Jun 032020
 

Ihr kennt uns. Wir haben immer was zu meckern. Aber bei den Plänen für die Sporthalle für den FCSP – im Kontext des Umbaus des Sankt Pauli Bades, fällt es uns sehr schwer, zu meckern. 
Wir zitieren hier der Einfachheit halber aus dem Koalitionsvertrag zwischen SPD und Hamburger Grünen:
“Auf Basis der bislang angestellten Vorüberlegungen werden wir Planungen für eine Neukonzeptionierung des St. Pauli Bades einschließlich der Realisierung zusätzlicher Sportnutzungen (insbesondere Dreifeldhalle) in Kooperation mit dem FC St. Pauli und unter Berücksichtigung eines möglichst hohen Finanzierungsanteils des Bundes betreiben.” (S. 194. Den Exkurs, dass es euphemistisch ist, diesen Vertrag “Zuversichtlich, solidarisch, nachhaltig – Hamburgs Zukunft kraftvoll gestalten“ zu nennen, ersparen wir uns und euch.)

Der FCSP bemüht sich schon seit längerem um eine eigene Sporthalle. Wir haben schon diverse Mal geschrieben, wie wichtig eine solche wäre. 

Immer wieder hört man aus dem Amateurbereich den Wunsch nach neuen Teams, nach neuen Sportarten. Wenn dies jedoch eine Halle benötigte, dann war das mehr oder minder aussichtslos, da Kapazitäten in diesem Bereich einfach nicht vorhanden waren. Dies wird sich nun hoffentlich ändern. 

Und dies ist eine unfassbar gute Nachricht für uns. Wir sind eben nicht nur Profifußball. Mehr als 13.000 Menschen gehen in unserem Verein ihrem Sport nach. Selbst wenn man diese Zahl nähme, wären wir der drittgrößte Sportverein in Hamburg. 
Wenn man sich die verlinkte Liste so ansieht, dann haben Vereine mit so vielen Mitgliedern immer eigene Hallen oder Sportzentren. Nur wir haben dies bisher nicht. Wir kommen nun einen Schritt weiter in diese notwendige Richtung. Die noch notwendiger ist, wenn man bedenkt, dass viele der Vereine auf der Liste eher Vorstadtvereine sind. Oder nach Pinneberg gehören. Wir sind ein innenstädtischer Verein und dort ist die Situation noch bitterer als in den Randgebieten. 

Natürlich sind die Details eher noch mau, wir wissen jetzt zumindest mehr über den geplanten Ort (Sankt Pauli Bad) und über die geplante Größe (Dreifeldhalle klingt jetzt auch erst mal aus unserer Sicht nicht so schlecht, aber wir sind da leider auch keine Expert*innen, was den genauen Flächenbedarf angeht). 
Natürlich stößt es uns eher schlecht auf, dass die Finanzierung größtenteils dem Bund überlassen wird. Eine Stadt, die wie doof um Olympia gekämpft hat (und da viel mehr Geld reingebuttert hätte) und sich viele fragwürdige Großprojekte leisten kann, kann sich ja wohl auch eine moderne Sportanlage in ihrem Herzen leisten. Bzw. könnte – wenn sie denn wollte. Und an den eigenen Titel des Koalitionspapiers glauben würde. Zumal es um einen Verein geht, der für das politische, sportliche und kulturelle Leben der Stadt nun wirklich alles andere als irrelevant ist. Naja, so kann man als Hamburger Politiker*innen immerhin schon mal schön sagen, „wir wollten ja, aber der Bund hat nicht gezahlt“ – schön vorgebaut für alle Eventualitäten und auf das Schleifchenschneidefoto wollen dann doch alle mit drauf.

Daher Erbpacht-Änderung 

Mit dieser Verkündung ergibt auch die Änderung in der Erbpacht für das Millerntor sehr viel Sinn.

Denn von allem anderen losgelöst erscheint die Verlängerung eines erst in 40 Jahren auslaufenden Vertrag erstmal merkwürdig. 

Dies gilt um so mehr, als dass wir bis 2060 unser Stadion höchstwahrscheinlich neu gebaut oder massiv umgebaut haben werden. Wir haben im alten Millerntor gerade einmal 43 Jahre gespielt und es galt zu diesem Zeitpunkt schon lange als veraltet. Unser jetziges Stadion wird 2060 45 Jahre alt sein. 

Man darf dabei nicht vergessen, dass der innerstädtische Bau von Stadien nicht ganz einfach ist, da Lärmschutzauflagen und andere Dinge so etwas stark erschweren. Es hat schon seine Gründe, warum Corny das Wort Neubau immer vermied. Dies wird in 25 Jahren nicht anders werden. Und dies ist auch einer der Gründe für diese komischen Baukastenstadien am Ende der Welt, die wir alle zwei Wochen besuchen. (Wir hatten Teile dieses Textes vor Corona geschrieben und lassen das hier mal in der Hoffnung auf den baldigen Besuch genau jener Stadien einfach mal so stehen.)

Verknüpft man aber die Verlängerung mit Neubau-Massnahmen wie z. B einer Halle, dann macht das sehr viel Sinn. Die Neubauten müssen finanziert werden und dies tun wir nicht einfach so vom Konto. Wir werden Finanzierungen benötigen und Kredite. Und Kreditgeber*innen sind lieber doppelt und dreifach gesichert. So eine Finanzierung ist auch auf einen erheblichen Zeitraum angelegt. Jede*r, der*die schon mal ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat, hat sich garantiert schon ausgerechnet, wann er*sie bei gleichbleibenden Zahlungen das abbezahlt hat. Und trocken geschluckt, als da eine Zahl stand, die über 30 war. 

Und irgendwas über 30 Jahre bringt uns zu nah an 2060, als dass Banken oder andere Geldleiher*innen damit entspannt umgehen würden. 

Das man letztendlich das Ganze eventuell schneller abbezahlt, ist hier unbeachtlich. 

Bisher hat der Verein hier einen unverbindlichen Letter of Intent präsentiert, aber gerade wenn man nun mit Banken verhandelt, ergibt dies komplett Sinn. So kann man der Bank sozusagen einen Sachverhalt präsentieren, den man einfach verwirklichen könnte, wenn sie den zur Finanzierung bereit wäre. Dies ist ein wichtiges Verhandlungsinstrument. 

Wir wissen nicht, ob damit auch andere Pachtzinsen oder Grundstücksgrenzen vereinbart wurden. Auch dies kann beides für den FCSP sehr wertvoll sein. Sei es für eine Eckbebauung (oder halt gleich die ganze Übernahme des Heiligengeistfeldes), sei es,ein um ein paar Euro zu sparen. 

  One Response to “Eine gute Entwicklung”

  1. Ich bin ja schon lange für eine Leichtathletikabteilung im FCSP. In meiner Jugend bin ich mal gegen Menschen vom HSV gesprintet, da ist meinerseits noch eine Revanche fällig. Wie süß wäre das in den magischen Farben!
    Danke für‘s Herausfiltern und Schreiben!

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