Jan 082020
 

Liebe Menschen da draußen, wir schreiben jetzt ganz bewusst nicht, worum es im Detail geht. Menschen mit sensiblen Fühlern können sich das eventuell ergoogeln. “Intern klären“ ist eine gute Maxime, hat aber auch seine klaren Grenzen und an diesen wird immer mehr gekratzt. Trotzdem möchten wir hier wage bleiben und nur ein paar allgemeine Worte veröffentlichen:

Dieser Verein wird von ganz vielen Menschen getragen und geprägt, die ganz viel Zeit in ihn investieren und ganz viele Dinge in die Wege leiten. Sie opfern dafür Freizeit und auch genügend Arbeitszeit, die sie irgendjemanden in Rechnung stellen könnten. Viele für euch selbstverständliche Dinge beruhen insbesondere auch auf Arbeit dieser Menschen. Es gäbe keine cool bedruckten Pfandbecher im Stadion, wenn da nicht Menschen Freizeit rein investiert hätten. Es gäbe keinen niedrigschwelligen Eintritt in das Fanclubleben. Ihr könnt ja gerne mal nachlesen, wie man Fanclub in Gelsenkirchen oder bei den Rauten wird. Dann würdet ihr sehen, dass die dort ganz andere Hürden aufbauen, damit man sich „offizieller Fanclub“ nennen darf und gewisse Privilegien genießen darf.

Diese Menschen weisen auch intern häufig genug auf Fehler hin, die dann von hauptamtlicher Seite nicht gemacht werden oder ohne viel Aufheben korrigiert werden. Sie pflegen seit Jahren den kurzen Draht, um auch eure Interessen und UNSERE WERTE in der täglichen Arbeit sicher zu stellen. Dies führt dazu, dass wir außerhalb des sportlichen relativ skandalfrei als Verein durch die Welt gehen. Und die meisten Dinge geklärt sind, bevor wir uns richtig aufregen können. Und glaubt uns, wir regen uns sehr schnell auf. Und immer zu Recht.

Wenn ich aber als hauptamtliche Seite dieses Vereines diese Menschen für gegeben halte oder sie für überflüssig empfinde, weil sie eigentlich nur nerven, dann wird dieser Verein sein blaues Wunder erleben. Ja, da steht ganz bewusst blau als die unangenehmste Farbe, die wir kennen. Wenn ich als Verein ständig und wiederholt in Kernbereiche der Arbeit dieser Menschen vordringe, ohne auch nur ein Wort mit denen abgesprochen habe, dann werden diese Menschen gehen.

Ihr werdet nun mit den Schultern zucken und sagen „was ist das Problem?“ und vielleicht halten wir uns alle auch für viel zu wichtig. Aber wir sagen euch, dass es ein Problem werden wird und der FCSP ganz schnell ein anderer werden würde, wenn es diese Menschen nicht gäbe. Und bitte heult dann nicht rum, wenn doch irgendwann der Stadionname verkauft ist und die Ecke nicht mehr von J. mit „ich will keine Ecken, die bringen sowieso nix ein“ präsentiert wird, sondern von Astra mit einem lauten „Plooop“.

Wir geben auch zu bedenken, dass in Sonntagsreden gerne von “St. Pauli selber machen” die Rede ist. Dies geht aber nur, wenn man es praktisch nicht untergräbt.
(Ergänzung 22:10 Uhr: „St. Pauli selber machen“ bezieht sich nicht auf die Stadtteilinitiative. Uns erreichten Rückmeldungen, dass das so verstanden wurde und das war so nie beabsichtigt. Die sind spitze – Entschuldigung an alle, die sich fälschlicherweise angesprochen fühlten!)

Wir sind solidarisch mit diesen Menschen, sie wissen wer sie sind. Und sollte das alles Absicht sein, um diese Menschen los zu werden, dann sei euch gesagt, dass wir alle nicht gehen, ohne es richtig knallen zu lassen.

  One Response to “Hot Take: Rowdytum / eine kryptische Solidarisierung”

  1. Danke!
    Für diese Worte und die Arbeit „dieser Menschen“!

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