Dez 152021
 

Düsseldorf. Ich wurde im Stich gelassen, weil Kollektivmitglieder und Senioren ja lieber selbst Sport treiben anstatt den magischen FC ins Ruhrgebiet zu begleiten.

Hatte ich erstmal vergessen, mir überhaupt eine Karte zu organisieren, dann aber doch noch Glück gehabt (danke an dieser Stelle!). Und so ging es Samstagmittag in neuer 3er-Konstellation entspannt im IC Richtung Düsseldorf.

Diese Pandemie hat ja quasi nur Schlechtes. Ein positiver Begleiteffekt ist wohl, dass aufgrund der immer wieder kleineren Gruppen neue Konstellationen zusammen auswärts fahren. So fuhr ich dieses Mal auch wieder mit Menschen, die ich zwar schon in quasi allen Auswärtsblöcken des Landes getroffen habe, aber mit denen ich noch nie explizit zusammengefahren war. Und auch wenn die Crew fehlte, so ist das dann doch was Schönes.

Eingedeckt mit Schokoerdbeeren, Wein der Fanhilfe und Nachmittagskuchen ging die Fahrt schnell rum. Ankunft in Düsseldorf, einchecken im Hotel und einmal quer durch die Innenstadt zum verabredeten Ort, an dem wir uns mit Düsseldorfern trafen.

Kurzer Exkurs

Ich verfluche dieses Hobby “folgen dir, egal wohin” ja oft genug. Aber ganz ehrlich? Das ist mir immer noch tausendmal lieber als Samstagnachmittags in deutschen Innenstädten einkaufen zu gehen. Und führt – bei der dortigen Enge – auch jede Diskussion rund um Stadionbesuche (in Düsseldorf mit Maskenpflicht, die durchaus kreativ ausgelegt wurde – wie immer; leider) ad absurdum. Wir sind dort in der Innenstadt mehr Menschen begegnet als direkt im Stadion. Und in der Innenstadt trug außer uns quasi niemand Maske. Passenderweise passierten wir dann auch noch eine Querdenkendemo bzw. um genau zu sein unterquerten wir sie, von der wir weder Anfang noch Ende sahen. Was in diesen Kontexten ein schlechtes Zeichen ist. 

Zum Stadion

Die Wette „wie viele rote Begegnungen in der Warn-App“ lässt sich Stand Mittwochabend mit null beantworten.

Brauhaus war voll, deswegen wurde es dann Pizza zur Stärkung.

Nebenbei: Corona-Kontrollen empfanden wir, die St. Pauli gewohnt sind, durchaus eher als lax. 
“Seid ihr geimpft?”
“Ja, ok, dann könnt ihr euch da hinsetzen.”
“Wollt ihr denn den Impfpass nicht sehen?”
“Nö, passt.”

Auch in der Bahn wollten die Kontrolleure auch nach mehreren Versuchen den QR-Code nicht scannen und die Ausweise sowieso nicht sehen. Es gibt nach wie vor Raum nach oben.

Pizza konsumiert, zurück ins Brauhaus, Alt bestellt.

In die (sehr volle – ich war froh, kurz vorher diese FFP2-Studie zur Schutzwirkung bei richtigem Tragen gelesen zu haben) Straßenbahn zum Stadion. Und mal wieder festgestellt, wie schön es ist, dass unser Wohnzimmer einfach mitten in der Stadt steht. Am Stadion das typische große Hallo. Zum ersten Mal reichte der Führerschein nicht als Ausweisdokument (“explizite Dienstanweisung”).

Statt Diskussion wurde dann nach lieber Nachfrage ein Foto meines Passes auf dem Handy akzeptiert. Der übrigens abgelaufen war. Aber ich will ja gar nicht motzen, ließ sich das doch gütlich klären und immerhin wurde überhaupt kontrolliert.

Wir hatten Stehplatztickets gebucht, durch Coronaverordnung waren dann alle zu Sitzplätzen umgemodelt und wir durften uns über mehrere Blöcke verteilen. (Hier, Nürnberg, bitte abgucken, wenn ihr wieder Leute reinlassen und nicht auslasten dürft).

In meiner Wahrnehmung klappte das auch gut und Gruppen, die sowieso miteinander unterwegs waren, standen enger zusammen; der Rest verteilte sich gut. 

Normenverdeutlichende Gespräche

Loide. Ich verspreche euch eines. Beim ersten Bericht, in dem ich mich mal nicht über Auswärtsfans in braun-weiß ärgern muss, gibt es eine große Runde. Wirklich, versprochen.

CN: Vergewaltigung
Dieses Mal: 2 Typen, die ein Lied über Väter, die ihre Söhne, und Mütter, die ihre Töchter vergewaltigen, „singen“.
CN Ende

Die beiden stimmten das Ganze an, das Umfeld hörte zu. Wie auf Kommando drehten sich dann doch 10 Köpfe um und den beiden wurde doch sehr deutlich gemacht, dass sie das sofort zu unterlassen haben. Ich zweifle ja nach wie vor daran, dass die verstanden, was das Problem überhaupt ist. Aber ganz ehrlich? Keine*r von uns hatte Lust auf das erklärende Gespräch. Die beiden verschwanden dann auch recht bald. Und naja, vermisst hat sie nun wirklich keine*r.

Auf jeden Fall ist das immer der Moment, an dem ich mich frage, ob ich nicht doch Fan von irgendeinem mittelmäßigen Zweitligisten hätte werden sollen.

Das Spiel: “Borne hat gesagt, Hartel muss mal ein Tor machen.”

Ganz schöner Abnutzungskampf in der ersten Halbzeit, in der sich beide Teams gut neutralisierten. Wir hatten etwas mehr vom Spiel, Düsseldorf schaffte es gut, Kofi aus dem Spiel zu nehmen, und die paar Chancen haben wir in der ersten Halbzeit dann auch einfach nicht konsequent genug ausgespielt.

Kommen gut aus der Halbzeit, Marcel macht dann das oben geforderte Tor und wir haben einige weitere gute Chancen, die wir wieder nicht ganz konsequent genug ausspielen. Es kommt dann, wie es kommen muss, und ein Ex-Spieler macht ein Tor gegen uns. Ein weiteres wird uns aberkannt. In der Gesamtschau ist das ok, aber mehr wäre dringewesen.

Aber hey, Punkte in Düsseldorf.

Herbstmeister.

Herbstmeister!

Sowieso, wie geil ist das denn?

Wir gehen als Herbstmeister in die Rückrunde. Und das vollkommen verdient. Und keine*r hebt ab. Alle reden vom weiteren Arbeiten. Unser Plan? Wir machen jetzt einfach so weiter. Und spielen dann nächstes Jahr da oben mit. Oder um es mit anderen Worten zu sagen “ich wünsche mir auf Sicht eine unbelastete, ausgelassene Sause – zum nachgeholten Geburtstag oder anderer Dinge”.

Der Rest

Begleitung A, die noch mit Boosternebenwirkungen (ja, preaching to the converted, aber lasst euch boostern!) zu kämpfen hatte, ins Hotel gebracht.

In der Bahn noch 2 Paulis, die irgendwelche KuLTiGen Lieder anstimmen mussten, mitgenommen. Mehrfach. Und natürlich ihren MNS nicht richtig tragen konnten.

Noch 2-3 Wein trinken gegangen. Und immer wieder Respekt für Menschen, die aus dem Bett noch mal aufstehen, um sich ne Hose anzuziehen und dann noch mit Menschen zu trinken. Schön, dass du da warst.

Fürstlichst gefrühstückt, zurück nach Hamburg.

Danke für Begleitung.Unser Tag wird kommen. Weiter, immer weiter.

PS: Der Titel ist – in guter Tradition – mal wieder ein Insider. 

  4 Responses to “Blockverbot oder Blogverbot?”

  1. Danke für den schönen Bericht! 🙂

    Kleine Anmerkung:
    Düsseldorf liegt nicht an der Ruhr, sondern am Rhein. Ergo auch nicht im Ruhrgebiet, sondern in Rheinland!
    Würden vermutlich alle Leute aus Düsseldorf ebenso unterschreiben, wie jene Ausmaß Pott.
    Ich finde, soviel Höflichkeit darf sein. Sankt Pauli liegt ja schließlich auch nicht an der Weser oder gar in Pinneberg… 😉

    LG, Verena

  2. Das ich das noch erleben darf, daß ein Ultra um Ausweiskontrolle bittet 🙂

  3. Wir hatten schon Angst, dass es gar niemandem auffällt. War der subtile Diss nicht deutlich genug 😅

  4. Also wer Ultra ist oder nicht müssen wir aber noch klären. 🙂

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