Nov 232019
 

Worte vor den Worten 

Der legendäre Manager Casey Stengel wurde mal danach gefragt, was das Geheimnis für erfolgreiches Trainieren eines Sportvereines sei. Er antwortete

„Keep the five guys who hate you away from the five who are undecided.” 

Dies zumindest scheint Dirk Schuster sehr gut zu schaffen, denn seine Truppen bilden eine Einheit, die motiviert bis in die letzte Haarspitze ist. Sympathischer macht dies seine dauermeckernde Art aber auch nicht. Aber irgendwo hat er seinen Weg gefunden. 

Von vorne

Fangen wir aber den Tag vorne an. Er begann mit dem bereits erwähnten Trauerfall. Der später im Stadion von den Vorsängern aufgegriffen wurde und wo ihrer mit einem “You’ll never walk alone” gedacht wurde. 

Mit dem letzten Rest Pöbelbus machten wir uns dann auf den Weg nach Aue. Kurz bei der südlichen Außenstelle gesammelt und ab durch die Rübenländer nach Braunschweig, dann auf die Autobahn. Passend wurde es bei Magdeburg dunkel. Und wurde auch nicht mehr richtig hell.

Der Rest der Hinfahrt wäre schnell erzählt, wenn nicht noch kurz die Luftdruckanzeige der Reifen sich zu Wort gemeldet hätte. War aber Fehlalarm. 

In Sachsen

Wird man gleich erstmal mit zwei Freiwild Autoaufklebern begrüßt. Mal ganz unter uns: Wir kennen echt gute Menschen in Sachsen und bewundern eure Ausdauer in einem solchen Klima standhaft zu bleiben. Und wie wissen wieder wie gut wir es dann doch haben in unserem Wohlfühlviertel. 

Parkplatz ist schnell gefunden, Kartendeals werden abgewickelt und das übliche “Hallo” wurde erledigt. 

Der Eingang ist schnell überwunden und wir finden einen netten Platz neben Nordsupport. 

Das Spiel 

Fand statt. Und damit ist das positive schon gesagt. “Sportlich sind wir auf einem guten Weg und haben volles Vertrauen in die sportliche Leitung” sagte unser Präsident letztens im NDR. Das Problem dabei ist, dass der sportlich gute Weg ein nicht sichtbarer Trampelpfad geworden ist. Es fehlt die Aggressivität, die zwischenzeitlich die Jungs auszeichnete.
Wenn man sieht wie sehr ein Aue das Spiel einfach erzwingen will, dann fehlt es uns da massiv. 10 Minuten sieht man mal ein leichtes Aufbäumen, aber das war es. Mats sprach nach dem Spiel von “aufwachen“ und „andere Mentalität zeigen”. Uns fehlt es auch schon seit längerem keine Antwort auf Mannschaften der Marke Schuster.

Erinnert ihr euch an das Derby? Oder an Mats vs. Diekmeier? Da hatten wir Antworten. Jetzt ist es alles wieder weg. Bestes Beispiel heute? Spieler von uns wird direkt vor der eigenen Bank gefoult. Reaktion von der Bank? Einer springt auf. Halbherzig. Ende. Könnt ihr euch das bei einem Dirk Schuster Team vorstellen? Nein, wir auch nicht. Da hätte die Mannschaft sich auch mehr als eine gelbe Karte geholt.

Keine Bilder im Block! Und/ oder Blog.

Es fehlt da einfach bei uns die Stimme, die jeden von Nr. 1 bis 19 glühend heiß macht. Und verstehen wir uns nichts falsch, ein Trainer kann nicht jeden Part spielen. Entscheidend ist das Team und die Erkenntnis nicht alles alleine machen zu können. Oder glaubt ihr, dass Jürgen Klopp sich für einen begnadeten Techniktrainer hält? 

Wir müssen auf den Sandhausen Pfad zurück finden. Das wäre zumindest erstmal ein Weg zur sportlichen Stabilität. 

Und dann wird es schlimmer 

Und als wäre das alles nicht schlimm genug, kam es dann zu einem Polizeieinsatz gegen Leute von uns. Der Support wurde eingestellt und eine kurze Ansage vom Podest erfolgte. Man entschloss dann das Stadion zu verlassen und auch wir schlossen uns an.

Wir haben da ein Grundprinzip, welches wir schon damals in Bielefeld schilderten: Es sind unsere Menschen und mit denen sind wir gerade auswärts solidarisch. Wir kommen zusammen und vollzählig, wir gehen so auch wieder. Wenn es dann ein Verhalten zu kritisieren gibt, regeln wir das zu Hause in Ruhe. Aber wir lassen uns garantiert nix von der sächsischen Polizei diktieren. 

Es kam noch zu kurzer Hektik vor dem Stadion und die besagte Polizei zeigte ihr behelmtes Gesicht und nervte rum. Alle uns Bekannten sind da aber dann halbwegs schnell weg gekommen. Und das bleibt dann auch die positivste Mitteilung des Tages.
Schade dagegen, dass der Verein über das Drumrum (Stand jetzt, 22:51) nicht informiert. Aus Bielefeld hätte man lernen können. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Über 15 verletzte Spieler verlieren wir auch keine Worte mehr. Ihr habt das alles schon gelesen und wir wollen euch und uns nicht langweilen. Aber fragt doch mal bei der MV nach.

  2 Responses to “Wo ist der Weg”

  1. Vielen Dank für die Einblicke aus Aue!
    Ne zentrale Ansage vom Podest find ich top 🙂

  2. […] Aue. Wer sich das nochmal antun möchte, kann das VdS– und das NdS-Gespräch hören oder beim magischerfcblog nachlesen. Wenn ihr mal was von Siegen lesen wollt, dann müsst ihr bei Verein am Wochenende […]

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