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Junggesellinnenabschied im Elbschlosskeller

(Beitragsbild USP.)

„Der Krieg in der Ukraine rückt den Fußball in den Hintergrund. Unter der Woche war es natürlich Thema bei uns in der Kabine. Wir haben viel darüber gesprochen und sind fassungslos, wie schnell so etwas passieren kann. Es ist ja auch nicht weit weg von uns allen. Letztendlich sieht man, dass andere Dinge wichtiger sind als der Fußball. Gleichzeitig sind wir froh, dass wir unserem Job nachgehen können und sind mit den Gedanken bei den Menschen in der Ukraine.“ 
Philipp Ziereis nach dem Spiel. Und natürlich fährt auch bei uns der Gedanke mit, wie unwichtig der Fußball im Großen und Ganzen ist. Auch fragen wir uns, ob wir uns auf den Weg nach Ingolstadt machen sollen. Eine Abwägung, die jede*r für sich treffen muss. Für uns endete sie mit einem „ja“.

Ganz so schlimm wie die Überschrift vermuten lässt, war diese Auswärtsfahrt dann aber auch nicht.

Coronabedingt sind wir in dezimierter Zahl unterwegs, Union dann wieder in voller Besetzung. Du fehlst. 
Die Stimmung ist gut, wir planen Hochzeiten und schreiben Musicals. Die Nonnengeschichte 2023 live im Theater im Hafen. Wer ist dabei? Pünktlich kommen wir in Ingolstadt an und lassen uns bequem mit dem Shuttlebus zum Stadion bringen. Das nächste 08/15-Stadion an der Autobahn, das in den letzen Jahren nicht schöner geworden ist. Positiv hervorzuheben: Eine wirklich sehr nette Schaffnerin im Zug, die Humor beweist (und uns mit Frankfurtern verkuppeln will) und ein ebenso netter Shuttlebusfahrer. Gerne mehr davon.

Wir verkaufen noch Karten und machen uns dabei das Leben unnötig schwer. Aber schließlich sind wir alle pünktlich genug im Block, um noch in den Genuss der Ingolstädter Stadionhymne zu kommen. Leute, wenn wir die lauter und besser als die Heimseite mitsingen können, dann ist sie vielleicht gar nicht mal so gut…
Die Schweigeminute vor dem Spiel hinterlässt Eindruck. 4999 Menschen schweigen, aber irgendwo babbelt dann leider doch immer eine*r dazwischen. 

Zum Spiel: Vor Beginn des Spiels ahnten wir Böses, hatten wir doch alle die Verletzungsmeldungen der Woche gelesen. Und was sollen wir sagen: Wir lassen uns gerne positiv überraschen. Der beste Moment des Spiels? Der Freistoß von Kofi. Wir sagen an „oben links“ und „wenn der jetzt reingeht, wird das das Wunder des Jahrzehnts“ und zack! ist der Ball im Tor. Großartig. Gefühlt das erste Freistoßtor seit dem unter-der-Mauer-durch-Freistoß in Heidenheim. Übrigens auch von Kofi geschossen. 

Auch lustig: Ein Ingolstädter setzt den Ball ans Außennetz, die Tormusik geht an und der Heimblock jubelt. Eigentlich hat zu unserem perfekten Glück nur noch die traurige Pyrotechnik gefehlt. Grüße in den Volkspark. 

Trotzdem ist die erste Halbzeit zäh und sehr statisch. Phasenweise stehen gefühlt alle nur an einer Stelle und niemand bewegt sich. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss und wir kassieren zum wiederholten Mal vollkommen unnötig den Ausgleich. Eckert Ayensa kommt vollkommen frei im Strafraum zum Abschluss und muss die Kugel nur noch ins Tor bringen. Da hilft es auch nicht, dass Paqarada vorher noch den Ball super klärt. Der steht da mal wieder viel zu frei. Wirklich jedes einzelne Tor der letzten Spiele haben wir uns noch einmal angesehen, und jedes Mal spielt auch die schlechte Zuordnung in der Defensive eine Rolle.

Es kommt dann aber auch, wie es kommen soll: Nach eröffnendem Pass von Hartel murmelt Burgi (Grüße an die Editorin dieses Blogs!) das Ding schön rein. Diese Verzögerung, um den Verteidiger kurz mal ins Leere zu schicken, das sieht schon sehr geil aus. So bitte immer auf Gegentore antworten und wir sind sehr viel zufriedener. Versprochen!

In der Pause kommt Zander für Ziereis und Dzwigala rutscht in die Innenverteidigung. Im Gegensatz zur letzten Woche brechen wir in der zweiten Halbzeit nicht komplett ein. Wie wichtig (wieder!) Hartel für unser Spiel ist, zeigt sich ebenso beim 1:3. 

Der öffnende Pass kommt auch hier von Hartel und Makienok nickt ihn direkt vor dem Gästeblock ein.Das sieht so etwas von großartig aus, der springt nicht, der läuft einfach einmal wuchtig dahin und schon ist das Ding drin. „Dansker Dong“ steht später in seinem Instaprofil.

Hier könnte ein ausführlicher Rant stehen, aber mit dem Tweet ist alles gesagt:    

Nach dem Spiel nutzen wir unseren persönlichen Shuttleservice (Danke dafür <3) und genießen lokale Spezialitäten und Getränke. 

Mit 3 Punkten im Gepäck fahren wir zum 3. Mal diese Saison aus Bayern nach Hause. Und auch wenn heute bei Weitem nicht alles top ist, sehen wir das als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

Jetzt Dienstag schön nach Berlin,  Halbfinale klarmachen, Union an die Wand spielen. Unser Tag wird kommen.

PS: Jakov wir sind Fans.
PPS: Junge, das war so viel besser. Weitermachen 🤎🤍

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