordner*innen und irgendeinem uneinsichtigen gibt? Puh. Schwierig. Und wir sprechen hier von einer Sucht. 

Hinzu kommt die sehr kurz gesetzte Deadline. Wir fänden es bei solchen Themen besser, wenn man ausreichend Vorbereitungszeit ermöglicht und gemeinsam mit den Menschen auf den Tribünen einem solchen Vorgehen den Weg ebnet. Das ist bis zum Beginn der neuen Saison nur schwer zu schaffen.

Aber auch hier gilt: Wir müssen da ran. Auch wenn es weh tut. Aber ob dieser Antrag so der Weg ist? Wir zweifeln.

Nov 232019
 

Worte vor den Worten 

Der legendäre Manager Casey Stengel wurde mal danach gefragt, was das Geheimnis für erfolgreiches Trainieren eines Sportvereines sei. Er antwortete

„Keep the five guys who hate you away from the five who are undecided.” 

Dies zumindest scheint Dirk Schuster sehr gut zu schaffen, denn seine Truppen bilden eine Einheit, die motiviert bis in die letzte Haarspitze ist. Sympathischer macht dies seine dauermeckernde Art aber auch nicht. Aber irgendwo hat er seinen Weg gefunden. 

Von vorne

Fangen wir aber den Tag vorne an. Er begann mit dem bereits erwähnten Trauerfall. Der später im Stadion von den Vorsängern aufgegriffen wurde und wo ihrer mit einem “You’ll never walk alone” gedacht wurde. 

Mit dem letzten Rest Pöbelbus machten wir uns dann auf den Weg nach Aue. Kurz bei der südlichen Außenstelle gesammelt und ab durch die Rübenländer nach Braunschweig, dann auf die Autobahn. Passend wurde es bei Magdeburg dunkel. Und wurde auch nicht mehr richtig hell.

Der Rest der Hinfahrt wäre schnell erzählt, wenn nicht noch kurz die Luftdruckanzeige der Reifen sich zu Wort gemeldet hätte. War aber Fehlalarm. 

In Sachsen

Wird man gleich erstmal mit zwei Freiwild Autoaufklebern begrüßt. Mal ganz unter uns: Wir kennen echt gute Menschen in Sachsen und bewundern eure Ausdauer in einem solchen Klima standhaft zu bleiben. Und wie wissen wieder wie gut wir es dann doch haben in unserem Wohlfühlviertel. 

Parkplatz ist schnell gefunden, Kartendeals werden abgewickelt und das übliche “Hallo” wurde erledigt. 

Der Eingang ist schnell überwunden und wir finden einen netten Platz neben Nordsupport. 

Das Spiel 

Fand statt. Und damit ist das positive schon gesagt. “Sportlich sind wir auf einem guten Weg und haben volles Vertrauen in die sportliche Leitung” sagte unser Präsident letztens im NDR. Das Problem dabei ist, dass der sportlich gute Weg ein nicht sichtbarer Trampelpfad geworden ist. Es fehlt die Aggressivität, die zwischenzeitlich die Jungs auszeichnete.
Wenn man sieht wie sehr ein Aue das Spiel einfach erzwingen will, dann fehlt es uns da massiv. 10 Minuten sieht man mal ein leichtes Aufbäumen, aber das war es. Mats sprach nach dem Spiel von “aufwachen“ und „andere Mentalität zeigen”. Uns fehlt es auch schon seit längerem keine Antwort auf Mannschaften der Marke Schuster.

Erinnert ihr euch an das Derby? Oder an Mats vs. Diekmeier? Da hatten wir Antworten. Jetzt ist es alles wieder weg. Bestes Beispiel heute? Spieler von uns wird direkt vor der eigenen Bank gefoult. Reaktion von der Bank? Einer springt auf. Halbherzig. Ende. Könnt ihr euch das bei einem Dirk Schuster Team vorstellen? Nein, wir auch nicht. Da hätte die Mannschaft sich auch mehr als eine gelbe Karte geholt.

Keine Bilder im Block! Und/ oder Blog.

Es fehlt da einfach bei uns die Stimme, die jeden von Nr. 1 bis 19 glühend heiß macht. Und verstehen wir uns nichts falsch, ein Trainer kann nicht jeden Part spielen. Entscheidend ist das Team und die Erkenntnis nicht alles alleine machen zu können. Oder glaubt ihr, dass Jürgen Klopp sich für einen begnadeten Techniktrainer hält? 

Wir müssen auf den Sandhausen Pfad zurück finden. Das wäre zumindest erstmal ein Weg zur sportlichen Stabilität. 

Und dann wird es schlimmer 

Und als wäre das alles nicht schlimm genug, kam es dann zu einem Polizeieinsatz gegen Leute von uns. Der Support wurde eingestellt und eine kurze Ansage vom Podest erfolgte. Man entschloss dann das Stadion zu verlassen und auch wir schlossen uns an.

Wir haben da ein Grundprinzip, welches wir schon damals in Bielefeld schilderten: Es sind unsere Menschen und mit denen sind wir gerade auswärts solidarisch. Wir kommen zusammen und vollzählig, wir gehen so auch wieder. Wenn es dann ein Verhalten zu kritisieren gibt, regeln wir das zu Hause in Ruhe. Aber wir lassen uns garantiert nix von der sächsischen Polizei diktieren. 

Es kam noch zu kurzer Hektik vor dem Stadion und die besagte Polizei zeigte ihr behelmtes Gesicht und nervte rum. Alle uns Bekannten sind da aber dann halbwegs schnell weg gekommen. Und das bleibt dann auch die positivste Mitteilung des Tages.
Schade dagegen, dass der Verein über das Drumrum (Stand jetzt, 22:51) nicht informiert. Aus Bielefeld hätte man lernen können. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Über 15 verletzte Spieler verlieren wir auch keine Worte mehr. Ihr habt das alles schon gelesen und wir wollen euch und uns nicht langweilen. Aber fragt doch mal bei der MV nach.

Nov 222019
 

Heute Morgen haben wir erfahren, dass @diepauliane verstorben ist. Krebs ist ein Arschloch! 

Mit Gabi geht einer der wirklich guten Menschen von uns. Unser Kollektiv hat sie schon alleine deswegen besonders ins Herz geschlossen, weil sie einen von uns zu Beginn seiner FCSP-Zeit an die Hand genommen hat. Und das kennzeichnete Gabi sowieso aus: offenherzig, engagiert und wirklich eine Seele von Mensch. 

Gabi gehörte auch zu den Menschen, die ihre Fußballliebe weit von ihrem Wohnort gefunden hatte und positiv verrückt genug war, um diese vielen Kilometer für Heim- und Auswärtsspiele zu überwinden. Und jede*r, der*die sie kannte, freute sich auf diesen Menschen, der nie schlecht gelaunt wirkte und immer ein fröhliches Wort über hatte. Es war bei noch so doofen Auswärtsspielen der Lichtblick des Tages, wenn wir Gabi trafen. Jeder Spieltag wurde dadurch besser. 

Man verstehe uns nicht falsch, ihre Offenheit gegenüber jeder und jedem war keine Prinzipienlosigkeit. Im Gegenteil: Gabi hatte ganz klar ihre Standpunkte und vertrat diese auch leidenschaftlich und voller Energie. Und so war sie auch ungefähr auf jeder noch so kleinen Demo für gute Sachen in ihren Heimatort zu finden. 

Jeder Mensch ist einmalig, aber Gabi war noch mal einzigartiger. Gabi, dein “… und Moin” auf Twitter wird uns ebenso fehlen wie dein Lächeln, wie Du. Mach es gut, Gabi. 

Krebs ist ein Arschloch!