Dez 242020
 

Vorwort

Liebe Leser*innen, wie jedes Jahr (und nächstes Jahr selbst zweimal) bieten wir auch unter diesen ungewöhnlichen Umständen einen Bericht über die Mitgliederversammlung des FC St. Pauli von 1910 e.V. Das Ganze hat sich über die Jahre zu einem kommentierten Archiv des Zustandes des FCSP entwickelt und hat aus unserer Sicht alleine dadurch einen Wert. Auch dieses Jahr ist dieser Bericht wieder in großen Teilen eine Bestandsaufnahme und ein Vorschlag zu einem Zukunftsdiskurs.

Wer mal lesen möchte, wie weit wir gekommen sind in den letzten Jahren, der lese sich mal den Bericht zur MV 2003 durch, der beim FC 42 immer noch abrufbar ist. Da war unsere Stadiongesellschaft noch 0 Euro wert, weil gerade mal wieder ein Stadionprojekt mehr oder minder gescheitert war, und wir machten 2,2 Millionen Euro Verlust in einem „normalen“ Jahr.  Wir alle meckern viel und vielleicht ist das im besten Hornbyschen Geist, der Unzufriedenheit als den Normalzustand von Fußballmenschen definierte; aber wenn man 2003 gegen 2020 hält, dann meckern wir auf deutlich höherem Niveau. Ist so. 

Das Ganze ist ein Herzensprojekt unseres Pensionärs und wurde von ihm hauptsächlich abgetippt und erstellt. Insbesondere unter Unterstützung von Flossi.  

Die praktischen Dinge

Es wird ein Hörbuch geben. Wann genau dies der Fall sein wird, können wir jetzt noch nicht sagen. Wir werden euch auf den üblichen Kanälen informieren, wenn es so weit ist. Sollte es am Ende zu Differenzen zwischen dem gesprochenen und geschriebenem Wort kommen, dann gilt immer das geschriebene. 

Wir verweisen auch auf die beiden Berichte der Townhalls, die vor der MV stattgefunden haben. Das ist uns wichig, weil wir hier nicht noch mal die Finanzen und das sportliche Konzept aufdröseln wollen, die auf diesen Veranstaltungen in Breite diskutiert wurden. Lest die, denn wir setzen im Folgenden teilweise die Kenntnis dieser Inhalte voraus. 

Dieser Bericht basiert auf einer handschriftlichen Mitschrift des Gesagten. Diese wird mit dem abgeglichen, was der Verein so auf Twitter und Homepage veröffentlicht, und wir haben auch Redemanuskripte auf dunklen Wegen (man nennt diese E-Mail) zugeschanzt bekommen.

Trotzdem kann es immer Fehler geben und gerade wenn die Pausen für Applaus fehlen, dann wird es noch schwieriger, mitzuschreiben. Wir können kein Steno. 

Namen der sprechenden Menschen nennen wir dort, wo sie vereinsöffentlich sind. Das heißt, sie sind entweder in Amt und Würden oder aus anderen Gründen berühmt. Bei Internetmenschen nutzen wir gerne Mal den dort geläufigen Namen. Wir versuchen eigene Meinungen und Anmerkungen von der Abschrift zu trennen. Unsere Meinung ist kursiv geschrieben und so zu erkennen. Nicht so gut, wie in Farbe, aber dafür einfacher zu generieren. Sollten wir uns irgendwo nicht einig sein, dann würden wir das kennzeichnen. 

Wir versuchen Zwischenüberschriften zu setzen, die sich an der Tagesordnung orientieren. Und in den Reden weiteren ordnende Überschriften zu setzen. Wir gendern durch. Alle Redner*innen bemühten sich um eine gendergerechte Sprache. Das wird noch mal im Verlauf Thema. Und nun rein in die Vollen.

Vorlauf

Unser Präsident ist ja ein Schlingel, nech? Schrieben wir doch letztes Mal, dass vollständige Sätze nichts mehr seins werden. Schreibt er uns daraufhin, dass es nie ganze Sätze geben würde, denn dies würde ja langweilig. Um dieses Mal beinah nur vollständige Sätze zu reden. Okay, wir nehmen die Pointe vorweg. 

So eine digitale Versammlung ist für alle Beteiligten Neuland. Das Anmeldeformular war etwas missverständlich, aber zumindest auf Twitter waren sich irgendwann alle User*innen einig, was wo hingehört. Was der Verein bei Gelegenheit mal machen muss, ist, alle Menschen über ihre gerade aktuell gültige Mitgliedsnummer zu informieren. Die haben wohl im Buchungssystem des Vereines den Format M0XXXXXX, so haben das aber viele Menschen nicht auf ihren Ausweisen notiert. Da gab es bei uns doch ein bisschen Verwirrung. 

Das verwendete System hatten schon andere Bundesligisten für ihre MVs benutzt und letztendlich erwies es sich auch als stabil und gut handhabbar. Was nicht so gut war: Passworteingabe ohne Wiederholung in ein Feld, welches „eigener Login“ beschriftet war und am Ende wird das Passwort im Klartext mit der Einladungs-E-Mail rausgejagt. Da schreien Datenschützer*innen einmal ganz laut. Aber nun gut, das hatte der FCSP so eingekauft und es gab wenig Alternativen, wo man sich sicher sein konnte, dass diese dann auch funktionieren. Und wie schon gesagt: Am Abend verlief dann alles reibungslos. 

Natürlich gab es noch einen braune M-&-Ms-Moment, als der Twitteraccount fröhlich den Versand der E-Mails verkündete, dieser aber nicht vollständig funktioniert hatte. Es blieb im Rahmen der MV 2020 der Einzige. Und das finden wir mal positiv.  Um 18 Uhr wurde das Portal freigeschaltet und gespannte Menschen sammelten sich an den Bildschirmen. Bei einer normalen MV würden wir nun unsere Plätze suchen, das Popcorn zum Beschmeißen von Elo bereit stellen, den Senior ein bisschen wegsetzen, damit wir ihm nicht zu laut sind … aber dies fiel alles weg. Dafür Alkohol in Griffweite. Es ist nicht alles schlecht. 

Einloggen funktionierte problemlos und so lief über die Speaker beste Fahrstuhlmusik, die um 18:44 von einem lauten „Haaaaalllloooo???“ in einer tiefen Stimme unterbrochen wurde. Nun waren bis 19 Uhr immer wieder „Test, Test“ zu hören und auf dem Bildschirm ein Countdown zu sehen.  Pünktlich begann die MV. Auch ein Novum beim FCSP.

Eröffnung und Begrüßung

Oke (Göttlich) eröffnete die Veranstaltung, begrüßte aus dem Fernsehstudio Ballsaal und erläuterte, dass alle Anwesenden sich einem Coronatest unterzogen hätten, der bei allen negativ ausgefallen sei. Es seien besondere Zeiten und die würden besondere Maßnahmen erfordern. Und damit herzlich willkommen vor den Bildschirmen. Man freue sich, dass so viele erschienen seien. 

Er übergab an Dr. Kristian Heiser (KH), der erklärte, dass er zum zehnten Mal die Leitung übernehmen dürfe, diesmal blicke er in eine Kamera und nicht in einen gut gefüllten Saal. Dies sei eine Herausforderung, die man aber auch meistern werde.

Mehrere Beteiligte berichteten nach der MV davon, dass das sehr ungewohnt und auch ein bisschen unangenehm gewesen sei, nur vor Kameras zu reden. Und wir können das sehr gut nachvollziehen. Seine Prognose trat aber ein, alle meisterten das. 

„Ich eröffne also hiermit die Mitgliederversammlung des Fußball-Club St. Pauli von 1910 e.V um 19:02“. 

Bei der vollen Namensnennung geht einem doch das Herz auf. Wusstet ihr eigentlich, dass unsere Satzung diesen Namen mit einer Fußnote versieht und dann folgendes schreibt „Auch: „Fußball-Club St. Pauli v. 1910 e.V.“ Beide Termini sind rechtsgültig.“. Danach nicht rechtsgültig: „Fußball-Club SANKT Pauli von 1910 e.V.“ wir möchten an dieser Stelle @_cluny_ grüßen. 

Dann sagte er, dass er Kristian Heiser heiße und Oke unterbrach ihn und meinte nur „ist mir total durchgerutscht“. Oke meinte dann weiter, dass sein Kopf noch nicht ganz da gewesen sei und ergänzte, dass er sich freue, wenn KH die Versammlung leite. Wenn man als MV dagegen sei, müsse eine 2/3 Mehrheit her. 

Bevor jetzt jemand Widerspruch einlegt, weil unsere Versammlung nicht ordnungsgemäß geleitet wurde: § 16 Nr. 1 der Satzung (§§ ohne Nennung irgendeines Gesetzes oder so sind ab jetzt immer §§ der Satzung) regelt, dass der/die Versammlungsleiter*in vom Präsidium bestimmt wird. Eine Form oder eine Mitteilung dieser Bestimmung an die MV ist nicht vorgesehen. Für die Satzung hätte also selbst die erste schlanke Übergabe an KH vollkommen ausgereicht. Im Notfall hätte man darin eine konkludente Bestimmung durch das Präsidium sehen können. 

KH führte weiter aus, dass er 50 Jahre alt sei, Rechtsanwalt sei, dass er Mitglied der AFM sei und den Verein schon seit vielen Jahren juristisch begleite. Man könne mit einer Zweidrittelmehrheit eine*n anderen Versammlungsleiter*in bestimmen, dies sei ein bisschen schwierig, denn diese müsse hier entweder anwesend sein oder schnell hier sein und dürfe nicht Aufsichtsrat oder Präsidium angehören. 

Nun gibt es absolut keinen Grund, KH abzusetzen. Aber dies zeigt schon, wie schwierig eine virtuelle MV unter Coronabedingungen ist. Es ist dann vielleicht auch nicht schlecht, virtuelle Versammlungen in der eigenen Satzung schon geregelt zu haben. Aber da kommen wir im Fazit noch drauf zu sprechen.

KH führte dann die Formalien aus, Fragen und Anträge könnten über das Chatsymbol auf dem Bildschirm gestellt werden. Bitte in das Textfeld schreiben und dann abschicken. Wenn es ein Geschäftsordnungsantrag sein soll, dann bitte entsprechend kennzeichnen, dieser werde dann vom Backoffice bevorzugt zu ihm geleitet und könne dann behandelt werden.

Jedes Jahr wieder der Hinweis, dass wir als MV keine Geschäftsordnung haben, uns keine geben und unsere Satzung auch keine vorsieht. Das ist eine Lücke, die mal ausgefüllt werden sollte. Dann würden Geschäftsordnungsanträge auch Sinn ergeben. Ihr werdet jetzt Fragen, warum das problematisch sein kann. Ein Beispiel: Es wird später das Ende der Aussprache beschlossen. Auf welcher Grundlage? Die Satzung sieht das nicht vor. Wenn da ein Mitglied pissig wird, dann klagt er da, weil seine Rechte beschränkt wurden ohne Grundlage. 

Die Versammlung sei nach § 16 Nr. 4 nicht öffentlich. 

Ihr habt den Bild Artikel in diesem Blog gelesen? Diese Regelung ist irgendwie Unsinn, wenn das Präsidium nach § 14 Nr. 6 Presse akkreditiert. Aus unserer Sicht wäre es deutlich besser, wenn die MV selber darüber entscheidet, ob und wie sie Presse anwesend haben möchte. Und das ist in anderen Vereinen auch üblich. 

Er bitte nun also Aufnahmegeräte auszuschalten. KH führte aus, dass eine Überprüfung nicht dieser Regel natürlich nicht möglich sei er aber appelliere sich dran zu halten. Twitter sei aber kein Problem. 

Die jährlichen Jubelstürme der Twittergemeinde waren diesmal bundesweit zu hören.  

Der Verein mache aber nach § 16 Nr. 2 einen Mitschnitt, auf den nur die Organe außer der MV Zugriff hätten.

Das ist ein bisschen verkürzt das, was in der Satzung steht. Denn auch die Protokollführung hat natürlich Zugriff und Uschi Steinhoff ist zwar eine Bank für diese Tätigkeit, aber kein Organ. 

Nach § 16 Nr. 2 werde Uschi Steinhoff zur Protokollführerin bestimmt.

Unsere Satzung sieht zwar vor, dass auch ein Nichtmitglied zur*m Protokollführer*in bestimmt werden kann, regelt aber die Bestimmung an sich gar nicht. Das ist auch sehr spannend. Ja, das ist alles Formalfoo (wenn die Piraten eines geschafft haben, dann dieses Wort geprägt zu haben), aber so etwas kann extrem viel Ärger machen. Nun ist das bei uns zur Zeit gefühlt königlich auf Lebenszeit mit Uschi Steinhoff besetzt, der hier wie jedes Jahr ein riesiger Dank ausgesprochen werden soll. Wir schreiben hier ja nur zum Spaß und Vergnügen mit, aber ein offizielles Protokoll über das alles zu führen, ist noch mal eine ganz andere Sache.

Die Mitgliederversammlung hat grundsätzlich Beschlüsse in einer Präsenz zu fassen nach § 32 BGB, es ist umstritten, ob auch eine virtuelle Versammlung möglich sei. Jedoch habe der Gesetzgeber in Art 2 § 5 des „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht“ geregelt, dass Vereine auf Wunsch des Präsidiums auch virtuell ohne Anwesenheit online abhalten kann. 

Das BGB ist von 1900. Und man merkt es spätestens dann, wenn trotz mehrerer Reformen (die das Gesetz nicht besser gemacht haben, wenn den Hausjuristen jemand fragt) immer noch von einer Vor-Ort-Veranstaltung ausgegangen wird. Die herrschende Meinung sagt, dass eine virtuelle Versammlung auch in normalen Zeiten möglich ist, wenn denn die Satzung des e.V. das vorsieht. Was unsere Satzung nicht tut. So also nun über die Corona-Gesetzgebung ohne weitere eigene Regeln. Und da kommt ein Gedanke zum Tragen, den wir wieder aufnehmen: Eine Versammlung vor Ort hat ganz viele Vorteile, aber man sollte in der Satzung regeln, was eine Onlineversammlung kann und was nicht. Diese Vorsorge sollten wir alleine deswegen treffen, weil die nächste Pandemie garantiert kommt. Und dann sollte eine „ungeregelte“ Versammlung vermieden werden. Nebenbei: Das zitierte Gesetz ist am 27.03.2020 verkündet worden. Da sieht man mal wie schnell der Gesetzgeber sein kann, wenn er denn will. Auch wenn es jetzt einem wie Jahre her vorkommt: Am 08.03.2020 standen wir alle noch im Sandhausener Stadion.

KH führte weiter aus, dass man erst beabsichtigt habe, am 15.11.2020 eine Veranstaltung in Präsenz abzuhalten, dies dann aber wegen der Verschärfung der Lage und den damit einher gehenden Einschränkungen abgesagt. Um aber der Verpflichtung in § 14 Nr. 1 zu erfüllen, habe man sich entschlossen, alle notwendigen Themen im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung zu erledigen und am 02.05.2021 eine außerordentliche Mitgliederversammlung in Präsenz abzuhalten. 

Und ihr stimmt dann für die Einführung einer Quotenregelung, damit das klar ist, ihr Vögel! 

Geladen werde durch Veröffentlichung in der Vereinszeitung am 11.11.2020, die Einberufung ist auch nach § 14 Nr. 5 auf der Homepage veröffentlicht worden, sie ist da heute noch abrufbar. Die Frist von fünf Wochen sei gewahrt. 

Das ist nicht ganz richtig, denn es wurde per E-Mail eingeladen, die zwar vom gleichen Account wie die Vereinszeitung verschickt wurde, aber mit keinem Wort als Vereinszeitung gekennzeichnet wurde. Alles nicht so schlimm, weil unsere Satzung sagt, es muss in der Vereinszeitung ODER schriftlich eingeladen werden. Und E-Mail in diesem Fall = schriftlich. (Was wann wie der BGB Schriftform entspricht, erzählen wir euch mal bei einem Bier nach Corona.) 

Bereits am 01.11.2020 habe eine erläuterte Bilanz in der Geschäftsstelle ausgelegen, sodass auch diese Frist gewahrt sei. Auch das Protokoll habe ausgelegen und auf Wunsch hätten Mitglieder auch eine Kopie erhalten. 

Das ist nebenbei nicht richtig, der Senior hat trotz Anforderung per E-Mail keine erhalten. Machen wir jetzt kein Fass auf, uns ist aber auch aufgefallen, dass die Satzung keinen Verantwortlichen für die Zusendung nennt und nur „Auf Wunsch eines Mitglieds werden diese oben genannten Unterlagen auf seine Kosten zugesandt.“ regelt. Ggf. sollte man hier auch mal auf die digitale Wirklichkeit reagieren und das Ganze in einen Mitgliederbereich verlagern, wo jedes Mitglied mit einem Passwort das abrufen kann. Oder eine zentrale E-Mail für die Anforderung einrichten. Das kann man im digitalen Zeitalter vereinfachen. Dafür müsste aber wahrscheinlich die Satzung mal angepasst werden. Im Rahmen einer Transparenz wäre es aber sehr wünschenswert. Ein Mitglied dieses Kollektivs hatte dies auch angefordert und da war es übrigens problemlos und schnell in der Post. Und der Senior hatte auf diesem Weg dann auch Einblicke. Ok ist das natürlich trotzdem nicht, soll aber aufzeigen, dass es eben auch geklappt hat.

Es seien keine Anträge gestellt, man habe gebeten, dass bis zum 12.12. sich angemeldet werde, aber auch danach habe man noch die Möglichkeit gehabt, sich anzumelden, dann aber mit einem Phantasienamen und nicht mit dem echten Namen. Es seien also alle Satzungserfordernisse erfüllt, Einwände seien nicht erhoben worden. Er lies noch mal eine Pause, es kamen aber weiterhin keine Einwände.  Die Versammlung sei damit beschlussfähig, die Anzahl der Mitglieder läge noch nicht vor. Das Backoffice nannte dann die Zahl von 641 stimmberechtigten Mitgliedern.

Zum Vergleich: Letztes Jahr hatten wir 700 stimmberechtigte Mitglieder anwesend. Es ist ziemlich enttäuschend, wenn man immer wieder hört, dass man doch gerne wolle, aber nicht könne, weil es doch so weit sei und dann macht man mal aus Gründen eine virtuelle Versammlung und es kommen trotzdem nicht mehr Leute. Das Desinteresse der Leute am Vereinsleben und an Vereinsinformationen ist echt enttäuschend. Aber wenn irgendein*e Investor*in mit Pullovern und dem Versprechen einer deutschen Meisterschaft winkt, dann kommen alle angerannt und stimmen in deren Sinne oder was? Mit vielen Grüßen in den Volkspark, nach Köln, Bochum und Stuttgart.  

Zum Gesundheitsschutz aller Anwesenden habe man diese auf Corona mit einem Schnelltest getestet, alle seien aber negativ gewesen. Man habe auch Masken auf, wenn man den Platz verlasse. Als Gebärdendolmetscherin seien [Namen genannt] anwesend. 

Wir haben nur die Nachnamen aufgeschrieben und wollen die nun hier nicht veröffentlichen. Danke an euch beide, gerade wenn man keine Applauspause hat, dann ist das eine absolute Herkulesausgabe und es war faszinierend im unteren Eck des Bildschirms anzusehen. Danke! 

Man habe neun Tagesordnungspunkte, der Ehrenrat habe aber schon erklärt, dass er die Ehrungen nur auf der Homepage veröffentlichen werde und sie zu einem geeigneten Zeitpunkt nachholen werde. Amateurvorstand, AFM und Ehrenrat würden auf ihre Berichte verzichten, würden aber für Fragen zur Verfügung stehen. Man habe das Interesse, das Programm auf ein Minimum zu reduzieren, er bedanke sich, dass alle trotz des Risikos anwesend seien.  Er erklärte dann, wie elektronisch abgestimmt werde, dass man eine Minute Zeit habe und so lange auch seine Meinung noch ändern könne.  Er wolle das nun einmal überprüfen mit einer Testfrage, nämlich ob man schon das neue Trikot aus der DIIY-Kollektion schon gekauft habe. Dies beantworteten 122 mit „Ja“, 462 mit „nein“ und 49 Enthaltungen. 

Bei den Enthaltungen gehen wir mal davon aus, dass das als Weihnachtsgeschenk gekauft wurde und man sich nicht in die Karten gucken wollte. Das sind nebenbei ungefähr 19 Prozent„Ja“. Wenn das repräsentativ für die Mitglieder wäre, wären das ungefähr 5900 Trikots vorbestellt durch Mitglieder. Das klingt gar nicht mal so unrealistisch. Dass es ohne Schleichwerbung nicht gehen würde, hatten wir beinah erwartet. 

KH kommentierte es damit, dass noch Potenzial nach oben habe.  Abschließend noch der Hinweis, dass Mitglieder der Presse, unter 16-Jährige und Menschen, die weniger als drei Monaten Mitglied seien, nicht abstimmungsberechtigt seien. Man dürfe nur persönlich abstimmen, aber dies könne man natürlich auch nicht kontrollieren, man appelliere daher auch dort an die Mitglieder. 
Fragen könne man auch über die Chatfunktion stellen, die werden dann von Thomas Michael (Geschäftsführer Amateure), Anne Kunze (Medienchefin) und Lennart Förster (Medien) bearbeitet. Man solle auf die Nettiquette achten und respektvollen Umgang.

Das soll nach allem was wir wissen, nicht durchgängig geklappt haben. Was echt unfassbar ist. Wir sind ein Verein, da sollte ein respektvoller Umgang eigentlich selbstverständlich sein. 

Dann wurde nach Einwänden gegen die Tagesordnung gefragt, die nicht bestanden. 

Genehmigung des letztjährigen Protokolls

Habt ihr alle wie immer aufmerksam gelesen und konntet daher auch guten Gewissens das genehmigen, richtig? Immerhin 560 Mitglieder beantworteten diese Frage mit Ja, eine Person hatte insgesamt Korrekturbedarf und stimmte mit „Nein“ und vier Menschen taten das eigentlich richtige und enthielten sich. 

Funfact: KH erwähnt jedes Jahr, dass das Protokoll auf der Geschäftsstelle ausgelegen habe. Unsere Satzung sieht das gar nicht vor. Das steht da zumindest nirgends so richtig. Und überhaupt kann man sich fragen, wie eine MV über ein Protokoll entscheiden soll, was ihr an diesem Abend wahrscheinlich nicht mal vorliegt. Vereinsrechtlich notwendig ist so eine Genehmigung durch eine MV nebenbei nicht. Man könnte dies also auch ganz sein lassen. 

Totengedenken

Oke forderte auf, der Toten zu gedenken und erklärte, dass man positive Signale an die Angehörigen und Familien der Verstorbenen senden wolle.

Von den verlesenen Namen sagte uns nur Opa Frank was. 
Er hob dann noch Lotti (Handball), Horst Peterson (den meisten vom Hallenturnier bekannt), Helmut Gienke, Peter Dwars und Uwe Gronau (letzterer ist Vater von Jürgen) hervor, die an verschiedensten Stellen im Verein gewirkt haben. Ihr alle werdet vermisst! Schweigeminuten sind virtuell nicht ganz so kraftvoll wie in einem vollen Raum. Allen Angehörigen viel Kraft. 

Berichte

Präsidium

Einleitende Worte

Liebe St. Paulianer*innen, der gestrige Tag habe wieder gezeigt, wie unvorhersehbar die Zeiten seien, man müsse Solidarität zeigen und seiner sozialen Verantwortung gerecht werden. Man müsse aber mit positiven Elan nach vorne blicken. Es gelte Verantwortung zu übernehmen für die Gesundheit aller Menschen. Man könne aber nicht nur verwalten, sondern auch zu entwickeln, anzupacken und mutig Entscheidungen zu treffen.  

Die Krise

Man sei im März schnell von einem Krisen- in ein Aufbauprogramm gewechselt. Es sei Ziel gewesen, den Verein und Standort zu sichern und die alle Arbeitsplätze fortzuführen. Man hoffe, dass man irgendwann zurückblicken könne und sagen könne, dass man gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen sei und dies sei dann den Menschen beim FCSP zu verdanken. Danke an das Präsidium [nannte alle Namen], den Mitarbeiter*innen, auch den Fans, die auf Erstattungen verzichtet hätten. Auch den Partner*innen, die ihr Engagement teilweise noch ausgebaut hätten. Dieses alles mache den FCSP einzigartig. 

Die Höhe des Verzichts auf Erstattungen hat uns ziemlich überrascht. In der Bilanz auf den 30.06.2020 ist von einem Verzicht in Höhe von 0,9 Mio Euro die Rede. Das ist angesichts der Tatsache, dass es sich gerade mal um vier Heimspiele handelte und auf der Veranstaltung davon die Rede war, dass der FCSP pro Heimspiel ohne Zuschauer*innen ungefähr 0,75 Millionen weniger einnimmt und diese Zahl noch ganz viele weitere Positionen neben „Ticketgeld“ hat, dann ist das wirklich eine hohe Quote. Je nach Sichtweise möchte man sagen „ihr seid toll“ oder „ihr seid komplett bescheuert“. Sucht euch eure Sichtweise selbst aus. 

Man hätte gerne einen Rekordgewinn verkündet, aber wie viele Unternehmen sei auch der FCSP und der Profifußball an sich von der Pandemie betroffen. Trotz umsichtiger Finanzplanung müsse der FCSP seinen ersten Verlust seit neun Jahren hinnehmen müssen.  Der Profisport sei das Fundament, um Haltung zeigen zu können. Man müsse Jobs sichern und sich nicht selbst zerfleischen, der Launch der eigenen Kollektion stehet nicht in Korrelation mit dem sportlichen Abschneiden, vielmehr habe man einen Auftrag der Mitglieder umgesetzt. Er fordere daher auf, DIIY zu einem Erfolg zu machen „macht es zu eurem Projekt und zu einem Erfolg“  

/Beginn unsachlicher Rant/

Hier hat Oke recht. Es gab schlichtweg einen Beschluss auf einer MV, dass man sich um Nachhaltigkeit im Merch Bereich bemühen solle. Wenn der Verein dann den Weg geht, dies in eigener Hand zu machen, dann ist das schlichtweg auch nur Ausfluss dieses Beschlusses. Der nebenbei auf zwei MVs lang und breit Thema war. „Warum konzentriert ihr euch nicht aufs Sportliche und verkauft lieber weiter Fremdtrikots, die irgendwo unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden?“ hat da erstaunlicherweise niemand gesagt. Und wir wiederholen uns über Jahre: Der FCSP ist ein Mitmachverein. Man kann mit relativ wenig Engagement Dinge mit bestimmen und in eine Richtung lenken. Mit Facebookbeiträgen „aber jetzt konzentriert euch doch mal aufs Sportliche“ (die nebenbei nie kommen, wenn es sportlich läuft) ändert man aber nix. Und ja, man kann sich die*den große*n Bestimmer*in wünschen, die*der alles auf Aufstieg und deutsche Meisterschaft lenkt, bitte, macht einen Antrag auf der MV. Vertretet den und ab geht es, wenn ihr eine Mehrheit bekommt. Das ist das Schöne am FCSP 

/ Unsachlicher Rant Ende / 

Sachlicher Hinweis: Das Geld verdienen ist ein sehr großer Bestandteil des „sportlichen Erfolges“. Wir als Verein müssen immer sehen, wo das Geld herkommt. Und dazu gehört auch nervige Werbung mit Superlativen. Wir hassen es zwar sehr, wenn ständig darauf rumgeritten wird, dass wir bewusst auf Vermarktungsmöglichkeiten verzichtet wird, aber es hat halt auch ein Stück weit die Wahrheit. Nun ist es nicht so, dass die Ausrüster*innen bei den Zweitligisten Schlange stehen und mit den Scheinen nur so um sich werfen. Wäre dies der Fall, wäre es fahrlässig, in diesem Bereich ohne Partner agieren zu wollen. Wenn die Aussichten aber sowieso mau sind, dann kann man auch mal was Anderes versuchen, anstatt am Ende einen relativ unlukrativen Vertrag mit einer Ausrüsterfirma zu haben, die dann auch noch irgendwo sehr fragwürdig produziert. Nur mal so: Paderborn hat seinen Vertrag mit seinem Ausrüster bis 2024/2025 verlängert und erhält irgendwas zwischen 150.000 und 300.000 Euro, wenn man den Zeitungen glauben möchte. Und die waren zum Zeitpunkt der Verlängerung in der 1. Liga. Davon wird viel Ausrüstung mit Material sein (Bartergeschäft). Diese Beträge kannst du wahrscheinlich relativ gut auch mit einer eigenen Kollektion erreichen, wo man die Einnahmen ja auch voll für sich behält. Insbesondere, wenn wirklich viele Leute von diesem Vorbestellen Gebrauch machen und man ggf. schon einige Einnahmen weit vor den Ausgaben hat. Natürlich hat diese Idee auch Risiken. Aber wer nicht wagt, die*der nicht gewinnt. Was man auch nicht vergessen darf: Der Kurs der Eigenständigkeit hat beim FCSP wirtschaftlich zu den erwähnten Rekordgewinnen geführt. Vom Ergebnis her gedacht, ist dieser schon richtig. Wir haben häufig genug auch deutlich gemacht, wo es Punkte zu kritisieren gibt, wo aus unserer Sicht auch finanziell Optimierungsbedarf besteht. Diese Punkte muss man hier natürlich mitdenken. 

Konzentriert sich aufs Sportliche?

Oke verwies dann auf die virtuellen Veranstaltungen. Man sei im sportlichen Bereich nicht zufrieden, wolle den eingeschlagenen Weg aber konsequent weiter verfolgen. Man habe sich im Sommer mit Andreas und Timo auf einen Weg verständigt und diskutiere diesen immer wieder. Man scheue sich auch nicht vor unbequemen Entscheidungen. Und diesen Weg werde man weiter gehen, man wolle erfolgreichen Fußball spielen und mit Andreas und Timo lange zusammen arbeiten. Man wollte in den Top 25 in Deutschland spielen. Man wolle die Transfererlöse, als fünfte Säule der Einnahmen. „Wir wollen einen proaktiven Offensivfußball mit Spielfreude, Hingabe und Leidenschaft sehen, der die Emotionalität unserer Mitglieder und Fans widerspiegelt und wir wollen einen integrativen und gemeinschaftlichen Ansatz zwischen dem Sport und dem Gesamtverein. Diesen Weg gehen wir mit voller Überzeugung mit einem neuen Trainerteam“, zitiert die offizielle Homepage Oke. Und das mal bewusst wortwörtlich zitiert. 

Merkt ihr eine deutliche Anpassung gegenüber den Vorjahren? Nein? Wir schon. 2017 war ein sportliches Ziel gar nicht Thema, 2018 war es eher kurz diffuse Thema, 2019 waren schon etwas mehr zu hören, aber mehr als eine Vorgabe eines Platzes und ein „ambitioniert“ war eigentlich nie zu hören. Jetzt werden ganz klare Vorgaben zum Charakter des Vereines (Transfererlöse, Stichwort „Ausbildungsverein“) und zum Charakter des geforderten Fußballs gemacht.So klar formulierte Ziele kommen Jahre zu spät. Und wenn ihr schon sucht, warum der Verein so Probleme hat, sich sportlich zu fangen, dann kann man auch hier sehr gut eine mögliche Ursache finden. Es ist kein Geheimnis, dass Mitarbeiter*innen durch klare Ziele motiviert werden können und durch unklare Ziele demotiviert (jetzt verkürzt, Mitarbeiter*innenmotivation ist ein komplexes Thema).

Als wir das gerade googelten, fanden wir als erstes ein Artikel, der mit „Lowperformer brauchen Ziele“ überschrieben war. Passt irgendwie, oder? Und diese Ziele müssen in einem Mitgliederverein wie dem FCSP halt nicht nur in irgendeiner Schublade liegen, sondern auch den Mitgliedern bekannt sein. Das ist versäumt worden und es spricht Bände, dass Sandra in ihrem Vortrag davon sprechen wird, dass „inzwischen ein schriftliches sportliches Konzept“ vorläge und zumindest wir eine deutliche Betonung auf „schriftlich“ heraushörten. Man muss das auch immer mal im Vergleich zum wirtschaftlichen Bereich sehen. Da waren immer wieder in Reden auf der MV Ziele formuliert worden, die dann auch umgesetzt wurden. Im sportlichen Bereich erfolgt dies erst jetzt. Und es ist hoffentlich nicht zu spät. Ziele sind das eine. Nun muss auch jeder jeden Tag sich an die vereinbarten Ziele halten und dran arbeiten. Aber ohne Ziele kann man nicht einmal das. 

Er wolle nicht nur Timo hier willkommen heißen, sondern auch alle neuen Spieler [zählte alle Namen auf].  Man sei in der sportlichen Infrastruktur nicht hinreichend aufgestellt. Es bestehe dort Handlungsbedarf. Man wolle nicht nur erweitern, sondern auch zentralisieren. Man stünde im Austausch mit der Politik und den Behörden und hoffe das Ziel eines nachhaltigen Profifußballs gemeinsam verfolgen zu können. 

Loide, dieses Thema nervt! Es bewegt sich seit Jahren gar nix und es wird langsam nervig und eilig. Wenn die Politik und ihre seit Jahrzehnten beschissene Stadtplanung sich da nicht endlich bewegt, dann müssen wir echt überlegen, ob wir militant werden. Heiligengeistfeld besetzen und umbuddeln? Dem FCSP der Vergangenheit möchte man hier aber auch Versäumnisse vorwerfen, weil er sich doch zu schnell auf dem jetzigen Zustand Brummerskamp/Kollaustraße damals ausgeruht hat. Vielleicht sollte man auch in bestem Rautenstyle überlegen, ob man nicht doch die Stadt verlässt? Lieber ein gutes Trainingsgelände in Reinbek, als gar keines in Hamburg. Und von den Platzproblemen des Frauenfußballs und des Amateurbereiches der Herren sprechen wir ja noch gar nicht. Man stelle sich mal vor, dass wir ernsthaft mit den Frauen in Liga 2 aufsteigen wollten? Und mittelfristig hat diese Abteilung das Potenzial, wenn sie denn Platz zum semiprofessionell trainieren findet. 

Auch der Nachwuchs hat sportliche Ziele

Das NLZ habe eine historische Saison gespielt, bis es zum Coronaabbruch kam. Nach der Unterbrechung haben U 19 oben in der Liga mitgespielt und die U 17 habe das Stadtderby gewonnen. Seit November ruhe nun der Betrieb und 200 Spieler arbeiteten individuell oder in kleinen Gruppen an ihrer Fitness.  Das NLZ sei nach oben durchlässig. [Er zählte all die Spieler auf, die bei den Profis spielten] und erwähnte dann noch länger Ivan Matanovic, der mit 17 Jahren 7 Monaten und 27 Tagen der jüngste Zweitligaspieler des Vereines geworden sei und bereits seit der U 10 beim FCSP spiele. 

Wir verweisen hier so ein bisschen auf die Worte der letzten beiden Jahre. So ein NLZ ist nur dann das immense Geld wert, was auch die AFM da rein buttert, wenn im Profibereich Spieler ankommen und Leistungen zeigen. Sonst müsste man sich fragen, ob man das Geld, was da investiert wird, nicht sinnvoller ausgeben kann. Seit 2018 sieht es jedoch so aus, als ob wir da wirklich Spieler produzieren, die uns wirklich weiterhelfen und nicht nur wegen irgendwelcher Local-Player-Regeln im Profikader stehen. Das ist gut.

Auch Mitarbeiter aus dem NLZ stiegen zu den Profis auf, dieses Jahr Niklas Hennecke. [Im Transkript auf der offiziellen Seite als „Medizinier“ bezeichnet, Physio nennt man das wohl richtig.] Trotz aller Widrigkeiten sei das NLZ auch dieses Jahr mit der Kategorie 1 ausgezeichnet worden und es sei Roger Stilz zu danken. Auch die Unterstützung der AFM müsse man hervorheben. 

Wie wir an dieser Stelle schon letztes Jahr schrieben: Das mit der AFM kann man nur unterstreichen. Das ist eine Erfolgsgeschichte. 

Im Verein arbeiten Menschen

Oke ging dann auf die Mitarbeiter*innen des FCSP ein. Man habe insgesamt 600 Mitarbeiter*innen, wenn man Minijobber*innen und Teilzeitmitarbeiter*innen mit einrechne. Man wolle diese schützen und auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Daher habe man das Mittel der Kurzarbeit und alle anderen möglichen Maßnahmen ergriffen. Insgesamt sei man zu 30 Prozent in Kurzarbeit gegangen und habe mit dem Betriebsrat Vereinbarungen geschlossen, die dies vorsahen und auch Gehaltsaufstockungen und einen Härtefallfond, der durch Verzichte der Profimannschaft gespeist werden konnte. Im November habe man mit der Kurzarbeit pausiert und befinde sich seit Dezember wieder in Kurzarbeit.

Der FCSP ist ein*e relativ große*r Arbeitgeber*in im Hamburger Vergleich. Das wird gerne vergessen. Ja, das ist alles „nur Fußball“ und „die Scheiß Profis sollen keine Extrawürste bekommen“ ist schnell gesagt; dass aber auch in der Pandemie da deutlich mehr Schicksale dran hängen als die von ein paar Kickern, wird dann ganz schnell vergessen. Und das sind nicht alles Jobs im Hochlohnsektor. Und dann haben wir noch gar nicht über Menschen gesprochen, die in den Medien arbeiten, bei den Caterern oder bei Sicherheitsfirmen. Ja, davon hängen verdammt viele an einem fortgeführten Spielbetrieb.

Er bedanke sich bei allen Mitarbeiter*innen [zählte alle Standorte und Abteilungen auf]. Sie würden besonderes leisten in diesen Zeiten und für diesen Verein. Man wisse wie anstrengend die Umstände seien und durch das, was die Mitarbeiter*innen tagtäglich leisteten, würde man gemeinsam dadurch kommen und gestärkt heraus kommen. Dies gelte für Führungskräfte ebenso, wie für Minijobber*innen.

Wir nörgeln häufig genug rum an dem, was da teilweise verzapft wird. Und ja, der Dank ist wohlverdient. Wir sind ja nicht doof und blind und hören nun auch genug. Jedoch: Schlechte Zeiten und ein schwieriges Arbeitsumfeld sind nur bedingt Entschuldigungen. Und häufig genug reduziert es sich auch darauf, dass die Kunst von Führung auch ist, alle Mitarbeiter*innen in eine Position zu bringen, in der sie glänzen können. Dies muss noch viel mehr unser Thema werden. Auch und gerade wenn es um die Leitideen dieses Vereines geht. Das ist dann eben auch Führungsaufgabe. Und auch eine Frage der Struktur. Und es kommt dann wieder zu der Frage, ob wir mit ganz vielen Direktor*innen auf einer Leitungsebene und nur dem ehrenamtlichen Präsidium darüber wirklich gut aufgestellt sind oder ob hier nicht ein*e vollamtliche*r Geschäftsleiter*in fehlt. Und dies alles lösen wir nicht durch die Einführung von besonderen Vertreter*innen in unserer Satzung. Hier bleibt Arbeit. Arbeit, die man vielleicht schon früher hätte angehen müssen, die aber vielleicht gerade durch das Ziel „gestärkt hervorzugehen“ beschleunigt werden kann.

Er erwähnte den Krisenstab, erwähnte die Teilöffnung und, dass Brux und einige andere in kürzester Zeit ein Hygienekonzept erstellt und umgesetzt hätten, um eine Teilöffnung möglich zu machen. 

Wir möchten da Konzepte nicht umsetzen müssen. Das was da nicht nur beim FCSP, sondern auch bei ganz vielen anderen Veranstaltungsorten in diesem Sommer geleistet wurde, ist nicht zu unterschätzen. Und mit dem Teilöffnungskonzept und dessen Durchführung waren letztendlich alle ja halbwegs zufrieden. Es hat leider nix genützt und so sitzen wir nun wieder alle zu Hause und das Stadion ist komplett leer, aber an den Konzepten und deren Umsetzung lag es wahrscheinlich nicht. 

Geld Geld Geld

Oke kehrte zum lieben Geld zurück. Der FCSP habe zum ersten Mal seit neun Jahren rote Zahlen als Konzern geschrieben. Verlust von 575.000 Euro. Vier Heimspiele ohne Fans, das Geschäft mit den Veranstaltungen sei komplett zusammengebrochen. All dies hätte zu Mindereinnahmen von vier Millionen erbracht. Viele hätten auf Erstattungen verzichtet und auch Spieler und Angestellte hätten verzichtet. Man habe Kosten eingespart und einen Überschuss bei den Transfers erzielt, welches die Lage besser gemacht habe.

Wir verweisen jetzt mal auf den Bericht zur Townhall „wirtschaftliche Lage“. Der Verlust und die Mindereinnahmen in der Saison 19/20 sind schlichtweg ein lustiger Kindergeburtstag, gegen das, was uns in einer Saison 20/21 blüht, die voraussichtlich nicht einmal Heimspiele mit einer nennenswerten Anzahl von Zuschauer*innen bringen wird. Der FCSP wird sämtliche Reserven aufbrauchen müssen und sich wieder in den Bereich der sogenannten „bilanziellen Überschuldung“ übergeben müssen, um dies aufzufangen. Das ist nicht schön. Und wenn wir absteigen sollten und/oder wir auch noch eine Pandemiesaison 21/22 erleben, dann könnt ihr schon mal überlegen, welche Gottheit ihr anbetet. Dann wird das nämlich brutal eng für diesen Verein. Sollte das Thema Pandemie sich im Jahr 2021 jedoch nicht nach und nach erledigen, dann können wir wahrscheinlich auch von einem Wandel der Art des Zuschauens bei Profisport erleben. Man konnte dies z. B. in der NBA-Bubble beobachten, wo das Publikum als Bildschirm per Zoom (oder ähnlichem) zugeschaltet wurde, um eben auch diese Emotionen für das Fernsehen nutzbar zu machen. Alptraum, oder? Dann bekommst du halt einen Platz auf dem Bildschirm für 45 Euro.

Man habe im Februar einen Letter of Intent unterschrieben, der die Erbpacht des Millerntors bis zum 200. Geburtstag des Vereines sichere. Man möchte Standort für Fußball und soziales Zentrum an diesem Standort bleiben. Dies gäbe uns Mut für die nächsten Projekte und Herausforderungen. 

Diese Sätze ließen vor dem Bildschirm aufhorchen. Es ist in diesem Verein sehr üblich, dass Dinge in Nebensätzen angedeutet werden und dann plötzlich vor der Tür stehen. Das war z. B. beim Rückkauf der Vermarktungsrechte der Fall. Und nachdem die Marschrichtung eher war, dass Corona alle Projekte wohl erstmal auf Eis gelegt hat, ist es schon bemerkenswert, dass hier dieser Punkt erwähnt wird. Denn ohne Projekte macht das Ganze wenig Sinn, wie wir im Juni bereits ausführten, als dies öffentlich wurde. Etwas später wird davon die Rede sein, dass wir als nahezu einziger Verein in Hamburg Mitglieder hinzugewinnen. Und man muss sich mal vorstellen, welches Potenzial wir noch hätten, wenn wir eine weitere Halle und ein Fitness-Studio mit entsprechendem Kursprogramm anbieten könnten. Dass dies nicht aus dem Auge verloren wird, sollten wir sicherstellen.

Man müsse mit 20 Prozent weniger Umsatz in diesem Geschäftsjahr rechnen. Dies seien Zuschauereinnahmen, aber auch Fanshop-Einnahmen und Rabaukeneinnahmen und anderes. Man habe bereits im April vorsorglich Mittel aufgenommen, um gewappnet zu sein. 

Hier handelt es sich um ein KfW-Darlehen. Wir sahen Kommentare im Sinne von „wie kann ich das als Fußballverein? Das ist doch unanständig!“ und können diese nicht wirklich nachvollziehen. Es gibt garantiert moralisch bessere kapitalistische Unternehmungen. Aber es gibt auch die Lufthansa, die das 2.000-fache von diesem Betrag erhalten hat und deren Geschäftsmodell auf Klimazerstörung basiert. 

Vermarkten

Bis Corona sei man einem Rekordergebnis zugesteuert. Dies zeige, dass es richtig war die Vermarktung in den Verein zurück zu holen. Er danke den ganzen Mitarbeiter*innen für die gute Arbeit. 

Mal ein doofer Gedanke: Wir schreiben seit Jahren von Rekordergebnissen und wie gut es dem FCSP geht, aber machen nie einen Vergleich mit anderen Vereinen in der gleichen Liga. Wie entwickelt sich eigentlich deren Umsatz? Sind unsere Erfolge nur die berühmte Flut, die alle Boote hebt, oder entwickeln wir uns im Gegensatz zum Markt besser? Falls mal jemand sehr viel Langeweile hat: Wir wären interessiert.

Man müsse hier auch unseren Partner*innen danken, welche die Treue gehalten hätten. Congstar habe mitten im ersten Lockdown verlängert, diese Partnerschaft mache große Freude. Er möchte um Verständnis werben, dass man jede*n Partner*in brauche und auch neue suchen und an sich binden werde. 

Der Zielkonflikt, den wir leben. Man möchte am liebsten natürlich nur für Nordkorea und andere stabile kommunistische Länder Werbung machen, kann vielleicht mit ein paar halbwegs korrekten Kapitalisten leben und muss am Ende beinah alles machen, damit man auf das notwendige Geld kommt. Bisschen Angst haben wir aber jetzt schon vor der nächsten Partner*in-Verkündung. 

Das letzte Jahr stand ganz im Zeichen von DIIY. Das Team um Martin Drust habe diese nachhaltigste Teamsportkollektion entwickelt. Gleichzeitig habe man die erste eigene native App gelauncht. Bisher habe man 20.000 Downloads erreicht, was ein stolzes Ergebnis sei.

Ist 20.000 wirklich viel? Wir haben keine Ahnung und Google findet so richtig keine Antwort auf diese Frage. Eine Statista-Erhebung von 2016 (!) ergab als Ergebnis, dass ca. 55 Prozent aller aller Dauerkarteninhaber*innen der 1. Liga ihre Vereinsapp heruntergeladen haben. Wenn wir das mal als Basis nehmen, dann sind 20.000 Downloads vielleicht gar nicht schlecht in der relativ kurzen Zeit, welche die App auf dem Markt ist. Wir haben die App auch runtergeladen, nutzen die aber ehrlicherweise kaum. Wir folgen dem Verein auf den entsprechenden sozialen Medien. Und während natürlich klar ist, dass der Verein das macht, um sich von externen unabhängiger zu machen, gibt es für uns keinen Mehrwert, die App regelmäßig zu nutzen. Und dann ist da auch noch zu jedem Spiel elendige bwin-Werbung drin.

Der E-Sport habe sich schnell zu einem Erlösbringer entwickelt. Man sei im eFootball und bei Leagues of Legend engagiert. Der eFootball sei eine wichtige Kompensation für sonst nicht erbrachte Sponsoringleistungen geworden. Man möchte auch in diesem Bereich seine Werte verbreiten.

Die wichtigste Information ist da wohl die Kompensation für sonst nicht erbrachte Sponsoringleistungen. Dies verbunden mit den Hinweis vorher, dass Partner auf Dinge verzichtet hätten, ergibt Sinn. Congstar wird im Hospitality-Bereich viele Leistungen sich garantieren lassen haben und wenn man das so umbuchen kann, dann soll der Verein bitte weiterhin über eFootball twittern, auch wenn wir –zugegeben –da nicht so wirklich die Zielgruppe sind. Wir hatten bei der Gründung der ESport-Teams bereits geschrieben, dass wir uns eine Abteilung, ein „von unten“ und eine Weitergabe unserer Ideen sehr wünschen würden. Dies bleibt immer noch ein Ziel. Auch gerade weil der FCSP in einer guten Lage wäre, das Thema „Gemeinnützigkeit von ESport“ noch mal auf die Tagesordnung zu setzen. Man darf nie vergessen: Karneval ist gemeinnützig. Allgemeine Politik machen ist es nicht. Da gäbe es also doch einige Ansätze zum Reformieren. 

Unsere unternehmerische Gesellschaftsverantwortung

Oke widmete sich dann dem Bereich CSR, die Solidarität mit dem Stadtteil von vielen Fans und Mitgliedern sowie Mitarbeiter*innen sei Teil der DNA des Vereines und Grundpfeiler des Vereins. Gerade in der Pandemie habe sich gezeigt, wie der Verein zusammen stehe. Sei es bei digitalen Sportprogrammen, sei es bei Einkaufshilfen oder ganz vielen anderen Dingen.  Er wolle zwei Sachen hervorheben. Einmal das GoBanyo-Duschprogramm, dass man da ein verlässliches Programm habe ermöglichen könne, zeige dass „St. Pauli solidarisch“ nicht nur eine Worthülse sei. Er danke dafür Bäderland und auch allen Fans und Mitgliedern, die dieses ermöglicht hätten.  Als zweites wolle er die Spendensumme von 236.000 Euro an Kiezhelden hervorheben. Dies sei eine Rekordsumme, die durch den Spendenbeirat von Kiezhelden schon zum größten Teil an Initiativen und Organisationen verteilt worden seien. Er danke daher allen, die auf Rückerstattungen verzichtet hätten und auch den Sponsoren. Auch ein besonderer Dank an das Team, welches Devotionalien zur Verfügung gestellt und dadurch einen Batzen an Spenden gesammelt hätte. 

Man bedenke, dass bei der Ticketrückerstattung der letzten Saison (?) 19,10 Prozent von Verzichtssummen an Kiezhelden gehen sollten. Das füttert dieses Rekordergebnis natürlich zu einem nicht unerheblichen Teil. Seien wir aber ehrlich: Geld ist Geld.

Er danke auch in diesem Bereich den Mitarbeiter*innen, man wolle sich aber nicht ausruhen, die Krise sei weder für die Gesellschaft, noch für den Verein zu Ende, man wolle sich immer weiter verbessern. 

Uns ist hier aufgefallen, dass im Bericht des Präsidiums keine Worte zu ökologischen Nachhaltigkeit vorgekommen sind. So war das ja durchaus Beschluss der MV 2019 und so sollte der MV 2020 auch darüber berichtet werden. Dies ist nun nicht passiert und es hätte ja durchaus einiges in dem Themenbereich zur erzählen gegeben, nicht zuletzt, wie man zur „bronze“-Zertifizierung von sustainclub steht. Hat aber in der Fragerunde auch niemand nachgefragt und wir wissen, dass Antragsteller*innen in regelmäßigem Austausch mit dem Verein zu dem Thema stehen. Kommt dann hoffentlich im Mai 2021 in ausführlicher.

Amateursport

Oke ging dann auf den Amateursport ein. 1/3 des Jahres seien alle Aktivitäten eingestellt gewesen und Sport nur individuell möglich gewesen. Auch seien die Planungen für die Sanierung der Feldarena und der Dreifeldhalle zurückgeworfen sein, was zu Enttäuschungen bei Mitgliedern und Ehrenamtlichen die sich für diese Projekte eingesetzt hätten.  Auch intern hieß es oft, dass der Amateursport doch eingestellt worden sei. Dem widerspreche er ausdrücklich. Die ehrenamtlichen Menschen hätten in den Abteilungen Dinge vorangetrieben und Hygienekonzepte für den Sportbetrieb entwickelt und Sport durchgeführt. So war auch unter schwierigen Bedingungen ein Vereinsleben möglich, dafür danke er.  Als einer der wenigen Vereine in Hamburg sei man in der Pandemie gewachsen und habe nun 31.000 Mitglieder. Er wolle dem Amateurvorstand und allen danken, die im Ehrenamt den Amateursport weiter entwickelt hätten. 

Bei den Recherchen zu diesem Bericht stießen wir auf einen Absatz aus einem Bericht über eine AFM-Versammlung von 2007, erschienen beim FC 42, den wir euch nicht vorenthalten wollen: „Ansonsten ist die Mitgliederzahl natürlich dem sportlichen Erfolg geschuldet und es war klug, nicht in dieser Zeit eine Mitgliederkampagne zu starten, die im Endeffekt zu dieser Zeit nichts bringt und nur Geld kostet. Trotzdem sollte es Ziel sein, sich den Lokalrivalen als Vorbild zu nehmen. Und dies würde heissen: der Gesamtverein hat so viele Mitglieder wie wir im Stadion Plätze haben. Sprich: zufrieden sollte man erst sein, wenn wir 20.000 Mitglieder haben. Und wenn davon noch ca. 15.000 in der AFM wären, dann wäre das super. Ich weiss, ein weiter Schritt, aber ohne Visionen kann man nichts erreichen.“

Da sind wir nun. Der Senior möchte –wiederholt – erwähnen, dass er damals für diese Vision belächelt wurde. Und wir wachsen immer noch. Sowohl im Amateur- wie auch im AFM-Bereich. Und dabei niemals vergessen, dass die AFM wahrscheinlich ganz natürlich immer wieder Mitglieder in den Amateurbereich verliert, weil Menschen erstmal passiv in den FCSP eintreten und dann ihren aktiven Sport beim FCSP finden. Wie oben schon geschrieben: Wir haben unser Mitgliederpotenzial noch lange nicht ausgereizt. Mehr Sportangebote, mehr Hallenplatz (der dann dringend auch für neue Angebote genutzt werden müsste) könnten zu einer Explosion der Zahlen führen. Die Zahl 50.000 Mitglieder wäre doch ein schönes Ziel, oder? 

Bei allem Dank wolle er Joachim Pawlik nicht vergessen, der als Vize mit hohem Einsatz den Rückkauf der Vermarktungsrechte und die DIIY Idee vorangetrieben habe. Er danke dafür.  So endete Oke.  

Fragerunde

Ganz ehrlich Loide, da war sehr viel unnötig, sehr viel einfach Murks und wir haben es ganz schnell aufgegeben, da ernsthaft mitzuschreiben. Wir möchten einige Highlights wiedergeben und zwei Exkurse hier einfügen, die hier unserer Sicht nach passen.  Ein erster Wortmelder beschwerte sich, ob es nur noch St. Paulianerinnen gäbe und schuf so die Überschrift. Und hat damit schon mehr Ruhm geerntet, als er eigentlich verdient hätte. Und bekommt jetzt noch einen kurzen Exkurs. 

Exkurs „gendergerechte Sprache

Sprache lebt. Sprache muss leben. Nur tote Sprachen wie Latein passen sich nicht mehr an und selbst da würden einige Philolog*innen sicher widersprechen. Wer Sprache festschreiben und nicht weiter entwickeln will, der wünscht sich eine aussterbende Sprache. Das kann nicht Sinn der Sache sein und wird auch von den konservativen Kreisen, die gegen die gendergerechte Sprache wettern, nicht ernsthaft vertreten. Juristisch kennt Deutschland nebenbei keine Amtssprache im engeren Sinne und Sprache wird nicht durch Gesetz festgelegt. Wir hören Erstaunen? Doch es ist wirklich so. Einzelne Verfahrensgesetze beinhalten den schönen Satz, dass die Amtssprache deutsch sei. Oder Deutsch? Kein Witz, selbst die beiden entscheidenden Verwaltungsverfahrensgesetze sind sich da nicht einig. Das Verwaltungsverfahrensgesetz für die allgemeine Verwaltung beinhaltet in seinem § 23 den Satz „Die Amtssprache ist deutsch“. § 87 Abgabenordnung, der für die Finanzverwaltung das Verfahrensrecht bestimmt, schreibt hingegen „Die Amtssprache ist Deutsch“. Unter Jurist*innen ist es ein weit verbreiteter Gag zu fragen, was denn § 23 Verwaltungsverfahrensgesetz damit meine. Müssen Schreiben an die Behörden dann möglich zackig sein? Beide Gesetze schreiben nämlich nicht vor, was eigentlich „deutsch/Deutsch“ ist. Der Duden selber hat auch juristisch keine Gesetzesqualität. „Der Duden bildet nur den Pöbel ab“, sagte ein Freund des Seniors immer, wenn es um dieses Thema ging. Anders gesagt: Sprache ist Verkehrsanschauung und diese wandelt sich ständig. Hey, selbst „Susi’s Imbiss“ ist durch Nutzung „richtig“ geworden. Und nein, es zählt nicht das, was „wir in der Schule“ gelernt haben. Da sitzt man ab rund 6 Jahren bis manchmal 18 oder 20 Jahre und dann dreht sich die Welt so ungefähr 70 bis 80 Jahre mit einem am Bord weiter. Die Älteren unter uns haben auch gelernt, dass die DDR existiert. Verweigern wir uns deswegen der Realität, dass sie nicht mehr da ist? Garantiert nicht. 

Und wir beim FCSP sollten unsere Position nutzen, diese Verkehrsanschauung zu ändern. Sprache ändert Wahrnehmung, dies ist schlichtweg bewiesen.

Niemand muss das von heute auf morgen perfekt können, auch unsere Sprecher*innen vergaßen das ab und zumal. Aber das Bemühen um gendergerechte Sprache ist lobenswert und wird was verändern. Wem das nicht passt, weil er meint, als Mann nun weiterhin das Recht auf eine privilegierte Ansprache zu haben, der kann sich gerne in FAZ-Leserbriefen ausheulen und bitte nicht den Nazivergleich verpassen, der muss nämlich in Deutschland sein. 

Ansonsten kann er aber im FCSP-Kontext gerne die Schnauze halten und was lernen.

Ende Exkurs

Beinah alle Fragen kamen von Männern. Und insgesamt war das ein gelungenes Sozialexperiment, um zu zeigen, dass ein Chatbutton sehr viel niedrigschwelliger ist als der Weg zu einem Saalmikrofon (danke für diesen Satz, A.) Mehrfach wurde nach einer Satzungänderung gefragt, die so etwas grundsätzlich ermögliche. KH wies darauf hin, dass hier jetzt ein solcher Antrag nicht gestellt werden könne, weil dies als Eilantrag nicht gehe, er aber gerne anrege, dies für die nächsten Mitgliederversammlungen zu tun.  Womit wir bei unserem zweiten Exkurs in diesem Thema sind.  

Exkurs / Die Zukunft der Mitgliederversammlung

Bei Menschen, die wir kennen, waren die Reaktionen irgendwo zwischen „zeigt, dass man digitale Mitgliederversammlungen nicht machen solle“ und „wir müssen das aushalten“. Und wahrscheinlich ist die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Hier mal ein Vorschlag zur Güte: Wir sollten digitale Beteiligung ermöglichen. Wir sollten selbst digitale Beteilung an Mitgliederversammlungen ermöglichen. Und wir sollten auch die teilweise echt anstrengenden Fragen aushalten und sie als Zeichen nehmen, dass es ein Leben außerhalb unserer Bubble in diesem Verein gibt. Das ist auch eine gute Selbstkontrolle und im besten Fall kommen wir auch ins Gespräch mit Menschen, die wir sonst nicht erreichen. Oder mal etwas gehässig: Wir können nicht immer das Wort niedrigschwellig in den Mund nehmen und, wenn das mal niedrigschwellig genutzt wird, ganz erstaunt sein. Wir sollten aber dieser Beteiligung in unserer Satzung Regeln und Grenzen geben. Man kann sich echt fragen, ob es einem geordnetem Vereinsleben zuträglich ist, wenn jeder Dödel (muss man nicht gendern, oder?) seine Plattform bekommt und seinen Scheiß da in das Chatfenster ballern kann. Besser wäre vielleicht die Möglichkeit einer digitalen Teilnahme mit einem eingeschränkten Antrags- und Rederecht. Und wer digital etwas sagen möchte, sollte zumindest dann die Hürde überwinden und zu der digitalen Versammlung zu sprechen. Ja, dies ist ein Widerspruch zu dem eben Gesagten. Den können und wollen wir hier gerade nicht auflösen. Es ist aus unserer Sicht sinnvoll, diese Grundlinien in Ruhe mit allen Gremien und interessierten Mitgliedern zu diskutieren und dann an diesem Punkt unsere Satzung zu modernisieren. Nicht nur, aber auch weil die nächste Pandemie garantiert kommt. Hier käme nebenbei auch eine Auftragsunterstützungskommissioecht gut ins Spiel, die wir schon mehrfach gefordert hätten. „Willst du echt den HVVAntrag stellen? Hast du mitbekommen, dass der in den letzten drei MVs ungefähr fünf Mal gestellt wurde? Würdest du noch mal gerne einen inhaltlichen Abriss haben? Wäre eine Frage da nicht besser?“ alles neben dem Livestream und vielleicht bekommt man dann die Antragssteller*innen eingebunden und alle sind glücklich. Ohne einen Antrag, der dann krachend abgelehnt wird. 

Exkurs Ende

Ein paar interessante Aspekte aus der Fragerunde:

Es wurde (von einem Kollektivmitglied) nach dem Ergebnis der TV-Gelder-Verhandlungen gefragt und was eigentlich die Arbeitsgemeinschaft Neuer Fußball dazu sagt bzw. ob die noch tagt.

Oke antwortete, dass man nicht alle Wünsche durchgebracht habe, es aber in der zweiten Liga eine nicht so große Spreizung gäbe und dadurch einen spannenden Wettbewerb. In der ersten Liga sehe das aber anders aus. Die AG Neuer Fußball habe dreimal in letzter Zeit getagt. 

Ach irgendwie ist das alles so ein bisschen unbefriedigend. Da wirft der Verein ein Positionspapier „Neuer Fußball“ auf den Markt und verkündet diese AG, dann gibt es genug Dinge, wo so eine AG Öffentlichkeit schaffen könnte (nur als Beispiel die Verkündung der neuen TV-Geldverteilung) und irgendwie ruht der See still und selbst auf der MV des Vereines, der mit diesem Positionspapier auf den Markt gegangen ist, wird das ganze mal eben in einer Fragerunde erwähnt. Man muss hier schon fragen, welche Priorität dies insbesondere auch für die aktive Fanszene des FCSP hat das Thema. Oder überwiegt da der Frust? Und zum Thema „man habe nicht alle Wünsche durchgebracht“ verweisen wir auf die zwei Stellungnahmen (1, 2) von Zukunft Profifußball. Disclaimer: Menschen dieses Kollektivs waren da involviert.

Wir sind uns ja eigentlich erst mal sicher, dass es gut ist, dass Menschen wie Oke in diesem DFL-Präsidium sitzen. Schade, dass sich sowas dann nicht in solch wichtigen Entscheidungen zeigt.Und ganz nüchtern betrachtet ist die Antwort mit der Zahl der Sitzungen ja auch höchstens eine Teilantwort auf die Frage, was in der AG passiert sei.

Auf eine weitere Frage wurde erklärt, dass bei der Anleiherückzahlung ungefähr 10 Prozent, also 800.000 Euro nicht zurück gezahlt wurden, weil die Menschen verzichtet hätten.  Auf eine weitere Frage wurde geantwortet, dass man zeitnah kein weiteres Präsidiumsmitglied plane, dass aber über die besonderen Vertreter*innen das Präsidium aufgestockt werde. Dies sei für die Weiterentwicklung extrem wichtig sei, man werde dann schauen, ob und wie man erweitere.  

Zu dem Thema „besondere*r Vertreter*in“ siehe unseren Vorbericht zur MV 2021.Da gibt es aus unserer Sicht auch noch Diskussionsbedarf, sinnvoll ist die Idee grundsätzlich aber schon. 

Die Frage nach einem Abstieg wurde gestellt. Dieser sei gerade in einer Pandemie eine Katastrophe. Nix sei teurer als ein Abstieg in die 3. Liga.  Es wurde Kritik an der Produktion in der Türkei geäußert. Das sei nicht schwarz/weiß zu sehen, meinte Oke, man arbeite jahrelang mit den Leuten zusammen und kenne die Produktionsstätten, er selber halte sich in seiner Funktion als Präsident mit Kommentaren zur Politik in anderen Ländern eher zurück, besuche aber als Privatpersonen auch Demonstrationen, aus denen seine Meinung deutlich werde. 

Es ist kompliziert. Der Umgang mit diktatorischen Ländern und ob und wie man da wirtschaftliche Beziehungen pflegt, pflegen sollte etc. ist ein Thema, mit dem man Bücher füllen kann. Da kannst du zum einen nicht alles richtig machen, zum anderen bist du da als FCSP ein relativ kleines Licht. Auch uns wurde versichert, dass es sich bei den Leuten in der Türkei um gute Menschen handelt, und warum soll man dann nicht versuchen, diese mit einem weiteren Handeln zu unterstützen? Dass dies ganz viele Fallstricke und Kompromisse beinhaltet, sollte aber auch klar sein. 

Es wurde nach den Verkaufserwartungen für das Trikot gefragt. Man sei erst zufrieden, wenn wirklich alle 31.000 Mitglieder sich eines bestellt hätten. Das sei noch nicht der Fall, aber man sei auf einem guten Weg dahin.  Es wurde irgendwann zwischendurch der Geschäftsordnungsantrag auf Ende der Debatte gestellt und kritisiert, dass KH den nicht sofort behandele. Da wirkt er immer erstaunlich unsicher und defensiv. Eigentlich vollkommen zu Unrecht, denn eigentlich hat er das doch alles im Griff. 

Für die nächste digitale Versammlung sollte man vielleicht gleich einen Zeitrahmen zu Beginn nennen. Und ganz ehrlich „Ende der Debatte“ ist etwas anderes als „Ende der Redner*innenliste“. Aber da sind wir wieder bei der fehlenden Geschäftsordnung. Wir plädieren nebenbei ab jetzt für eine quotierte Redner*innenliste: Ein Mann, ein Nicht-Mann, ein Mann, wenn dann kein Nicht-Mann kommt, dann ist Ende. Es würde so viel vereinfachen. 

Es wurde noch nach Maßnahmen gegen Fangruppen gefragt, die aggressiv und unangenehm aufträten. Christiane antwortete darauf, dass man im ständigen Austausch mit dem Fanladen sei und Gespräche führe. 

Vorab: Es ist auch beim FCSP nicht alles Gold, was glänzt. Es gibt Fangruppen, die ein Verhalten an den Tag legen, welches nichts mit unseren Werten zu tun hat. Dies sich einzugestehen ist wichtig. Jedoch: Man muss nicht glauben, dass man solchen Problemen mit repressiven Mitteln löst. Stadionverbote schaffen im Notfall noch Märtyrer*innen und verstärken problematische Strukturen. Die Lösung kann nur über Fanladen, Gespräche und auch Selbstkritik anderer Gruppen laufen. Und dies ist ein schwieriger Prozess. Christianes Antwort war also vollkommen richtig. 

Bericht des Kassenprüfers

Für die beiden Kassenprüfer berichtete Michael Wolff. „Erstmal den Schnutenpulli abnehmen.“ Er eröffnete dann damit, dass es eine skurrile Veranstaltung sei und er ganz hinten, hinter den Scheinwerfern seinen Platz habe und von dort nach vorne gelangen musste. Er wolle das kurz machen, die Formalien wolle man erfüllen, das Vereinsrecht sei doch sehr stark kodifiziert und die Klage schnell da. Das wolle man vermeiden. Daher der Bericht zum Jahre 19/20, der kürzer sei als sonst. 

Das privatrechtliche Vereinsrecht ist ungefähr das schlankeste Regelwerk, welches in Deutschland in Geltung ist. Wenn das „stark kodifiziert“ ist, was ist dann das Einkommensteuerrecht? (Ja, hier ist ein pissiger Jurist am Schreiben.) Es ist auch bemerkenswert, dass dieser Bericht dann letztendlich ausführlicher und länger war als in den Vorjahren. Kleiner Disclaimer: Ich bin seit neustem Kassenprüfer von Fanräume e.V. 

Man habe Bücher geprüft und sich Belege angeschaut. Man wolle die Abteilungen für eine saubere Kassenführung trotz der widrigen Umstände loben. Auch die Geschäftsstelle müsse man loben, dass sie trotz Kurzarbeit und Homeoffice die Prüfung so gut ermöglicht habe. Kassen seien sauber geführt. Man müsse den Corona-Einfluss aber auch feststellen, da seien viele Ordner dünner und leichter gewesen.  Man sei kein ordentlicher Kassenprüfer, wenn man nicht auch warnen würde und auch sie könnten sich dies nicht verkneifen. Die Pandemie habe gezeigt, dass der Profifußball ein Schneeballsystem sei und dieses könne jederzeit platzen und dies beeinflusse dann auch unseren 1. FC St. Pauli [sic!]. Man habe genug Rücklagen, dies kurzfristig zu überstehen, aber langfristig sollte man daraus lernen und das Risiko vom e.V. und seinen Amateursportler*innen fernhalten. Der FCSP sei nicht nur Profifußball, sondern auch die Amateure und diese gelte es zu schätzen. 

Michael kann froh sein, dass traditionell niemand bei dem Tagesordnungspunkt „Bericht der Kassenprüfer*innen“ so richtig zuhört. Man kann ihm zugutehalten, dass er nicht der allgemeinen Meinung nach dem Wort redet. Denn er fordert da nicht mehr und nicht weniger als die Ausgliederung der Profiabteilung in eine eigene Gesellschaft, sodass er e.V. für die Risiken des Profifußballs nicht mehr haftet. Unser leiser Verdacht ist, dass eine solche Ausgliederung gerade nicht die erforderliche Dreiviertelmehrheit erreichen würde. Rein nüchtern juristisch betrachtet ist das auch eher ein zweischneidiges Schwert. Wenn man jetzt den Profifußball in eine Spielbetriebs-GmbH ausgliedern würde, dann würden sich die Puristen des Vereinsrechtes sehr freuen, die einem Idealverein mit einem integrierten Millionenunternehmen eher skeptisch gegenüber stehen. Ob das jedoch die Haftung begrenzen würde, sei mal dahin gestellt. Denn wahrscheinlich jeder Mensch, der Geld in eine solche Spielbetriebs-GmbH als Darlehen geben würde, würde dies durch Bürgschaften des e.V. absichern lassen. Kapitalgeber*innen nehmen traditionell jede Sicherheit, die sie auch nur irgendwo bekommen könnten. Die Alternative wäre dann ein*e Investor*in, die Eigenkapital geben würde. Und wir haben das Gefühl, dass dies auch nicht gerade Begeisterungsstürme auslösen würde unter der Mitgliederschaft. Aus seinem Bericht wird auch nicht klar, warum er von diesem Risiko spricht. Schneeballsystem nennt er das und diese Begrifflichkeit ist unser Ansicht nach falsch. Wikipedia bezeichnet ein Schneeballsystem als ein System, welches zum Funktionieren eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern benötige. Das ist beim Fußball schlichtweg nicht der Fall. Auch der Sonderfall eines „Ponzi-Scheme“, wo Gewinne mit Einzahlungen neuer Investor*innen vorgegaukelt werden, liegt im Profifußball schlichtweg nicht vor. Es findet schon ein realer Austausch von Leistungen und Gegenleistungen statt. Ob diese vollkommen überteuert sind und zukunftsträchtig, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber so viel Gehirnschmalz sollte einer Mitgliederversammlung schon zutrauen, anstatt eines vollkommen unpassenden Vergleiches. Es ist auch erstaunlich, dass der Hinweis komplett fehlt , dass wir unser Eigenkapital aufbrauchen und in die Überschuldung rutschen, und hier keine mahnenden Worte gefunden werden, da wären sie passend gewesen. Thema verfehlt! Vollkommen unverzeihlich ist die Nennung des falschen Vereinsnamen. Auch gerade hat er seine Rede doch abgelesen? Kassenprüfer*innen können bei uns nur einmalig wiedergewählt werden und wir wissen nicht, ob die beiden amtierenden schon wiedergewählt wurden, aber frischer Wind wäre wahrscheinlich gut. 

Bericht des Aufsichtsrates

Es sprach unsere Aufsichtsratsvorsitzende Sandra Schwedler. Zu Beginn wies sie sichtlich angefressen, wenn uns jemand fragt, darauf hin, dass sie den Text gendern werde und eine kleine Pause in den Worten lassen werde, damit so alle Geschlechter angesprochen seien. Ein „falls es dazu noch Fragen gibt“ haben wir noch im Kopf. 

WÜRDE ES GEHEN, WÜRDEN WIR DICH UMARMEN!! Und ja liebe Menschen da draußen, deswegen ist es ab und zu mal wichtig, dass wir nicht nur alte weiße Männer in unseren Gremien haben. Nein, es ist nicht ab und zu mal wichtig, es ist immer und jeden verdammten Tag wichtig.

Sandra führte weiter aus, dass es ein Jahr gewesen sei, in dem selbst der Profifußball in den Hintergrund gerückt sei. Nicht sportlicher Saisonabschluss und kommende Saisonplanung seien Thema im Sommer gewesen, wer hätte dies gedacht? Sie wolle sich daher bei Fans, Mitgliedern, Ehrenamtler*innen [etc. pp] bedanken, die trotz allem den Verein zu einem besseren Ort gemacht hätten. 

Wir brauchen dringend mal einen Oberbegriff mit dem sich Mitglieder, Fans, Ehrenamtler*innen, Hauptamtler*innen, Werbepartner*innen, sonstige Partner*innen und alle beim FCSP gleich angesprochen fühlen. Wir würden auf jeder MV Stunden sparen. (Man lese diese Zeilen bitte mit einem kleinen Lächeln.)

Sie bedanke sich für das Einbringen, aber auch für das Verzichten, nicht nur der finanzielle Verzicht, sondern auch der Verzicht auf den gemeinsamen Sport. Oder das Homeoffice, die Kurzarbeit der Mitarbeiter*innen Es gehe auch um das solidarische Handeln, wie es sich z.B. beim Duschbus deutlich wurde, welches von FCSP-Menschen ehrenamtlich begleitet wurde. Dies lasse sie optimistisch nach vorne blicken. 

„Gerade und erst recht in schwierigen Zeiten stehen wir zusammen.“ Steht in einem ganz anderen Kontext auf dieser Internetseite. Und es gilt/galt/sollte weiterhin auch hier gelten. Wir sollten, nein wir müssen über die Richtung des FCSP streiten, aber wir müssen dies solidarisch tun. Gerade in schwierigen Zeiten. Solidarität ist unsere Waffe, auch diese Zeiten zu überstehen. 

Sandra sagte dann, dass sie zurückblicken wolle. Der strukturelle Umbau sei vorangetrieben worden. Die Führungsstruktur mit der Geschäftsführer*innenebene wurde diskutiert und weiterentwickelt. Man beschäftige sich seit 2015 intensiv mit der Frage der Struktur. Wie kann man im Profifußball als partzipativer Verein bestehen. Mit den besonderen Vertreter*innen wolle man eine Struktur schaffen, die dies langfristig ermögliche und die Struktur stärke. Den entsprechenden Satzungsantrag werde man im Mai stellen und natürlich vorher diskutieren und erläutern. 

Erstmal: Ein demokratischer Verein, der nicht sehr kopflastig ist, ist ein schwerfälliges Gebilde, der einen strukturellen Nachteil hat gegenüber schnell entscheidenden kopflastigen Vereinen, wo Gremiumsmitglieder handverlesen sind und eine Opposition schon durch Kandidaturgenehmigungen im Zaum gehalten wird. (Wer Interesse hat, wie das funktioniert, dem sei mal die Satzung von Fortuna Düsseldorf zum Studium empfohlen.) Diesen strukturellen Nachteil können und müssen wir ausgleichen. Aus unserer Sicht ist eine Möglichkeit, diesen Nachteil auszugleichen, sich die Kreativität und das Herzblut der einfachen Mitglieder zu eigen zu machen. Das funktioniert mal gut, mal weniger gut in diesem Verein. Ein anderer Punkt ist es, gute klare hauptamtliche Strukturen zu haben und diese gut und im Konsens zu verankern. Da sind wir auf dem Weg hin, das ist wie das Wenden eines Tankers und geht vielleicht nicht immer schnell genug. Und seien wir ehrlich: Nach unserer unbedeutenden Meinung ist das auch noch nicht ganz optimal.

Aber wir sind auf dem Weg. Das wird. Wir glauben auch nicht, dass eine gelenkte Demokratie mit einem Wahlausschuss, der Aufsichtsratskandidat*innen handverlesen filtert, ein Weg für den FCSP ist. Klar, da kannst du dann „sportliche Kompetenz“ und „Wirtschaftsfachleute“ anhäufen und dich gut fühlen. Aber dieser fucking Verein lebt sehr von seiner Seele. Und die trampelst du dann tot. Funfact: Habt ihr mal bei Eintracht Frankfurt nach „sportlicher Kompetenz“ in den Gremien gesucht? Viel wichtiger als die Tatsache, ob jemand mal einen Ball geradeaus nach vorne gebolzt hat, ist uns für die ehrenamtlichen Wahlgremien eine Kompetenz in dem, was dieses Gremium machen soll. Und ein Wissen, was hauptamtlich erledigt werden soll. Zu dieser klaren Trennung sind die besonderen Vertreter*innen ein sehr guter Schritt, der eben aber noch nicht bis ins Letzte durchdacht ist. Und ja, auch hier ist eine Problemstelle unserer sportlichen Entwicklung zu sehen, wir hätten eine feste, tragfähige Struktur viel früher finden müssen. Es ist bemerkenswert, wie lange dieser Verein gebraucht hat, diese ganzen Probleme anzugehen. Und da müssen wir über klare Versäumnisse der Jahre 1995 bis 2015 reden. 

Sie kam dann auf das Sportliche zu sprechen. Dies sei hinter den Erwartungen zurück geblieben. Unabhängig von Corona sehe man seit langem mit Sorge auf den sportlichen Bereich, natürlich wisse man, dass man auch selbst einen Beitrag dazu geleistet habe. Die Entscheidungen der Vergangenheit hatten – auch rückblickend – ihre Berechtigung, sie hätten aber das langfristige Ziel der Kontinuität nicht erreicht. Und dies sei die Basis, die eine sportliche Entwicklung ermögliche. Dies sei nicht die einzige Wunde, in die Andreas Bornemann die Finger gelegt habe. Inzwischen exisitiert ein schriftliches sportliches Konzept, welches nicht nur für Lizenz- und Nachwuchsbereich gelte, sondern auch Grundlage für die Diskussionen zwischen den Gremien und der sportlichen Leitung diene. Dieses Konzept werde angepasst und sei lebendig. Es sei ein weiterer kleiner Baustein, um sich zu professioneller aufzustellen trotz der ehrenamtlichen Führung. 

Puh. Das hat gesessen. Wir meinten auch eine deutliche Betonung herauszuhören. Und wer sich fragt, warum dieser Verein sportlich nicht von der Stelle kommt, der wird hier wahrscheinlich erneut fündig. Wir haben es im wirtschaftlichen, administrativen Bereich immer wieder geschafft, uns klare Ziele zu setzen, diese auf MVs auch anzudiskutieren und diese dann zu verwirklichen. Das begann mit dem Zerschlagen des gordischen Knoten „Stadionneubau“ und endete nun in einer größtmöglichen Autonomie in den Geldeinnahmequellen. Nur im Sportlichen ist man offensichtlich diesen Weg nicht gegangen. Hier hört es sich klar so an, dass es ein übergreifendes, schriftliches, Basis für alles sportliches Konzept nicht wirklich gab. Und das hat uns offensichtlich Jahre gekostet, die nun sehr schwer aufzuholen sind. Sportlicher Erfolg hat aus unserer Sicht zwei Kompetenten. Einer ist „trust the process“, der andere ist die Ausführung und die richtigen Personen für diesen Prozess. Wenn man aber gar keinen Prozess hat, der für ALLE Handlungen ausschlaggebend ist, dann komme ich gar nicht in die Ebene der Ausführung und derSuche nach den richtigen Personen für diesen Prozess. Wir kennen das Konzept nicht im Einzelnen und wären sowieso nicht in der Lage, dies vollständig auf Stimmigkeit zu überprüfen. Aber dass es ein verbindlichens offensichtlich über Jahre nicht so wirklich gab, ist fatal. 

Nebenbei: Das war vom Aufsichtsrat unserer Erinnerung nach schon mal angemahnt worden auf einer MV. Dieser muss sich wahrscheinlich vorwerfen lassen, dies nicht noch zentraler zu einem Anforderungskatalog an das Präsidium gemacht zu haben. Diese Selbstkritik schimmert ja selbst durch. Selbstkritik in MV-Reden ist bei uns so selten, dass sie hier sofort auffällt.

Sandra sprach von einem kleinen Baustein und „professioneller Aufstellen trotz ehrenamtlicher Führung“. Lesen nur wir da ein „als Ehrenamtler*in die Hauptamtler*innen auch mal machen lassen“ raus? Wir kennen die internen Verhältnisse natürlich nicht, aber das hört sich interessant an. 

Nun müsse man noch vorne blicken und daraus lernen. Man möchte Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag vemeiden. Daher richte sie die Worte an die Mannschaft und den Trainer. Man glaube an sie und man wisse, dass „ihr gemeinschaftlich viel schaffen könnt“. Man habe Leidenschaft auf und neben dem Platz aufblitzen sehen. Davon wolle man mehr. „Zeigt was in euch steckt und dass das Vertrauen mehr als gerechtfertigt ist“

Und dann kommt das Düsseldorf-Spiel und eine komplett uninspirierte Leistung. Zur Zeit sieht es leider wieder nach einem langen Abstiegskampf aus und zur Zeit gibt uns Fivethirtyeight eine Abstiegswahrscheinlichkeit von 41 Prozent. Aber hey, dies heißt, dass wir zu 59 Prozent nicht absteigen. Nur noch positiv. Hoffen wir, dass die Rückenstärkung zündet, die auch auf dieser Seite versucht wurde, und die Jungs heiß wie Feuer aus der Winterpause kommen. 

Im Nachwuchsbereich sei die Situation auch verschärft. Das Brennglas Corona habe gezeigt, wie prekär die infrastrukturelle Lage sei. Die Auswirkungen seien deutlich zu spüren, auch wenn die handelnden Personen einen guten Job machen würden. Man wolle da langsam den Fokus von „kurzfristig Probleme mindern“ auf „langfristig Probleme lösen“ verschieben. 

Siehe oben 

Die Pandemie habe große finanzielle Auswirkungen. Dank des konservativen Wirtschaftens in der Vergangenheit stünde man relativ gut da. Kurzarbeit, Verzicht auf Dauerkartenerstattungen und Alternativen bei Erfüllungen der Partnerschaften trügen dazu bei. Die Lage sei dennoch ernst. Der Austausch über Finanzen wurde intensiviert. In der Planung wichtig, wie man trotz Pandemie diese an unseren Werten ausrichten könne. Man habe sich an das „auf Sicht fahren“ gewöhnt, man hoffe aber, bald den Blick wieder weiter nach vorne richten zu können.  Man habe in den letzten Jahren viele Entscheidungen getroffen, die einen unabhängiger machten. Dafür auch ein Dank an Joachim Pawlik, der diese Themen entscheidend mitgeprägt habe. Ein Dank auch an Bernd von Geldern, auch stellvertretend für alle anderen Geschäftsleiter und Mitarbeiter*innen, die mit viel Leidschaft u.a. das Thema „nachhaltige Kollektion“ angegangen seien.  Diese strategische Entscheidung begleite einen schon länger und sei eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen der vergangenen Saison. Immer getrieben von der Frage, wie man die Profis ein Stück weit anders finanzieren können, aber auch getrieben von dem Wunsch nach Nachhaltigkeit. Eine Kollektion, wo man genau weiß, wo und wie produziert werde, eine, wo wir bestimmen wie kommuniziert werde. Eine, die nicht perfekt ist, die wir aber weiterentwickeln könnten. 

Auf diesen Seiten war mal vor einigen Jahren davon die Rede, dass wir unsere Nische finden müssen in diesem Haifischbecken, wenn wir überleben wollen und nicht der 36. Verein sein wollen, der sich an irgendeine*n mehr oder minder seriöse*n Investor*in verkaufen will. Das wird immer ein Drahtseilakt sein. Einige Ideen sind schlichtweg krachend gescheitert, siehe Genossenschaft, von der gar keine Rede mehr ist. Andere müssen sich jetzt in der Realität beweisen. Wie schon oben geschrieben: „Konzentriert euch auf das Sportliche“ ist Blödsinn, denn dieser Versuch, seine Einnahmequellen zu gestalten, ist genau dies. Ist es bequemer, sich eine*n Investor*in zu suchen? Garantiert! Ist dies das, was wir wollen? Wir bezweifeln es. Kleine Anmerkung: Wir würden uns natürlich wünschen, dass die Kontrolle der Kommunikation zu einer besseren und kreativeren Kommunikation führen würde. Stichwort ‚zu viele Superlative‘. Aber nun gut. Vielleicht ist dies dieses „nicht perfekt“. 

Die Zusammenarbeit mit dem Präsidium sei überwiegend gut. Man sei auch dann zu guten gemeinsamen Lösungen gekommen, wenn man unterschiedlicher Ansicht gewesen sei. Und würde auch an einem Strang ziehen. Dies sei gerade in Zeiten der Pandemie wichtig.  Der Aufsichtsrat stehe im kommenden Jahr vor seiner wichtigsten Aufgabe, die man sehr ernst nehme. Die Auswahl eine*r*s  Präsidentschaftskandidat*in, die dann auf der MV 2021 gewählt werden müsste. 

Wir wissen nicht, ob und wie Oke weiter machen will, aber es ist vielleicht mal Zeit für einen persönlichen Hinweis des Seniors: Ich vermeide es ganz bewusst in diesen MV-Berichten „den Kopf“ von irgendwem zu fordern oder irgendwas im Sinne von „Oke muss weg“ zu schreiben. Dies ist zum einen auch eine Art Respekt vor dem Amt, zum anderen bin ich da mal vor Jahrzehnten mit auf den Bauch gefallen. Es gäbe dafür natürlich Grenzen, aber die werdet ihr lesen, wenn es mal passieren sollte. Deutlichste Kritik werden alle ehrenamtliche Menschen in diesem Verein ertragen müssen, aber ein plattes „Sandra/Oke/werauch immer muss weg und dann wird alles super“ ist mir zu billig. Sorry. Es soll auch kein Geheimnis sein, dass ich mir mit Christiane und Sandra häufiger mal eine E-Mail austausche und ich gerade Sandra seit Jahrzehnten kenne. Das wissen hoffentlich alle Leser*innen. Wir sind aber auch nicht immer und überall einer Meinung. Es wäre auch schlimm, wenn es so wäre. Der FCSP braucht den Austausch und die auch kontroverse Diskussion, wenn er denn überleben will. Auch glaube ich, dass unser ehrenamtlicher Präsident in einer richtig gedachten Struktur (!) eine sehr kleine Rolle im Bereich „sportlichen Erfolg“ hat. Diese haben wir aber definitiv noch nicht erreicht. Siehe oben. 

Zum Abschluss beantrage sie die Entlastung.  

Die weiteren Berichte

Gab es nicht, denn die entsprechenden Gremien verzichteten. Ey Alex, so können wir nicht arbeiten, uns fehlte die kurze „nur mal zuhören und das Handgelenk vom Mitschreiben lockern“-Pause, die dein Bericht sonst liefert. Nein, Scherz beiseite. Dies soll – wie jedes Jahr – keine Respektlosigkeit sein. Wer sich für die Tätigkeit der AFM interessiert, gehe bitte in diese Versammlung und informiere sich dort! Die würden sich garantiert auch mal freuen, nicht nur in die üblichen 100 Gesichter auf Versammlungen zu blicken.  

Die Entlastungen

Das Präsidium wurde mit 558 Ja-Stimmen zu 14 Nein-Stimmen und 29 Enthaltungen entlastet. 

Es ist schon etwas verrückt, dass der Antrag, Oke abzusetzen, dann etwas später 63 Ja-Stimmen bekommt. Leute, das ist dann komplett verrückt. Ihr könnt niemanden entlasten, den ihr auf der anderen Seite abberufen wollt. Das ist schlichtweg unlogisch und zeugt auch von einem sehr geringen Verständnis, wie ein Verein funktioniert. Also rein formal könnt ihr das schon. Aber es ist eben unlogisch und passt vor allem auch nicht zu dem, wie wir uns diesen Verein vorstellen.

Der Amateurvorstand wurde dann mit 567 Ja- und einer Nein-Stimme bei 45 Enthaltungen entlastet. 

Eine Unwucht, die in unserer Satzung wahrscheinlich nicht mehr zu korrigieren ist: Der Amateurvorstand wird hier entlastet, auch von AFM-Mitgliedern, der AFM-Vorstand wird jedoch von seiner eigenen Versammlung entlastet. Beide haben hier aber ein Berichtsrecht und eine Berichtspflicht. Der Aufsichtsrat wird gar nicht entlastet. Da ist vieles historisch bedingt und wahrscheinlich nur schwer zu korrigieren. Theoretisch müsste es eine Amateurversammlung geben und eine AFM-Versammlung und beide müssten jeweils von ihren Mitgliedern entlastet werden und dann wäre auch das Berichtsrecht/die Berichtspflicht überflüssig. Womit die MV aber auch einen Überblick über das Leben im Verein verlieren würde. 

Die Ehrungen

Man werde die später persönlich übergeben und man finde diese nun im Internet, führte Oke aus. Man sollte nun gedanklich applaudieren, wie es sonst nun auf einer MV gemacht werden würde. 

Wir möchten hier stellvertretend für alle anderen Paupi gratulieren, ach was, wir möchten ihn herausheben. Ey du alter Schwabe, ohne dich wäre so viele so anders in diesem Verein. Wir alle sind grau geworden und haben viele Haare über diesen Verein verloren, aber ohne deinen Einsatz wären es noch viel mehr Haare. Und hier wird jemand geehrt, der nie näher als 600 Kilometer weg vom Millerntor lebte. Ganz viel Liebe! (Und irgendwann nach Corona machen wir mal einen „Wir erzählen unsere Lieblingspaupianekdoten“-Abend.)

Anträge

Es wurden Dringlichkeitsanträge gestellt, die wir echt schwierig fanden. Wir erwähnten das schon oben.  Als erstes wurde wieder das Thema „HVV-Berechtigung für Karten“ beantragt. KH stieg hier in eine kurze Aussprache ein, um dann über die Dringlichkeit einzusteigen. 

KH hat da nicht Unrecht mit seinem Einstieg in eine Aussprache, denn unsere Satzung (§ 15 Nr. 6) ist da unklar, aber der logische Ablauf wäre eigentlich, dass man ohne inhaltliche (!) Aussprache sofort über die Dringlichkeit entscheidet. Sonst macht die Zweiteilung der Abstimmungen keinen Sinn. Dann könnte die Satzung auch „Dringlichkeitsanträge brauchen 2/3 zur Annahme“ regeln. In früheren Jahren wurde das auch so gehandhabt, dass eine Aussprache erst dann erfolgte, wenn die Dringlichkeit angenommen wurde. Da sollte unsere Satzung klar gestellt werden. Das Thema HVV ist ein äußerst frustrierendes, aber garantiert keines, was einer Dringlichkeit unterliegt. Wir verweisen auch auf unsere Ausführungen in den Vorjahren.

Es wurde dann über die Dringlichkeit abgestimmt und diese mit 464 Nein-Stimmen und 60 Ja-Stimmen abgelehnt. 73 Mitglieder stimmten mit Enthaltung.  Dann wurde die Absetzung von Oke und Bornemann als Dringlichkeitsantrag gestellt. 

Ganz ehrlich Leute, jetzt wird es absurd. Und jedes Wort, was da von Gremienvertreter*innen noch drüber verloren wurde, ist eines zu viel. Es ist daher vollkommen richtig, dass der Aufsichtsrat schlichtweg schwieg. Gegen Bornemann ist dieser Antrag schlichtweg nicht zulässig, da er kein Amt inne hat, welches einer Abberufung fähig wäre. Bei Oke war das erste spontane Erstaunen des Seniors: „Was, das geht in Dringlichkeit?“. Ja, es geht. Sieht unsere Satzung ausdrücklich in § 15 Nr. 4 vor. Angesichts der schriftlichen Verteidigungsmöglichkeit, die bei einem normalen Abberufungsantrag vorgesehen ist, muss man hier aber wahrscheinlich eine sehr hohe Hürde an die Dringlichkeit stellen. Und da muss man die Antragssteller*innen schon mal ernsthaft fragen, was sich denn zwischen 3.12.2020 und 17.12.2020 ergeben habe, um nun dringlich die Absetzung bedürfen. Und diese Frage wird man nicht befriedigend beantworten können. Dies alles sollte bitte nicht als „es ist alles super“ verstanden werden. Zwischen einer deutlichsten Kritik und einer Abberufung aus Dringlichkeit bestehen noch ganz viele Graustufen. Auch gerade darf nie vergessen werden, dass eine Führungslosigkeit eines e.V. vertretungsrechtlich sehr schwierig und gefährlich ist.

493 Mitglieder sahen dann auch kein Grund für eine Dringlichkeit, 63 aber schon, was immerhin über 10 Prozent der Anwesenden ist. 52 Mitglieder enthielten sich.

Warum 10 Prozent schon viel ist? Unsere Satzung sieht 75 Prozent für Änderungen vor und wenn 10 Prozent schon für komplett absurde Anträge stimmen, dann ist die Hürde für eine 75–Prozent-Zustimmung deutlich schwieriger zu erreichen. Und das sollte angesichts absolut notwendiger Satzungsanpassungen uns Sorge machen. Und eine sehr ähnliche Anzahl von Menschen hat ja auch oben für die Dringlichkeit des HVV-Antrags gestimmt. Es zieht sich also durch. 

Zum Punkt „Sonstiges“ gab es dann keine Meldungen mehr und KH erklärte die Versammlung um 21:36 für beendet. Er habe sich wie ein Nachrichtensprecher gefühlt, viele sei anders gewesen und er habe viel gelernt. 

Hätte er eine Krawatte getragen, wäre nun der Zeitpunkt für den Jan-Hofer-Moment gewesen. Noch mal danke für die Leitung, die garantiert nicht immer einfach ist. Man sah mehrfach, wie er und Christiane sich Zettel hin- und herschoben und wir können uns richtig vorstellen, wie da die beiden Jurist*innen des Vereins Meinungen austauschten und die Satzung live interpretierten. Kein schöner Job. Und wir wollen das ja gar nicht schrieben, aber Jurist*innen haben doch mal Nutzwert. 

Oke sagte dann noch ein paar Schlussworte (womit nebenbei ganz streng die Versammlung noch nicht geschlossen ist).

Er danke für die rege Teilnahme und er danke KH und den Gebärdendolmetscherinnen für ihre Arbeit und Uschi Steinhoff für das Protokoll. 

Man habe keine einfache Zeit, 2021 könne nur wilder und besser werden. Man denke in dieser Zeit an Menschen in der Veranstaltungsbranche und hoffe, dass es wieder ein volles Millerntor gebe. „Wir brauchen euch.“ Man müsse als FCSP rausgehen und Hoffnung spenden. You will never walk alone, bleibt gesund und danke.  

Fazit

Gibt es traditionell nicht. Außer, dass wir die Satzung mal durcharbeiten müssen. Und eine Quote brauchen. Ist so.