Okt 282021
 

Dresden im Pokal. Wurden wir bei der Auslosung noch beschuldigt, daran Schuld zu sein, hat sich das dann ja doch heute insgesamt gelohnt.

Aber von vorne. Spiele unter der Woche sind Mist, insbesondere für Leute, die ihre Arbeit nicht so flexibel schieben können wie unsere kleine aber feine Reisegruppe.

So schwankte die Zahl der Mitfahrenden auch von 3 zu 4 zu 3 zu 4 zu 3 zu 2. Doofe Lohnarbeit, doofe Selbstständigkeit, doofe Krankheit. Gute Besserung an dieser Stelle, komm wieder auf die Beine, Samstag wartet Werder.

Entspannte Abfahrt in Hamburg. Nach Spieltagsfrühstück und letzten Einkäufen machten wir uns dann auf den Weg ins Dynamoland. Ausfahrt aus Hamburg nervig-lang, danach gut durchgekommen. Einige kurze Pausen, versuchte Treffen mit anderen 9ern, letztendlich fuhren wir dann aber alleine durch. In der 2er Kombo hatten wir dann die Vorbereitung der Playlist nicht so richtig auf dem Schirm, waren aber nun ja schon ein paar mal in Dresden und holten einfach eine alte raus. Beliebtes Spiel: Wer das Lied wohl damals draufgesetzt hat? Wir freuen uns, wenn ihr auch bald mal wieder mitkommt.

Westhools und Elbkaida

Die Einfahrt ins Dynamoland ja schon jedes Mal eindrucksvoll. Als Sprayer*in, der*die nicht fußballaffin ist, haste es hier ja schon schwer einen Platz zu finden. Ganz zu schweigen von eventuellen anderen (Fußball-)Vereinen. Die „Westhools“ gaben uns einige Rätsel auf – gemeint ist Dresden West – sowas wie Elbkaida vergisst man dann in Saisons ohne Spiele gegen Düh-na-mo auch mal schnell wieder. Am Parkplatz, diesmal ein anderer, altbekannte Gesichter getroffen und den 1. Shuttlebus zum Stadion genommen. Rumgestanden, intensiv aber ok abgetastet worden, rumgestanden. Ins Stadion rein.

Ist euch mal aufgefallen, dass das Aufwärmen des Teams seit dieser Saison jedes Mal sehr viel intensiver aussieht als das Aufwärmen des gegnerischen Teams? Es sind natürlich immer 1910 Puzzleteile aber dieses Aufwärmen ist sicherlich eins von denen, die erklären, was hier seit Wochen passiert. 

Wusstet ihr, dass es Dynamo „Snacksalami“ gibt? Wir auch erst seit kurzem, genauer seit heute, aber kommt doch gerne mal wieder mit Modelabel um die Ecke. Kontern wir dann mit Metzgerei.

Laserpointer auf St. Pauli 

Spiele unter Coronabedingungen ja gerade auswärts nicht unbedingt unser Favorit, der organisierte Support und das Regulativ aktiver Gruppen fehlt. Aber wir wollen ja nicht alles schlecht reden und so bietet das dann andererseits auch die Möglichkeit, neben und zwischen Leuten das Spiel zu verbringen, zwischen denen wir normalerweise nicht stünden. Regelkunde für Vorsänger inklusive. Das mit der Rum-Cola-Tour haben wir noch nicht vergessen.

Diese Saison noch 1x herkommen, und dann erst mal lange nicht mehr? Wir könnten damit leben.

Düh-na-mo beginnt mit Schalparade, viel Gesang außer „Scheiss St. Pauli“ verstehen wir nicht und die altbekannten Typen, die man mit dem sichtbar zu hohen Blutdruck bei „Nie wieder Deutschland“ am liebsten zu ihrer Hausärztin schicken möchte, sind auch wieder da.

Sowieso, Dynamo. Grüßt am Gästeeingang mit Deutschlandflagge. Kreativ, kreativ. Aus Dynamo-Kreisen hört man auch nur ein müdes „Ach, schon wieder?“

In die Schublade „Unkreativ und scheisse“ sortieren wir dann eher den Laserpointer, mit dem in der ersten Halbzeit zweimal aus dem K-Block in den Gästeblock gezeigt wird. Das „Laserpointer auf St. Pauli statt Bomben auf Dynamo“ liegt da ja wirklich brach auf der Tastatur. So lange Dynamoland sich im Opferschmodder suhlt, so lange kommen diese Anspielungen von uns.

In die gleiche Schublade packen wir auch ein „lasst ihn liegen“ gefolgt von „Scheisse tritt sich fest“ wenn dein eigener Spieler den Gegner mit Ellenbogen im Gesicht trifft und selbiger Gegner behandelt werden muss. Ach: Seien wir ehrlich: Richtig scheiße ist das.

Wir sind ein klein bisschen verliebt in dieses Team

Ja gut, okay, vielleicht ein bisschen mehr als ein klein bisschen.

Was für ein Quantensprung spielerisch. Da versuchst du alles hinten flach rauszuspielen, und das klappt auch in den allermeisten Fällen.

Wir haben keine Statistik gesehen, aber Irvine muss unendlich viele Kilometer abgespult haben. Dittgen mit geilster Kampfschweinattitüde treibt das Team auch nach den beiden unnötigen Gegentoren wieder an. 

Smarsch macht ein gutes Spiel, aber wir zittern dann ehrlicherweise doch 1-2 mal sehr. Wie viel Sicherheit Vasilj dahinten reingebracht hat, gerade bei hohen Bällen. Und das soll bitte explizit nicht als Kritik an Smarsch gelesen werden, sondern als Lob für Vasilj.

Gehst dann 2x in Vorsprung und legst dir das Tor dann 2x innerhalb von weniger als 3 Minuten selber rein. Unnötig.

Aber: Wir können uns an FCSP-Teams erinnern, die es nach sowas komplett zerreißt. Oder an 3:0 Halbzeitführungen in Dresden, die dann noch mit 3:3 enden. Davon sind wir dieses Mal weit entfernt. Es gibt auf jeden Fall Raum nach oben, dann nach diesen Toren die Stabilität gleich zu halten. Aber genau den Entwicklungsschritt schaffen wir dann auch gleich selbst. Auch wenn wir nach dem 3:2 sicherlich erst von der Behandlung des Dresdner und denn der Halbzeit profitieren. Aber wichtig ist, dass Spiel dann nicht mehr aus der Hand zu geben.

Thema sich fangen: Ziereis wackelt nach dem 2:2 Eigentor, fängt sich dann und schüttelt das ab. Genau diese Sachen sind  auf der weiteren Reise noch unendlich wichtig. 

Wir sind hier ja im kleinen Kreis unter uns und können ehrlich sein: Buchtmann hatten wir im Sommer eher abgeschrieben. Umso schöner, dass er uns jetzt in Serie Lügen straft. Erst giftig von der Bank kommen und Dresden richtig nerven, dann den spielentscheidenden Treffer setzen. Schön, dass du wieder da bist. 

Achtelfinale, Diggis.

Wir sind zu alt für den Scheiß. 157er „Ruhe“Puls ist normal während so ner Verlängerung, oder? Die letzten Minuten sind nervenaufreibend, Dynamo hat noch 1 gute Chance, aber eben auch nur die eine. Und das geht nicht nur uns so. Ein paar Parkplätze hinter Dresden treffen wir andere Auswärtsfahrende „Langsam fällt die Anspannung ab“. Das war sicher 90 Minuten nach Spielende.

Und dann? Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Da deutet sich früh was an

Nach 15 Jahren mal wieder im Achtelfinale. Vielleicht ist Rainer Koch ja schon weg vom Fenster, wenn wir den #RainerKochRausPokal gewinnen? 

Statt wie sonst immer die Pokalkalenderblocker im August aus dem Kalender zu löschen, tragen wir Ende Oktober noch weitere Blöcke in unsere Kalender ein.

Moment des Spiels? Als Paçarada und Dittgen die Bierbecherwerfer erst auslachen und dann noch mehr fordern. Genau so.

Samstag Werder. Als einziges 2.-Liga-Team neben Hannover spielen wir Sonntag-Mittwoch-Samstag. Und Hannover hat 2 Heimspiele, wir reisen 2mal. „Typische CL-Woche“ wird uns gesagt.

Auf jeden Fall: Samstag Werder. Nicht nachlassen, keinen Schritt zurück. Weiter, immer weiter. 

Unser Tag wird kommen.

PS: Jakov? Wir sind Fans!

PPS: Unser Tag wird kommen? Ein anderer Tag ist gestern gekommen. ❤️🧡💛💚💙💜 Und passenderweise sind unsere Auswärtstrikots die Pride-Trikots.

PPPS: DRITTE RUNDE! 

PPPPS: Bericht noch im Osten fertiggeschrieben. Uns kann wirklich nichts mehr aufhalten. 

Okt 252021
 

Liebe Leser*innen, 

was genau ist das bitte da auf den Rasen? Wir gehen ja auch schon ein, zwei Jahre zu diesem Verein und DIT ISCH NIT MEHR MEI BAULI!!!

Aufstieg jetzt! 

Ey das ist schon unheimlich, was da sportlich abgeht. Natürlich wird das alles bald anders, aber gerade können wir ausdrücklich sagen, dass der Aufstieg nur über den FC St. Pauli e.V. von 1910 geht. 

Wir werden bald noch ein FAQ zum Thema „Wie ihr auf Menschen reagiert, die nicht aufsteigen wollen“ veröffentlichen, aber wir haben hier einen Markt von 1,8 Millionen Menschen und einem riesigen Sozialprodukt rumliegen, den wir einfach nur abgreifen müssen. Denn dieser komische Volksparkverein ist hinter uns. Das ist unsere Stadt. Zeigen wir dieser Stadt, dass wir sie auch in Liga 1 repräsentieren können. 

Was für ein Team haben wir da bloß beisammen? 🤎🤍 (c) afroh

Aber von morgens an 

Wir hatten einen Sportunfall. Und waren deswegen etwas dezimiert. Das ist doof. Wir mussten uns also zum Frühstück Verstärkung holen und hatten die schnell in der besten Fotografin der Welt gefunden. Oh. Nein. Falsch. Auch ohne Ausfall hätten wir die beste Fotografin der Welt zum Frühstücken gefunden. Es wurden Waffeln und Shakshuka gezaubert. Was für ein Traumstart in den Tag, der dann noch traumhafter wurde. 

Gut gestärkt fanden wir uns am Millerntor ein. Nach unserer Beobachtung funktionierte der Einlass und der Getränke Ausschank schon viel besser als bei den vorherigen Spielen. Viel Lob an alle, die das unter immer noch schwierigen Umständen umsetzen.

Ein wenig Raum nach oben gibt es dann auf der Süd aber schon. Diese A-B-Eingangsregelung führte dazu, dass gefühlt jede 15. Person, die es bis zum Scanner geschafft hatte, dann auf den jeweils anderen Eingang verwiesen wurde. Sprich: Das ganze Prozedere (Anstehen, 2G-Kontrolle, Personenkontrolle) von vorne. Das kann man noch besser machen. Zumal A-B auf dem Ticket im Wallet nicht sofort erkennbar ist, sich auf der Süd ja sowieso alles mischt UND alle Einlässe auf der GG ja auch bewusst für alle geöffnet wurden.

Nicht ganz ohne Gäste 

Rostock? Übte Solidarität mit harten Wikingern, die sonst immer alles für Pauli spritzen wollen, aber bei Impfungen rumheulen. Wir mussten* ja heute verletzungsbedingt Sky anhören und man kann Thorsten M., den Rostocker Präsidenten und tausend andere in einem 3G Sack hauen und drauf hauen. Man trifft immer die richtigen. Und mal ehrlich Matze, wir sind ja hier unter uns: Hör mal auf, auf Instagram irgendwelchen Reitschuster Spinnern zu folgen** und dich mit Freunden, die zufällig auch Joshua heißen zu solidarisieren und hör dir lieber mal alle Podcasts mit Drosti an. 

*Ja, AFM Radio ist viiiieeelll toller und wir inkonsequent. Danke für diesen Kommentar. 
** immerhin sind die Reflexe innerhalb des FCSP langsam so gut, dass er diese Folgschaften sehr schnell löste, nachdem es Thema auf Twitter wurde. Hoffen wir dann, dass diese Reflexe auch bei anderen „Gästen“ funktionieren, die wir nun wirklich nicht am Millerntor brauchen.

(Wobei es ja fast schon wieder unser Humorzentrum treffen würde, und das so ne Björn Banane Nummer wird, und jetzt rauskommt, dass der Impfgegner mal wieder geimpft ist. Gibt ja aber genug andere Gründe, warum der nun wirklich nicht willkommen ist.)

Raus aus der Pandemie

Um es jetzt mal deutlich zu sagen, wir werden diese Pandemie nicht überwinden, wenn wir Impfverweiger*innen weiterhin bequeme Hintertüren mit eher ungenauen Tests eröffnen. Wir werden es nur überwinden, wenn sich mehr Menschen impfen. Und so lange dies nicht der Fall ist, möchten wir nicht neben bequemen Menschen im Stadion stehen, die einfachen Wahrheiten folgen. 2G ist die richtige und einzige Möglichkeit. Ja Lösungen für die wenigen Menschen, die sich nicht impfen können sind dringend notwendig, aber wir sprechen hier über eine sehr kleine Minderheit. Und heulende Menners aus Rostock gehören nicht dazu. Vielleicht werden die ja ganz allgemein bald mal gesellschaftliche Minderheit. Aber so richtig.

Umso schöner ist es dann, dass wir den einen Rostocker im Stadion begrüßen durften, den dieses Blog schon immer mochte und der Ehrengast zu unserem 10-jährigen war. Beim 15-jährigen lesen wir dann die jeweiligen Berichte zum Pokalfinale, was die beiden Vereine bald gegeneinander spielen. Und wir natürlich gewinnen. (15-jähriges ist 2023, so für die Planung, lieber Verein.)

22.000 Menschen fühlt sich voll an. Und so sind 19 Monate nach dem letzten Heimspiel fast alle Menschen wieder an ihren Plätzen. „Ich war 19 Monate nicht hier und ALLE sind noch da“ war ein Satz, den wir so oder so ähnlich mehrfach hörten. Und die Leute, die noch fehlen? Die nehmen wir hoffentlich auch bald wieder in unsere Arme. 

Keine Gästefans? Nicht im Stadion. Sie meinten unbedingt noch im Viertel rumhoolen zu müssen und auch von einem versuchten Stadionsturm war die Rede. Endete wohl ähnlich erfolgreich wie das Spiel auf dem Platz. Und mal ehrlich: „Alles für den FCH“ beinhaltet halt auch mal ne kleine Spritze. Rumprollen auf leeren Straßen ist da eher nicht mit gemeint. Und so richtig etwas für seinen Enkel*innen erzählen ist das auch nicht. 

Rein in die Stimmung! 

„Ich habe während des Spiels zu Paqa gesagt „Was ist hier los?! Ich kann mich kaum aufs Spiel konzentrieren“, weil die Fans so laut waren.“

Jakov Medic

Das kann man einfach mal so stehen lassen. 

War der erweiterte Support auf der Süd also ein Erfolg? Ja! Natürlich muss das Konzept noch einem Stresstest bei einem langweiligen 0-0 gegen Sandhausen unterzogen werden, aber es war vielversprechend. In der Innenansicht war das „If you can hear us“ so laut wie zuletzt der Wechselgang beim Spiel gegen Kiel. 2019 irgendwann war das.

(c) afroh
(c) afroh

Dieses Pyro? Wie haben wir das vermisst. Wie schön. Wie toll. Und ja, liebe Facebookkommentierenden: Wir werden weiterhin Pyro toll finden UND Fridays for Future supporten. Hoffentlich platzt euch darüber der Kopf.

(Auch Stunden nach Anpfiff dieses leichte Kribbeln in den Augen, dieser Geruch auf der Nase. Es sind diese kleinen Dinge, die man erst vermisst hat, wenn man daran erinnert wird.)

Auf dem Platz? 

Wie überzeugend ist das bitte? In den ersten 10 Minuten sah das noch nicht ganz sicher aus, aber die restlichen 80 Minuten war das so etwas von souverän und überzeugend. Wir werden auch mal Krisenwochen bekommen, weil das alle Truppen im Laufe einer Saison bekommen, aber das ist einfach beängstigend gut. Man hat von außen das Gefühl, dass jeder Spieler ganz genau weiß, was er machen soll/will und kann. Und wenn ein Simon von der Bank kommt und gleich knipst, dann weißt du auch, wieviel Tiefe wir in diesem Kader haben. Übrigens knipst, weil ein anderer Spieler, der ebenfalls von der Bank kommt ihm in seinem ersten Ballkontakt den Ball vorlegt. Den Simon dann mit seinem ersten Ballkontakt reinzimmert.

19,10 Sekunden zuvor wurden James und Simon eingewechselt (c) afroh

Diese schlechten Phasen, sie werden kommen (evtl. haben sich andere Menschen für diesen Satz vorhin noch ein liebevolles „Halt die Fresse“ gefangen, also den Satz, den wir jetzt hier selber reinschreiben).

(c) afroh

Aber wir werden die überwinden. Wenn da jemand auf dem Boden liegt, sind drei Spieler da und helfen dem eigenen Mann auf. Wenn einer dumm den Ball verliert, dann ist der Ball trotzdem schnell wieder bei uns. Wir haben da eine Situation mit Afeez im Kopf, der den Ball doof verliert, den Irvine dann aber sofort wieder zu uns zurückholt. Wenn ich da aufs Tor zulaufe, dann ist es wichtig, dass der Ball drin ist. Aber scheißegal, wer das Tor macht. Siehe Kyereh auf Dittgen letzte Woche.

Und sowieso Dittgen. Von der Bank sind wir ja große Fans, aber der mausert sich auch jedes Mal mehr zum Startelfspieler. Amenyido zeigt auch sofort, dass er da mitspielen kann und will und noch eine echte offensive Alternative werden kann. Und dann sind Daschner und Matanović immer noch verletzt. Die auch echte Alternativen sind.

Auch hier gilt „und sowieso Dittgen“ (c) afroh

Afeez? Wird jedes Spiel besser. Und der eigentlich sichergeglaubte Platz für einen fitten Smith immer unsicherer. 2 spieleröffnende Pässe, die jeweils zu den beiden Toren in der ersten Halbzeit führen. Kannste mal machen. Wir verweisen hier mal auf die Kritik, die an seiner frühzeitigen Abreise nach Nigeria geäußert wurde. Und wie die Einschätzung der sportlichen Leitung komplett richtig war, das zuzulassen. Brustlöser.

Das 3:0 von Burgstaller? Du siehst den Ball auf ihn zukommen und ihn parallel ausholen. Und weißt, dass der Ball gleich einschlägt. Wir erinnern uns an Zeiten, da lag der Ball in ähnlichen Situationen eher auf dem Stadiondach.

Die Flanke zum 3:0 von Hartel auch ebenso Zucker. Hartel damit mit der ersten direkten Torbeteiligung im 9. Spiel von braun-weiß. Wir würden uns riesig darüber freuen, wenn das der manchmal ja benötigte Impuls ist, auch in dieser Statistik noch eine gewichtigere Rolle zu spielen. Und natürlich nicht um der Statistik willen. Sondern weil Tore so schön sind. 

Und wenn nach dem Spiel Karim (unser Fitnesstrainer) die Jungs gleich zum Auslaufen schickt und etwas angespannt auf seine Fitnessuhr guckt, wenn die Jungs stehen bleiben zum Jubeln, dann weißt du auch, wie sehr dieses Team andere Ziele hat, als gegen Rostock gut auszusehen. 

Danke 

An B. du weißt, wer du bist. Wir sind dir zu großem Dank verpflichtet und schön, dass du da warst. An den weltbesten Fanladen: Dass ihr sagt, dass das selbstverständlich ist, zeigt, warum ihr der weltbeste Fanladen seid. Danke. Die letzte Schlacht gewinnen wir. 

Wie schön, dass auch Hermann Klauck diesen wundervollen Tag im Stadion miterleben konnte. (c) afroh

Bleiben nur noch drei Fragen: 

  1. Who the fuck is Hansa Rostock?
  2. Seid ihr eher Fanta oder Sprite-Korn Trinker*innen?
  3. Wie viele Farbschichten kriegt das das Plakat vor der Flora jetzt wohl ab?

Die Nr. 1 der Stadt und der Liga sind wir.

Jetzt nicht nachlassen. Achtelfinale im Rainer-Koch-Raus-Pokal ist wichtig. Bremen wird eine tolle Feier und dann kommt Sandhausen.

Tiocfaidh ár lá.

PS: Begrüßt doch heute ein paar Leute mit „Entschuldigung, ich hab mal ne Frage.“ „Ja, bitte?“ „Who the fuck ist eigentlich Hansa Rostock?“

PPS: Jakov Medić? Wir sind Fans!

PPPS: Danke für die Fotos an die beste Fotografin der Welt 🤎🤍

Okt 172021
 

Wir klicken uns jetzt (mit viel Kaffee und reichlich Müdigkeit) seit über einer Stunde von FCSP-Euphorie zu FCSP-Euphorie.

Einiges wurde in losen Tweets verarbeitet, nun der Versuch der Zusammenfassung

Die Tabelle

22 Punkte aus 10 Spielen. 2.2 Punkte pro Spiel. Mit 74.8 Punkten biste ja nun wirklich noch nie nicht aufgestiegen.(Und wehe hier kommt jetzt jemand und sagt, dass das an den .8 liegt!)

Die beste Halbserie dieses Jahrtausends (und vermutlich sogar der Vereinsgeschichte) war 16/17 unter Ewald Lienen. Damals gab es 34 Punkte, dazu fehlen uns jetzt noch 12 Punkte aus 7 Spielen. Bei 13 Punkten (bzw. natürlich sowieso den anvisierten 21 Punkten [“ansonsten kann Bornemann gleich seine Koffer packen”]) wäre es die beste FCSP Halbserie des Jahrtausends, vermutlich sogar aller Zeiten.

22 Punkte gab es letzte Saison nach 20 Spielen. Doppelt so häufig gespielt für die gleiche Punktausbeute. Diese Saison in den 10 Spielen 21 Tore, die hatten wir letzte Saison nach 16 Spielen.

Spiel gedreht!

Das war das erste Spiel, das wir unter Timo Schultz nach Rückstand noch drehen konnten.

Bisher lagen wir diese Saison sowieso erst 3 mal zurück, gegen Hannover haben wir das 0:1 bekommen und dann auch ohne eigenes Tor verloren. In Paderborn waren wir zu zehnt 1:0 in Führung gegangen, um uns dann kurz vor der Halbzeit den Ausgleich selbst reinzumurmeln und dann noch zu verlieren.

Gegen Heidenheim liegen wir jetzt zurück und drehen das Spiel dann noch. Die Mühe, zu gucken, wann das vorher zuletzt geklappt hatte, hat sich der Millernton schon gemacht.

Und Bielefeld war das “famose” Spiel mit dem Polizeieinsatz, wo der Ausgleich vor relativ leeren Rängen gelang, weil große Teile der aktiven Fanszene demonstrativ das Stadion verlassen hatten. Letzte Spiel vorher war dann auch 18/19 am 1. Spieltag gegen Magdeburg.

Lazarett? K(aum )ein Problem!

Ohlsson, der letzte Saison unfassbar wichtiger Stabilisator war, seit Monaten verletzt – aber wieder voll im Training. Smith verletzt nicht dabei. Wieckhoff mit neuer Knieverletzung und unbekannter Ausfallzeit. Matanović wieder im Training aber auch noch nicht kaderfit. Avevor ebenfalls seit langem verletzt. Daschner verletzt. Knoll verletzt. Amenyido verletzt.

8 Spieler, die auf jeden Fall Kaderpotential, häufig sogar Startelfpotential haben nicht dabei. 8 Spieler von denen einige wirkliche Unterschiedsspieler sein können.

Merkt man davon auf dem Platz irgendwas? Nein! Schulle stellt da ne Elf hin und es wirkt so als würden die genau richtigen Spieler zusammenspielen. Was natürlich nicht heißen soll, dass die obigen 8 nicht auch ganz schnell wieder ganz fit werden sollen und wir euch diese Saison hoffentlich auch alle noch auf dem Feld sehen können.

Spieler, deren Stärke wir mit wenigen Worten beschreiben können

Das ist jetzt sicher von der Euphorie geprägt,aber wann, wenn nicht jetzt?

Vasilj? Strafraumbeherrschung!
Zander? Offensiv immer eine Gefahr!
Ziereis? Zweikampfstark!
Medić? Abgekocht ohne Ende!
EDIT, weil wir keinen Chief Editor mehr haben: Paçarada? Defensiv stabil UND geile Flanken
Aremu? Steht fast immer da, wo er defensiv stehen muss!
Irvine? Was für eine Übersicht!
Hartel? Umschaltspiel!
Buchtmann? Giftig!
Kyereh? Ballkontrolle, Dribblings, Zuckerpässe!
Burgstaller? Eiskalt!

Dittgen? Was für ein Antritt!
Benatelli? Kannste in der Not immer den Ball geben!
Makienok? Schwer zu verteidigen!
Lawrence? Stabilisator!
Becker? Lösungen auf engstem Raum!

[Was für ein Luxus, diese Spieler von der Bank bringen zu können. Und dann noch Beifus, Dźwigała und Ritzka auf selber sitzen lassen zu können. Und obiges Lazarett zu haben.]

Das Team macht den Unterschied und hat noch viel vor

Wir haben uns in der Kabine eingeschworen und besprochen, was wir verändern wollten. In der zweiten Hälfte hatten wir mehr Aktivität im Spiel.” Maximilian Dittgen nach Heidenheim. 

“Wir haben die erste Hälfte in der Kabine knallhart analysiert und uns viel für die zweite Halbzeit vorgenommen.” Philipp Ziereis nach Heidenheim

“Ich kann die Tabelle auch lesen und sehe, dass wir Spitzenreiter sind. Das fühlt sich sehr gut an. Es fühlt sich für mich aber auch immer sehr gut an, zur Kollau zu kommen und zu wissen, dass wir noch viel zu tun haben und wir in Phasen von einzelnen Spielen oder ganzen Spielen nicht so gut waren, wie einige uns sehen.” Timo Schultz nach Dresden

„Wir hatten ein paar schwierige Momente, wir haben es als Team aber gut gelöst. Es war eine heiße Atmosphäre, wir hatten aber die Erfahrung in unserer Mannschaft, um ruhig zu bleiben.“ Jackson Irvine nach Karlsruhe.

Und die Liste der Zitate könnten wir jetzt lange so fortsetzen.

Was wir daraus lesen? Die Jungs haben wirklich Bock, die wissen, was sie können, die wissen aber auch, dass es in jedem Spiel noch kleine und große Sachen gibt, die verbessert werden können. Die sie aber vor allem verbessern wollen und die klarmachen, dass das hier nicht das Ende der Reise ist, sondern dass wir gerade erst anfangen.

Die – subjektiver Eindruck – auf dem Platz viel miteinander kommunizieren. Die keine Brandreden vom Trainer brauchen, um “aufgeweckt” zu werden, die das einfach selbst machen. Spieler (Simon) die Fans bei der eigenen Einwechslung auffordern, noch mal für den Spieler, den sie ersetzen (Burgstaller) zu jubeln. Spieler, die wissen, wann sie ablegen müssen (Kyereh auf Dittgen) statt es unbedingt selbst machen zu wollen. Spieler, die keinen unzufriedenen Mucks von sich geben, wenn sie mal nicht in der Startelf sind. 

(Und ja, vergleicht das noch mal mit vorherigen Teams, die hier auch schon auf dem Platz standen.)

Die Leichtigkeit des Seins

“Was kann mir schon gescheh’n?” singt Vicky Leandros.

Und ganz ehrlich? Wer soll uns so stoppen? Außer wir selbst? Und warum sollten wir uns unter diesen Voraussetzungen stoppen wollen?

Klar, es wird auch schwierige Phasen geben. 

Aber wir haben gegen Heidenheim gezeigt, dass wir eine nicht so gute Halbzeit einfach ausbügeln und dann innerhalb von 5 Minuten Spiele komplett drehen können, wenn wir richtig Druck aufbauen. Wir haben gegen Regensburg gezeigt, dass wir geduldig warten können, bis wir das Tor machen und nicht kopflos anfangen anzurennen. Wir haben gegen Paderborn gezeigt, dass das Kollektiv auch im Rückstand kämpft und sich nie aufgibt (und dass man da dann trotzdem mal verliert, gehört zum Fußball). Wir haben gegen Dresden gezeigt, dass wir einfach ganz schnell in Führung gehen können und dann nie auch nur ein Fünkchen Zweifel am Sieg aufkommen lassen.

Tonight we’re gonna have a real good time
We feel alive
And the world we’ll turn it inside out, yeah
We’re floating around in ecstasy
So, (don’t stop us now)
(Don’t stop us)
‚Cause we’re having a good time, having a good time

(Frei nach Queen)

Immer weiter vor, keinen Schritt zurück.

Okt 162021
 

Sportlich? 

So musst du in der 2. Halbzeit zurückkommen, wenn du aufsteigen willst. Da ist ganz viel Raum nach oben. Und wir gewinnen VOR FANS in Heidenheim. 

Dittgen als Einwechselspieler ändert einfach die gesamte Dynamik eines Spieles. Und bis sich der Gegner auf die Änderung eingestellt hat, haben wir ihm drei Dinger rein gemacht. 

Und dieses 3-1? Was für ein Stürmertor! Ihm fällt der Ball auf den Fuß und wo andere lange überlegen, was sie nun machen, biegt Guido schon zum Jubeln ab. 

Ist das alles geil, würden wir gerne unbefreit feiern. Können wir aber nicht. Und das ist scheiße. Warum folgt jetzt. Man mag uns jetzt ewige Nörgler*innen nennen, aber uns ist das wichtig.

Es ist immer noch Pandemie

Ihr erinnert euch? Letzte Woche Süd? Pandemie nach 19.10 Sekunden vergessen. Unter 2G Bedingungen. In Heidenheim gilt 3G, mit Maskenpflicht im Block. Das ist die Bedingung, unter der Menschen sich entscheiden, ins Stadion zu kommen. 

Karlsruhe war vor 3 Wochen, da galten die gleichen Bedingungen, da waren Abstände überall möglich und das Ordnungspersonal hat ziemlich konsequent auf Einhaltung der Regeln geachtet.

In Heidenheim fühlen wir uns an Schilda erinnert. Wie tue ich in der Pandemie so, als würde ich mich um deren Eindämmung bemühen, ohne wirklich was machen zu müssen? 3G Kontrolle (übrigens ohne angekündigte Beachfahne) halbherzig ohne Scannen und mit sehr flüchtigem Blick auf das Zertifikat, auf Maskenpflicht weise ich genuschelt in der Halbzeit hin und schicke Ordner*innen mit Schild („Maskenpflicht beachten“) nur durch die Sitzblöcke. 

In kurz? Da kann ich organisatorisch viel viel mehr machen, um die Bedingungen, unter denen das Spiel stattfinden soll, auch umzusetzen. 

ABER. Wir sind St. Pauli. Wir wollen der andere Fußballverein sein, Solidarität soll in unserer DNA sein. 

Die Menschen, die Maske tragen kannste an einer Hand abzählen. Und ja, wir holen sie jetzt raus, die großen Worte, die Solidarität. Das Tragen einer Maske, um uns selbst und andere zu schützen, ist der einfachste Akt der Solidarität in so einer Pandemie. Damit sind wir dann offenbar in der Mindermeinung. 

„Du bist auch so ne Frau, die sich immer nur als Opfer sieht“

Filmen im Block? Mögen wir nicht, haben wir tausendmal erläutert. Wir haben geguckt, die letzten Beiträge aus Heidenheim erwähnen das Thema jedes Mal. Das Nicht-Filmen sollte aber eben Norm sein, insbesondere in der Süd, aber eben auch in Auswärtsblöcken. 

Das sprechen wir gegenüber den filmenden Menschen immer wieder an, mal freundlich, mal sehr direkt, mal gebrüllt, auch je nach Umstand. 

Diesmal sind wir gegenüber dem Dude ruhig, wollen erläutern. Wenn wir dann innerhalb von wenigen Augenblicken als „Nazi“ bezeichnet werden, disqualifiziert das die Person ja eigentlich schon komplett. Dass Leute sowas von sich geben, ist das eine. Dass das Umfeld da keinen Mucks von sich gibt, entzaubert dann aber ganz schnell jegliche St. Pauli Harmonie. 

Noch mal: Da sucht jemand ruhig (!) das Gespräch, will erklären, und wird ohne einen vollständigen Satz gesagt zu haben mit einer Hasstirade überzogen, die mit „Nazi“ beginnt und mit obigem Zitat endet. 

Hopfen und Malz verloren, der Ausdruck wurde quasi für diese Situation erfunden. Das Krönchen ist dann, dass das Umfeld das ganze amüsiert betrachtet und den verbalen Komplettausfällen nichts entgegnet. Das sagt dann leider auch mehr über unsere Kurve als uns lieb ist.

Und wisst ihr was? Dass wir im Patriarchat leben erkennt man daran, dass wir uns bis jetzt fragen, was wir hätten anders machen können. Neutral ist vermutlich der einzige Fehler wahrscheinlich mit solchen Leuten das Gespräch zu suchen und nicht das dem „Nazi“ nicht direkt zu beenden. Da ist jemand verbal übergriffig. Und wir suchen den Fehler bei uns. St. Pauli im Oktober 2021. 

Menners endlich aus der Kurve, damit die Kurve leben kann. 

(Moin Senior des Blogs hier, der bei besagter Szene nicht anwesend war, der aber später in räumlicher Nähe der Magischen stand und genau den gleichen Dude deutlich später am Tag auch darauf ansprach, weil er auch mir ins Gesicht filmte. Und ich bekam sehr wenig Widerrede. Und sorry Leute, das liegt daran, dass da dann ein bärtiger 1,90 Dude spricht. Und das kann es nicht sein. Echt nicht. Männer raus aus der Kurve, bis wir diese Problematik gelöst haben. Es geht nicht mehr anders.) 

Nie, nie, nie wieder Heidenheim

Wir schrieben beim letzten Auswärtsspiel schon, dass der Heidenheimer Gästeblock und wir keine Freund*innen mehr werden. Signifikant niedrigere Frauenquote, signifikant höhere Dude-Quote. Jedes Mal in Heidenheim unangenehme Erlebnisse, die uns den Spieltag verhageln. 

Wir wirklich keine Lust mehr, herzukommen. Aber so lange wir hier Spiele angesetzt bekommen, so lange kommen wir. Wir sind da, wir sind laut. Und wir geben nicht Ruhe, bis sich auch alle Menschen, die nicht cis-männlich weiß gelesen sind, hier wohlfühlen.

„Das sind die vom MagischenFC, die motzen immer nur“.

Nö 😎

  • Fraueneinlass sehr viel schneller als Männereinlass (weil halt kaum Frauen da, s.o.) und auch endlich mal ohne unangemessenes „Abtasten“
  • Super Mitfahr*innen, super Fahrer*innen (danke, dass ihr hinterm Steuer saßt und wir trinken konnten) und das Buffet des Jahres. Waffeln Leute! Es gab Waffeln! 
  • Es ist auch schön endlich wieder die ganzen positiven Verrückten regelmäßig im Block zu sehen, mit denen wir schon seit Jahren fahren. Die sich noch unwohl fühlenden und damit fehlenden: wir denken an euch. Wir sind bereit, wenn ihr es seid. <3
  • Die Paderborner Parkplatzinfrastruktur (Insider)
  • Das Verweilen im Block nach dem Spiel, um das alles noch wirklich einzusaugen, führt dann zu ausdauerndem Anfeuern der auslaufenden Spieler. Die die Atmosphäre auf und vor allem hoffentlich mitnehmen.
  • Auf der Rückfahrt wurde bisher 2x die Musik aufgedreht. Zu „Wer wird deutscher Meister“. Und zu Scooter. Naja, immerhin keine DJ Ötzi Diskussionen.
  • Diese Mannschaft 

Der FC St. Pauli ist die einzige Möglichkeit. 

Keine Schritt zurück, nicht auf dem Platz, aber vor allem auch nicht daneben. 

PS: Jakov? Wir sind Fans!

PPS: Von Jacob auch! 

PPPS: Uns wurde dieses Foto von Menschen im Gästeblock geschickt. Der dumme Spruch zur Einordnung ist uns noch nicht eingefallen. Euch vielleicht?

Okt 062021
 

„Wenn wir aufsteigen…“ 
„Nein, sobald wir aufsteigen. Das ist nicht kausal. Das ist temporal.“ 

Dieser Dialog ist fiktiv. Es ging um wichtigere Dinge. Vereinspolitisches. Am wichtigsten aber: Jetzt ist die Zeit aufzusteigen. Wer war noch mal Tabellenführer? Keinen Schritt zurück. Diesen Platz geben wir nicht mehr ab. 

2G ist richtig. Volles Stadion sofort, wenn es logistisch möglich ist. Die Menschen müssen diesen FCSP sehen. Kann jemand eine Truppe erinnern, die so Spiele bestimmen, nach ihrem Wunsch gestalten und den Gegner so dominieren kann? Dresden hat am Ende zwei ernsthafte Abschlüsse. Und die sind ja nicht mal eine schlechte Truppe im Zweitliganiveau. Trotzdem zeigen wir nach einer Minute, dass hier nur einer gewinnen wird. Eine Minute Druck? Zack! Tor! Danach kontrolliert und in allem überlegen. Medić? Fans! Irvine? Fußball spielen! Kann sich noch jemand an Ohlsson, Smith und Becker erinnern? Buchti? Als 10? Wow! Der Junge ist einen Gesundbrunnen gefallen! Was für eine Ansage! Toll! Es sei dir gegönnt. Burgi? Hundeschnauzen sind warm dagegen. Nicht ganz so gut aus der Kabine gekommen? Dresden sieht trotzdem keinen Stich. Und die haben eine Woche zuvor Werder ziemlich abgefertigt, falls ihr euch noch erinnert.

2G? War es für den Süd-Teil des Kollektivs ja das erste Spiel in der wieder vollen Süd hatten wir uns gefragt, ob es irgendwie komisch wird, so vielen Menschen so nahe zu kommen. So können wir für uns festhalten: Keine 19,10 Sekunden hat es gedauert, bis die Pandemie vergessen und wir in der Süd eingetaucht waren. Hach, das war toll! Unser Verständnis für Impfgegner*innen ist ja sowieso schon nicht vorhanden. Aber wie bekloppt seid ihr denn, dass ihr sowas nicht auch wieder erleben wollt?

Nicht so toll? Immer wieder Leute anzählen, die Menschen im Block fotografieren, die nicht fotografiert werden wollen. Lasst es doch bitte einfach. Insbesondere, wenn ihr euch auf der Süd aufhaltet. Auch nicht so toll? Mackertum. Mit „seid viel zu schwach, seid uns weit unterlegen“ werden wir nicht mehr warm.

Mal ehrlich Leute. Wir sind Tabellenführer. Und dies zu Recht. Nicht aus Glück, nicht weil 2. Spieltag ist, sondern weil wir gut sind. Wir gehören da hin. Alles wirkt geplant, durchdacht und souverän. Wann hatten wir das mal am Millerntor? Zwei Wochen scheint uns jetzt die Sonne aus dem Arsch. Und niemand kann dagegen was tun. 

Coach Schulle wird garantiert noch viel zum Verbessern finden, aber wir als Fans? Wir wissen gar nicht wohin mit unserem Glück. Wir steigen auf. Wir wollen aufsteigen. Es gibt nur diese Möglichkeit. Wir wollen Bayern am Millerntor an die Wand spielen. Wir können das. Wir sind St. Pauli. 

Menschen in verantwortlicher Position winken beim Wort mit 8 Buchstaben lieber noch ganz schnell ab. Das ist ok. Aber wir sind Fans, wir dürfen das aussprechen. Wir wollen aufsteigen. Das schreiben wir seit Jahren in diesen Blog. Und gerade fangen wir an daran zu glauben.

Dresden? Ja auch im Gästeblock mit „Fachpublikum“ vertreten. „Oh guck mal, es gibt ja doch geimpfte Sachsen“ „Nein, das sind nur Genesene“. Und 6 Zivibullen. Sorry, SKBs heißen die ja. „Sind die wohl geimpft oder genesen?“ Dass man euch aber auch einmal quer übers Spielfeld rüber direkt erkennt ist schon ne Leistung.
(Ob das wirklich welche waren? Wir lassen uns den Gag doch nicht von der Wahrheit kaputt machen.)

VAR? Kann man grundsätzlich ja auf jeden Fall diskutieren. Wenn aber im ganzen Umfeld alle rätseln, warum jetzt was genau gepfiffen wurde und nicht mal die Kicker App so richtig aushilft, dann kann man mindestens mal feststellen, dass die Umsetzung für Zuschauer*innen im Stadion immer noch beschissen ist. Späteres nochmaliges Anschauen sagt „klarer Elfer“, aber verdammt dann zeigt uns doch die Bilder im Stadion oder lasst den Schiedsrichter das kurz erklären. In diversen anderen Sportarten klappt sowas ja auch. Aber ja liebe Fußballfunktionäre bei FIFA, UEFA, DFB und DFL (bewusst nicht gegendert): Wir wissen, dass euch Stadionpublikum egal ist.

Fußballfunktionäre und Verbände? „Friede den Kurven. Kampf den Verbänden“ stand da vor dem Spiel vor der Süd geschrieben. USP hat  dann im Verlauf des Abends noch ausführlicher Stellung bezogen:
„Es zwingt sich der Eindruck auf, dass die gesamte Struktur der DFL und des DFB nur für die Erhaltung des Status Quo, sowie eigener privater Interessen arbeitet. Das Handeln und die Konsequenzen um den Geschäftsbetrieb in der schlimmsten Zeit der Pandemie in Europa führte nicht zu Demut, sondern nur zu neuer Schamlosigkeit: Der unregulierte Bereich der Spielerberater, das Geschachere um Jugendspieler, die permanenten Angriffe auf die 50+1 Regelung und die überhitzte finanzielle Dynamik des Wettbewerbs, die immer mehr Vereine in den Ruin oder risikoreiche Finanzkonstrukte drückt, sind nur einige Beispiele für das, was derzeit so verdammt falsch läuft.
[…]
Wir dürfen diesen Leuten, die bei allem was sie tun nur an ihre eigene Bereicherung denken, nicht das Feld überlassen. Werte wie Freundschaft, Miteinander und Solidarität, die für unsere Bewegung elementar sind, zählen für sie nicht. In ihrer Welt geht es einzig um den Profit. Diese Leute haben das, wofür wir alle leben, nie verstanden. Und sie werden es auch nie tun. Für uns gilt deshalb:Ein andere Fussball ist möglich, aber nicht mit diesen Verbänden!Wir laden alle Fans dazu ein, den alten reichen Männern in ihren teuren Wein zu spucken und ihnen den herzlosen, möglichst profitablen Fußball, den sie sich so sehr wünschen, so gut es geht zu verderben. Wir müssen immer wieder den Finger in die Wunde legen und dürfen diese Art von Fußball nicht kommentarlos geschehen lassen.“

In Form einer Person hatten wir ja das „große Vergnügen“ einige diese alten reichen Männer kennenzulernen und mit ihnen über die Zukunft des Profifußballs nachzudenken, zu diskutieren und zu streiten. Und naja, vom „in den Wein spucken“ wollen wir euch nun wirklich nicht abhalten. Wenn man drüber nachdenkt, ist es immer noch unerträglich, wie viel positive Kraft in diesem Sport steckt. Und was Profitgier, Egoismus und Hybris daraus machen wollen.

„Mensch seitdem die Süd wieder besetzt ist, sehe ich das Spiel nicht mehr. Ich muss aber immer dringend die Highlights gucken. Man spielen die gut.“Schön, dass ihr wieder da seid, beste Ultras. 

Menschen sehen sich nach 19 Monaten wieder. „Treffen wir uns wie immer?“ klappt trotz der Pause. Es fehlen noch Menschen. Weil sie noch nicht cool mit Menschenmassen sind. Ihr fehlt. Lasst euch Zeit. In unserem Herzen und auf unseren Stufen ist Platz für euch. 

Jubel? Die Co-Trainer, der Athlektiktrainer und der Team Manager schunkeln etwas hinterm Team vor der Süd mit. Der Trainer und Sportchef von der Mittellinie aus. Und die haben alle sicher Spaß zusammen. Und wir freuen uns, das zu sehen.

Fast untergegangen? Wir haben das ehrlicherweise im Stadion gar nicht mitbekommen. Den Grüßen schließen wir uns dann aber doch vollumfänglich an. Passender Zeitpunkt, passender Gegner, passende Nachricht. Weiter, immer weiter. („Das sind die vom MagischenFC, die motzen ja gar nicht immer.“)

Drumherum? Ida? Die Waffeln sind gut, aber der Laden ist nur 7/10. Trotzdem danke, dass du ihn uns empfohlen hast. Und Simon knipst auch wieder. Spätestens im Derby! Endlich ist „Spielerfrauen Instagram“ für was gut. Nicht nur für beige Welten. Love you Ida! 

Liebe Menschen treffen wir. Es ist schön. Feldstern hat Platz für uns. Essen für alle, sonst gibt es Krawalle! Und Whisky für die besondere Menschen. Love you all. „Hey du Tabellenführer!“ „Das ist jetzt aber eine billige Anmache.“ 

2G? Ist geil. Im Jolly geht alles. Und noch mehr. Tanzfläche? Bald wieder. Habt ihr gehört, dass es beim magischen Stress gegeben hat? Ja deswegen stehen da Ex-Kollektiv und akut Kollektiv Arm in Arm vor dem Jolly. Wir können den gegenseitigen Hass nämlich gut überspielen. (Das ist übrigens gelogen. Grüße nach Dresden. Und den nächsten Gast gleich mit.)

Wir treffen noch einen Olympioniken. Toll! Schön, dass du den FCSP repräsentierst. 

Der Morgen danach? Kater ist ja nie schön, aber definitiv schöner wenn man nicht lohnarbeiten müsste. Also: Bitte mehr Samstagsspiele, wenn das ginge?. Aber das Grinsen beim Gedanken an den Tabellenplatz gleicht viel wieder aus. Und das „Nächstes Jahr spielen wir dann endlich mal wieder gegen Euch“ vom Erstligakollegen ging runter wie Öl.

Keinen Schritt zurück! Tiocfaidh ár lá! Wer war noch mal Hansa Rostock?