Zum Inhalt springen

But can he do it on a Friday evening at St. Pauli? 


Kennt ihr das? Man kennt etwas seit Jahren, man ist miteinander fest verbunden. Dann geschieht das Leben und die Pandemie. Die Verbindung kühlt ab. Und dann geschieht so ein Abend, der mit Worten nicht zu beschreiben ist, und es ist wieder diese eine Liebe. Diese Kribbeligkeit und dieses Verlangen nach mehr. 


Natürlich muss man viele Geschichten der letzten Jahre nachholen, es ist noch längst nicht alles wie früher, aber man weiß, wie groß es war und wie viel größer es noch werden kann. 

Schon fast wie früher.


So oder ähnlich wird es 27.000 Menschen im Millerntor gegangen sein, welches zum ersten Mal seit dem 01.03.2020 (!) wieder vollständig gefüllt werden durfte. Ja es ist immer noch Pandemie, eine Maskenpflicht ist notwendig, wird immer noch zu wenig eingehalten und viele Gruppen verzichten deswegen weiterhin auf organisierten Support, Fahnen und andere Symbole des aktiven Fantums. Aber es ist voll. Es sind aufgeregte Menschen. Jede*r weiß, warum wir heute hier sind. Und es entwickelt sich diese magische Symbiose zwischen Rängen und Platz, wie sie nur am Millerntor möglich ist. (Das ist jetzt komplett gelogen, aber wir lassen uns doch so einen Text nicht durch Wahrheiten kaputt machen.) 


Die ersten Minuten schleppend, aber dann eine Balleroberung, ein reagierendes Stadion und zwei Mannschaften, die sich ein absolutes Spitzenspiel lieferten. Intensiv? Gameplan? Es stimmte alles. Aber auf beiden Seiten. Frank Schmidt hat unseren höchsten Respekt; 15 Jahre an einem Standort zu arbeiten, ist schon beeindruckend. Fröhlich ins gegnerische Publikum zu winken, wenn man gerufen wird, spricht auch dafür, dass Frank ein guter Mensch ist. Aber über die Spielweise müssen wir dann doch mal sprechen, Frank. Sich bei jeder Berührung auf dem Rasen zu wälzen und ständig mit dem Schiedsrichter Gastronomie-Tipps für nach dem Spiel austauschen? Das sind wir eher von Lieberknecht als von dir gewöhnt. 

Unsere Fahnen wehn nur für dich.


Heidenheim hat seine Chancen. Wir haben unsere Chancen. Aber wenn mal was wirklich spannend wird, dann sind die Torhüter da. Und viel lassen beide Reihen nicht zu. Wie brutal großartig spielt eigentlich Beifus gerade? Der verdrängt gerade Innenverteidiger, die auch gehobenes Zweitliganiveau kicken können. Das ist stark, was der Junge gerade da in den Rasen brennt. Wie sehr Smith gefehlt hat, sieht man bis zu seiner Auswechslung. Hoffentlich nix Ernstes! 


Und gerade, als das Stadion begann, sich mit einem 0-0 anzufreunden, kam die Flanke, die Kofi findet, der entspannt einschiebt. 1-0. Der Laden steht Kopf. Glücksgefühle, im Arm liegen. Was fühlen. St. Pauli fühlen. St. Pauli leuchtet. Jetzt! Hier! Oh man, wie hat das gefehlt. 


„Typisches 0-0 Spiel, welches wir 1-0 gewinnen“, sagt der Senior nach 10 Minuten. Und wiederholt das ungefähr 100 mal während des Spieles. Und hat am Ende Recht. Wir haben Zeug*innen. 

Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen, wir gehören zusammen.


Nach dem Spiel treffen wir noch mehr liebe Menschen. Wie wichtig seid ihr alle? Was für tolle Dinge macht ihr eigentlich? Und so lachen wir gemeinsam und hören uns Geschichten über konkrete Hilfen für Refugees an. Ihr seid St. Pauli! 


Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Schrieben wir nach dem Pokalspiel. Wir gehören zusammen, schreiben wir heute. Wir tun uns gut und wir werden gewinnen. 


Aufstieg nur für uns! 


Tiocfaidh ár lá! 


PS: Nur für R.: Jakov? Wir sind Fans!

PPS: Beifus? Wir sind Fans!

Ein Kommentar

  1. Palito Palito

    Was für ein liebevoller Beitrag, schön! Tiocfaidh ár lá!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Blue Captcha Image
Refresh

*