Aug 072020
 

[Ergänzung, 14. August: Wir hatten in diesem Beitrag ursprünglich geschrieben, dass Oke in der DFL-Versammlung für das Aussetzen der Stehplätze gestimmt hat, da wir aufgrund der Medienmitteilungen davon ausgegangen waren. Wie er uns selbst informiert hat, hat er jedoch bei diesem Punkt dagegen gestimmt und sich dafür eingesetzt, dass Stehplätze zugelassen werden. Wir ändern den Text unten nicht, lest unseren Absatz dazu jedoch bitte mit dem entsprechenden Wissen.]

Wir hatten in diesem Blog bisher viel Verständnis für die Weiterführung der letzten Saison, für die Sicherheitsmaßnahmen, für die Spiele ohne Zuschauer*innen gezeigt. 13 von 36 Vereinen waren in ihrer Existenz bedroht, die Politik machte indirekten Druck weiterzuspielen, und durch die hohe Abhängigkeit von den Medienpartnern gab es nur wenige Auswege.

Damals und seitdem wird immer wieder betont, wie vorbildlich sich die Fans verhalten hätten, wie schade es sei, dass sie nicht ins Stadion könnten und wie sie ein essenzieller Teil des Fußballs seien. Naja, mit einigen wenigen Ausnahme. Aber Uli ist ja nun nicht der einzige verwirrte alte Mann.

Nun gab es Mittwoch eine Reihe von DFL-Beschlüssen, die die Rahmenbedingungen für die ersten Spiele der neuen Saison geschaffen haben. Wir wollen das gerne noch mal etwas neuer betrachten. Vor allem die Beschlüsse allgemein. Aber auch den FCSP betrachten wir.

Die Beschlüsse der DFL

Ausschluss von Gästefans

Es ist schön, dass in dem Absatz, in dem Gästefans ausgeschlossen werden, erst mal mit einem expliziten Bekenntnis zu Gästefans gestartet wird. Davon haben wir aber alle nichts, wenn dann im nächsten Schritt pauschal entschieden wird, dass Gästefans bis Ende des Jahres nicht zugelassen werden. Begründet wird dies mit Verringerung der Reisetätigkeit.
Die DFL macht es sich hier verdammt einfach.

  • Was ist mit Gästefans, die am Spielort der Heimmannschaft wohnen? Die müssten nicht reisen, da ist das Argument hinfällig.
  • Was ist mit Fans der Heimmannschaft, die am anderen Ende Deutschlands wohnen und die zu den Spielen ihrer Mannschaft anreisen?
  • Was ist mit Derbys? Die ja nun mehrfach auch in einem sehr engen Einzugsgebiet stattfinden (Dortmund-Schalke, Union-Hertha, FCSP-H$V). Spätestens da ist das Argument doch ad absurdum geführt.
  • Warum nimmt man als DFL nicht noch Verhandlungsmasse mit in die Gespräche mit den Behörden, statt mit vorauseilendem Gehorsam zu agieren? Die Behörden, die nebenbei das Reeperbahnfestival 2020 in Hamburg immer noch durchführen lassen wollen.
  • Und bei den insgesamten Zulassungszahlen in die Stadien sprechen wir hier dann von einer fünfstelligen Anzahl von Reisenden. Die Junggesellenabschiede aufm Kiez freuen sich, dass immerhin die Bahnen bei der Anfahrt leer sind.

Klar ist Minimierung des Infektionsrisikos nach wie vor oberste Priorität. Und wie bei vielen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie ist offenbar der Hintergedanke, es lieber unterkomplex zu formulieren, um es einfacher durchfühen und vermitteln zu können, als maßgeschneiderte, möglicherweise zu komplexe Lösungen zu finden. Aber aus unserer Sicht hätte es da durchaus sinnvolle Kompromissvorschläge gegeben, die das Bekenntnis zu Gästefans über den Status des Lippenbekenntnisses hinaus gingen ließe. 

Wieso führt man nicht eine Umkreis-Regelung ein? Gästefans, die im Umkreis von x Kilometern um das Stadion leben, dürfen Tickets für den Gästeblock erwerben. Warum traut man den Fußballfans, die man sonst gerne für ihr tolles Verhalten lobt, nicht einfach mal zu, verantwortungsvoll zu handeln? Warum fängt man nicht mit sehr kleinen Kontingenten an? Von uns aus mit 1-2 (symbolischen) Prozent. Die aber eben genau das Bekenntnis dann auch in die Realität umwandeln. Und die in der pandemischen Gesamtlage aus unserer Sicht sehr gut vertretbar wären. Wenn man denn sowieso vor Zuschauer*innen spielen will.

Ausschluss von Stehplätzen

Mindestens bis zum 31.10.2020 sollen ebenfalls alle Stehplätze nicht besetzt werden. Das macht für zwei Vereine besonders viel Probleme: Den FC Union, der ja vor Wochen mit dem Vollauslastungsthema vorgeprescht war und seitdem wenig zu dem Thema verlauten ließ, und den FC St. Pauli. 
Konsequenterweise hat der FCU-Präsident gestern dann entsprechend auch gegen diesen Beschluss gestimmt. Oke, als Vertreter des FCSP, hat nach „teilweise kontroversen Auseinandersetzungen“ für diesen Antrag gestimmt.

Jetzt mal ehrlich: Die DFL beschließt mit einfacher Mehrheit bei solchen Themen. Oder anders gesagt: Eine zweite Nein-Stimme hätte den Gesamtbeschluss nicht ins Wanken gebracht, sondern wäre ein Signal gewesen, dass nicht alles einfach so angenommen wird. So hat das ganz ehrlich einen Beigeschmack von Menschen, die sich ihre eigenen Henker*innen aussuchen.

Klar hat Oke als FCSP-Vertreter und als Mitglied des DFL-Präsidiums da eine Sonderrolle, wenn er als Teil dieses DFL-Präsidiums diesen Vorschlag einbringt. Aber er sitzt da aus unserer Sicht immer noch primär für den FCSP und vertritt unsere Interessen – die mit diesem Beschluss aus unserer Sicht eben nicht bestmöglich vertreten sind.
So hätte es auch hier insgesamt – statt der pauschalen Ablehnung – wieder Modelle geben können, in denen man ganz klein anfängt und die Zahl schrittweise erhöht. Es gibt noch Testspiele, in denen man solche Abläufe in kleinem Rahmen hätte testen können. 

Für uns hat diese pauschale Ablehnung ganz schön viele Elemente von generellem Misstrauen gegenüber den aktiven Fanszenen. Und gerade die haben das in den letzten Monaten wirklich nicht verdient, mit einen wenigen Ausnahmen. Aber von einem pauschalen Spielerfrauenausschluss haben wir nach den Geschehnissen in der Relegation in Heidenheim bisher noch nichts gehört. Waren die doch ein größeres Gesundheitsrisiko als die aktiven Fanszenen.

Auch hier wieder (Lippen-)Bekenntnisse zu Stehplätzen. Und selbst wenn man nicht glaubt, dass dies nur Lippenbekenntnisse sind, dann fangt da doch in kleinem Rahmen an und erweitert dann. Aber schließt es eben nicht pauschal aus.

Es ist im übrigen auch klar, dass dies einzelne Vereine finanziell deutlich härter trifft als andere. In einer echten Solidargemeinschaft würde man da finanzielle Modelle finden, die diese übermäßigen Verluste einzelner ausgleichen. Die sind ja nicht selbstverschuldet, sondern in der pandemischen Lage – und eben auch im Beschluss einer Solidargemeinschaft begründet.
Ja, wir träumen vielleicht ein wenig. Aber wenn ein anderer Fußball möglich sein soll, dann muss man auch solche Gedanken mal in die Debatte einbringen.

Alkoholverbot

Es ist im Fußballkontext nichts Neues, das zur Verminderung von vermeintlichen Sicherheitsrisiken im Stadion der Ausschank von Alkohol verboten wird. Es ist unbestreitbar, dass (ausschweifender) Alkoholkonsum in gewissen Situationen und bei einigen Personen zu erhöhter Aggressivität führt. Wir trinken manchmal gar nichts vor und während Spielen (Dresden, Derbys, Fahrer*innen), haben aber auch nichts gegen 1-2 Biere. Wir wissen, dass es gerade für ehemals Alkoholabhängige auch nicht immer einfach ist, wenn um sie rum viel getrunken wird. Und das Thema Alkoholwerbung und Formen des Ausschanks wurde ja nun auf der letzten MV auch kontrovers diskutiert.

Und mit all diesem vorweg fragen wir uns auch hier: Warum schließt man das pauschal aus? Glaubt ihr wirklich, dass die Heimfans in Sandhausen dann megamäßig nach dem ersten Bier eskalieren? 
Und klar gibt’s in Hamburg zum Beispiel die Regelung mit den Großveranstaltungen, die mit mehr Menschen durchgeführt werden dürfen, wenn man keinen Alkohol ausschenkt. Aber damit wären wir wieder bei dem Thema der Verhandlungsmasse. 
Und klar kommt schon der erste Hardliner, der das für immer fordert. Komplett überraschend natürlich. „Ehemaliger Kunstturner“ ist da echt nur noch die Kirsche auf der Torte. No shame, beim Kunstturnen kann er gerne seine Limo trinken.

Und das ist dann halt wieder das Problem: Auch wenn die DFL hier gerade immer betont, dies seien temporäre Maßnahmen, freut sich doch jede*r Hardliner*in weltweit, dass sie jetzt endlich die perfekten Präzedenzfälle haben, ihren Forderungen noch mehr Gehör zu verschaffen. Und das schaffst du durch Lippenbekenntnisse halt nicht aus der Welt.

Wir gehen mal davon aus, dass wir bei den Spielen eher weniger Pyro und eher weniger Banner, die Milliardäre beleidigen, sehen werden. Wir freuen uns jetzt schon auf die tollen Debattenbeiträge, die diese Sicherheitsmaßnahmen dann auch schön genau damit begründen. 

Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten

„Die Proficlubs verpflichten sich, bei ihren Spielen sicherzustellen, dass im Fall von Infektionen die Identität und Kontaktdaten möglicher und eventuell betroffener Stadionbesucher ermittelt werden können“, steht in der Veröffentlichung so schön. Das ist immerhin noch auslegbar geschrieben, sodass diese Kontaktdaten „ermittelt“ werden können. Namentliche Registrierung aller Stadionbesucher*innen ist ja seit langem eine Kernforderung der Hardliner*innen. Während man dies zumindest in dem Beschluss nicht verpflichtend macht.
Aus unserer Sicht aber auch absolut richtig, da grundsätzlich Lösungen zu haben. Infektionsketten müssen nachvollziehbar sein. Und die Polizei darf dann gerne aufhören, diese Daten für eigene Zwecke zu missbrauchen.

Der Zeithorizont

Glaubt hier eigentlich irgendjemand ernsthaft, dass Gästefans dann ab dem 31.12.2020 wieder zugelassen werden? Dass ab dem 31.10. wieder Stehplätze geöffnet werden und Alkohol ausgeschenkt wird?

Stand jetzt sehen wir keine signifikante Entwicklung in der gesamten pandemischen Lage rund um das Coronavirus, die dies realistisch macht. Und wahrscheinlich wissen das auch die Entscheider (sind ja keine Frauen dabei, müssen wir nicht gendern) bei der DFL ganz genau. Salamitaktik nennt man das. Oder Hinhaltetaktik. Oder Verarschen. Schön, wie die Fans immer so schon gelobt werden, wie toll und vorbildlich sie das alles mitmachen, wenn man dann im nächsten Schritt wieder nicht ehrlich zu ihnen ist. Dann sagt doch lieber klar, dass ihr unbedingt Fußball spielen wollt, dass das eben nicht mit Fans geht und dass das so priorisiert wird. Stattdessen immer wieder schön geartetete Erklärungen, wie toll Fans seien. Um dann aber nicht ehrlich und offen mit der gesamten Lage umzugehen. Da nehmen wir dann auch Oke nicht aus: 

Wir wissen sehr genau, wie schwer dies auch vor unserem Verständnis von einem begeisternden Stadionerlebnis wiegt, weswegen für den FC St. Pauli die zeitliche Begrenzung der Maßnahmen bis zum 31. Oktober beziehungsweise bis zum 31. Dezember von großer Bedeutung ist, um auch dem Eindruck zu widersprechen, dass es sich um die schleichende Einführung dieser Maßnahmen für einen längerfristigen Zeitraum handelt.

Zitat von der Vereinshomepage

Denn auch er muss doch wissen, dass das eben zu den genannten Zeiträumen im Kontext der gesamten pandemischen Lage nicht zu Ende sein wird. Und dass dann plötzlich auf unsere obigen Vorschläge gehört wird, möchten wir zumindest mal sehr stark bezweifeln. Gut, dass es den grundlegenden Widerspruch zur schleichenden Einführung gibt. Uns ist das aber echt nicht genug.

Vorauseilender Gehorsam

Die ganzen Beschlüsse der DFL sind unter der Prämisse beschlossen, dass für die jeweils lokale Durchführung dann die Behörden vor Ort verantwortlich sind. Quasi als eine Art gemeinsamer Pakt, mit dem man jetzt verhandeln will. Und wir sind zwiegespalten, ob und wie klug wir dieses Mitziehen des FCSP finden: 

Einerseits verhindert man so natürlich Vorpreschen wir das bei Brause Leipzig, sondern legt zumindest einige gemeinsame Leitplanken fest. Andererseits lassen die Leitplanken dir dann vor Ort aber quasi keinen Spielraum mehr, und kommen eher den Hardliner*innen und denen, die aktive Fanszenen lieber gestern als heute gänzlich ausschließen würde, zugute. Da möchten wir doch mal anzweifeln, ob wir dieses Spiel wirklich von vorne bis hinten mitspielen müssen. Klar ist, dass wir als Verein eine DFL-Entscheidung mittragen müssen, wenn wir in diesem Verbund spielen wollen. Klar ist aber auch, dass unsere Gegenstimme mehr Pluralität in den Diskurs gebracht hätte. Das hätte dem Diskurs aus unserer Sicht gut getan. Und es hätte uns als FCSP gut zu Gesicht gestanden.

Ist es das alles wert?

Klar ist, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten nicht mit einem auch nur annähernd normalen Stadionerlebnis rechnen können. Es herrscht eine pandemische Lage, die wir in Deutschland – stand jetzt – einigermaßen unter Kontrolle haben. Aber die Lage ist höchst fragil und wurde gestern vom Präsidenten des Weltärztebundes als Dauerwelle bezeichnet. 

In Hamburg sind deshalb Großveranstaltungen (ohne Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten) mit mehr als 1000 Menschen noch bis zum 31.10.2020 verboten. In NRW können sogar Veranstaltungen mit über 100 Menschen nur unter starken Auflagen durchgeführt werden. In Bayern sind Großveranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 400 Menschen möglich.
Die allermeisten Fußballstadien umfassen auch bei einer Teilauslastung eine deutlich größere Zahl von Menschen als die oben genannten Beispiele. Ausnahmen bestätigen die Regel. Gruß nach Wolfsburg.

Bereits bei Wiederanpfiff der Liga waren wir durchaus kritisch, auch ob der Sonderposition, die der Fußball für sich beanspruchte. In unserem (Nicht-Fußball-)Umfeld war die Kritik schon im Mai sehr laut. Kitas waren noch zu, Fußball sollte unbedingt wieder gespielt werden. Verständnis war da wenig zu sehen. Und dafür haben wir viel Verständnis.
Haben die Spiele kurz nach Wiederanpfiff noch hohe Zahlen von Zuschauer*innen vor die Bildschirme geholt, so ist diese Zahl kontinuierlich gesunken. Klar kann man das mit der unspannenden Meisterschaft begründen. Nachdem wir jetzt aber immer mal wieder Fußballspiele auch außerhalb der Bundesliga geschaut haben, können wir nur feststellen, dass einfach jegliche Emotion fehlt. 
Und damit kommt auch jeglicher Spaß abhanden, wenn keine Fans in den Stadien sind. Und machen wir uns nichts vor: Die Stimmung wird auch mit einigen Tausend im Stadion sitzenden Menschen nicht besser.

Immer wieder hören wir, dass die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs betont wird. Aber ist es wirklich das Verantwortlichste, einfach immer weiter zu spielen? Oder eben einfach mal den Pauseknopf zu drücken, bis das alles wieder „normal“ losgehen kann? Wenn wir uns das Weltgeschehen und die Einschränkungen allerorten so ansehen, kommt uns Fußball manchmal immer noch wahnsinnig trivial, ja fast überflüssig vor.

Aber da liegt das Problem dann auch ein bisschen im System. Das Präsidium des FCSP haftet – eben auch mit dem Privatvermögen – dafür, dass es im (finanziell) besten Sinne des Vereins agiert. Und der Betrachtungszeitraum für juristische Entlastungen ist da dann eben immer ein Jahr, nicht die langfristigen Auswirkungen einer möglichen Entscheidung pro oder contra weiterspielen. Und kurzfristig ist weiterspielen in diesem Kontext die “sicherere” Entscheidung.

Aber wäre es als FCSP nicht genau unsere Rolle, das Spiel eben mal nicht mehr mitzuspielen? Stattdessen „Halt stopp“ zu sagen? „Halt stopp. Macht es unter diesen Rahmenbedingungen wirklich Sinn, zu spielen?“ „Halt stopp. Sind Spiele ohne Gästefans und ohne Stehplätze es wirklich wert?“ „Halt stopp. Wir bedanken uns immer fleißig bei den Fans. Aber beziehen wir wirklich ihre Interessen und Belange ein?“

Wir sind uns da zumindest nicht sicher. 

  6 Responses to “The show must go on”

  1. Danke für euren hervorragenden Artikel. Ihr schreibt (bestimmt nicht nur) mir aus dem Herzen.
    Ich möchte allerdings mit einer Folgerung weitergehen als ihr. Ich finde die Umgangsweise der DFL und Vereine total an der Realität von zigtausenden Menschen im Land vorbei. Mit all dem was auf der Virtuellen Mitgliederversammlung beschlossen wurde, wird uns ein großer Mittelfinger entgegen gestreckt. Auch von Union und dem FCSP. Die wollen um jeden Preis weitermachen, egal wie. Wenn dass atm nur unter fragwürdigen Bedingungen geht, egal. Money makes the world Go round und Fans nur schnödes Beiwerk. Dass wir auf unabsehbare Zeit in einer virologischen Situation leben (müssen), ist in den Köpfen der Vorstandsetagen ganz offensichtlich nicht angekommen. Munter wird versucht, eine „Normalität“ vorzugaukeln, die es so auf lange Zeit nicht mehr geben wird/kann. Und unsere „Normalität“ ist im Vergleich zum anderen Ländern ein Paradies. (Auch wenn ich eher das von Rio Reiser bevorzugen würde. ;-))

    Ja, es ist für mich und mindestens 29.000 weitere Menschen grade ein ganz hartes Ding nicht ins Stadion zu können, aber ich sehe es ein. Nie hat mich Fußball weniger interessiert als in dieser Zeit von Spielen in leeren Stadien, nur der Kohle wegen. Aber, für mich ist der FCSP mehr als die 1.Herrenmannschaft, die „da unten“ auf der Wiese rumläuft.

    In diesem Sinne, Unser Tag wird kommen!

  2. Warum wollen wir die Scheisse eigentlich nicht einfach boykottieren?

  3. @Palito: Die Idee ist nicht schlecht. Nur ich denke, dass es etlichen DK-Besitzer*innen gibt, die auf jeden Fall ins Stadion wollen und als (wie auch immer) Auserwählte reingehen werden.

    Zum Argument, dass die Vereine die Einnahmen durch die Besucher*innen brauchen würden folgender (zugegeben unausgereifter) Gedanke. Es sind nur DK-Besitzer*innen, die in die Stadien dürfen. Die DK sind, in der Regel, alle schon vor Saisonbeginn bezahlt. Wie sollen denn bittesehrechtschön dann Einnahmen generiert werden? Die Einnahmen aus den Verkäufen von Getränken und Essen landen ja eher bei den Subunternehmen, die diese Dienstleistung anbieten, der Verkauf im offiziellen Merch-Shop am Stadion dürfte bei der geringen Zahl an Besucher*innen sehr über schaubar bleiben Bitte berichtigt mich, wenn das falsch ist.

    Abschliessend eine Idee zum Posting von Palito.
    Wie wäre es denn, wenn alle DK-Besitzer*innen die nicht ins Stadion dürfen, für diese Spiele den entsprechenden Betrag sich rückerstatten lassen. Das würde dann ein (eventuell) teurer Denkzettel für diesen Unfug, Spiele auf jeden Fall abzuhalten und auserwählte Fans nur als Alibi-Staffage für „The Show must go on“ zu benutzen.
    Eine Rückerstattung hatte unser Verein zum Ende der letzten Saison bei den „Geister“spielen ja immerhin angeboten.

  4. […] dann noch ein paar Blog-Verlinkungen: Der Magische FC hat sich auch ausführlich mit der DFL-Versammlung letzte Woche beschäftigt, bei Kleiner Tod und […]

  5. Es geht unseres Wissens auch nicht primär um die Generierung von Einnahmen, sondern eben um die Vermeidung von Rückzahlungen, etc. Die Einnahmen sind ja auch generiert und wir hoffen einfach mal sehr, dass die Menschen, die sich mit finanziellen Themen bei uns beschäftigen, das notwendige Geld für die Rückzahlungen eben auch zurückgestellt haben.

    Die Möglichkeit der Rückerstattung muss ja immer angeboten werden, wenn nicht alle Plätze besetzt werden können. Auch hier gehen wir mal schwer davon aus, dass dies auch wieder Zuschauer*innen-freundlich durchgeführt werden wird. Ob man dann als „Denkzettel“ davon Gebrauch machen will, kann und soll jeder/jedem selbst überlassen werden.

    Die Idee, im Volkspark zu spielen, halten wir aus drölfzig und einem Grund nach wie vor für absoluten Humbug. Und zwar gibt’s für das Weserstadion ein paar Gründe weniger. Aber auch das halten wir für absolut nicht praktikabel. Bedenkt allein die nötige Anreise nach Bremen, die bei der Anzahl von Menschen maximal unmöglich wird. Zumal auch hier die nötigen Kosten, die dadurch generiert werden, wieder soziale Ungleichheit fördern würden.

  6. Naja und nun ja eh erstmal nicht. Mehr Zeit zum Nachdenken und Unfug unterlassen.
    Vielleicht hilft es.
    Grüße vom Roten Stern!

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