Nov 072020
 

Spontan und öffentlich bekannt und nur aus den letzten sechs Monaten:

6 Männer, 0 Frauen auf Direktor*innenebene

Unisex-Business-Kollektionen, die aus Versehen nur mit männlichen Models fotografiert werden.

Solche „aus Versehen Fehler“ macht man besser doppelt:

Und heute postet die Medienabteilung dann Glückwünsche zu irgendeinem Jubiläum irgendeines Sexisten.

That’s the hot take.

  3 Responses to “Die Geschäftsstelle des FCSP hat ein Sexismusproblem”

  1. Puh… also pauschal alle Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle des FCSP mit einem Sexismusvorwurf zu dissen, ist aber ganz schön hart… und widerspricht nach meinem Empfinden allen Grundsätzen, für den dieser Blog mit seinen höchsten moralischen Ansprüchen steht. So eine Überschrift ist für mich unterstes Boulevardniveau.

    Und Timo Schultz ist auch Mitarbeiter der Geschäftsstelle? Interessant… und gerade bei dem Zitat Sexismus zu unterstellen, finde ich auch schon sehr, sehr spitzfindig. Was er im Rahmen der von der DFL geltenden Pandemie-Auflagen sagen will, dürfte klar sein. Aber wahrscheinlich sollte die FCSP Medienabteilung alles zur Freigabe an diesen Blog senden, bevor sie etwas veröffentlicht.

    Überhaupt frage ich mich, ob die Autor*innen dieses Blogs in ihrem privaten Leben den allerhöchsten Maßsstäben stets gerecht werden, den sie immer an den FCSP und seine Mitarbeiter*innen legen? Sicher kann mensch Vorstelllungen von einer idealen Welt haben, aber wo wird die denn in der Realität ansatzweise erreicht? Ich glaube nicht, dass hinter den Kulissen des FCSP vorsätzlich sexistisch gehandelt wird – vielleicht ist es auch einfach so, dass diverse Menschen überlastet sind, in Zeiten von Corona? Es soll ja beim Verein auch Kurzarbeit geben und Home Office… da passieren sicherlich auch mal Fehler, was einfach nur menschlich ist. Aber das ist für die Autor*innen dieses Blogs ja offenbar unverzeihlich, passiert ihnen selber vermutlich nie.

    Und was ich auch suboptimal finde: es wird immer gleich der öffentliche digitale Pranger in den sozialen Medien gewählt, statt erstmal direkt den Austausch mit den Verantwortlichen des FCSP zu suchen. Das haben sowohl Oke als auch Manfred Heinzinger vom Ehrenrat doch auf der letzten Mitgliederversammlung deutlich angemahnt, wie ich finde zu recht – nutzt die offenen Kanäle in den Verein hinein, die es früher so gar nicht gab, anstatt immer gleich in social media nen handfesten Skandal heraufzubeschwören. Da entsteht schon der Verdacht, dass es zumindest auch darum geht, selber ein bisschen Social Media Fame abzugreifen…

    Sowie die eigene Meinung stets als DIE WAHRHEIT zu positionieren… früher, als der Senior den Blog alleine betrieben hat, war da viel ausgewogenere und abwägende Kritik zu lesen, ganz Jurist… schade, dass er nun gar nicht mehr schreibt. Die Qualität des Blogs hat da leider sehr drunter gelitten.

    Bitte versteht mich nicht falsch, ich will inhaltlich nichts beschönigen oder kleinreden.
    Natürlich ist Sexismus ein wichtiges Thema gerade heutzutage und gerade weil der FCSP sich den Kampf dagegen so groß auf die Fahnen geschrieben hat, sollte das eigene Handeln stets kritisch hinterfragt werden und auch mit Mitgliedern und Fanszene sollte stets ein kritischer Diskurs zum Sexismus geführt werden. Aber da ist für mich dann die Art und Weise entscheidend. Wenn mensch selber so maximal hohe Maßstäbe an Verein und Mitarbeitende legt, dann finde ich das boulevardeske skandalisieren im Blog und auf social media weder zielführend noch angemessen noch des FCSP und seiner Werte würdig. Gerade wenn direkte Kontakte in den Verein vorhanden sind. Statt mit Schnappatmung im Netz gleich einen rauszuhauen vielleicht erstmal im Dialog aufarbeiten und wenn dann gemeinsam der Fehler identifiziert wurde, dann ist zu entscheiden, es dabei gut sein zu lassen nach dem Motto „Auf Sankt Pauli regeln wir das unter uns“ oder aber dann darüber zu bloggen, wie das gemeinsam gelöst werden konnte. So eine positiv gelebte Fehlerkultur gemeinsam von Verein, Fanszene, Blogs… würde ich mir wünschen.

  2. Moin Jan,

    du legst uns da Worte in die Tasten, die wir so nicht geschrieben haben. Der Blogtitel lautet nämlich nicht „Jede*r Mitarbeiter*in in der Geschäftsstelle handelt sexistisch“, sondern „Die Geschäftsstelle hat ein Sexismusproblem“. Kleiner Unterschied in der Sprache, riesiger Unterschied in der Wirkung. Wir selbst handeln – in einer patriarchalen Gesellschaft aufgewachsen – übrigens auch immer mal wieder sexistisch. Versuchen aber aus den Fehlern zu lernen. Was wir in der Geschäftsstelle als Organisation bisher nicht erkennen können.

    Aber gerne erklären wir, was wir mit „Die Geschäftsstelle hat ein Sexismusproblem“ meinen: Es gibt in viel zu hoher Frequenz sexistische Handlungen/ Produkte usw., die aus der Geschäftsstelle kommen. Seien es Geburtstagsgrüße für Elton, seine es Unisex-Klamotten, die immer nur mit männlichen Models fotografiert werden oder seien es Mackersprüche auf T-Shirts. All das spricht für uns nicht dafür, dass da mal an den Strukturen und Prozessen gearbeitet wird, die diesen Fehlern entgegenwirken können. Das heißt nicht, dass jeder dort arbeitende Mensch ein sexistischer Trottel ist, sondern im Gegenteil: Die existierenden guten Menschen sitzen nicht in den Positionen, das zu verhindern.
    Beispiel: Direkt nach dem Elton-Post kam starke Kritik aus vielen Richtungen, der Verein hat es – ohne Erklärung – daraufhin gelöscht. Wir können also natürlich nur über die Motive der Löschung mutmaßen, aber ausschließen, dass die Kritik durchaus gehört wurde, wollen wir nun nicht. Übrigens auch ein Aspekt: Warum macht man sich bei Fehlern nicht mal gerade sondern löscht es und äußert sich dann nicht mehr dazu. Fehlerkultur scheint ein ziemliches Fremdwort.
    Warum googelt nicht mal ein*e Mitarbeiter*in vor Veröffentlichung „Elton Sexismus“, „Elton Rassismus“, „Elton Homofeindlichkeit“, „Elton Transfeindlichkeit“, „Elton Antisemitismus“ (wir führen die Liste jetzt nicht fort, aber du weißt, was wir meinen). Da hätte man schnellstens gemerkt, dass solche Glückwünsche eher uncool sind und nicht so ganz zum Verein passen und sehr wahrscheinlich ein entsprechendes Echo hervorgebracht. Warum erst im Nachhinein?
    Warum fotografiert man vor einigen Monaten unisex Klamotten (Businesskollektion) mit nur männlichen Models, gesteht auf Rückfrage den Fehler ein und verspricht Besserung und macht dann wenige Monate genau den gleichen Fehler noch mal (dieses E-Sport-Trikot). Das spricht für uns nicht dafür, dass nach dem ersten Fehler auch nur ansatzweise mal ein Prozess eingeführt wurde, um sowas zu verhindern. Einfachster Vorschlag übrigens: Ne Checkliste, mit der man Fotos der Kollektionen prüft.
    Vielleicht wird mit diesen Beispielen klarer, was wir mit „Sexismusproblem“ meinen? Dass individuelle Fehler passieren ist komplett normal. Es kann aber nicht sein, dass die – weil es keine Korrektur- und Kontrollprozesse gibt – dann immer wieder massiv die Außendarstellung des Vereins beeinflussen.

    Übrigens reden wir durchaus auch mit Menschen in der Geschäftsstelle, über dieses und andere Themen. Und manchmal sind wir sauer und bloggen dann darüber. Aber wenn „regeln das unter uns“ von der anderen Seite nicht wirklich umgesetzt wird – weil die doofen Sachen halt weiterhin in viel zu hoher Frequenz passieren (Beispiel Unisex-Kollektion, da gab es einen Mailkontakt und Telefonate und dann passiert das halt innerhalb kürzester Zeit wieder), dann schreiben wir darüber. Und als „Hot Take“ war das bewusst gekennzeichnet. Als etwas, über dass wir in der Hitze des Ärgers geschrieben haben.

    Aber klar, es ist immer einfacher sich über Stil und Ton aufzuregen, als mal wirklich das Problem anzugehen.

  3. Moin Jan,

    „ früher, als der Senior den Blog alleine betrieben hat, war da viel ausgewogenere und abwägende Kritik zu lesen, ganz Jurist… schade, dass er nun gar nicht mehr schreibt. Die Qualität des Blogs hat da leider sehr drunter gelitten.“

    Ob dieses Blog jemals Qualität hatte, darüber kann man streiten. Manche sagen so, andere sagen so.

    Aber eines kann ich (ja Senior ganz der Jurist) dir hoch und heilig versprechen: meine Kritik wäre deutlich härter ausgefallen. Denn bei Sexismus gibt es nix abzuwägen. Und bereits 2011 erschien hier ein MV Bericht mit der Überschrift „Sexismus ist kein Lebensentwurf, Sexismus ist Scheisse“. Spätestens (!) damals hätte auch beim Handeln unseres hauptamtlichen kommerziellen Teil eine erhöhte Sensibilität vorhanden sein müssen.

    Dieses totale Versagen noch 2020 (!) wird hier beinah noch zu freundlich kommentiert.

    Viele Grüße

    Senior.

    Jetzt wieder in lesender Pension.

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