Sep 012019
 

Am 29.8.19 fand die zweite Veranstaltung zum Thema “(M)ein Verein – die Werte des FC St. Pauli” mit dem Schwerpunkt Marketing/Sponsoring statt. Auf dem Podium anwesend sind an diesem Abend Bernd von Geldern (Direktor Vertrieb), Martin Drust (Direktor Marketing), Maik (MillernTon), Sven (Fanladen, in Vertretung für Fanladenjustus) und Georg Margaretha (AFM), der die Moderation übernimmt. 

In seinem Eingangsstatement stellt Bernd von Geldern die Aufgabenbereiche des Vertriebs vor:
Hierzu gehört unter anderem die Akquise und Verwaltung der Sponsoren. Er wies darauf hin, dass Sponsoren nicht, wie oft angenommen, bei uns Schlange stehen, und man oft selbst aktiv sein müsste um passende zu finden. Zudem schildert er kurz, dass das CSR (Corporate Social Responsibility) alle Sponsoren überprüft (Lieferketten, politisches Handeln, getroffene Aussagen, etc.) und bei der Auswahl der Sponsoren immer ein Vetorecht hat. 

Martin Drust legt dar, dass das Marketing vor allem für die Außendarstellung des Vereins (Videowall, LED-Banden, Kampagnen, Digitalprodukte, Onlinekampagnen) verantwortlich sei. Er sieht den FCSP als attraktive Plattform für Sponsoren (hatte von Geldern nicht gerade noch etwas anderes erzählt?) und will den Verein weiterentwickeln. Ihm ist es wichtig von dem „wir sind gegen etwas“ hin zu „für etwas sein“ zu kommen (lieber für Diversität als gegen Faschismus, nun ja …) und er erwähnt zum ersten Mal den DIY-Ansatz, der im Verlauf des Abends noch öfter zur Sprache kommt. 

Maik erläutert, dass seinem Empfinden nach die Sponsoren des FCSP deutlich besser zu ertragen seien als in anderen Stadien und stellt Überlegungen an, was man den tun könnte, wenn man mit Sponsoren nicht zufrieden ist (intern, öffentlich, juristisch). Er spricht auch an, dass man sich dringend darüber Gedanken machen muss, warum Produkte für Frauen bei uns fast immer rosa oder pastellfarben sind, und dass es doch schön wäre, von Eventim wegzukommen. 
Als nächstes folgte die Fragerunde. Die einzelnen Fragen werden hier nicht chronologisch, sondern nach Themen sortiert dargestellt:

Kommunikation und Austausch mit Fans

Die Kommunikation ist an diesem Abend, besonders von Martin Drust, teilweise fragwürdig. Wenn ein älterer Herr seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringt, dass er seine Karte nicht seiner Enkelin vererben kann, ist die passende Antwort sicher nicht: „Und wo ist jetzt die Frage?“ 

Wenn Kritik am Auftritt von The Bosshoss geübt wird, ist „Es ist nicht Freiwild“ nicht passend. Wenn „nicht Freiwild“ unser Kriterium bei Bands ist, na dann Glückwunsch. 

Und wenn permanent auf den Zustand bei anderen Vereinen hingewiesen wird, muss man sich fragen, ob dies wirklich unsere Messlatte ist. 
Immerhin folgt, nach Hinweisen aus dem Publikum, eine Entschuldigung für die Reaktion auf das Statement des älteren Herren, ebenso wird das Freiwild-Statement relativiert.

Auf Anregung aus dem Publikum wird erläutert, dass man sich einmal pro Quartal mit dem ständigen Fanausschuss treffe und dort ein regelmäßiger Austausch stattfinde. Ansonsten sei der Fanladen immer dafür da, Stimmungen und Meinungen zu sammeln und zu kanalisieren. Ebenso könne man natürlich gerne Mails schreiben, die aber offenbar nicht immer ankommen, wie im Verlauf des Abends die Rückfrage zu einer im Juli an den Verein gesendete Mail, die wohl nie von den Zuständigen gelesen worden war, zeigt.

Schön, dass mit Maik ein Fan (Zitat des Abends: “Ich bin nur Fan” <3) und mit Sven ein Vertreter des Fanladens auf dem Podium stehen. 
Noch schöner, wenn dann auch offizielle Vertreter der Fangremien, die seit Jahren intensiv an diesen Themen arbeiten, eingeladen würden. Und lest das bitte nicht als Kritik an Maik und Sven, die sehen phasenweise so aus, als müssten sie gerade in der 19,10. Stunde nachsitzen, weil sie ein Fenster mit einem Ball eingeschossen haben.

Sponsorenkonzept/ Markenkern/ Ziele des Vereins

Die guten Nachrichten? Es gibt nach Auskunft der Verantwortlichen ein Sponsorenkonzept. Die schlechten? Uns blieb ein wenig verborgen, was dieses Konzept nun eigentlich genau sein soll:
Grundsätzlich sei es natürlich nötig, Sponsoren anzuwerben, um professionell Fußball spielen zu können. In diesem Kontext werde der Verein als Wertegemeinschaft gesehen, die gewissen Marken die Möglichkeit gebe, hierüber ihre Werte zu kommunizieren. 

Was nun Sponsorenzusammenarbeit angeht, wird aber in der Bandbreite von “Auf gar keinen Fall stehen Sponsoren hier Schlange” bis “Wir sind sehr attraktiv für gewisse (rebellische) Marken” geantwortet. Ebenso unklar bleibt, ob es nun einen spezifizierten Suchradius gibt oder “genommen wird, was da kommt”. Was vor allem daran liegt, dass die Antworten hier häufig leider etwas schwammig ausfallen. Grundsätzlich positiv ist, dass immer angestrebt wird, mit den Sponsoren auch über das Sponsoring hinaus zusammenzuarbeiten, insbesondere in Form gemeinsamer Projekte. 

Dem Impuls aus dem Publikum, noch stärker zu differenzieren, wer nun wirklich zum FCSP passt, schließen wir uns in diesem Themenkomplex noch mal explizit an.

Wie wir schon auf Twitter neulich gepostet hatten, wurden zum 28. August diesen Jahres bisher 28 neue Kollektionen im Fanshop veröffentlicht. Die Frage, welcher Markenkern sich durch dieses diverse Angebot ziehe, wird bei dieser Veranstaltung letztlich mit “Totenkopf” und “ergibt sich aus dem Erlebnis” beantwortet. Nun ja.

Wir stellen uns die Frage nach der Notwendigkeit von so vielen Kollektionen nach diesem Abend jedenfalls immer noch, würden diese doch (nur) 6-7% des Gesamtumsatzes ausmachen. Zumal das Ziel ist, den Totenkopf als Symbol St. Paulis in die Welt zu transportieren – das kann man unserer bescheidenen Meinung nach immer noch am allerbesten, wenn man selbigen prominent in den Vordergrund stellt und nicht durch Werber*innengags, Landkarten oder Pailetten überlagert. Dass ein gewisses Sortiment notwendig ist, steht außer Frage (auch wenn unsere Schwestern und Brüder in Nordkorea sicherlich mit weniger Produkten in Sportfanshops auskommen), aber die Frage, wo genau die Grenze anzusetzen ist, sollte weiterhin ausverhandelt werden. 

Und auch die Frage, ob jeder Dulli weltweit nun unbedingt ein St.-Pauli-Shirt tragen muss, spaltet uns selbst ein wenig. Es ist toll, wenn wir uns und unsere Werte in die Welt tragen; es gibt viele Menschen, die hinter der Idee St. Pauli stehen und dies auch durch ihre Kleidung ausdrücken. Das erleben wir auch immer wieder und gerade im Austausch mit ausländischen Fans und das ist gut so. Ebenso gut ist, dass wir dadurch Geld machen (ja, wir würden auch lieber ohne Geld Fußball spielen, aber das wird schwer). Aber dass dadurch auch Menschen, die dem FCSP so nah stehen, wie wir dem Zeit-Feuilleton (Kussi an Turbost.pauli), den Totenkopf tragen, sollte ebenso klar sein.

Nachhaltigkeit

Ein Problem bei der hohen Anzahl an neuen Sortimenten ist natürlich auch die Nachhaltigkeit (Stichworte Produktions- und Lieferketten, Impulskäufe – wobei wir da meistens nur den Impuls haben, schnell wegzusehen – und Fast Fashion). Immerhin sollen wohl 50 % des Sortiments umgestellt sein, die Nachfrage zu den Details geht in der Themenvielfalt des Abends leider unter. Ebenso wie die Frage nach dem Konzept der Kooperationen im Bereich Nachhaltigkeit. Hier wäre es aus unserer Sicht schön, wenn der Verein proaktiver zu diesem Themenblock kommunizieren würden.

Umgang mit Fehlverhalten von Sponsoren

Von Maik zu Beginn der Veranstaltung bereits angesprochen, steht auch der Umgang mit Fehlverhalten von Sponsoren im Fokus. Der erste angesprochene Fall ist die MediaMarkt-Kampagne, wir verlinken Euch so sexistische Kackscheiße bewusst nicht. Hier verweist man darauf, dass man sehr deutlich gesagt hätte, dass die Kampagne nicht bei uns im Stadion laufen dürfe (nebenbei waren wir da mit dem SC Freiburg wohl die einzigen) und dass MediaMarkt mittlerweile auch nicht mehr Sponsor bei uns sei. Drust muss dann aber auch zugeben, dass letzteres nicht im Zusammenhang mit dieser Kampagne steht. Eine ähnliche Regelung hätte man auch mit Astra getroffen, dass ihre “kritische” Werbung bei uns nicht im Stadion zu sehen sein dürfe. 
Die Frage, die sich in beiden Fällen stellt ist, ob man generell überhaupt mit solcher Werbung in Verbindung gebracht werden will. Denn selbst wenn sie nicht im Stadion läuft, machen wir immer noch Werbung für diese Marken, die im Falle von MediaMarkt halb Deutschland damit zugekleistert hatte. 

Ihnen sei die Problematik mit Astra bewusst, man habe allerdings noch einen Vertrag bis 2023 und da die Brauerei sehr viel Geld in den Umbau des Stadions gesteckt hat, wurden Astra sehr viele Exklusivrechte zugesichert. Aus diesem Grund sei es nicht möglich, aus diesem Vertrag herauszukommen, unabhängig davon, welche Werbung Astra schaltet. 

Aus dem Publikum wird zudem angemerkt, dass die Werbung von Fritz Kola, die bei Spielen immer über die Banden läuft, nicht mit den Werten des Vereins vereinbar sei. Man könne sich nicht damit profilieren, den Gegner am Millerntor explizit willkommen zu heißen und ihre Hymne zu spielen, um sie dann im gleichen Atemzug über die Bandenwerbung zu beleidigen. Dies erntet viel Beifall. Martin Drust erklärt, dass man man schon mit Fritz Kola darüber gesprochen und sie auch darauf hingewiesen habe, dass dies nicht in Ordnung sei, Fritz Kola aber bisher nicht auf das Feedback angesprungen habe.

Sexismus

Und dann war da noch der große Themenblock ‘Frauen im Verein’ bzw. ‘Sexismus im Marketing’. Oh Boy (!), haben wir da noch viel Arbeit vor uns:
Auf den Hinweis, dass Sichtbarkeit von Frauen sehr wichtig sei und an diesem Abend nur Männer vorne auf der Bühne stünden, wird mit „Frauen haben aber bei der Vorbereitung geholfen“ geantwortet. Achso, also sind Frauen im Verein nur dafür da, um den Herren die Bühne vorzubereiten, auf der sie dann diskutieren und ihre Meinungen prominent kundtun dürfen? Cool.

Es wird dann zwar nachgeschoben, dass man dies für die nächste Veranstaltung ändern würde (was wir doch mal schwer hoffen wollen, bei einer Veranstaltung zum Thema Frauen im Verein) aber ein fader Beigeschmack bleibt. 
Und leider wird dies im Laufe des Abends nicht besser. Das „Bei uns machen doch alle auf dicke Hose“-Shirt, das es nur für Männer gibt (Zufall?), wird damit begründet, dass der Spruch in den 90ern cool (so alt, wie wir sind können wir euch noch ne ganze Reihe Dinge nennen, die in den 90ern cool waren und mittlerweile nicht mehr) war und dass niemandem in den Sinn gekommen wäre, dass dies sexistisch verstanden werden könnte. 

Passend dazu fühlt sich dann auch noch ein Herr (der unserem Verständnis nach bei uns im Vertrieb arbeitet) aus den vorderen Reihen dazu bemüßigt, sich umzudrehen und die Fragestellerin darauf hinzuweisen, dass das ganze eben ironisch verstanden werden müsse. Dudes, die Frauen erklären was sexistisch ist und was nicht. Wir lassen das einfach mal so stehen.

Manchmal macht es schon sehr müde. 

Bloß weil ein Spruch vor 30 Jahren cool war, heißt das nicht dass er dies heute immer noch ist. Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt. Dinge, die man vor 30 Jahren gesagt hat, sagt man heute nicht mehr. Und das aus gutem Grund. Wir müssen uns ganz dringend fragen, ob Menschen die sich dieser Thematik nicht bewusst sind, die richtigen dafür sind, den Verein nach außen zu vermarkten. 

Auf dem Podium sitzen nebenbei auch deshalb keine Frauen, weil die Direktorenebene des FCSP eine reine Männerrunde ist. Es wäre ja auch mal ein Impuls, Frauen bewusst einzustellen, auch auf solchen Positionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dann einiges mal ins Positive ändert, ist auf jeden Fall höher, als wenn man den Boysclub so belässt.

Suchtmittel

Ein Herr aus dem Fanclub „Weiß-Braune Kaffeetrinker“ merkt an, dass im Stadion sehr viel Werbung für Suchtmittel zu sehen sei:
“Wie passt es zusammen, unsere Jugendspieler zu einer Schulung zum Thema Spielsucht zu schicken aber dann im Stadion Werbung für Wettanbieter zu machen? Gibt es Überlegungen, das Stadion in ein suchtmittelfreies Stadion zu verwandeln?”

Die “entschiedene” Antwort an dem Abend: Jein. Hier wirkte es so, als wäre diese Thematik den Verantwortlichen überhaupt nicht bewusst. Sie reden viel drumherum, bis irgendwann ein Herr aus dem Publikum wütend aufsteht und sie auffordert, zuzugeben, dass bet&win nur wegen des Geldes bei uns Partner sei. Nach etwas Herumgedruckse wird dies dann bestätigt.

Von Geldern erläutert, dass man wirklich keine Antwort auf die Fragen hätte, man dies lange diskutiert hätte und vielleicht hier auch die falsche Entscheidung getroffen hätte. 

Fazit? Nun ja.

Es ist wichtig und richtig, dass es solche Austauschplattformen gibt. Die Teilnehmer*innenzahl von (durch uns geschätzt) 200 Menschen zeigt zudem auch, dass das Thema für viele relevant ist. Vielen Dank an alle, die dies ermöglicht und sich den Fragen und der Kritik gestellt haben.

Leider war das Ergebnis des Abends für uns nicht so richtig erquicklich, da wurde viel rumgedruckst, Ausflüchte gesucht und manchmal rhetorisch auch auf nicht unbedingt hohem Niveau geantwortet. 

Gingen wir nach der ersten Werteveranstaltung (Stichwort “Derbyaufarbeitung”) durchaus positiv gestimmt nach Hause, so bleibt von gestern eher die Erkenntnis, dass da auf vielen Ebenen noch viel Luft nach oben ist. Umso wichtiger, dass wir alle dranbleiben und weiterhin kritisch nachfragen und kommentieren.

  7 Responses to “Marketing & Vertrieb: Ein Boysclub?”

  1. Moin moin,
    Frauen im Sponsoring ist leider tatsächlich ein schwieriges Thema. Wir betreiben ein Online-Portal, welches Sportler/Vereine mit Sponsoren vernetzt.
    Wir versuchen seit unserer Gründung vor fünf Jahren, möglichst viel Diversität in unser Team zu bringen. Leider kommen mindestens 80% der eingehenden Bewerbungen von Männern, zumindest für eher vertriebslastige Stellen wie Sponsoring-Vermittlung. Wenn ich mir die Teams der anderen Akteure im Markt anschaue, scheint es anderswo nicht anders zu sein.
    Worauf ich hinaus möchte: Das Problem scheint hier nicht beim Verein zu liegen, sondern im Gesamt-System. Falls ihr Ideen habt, wie man das System ändern kann, gerne her damit.
    Blau-weiß-schwarze Grüße (ja, richtig gelesen)
    Andreas

  2. Danke für die Zusammenfassung. Zu ein paar kleinen Punkten:

    Sponsoren:
    Ich sehe keinen Widerspruch in den Aussagen „die Sponsoren stehen nicht Schlange“ und „wir sind sehr attraktiv – insbesondere für bestimmte Unternehmen“. Das Angebot kann noch so attraktiv sein, es verkauft sich in der Regel nicht von alleine. Sprich, Sponsoren kommen nicht von selbst alle an, sondern es muss eben auch in Akquise investiert werden, zum diese Attraktivität in konkretes Sponsoring umzusetzen.

    Nachhaltigkeit:
    Bernd hat mehrfach auf die gute gemeinsame Arbeit der AG Nachhaltigkeit hingewiesen und alle Interessierten auch zur Mitarbeit eingeladen. Eine Umstellung des Sortiments auf andere Prozesse, Standards etc., ist nach seinen Worten nur schrittweise möglich und das ist m.E. auch realistisch. Natürlich möchte man immer alles auf einmal, aber das ist im Detail dann doch schwieriger umzusetzen, als es allen lieb ist. Und letztlich vermutlich auch eine Kapazitätsfrage der handelnden Personen.

    Markenkern:
    Bernd hat sehr wohl deutlich gemacht, wo der Markenkern liegt.Es sind neben dem „Gefühl und Erlebnis“ FC St. Pauli eben vor allem auch Werte, Einstellungen und Überzeugungen. Der Totenkopf ist auch Bestandteil des Markenkerns, und zwar als im Kern unveränderliches Motiv, was weltweit mit der Marke verbunden wird. D.h., diese Motivreihen helfen, den Markenkern zu transportieren bzw. zu symbolisieren.

    Kollektionen:
    Bernd hat auch dort sehr plausibel erläutert, dass diese wechselnden Kollektionen zwar nur 6-7 % des Umsatzes ausmachen, aber erforderlich sind, um das Geschäft insgesamt auszubauen bzw. auch nur gleich zu halten. Wenn dort nur „schwarze und graue Totenköpfe und Teamwear hängen“, dann verkauft sich das auch irgendwann nicht mehr. Du brauchst immer wieder irgendwelche Hingucker, Aktionen (wie auch sowas wie Anti-Ra) etc., damit das Angebot insgesamt attraktiv bleibt. Meine eigene Einzelhandelserfahrung bestätigt das im Grundsatz. Ob das nun 28 Kollektionen sein müssen oder ein paar weniger reichen, kann man sicherlich diskutieren. Aber da sollte dann der eigene Geschmack herausgenommen werden…;-)

    Werbung:
    Ein Punkt fehlt mir in der Zusammenfassung, der mich an dem Abend ehrlich erschüttert hat. Martin hat mehrfach erwähnt, dass Gedankenspiele hin zu einem „werbefreien Stadion, wenn ein Sponsor mehrere Millionen € auf den Tisch legt“ (ich meine, er sagte 10 Mio €), wären durchaus erstrebenswert.
    Erschreckt hat mich zum einen, dass ihm eine möglicherweise entstehende Abhängigkeit zu diesem Sponsor nach eigenen Worten noch nicht in den Sinn gekommen ist und zum anderen das Szenario selbst. Sponsoren betätigen sich, um Mehrwerte für sich zu generieren.
    Wie sähe in einem solchen Szenario wohl die erwartete Gegenleistung aus?
    Wo ist der Unterschied zu Modellen „Kühne“ oder anderer Investoren?

    Ich persönlich habe keine Probleme damit, einen Pool an unterschiedlichen Sponsoren im Stadion auch während der Spiele auf Banden zu haben (im festgelegten Rahmen von go und no go). Dass innerhalb der Direktorenebene solche Abhängigkeitsmodelle überhaupt gedacht werden, steht m.E. im eklatanten Widerspruch zu Verlautbarungen, dass alle Mitarbeiter so super duper sensibilisiert für den FC St. Pauli und teilweise selbst seit vielen Jahren Fans sind.

    Passt aber insgesamt zu einem Eindruck, den ihr auch hattet: es wurde viel rumgedruckst und rumgeeiert und insbesondere Martin kam an dem Abend bei den Versuchen zu beschwichtigen oder zu überzeugen sehr unglaubwürdig rüber.

    LG snief

  3. Kleine Anmerkung meinerseits: Ich war mitnichten als Podiumsgast geladen. Meine Performance sollte viel mehr die gemeinschaftliche Moderation mit Georg darstellen.
    Notiz an mich selbst: zukünftig freundlicher gucken… 🙂

  4. Kleine Anmerkung, da es in Eurem Bericht m.E. nicht eindeutig klargeworden ist:
    „auf dicke Hose machen“

    umgangssprachlich, salopp; Die Redensart kommt wohl von der Vorstellung, dass die Hose durch Geld in den Taschen ganz dick wird

    Quelle nach 2-3 min Suchmaschine:
    https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~einen%20auf%20dicke%20Hose%20machen&bool=relevanz&gawoe=an&suchspalte%5B%5D=rart_ou&suchspalte%5B%5D=rart_varianten_ou

  5. danke für die zusammenfassung des abends. kurz zum themenkomplex „frauen im verein“: immerhin steht bei uns zumindest eine frau an der spitze der presseabteilung und leitet die presskonferenzen, des weiteren wird der vorsitz des aufsichtsrats ebenfalls von einer frau bekleidet. nach meinem eindruck sind wir damit weiter als die meisten anderen proficlubs (aber trotzdem natürlich noch mit reichlich luft nach oben).

  6. Moin Tommy, das Argument ist reichlich kurzgegriffen. Wir legen in dem Text ja ausführlich dar, wo die Probleme liegen, da ist „aber Pressesprecherin und Aufsichtsratschefin“ einfach nicht valide.
    Und seit wann ist „aber besser als andere“ eine akzeptable Argumentation?

  7. Und wir können Dir 1910 Links zeigen, die das ganze auf männliche Geschlechtsteile beziehen, Glückwunsch!
    Vielleicht einfach mal auf Frauen* hören, wenn sie eine Aussage als sexistische empfinden?

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)

Blue Captcha Image
Refresh

*