Feb 212020
 

Stellungnahmen sind extrem überflüssig. Eigentlich hat noch nie eine Stellungnahme irgendwas besser gemacht.

Dies gilt noch umso mehr, wenn Vereine meinen zu Fanverhalten Stellung beziehen zu müssen. Trotzdem können sie alle auch nicht nichts sagen (höchsten Respekt an Peter Fox, der diese doppelte Verneinung fehlerfrei singen kann). Irgendwie ist dem Menschen nicht wohl, wenn er einfach mal schweigt. Meistens erfolgt das ganze auch noch übereilt und ohne vernünftiges Nachdenken und schon kommt Mist heraus.

Dem wollen wir vorbeugen und bevor Menschen Sonntag Morgen vom Wählen abgehalten werden, weil sie Stellungnahmen verfassen müssen, möchten wir hier schon einmal die ultimative Stellungnahme zu den Geschehnissen nach dem Hamburger Derby veröffentlichen. Zutreffendes bitte ankreuzen.

„Der FC St Pauli verurteilt die Ereignisse rund um das gestrige Spiel im Volkspark.

Den Ereignissen ging ein emotionales Stadtderby voraus, welches durch ein unglückliches Eigentor in der 99. Minute zugunsten des FC St. Pauli entschieden wurde. Wir wollen an dieser Stelle Aaron Hunt unser Mitgefühl aussprechen, dessen Lattenschuß, freistehend aus zwei Metern abgegeben über den ganzen Platz ins eigene Tor prallte.

Bereits während des Spieles kam es zu einer Kampfkraft auf dem Platz und einem Supportverhalten des Gästeblocks, der weit über das akzeptable Maß hinaus ging. Der FC St. Pauli verurteilt die verursachten Hörschäden und den kaputten Rasen im Volkspark aufs Schärfste! 

Wir haben den schwer betroffenen Familienmitgliedern und Lebenspartner*innen der Spieler des Hamburger Sportvereins bereits unsere volle Unterstützung angeboten. Es ist nur schwer ertragbar, dass diese aufgrund des unaufhaltsamen Tränenflusses der Spieler seit nun mehr 24 Stunden ausschließlich mit Wasserzufuhr beschäftigt sind. Wir können und wollen das nicht länger akzeptieren. Ebenso übernehmen wir volle Verantwortung für die zerstörte Tür in Schindeleggi (Schweiz). Wir können die Wut über die verprassten Millionen nur zu gut verstehen. 

Die Vorfälle danach sind mit den Werten des FC St. Pauli, seinen Leitlinien und seiner Toleranz nicht zu vereinbaren. Der FC St. Pauli distanziert sich in aller Deutlichkeit von diesen Ereignissen.

Es ist nicht akzeptabel, dass die Hans-Albers Statue braun-weiß gestrichen wurde. Auch bei den Anwohner*innen im Stadtteil St. Pauli müssen wir uns wegen der Vorfälle entschuldigen. Lautes Weinen im Umfeld der Gerhardstraße 7 und laute „Hamburg ist braun-weiß“ Gesänge im restlichen Viertel raubten diversen Menschen die ganze Nacht den Schlaf. Ebenso sind die Geschichten der traumatisierten Betreiber*innen der Fankneipe Jolly Roger nur schwer ertragbar. Einen leergetrunkenen Getränkekeller hat es in der 1910-jährigen Geschichte der Kneipe noch nicht gegeben. Dies ist eine Zäsur im Fanverhalten und wir werden den Inhalt des weiteren Umgangs innnerhalb des Vereins kritisch diskutieren.

Ebenso möchten wir uns bei der Hamburger Polizei entschuldigen, dass ihre Aufstandsbekämpfungsmittel einrosteten und nicht gebraucht wurden. Die Verursachung von Langeweile und unnötiger Steuergeldausgaben ist mit den humanitären Grundsätzen des Vereines nicht vereinbar und gerade in Zeiten knapper Steuergelder nicht hinzunehmen. So kann unser geschätztes Vereinsmitglied Andy ja gar keine Steuergeschenke an Privatbanken mehr verteilen. Wir werden dieses Fehlverhalten intern aufarbeiten müssen.

Abschließend stellt der FC St. Pauli klar, dass er für Vielfalt und Toleranz steht und die 0,1 % Wahlergebnis für die AfD und die FDP sehr bedauert.

Für alle Geschädigten haben wir eine Hotline eingerichtet. Rufen sie unter 0800 33729743437 [Für alle U25: T9, Diggis] kostenfrei an.“

Es gibt was zu Gewinnen!

Wir haben einen zweiten Moneypool zugunsten der Bielefeld Hilfe eingerichtet. Hier könnt ihr spenden.

Und wollen diesen Pool mit einem kleinen Ansporn verbinden:

Wenn wir bis zum 27.02.2020 19:10 Uhr 1.910 Euro erreichen, dann verlosen wir unter allen Menschen die gespendet haben einen Blogbeitrag bei uns.

Bedingungen: Ihr meldet uns kurz per Mail (Webmaster ät magischerfc.de (http://magischerfc.de/)) nach eurer Spende mit dem Hinweis, dass ihr gespendet habt und teilnehmen wollt. Was ihr schreibt ist egal, es sollte aber in den Grenzen der Leitlinien des FCSP bleiben. Wir behalten uns ein Veto vor.