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Schulle, das war teuer

Mental hatten wir schon damit abgeschlossen, irgendein Spiel im Januar im Stadion sehen zu können. Als dann klar wurde, dass es gegen Aue 2000 Tickets geben würde, war die Freude um so größer. 

Positiv: der Verein kommunizierte rechtzeitig noch vor Bekanntgabe der zugelassenen Zuschauer*innenzahl, wie das Prozedere ablaufen würde. 

Verbesserungswürdig: Die Kommunikation der Details zum Spiel. Wir haben vollstes Verständnis dafür, dass es finanziell nicht tragbar ist, die Tickets auf der HT wie beispielsweise beim Derby weiterhin für 10€ bzw. 15€ anzubieten. Aber mehr als 40€ für ein Ticket gegen fucking Aue, bloß weil die Tickets auf diesen Plätzen normalerweise so viel kosten, ist schon happig. Vor allem für dieses Spiel, aber wir greifen vorweg. 

Man kann das schon so machen, aber dann kommuniziert es doch klar und transparent; es ist doch kein Beinbruch, zu sagen: „Hey Leute, ohne Zuschauer*innen wird es finanziell jetzt dann doch eng, deswegen nehmen wir für diese Plätze wieder die regulären Preise.“ (Menschen, die die Berichte des Seniors zur MV gelesen haben wissen Bescheid.)

Vor allem, wenn du vor ’nem halben Jahr noch Interviews zu den „Treusten der Treuen“ raushaust.
Ja, wir vergessen wenig.
Ja, das Ungleichgewicht ist auffällig.
Und dadurch umso ungeschickter in der Kommunikation.
Wie gesagt: Rational können wir das nachvollziehen. Aber dass dann über 200 Sitze (in den teuren Mittelblöcken) leer bleiben, kann ja nun auch wirklich nicht das Ziel sein.

So hören wir denn auch von mehreren Leuten, dass die Preise ihnen zu teuer sind oder sie es sich auf Dauer nicht werden leisten können, für jedes Spiel über 30€ für die Karte zu zahlen.

Wir starten spät in den Spieltag. Ungewöhnlich spät. So kommen wir erst deutlich nach 12:00 am Stadion an, treffen bekannte Gesichter, vermissen viel zu viele andere (✊ insbesondere an die, die sich den Schwurbler*innen entgegengestellt haben und auch an alle anderen), und gehen dann gemütlich Richtung Einlass.
Dieser funktioniert schnell und ohne Probleme, unsere Plätze sind auch schnell gefunden. Läuft. Aber ungewohnt ist das alles schon – da hatte sich vor der Winterpause gerade wieder so etwas wie Spieltagsroutine eingestellt und jetzt ist das alles schon wieder hinfällig. Aber immerhin können wir heute ins Stadion. Und so sehr haben wir uns noch nie über ein Ticket für ein Spiel gegen Aue gefreut wie an diesem Spieltag.

Ansage für das Spiel waren Schachbrettmuster und Maskenpflicht am Platz. Besonders auf ersteres achteten die Ordner sehr genau. Dass Menschen im Januar 2022 immer noch darauf hingewiesen werden müssen, dass sie ihre Maske aufsetzen müssen, nervt. (Nein, du wirst nicht cooler, wenn du erzählst, wie du auswärts keine Maske getragen hast, weil du es nicht für nötig hältst.)

Dass die Ordner*innen darauf hingewiesen werden müssen, dass sie die Leute darauf hinweisen müssen, nervt noch mehr. Aber alles in allem klappte das schon ok. 

Zum Spiel 

Alter. War das schlecht. Es mag ja sein, dass die Mannschaft die ganze Zeit daran geglaubt hat, dass da noch was geht, aber gesehen haben wir da von nicht viel. 

Krass, wie sehr Kofi im Spiel fehlt. 

Vorne scheint ohne ihn nicht klar zu sein, wer-wo-wie-welchen Laufweg hat. Es fehlt an Tempo, Spielzügen und Ballbehauptung. Wir mögen Buchti, aber er kann Kofi nicht ersetzen. Amenyido bringt nach seiner Einwechslung deutlich mehr Tempo und Zug zum Spiel mit. Und mal den Funken, dass man nicht erwartet, wo er in 5 Sekunden stehen wird (was Kofi so auszeichnet), auch wenn wir permanent Angst haben, dass er über seine eigenen Füße fällt.

Allgemein war das heute zu wenig auf dem Platz. Größtenteils statisch und ohne das Tempo und die Überzeugung, die uns so häufig ausgezeichnet haben. 

Dabei kommen wir eigentlich ganz gut aus der Kabine und es sieht die ersten Minuten aus, als könnte da heute was gehen. Und dann passiert das gleiche wie gegen Kiel: Wir sterben in Schönheit und versuchen, den Ball ins Tor zu tragen. Dies gelingt uns nicht, stattdessen fährt Aue einen Konter, Tor.

Scheiße. Wie kann es sein, dass beide Innenverteidiger langsamer sind als der Auer?  

Aue spielt körperlich und setzt immer wieder Fouls. Wir? Haben wie immer noch kein Mittel dagegen. Ganz ehrlich? Es ist viel zu einfach, uns auszuspielen. Tief stehen, körperlich spielen, und schon haben wir kaum noch einen Fuß im Spiel. Und ja, wir waren auch gegen Kiel im Dezember im Stadion. Und erkennen viel zu viele Parallelen.

Wären wir Sportchef*in eines gegnerischen Vereins und unser Trainer hätte unserem Team nicht die Spiele gegen Darmstadt und Kiel als Blaupause mitgegeben – wir würden ihn auf der Stelle entlassen. Das müssen wir unbedingt abstellen, sonst wird das eine sehr lange Rückrunde. Und nein, dass hat nichts mit nur noch positiv und richtiger Einstellung zu tun. Wären wir richtig eingestellt, würden solche Spiele wie heute und gegen Kiel nicht passieren. Und das ist sowohl spielerisch als auch mental ein Thema. Sportpsycholog*in allez.

PS: Jakov, wir sind Fans

Haben wir schon mal erwähnt, dass wir Fans von Jakov sind? Ecke, Kopfballtor. Wir sind zurück im Spiel und kommen zur Halbzeit wieder besser aus der Kabine. Kreieren 2, 3 Torchancen, aber der Ball geht einfach nichts ins Tor. Stattdessen ein dummer Ballverlust und wir liegen wieder hinten. 

Wollen wir einmal über den Schiri und sein Team sprechen? Sie lassen viel laufen und übersehen Foulspiele und Aue nutzt dies voll aus. Wie es sein kann, dass es die erste gelbe Karte erst in der 75. Minute gibt, versteht keine*r. Alleine Männel hätte wegen Zeitspiels drei Mal vom Platz fliegen können. (Was für eine geile gelb-rote wäre das bitte? Wegen 2x Zeitspiel? Wir würden es schon durchaus sehr arg feiern.)

Mit beiden Armen auf Burgi im Strafraum aufstützen? Kein Foul. 
Ohlsson an der Seitenlinie voll abräumen? Kein Foul. Alter. 

Wir sympathisieren sehr mit dem kleinen Jungen, der nach Abpfiff an der Brüstung hängt und die Schiris bepöbelt. Moment des Tages. Um den Nachwuchs müssen wir uns keine Sorgen machen.

Irgendwann wird Amenyido für Buchti eingewechselt, was dem Spiel deutlich mehr Tempo gibt. Ironie des Spiels? Um uns herum schimpft alles über ihn. Und prompt macht er in der Nachspielzeit das Ausgleichtstor. Genau unser Humor. Erkennt dann auch das Umfeld an.

Auf einmal ist das Team wieder da. Jetzt ist auch der Glaube zu sehen, dass wir das gewinnen können und wollen. Aber zu spät. Warum erst nach dem Tor? Warum nicht Feuerwerk ab der 70.? Wir können das. Was fehlt? Ist dem Trainerteam rund um „den Streich vom Kiez“ hoffentlich bewusst. Da ist Platz für Videoanalyse und bis Dienstag ist das abgestellt!

Abpfiff 2:2 gegen Aue. Die nach dem Spiel immer noch Vorletzter sind. Gut ist definitiv was anderes. 

#nurnochpositiv

Jetzt mal so richtig positiv? Wenn du aus so einem unfassbaren Mistspiel noch einen Punkt holst und den noch durch ein spätes Tor, dann ist das gut. Das ist am Ende genau der eine Punkt, der Platz 2 [WIESO NUR PLATZ 2?] bedeutet. Und für Aue die zwei Punkte, die zum Klassenerhalt fehlen. Und nebenbei holen wir in englischen Wochen meistens 2 Siege und ein Unentschieden. Herr Chefstatistiker, unterstehe dich, diese Behauptung zu hinterfragen. 

Was gut ist? Nach dem Spiel mit guten Leuten Wein aus der Weinbar trinken, im Feldstern essen und 1910 Geschichten erzählen. Schön, dass es euch gibt <3

Jetzt souverän im Pokal weiter (wir haben feuchte Träume zum Duell Medić-Haaland) und dann Stadtmeisterschaften verteidigen. Möge es so einfach sein, wie es klingt.

PS: Jakov? Wir sind Fans <3

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