Ach ja, Stuttgart. Ein Traum aus Beton. Ein Traum aus Straßen, Staus und ganz viel Blech. Und wenn man ganz genau hinsieht, wedelt irgendwo im Grau jemand mit einem Schal. Letztens sahen wir ein Video, in dem es um die „Schönheit“ Stuttgarts ging, und we hate to break it to you: Wenn man in den Kommentaren „Aber hinten an der grünen Eiche, wenn man 40 Stationen S-Bahn fährt, da ist es schön“ schreiben muss, dann spricht das nicht für eure Stadt.

Das Spiel war zäh und wir sahen echt nicht gut aus. Niko, bester Mann! Wir finden es ja toll, dass er so sicher Elfmeter hält, aber es wäre auch mal ganz entspannt, einfach keinen Elfmeter gegen sich zu bekommen.
So richtig ins Spiel kamen wir eigentlich erst nach dem 2:0 für Stuttgart und den Einwechslungen von Dapo und Kaars. Apropos Dapo: Keiner von euch kann in die Köpfe der Spieler schauen. Kein Spieler hat nur gute Momente in einem Spiel. Und das „Argument“ Körpersprache ist sowieso extrem heikel. Einem Spieler pauschal die Schuld an der Niederlage zu geben, ist extrem unfair. Und „der hat keinen Bock“ hätte man gestern sehr vielen Spielern unterstellen können, hätte man gewollt. Mit Betonung auf hätte.
Es lief alles nicht so zusammen. Unsere Erklärung für die Niederlage: Die roten Trikots sind schuld und wahrscheinlich gab es vor Anpfiff Käsespätzle und die lagen einfach schwer im Magen.
Und so zählte die Uhr runter. Und wir fantasierten von Stuttgart als großem See, dem Porschehai, der seine Umwelt verpestet und sich dabei noch geil fühlt, Laugenfischchen und Maultaschenmuscheln. „Badeparadies Stuttgart“ würde an der Autobahn stehen. Taucher und Forscher aus der ganzen Welt würden nach BaWü pilgern, um die großen Betonschildkröten zu studieren. Erwähnten wir schon, wie heiß es war?

Stuttgart zeigte zu Beginn eine große DFB-Pokal-Choreo. Kann man machen. Würden wir auch. Oder wie eine uns nahe stehende Person sagte: „Jetzt macht mal halblang. Ihr habt gegen einen Drittligisten gewonnen.“ Aber auch ansonsten gab es viel zu lesen, wir kamen kaum hinterher.

Wie so oft müssen wir auch über gestern schreiben, dass viel zu viele Leute ihr Limit nicht kennen (oder es absichtlich überschreiten?), wenn es um Alkohol geht, vor allem in Kombination mit dem heißen Wetter. Wenn du schon halb die Stufen hochklettern musst, schwankend im Block stehst und deine Kumpel dich regelmäßig auffangen müssen, dann war es zu viel. Und dann wird es auch einfach sehr schnell unangenehm für sehr viele Leute drumherum.
Nachdem wir beim letzten 2. Ligaspiel in Stuttgart belehrt wurden, wie doof wir doch wären, mit den Öffis zum Stadion fahren zu wollen, und dass man in Stuttgart halt nunmal Auto fährt, probierten wir diesmal genau das. Das feiert ihr? Ernsthaft? Nein danke, wenn das eure perfekte Anreise ist, dann wollen wir sie nicht. Aber gut, so konnten wir auf dem Weg immerhin mal Stammheim besichtigen. Raus aus der Stadt ging es dann deutlich schneller. Wahrscheinlich wollten alle einfach nur noch weg.
Was bleibt von diesem Spieltag? Passiert. Wir können nicht immer gewinnen. Weiter, immer weiter! Es ist nicht verboten, zu träumen. „Wieder auf dem Boden der Tatsachen“? Macht mal halblang. 13 Jahre zweite Liga. 13 Jahre bittere Niederlagen in Eiseskälte in Ingolstadt, Sandhausen und Würzburg. Am Ende des Tages wissen wir alle, wo wir herkommen und wie hart sehr viele Leute gearbeitet haben, um uns an den Punkt zu bringen, an dem wir jetzt sind. Das kann man auch einfach mal genießen.
