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Stellungnahme zum Spiel in Hannover

Vorweg: Alles Gute dem Menschen, der sich  bei einem Sturz in eines der Mundlöcher wohl doch ernsthaft verletzt hat und ins Krankenhaus gebracht wurde. Wir wünschen dir gute Besserung! 

Der KSC zeigte heute, wie es geht. Wir haben im Stadion leider nichts davon mitbekommen und uns eher über den leisen Hannoveraner Block gewundert.

Der magischefc-Blog möchte zu dem Spiel in Hannover Stellung nehmen. 

Mit Verwunderung haben wir zur Kenntnis genommen, dass Hannover sich als Landeshauptstadt bezeichnet. Hauptstädte zeichnen sich doch eigentlich durch internationales Flair und eine besondere Vibration aus. Das geht Hannover nun ehrlich gesagt ab. 

Zu einer Hauptstadt gehört eigentlich auch eine Verkehrsanbindung, aber diese existierte an diesem Samstagabend nicht wirklich. In der typisch deutschen Serviceorientierung hatten uns die Bahngesellschaften wissen lassen, dass man mit einem Entlastungszug nicht rechnen müsse, dass so etwas wie Schließfächer ja nun wirklich zu viel verlangt seien und man ja auch nicht auf die Idee kommen solle, den nächtlichen Schienenersatzverkehr nutzen zu wollen, da dieser darauf ausgerichtet sei, dass ihn niemand nutze. Na super. Hannover wies dann noch darauf hin, dass man so etwas wie Parkplätze auch nicht zu erwarten habe als Gästefan, und am Stadion könne man übrigens auch nix einschließen. 
Gastfreundschaft groß geschrieben. Nicht. Wir verurteilen diese schlechte Behandlung sehr. 

Es ist aber richtig, dass Teile des Kollektiv sehr vorzüglich vor dem Spiel in Hannover speisen gingen. Da sitzt du in einer fremden Stadt in einem Restaurant und hast noch nicht mal bestellt, schon kommen Menschen vorbei, die man kennt. Die Welt ist ein Dorf. Klare Empfehlung an das Restaurant Aspera. 

Wir hatten eine „kleine Gruppen aus allen Himmelsrichtungen kommend“-Anreisetaktik gewählt und so war der nächste Schritt, uns zu sammeln. Dann war die Idee, mit „unseren“ Ultras zum Stadion zu gehen, aber eine Zugverspätung machte das zunichte und so gingen wir alleine durch ganz viele Hannoveraner. 

Die Stadt Hannover hatte mal vor Jahren ein Deeskalationskonzept mit den örtlichen Polizeikräften erarbeitet, das u.a. vorsah, deutlich weniger militant aufzutreten. Es hatte auch Erfolge, wie z.B. weniger Straftaten und eine insgesamt entspanntere Auswärtstour. Scheint aber nicht den üblichen Scharfmacher*innen gefallen zu haben, denn davon ist nichts übrig. Polizeihubschrauber, Wasserwerfer, behelmte Polizist*innen, die sich mitten in den Weg stellen (wohlgemerkt weit weg vom Gästeblock vor den Heimbereich des Stadions), Polizeigrüppchen, die sich durch Menschenmassen drängeln müssen, immer in der Hoffnung, dass irgendwer was sagt. Wenn ihr uns fragt: Alles vollkommen unsinniges Rumgemackere von der Polizei. Außer den üblichen Rufen und fünf Dudes, die am Zaun vor dem Spiel mal kurz ihren Auftritt haben mussten, blieb es in Richtung Gästefans von 96-Seite entspannt, soweit wir das beurteilen können. 

Ansonsten:

Der Einlass war schnell überwunden, hoch in den Block, Platz gesucht, vollständig zueinander gefunden und sich umgeguckt. 

Die Heinz-von-Heiden-Arena (Traditionalist*innen auch als AWD-Arena bekannt) ist ein Beispiel dafür, wie man den Umbau eines alten Stadions nicht angeht. Viele Plätze sind immer noch unfassbar weit weg vom Spielfeld, viele Treppen sind zu überwinden, und bei allen Bemühungen kommt eine richtige Kulisse nie auf. Hinzu kommt, dass das Stadion für Hannover 2. Liga viel zu groß ist, was trotz 33.000 Besucher*innen zu vielen leeren Plätzen führt. 

Warum wir hier den Sponsorennamen nennen? Weil die Choreo der Hannoveraner Kurve den ganzen Mindfuck des modernen Fußballs zeigte. Man feierte die „seit 1954“ bestehende Tradition des Niedersachsenstadions, nur um über der Choreo ein „Willkommen in der … Arena“ eingeblendet zu bekommen. 

Auf dem Platz? Schoß der FC St. Pauli 90 Minuten lang keine Tore. Wir müssen aber entschieden das Gerücht zurückweisen, dass er damit zu Null verlor – nein, er spielte 2-2. Und was willst du zu so einem Spiel sonst sagen? Nach einem frühen 1-0 schaukelst du das Ding eventuell nach Hause, wenn es nicht einen sehr komischen Handelfmeter gibt. 
Und das „Feldentscheidung“ und „Fehlentscheidung“ sehr nah nebeneinander sind, lässt uns bei dem Versuch der Erläuterung des DFB doch etwas schmunzeln. 

Dass es keine bessere Kameraeinstellung gibt liegt nebenbei auch an der oben beschriebenen unfassbaren Entfernung vieler Bereiche des Stadions vom Feld. Aber wenn wir jetzt mal ganz ehrlich sind: Bei allem, was wir so gesehen haben, war das nun doch relativ deutlich kein Handspiel. Zwayer wand sich da nach dem Spiel auch ziemlich, weil man als Schiedsrichter anscheinend nicht „jo, wenn ich das jetzt so sehe, würde ich den wohl auch nicht geben“ sagen darf. Ist alles ziemlich peinlich, wenn ihr uns fragt. 

To be fair: Den Elfmeter gegen Nürnberg für uns musste man nun auch nicht wirklich geben. 

Dann bekommst du noch einen Sonntagsschuss und schon liegst du hinten. Defensiv lassen wir aber auch immer viel zu viel Platz; in dieser Szene kann sich Derrick Köhn eigentlich noch in Ruhe ein Bier zapfen und es wäre immer noch niemand von uns bei ihm. 

Und dann kam die Nachspielzeit. Wie es den Hannoveranern in der Nachspielzeit ging, hat Douglas Adams im „Anhalter“ richtig beschrieben: 

„Komischerweise war der einzige Gedanke, der den Petunientopf beim Herunterfallen durchfuhr: „Oh nein, nicht schon wieder!““

Wäre der Anhalter im Sekundenstil geschrieben, hätte die Tatsache, dass der Petunientopf einen 96-Schal trug und das Herunterfallen in Minute 91 begann, Erwähnung gefunden; wir sind uns sehr sicher. 

2–2 heißt, dass Jackson Jr. bereits zweimal diese Saison mit dem Kopf getroffen hat, dass Hannover zweimal in der Nachspielzeit diese Saison noch Punkte liegen hat lassen, dass wir nach zwei Spielen ungeschlagen sind, die Rauten wieder die Nr. 2 der Stadt sind und wir weiterhin in Schlagdistanz zum zweiten Platz sind. Schön auch, dass der designierte Sturm auch den ersten Saisontreffer erzielt hat. Das wird wichtig. Unverständlich dagegen, dass Jakov nach augenscheinlicher Verletzung minutenlang weiterspielt. Wir warten minütlich auf das „Muskelfaserriss, 6-8 Wochen Ausfallzeit.“ (Halt – Moment, erwartete Ausfallzeiten werden ja nicht mehr kommuniziert.)

Nach dem Spiel Autos aufsuchen und schnell nach Hause. Denn das schönste an Hannover ist eben die Autobahn nach Hamburg. 

Und fragt uns bei Gelegenheit gerne mal, mit welchen drei Worten man in Hannover auf den VIP-Parkplatz zu seinem Auto kommt, um dann nach 120 Sekunden festzustellen, dass dieser gar nicht der gesuchte VIP-Parkplatz ist. Zum Glück gab es einen zweiten Ausgang.

Wir haben da noch einen Rat: Schreibt weniger Stellungnahmen, lieber FCSP. Man kann Dinge auch einfach mal mit Schweigen kommentieren, weil es häufig einfach zielführender ist. Auch wenn sich die Faust in der Tasche ballt. Und vor allem dann, wenn dein eigenes Verhalten dich in der Stellungnahme auch nicht wirklich gut aussehen lässt.

PS: Jakov wir sind Fans.

PPS: Der Rasen in Hannover sah aus, als hätte da im Stadion ein Antira stattgefunden.

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