Apr 222020
 

Liebe Menschen da draußen, wir hoffen es geht euch gut! Wir wissen, dass es auf dieser Welt gerade ganz viele wichtige Themen gibt und der FCSP gerade eine Nebenrolle spielt.

Trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen?) möchten wir euch noch mal die Veranstaltungen der AG Diversität in dieser Woche ans Herz legen. Details findet ihr auf der Vereinshomepage.

Heute geben Sandra und Christiane Einblicke in die Arbeit des Präsidiums und des Aufsichtsrates. Das können wir euch auch abseits vom Thema „Diversität“ als Blick hinter die Kulissen empfehlen. Wir garantieren euch, dass dies sehr informativ und unterhaltsam wird.

Sonntag dann von 10 bis 13 Uhr (endlich mal wieder aufstehen, als ob Heimspiel wäre!), ein Online-Workshop zum Thema „Hackt den FC St. Pauli: Wie können wir Zutrittsbarrieren verringern?“

Zugegeben, das ist ein Workshop mit einer (leider gerade notwendigen) Zutrittsbarriere, weil nicht jede*r mag gerne Online-Workshops, aber wir möchten euch einladen, diese Barriere zu überspringen und euch einzumischen.

Wie? Findet ihr unter dem angegebenen Link auf der offiziellen Homepage.

Und vielleicht sind diese beiden Veranstaltungen auch eine Gelegenheit mal andere Stimmen zu hören und sich in Zeiten von „social distancing“ (was für eine Wortschöpfung. Müsste es nicht eher „physical distancing“ heißen? Den sozial für einander da sein kann und sollte man auch in Zeiten des körperlichen Abstandes!) mit Menschen zu unterhalten und dabei den FCSP für kommende Zeiten besser zu machen.

Wir würden uns freuen Sonntag eure Stimmen zu hören und mit euch für einen besseren FCSP zu diskutieren. Wir vermissen euch Quatschköpfe nämlich auch. <3 Bis dahin: Bleibt gesund!

Apr 102020
 

Vorgeschichte

Liebe Leser*innen, Wie hält man es mit dem Sport in der Krise? Eine historisch spannende Frage.
In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts erlebte die Menschheit zwei Weltkriege. An beiden war die USA beteiligt; dort stellte stellte man die Wirtschaftsproduktion auf „systemrelevante“ Dinge um und schickte den Rest in den Krieg. Im Ersten Weltkrieg hatten die USA auch Profisportler in den Kriegsdienst eingezogen und den Profisport als nicht systemrelevant erklärt. Daraufhin wurde die Baseballsaison verkürzt.

Im Zweiten Weltkrieg stellte sich nach Pearl Harbour erneut die Frage nach der Fortführung des Profisports und Kenesaw M. Landis, der Commissioner des Baseballs (damals der führende Sport in den USA; vor seiner Ernennung zum Ligapräsidenten war Landis Richter gewesen und wurde deswegen immer noch „Judge“ genannt), fragte Präsident Franklin D. Roosevelt, ob man denn mit der Planung der neuen Saison weitermachen solle.

FDR antwortete am nächsten Tag und schrieb die – in den USA zumindest – berühmten Sätze, die eine Fortführung anregten:

„I honestly feel that it would be best for the country to keep baseball going.“

Und er ergänzte:

„If 300 teams use 5,000 or 6,000 players, these players are a definite recreational asset to at least 20,000,000 of their fellow citizens – and that in my judgment is totally worthwhile“

Trotzdem sollten Spieler im entsprechenden Alter dienen und viele berühmte Baseballer taten dies auch. Die Angst, dass Männerbaseball beendet werden würde, ist nebenbei Grundlage für die Gründung einer professionelle Frauenbaseball-Liga, die der Film „A League of their own“ ein Denkmal gesetzt hat. Ihr wollt die ganze Story nachlesen und den Brief lesen, der mit der schönen Anrede „My dear Judge“ beginnt? Hier entlang!

FDR führt da eigentlich nur die Linie der römischen Herrscher weiter, die „panem et circenses“ laut der Satire von Juvenal zu einem Herrschaftsinstrument erkoren hatten.

Und bei dem, was wir schon letztes Mal zu Beginn schrieben. Profisport als Herrschaftsinstrument. Während in den USA wahrscheinlich das eben zitierte als Präzedenz genommen wird (ziemlich absurde Pläne des Baseballs lassen Vermutungen in diese Richtung zu; man hat diesen Plan zwischenzeitlich dementiert), wird es in Europa wahrscheinlich andersherum gehen und der Profisport eher das Letzte sein, was wieder in seine Normalität einsteigt. Und damit stellt sich immer mehr die – wie üblich juristisch betrachtete Frage – ob das eigentlich geht und was die Folgen sind.

Grundrechte in Zeiten der Pandemie


Wir müssen dafür ein bisschen ausholen. Und geben wieder den üblichen Hinweis, wenn wir juristisch werden: Jura ist Macht der Herrschenden. Jura hat nichts mit Moral und einer besseren Welt zu tun. Insofern zeigen wir im folgenden juristische (!) Fragestellungen auf, die nichts mit moralischen (!) Fragestellungen gemein haben. Dort wo es extrem unmoralisch (!) wird, weisen wir noch mal gesondert darauf hin. Nun aber zum heutigen Thema.

Nämlich: Wie ist das eigentlich mit den Grundrechten in Zeiten der Pandemie? Es gibt ja Menschen, die reagieren auf die Frage nach Grundrechten in der Krise sinngemäß mit „scheiß auf Grundrechte, bleibt zu Hause, ich zeig euch mal sonst die Leichenhalle in meinem Krankenhaus“ oder ähnlichem. Aber ganz so einfach ist das nicht. Mal ganz davon ab, dass so ein Satz öffentlich gesprochen ja die Nutzung eines Grundrechts ist. Und so ein Grundrecht steht nebenbei auch dem Fußball zu. Und jedem anderen.


Grundrechte sind aber nicht schrankenlos und auch nicht alle gleichwertig. Das Grundgesetz zählt sie einfach auf und sagt mit keinem Wort, dass z. B. Art. 1 dem Art. 15 vorgeht (fiktives Beispiel; bevor jetzt jemand auf die Ewigkeitsgarantie des Art. 79 Abs. 3 anführt, ja, die wird als Verstärkung von Art. 1 interpretiert. Wirklich da stehen tut das nicht.). Daher sind Grundrechtseinschränkungen zulässig, wenn sie denn geeignet sind und verhältmäßig.

Zur Zeit schränken wir deswegen ganz viele Grundrechte massiv ein. Zum Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit. Einem Grundrecht, was in Art. 2 Abs. 2 genannt ist und als „zentrales Grundrecht“ gilt. Etwas freier ausgedrückt steht da im Grundgesetz, dass der Staat verdammt viel darf um Leben und körperliche Unversehrtheit zu schützen und ganz wenig darf um da einzugreifen. Ha! Werdet ihr rufen, also doch zu Hause bleiben und das Verbot auf der Parkbank ein Buch zu lesen einhalten.

Aber ganz so einfach ist das nun auch wieder nicht. Wir geben euch mal ein alltägliches und ebenso makaberes wie leider auch wahres Beispiel. Es sterben pro Jahr verdammt viele Menschen im Straßenverkehr. Und trotzdem erlauben wir den als Gesellschaft. Wir erlauben selbst „Spaßfahrten“. Das ist – wenn man es brutal sehen will – ein Eingriff in Art. 2 (2), denn der Staat erlaubt hier etwas, was potentiell Menschen verletzen und umbringen wird. Und nein, er kommt da nicht aus der Verantwortung, weil sich da ein*e Verkehrsteilnehmer*in fahrlässig verhalten hat, denn dies ist ein systemimmanenter Punkt des Straßenverkehrs. Das ist der Grund, warum man zum Führen eines Fahrzeuges eines Versicherung abschließen MUSS. Oder wollt ihr ein anderes Beispiel? Wir erlauben den Alkoholverkauf. Obwohl wir wissen, dass dies Menschen tötet.


Nun ist Corona definitiv gefährlicher als der Straßenverkehr und kann insbesondere dann noch viel gefährlicher werden, wenn man es unkontrolliert ausbreiten lässt. Und ob ein rigoroses Verbot Drogen verhindert, kann man sehr stark bezweifeln. Das “flattening the curve” habt ihr alle verinnerlicht. Es ist dem Staat also in einer solchen Situation durchaus erlaubt, sehr massiv in Grundrechte einzugreifen. Deswegen lässt das Infektionsschutzgesetz Dinge zu, die nach unserer Grundrechtsordnung in keinem anderen Fall möglich wären.


Dies gilt umso mehr, wenn man eigentlich noch nichts über die Ausbreitung des Virus weiß und noch massiv daran forschen muss.

Wenn ihr das verlinkte Interview lest, dann werdet ihr merken, wie viel Unklarheit bei solchen Viren besteht. Es kann dann nur in Wahrscheinlichkeiten agiert werden und das ist uns allen immer sehr unangenehm. Wir hassen es, wenn etwas unklar ist. Außer es ist der Ausgang eines Sportereignisses, dann lieben wir die Spannung der Unklarheit. Aber wenn es um das Leben und die körperliche Unversehrtheit von uns allen geht, dann ist das ein Spannungsbogen, auf den wir gerne verzichtet hätten. Und für Juristen, die eigentlich gerne “Beweise” hätten, wird es noch unerträglicher.

Gestern fanden wir auch die Pressekonferenz zur Studie der Uni Bonn in Heinsberg sehr spannend in Bezug darauf, was erste Zahlen und Erkenntnisse aussagen.

Und ja, die Virologen streiten sich hier auch noch, und eine Beteiligung von Kai D. an der PR-Arbeit halten auch wir nur für mäßig gut. Es geht uns bei der Verlinkung ja auch eher um die da schon deutlich werdende Unsicherheit.

Arbeit muss sein!

Ist euch was aufgefallen in all diesen Verordnungen? Sie machen großzügige Ausnahmen für „Arbeiten“. Beispielhaft hier mal die Hamburger Verordnung. Wir haben nun mal versucht, die meisten quer zu lesen, in diesen Punkten ähneln die sich schon.

Auch dieser ganze Bereich ist ein Grundrecht. Art. 12. Ein Unternehmen zu haben, dies zu betreiben ist grundgesetzlich geschützt. Und so könnt ihr euch in eine volle Bahn setzen und in euer volles Großraumbüro fahren, wenn es euer*e Arbeitgeber*in denn so will. Es ist begrüßenswert, dass viele Arbeitgeber*innen dies anders sehen und soweit wie möglich Homeoffice organisiert haben, aber nicht einmal dies fordert der Verordnungsgeber. So kommt es zu leeren Verkehrsmitteln, was bei aller Unsicherheit wahrscheinlich einen guten Effekt auf die Infektionszahlen hat. Aber wie schon gesagt: Auch da regelt der Verordnungsgeber nix.


Und so fährt ein Kollektivmitglied, was seinen Arbeitsplatz noch körperlich besuchen muss, auch jeden Tag an einer Baustelle vorbei, auf der Bauarbeiter*innen eng verzahnt körperlich arbeiten und anscheinend gerade mal ein Dixie haben und zumindest keine sichtbare Wasserstelle. Da muss man nicht viel von Viren verstehen, aber das ist eine Risikoerhöhung für all diese Menschen. Niemand hat einen Plan, wie hoch dieses Risiko ist, aber es wird wohl eines sein, da werden sich Expert*innen einig sein. Das ist ein Eingriff in Art. 2 (2) für diese Menschen. Aber auf einer Parkbank sitzen? Das ist verboten!

Bei aller Unsicherheit und bei allen „Lieber erstmal zuviel“ muss in einem Rechtsstaat so etwas hinterfragt werden. Alleine schon, weil das „alleine auf der Parkbank sitzen“ ggf. ebenso für Leben und körperliche Unversehrtheit wichtig sein kann. Denn auch psychische Gesundheit ist körperliche Unversehrheit.

Der Staat hat eine Abwägung zwischen Art. 2 (2) und Art. 12 (Berufsfreiheit) vorgenommen und beschlossen, dass es vertretbar ist, soweit euer Recht auf Schutz der körperlichen Unversehrtheit einzuschränken., damit „die Arbeit“ soweit wie möglich reibungslos funktioniert. Darf er das? Natürlich! Art. 2 (2) hat – wie jedes Grundrecht – seine Grenzen, sagten wir eben bereits. Er kann eingeschränkt werden, dies unterliegt aber einer „strengen Verhältnismäßigkeitsprüfung“. Und Achtung makaber: In einer kapitalistischen Gesellschaft ist der Erhalt von „Arbeit“ von Unternehmungen allgemein wahrscheinlich systemrelevant genug, dass er rechtfertigt, Menschen einer erhöhten Ansteckungsgefahr (wie hoch die auch immer sein mag) auszusetzen. Das ist dann doch wieder wie der Straßenverkehr. Aber das ist eben nicht „scheiß auf Grundrechte“, es ist eine ganz bewusste Abwägung zwischen Grundrechten.


Ob man so breite Ausnahmen für „Arbeiten“ formulieren muss? Das kann man zumindest mal hinterfragen. Es wäre für den Verordnungsgeber ein leichtes, z. B. körperliche Meetings auch auf Arbeit zu verbieten und/oder mehr Auflagen für Kantinenbetrieb zu erlassen. Hamburg z. B. verordnet hier ausschließlich 1,5 Meter Abstand. Wäre das für die Unternehmungen nervig? Ja! Würde es ihr Grundrecht zu doll einschränken? Wahrscheinlich nicht.


Und hier möchten wir einen Ausschnitt aus dem Zeit-Interview highlighten.

Und der Fall bei München, also der deutschlandweit erste, deutet in eine ähnliche Richtung. Die Mitarbeiterin des Autozulieferers aus China hat bei ihrem Besuch nur Kollegen angesteckt, mit denen sie recht eng zusammengearbeitet hat. Es gab keine Übertragung im Restaurant, der Taxifahrer hat sich nicht infiziert und niemand in öffentlichen Verkehrsmitteln. Und das, obwohl diese Frau hochinfektiös gewesen zu sein scheint.“


Wenn man da so liest, dann scheint das Meeting- Risiko so hoch zu sein, dass der Verordnungsgeber eigentlich aus Art. 2 (2) gezwungen wäre, ein Verbot zu erlassen. Er tut dies nicht. Er verbietet lieber das Sitzen auf einer Parkbank.

Grundrechte zählen!


Wichtig ist auch in der Krise, dass wir alle nicht in eine „Jawohl, mein*e Führer*in“-Haltung fallen. Eine offene Gesellschaft, eine grundrechtsgetriebene Gesellschaft hat ihre Berechtigung und ihre Voraussetzungen und eine davon ist, dass man Handeln des Staates hinterfragt und dies eben an so etwas wie Grundrechten misst. Wer Grundrechte einschränkt, muss sich rechtfertigen, nicht, wer sie in Anspruch nimmt!

Wer dies als nervig empfindet und so Sätze wie eben zitiert sagt, der*die sollte ganz dringend sein ganzes Radar einstellen. Oder nicht meckern, wenn er*sie plötzlich 12 Stunden ohne Ruhezeit arbeitet. Denn scheiß auf Grundrechte, nech? (Nebenbei: Fuck you, SPD)

Und gerade das Parkbank-Beispiel (welches nebenbei, gerade als diese Zeilen geschrieben werden, vom bayerischen Innenminister entschärft wird) zeigt, dass jedes Handeln des Staates eben nicht immer sinnvoll ist. Das gilt insbesondere in Zeiten der Krise, wo auch mal ganz schnell irgendwas zusammengeknüppelt werden muss. Es ist trotzdem ärgerlich, wenn man seine Verordnungen beinah täglich korrigieren muss oder ändert, auch wenn an der Grundidee „Kontakt vermeiden“ sich nichts ändert. Wie wichtig wäre hier eine bessere Vorbereitung gewesen!

Und dann kommen wir über die Schlagzeilen zu Demos und Fußball

Wenn Herr Söder sich dann mit „Menschenleben gehen vor Shoppingtour“ in der Zeit-Schlagzeile (link mag veraltern, abgerufen am 07.04.2020) zitieren lässt, dann will man ihm „ja sie gehen auch deiner fucking Autobahnbaustelle und der Shareholder-Value bei XYZ vor“ zubrüllen. Aber das ist nicht die Juristerei: Die muss fragen: Ist das Verbot einer Shoppingtour angemessen und verhältnismäßig? Und dafür muss folgende Frage beantwortet werden: Ist die Shoppingtour ein zu hohes Risiko? Ist es dies nicht oder ist das Risiko aus anderen Gründen vertretbar, dann darf der Staat nicht tätigt werden. Und er muss sich da immer einem Vergleich stellen. Denn Art. 3 sagt: „Gleiche Sachverhalte müssen gleich behandelt werden.“ Bleiben wir für den Vergleich bei unserem Meeting-Beispiel: Kann wirklich begründet werden, dass die Shoppingtour (ggf mit Auflagen) wirklich so viel gefährlicher ist als das betriebliche Meeting, dass das eine vollkommen erlaubt und das andere vollkommen verboten ist? Insbesondere da die Schließung eines Ladens immer ein schwererer Eingriff ist, als das Verbot einer beruflichen Handlung.

Art. 8 ist wichtig!


Komisch, all diese „Scheiß auf Grundrechte, es sterben Menschen“-Schreiber*innen, findet ihr nicht unter dem Hinweis, dass Baumärkte wieder geöffnet sind und Meetings immer noch erlaubt sind. Sie kritisieren, wenn Menschen ihr Recht aus Artikel 8 wahrnehmen wollen. Das Demonstrationsrecht. Ein eigentlich ziemlich zentrales Grundrecht, wie in der neusten Zeit z. B. die Ereignisse 1989/1990 zeigen. Und nun kommt ihr? Art. 12 vs. Art. 8. Was ist euch wichtiger?

Denn alle Aktionen, die auf Art. 8 basieren, sind z. B. in Hamburg durchweg verboten worden, selbst wenn die Anmelder*innen Regeln zum richtigen Umgang mit der Pandemie selber aufgerufen hatten. Anders nebenbei in NRW, wo eine Anti-Atomkraft-Demo unter Auflagen genehmigt wurde.


Hier kann man berechtigte Zweifel bekommen und selbst wenn man vielleicht zu einer Rechtmäßigkeit einer solchen Untersagung käme, weil Versammlungen auch eine gewisse Dynamik haben, wo Abstände schwer einzuhalten sind oder weil man auch die An- und Abfahrtswege bedenken muss, so ist es doch nicht so eindeutig, dass man nun im Internet herumposaunen muss. Ganz im Gegenteil, man kann sich fragen, ob solche Bedenken durch Auflagen (z. B. kleine begrenzte Teilnehmer*innenzahl) gut einhaltbar wären.

Garantiert nicht vertretbar ist es, unliebe Polizei Hamburg, Menschen vom Fahrrad zu schubsen. Zur Durchsetzung einer eventuellen Ordnungswidrigkeit die körperliche Unversehrheit eines radelnden Menschen konkret zu gefährden, ist nämlich genauso ein ziemlich direkter und konkreter Eingriff in Art. 2 (2) und der ist eben nicht einfach so möglich. Siehe oben. Wer hier ein „aber die haben doch was Verbotenes gemacht“ einwirft, der*die sollte sofort seinen*ihren Mund mit Seife auswaschen. 1910-mal.

Menschenrecht

Und noch etwas dürft ihr nicht vergessen. Es gibt im Grundgesetz Menschenrechte und sogenannte Deutschengrundrechte. Der Unterschied ist, dass einige Grundrechte mit „Alle Deutschen dürfen …“ Die Rechtswissenschaft hat früher eine klare Unterteilung in „das gilt nur für Deutsche im Sinne eines deutschen Passes“ gemacht, weicht diese heutzutage aber immer mehr auf. Was ihr aber seht ist, dass Art. 2 (2) ein Menschenrecht ist. Es gilt für alle Menschen. Also auch für Geflüchtete an europäischen Außengrenzen. Wir haben die Fluchtproblematik nämlich mit Schengen ganz bequem aus unserem direkten Sichtfeld nach Griechenland und Co. verlagert, aber dieses „aus den Augen, aus dem Sinn“ ist nicht nur unmenschlich, sondern hinsichtlich Art. 2 (2) äußerst problematisch.

„Scheiß auf Grundrechte“ wird also auch ganz schnell eine äußerst priviligierte Position, die ganz gezielt anderen Menschen ihre Grundrechte verweigert. Oder anders ausgedrückt: „Demonstriert nicht, sonst sterben Menschen an der Pandemie“ kann man auch ausdrücken mit „weil ihr Demos verteufelt, sterben Menschen an der Pandemie“.

Es lässt sich in einem Satz zusammenfassen:

Europe, get your fuckin shit together and help refugees!


Und daher wollen wir uns unserer Hauskapelle anschließen:

Lange Rede, kurzer Sinn


Wascht eure Hände! Und lest uns alleine oder zu zweit, nicht in Gruppen. Das will nicht nur der Verordnungsgeber so, sondern das ergibt definitiv Sinn. Und solltet ihr Menschen Arbeit geben: Nicht beim ersten Problem Homeoffice widerrufen und alle wieder in das Büro stecken.

Huch, wir sind ja ein Fußballblog!

Kommen wir zum Fußball. Auch dieser hat erstmal das Recht auf Art. 12. Er hat ein Recht auf sein Geschäftsmodell, wie jedes andere Unternehmen auch. Auch jede*r Berufssportler*in hat ein Recht, seinen*ihren Beruf auszuüben und wenn ich dies verbiete, dann muss ich das eben an dem oben Gesagten messen.


Berufssportler*innen verlieren ihre Fähigkeiten, wenn sie sie nicht ausüben können. Das heißt in Teamsportarten muss auch mal das Teamspezifische trainiert werden. D. h. wenn ein Team in Gruppen trainieren will, dann ist das nicht „wahnsinnig“ oder „unnötig“, sondern hier nehmen Sportler*innen und ihre Arbeitgeber*innen einfach erstmal ihr Recht aus Art. 12 wahr. Und wenn auf der Baustelle in Gruppen geschuftet werden darf, dann dürfen die das auch.


Natürlich ergibt es Sinn, Training mit 35 Menschen auf engstem Raum zu unterlassen. Das Risiko wird ungleich höher. Es ist eine einfache Rechenaufgabe. Wenn fiktiv eine Chance von 35 Prozent besteht, dass man sich bei einem engen sozialen Kontakt ansteckt, dann sind das in einer Gruppe von 5 Menschen 2 Menschen (aufgerundet), in einer Gruppe von 35 Menschen aber schon 12 Personen. Und es macht bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit halt einen riesigen Unterschied, ob ich 12 Personen anstecke oder nur 2. Die dann ja wieder 35 Prozent aller ihrer engen Kontakte anstecken.


(Achtung, diese Zahlen sind fiktiv und haben nix mit der echten Ansteckungsgefahr zu tun. Sie sind nur zur Verdeutlichung.)


Es müssten daher schon überragende Gründe aus Art. 12 gegeben sein, dass man dieses Risiko eingeht mit einem gesamten Kader plus Trainer*innen zu trainieren.


Und daran muss sich der Fußball eben auch messen lassen und daher ist ein Training in Kleingruppen garantiert zu erlauben und vertretbar, bei einem Kadertraining wird es schon schwieriger.

Aber was ist mit dem Spielbetrieb? Es wird schmutzig

Vorsicht! Ab jetzt wird es schmutzig. Ein paar Gedanken zum Wettbewerbsbetrieb:

Das Geschäftsmodell des Fußball und aller Profisportler*innen basiert aber nicht nur auf Training, sondern auch auf „Wettkampf“. Wenn dieser lange nicht ausgetragen wird, dann wird das ein immer massiverer Eingriff in Art. 12. Eine kurzfristige Beschränkung wird mich Geld kosten und alles ein bisschen komplizierter machen, aber das wird schon irgendwie gehen, eine mittelfristige wird meine grundgesetzlich geschütztes Modell sehr stark belasten und eine langfristige wird sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vernichten.


Und so bewegen sich halt das Grundrecht aus Art. 2 (2) und der Wunsch, so wenig Menschen wie möglich anzustecken, auf das Grundrecht aus Art. 12 zu. Wo ist also der „Tipping Point“, an dem Art. 12 doch wichtiger wird als Art. 2 (2)? 10 Prozent Ansteckungsrisiko? 1 Prozent Ansteckungsrisiko? 0 Prozent Ansteckungsrisiko? Das ist eine Frage, die lässt sich juristisch wahrscheinlich nicht wirklich klären und wenn doch, dann wird niemandem die Antwort gefallen. Siehe Straßenverkehr. Jurist*innen sind ganz schlechte Moralist*innen und wir wollen hier auch keine Antwort geben.


Fragt doch einfach Twitter. Die Antwort „es sterben Menschen, da kann man doch aber kein Fußball spielen“ ist jedoch falsch. Es sterben ständig Menschen und für ganz viele dieser Morde haben wir Waffen geliefert. Hat euch das gestört und ihr „den Fußball” für seine Spiele kritisiert? Eher nein. Und wenn die bösen Ultras gegen Katar-Geschäfte protestieren, haben sie euch da auch nur wieder genervt und waren doof. Tja.

Apropos Katar. Da werden die Gastarbeiter*innen schön in “industrial areas” eingesperrt und dürfen weiter an den WM-Stadien bauen. Tja.


Bedenkt aber bitte bei eurer Abwägung einen anderen Faktor. Sagen wir mal, man kann das Risiko durch eine relativ simple und schnelle Testlösung minimieren. Dann würden wir alle wahrscheinlich sagen: „Jo, dann gibt es nur noch ein Restrisiko, das könnte man eingehen.“ Der Profisport besteht dann jedoch in einem Vakuum. Habe ich genug dieser Tests? Dann sollte der Fußball natürlich welche bekommen und bitte wieder starten, dies würde auch Art. 12 gebieten. Habe ich genug für systemrelvante Berufe (wie ich das auch immer definiere) und für den Rest nur 10 Prozent, 20 Prozent, 40 Prozent der benötigten Tests? Dann sind wir bei FDR und seinem Brief. Hier wird das Grundgesetz eventuell keine Hilfe mehr sein. Habe ich zu wenig für systemrelevante Berufe? Fick dich, Fußball! Und zwar alleine schon aus grundgesetzlichen Gründen.

Und auch andere Fragen stellen sich, die juristisch nicht befriedigend zu beantworten sind und wo man bei FDRs “Worth it” ist. Warum sollen Profisportler*innen wieder ihr Geschäftsmodell ausüben, bevor Kitas wieder offen haben? Oder gehen z. B. die Menschen Profisportler*innen vor, die kein Homeoffice machen können und wieder auf den Start ihres Geschäftsmodells warten? Kitas wird man vermutlich noch als systemrelevant beurteilen können.

Hochfahren und die Moral

Das gilt alles auch so für das „schrittweise Hochfahren“, was gerade diskutiert wird. Jeder Grundrechtseingriff muss notwendig sein. Auch ein Eingriff in Art. 12 darf eben nur so lange anhalten, wie er notwendig und verhältnismäßig ist. Und da spielen Zeitfaktoren auch eine Rolle.


Ich werde da auch politische Entscheidungen treffen müssen, die verfassungsrechtlich schwierig sind. Das fängt schon damit an, dass der Bundestag (ein politisches Organ) die sogenannte „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ feststellt. Eine Definition dafür beinhaltet das Gesetz nicht. Auf dieser Feststellung fußen aber viele Ermächtigungen. Was aber euch klar sein sollte: „Epidemische Lage von nationaler Tragweite“ ist etwas anderes als „Menschen erkranken an einem Virus und sterben“. Puh. Sorry, das zu schreiben ist schmutzig. Aber die traurige Wahrheit.

Und dann wären wir bei den Einzelmaßnahmen. Nehmen wir mal an, es wäre sinnvoll, langsam wieder hochzufahren (wann wir auch immer an diesem Punkt sind) und ein „von 0 auf 100“ wäre sinnlos, dann wird es erst richtig spannend. Nennen wir ein paar Fragestellungen:
Friseursalon oder Buchladen? Wenn beides z. B. nicht geht, weil es zu viel Mensch in Einkaufszentren treibt, um immer noch nötige Sicherheitsabstände zu gewährleisten, beides alleine aber das gleiche Risiko beinhaltet? Spricht es dann für den Friseursalon, dass der Buchladen sich online zumindest retten kann? Eine nun nicht repräsentative Twitterumfrage ergab eine 2/3-Mehrheit für den Friseursalon.

Ihr seht, hier müssen Bauchentscheidungen gefällt werden. Restaurant oder Kneipe (letztere vielleicht nur mit Sitzplätzen)? Musikclub oder Elphi? Viel Spaß bei all diesen Entscheidungen.

Und bedenkt bitte, wir vereinfachen hier alles. Niemand weiß so richtig, was den Virus antreibt und was nicht und wie genau und so weiter. Daher war es insbesondere kurzfristig immer richtig, wenn man alles zu macht. Es gibt gut begründete Vermutungen, auf deren Grundlage kann man handeln. Dies gilt auch bei einer schrittweisen Öffnung. Oder begründet ja die schrittweise Öffnung selbst. Denn was wohl feststeht, ist, dass Menschenmassen auf engstem Raum keine gute Idee in der Pandemie sind.

Wann „Aux Armes“?


Und damit sind wir beim letzten Schritt: „Fußball in vollen Stadien“ Solange das ein unkontrolliertes Risiko ist, solange werden wir darauf verzichten müssen. Ist damit „der Fußball damit immer das Letzte“ (auch gerne von Politiker*innen gesagt, um eine Schlagzeile zu erhaschen) gemeint?

Ein paar Überlegungen dazu:


Wenn es ein kontrollierbares Risiko wird, dann muss man in einer Abwägung von Art. 12 und Art. 2 (2) halt sehen, ob das vertretbar ist. Risikolos ist das Leben halt nie.


Achtung, es wird jetzt wieder sehr unmoralisch! Und da kann man halt auch mal das Geschäftsmodell betrachten. Handball, Frauenfußball, Herrenfußball unterhalb von Liga 2 z. B. hat keines ohne Zuschauer*innen im Stadion. Liga 1 und 2 könnten zumindest in einer Art Notbetrieb mit Geisterspielen überleben. Auch das müsste in einer Abwägung der Grundrechtseingriffe überlegt werden. Kneipen und Clubs haben ebenso kein Geisternotüberlebensmodell. Wenn man also bei dem Punkt ist, dass gewisse Menschenansammlungen schon wieder ein vertretbares Risiko seien, alle gemeinsam aber ein zu großes, dann müsste der Profifußball ggf. zurückstecken, um andere Geschäftsmodelle zu retten. Da sind wir dann ganz schnell bei „der Profifußball als Letztes“. Und das gut begründet und nicht als populistische Schlagzeile.


Ob und wie sich solche Beurteilungen ändern, wenn man Stadien zu 10 Prozent, zu 20 Prozent oder zu 50 Prozent füllt, wissen wir nicht und wollen wir nicht spekulieren. Ihr erinnert noch dieses Verbot von Veranstaltungen über 1000 Leuten? Kann das ein sinnvoller Zwischenschritt sein? Wir wissen es nicht. Oder es wird eklig aus diversen Gründen: namentliche Registrierung der anwesenden Menschen ist so ein Stichwort.


Wenn man wieder makaber denken will, dann könnte man auch sagen: „Hey, wenn uns ein Spiel mit 5000 Menschen in der Regionalliga eine Pandemieaufflammung gibt, dann können wir das besser abfangen, als ein Bundesligaspiel mit 80.000 Zuschauern und die Bundesliga überlebt auch besser mit Geisterspielen.“



Klingt das teilweise wie die FDP? Aber hallo! Wir machen hier ja eine juristische Betrachtung. Und ratet mal was, wir haben: Ein kapitalistisches Grundgesetz. Fühlt sich das trotzdem schmutzig an? Aber hallo! Wir gehen uns mal die Hände waschen.


Im zweiten Teil dieses Blogs nach Ostern wird es dann um „Insolvenzen im Fußball“ gehen. Und das wird dann weniger schmutzig.

Tiocfaidh ár lá


Apr 052020
 

Liebe Leser*innen.

Gerade/später/am 05.04.2020 läuft/wird laufen/lief parallel im Fernsehen ein Spiel von 2006. Ein denkwürdiges Spiel. Ein Spiel in einem Winter mit Schnee und Eis (Ja, das gab es früher) und einem Millerntor ohne Rasenheizung. 


Uns gab es noch nicht, dieses Blog begann erst 2008. Aber unser Senior schrieb damals schon ins Internet. Titel damals “Norbert regt sich auf”. Noch anders im Stil und in der Sprache und wie immer gilt, dass wir und insbesondere der Senior garantiert nicht alles mehr genauso sehen wie vor 14 Jahren. Aber wir wollen euch passend zu dem gerade im Fernsehen laufendem Spiel den Artikel von damals gönnen. Ergänzt um ein paar Anmerkungen in eckigen Klammern. Er ist sonst Original übernommen, also weder gegendert noch ist die  Rechtschreibung korrigiert worden. Aber das ist wie die Videoqualität. Früher war eben nicht alles besser. 

Immerhin nennt Ralph G. dieses Spiel eines seiner Top 5 Spiele. Mich (=Senior) hat damals eher das vorherige Spiel gegen Hertha nachhaltig geprägt. Das von einem 0-2 zurück kommen und das Lechner Tor. Das war doch erst vor einem Jahr, oder? 


Hier also der Bericht von damals: 

Allez allez, voran magischer FC
Halbfinal-Vorwort
Unglaublich.
Viertelfinalbericht
Eine Firma fragte mal bei mir an, ob sie Fotos von mir verwenden könne für so stellbare Bilder von Spielern. Das Ganze sollten Proben sein, die dann u.a. an den FC geschickt werden. Ich sagte zu und bekam auch ein Exemplar dieser Proben. Eine davon zeigt u.a. Dinzey vor einem Vereinswappen. Nun ist es ja so, dass mein Haushalt von zwei Dinzey-Skeptikern bewohnt wird. Trotzdem haben wir auch seine Figur auf dem Fernseher stehen. Nun fragte letztens meine bessere Hälfte, warum denn da Dinzey stehen würde. Und ich sagte nur, dass die Figur da so lange steht, so lange er trifft. Nun steht sie da wieder zwei Wochen. [Das mit Dinzey? Da hatten wir eine gute Nase damals.]


Ach Mensch, wo soll ich anfangen? So viele Eindrücke, so viele Geschichten. Ich habe noch nie von einem Spiel über 150 Fotos online gestellt. [Die hier im Bericht befindlichen Bilder sind von Afroh, mit freundlicher Genehmigung. Ich selber habe mein Archiv leider mal verloren] Ich habe noch nie 978 Fotos gemacht, und mein Rechner geht immer noch in die Knie, wenn ich nur versuche, den Ordner mit all diesen Fotos zu öffnen. Und heute abend, wenn ich Zeit finde, werde ich die Fotos noch mal durchgehen und gucken, dass ich noch ein paar Nachschlagbilder finde. Denn heute nacht war das doch mit sehr viel Geschwindigkeit verbunden.
So, und nun versuch ich mich langsam mal zu sortieren. Also: Ich bin ein abergläubischer Mensch. Und wenn im Achtelfinale eine Choreo zum Erfolg führt, dann muss man auch im Viertelfinale eine machen. Leider haben die Passanten ja beschlossen, 2006 (und damit ihr 10jähriges) nicht mehr erleben zu wollen, so dass irgendjemand anders das machen musste. Eine lose Gruppe von einem Zweiundvierziger, einem Touristen und ganz vielen finanziellen, moralischen und handwerklichen Unterstützern fand sich dann bereit, die Haupttribüne auszulegen. Und so begann für mich der Tag bereits um 10 Uhr mit dem Ausdruck der kleinen Choreoanweisungszettel. Danach bin ich – Achtung, ich bin abergläubisch – über Stapelfeld und den Horner Kreisel gefahren, nur damit ich mir am Horner Kreisel bei der Essotankstelle wieder einen Napoleonsekt kaufen konnte, wie ich es gegen Hertha getan habe. Von dort ging es dann Richtung Viertel.

Robert der Magier lässt Bälle schweben.

Etwas Sorgen um die Austragung des Spieles machte man sich dann doch, hatte es doch geschneit über Nacht, und so richtig gut sah es nicht aus. Aber erstmal musste die gesamte Vorbereitung normal weiterlaufen. So ging ich zum Copyshop und kopierte die Anweisungszettel. Natürlich viel zu viele, aber so richtig abschätzen, wie viele Sitze die Haupttribüne eigentlich hat, konnte ich nicht.

Nun war das Papier schon eingetroffen und mit ihm unsere Westfraktion. Leider ohne Olespapa, welcher durch eine Verletzung so gehandicapt war, dass er das Spiel nicht vor Ort verfolgen konnte. Dabei hatte er alles vorbildlich besorgt und organisiert. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass er das am Fernsehen verfolgen konnte. Aber das Gute ist ja, dass die Mannschaft ihm noch ein Pokalspiel geschenkt hat. Werde schnell gesund! [In der damaligen Meckerecke hing beim Spiel eine “Dein Herz is doch eh hier” Tapete, ein Foto davon benutzt die -längst schon wieder fitte- Person bis heute als Facebookheaderbild]

So konnten wir mit unserer Arbeit beginnen. Weissen Hintergrund und darauf eine braune 1910. Die Arbeit ging eigentlich gut voran und wäre wahrscheinlich noch schneller vonstatten gegangen, wenn die Arbeiten nicht immer wieder durch das Zuschauen bei den unzähligen Platzbegehungen gestört worden wären. Allofs und Schaaf waren schon in diesem Moment nicht wirklich glücklich mit dem Platz, Allofs schüttelte eigentlich nur den Kopf. Was es jedoch soll, Druck auf den Schiedsrichter mit dem Tenor „Ich habe hier Millionenwerte, schütz die mal, wenn etwas passiert, dann mach ich dich verantwortlich“ auszuüben, dass bleibt Allofs‘ Geheimnis. Die Gefahr, dass er dabei eine Trotzreaktion erreicht, ist doch relativ hoch.

Nunja, der Platz wurde nicht für so schlecht befunden, dass alle Bemühungen eingestellt wurden. So stellten auch wir unsere Bemühungen nicht ein und arbeiteten weiter an unserer Choreo. Auf dem Platz wurde irgendein Wundermittel verteilt, was aussah wie Salz, sich jedoch als Dünger herausstellte, der trotzdem den Platz antauen ließ. Daneben versuchte ungefähr die gesamte Geschäftsstelle, den Platz herzurichten. Der ärmste Thorsten Vierkant [damaliger Stadionchef] wurde noch einmal ein bisschen geärgert, als einer von uns erstmal ein fröhliches „Thorsten, hast du noch eine Karte für heute abend für mich?“ über den Platz brüllte. Zur Herrichtung wurden Schaufeln benutzt und der Klang, wenn diese auf den Rasen trafen, war nicht wirklich so, dass man von einem Spiel ausgehen konnte. Das klang, als ob man auf einen Stein klopfen würde.
Kurze Zeit später kam nun die Walze, um den Platz zu walzen und glatt zu machen. Und wie der Junge auf dem Gerät durchgeschüttelt wurde, das zeigte, wie hart gefroren der Boden gewesen sein muss.

Gut bespielbar der Platz

Kurze Zeit später hatten wir unsere Choreo aufgelegt und machten uns vom Acker. Da sah der Boden doch schon deutlich besser aus. Selbst einige feuchte Stellen (sprich nicht mehr gefroren) hatten sich gebildet. Auf dem Rasen, wie er um 16 Uhr vorzufinden war, hätte man sehr gut ein Fussballspiel ausführen können. [was der Bericht hier verschweigt: es begann dann wieder zu schneien] Wir machten uns fröhlich auf zum Fanladen, welcher sich schon richtig gut gefüllt hatte. Es gab ein Wiedersehen mit vielen Leuten, die man lange nicht gesehen hat. So war u.a. ein (ehemaliger?) Übersteigerredakteur aus Dortmund gekommen, welcher sonst nicht kommt „habe keine Lust für ein Spiel gegen Emden so weit zu fahren“, welcher mir aber in Erinnerung ist, dass er mal zu einem Pokalspiel in Darmstadt (das waren die Zeiten, als wir noch nicht Pokal waren) mit dem Flugzeug geflogen ist, weil er den Zug verpasst hatte. Wir verloren damals als Bundesligst ziemlich kläglich. Im Fanladen wurde die Nachricht, dass gespielt wird, nebenbei mit Jubel aufgenommen. [damals auch so ein bisschen aus Gründen kurz gemacht, nun aber ganz zu erzählen. Es klingelt das Telefon. Im überfüllten alten Fanladen in der Thadenstrasse wird es mucksmäuschenstill. Heiko-Fanladen geht ran. Meldet sich mit seinem langgezogenen Nachnamen und hört dann gefühlt 10 Minuten zu was gesagt wird. Sagt dann “es kann also gespielt werden” in den Hörer. Der Rest ist ein Jubel, der intensiver war als die Torjubel an diesem Tag.]

Und wir malten uns ja schon folgendes Szenario aus: Erste Runde Verlängerung, zweite Runde klar gewonnen, dritte Runde Verlängerung, heisst doch eigentlich, dass die vierte Runde wieder klar gewonnen werden musste.

Weiterhin wurde fröhlich Alsterwasser getrunken und auf sechs Uhr gewartet, denn vorher durften wir ja – dem Aberglaube folgend – nicht in die Kleine Pause gehen. Nur leider war Paulchen anderer Meinung und trieb zum Aufbruch. So waren wir zu früh da, die ärmste Trulline war zu Recht böse, da sie erst um sechs kam. Aber irgendwie gehört das dazu, dass die beiden erst nachträglich kommen. Ebenso zu Recht war Pauline auf mich böse, da ich ihr Essen zu bestellen vergass. Und dann schulde ich ihr noch Geld.

Insgesamt lassen sich die Szenen in der kleinen Pause nicht in Worte fassen. Der Laden war gerammelt voll und die Speisen wanderten mit einer Geschwindigkeit über den Tresen, die unglaublich war. Was mag der Laden an einem solchen Tag umsetzen?

Ein Aberglaubenhähnchen später machte ich mich in Richtung Stadion auf.[Viele Grüße an alle die damals gut 1 1/2 Jahre vor beinah jedem Spiel in der Kleinen Pause Hähnchen Essen waren. Zwischendurch aus Aberglaube wirklich alle immer mit der gleichen Bestellung.]

Olespapas Krankheit hatte dann doch was Gutes, denn so konnte noch jemand mit seiner Karte glücklich gemacht werden. Eine weitere Karte ging an einen ausgewanderten Hamburger, welcher das Glück hatte, dienstlich an diesem Tag in Hamburg zu sein und nicht wie sonst in Hongkong.
Ab zur AFM, Tommy ein fröhliches „Scheiss AFM“ an den Kopf geworfen und sich dann ins Stadion begeben. Leider hatte der Wind unsere Choreo doch erheblich gerupft, so dass nicht wirklich alles gut zu sehen war. Nun gut, als sie dann später ausgeführt wurde, konnte man das meiste dann doch sehen.

Das Stadion war gerammelt voll. Und leider mit vielen unangenehmen Gesellen. Denn wie viele sofort meckerten, wenn man mal durch wollte, das ging auf keine Kuhhaut. Genausowenig kann es sein, dass Aufgänge bewusst blockiert werden und den Leuten gesagt wird „Hier kommst du nicht durch“. Das System Millerntor ohne gekennzeichnete Aufgänge funktioniert nur dann, wenn alle Leute tolerant sind und versuchen, die Leute durchzulassen. Wenn dies nicht funktioniert, dann brauchen wir Aufgänge, die freigehalten werden, und das kostet uns wieder mindestens 1000 Zuschauer. Also, Leute: Überlegt mal, was ihr da aus kurzfristiger Bequemlichkeit riskiert. Und irgendwelchen Leuten an die Wäsche zu gehen, geht definitiv gar nicht. Aber auch das habe ich gesehen. Oder Leute, die fett ihren Körper genau zum Spielfeld drehen, damit sie möglichst breit wirken und dann auf die Bitte sich kurz mal seitlich hinzustellen behaupten dies ginge nicht. Und beinah zwingend waren das alles Leute, die man nie zuvor gesehen hat und die wahrscheinlich nie in der Regionalliga die Gegengerade betreten haben. Und genau dies kotzt mich an. Wenn ihr gegen Emden zu Hause bleibt, dann kommt doch nicht gegen Bremen hinterm Ofen her, ihr Modefans.

Bei uns lief das alles natürlich viel entspannter. Zwar regte sich eine Dame auch ein bisschen auf, aber alle wurden gut sortiert und an den richtigen Platz gebracht. So wie sich das gehört. Selbst Bullenfrank und seinen Freund konnten wir noch perfekt unter bringen.

Die sich warmmachenden Bremer wurden mit „Wir haben eiskalte Duschen“ empfangen und hinreichend auf die Unbequemlichkeit des Millerntores hingewiesen. Alle Spieler (auch unsere) nutzten das Aufwärmen zum Schuhtest. Nebenbei sorgte eine im Mittelkreis angebrachte Werbeplane für Erheiterung. Als diese nämlich wegen Schneebedeckung abgebaut wurde, liessen die Ordner den Schnee einfach als Haufen auf dem Platz zurück. Erst sehr spät und als wir uns schon fragten, ob der noch entfernt wird, kamen Ordner und schaufelten den Hügel im Mittelkreis weg.

Seien wir ehrlich (hab ich das heute schon gehabt?): Nun war der Platz nicht mehr gut bespielbar. Kurz nach der endgültigen Begehung hatte es erheblich angefangen zu schneien, und dies hatte den Platz garantiert nicht besser gemacht. Nur muss man im Nachhinein auch mal feststellen, dass 21 Akteure eigentlich einen ganz akzeptablen Stand auf dem Boden gefunden hatten. Zufallsball war das nun wirklich nicht, wie auch der zwischenzeitliche Ausgleich zeigte, der ja nun wirklich herauskombiniert war. Nur ein Spieler machte von Beginn an immer wieder einen Satz. Und das war Klose. Irgendjemand meinte bereits nach fünf Minuten, dass der ja nur auf der Nase liegen würde.

Aber gehen wir noch mal kurz zeitlich zurück. Ich fand es sehr angenehm, dass keine Musik lief. So fingen die Leute irgendwann an, ganz von alleine zu brüllen und zu singen. Und der erste Wechselgesang knapp eine Stunde vor Spielbeginn, das hat was. Ich werde nie ein Freund von musikalischer Beschallung in Fussballstadien. Für mich kann das immer so sein. Ruhe, dann zwei knackige Songs, dann die notwendigen Werbedurchsagen, und dann geht es los. So kann man das auch machen, wenn kein Strom da ist.
Dass die Bremer ihr Fanlied nicht mögen, kann ich nach Anhörung nun verstehen. Eine Detailnachricht erfreute nun jeden Fan. Der Bremer Vorsänger, welcher aufgrund von „auf der Plexiglasscheibe sitzen und einen Aufkleber anbringen“ von bundesweitem Stadionverbot bedroht war, durfte wieder zu diesem Spiel. Ist er doch ausschliesslich mit einem Stadionverbot auf Schalke belegt worden. Ist zwar immer noch lächerlich, aber immerhin kein bundesweites Stadionverbot.

Nun kommen wir zum Einlauf der Mannschaften. Die Choreo auf der Haupttribüne hat dann ja doch noch ganz annehmbar geklappt (auch wenn die 0 nicht wirklich zu erkennen war) und die Gegengeradenchoreo sah ziemlich klasse aus. Leider habe ich nur wenige gute Fotos gemacht, da ich einfach das falsche Objektiv mit hatte und leider auch nicht die perfekte Position hatte. Nächstes Mal wird das wieder besser.

Nun, das Spiel werden alle gesehen haben.[oder nun sehen] Für mich der beste Mann auf dem Platz war Lechner. Natürlich haben sich auch Dinzey und Schultz Bestnoten erspielt, aber Lechner war noch diesen Tick besser, um heute wirklich der absolute Gott zu sein. Wirklich abfallen tat kein Spieler, vielleicht mit der Ausnahme von Scharping, der für einen solchen Boden einfach zu schwer und zu langsam ist. Grossartig natürlich auch unser Torhüter, der uns beim Stande von 1-1 doch mit einigen netten Paraden im Spiel hielt.


Die Verletzung von Klose ist unglücklich, hängt aber nur bedingt mit dem Platz zusammen. Denn sie ist – wenn ich die Zeitlupenbilder richtig deute – nicht durch einen Aufprall auf dem harten Boden entstanden, sondern weil er sich mit dem Arm in Morenas Beine verheddert hat. Das kann immer passieren, und auch bei normalen Boden wären er bei diesem Zweikampf zu Boden gegangen. Allemal gute Besserung nach Bremen, ich finde Klose grundsätzlich sympathisch, insofern sei zu hoffen, dass er sich schnell wieder erholt.

Nach der Verletzung bzw. nachdem sich diese in den Köpfen der Bremer festgebissen hatte, lief bei diesen gar nix mehr. So blieb es bei einem sehr schön herausgespielten Tor. Aber da der magische Dinzey traf, Kommissar Boll den Torhüter verhaftete (so irgendein Reporter) und auch Schultz einmal traf, war Werder draussen.

Die Stimmung war – von einigen Zitterpausen mal abgesehen – grossartig. Das ganze Stadion hat durchgehend gerockt. So soll es sein.
Noch ein Wort zum Schiedsrichter. Der versuchte seinen vermeintlichen Fehler, das Spiel anzupfeifen, dadurch gut zu machen, dass er alles für Werder pfiff. So blieben unzählige Handspiele von Borowski ungesühnt (das ging so weit, dass bei uns in der Ecke mitgezählt wurde), und jeder Zweikampf von Luz wurde zu seinen Ungunsten abgepfiffen (wobei der nun wirklich kein unfairer Spieler ist). Der Höhepunkt war jedoch, dass Valdez erst eine klare Tätlichkeit begehen darf, dafür nur gelb sieht, dann kurze Zeit später die Blutgrätsche auspackt und nicht einmal dafür früher die eiskalten Duschen testen darf.

Dann war aber Feierabend, und die Party konnte losgehen. Viele Worte nutzen da nix. Das sieht man besser auf den Bildern. Gerade Boll als „Aux Armes“-Anstimmer (braucht der überhaupt das Megafon dafür, man hat der eine kräftige Stimme), Schultz als Gespenst (wenn Palicuka ihn da trifft und umgrätscht und der bricht sich was, dann hätt ich Palikuca erwürgt) und Hauke als Tanzmaus waren echte Höhepunkte. Dann machte Ralle noch bei uns das Aux Armes, um danach doch echt zu sagen, wir wären „stets bemüht“ gewesen. Komm du mal wieder runter vom Zaun. :motz: 😉 [schon damals ständig Ärger mit dem Ralph. Bis heute nichts geändert]

Der Typ in der Süd, der mit einem Bengalo auf dem Zaun sass hingegen, der will in den nächsten Jahren kein Spiel von St. Pauli mehr mitbekommen. Wie kann man eigentlich so doof sein? Eigentlich sollte das jeder langsam wissen, was einem dafür blüht.

Die Flasche Sekt wurde aus dem Auto geholt und auf einer kleinen Freundenparty in Richtung Fanladen getrunken. Unserem Pokalmaskottchen (der Frau eines sehr guten Lübecker Anwaltes) wurde noch ausgiebig gehuldigt und ungefähr ALLE schneebedeckten Autos mit 3-1 vollgemalt.

Der Rest ist Jubel

Der Fanladen war gerammelt voll, und der Brigadenbub musste – was ihm wahrscheinlich noch sein ganzes Leben nachhängen wird – mal wieder eine kleine Stichelei auf das Bayernspiel ertragen, war er doch diesmal bei einem historischen Sieg anwesend.

Danach ging es nach Hause, wo ich noch die Fotos bis drei Uhr morgens machte, da ich sowieso nicht schlafen konnte. Um halb acht war ich dann auch schon wieder wach und ging zur Arbeit. Denn frei genommen hatte ich mir nicht, ging ja wegen Aberglaubens nicht.

Wir haben zu Hause mal philosophiert, ob dies nun wirklich der grösste Erfolg der Vereinsgeschichte ist. Setzen wir es doch mal in Relation. Es gibt in Deutschland zwei Titel zu gewinnen. Die Meisterschaft und den Pokal. Sagen wir, der Pokal ist nur die Hälfte der Meisterschaft wert (ist vielleicht ein Verhältnis, das stimmt). Dann wäre dies jetzt mit einem Platz 8 in der Deutschen Meisterschaft zu vergleichen. Dies haben wir zumindest in der Neuzeit (Bundesliga) meines Wissens nicht erreicht. Der grösste Erfolg der Vereinsgeschichte wird wohl immer das Erreichen des Halbfinales in der Deutschen Meisterschaft bleiben, aber das ist so lange her, dass wahrscheinlich nur noch wenige Zeitzeugen leben. Nun ja, ich werde meinen Enkeln (die es glücklicherweise für sie nie geben wird) noch von diesen Tagen in den Jahren 2005 und 2006 erzählen.

Ich freu mich schon auf den AFM-Livestream. Der war schon gegen Hertha ein echter Genuss und wird dies auch diesmal wieder sein. Alleine dafür ist es grossartig, dass die Jungs trotz einer Fernsehliveübertragung am Start waren. Ich hoffe, sie sind es auch wieder im Halbfinale. Alleine schon aus Aberglaube heraus 🙂

Was bedeutet dies noch für den Verein? 1,1 Millionen garantierte Einnahmen. Wenn unser Präsidium jetzt nicht noch irgendeinen Wahn bekommt, bedeutet dieses, dass wir unsere gesamten Schulden bezahlen können und wahrscheinlich selbst noch ein bisschen Geld als Liquidität bunkern können. Dies heisst auch, dass die Stundung der Umsatzsteuer, welche ja nur auf hoffentlich höheren Einnahmen basierte, nun Erfolg hat und wir auch aus dieser Problematik raus kommen. Nun sollten alle Altlasten beseitigt sein, und unser Präsidium kann nun zeigen, was es kann.
Nächster Gegner? Bielefeld? Ne, lieber nicht. Die sind kampfstark und haben selber ein Stadion, welches zu schlechten Bodenverhältnissen neigt. Dann lieber Bayern oder Bankfurt. Und selbst, wenn wir da eine 0-20 Klatsche erleben: Es wäre mir egal. Soweit zu kommen ist schon ein Traum. Natürlich wäre es noch viel besser, einmal zum Finale zu fahren. Dann müsste ich mir wahrscheinlich doch noch Enkel anschaffen. 🙂

Noch ein paar Worte zur medialen Nachbetrachtung. Wie grossartig ist es, dass wir mal alleine aufgrund eines echten sportlichen Erfolges in den Nachrichten erwähnt werden, dass wir selbst bei NDR Info morgens in den Nachrichten mit Bericht und in allen Zeitungen gross abgebildet sind. Nur ein Wort zur Fotoauswahl: Wie häufig wollen Hamburger Zeitungen eigentlich noch diese Rotkutte als Foto bringen? Der Typ war bei Auswärtsfahrten eigentlich immer nur nervig, repräsentiert nun wirklich nicht den St. Paulidurchschnitt und wird bei jedem zweiten Spiel als Foto präsentiert. Warum nur? Nur weil er auf dem Zaun hockt und eine hässliche aber auffällige rote Kutte trägt?

Und noch ein paar Worte zum Bremer gejammer über den Rasen. Gut, dass die nicht noch wirklichen Protest eingelegt haben, denn dann wäre es endlich peinlich geworden. Fakt ist, dass solche Rasen bis vor 10 Jahren noch vollkommen normal waren und eben auch zum anarchistischen im Fussball gehören. Immer nur Fussball auf einem Rasenteppich ist langweilig.

Und heute auf der Arbeit von jedem mit „Herzlichen Glückwunsch“ empfangen zu werden hat auch was. [Und die wussten außer einer THW Anhängerin nun null was Fansein bedeutet]

Nun – und diese Euphoriebremse sei mir abschliessend erlaubt – gilt es aber nach der Kür die Pflicht zu erledigen. Denn ohne einen Sieg gegen Emden können wir unser wirkliches Saisonziel Aufstieg schnell aus den Augen verlieren. Daher gilt: Heute noch feiern, und ab morgen haben wir nichts erreicht.


[Es kam bekanntlich anders und wir stiegen erst ein Jahr später auf.]