Dez 022020
 

Liebe Leser*innen, wir haben bekanntlich von Fußball keine Ahnung. Insofern können wir nur aus einer Laiensicht beurteilen, ob wir den handelnden Menschen vertrauen oder nicht. Bekanntlich schafft Transparenz Vertrauen, sodass die Townhall (so etwas muss neudeutsche Begriffe haben, sonst ist es nicht cool) vom 26.11.2020 mit Schulle und Borne ein guter Schritt ist. Und um vorab das Fazit zu ziehen: Das hatte alles Hand und Fuß und die handelnden Personen sind auch mal selbstkritisch, was bei uns immer mehr Vertrauen schafft, als wenn jemand so tut, als ob er*sie der*die Geilste wäre und die Misserfolge immer die Schuld der anderen ist. Letzteres mit schönen Gruß an Jos.  Wir haben im Detail natürlich – zu Recht nebenbei – noch was zu meckern, aber das werdet ihr dann an geeigneter Stelle lesen. Unsere eigenen Senf versuchen wir in der Wiedergabe des Gesagten abzugrenzen. Mit eckigen Klammern. Beim MV-Bericht dann wieder in Farbe.  Wir haben uns wieder der Fähigkeit des Seniors bedient, solche Dinge relativ gut mitschreiben zu können und abtippen zu können. Weitere Aufzeichnungen stammen von Flossi aus unserem Kollektiv. Wir haben diesen Hinweis das letzte Mal vergessen, aber trotz bestem Wissen und Gewissen kann es immer zu Fehlern beim Verstehen und/oder Abtippen kommen. Falls euch so etwas auffällt, leave a Message after the ringtone, please. 

Das Allgemeine

Es begann pünktlich, die teilnehmenden Menschen wurden per Nachricht im Warteraum vorab bei Laune gehalten und zwei Gebärdendolmetscher*innen waren anwesend. (Magret und Daniel haben wir uns als Namen aufgeschrieben, danke an euch. Wir können uns vorstellen, dass das Übersetzen von Oke-Sätzen kein Spaß ist.) 

Insgesamt waren so um die 300 Mitglieder/Pressevertreter*innen und Blogger*innen, die nicht Vereinsmitglieder sind. Da Anne das immer so ausdrücklich erwähnt: Welche*r FCSP Blogger*in ist bitte nicht Mitglied? Vortreten zum Ohrfeigen abholen!  Auf dem Podium waren neben den beiden genannten noch Präsident Oke. Anne Kunze (Medien) führte wieder durchs Programm und stellte auch die Fragen.  

Nach einer kurzen Eröffnung erläuterte sie den Aufbau des Abends. Vier Themenkomplexe (Ausrichtung, Kader, Saison, Corona) und nach jedem Themenkomplex würden auch gleich die passenden Fragen gestellt. Danach noch die Fragen, die spontan aus dem Chat kommen würden. Das ganze Format ist so ein bisschen steif, weil man schlecht auf das eben Gesagte reagieren kann. Das wäre für die Zukunft noch wünschenswerter, dies zu ermöglichen, z. B. durch einen dauerhaft geöffneten Chat. Aber das wird garantiert kommen, wenn die ganzen Abläufe routinierter sind und alle sich eingegroovt haben. Nur noch positiv! 

Oke eröffnete die Runde. [Wir mahnen wieder routinemäßig den vollständigen Satz an, haben aber in diesem Punkt die Hoffnung aufgegeben.] Freut sich total, dass so viele dabei seien, mehr selbst als beim Wirtschaftlichen, auch nachvollziehbar, Sportliches sei Menschen näher als Wirtschaftliches. Ein einzigartiges Dialogformat in einem mitgliedergeführten Verein; die sportlich Verantwortlichen hätten auf die Frage, ob man das machen wolle, sofort mit einer Zusage reagiert, freue sich Fragen beantworten zu können, trotz sportlichem Tabellenplatz.  [Wir wissen, dass Klappern zum Handwerk gehört, aber der FCSP sollte in seiner Außendarstellung nicht immer nur Superlative verwenden. Niemand wird sicher sagen können, ob ein anderer Verein schon ähnliche Formate gemacht hat. Niemand wird sicher sagen können, dass unser neues DIIY-Trikot das nachhaltigste ist. Ja, man kann mal auf die Tonne hauen, das gehört wie gesagt dazu. Aber das hat auch einen Abnutzungseffekt.] 

Komplex „sportliche Ausrichtung“

 Es übernahm dann Borne. Man wolle die sportliche Strategie besprechen, freue sich sehr, dass man darüber miteinander rede und wolle die Vergangenheit Revue passieren und sagen, wo die Reise hingeht. Es gebe im Verein eine Divergenz zwischen der wirtschaftlichen stabilen Entwicklung und der sportlichen Entwicklung. Man habe wirtschaftlich viel erreicht, wie z. B. Vermarktung und Merch wieder in Eigentum zu haben oder das Stadion zu bauen und zu finanzieren. Im sportlichen Bereich habe man keine Konstanz gehabt. Die fehlende Kontinuität zeige sich daran, dass er mit Timo den 9. Cheftrainer in 10 Jahren begrüßen könne und er der 6. Sportchef in diesem Zeitraum sei. [Hefte raus, Klassentest! Wer von euch kann spontan alle 15 richtig aufzählen? Ohne nachzugucken!] Es sei zwar normal, dass man eine Situation mal neu beurteile und sich verändere, weil man nicht mehr zusammen arbeiten könne. Aber insgesamt sei eine Kontinuität auf diesen Positionen wünschenswert.  Man habe immer eine Strategie gehabt, sodass es nicht neu sei, wenn man nun mit einer Strategie komme. Man müsse sich immer Fragen, ob man ein Käufer- oder Verkäuferverein sein wolle. Die konzeptionelle Neuausrichtung sehe wie folgt aus: Man wolle sich in den Top 25 in Deutschland etablieren. Da müsse Timo nun nicht erschrecken, das sei kein kurzfristiges Ziel, aber in zwei bis vier Jahren wolle man sich im oberen Drittel etablieren und auch einen Aufstieg nicht ausschließen.  [Ist noch wer über dieses „Timo, nicht erschrecken“ gestolpert? Das klang so ein bisschen so, als ob das nicht vorab besprochen wurde, was uns sehr verwundern würde. Vielleicht war es aber auch eher ein Gag. Was man bei solchen Konzepten immer nicht vergessen darf: Das ist kein Hexenwerk und auch nicht besonders anders oder kreativ als in anderen Vereinen. Dieses Ziel haben wahrscheinlich mindestens 20 Vereine in Deutschland. Und oben drauf kommen dann noch mindestens 10 Vereine, die sagen „in den nächsten zwei bis vier Jahren spielen wir Champions League“. Letzteres ist wahrscheinlich auch das Ziel im Volkspark. Nur wenn 30 Vereine so ein Ziel haben, dann bleiben einige auf der Strecke, denn es können sich da ja auch Vereine reinmischen, deren Ziel aufgrund der eigenen Größe und/oder sportlichen Geschichte eher „wir sind verdammt glücklich, wenn wir Liga 2 halten“ sein müsste. Wir nennen nur mal Paderborn (sportlicher Abstieg 4. Liga, zwei Aufstiege danach, nun ein Abstieg) oder Sandhausen. Das heißt aber nicht, dass es ein unrealistisches und/oder falsches Ziel ist. Es sollte unser Ziel sein, irgendwie um den Aufstieg mitzuspielen, wenn wir in Liga 2 sind und es sollte unser Ziel sein, unseren Arsch irgendwie zu retten, sollte uns der Aufstieg mal ereilen. Das letztgenannte Ziel ist schwierig und wird immer schwieriger, wie im weiteren Verlauf noch besprochen wird.] Man wolle Talente entwickeln und fördern und sich auch als Verkäuferverein benennen, auch mal einen Spieler abgeben und Transfererlöse als 5. Säule der Einnahmen etablieren. Dies gelte auch trotz Corona.  [Auch das ist kein absolut neues Rezept. Es gibt Vereine, die das sehr erfolgreich seit Jahren fahren. Es fällt sofort der SC Freiburg ein. Mit Ex-Freiburgern könnte man wahrscheinlich eine ganz gute Bundesligatruppe aufstellen. Die haben aber auch einen nahezu endlosen Strom an Nachwuchsspielern, die sie ausbilden und „marktreif“ machen. Ein allgemeiner Hinweis: Profisport bringt eine ziemlich entmenschlichende Sprache mit sich. Spieler sind Menschen und werden hier doch vorrangig als Wirtschaftsgüter betrachtet. Man sollte dies immer im Hinterkopf haben und diese Sprache nicht 100-prozentig unkritisch übernehmen.] 

Man wolle einen proaktiven Offensivfußball mit Spielfreude, Hingabe und Leidenschaft, der die Emotionalität der Fans des FCSP wiederspiegelt spielen. [Das ist jetzt bewusst ziemlich wortwörtlich von der Folie abgeschrieben, die Borne präsentierte. Und wir finden das gut. Da wird öffentlich (!) ganz klar ein fußballerisches Konzept ausgegeben, welches man dann auch als Zuschauer*in bewerten kann. Das war in der Vergangenheit, wo sich um solche Fragen auch gerne mal herumgedrückt wurde nicht immer der Fall. Wahrscheinlich gab es auch da Konzepte, aber diese so öffentlich und nachprüfbar in den Raum zu stellen, ist ein Schritt nach vorne. Schulle meinte später im Gespräch so schön „wir sind kein Verschiebebahnhof“ zum Spielstil und das ist doch auch mal eine schöne Umschreibung. Ob so ein Konzept in Liga 2, in der es wenig spielerisches Talent und viel Geholze gibt wirklich umsetzbar ist, können Fachleute besser beurteilen als wir. Ärgerlich, dass diese Emotionalität gerade nicht im Stadion ausgelebt werden kann, denn klar ist: So ein Spielstil würde das Millerntor zum Brüllen bringen.] Weiterhin wolle man einen integrativen und gemeinschaftlichen Ansatz zwischen dem Sport und Gesamtverein verfolgen. [Auch das ist direkt von der Folie so abgeschrieben und lässt uns gerade noch ein bisschen ratlos zurück. Da können wir uns alles und nichts drunter vorstellen. Und der „Gesamtverein“ ist doch auch Sport? Immerhin gut 15.000 Menschen gehen im FCSP aktiv „ihrem“ Sport nach. Warten wir ab, was genau hier geplant ist, die Stichworte sind ja erstmal nicht falsch.] Man startete dann direkt in die erste Fragerunde. Wir geben hier nicht alle Antworten wieder, sondern nur diejenigen, die aus unserer subjektiven Sicht noch etwas Neues erbrachten. Das sind einige.  Es wurde nach der Zielsetzung der Saison gefragt. Man könne sich als Ziel nicht setzen, sich in der 2. Liga zu etablieren, dies sei man lange schon. Auch „ich will nicht absteigen“ sei nicht wirklich zufriedenstellend. Es habe viel Veränderung gegeben und diese brauche auch ihre Zeit, es ginge darum eine Entwicklung der Mannschaft, der Trainer zu sehen. [Es ist eine Krux mit diesen Ligen, in denen es einen Abstieg gibt. Wären wir hier im Amisport mit seinen geschlossenen Ligen, dann wäre dieses Jahr ein Jahr, bei dem der FCSP auch locker Letzter werden würde, wenn denn ein „Trust the Process“ gegeben wäre und von den Verantwortlichen vorgelebt werden würde. In dieser schönen Lage sind wir nur leider nicht. Umso mehr bleibt zu hoffen, dass wir schnell und bald ein paar Punkte einfahren, um uns dann an der Entwicklung hin zu einem Powerhouse zu erfreuen.] 

Als Nächstes wurde die „mehr Sport, weniger Politik“-Frage etwas anders formuliert gestellt und Union Berlin als Vorbild genannt. [Die Mikrofone von uns waren zum Glück aus, aber hier könnt ihr ungefähr ein so lautes „AAAAARRRGGGHHHH“ einfügen, als ob jemand das Spiel gegen Osnabrück als Derby bezeichnen würde. Es wäre der Diskussion um Union nebenbei sehr hilfreich, wenn Menschen sich mal genauer damit beschäftigen würden, was Union in den letzten Jahren so gemacht hat. Union hat sich Geld von einem Investmentfond namens „Quattrex German Opportunities“  geliehen und dafür Fernsehgelder verpfändet. Und diese Gelder dann sofort in den sportlichen Etat investiert. Das ist bei denen gut gegangen, ist aber auch höchstriskant. Wer das für den FCSP will, der*die hebe nun bitte die Hand. Ganz ehrlich Loide, unser Weg ist das nicht. Union kann sich glücklich schätzen, dass das bisher funktioniert hat, aber das kann auch ganz schnell, ganz übel schief gehen. Und dann kannst du dich ganz schnell wieder bei Union Oberschöneweide eingliedern. Gründungsjahr nebenbei 1910, Hauptsport: Kegeln.] Oke antwortete, dass die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung noch kein Spiel am Millerntor verloren hat. Das habe nichts miteinander zu tun. Natürlich sei man sportlich nicht zufrieden damit, wo man stehe und es sei immer eine Priorität, dass sportliche Budget und die sportliche Organisation noch mehr auszufüllen, denn sie sei elementarer Bestandteil. Der sportliche Erfolg habe eine Priorität, aber man könne nicht das eine machen und das andere lassen. Er finde es unfair, diese Frage zu stellen.  [Wir stimmen Oke hier zu. Und mal ganz ehrlich, lieber fragestellender Mensch, Googel mal Unique Selling Point (so passend USP abgekürzt). Das ist für den FCSP das soziale Engagement und dieses diffuse Linkssein.

Es pilgern nicht ständig 30.000 Menschen ans Millerntor, weil der Fußball dort so geil ist.] Grundsätzlich wolle man wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Stabilität erreichen, man verschreibe sich keinem Fußball, der diese Stabilität gefährde. Benannter Verein habe sehr riskoaffin gehandelt, dies sei eine Methode, die wir nicht als richtig empfanden. Weiter wolle er das nicht werten. Man habe aber auch den Sportetat immer weiter gesteigert und nach vorne entwickelt. Auch habe man Transfererlöse erzielt und wolle nun den nächsten Schritt gehen.  Als nächstes Vorbild wurde nach dem SC Freiburg gefragt. Borne stellte hier die Kontinuität heraus, die dort seit den 90er Jahren herrsche. Vorher war das auch viel Durcheinander, man könne da viel lernen, aber man wolle was Eigenes sein, keine Kopie. 

Oke ergänzte, dass man sich für den Fußball einsetzen müsse, den man wolle. Der FCSP könne nicht nur Zaungast sein, sondern man wolle mitwirken. Dies sei aber auch ein demokratischer Prozess, da gebe es immer Auseinandersetzungen und man sitze mit vielen Partnern am Tisch. Da komme nicht immer das Ergebnis raus, was man wolle. Man setze als aktiver Spieler Themen, wie viel man aber umsetzen könne, sei noch nicht absehbar. Wenn es mehr als 30 Prozent seien, dann sei das ein großer Erfolg. [Das ist Oke-Deutsch für „Kalle und ich sind noch nicht wirklich einer Meinung und es wird auch mal laut“. 30 Prozent Erfolg? Kommt vielleicht drauf an, welche 30 Prozent?] Es wurde dann gefragt, ob der Aufstieg realistisch sei. Bornemann antwortete darauf mit einem Blick auf die Situation in Liga 1. So gäbe es in der 1. Liga 18 Plätze, wovon 16 relativ festzementiert seien. Absteiger in die zweite Liga stiegen schnell wieder auf [Grüße an die Vorstadt] und Aufsteiger in die 1. Liga schnell wieder ab.

Grundsätzlich sei die 1. Liga eine große Herausforderung, der man sich stellen wolle, die finanzielle Situation müsse aber dazu passen. Um einen Aufstieg zu realisieren, seien viel Arbeit und Kontiunität nötig. [Für jedes „Kontinuität“ in der ersten Stunde ein Schnaps wäre ein fatales Trinkspiel gewesen] Man müsse der Mannschaft und dem Trainer dafür Zeit geben. Oke ergänzt, dass der Verein, dadurch dass er auf bestimmte finanzielle Mittel verzichtet, besondere bzw. manchmal auch schlechtere Wettbewerbsbedingungen hätte. Das ganze sei aber ein Fußballpolitisches Thema, da z. B. die unfaire Verteilung der TV-Gelder eine Etablierung in Liga 1 erschwere und somit die Mannschaften, die es schaffen sich dort zu etablieren, immer weniger werden würden. 

Es folgte eine Frage zu unseren finanziellen Voraussetzungen im Vergleich mit Union oder Fortuna. [AAAAAAAHH!] Oke erklärt, dass ein größerer finanzieller Rahmen nicht automatisch größeren sportlichen Erfolg bedeutet. [Auch hier: Grüße an die Vorstadt] So habe es Paderborn mit einem kleineren Etat als unserem geschafft, zweimal hintereinander aufzusteigen. Ein Aufstieg sei nicht allein von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln abhängig. Paderborn habe nach dem Beinahe-Abstieg in die 4. Liga ihr Momentum genutzt. Er weist außerdem nochmals darauf hin, dass das Modell Union Berlin keins ist, was man sich leisten wollen würde. [siehe oben] Man wolle lieber stabiler und weniger risikoreich arbeiten. 

Die vielen Rotationen im sportlichen Bereich waren Inhalt der nächsten Frage. Oke antwortete, dass es man jeden Trainer und Sportchef nach bestem Wissen geholt habe und es immer Gründe für die Entlassungen gab. Entlassungen würden immer in der Gruppe von Hauptamtlichen in Abstimmung mit dem Präsidium entschieden. Grundsätzlich sei es aber das Ziel, einen Rahmen vorzugeben und Konituität herzustellen. 
Dazu passend folgte die Frage, was passiere wenn Schulle und/oder Bornemann entlassen werden. Beide seien in die konzeptionellen Diskussionen eingebunden, erläuterte Oke. Man sei sich der schwierigen sportlichen Situation der letzten Jahren bewusst und haben sich aus diesem Grund gezielt für einen größeren Umruch entschieden. Grundsätzlich sei gar nicht so viel anders, man habe eher Nuancen angepasst. Es gäbe ein vereinsübergreifendes Konzept, welches auch das NLZ umfasse und mit den handelnden Personen besprochen werde. Sollte man mal die Personen austauschen müssen, würde man mit den neuen Personen sprechen, dass sich diese darin wieder finden würden. Man könne aber nie ausschließen, dass durch neue Personen nicht auch neue Ideen herein kämen. Neue Ideen durch neue Leute seien auch wichtig, da man ja nicht nur in seiner eigenen Suppe schwimmen wolle. [Letzteres dann wohl auch allgemein auf neues Personal auf jeder Ebene im sportlichen Bereich gemünzt.]
Anschließend beantwortete Bornemann die Frage nach der Grundausrichtung des Vereins. Man wolle ein Ausbildungsverein sein, der sowohl Spieler aus den eigenen Reihen als auch entwicklungsfähige Spieler von anderen Vereinen in die Liga bringt. Es gäbe immer Spieler, die sich sportlich schneller entwickeln, als es der Verein tut. Für diese Spieler wolle man möglichst hohe Transfererlöse erzielen. [Da wären wir wieder beim Thema Spieler als Ware] Dafür brauche es aber Kontinuität. 

Im folgenden ging es dann um die Erweiterung der Infrastruktur des Vereins. Schulle erklärte dazu, dass man an der Kollau ganz gut aufgestellt sei, aber natürlich immer noch mehr gehe und eine weiter Entwicklung gewünscht sei. [Um 18:37 und damit ungefähr 35 Minuten nach Beginn kam dann der Trainer auch mal zu Wort. „Ich darf auch mal was sagen“, waren seine einleitenden Worte. Das war von der Regie etwas unglücklich. Schulle hat’s aber mit leicht spöttischem Unterton kommentiert, den wir mögen.]
Oke ergänzte, dass man an diesem Thema permanent arbeite. Besonders in die Infrastruktur des NLZ  müssen noch mehr investiert werden. Man sei hier okay, aber nicht gut ausgestattet. Man brauche mehr Flächen und sei hier in ständigen Gesprächen mit der Stadt. Man habe aber auch viel Konkurrenz bei dem Thema, da Flächen sehr knapp seien. [Heiligengeistfeld kaufen! Ihr denkt euch hier bitte den ungefähr 20-seitigen Rant über die Investorenträume in dieser Stadt und das beschissene Flächenmanagement der Stadt Hamburg, ja? ]. Bornemann erläuterte des Weiteren, dass die Infrastruktur ein wichtiger Erfolgsfaktor sei und diese für die Lizenzmannschaft maximal Durchschnitt sei. Die Funktionsräume wie der Kraftraum seien zu klein. So müsse man für Einheiten mit der ganzen Mannschaft auf Konferenzräume ausweichen.

Dies sei alles nicht mehr zeitgemäß und man arbeite sowohl für die Lizenzmannschaft als auch für das NLZ daran, die Bedingungen zu verbessern. [Der FCSP von 2010 muss sich hier den Vorwurf gefallen lassen, dass er einfach nicht mit Weitsicht und viel zu klein geplant hat, als damals der Umbau Kollau begonnen wurde. Da hat man eine Chance liegen lassen. Wir finden es beinah positiv, dass der Sportchef hier ambitionierter denkt als der Trainer, der kurz zu vor noch von „gut aufgestellt“ redete. Und wir brauchen dringend eine Lösung für das NLZ. Vielleicht sollten wir das Heiligengeistfeld einfach besetzen und umbauen? ]

Die Kaderplanung 

Ziel sei es, den Kader auf eine vernünftige Größe von 26-27 Spielern [er sprach dann noch von 18 bis 22 Feldspielern plus Torhütern, was ja ungefähr zu dieser Zahl passt, wenn man noch „Nachwuchs mit Vertrag dazu rechnet] zu reduzieren und die Spielerverfügbarkeit zu erhöhen. Diese lag in der letzten Saison phasenweise bei nur 60 Prozent. Das sei im nationalen wie  internationalen Vergleich katastrophal sei. Tiefpunkt sei hier das Auswärtsspiel in Aue letzte Saison gewesen., bei dem 15 Spieler nicht zur Verfügung standen. [Danke, wir erinnern uns]. Dies wolle man durch eine bessere Rekrutierung von Spielern mit geringerer Verletzungshistorie verbessern. [Das ist auch ein bisschen ein anderer Schwerpunkt. Man hatte zwischendurch auch mal gerne super talentierte Spieler mit Verletzungshistorie geholt, die dadurch für den FCSP verfügbar waren. Ryo ist ein gutes Bespiel.] Zudem wolle man die Altersstruktur der Mannschaft ausgewogener gestalten. Man habe viele junge und ältere Spieler, aber die Mitte im Alter von 22-28 habe gefehlt. Wucht, Dynamik und Mentalität seien Eigenschaften, die in den letzten Jahren gefehlt hätten. [Autsch! Das ist dann doch ein deutlicher Seitenhieb.] Außerdem erklärte Bornemann, dass nach der vergangenen Saison 17 Spieler (davon 5 als Leihe) den Verein verlassen hätten und man 15 neue Spieler (davon 5 aus der Jugend) geholt hätte. [Er zeigte dazu eine Übersicht mit allen Namen. Was bei diesem ganzen Thema spannend ist: Es ist im sportlichen Bereich alles ausgetauscht worden. Nur Calle Rothenbach, der zumindest zwischendurch ein gewichtiges Wörtchen im Thema Kaderplanung mitzureden hatte, ist geblieben. Und wurde zwischendurch auch ausdrücklich lobend erwähnt von Borne. Welche Person nun was genau bei uns macht, entzieht sich unserer Kenntnis.] 

Schulle erläuterte, dass Transfers im Winter immer schwierig sei und es diese Saison noch schwieriger sei, da die Winterpause dieses Jahr sehr kurz sei und man kaum Zeit habe, neue Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Aus diesem Grund müsse es bei Verpflichtungen im Winter gut passen. Man sei da permanent in der Kommunikation, man habe auch eine Idee wo man sich verstärken könne,aber das müsse auch ein Spieler sein, der sofort helfe. Er glaube aktuell nicht, dass man unbedingt jemanden im Winter verpflichten müsse. [6er? IV? Außen?]

Bornemann ergänzte dazu, dass der erste Blick immer in die eigenen Reihen gehen würde, man habe das auch in der Vergangenheit unter Beweis gestellt.  Es ginge dann auch darum, dass die Spieler des NLZs nicht nur Teil des Kaders [er sprach von „den Plätzen 19 bis 25“] sind, sondern auch Teil der „erste-Reihe-Spieler“ sein müssten. [Das ist aber auch der schwierigste Schritt. Und der uns bisher nicht immer gelungen ist.] Nach welchem Spielerprofil man sucht, sei immer abhängig davon, für welche Position man jemanden sucht. Im Winter suche man jemanden, der uns sofort weiter helfen könne, einen erfahrenen Stabilisator, so auch Borne. Die Gruppe lebe aber auch von ihrer Heterogenität. Perspektivspieler verpflichte man eher im Sommer, außer es würde sich etwas Passendes ergeben. 

Man wolle gar nicht über das Szenario 3. Liga sprechen, erklärte Bornemann auf eine Frage, man habe aber, nicht alle, aber eine nicht unerheblichen Teil der Spieler mit Verträgen ausgestattet, die auch in der 3. Liga gültig wären. Wann man mit Spieler über Vertragsverlängerungen spreche, sei immer von der sportlichen Leistung und davon abhängig, dass man sich in gesicherten Gefilden befinde.

Die hohe Verletzungsanfälligkeit der letzten Saison [siehe 60 Prozent Spielerverfügbarkeit!] und wie man dies zukünftig verhindern wolle, war nun der Fokus des Gesprächs. Schulle erklärt, dass man alle verfügbaren Tests und Blutuntersuchungen mache und einen Schwerpunkt darauf gelegt habe, die Fitness zu erhöhen. [Auch hier: Grüße an Jos] Dazu würde man mit Periodiserung und sukzessiver Belastungssteuerung arbeiten. Schulle gab auch zu, dass er zu Beginn der Vorbereitung die Belastung zu schnell gesteigert habe. Die Spieler seien es nicht gewohnt gewesen, so viele permanente Sprints zu machen [Und noch ein Gruß an Jos. Die Selbstreflexion und die Fähigkeit, Fehler eingestehen können? So viele Herzen für Schulle! Und wie angenehm ist das bitte im Vergleich zu diesen ganzen „ich mache keine Fehler“-Typen, die im Fußball so herumlaufen? Und es ist glaubwürdiger und authentischer.]. Die Fitness sei aber wichtig. Die Spieler müssten in der Lage sein zu sprinten und die Intensität werde daher noch weiter erhöht. Der Großteil der Spieler habe da toll mitgezogen. [Man beachte „der Großteil“.]  Man sehe schon jetzt eine deutliche Weiterentwicklung zur letzten Saison. So habe man mit die höchste Sprintdistanz [kurz mal gegoogelt, laut Kicker auch eine der höchsten allgemeinen Laufleistungen] und gäbe die zweitmeisten Torschüsse ab [Nur Fürth gibt mehr ab. MAN MUSS DEN BALL ABER AUCH INS TOR SCHIEßEN! FÜR SCHÖN SPIELEN GIBT ES KEINE SONDERPUNKTE! Sorry, der Bericht wurde am Tag nach dem Spiel gegen Osnabrück geschrieben. Toll spielen und trotzdem verlieren ist echt bitter. Wir sind frustriert. Argh. Etwas sachlicher: Unsere Quote von 11 Schüssen pro erzieltem Tor ist die drittschlechteste. Kleiner Hinweis, das ist alles Samstagnachmittag nachgeguckt und damit ggf. etwas schief, weil der Spieltag noch lief. Osnabrück z. B. braucht 9 pro Tor und ist damit immer noch in der unteren Hälfte der Liga. Wenn wir diese Quote hätten, hättenwir grob 3 Tore mehr. Das hätten schon zwei bis drei Punkte mehr sein können. ARGH! ]. Um die Fitness müsse man sich keine Sorgen machen. [Es ist hier schon eine deutliche Weiterentwicklung zur letzten Saison zu sehen. Auch wenn hier sicher noch mehr geht.] 

Es folgte die Frage, warum man Burgstaller mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet hätte. Borne erläuterte, dass Burgi etwas Langfristiges wollte, um sich 100 Prozent einzulassen, und er aus Sicht des FCSP alles mitbringe. Seine Verletzungshistorie sei sehr gering. [Außenbandriss Knie 19/20, Achillessehenreizung 18/19, Bänderiss Sprunggelenk 12/13, Teilschädigung Kreuzband 11/12. Dazu ein paar Prellungen, Muskelfasseris etc. laut transfermarkt.de.] Die Verletzung jetzt sei Pech gewesen und alle Anwesenden waren sich einig, dass man so etwas noch nicht erlebt habe. Er würde schon wieder laufen, könne sich schon wieder drehen, mache das alles vor  und komme nun  langsam zurück in die Gruppe. [Schulle sagte das mit einem Schmunzeln und einem „wir sind ja hier unter uns“.] Prognosen seien aber schwierig, da man keine Erfahrungen mit solchen Verletzungen habe.

Nun ging es um die Transfers. Man wollte Leo und Viktor halten, Brighton hätte aber schon sehr früh klar gemacht, dass man dies nicht in der eigenen Hand hätte. Bornemann erläuterte weiter, dass man grundsätzlich zufrieden sei. Zu Mats und Henk [Hach :(] erklärt er, dass beide ihre Chancen nutzen wollten und bessere Angebote hatten. Er gab auch zu, dass die letzten Saisons keine Werbung dafür waren, um solche Spieler zu halten. 

Angesprochen auf die vielen Leihverträge der letzten Saison [Leo Östigard, James Lawrence, Matt Penny, Youba Diarra, Viktor Gyökeres] erklärt Bornemann, dass es im Sommer viele Lücken gegeben hätte und die Leihverträge vorallem Reaktion auf die vielen verletzten Spieler z. B. Jackson gewesen seien. Die gewünschte Grundidee sei dies aber nicht. Aktuell hätte man mit Rodrigo Salazar nur noch einen Leihspieler im Kader. 

Die aktuelle Saison

Schulle erklärte dazu, dass die Tabelle sehr eng sei. Man gucke aber gerade nicht gerne auf die Tabelle, das ginge nicht nur uns vor den Bildschirmen so, sondern auch ihnen dreien auf dem Podium. Er wehre sich aber  gegen die Negativität nach den beiden verlorenen Spielen gegen den KSC und Paderborn. Er habe nach dem Derby Glückwunsche erhalten, dies sei übertrieben, ebenso wie nun alles schlecht zu finden. Man habe in Paderborn die beste 1. Halbzeit der Saison gespielt. Das Auftreten der Mannschaft stimme ihn positiv. Er sehe aber auch die vielen Gegentore und wie man Tore zulasse, daran müsse man dringend daran arbeiten. [Stellen sie sich hier genervtes Augenrollen vor]. 

Das Ziel, zu den Top 25 zu gehören, sei eine Herausforderung, man habe aber gute Voraussetzungen. Man wolle sich eine Nische suchen, wo man der schnelle Verein sei, der im Kampf David gegen Goliath neue Wege gehe, im Training und wie man Spieler entwickle. Dies würde nicht sofort zu einer Entwicklung führen, aber er sei davon überzeugt, dass sich alles auszahlt und man sportlich die nächsten Schritte machen könne. Ziel sei eine gute Kaderstruktur, die man nur punktuell verstärken müssen. Er ist sich sicher, dass es in 2-3 Monaten Spieler gibt, die durch die Decke gehen. Fußball sei kein Wunschkonzert, er wolle natürlich alle Spieler immer behalten, aber ab und zumal sei auch ein Spieler schneller, als die Entwicklung der Mannschaft.  Als junger Trainer wolle man die Welt einreißen, müsse dann aber auch die Grenzen erkennen, da komme der Corona-Beauftragte und sagt „das geht nicht“ und dann kommt Andreas und sagt „das geht nicht“. Er sei zufrieden mit der Mannschaft und man wisse, wo man langfristig hinwolle. Zudem wolle er eine stabile Achse von Spielern finden und Stabilität in der kompletten Mannschaft dazugewinnen. Er sei nicht zufrieden mit dem 17. Tabellenplatz. Es wären mehr Siege dringewesen und er sei sich bewusst, dass man zu viele unnötige Unentschieden gepielt hätte.
[Hier sind gute Stichworte drin. Es fressen häufig genug in einem solchen Wettbewerb zwar die Großen die Kleinen, aber es gibt immer eine Nische für die Teams, die schneller und aktiver auf neue Wege reagieren und oder neue Methoden etablieren. Das Stichwort dafür ist so etwas wie „Moneyball“ oder wie die Tampa Bay Rays (immerhin Vizemeister) agieren. Da wird mit weniger Geld konsequent versucht, neue Wege zu gehen und immer ein Schritt schneller zu sein als der reichere Klub. Das sind schöne Stichworte. Die kleine Selbstkritik darin ist auch sehr erfrischend. Das ist gut. 2-3 Monate? Ab Februar beginnt also unser Lauf! Insgesamt klang dieser Vortrag super gut. ]

Schulle führte weiter aus, dass man einen großen Schritt nach vorne gemacht habe im Bereich der Power. Es sei nicht der Anspruch, aus einer abwartenden Haltung zu spielen. Man wolle den Ball jagen und schnell in den Angriff kommen. Mutig frech. Das sollte den FCSP auszeichen, egal ob der Trainer nun Müller, Meier oder Schulze heiße. 
Auf die Frage, was passiert, wenn wir im Winter immer noch 17. sind, erklärte Bornemann, dass man Vertrauen in den Trainer habe. 
Es folgt eine Frage zur St.-Pauli-DNA. Man habe hier einen großen Schritt nach vorne gemacht. Eine Einheit auf dem Platz zu sein, sollte immer der Anspruch sein. Bornemann ergänzte Schulle, dass das Ziel sei, einen aktiven Fußball zu spielen. [Siehe auch oben. Das geht in unseren Aufzeichnungen ein bisschen durcheinander.]

Ob man schon mal darüber nachgedacht hätte, die medizinische Abteilung auszutauschen um die hohe Verletzungsanfälligkeit zu veringern, war die nächste Frage, die gestellt wurde. Dies wies Schulle zurück und betonte die gute Arbeit des medizinischen Teams. Man sei hier gut aufgestellt und die Spielerverfügbarkeit läge aktuell über dem Schnitt der Liga. Man sei mit Buchti und Ryo schon mit zwei Langzeitverletzen in die Saison gestartet und die Verletzung von Burgi hätte keiner vorhersehen können. Er erklärte zudem, dass man im Bereich der Überwachung der Spieler auch sehr gut aufgestellt sei. [Das hier wurde vor der Verletzung von Avevor geschrieben. Das ist bei der dünnen Informationslage natürlich schwer zu interpretieren, liest sich aber für uns auch etwas nach „der war nie 100-prozentig fit“. Und das sollte man dann grundsätzlich kritisch betrachten.]
Bei der Frage, ob die Spieler mental stark genug seien, antwortete Schulle, dass man Spiele immer zusammen gewinnen wolle. Die Spieler würden schon seit ihrer Jugend Fußball spielen und seien den Druck, der immer da sei, gewohnt. Das sei immer erstmal einfach ein Spiel 11 gegen 11. Als Trainer müsse man die Jungs so aufstellen, dass sie darauf Bock hätten.

Man dürfe sich nicht ausmalen, was wenn wie passiere, dann komme man in einen Fehlervermeidungsmodus und das sei schlecht. Am 8. Spieltag dürfe es keinen Druck geben, was sei dann am 32.? Passend hierzu wird eine Frage zu unserem Mentaltrainer Christian Spreckels und dessen Rolle im Trainerteam gestellt. Schulle stellt klar, dass er ein vollwertiges Mitglied des Trainerstabs und vorallem der Mannschaft ist. „Es nützt mir nichts, wenn der in meinem Büro sitzt“. Man habe genaue Profile der Spieler erstellt und diese auch mit ihnen besprochen. Ziel sei generell die Leistungsoptimierung. Die Spieler nähmen dieses Angebot gut an und man erhalte ein gutes Feedback. 

Ein schönes Schlusswort zu diesem Komplex war dann, dass Schulle meinte, dass seine Tochter immer sage „Kleinigkeiten, Kleinigkeiten sei ja schön, aber wann gebe es Großigkeiten?“ Er sei der Meinung, dass die ganzen Kleinigkeiten bald zu Großigkeiten beim FCSP werden würden. 

Corona

Man sei sehr priviligiert, seinem Beruf nachgehen zu dürfen, sagte Borne. [?] Er habe im März noch gedacht, dass man im Sommer damit durch sei. Wie so viele habe er sich getäuscht. 

Die erste Frage drehte sich um den Umgang mit dem Infektionsrisiko. Schulle erklärt, dass er seine sozialen Kontakte komplett beschränkt hätte. Man versuche, das Risiko so gut wie möglich zu reduzieren. Er habe dazu gesagt, man solle seine Frau/Freundin einkaufen schicken und dafür gleich auf die Mütze bekommen. Das meine er aber nicht so, auch seine Frau trage Maske und solle natürlich nicht Corona bekommen. [SEUFZ. Wir sparen uns jetzt hier die ganz lange Ausführung über tradierte Aufteilungen von Hausarbeit, ihren sexistischen Hintergrund und dass er anscheinend das Problem an der Aussage noch nicht so richtig verstanden hat. Wenn es wieder möglich ist, sollte ihm das jemand bei einem Kaffee mal ganz in Ruhe erläutern. Da muss er noch was lernen. Hätte er eigentlich schon, hat er bisher nicht. Muss er dann halt noch. Und nun ja, vielleicht hätte man ihm das bei dem Gespräch über das Feedback in den sozialen Medien dann auch gleich noch richtig erklären können.]

Die medizinische Abteilung würde sehr viel leisten. Volker Carrero [Mannschaftsarzt] würde da auch die Stadt beraten und würde sehr viel leisten. Man habe ihm zu danken. [Das kam von Oke, wenn wir uns nicht täuschen.]

Auf die Frage, ob es sinnvoll sei, in der aktuellen Situation, Spieler zu den Nationalmannschaften zu schicken, erklärte Oke, dass man grundsätzlich verpflichtet sei, Spieler für die Nationalmannschaften abzustellen. Durch Corona gäbe es aber jetzt die Regelung, dass Spieler, die bei Wiedereinreise nach Deutschland in Quarantäne müssten, nicht abgestellt werden müssen. Über die Sinnhaftigkeit der Spiele der Nationalmannschaft müsse man nicht reden.

Zuletzt folgte in diesem Themenbereich noch eine Frage zum Testkontingent. Oke erklärte dazu, dass man der Fußball in Deutschland 3500 Test pro Woche nutzen würde, in Deutschland insgesamt 1,5 Millionen Test pro Woche durchgeführt werden würden. Dies seien nur 0,2 Prozent. Man habe am 05.11.2020 von den Laboren die Info erhalten, dass diese Tests sie nicht einschränken würden. Man sei permanent in Gesprächen und versuche aktuell, PCR-Schnnelltests in das Hygienekonzept einzubinden. Man bemühe sich da auch aktiv um Konzepte und Testreihen, auch für Stadionbesuche. [Wir enthalten uns hier jetzt einfach mal einer Bewertung. Man kann das echt gut so sehen, man kann das aber auch echt gut anders sehen. 3500 Tests in Schulklassen wären ggf. ganz viele nicht gestartete Ketten. Aber wir dürfen auch nie vergessen: Kultusminister würden das nicht bezahlen, im Gegensatz zur DFL. Schlimm genug eigentlich.]

Nun folgten die Fragen aus dem Chat

Es wurde nach Führungsspielern gefragt. Schulle spontan „ha, da hat jemand Zeitung gelesen“. Da sei schon die Definition schwierig, er habe mal von einem Trainer gehört, dass Özil sein Führungsspieler sei, weil der in jeder Situation den Ball wolle und so Führung übernehme. Ja, man wolle eine Achse. Er nannte Himmelmann, Ziereis, Knoll, Avevor, Burgstaller und Makienok mit Namen, die für so eine Achse in Frage kämen. [Keine Erwähnung von Buballa nebenbei.] Spieler, die was auf dem Kerbholz haben. Aber auch Finn Ole Becker oder Buballa [Ha, da ist er!] wolle er nicht aus der Verantwortung nehmen. Früher sei das aber auch anders gewesen, heute seien die Hierachien auch flacher. [Das ist ein äußerst schwieriges Thema, insbesondere wenn der Einblick fehlt. Und Schulle erwähnt einen wichtigen Aspekt: Es gibt unterschiedliche Arten von Führungsspielern. Da ist das, was im Englischen „Clubhouse guy“ heißt. Das ist ein erfahrener Spieler, der nicht unbedingt der Leistungsträger auf dem Platz sein muss, der aber den jungen Spielern ein Vorbild und ein Leitbild sein kann und am besten noch in die Eigenarten des Clubs einführen kann. Und es gibt halt „die Achse“-Spieler, welche die Leistung auf dem Platz stabilisieren. Das muss nicht zwingend der gleiche Personenkreis sein. Aber wer da wie funktioniert, da hat noch keiner ein wirklich kopierbares Konzept gefunden.]

Es wurde nach den fehlenden Fans gefragt. Schulle sagte, da müsse man nicht drüber reden, das sei ein Faktor. Gegen Nürnberg hätten die Fans einen Ball, der reingesegelt kommt, noch reingeschrien. Da wäre das Dach abgehoben. Die 2000 Fans, die zwischenzeitlich zugelassen gewesen wären, hätten gezeigt, was fehle. Dieses mit den Schlüssel klingeln bei Ecke z. B. zeige dies. 

Danach haben wir nicht mehr wirklich mitgeschrieben. Es wurde noch gesagt „Es geht um den Bock“, als es um Motivation und so ging. Spontaner Ausruf vor dem Bildschirm: „Wir sind hier doch nicht beim FC Köln!“

Fazit

Es war sehr informativ und die beiden machen den Eindruck, dass sie von ihrem Konzept überzeugt sind und dies auch umsetzen können. Der Weg klingt gut. Wenn denn endlich mal die Punkte eingefahren werden würden. Argh! Hoffen wir auf die versprochene Leistungsexplosion. Und vielleicht reduziert Burgstaller die Anzahl der notwendigen Schüsse pro Tor deutlich und macht alles besser. Hoffen wir es. Für alle. Denn insgesamt machen die beiden auch einen sympathischen Eindruck und es wäre ärgerlich, wenn man „auf die Situation reagieren“ müsste/würde/könnte und wieder eine Änderung vornehmen würde.