Zum Inhalt springen

Vote Women – Fragen und Antworten zu den Kandidat*innen für den AR

Liebste Lesende, 

wie immer ist die Vorbereitung der MV ein Projekt des Seniors. Was jetzt folgt, stammt aus seiner Feder und ist zum größten Teil seine Meinung. Wichtig ist: Keine Meinung ist absolut. Man kann sehr gut anderer Meinung sein. Ich sage Euch meine und hoffe, dass sie Euch bestenfalls unterstützt, Euch eine eigene Meinung zu bilden. 

„No Bad Religion song can make your life complete“ ist immer noch ein Leitspruch von mir und gilt für alles, was ich sage. Selber denken! Natürlich würde ich mich freuen, wenn Ihr ähnlich denkt oder ich Euch Details erläutern kann. Aber zwingend ist das nicht. 

Vorbemerkung und Technik 

Wir haben 7 Menschen in den Aufsichtsrat zu wählen, davon müssen MINDESTENS zwei Frauen sein. Ich weiß jetzt von 13 Kandidat*innen, darunter erfreulicherweise 4 Frauen. Das ist ganz wundervoll. Und ein Schlag in die Fresse der Menschen, die behaupten, dass eine Quote nichts bringe. Ob da noch weitere Kandidat*innen in der Pipeline sind, weiß ich nicht; Gerüchte gibt es viele. Aber dafür bin ich nicht hier. Daher werden im Folgenden nur die mir derzeit bekannten Kandidat*innen behandelt. Die sind mir bekannt, weil sie auf der offiziellen Homepage als Kandidat*in gelistet sind. 

Warum warte ich nicht die AGiM-Veranstaltung ab? Weil ich vorbereiten will. Ihr solltet an der AGiM-Veranstaltung teilnehmen; sie ist wichtig, um sich eine Meinung zu bilden. Alles was ich hier schreibe ist vorläufig. Wie ihr teilnehmen könnt, findet ihr hier.  Ich habe das leider nur als Facebook Link gefunden. (Nachtrag: Künstlerpech! Direkt nachdem wir das Online gestellt haben, kommt natürlich der Beitrag auf der offiziellen Homepage.)

Aber ich halte es auch für wichtig, da vorbereitet rein zu gehen, damit man das dort Gesagte gut einordnen kann. Ein Teil 2 ist hiermit schon versprochen. Auch eine Verabschiedung der bereits ausgeschiedenen Aufsichtsräte ist hiermit versprochen; ebenso wird es noch einen Artikel zu den Ehrenratskandidat*innen geben. 

Bei den persönlichen Informationen gebe ich nur das wieder, was Google findet. Ob ein Mensch verheiratet, verpartnert oder Eremit ist, erscheint mir hart uninteressant für ein solches Gremium und ist daher nicht erwähnt. Ich halte das für Gossip und für egal. Sollten das Menschen auf der Veranstaltung von sich erwähnen, würde ich das ggf. der Vollständigkeit halber ergänzen.  

Liebe Kandidat*innen: Was mich schon interessieren würde ist, was Ihr so beruflich macht. Und da wären Informationen, die über ein nichtssagendes „Referent*in“ hinaus gehen, echt Gold wert. Ich möchte als Wähler schon wissen, ob Ihr vielleicht einen Kompetenzbausatz habt, den ich für sinnvoll erachte. Und leider, leider haben Menschen Kompetenzen häufig über ihren Lohnerwerb. Scheiß Kapitalismus. 

Die Gerüchteküche bringt mehrere Kandidaten (da fehlt bewusst das Gendern) mit den sogenannten Fairnetzern in Verbindung. Ein Kandidat ist als Mitglied bekannt, da erwähne ich es. Ob sich weitere zu diesem Fanclub/dieser Verbindung bekennen, werden wir sehen. So lange sie dies nicht tun, erwähne ich es nicht. Im Vereinsleben bekannt sein sollten die Fairnetzer durch das berühmte „Werte-Gespräch“, welches ohne Mitglieder und Fans stattfand und wo alte weiße Männer von oben angebliche Werte vorgaben.

Soweit ich das verstehe, sind die Fairnetzer ansonsten ein Netzwerk von Kleinsponsoren des FCSP. Da es aber keine wirkliche Außendarstellung gibt ist das nur meine unklare Vermutung. Da hat ja die AGiM mehr Außendarstellung und die ist gefühlt schon immer eine halbe Geheimorganisation. 😉

Ich benutze als Disclaimer die Worte „befreundet“ und „bekannt“. Ich weiß immer nicht, ab wann man „befreundet“ ist oder nicht, daher bin ich im Zweifel eher „bekannt“. Meine ganz einfache Abgrenzung ist im Folgenden, dass ich bei den als „befreundet“ bezeichneten Menschen schon mehr als einmal am Wohnzimmertisch gesessen habe. Für „bekannt“ habe ich als Maßstab einen längeren und intensiveren Kontakt genommen. 

Geht es eigentlich nur mir so, dass es komplett ungewöhnlich ist, von Menschen im Fußballkontext den gesamten rechtlichen Namen zu lesen? Nehmen wir z.B. unsere Aufsichtsratsvorsitzende. Die nenne ich selten bei ihrem Taufnamen. 

Ihr habt vier Stimmen (siehe § 19 Nr. 3 unserer Satzung). Auch das bitte ich zu bedenken. 

TLDR? 

Um das Ergebnis der jetzt folgenden Erörterungen vorweg zu nehmen: 

Wenn Ihr die vier Frauen wählt, dann macht Ihr nix falsch. Ich glaube, dass die vier individuell und als Gruppe sehr geeignet wären, die Aufgaben des Aufsichtsrates in unserem Sinne auszuüben. Und ich persönlich würde eine weibliche Mehrheit in unserem Kontrollgremium vier Jahre lang feiern. Ja, da bin ich ehrlich. Sorry an die Herren. Ich mag euch trotzdem. Wenn es denn unbedingt Männer sein müssen auf eurem Stimmzettel, dann sehe ich vier Kandidaten, die ich auch für geeignet finde, unseren Verein in unserem Sinne zu kontrollieren. Bei den weiteren 5 Kandidaten habe ich viele Fragezeichen. 

Wer ist in diesem Zusammenhang „uns“? Aktive Sportler*innen und Fanszene dieses Vereines. Ich bin doppelt Teil dieser Gruppen und fühle mich diesen verbunden. 

Ein kleiner Hinweis: Ich schreibe in diesem Artikel von „Frauen“ und „Männern“ und orientiere mich dabei daran, wie diese Menschen gelesen werden. Wir als Verein gehen zur Zeit in unserer Quote von zwei Geschlechtern aus. Das ist nicht perfekt und darf nur ein Übergang sein, wir werden uns da weiterentwickeln müssen. Der Sport wird sich in dieser Frage schnell weiter entwickeln müssen. Der FCSP sollte da Speerspitze sein. Transrights are human rights! 

Die Kandidatinnen im Einzelnen

Ich gehe bei den Frauen in alphabetischer Reihenfolge vor. 

Kathrin Deumelandt

Noch so ein Mensch, von dem ich nicht den gesamten Taufnamen gewusst hätte. Das Bild, das mir Google dann findet, sagt mir aber, dass ich sie kenne 😉 

Jahrelang schon Teil der aktiven Menschen in unserem Verein, mir auch schon als pointierte und kluge Kommentatorin auf MVs im Gedächtnis geblieben. Ich würde sagen, dass passt schon mal. 

Google findet dann, dass sie im Vorstand des Hamburger Landesverbandes einer parteinahen politischen Stiftung ist und studierte (Sozial-?)Ökonomin ist. Das halte ich auch erstmal für einen Kompetenzbaukasten, der für unseren Verein sinnvoll ist. Wer in dem Umfeld von politischen Stiftungen tätig ist, ist mit einigen Wassern gewaschen und Ökonomie garantiert nicht das schlechteste Studium, wenn man sich mit einem weltweit agierenden Fußballverein und z.B. seinem Weg in die Nachhaltigkeit beschäftigen soll. Das passt auch alles. 

Anna-Maria Hass

Disclaimer: Ich bin mit Anna-Maria befreundet.

Im Verein wahrscheinlich durch ihre Arbeit in Sachen Quote bekannt. Oder weil sie mal Dinge in das Internet geschrieben hat. Überregional im Bündnis „Zukunft Profifußball“ tätig. Garantiert gibt es irgendwo noch eine illegale Kopie der 2021-Folge von „Sportschau Thema“, in dem sie Kollege Martin Kind gekonnt anzählt. Glaubt Ihr mir nicht? Lassen wir doch Ralf Wiegand von der „Süddeutschen Zeitung“ zur Wort kommen, der folgendes twitterte: 

„Bin vollkommen begeistert von Anna-Maria Hass, reflektierter Fan, jedes Wort auf den Punkt. Martin Kind müsste zum Zwecke der Resozialisierung jeden Morgen eine Stunde mit ihr telefonieren.“ 

(Es ist echt ärgerlich, dass man nun Twitter im Volltext kopieren muss, weil man Angst haben muss, dass Elon morgen den Stecker zieht. Das tägliche Telefonat mit Martin ist leider aber nie zustande  gekommen.) 

Es gibt nur wenige Menschen in unserem Verein, die wissender auf dem Gebiet „DFB/DFL“ sind. Wenn es überhaupt einen gibt. Ihr braucht irgendein Detail zu diesem Thema? Fragt Anna-Maria! Die weiß das. Und genau das macht sie auch so geeignet für einen AR-Posten. Wir als Verein brauchen da viel mehr Kompetenz und viel mehr Menschen, die einen Martin Kind anzählen können, sonst ist 50 + 1 schneller Geschichte, als wir „Fußballmafia DFB!“ rufen können. 

Beruflich in einer Konzernstruktur unterwegs und hat schon kluge Dinge über „Performance Management“, also über Leistungsgespräche im beruflichen Umfeld geschrieben. Leistungsgespräche und der FCSP? Ja, auch da können wir Kompetenz garantiert gebrauchen, wenn wir so die letzte Zeit verfolgen. Hat in ihrem Leben auch schon mal in einem fußballfremden, großen gemeinnützigen Verein in leitender ehrenamtlicher Tätigkeit gewirkt. Auch das ist eine Kompetenz, die nützlich wäre. 

Eines ist aber auch klar: Anna-Maria kann einen anzählen. Wir nehmen irgendwann noch mal „Senior und Hass diskutieren über die Vermögensteuer“ auf, dann wisst Ihr, was ich meine. Denkt schnell, redet schnell und ist bestimmt. Wenn Ihr Eure Aufsichtsrätinnen wachsweich und biegsam haben wollt, dann ist Anna-Maria nicht Eure Kandidatin. Wenn ihr aber wollt, dass dieser Verein nach vorne kommt und sich weiterentwickelt: Hier ist Eure Kandidatin. Sie hat mit der Quote bewiesen, wie sie diesen Verein nach vorne bringen kann, wenn dieser verschlafen und selbstgefällig nicht weiterkommt. 

Inga Schlegel

Nur 2,5 Kandidat*innen geben als Abteilung nicht die AFM an – Inga ist eine davon. Wir haben da definitiv eine Unwucht in den Kandidat*innen. Achtung, mir ist klar, dass die Schublade AFM eine sehr breite ist und man Kandidat*innen, die „AFM“ als Abteilung haben, nicht in einen Sack werfen darf. Trotzdem finde ich es extrem wichtig, dass die Perspektive der sporttreibenden Abteilungen – und dort insbesondere der Abteilungen, die an der Feldstraße kicken – in unseren Gremien vertreten ist. Alleine deswegen ist Inga als (ehemalige?) stellvertretende Abteilungsleitern der der Abteilung Frauen- und Mädchenfußball gesetzt. Dieser Bereich war bisher durch Roger besetzt; ich glaube der wäre bei Inga in sehr guten Händen. Ich vermute auch mal, dass die Feldstraßennutzer*innen sie unterstützen werden und sich von ihr vertreten fühlen. Und das ist gut so. 

Online findet man noch, dass sie anscheinend mal studiert hat und im Ausschreibungsmanagement tätig ist. Auch das klingt für mich nach einer Kompetenz, die in einer Kontrolle unseres Vereines sinnvoll ist. (Inga, hau mich, wenn Du das nicht bist.) 

Sandra Schwedler

Disclaimer: Ich bin mit Sandra befreundet.  

Muss ich Sandra noch vorstellen? Eigentlich nicht, oder? In unserem Verein schon lange aktiv tätig. Viele Dinge angestoßen und vollendet. Jemand, der aus der aktiven Fanszene kommt und der imho die Rolle der Vorsitzenden sehr gut ausfüllt. Und zwar damit, dass wir nur sehr wenige Interviews mit ihr lesen, aber wenn sie mal öffentlich was sagt, dann das Richtige. Ich werde das in einem eigenen Artikel noch erläutern, aber in vielen Dingen bin ich sehr zufrieden, wie sich dieser Verein aufgestellt hat. Und das ist auch ihr Verdienst. 

„Agile Coach, Organisationsentwicklerin“ steht als Beruf da. Und ich, der in einem unagilen Arbeitsumfeld arbeitet, kann dem Verein davon nur mehr und mehr wünschen. Wir sprechen hier immerhin von moderner Arbeits- und Führungskultur, was dem Fußball mit seiner „starke Männer hauen auf den Tisch“-Kultur immer noch viel zu fremd ist. Was auch im Sport langsam überholt sein sollte. Der FCSP versucht da viel das Rad zu drehen und es wäre gut für diesen Verein, wenn Sandra das weiter begleiten könnte. 

Die Kandidaten im Einzelnen

Okay, da es sieben Plätze gibt, muss ich wohl auch noch die Männer vorstellen. Hier weiche ich vom Alphabet ab, sondern stelle die Kollegen in drei Gruppen vor. Gruppe 1 „kann man wählen“, Gruppe 2 „die große Unbekannte“ und Gruppe 3 „ich habe sehr viele Fragen“.

Innerhalb der Gruppen dann wieder alphabetisch. 

Kann man wählen

René Born

Disclaimer: Ich bin mit René bekannt. 

Menschen, welche die AFM als ihre Vereinsabteilung definieren, sollte René bekannt sein. Hat da jahrelang Gutes für den FCSP in dieser Rolle bewirkt und wird aus dieser Tätigkeit auch wissen, wie man in diesem Verein Dinge bewegen kann. Das ist eine wichtige Kompetenz. Und wenn man Inga als Kandidatin der Fußballer*innen framen will, dann tut man René – aus meiner Sicht – nicht Unrecht, wenn man ihn als Kandidaten der AFM bezeichnet. Ich schätze René auch als ehrlichen und klugen Gesprächspartner in allen Dingen, die den FCSP umfassen. Bringt aus seinem anderen Leben noch ein Herz für Theater mit. Eine Begeisterung, die ich bei ihm absolut bewundere. Nein, hier ist nicht das Lebensdrama, sondern das Theater als Institution und Bühne gemeint. Hat aus diesem Leben auch sehr viel Wissen, wie private Unternehmungen mit staatlichen Stellen interagieren. Meines Erachtens auch eine Kompetenz, die der FCSP sehr gut brauchen kann. Wir werden in vielen Zukunftsprojekten genau diese Interaktion brauchen und ein Mensch, der diese Sprache spricht, kann uns noch sehr nützlich werden. 

Was René nicht ist: Frisches Blut. Er hat halt im FCSP schon sehr lange ein Wahlamt inne gehabt. Spricht das gegen ihn? Nein. Ich denke nicht.   

Spaß am Rande: Google sagt, er sei Wüstenrot-Berater in Erlangen. Das wage ich mal zu bezweifeln. Oder verheimlichst du uns was, René? 😀

Sönke Goldbeck

Disclaimer: Ich bin mit Sönke bekannt. 

Auch Sönke schätze ich als kompetenten und ehrlichen Gesprächspartner zum Thema FCSP. Er gibt jetzt „Vereinsvorstand Museum“ als berufliche Tätigkeit an, dies ist anders als vor vier Jahren. Klar muss uns sein, dass der Museumsverein ein eigenständiger Verein ist, der aber eben doch zum Kosmos des FCSP gehört und irgendwo eine Abhängigkeit hat. Wenn der FCSP morgen pleite geht, dann gibt es auch das Museum nicht mehr. Ebenso würden es dann Ballkult e.V. oder Fanräume e.V. schwer haben. Ich denke, man sollte daher mal kurz diese Doppelrolle in seiner Überlegungen einbeziehen. So wie ich Sönke kennengelernt habe, habe ich keine Zweifel an einer Unabhängigkeit. 

Sönke ist für mich immer noch der Fachmann, wenn es um „Stadion als Gebäude“ geht. Er selber bezeichnete vor vier Jahren auch „Infrastruktur“ als sein Thema. Und ich glaube, dass wir diese Kompetenz verstärkt wieder brauchen werden in den nächsten vier Jahren. Huch? Ist das Stadion nicht gerade erst fertig geworden? Gefühlt ja, aber bedenkt, dass Stadien eine unfassbar kurze Halbwertzeit haben. Und die Südtribüne ist schon 15 Jahre alt. Wir werden bald an Renovierungen, Anpassungen an den Zeitgeist und Upgrades bei unserem Stadion nachdenken müssen. Und da scheint mir Erfahrung aus dem Bau wichtig. Und da haben wir von Trainingsgelände und ähnlichem noch gar nicht gesprochen. 

Georg Margaretha

Disclaimer: Ich bin mit Georg bekannt

Im Verein bekannt als sonore Stimme im AFM-Radio und als Moderator einer Veranstaltung über Werte im Marketing und Sponsoring beim FCSP.  Vorsicht: Das im Artikel gezogene negative Fazit dieser Veranstaltung lag nicht an den Moderatoren!

Rechtsanwalt. Ich bin ja für eine Welt, in der Mensch keine Jurist*innen braucht, aber da sind wir lange noch nicht. Und so lange hätte ich gerne Jurist*innen in unseren Gremien. Am liebsten noch welche, die nicht Strafverteidigung als ihre Liebe entdeckt haben, sondern im Zivil- oder Wirtschaftsrecht unterwegs sind. Und auch wenn mir dann immer „das kann man sich extern einkaufen“ vorgehalten wird, teile ich dieses Argument nicht. Weil „extern einkaufen“ in der Juristerei zu schnell zu „wer bezahlt, hat Recht“ wird. Und das ist in einem Aufsichtsrat kontraproduktiv. Wenn ich das richtig sehe, dann ist er auch noch im IT-Recht tätig – auch das eine Kompetenz, die wir in diesem Verein benötigen können. 

(Exkurs: Vielleicht kann dann auch mal diese unsägliche Verbindung zu einem Abgeordneten der Hamburger SPD beim FCSP zu Grabe getragen werden. Wer nicht weiß, wovon ich rede: Arne Platzbecker ist Datenschutzbeauftragter für den FCSP und nutzt auf seiner Abgeordnetenseite nebenbei unser Wappen. Das ist imho durch unsere Satzung verboten  Exkurs Ende)

Aber wir wollen hier nicht über doofe SPD-Politiker reden. Georg ist mir als ehrlicher, guter und langjähriger Gesprächspartner zum Thema FCSP bekannt, ist auch schon sehr lange aktiver Fan und früher aus dem Landeshauptdorf des Landes NRW zum FCSP gefahren.

Dr. Philippe Niebuhr

Betriebswirt, Vermögensverwaltung. „Wealth Management“ das sind alle Lebensbereiche, die mir einfach schlichtweg zuwider sind. Und das ist die Kompetenz von Philippe. Und dummerweise braucht man diese Kompetenz in einem Verein, der immer noch auf einer beschissenen finanziellen Grundlage steht. Ich glaube auch, dass wir diese Kompetenz im Aufsichtsrat gebrauchen können. Irgendwer muss kompetent das Präsidium kontrollieren müssen, wenn dieses zu kreativ in der Finanzplanung wird. Wir sind mit kreativen Finanzgeschäften in der früheren Vergangenheit nicht immer gut gefahren. Ich bin hier immer sehr vorsichtig und daher auch ein bisschen zwiegespalten. Aber da kommt nun wirklich kein Hedgefond-Manager, der den FCSP morgen an irgendeinen Venture Capital Fond verkaufen will. 

Ich glaube, man findet für diese besondere Kompetenz niemand besseres als Philippe. Ich habe ihn als ruhigen, klugen und bestimmten Mensch in unseren wenigen Gesprächen kennen gelernt und höre viel Gutes über ihn. Und das ist alles viel wichtiger als meine Vorbehalte gegen gewisse Berufe. 

Die großen Unbekannten

Christian Anger

Dieser Name sagt mir gar nichts. Ist mir im Vereinsleben noch nicht aufgefallen. Ich weiß nicht, wofür er steht und was ihn zu dieser Kandidatur bewegt hat.

Auch aus seinem beruflichen Leben bringt er als „Großkundenrepräsentant Vertrieb und Service, Fuhrparkberater“ eines Autohauses (in dem ich nebenbei Kunde bin/war) nichts mit, was ich bisher in unseren Gremien vermisst habe. 

Ich bin hier ehrlich gesagt sehr auf die Vorstellung gespannt. 

Ali Sabetian

Der Name sagt mir schon was: Dauerkartenbesitzer, der aufgrund seines Wohnortes in Dubai auch schon mal in den Zeitungen präsent war. Ich habe auch schon von Leuten gehört, dass sie mit ihm freundlichen Kontakt hatten. 

Ich glaube nicht, dass hier nun das große Geld aus Dubai versucht, uns zu übernehmen. Geophysiker von Haus aus und nun anscheinend für eine Firma unterwegs, die mobile Endgeräte herstellt. 

Im Vereinsleben mir noch nicht aufgefallen ehrlich gesagt. Auch hier bin ich sehr auf die Vorstellung gespannt. 

Ich habe sehr viele Fragen

Markus Heidemanns

Ich habe ein Problem mit Journalist*innen in einem Aufsichtsrat. Sorry, aber das Vorurteil, dass Ihr Eure Buddys aus der Branche auf Kurzwahl habt und alles durchsteckt, bekommt Ihr nicht mehr aus mir heraus. Ich erinnere da an eine heißere MV, als ein Hamburger Journalist als Mitglied eine flammende Rede für einen journalistischen Liebling gehalten hat, nur um dann nach der MV schön mit Bild, MoPo, Abendblatt beim Bierchen zu sitzen. Und dann natürlich am nächsten Tag das einzige zitierte „Mitglied“ in den Berichten zu sein. Natürlich ohne Hinweis darauf, dass es sich um einen Kollegen handelt, mit dem man noch freundlich ein Bier getrunken hat. 

Ich habe ein Problem mit Markus Heidemanns. „Produziert u.a. Lanz, #Beisenherz“ steht da. Sorry, aber das ist genau diese Dudes Buddy-Klientel, die mir schlichtweg komplett zuwider ist. 

Und spätestens nach diesem Interviewauszug ist der Ofen aus: 

„Ich höre nur Teamleiter, nicht Teamleiterin? –

Derzeit sind von sechs nur zwei Teamleiterinnen, das war mal anders. Wenn eine Mitarbeiterin zu mir kommt und sagt, sie ist schwanger, dann lacht mein eines und weint mein anderes Auge. Ich finde es großartig, wenn sich jemand dafür entscheidet, eine Familie zu gründen. Ich weiß aber auch, dass der Job des Teamleiters nicht in Teilzeit zu erledigen ist.“ 

Kleiner Tipp: Nahezu jeder Beruf ist in Teilzeit zu erledigen. Und nein, „Teamleiter*in“ in irgendeiner Filmproduktionsfirma ist da keine Ausnahme. Kommt nur auf die Organisation Deines Bumsladens und Deinen Willen an, Markus. Ich bin da ehrlich: Solche Ansichten brauche ich nicht im Aufsichtsrat meines Fußballvereines. 

Ob es Zufall ist, dass sich da zwei Journalisten beworben haben? Ich weiß es nicht. 

Christoph Schleuter

Ich hatte den erst gedanklich unter „Die großen Unbekannten“ gelistet, aber wenn ich sehe, womit seine Bäckerei in der Rubrik „Tortenkunst“ Werbung macht, dann habe ich ehrlich gesagt große Fragen. (Vorsicht wenn ihr auf den Link klickt! Bild ist echt fragwürdig) 

(Sollte das gelöscht werden: Screenshot ist vorhanden.) 

Ansonsten findet man über ihn wenig. Macht im Trainingslager Urlaub. Hab ich auch schon gemacht, ist eher sympathisch-bekloppt. Schenkt Spielern bei Anlässen Torten. Das ist ebenso sympathisch-bekloppt. 

Google findet dann noch ganz viele Fotos, die ihn beim Getränke zu sich nehmen zeigen und/oder beim irgendwelche Dudes umarmen. Tattoos scheint er auch zu mögen. Alles Dinge, die eher uninteressant sind. Also außer, dass man sich doch nicht mit Manni Kalz ablichten lässt! Christoph! 

Ich habe immer ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Unternehmern (bewusst nicht gegendert) in Aufsichtsräten. Habe ich schon mehrfach geschrieben. Unternehmer (bewusst nicht gegendert) wollen das Sagen haben, wollen in der Öffentlichkeit stehen. Ich weiß nicht, ob sich das wirklich mit der internen Arbeit im Aufsichtsrat verträgt. Die Rauten haben da genügend schlechte Erfahrungen gemacht. Da habe ich Fragen und warte ab, wie die beantwortet werden. 

Natürlich haben Unternehmer*innen ansonsten eine Kompetenz, die in einem Verein der gleichzeitig ein Konzern ist, hilfreich sein kann. 

Joachim Weretka

Ist bekennendes Mitglied der Fairnetzer. Die Welt (ja, ich weiß, Scheisszeitung, aber nützt ja nix) bezeichnet ihn selbst als „Frontmann“ dieser Organisation. Ich zitiere aus dem Artikel, der diese damals sehr unsägliche Podiumsdiskussion betraf

„Joachim Weretka, ein omnipotenter Hansdampf – früherer Radioreporter, derzeit unter anderem Redenschreiber für die Hamburger Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit –, hat die Gesprächsrunde initiiert und wird sie leiten. Hier figuriert er als Frontmann der „Fairnetzer“, einer Unterstützerorganisation des FC St. Pauli, die als Veranstalter auftritt.

Weretka spricht von einer Machtdemonstration der Ultras, möchte den Konflikt aber nicht weiter befeuern: „Natürlich wissen wir auch, dass einige der Talkgäste umstritten sind. Aber wir diskutieren ja nicht über G20 oder Montagsspiele. Unser Fokus liegt nicht auf Personen, sondern auf der Thematik, unser Anliegen ist es, die gesellschaftliche Strahlkraft des Fußballs zu nutzen für die Verbreitung fortschrittlichen Gedankenguts.“ Gemeint ist eine solidarische, antirassistische Haltung, die weder homophob noch frauenfeindlich ist. Oder so: Statt uferlosen Kommerzes autofreie Spieltage.“ 

In diesem Zusammenhang der andere damalige Bericht von uns und die Stellungnahme von USP

Das war alles sehr fragwürdig und ich frage mich echt, wie er das heute sieht. Ich habe auch drei Jahre später immer noch ein Problem damit, die inhaltlich sehr fundierten Proteste als „Machtdemonstration“ zu framen und sich gegen „die Ultras“ zu stellen. Wie soll so jemand diesen Verein kontrollieren? 

Ist darüber hinaus tief in der Hamburger SPD verwurzelt und eben auch (ehemaliger?) Journalist, nennt bemerkenswerterweise seinen Beruf in der kurzen Biographie nicht. Das sind alles keine Empfehlungen für einen Posten im Aufsichtsrat beim FCSP. Auch frage ich mich, welche Kompetenz er denn mitbringt, die wir im Aufsichtsrat brauchen? Ist wohl Alt-68er, wenn ich das richtig lese. Ich frage mich ja dann immer, wo man falsch abgebogen ist, wenn man da noch in der APO war und heute für SPDlerinnen Reden schreibt. 

(02.12.2022: Bitte lest den zweiten Artikel, darin befindet sich eine Richtigstellung zu diesem Absatz.)

Auch dieser Kommentar (Facebook Link) trifft nun auch nicht wirklich meinen Meinungskosmos.

Und meine ganz ehrliche Frage ist: Finden die Fairnetzer niemand besseres? 

Fazit? 

Wenn Ihr mich jetzt* fragt: Wählt die vier Frauen. Das ist einfach zu merken und Ihr macht garantiert nix falsch. Wenn es auch ein Kerl sein muss, dann hätte ich da vier klare Favoriten. Sucht euch Euren Liebling aus. 

*Es bleibt natürlich abzuwarten, was von den Kandidat*innen auf der AGiM Veranstaltung und der MV gesagt wird. 

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Blue Captcha Image
Refresh

*