Jun 222019
 

Liebe Lesenden,

wenn sich zwei Menschen ganz doll lieb haben … äh … wenn eine Biene und eine Blume …

Wartet bitte, wir kommen noch mal rein. Und ja, wir sind wohl etwas aus der Übung.

Also.

Es gibt da diese beiden Menschen, denen wir uns sehr verbunden fühlen. Sie sind jetzt schon ziemlich lange ein Paar und haben sich zu unser aller Begeisterung entschieden, demnächst die Steuerklasse zu wechseln. Einander das Ja-Wort zu geben. Sich zu vermählen. Wie auch immer wir dieses Ereignis nennen wollen, das sind ja ohnehin alles nur bürgerliche Kategorien.

Jedenfalls möchten wir, die derzeit nicht heiratenden Teile dieses Blogkollektivs, unsere wundervolle Plattform für eine bescheidenen Glückwunsch nutzen. Auch wenn zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung die Trauung noch nicht vollzogen worden sein wird (ist das jetzt Futur Drölf?), sondern vielmehr holterdiepolterbisnachobervolta ein anderer schöner Brauch zelebriert wird.

Wird bei einem Polterabend eigentlich Poltergeist serviert?

Nun verhält es sich bei so intimen Feiern ja ähnlich wie mit einer Sonderzugfahrt: Was auf dem Polterabend passiert, bleibt auf dem Polterabend. In weiser Voraussicht haben wir also diesen kleinen Text vorgeschrieben.

Und sie fahren

Und sie fahr’n nach Hannover
Und sie fahr’n zum VfB
Und sie fahren nach Wiesbaden
Und sie fahr’n zum KSC

Und sie fahren nach Sandhausen
Und sie fahr’n zu Holstein Kiel
Und sie fahren auch nach Darmstadt
Ja, sie fahren ziemlich viel

Seien sie im Erzgebirge
Oder fern im Ruhrgebiet
Ihnen ist kein Weg zu weit
daher singen wir dieses Lied

Seht ihr sie auf fremden Plätzen
Und habt ihr sie gleich erkannt
Drückt ihnen, ein, zwei Kaltgetränke
in jede schöne Hand

Und sie fahren zur Arminia
Ins obskure Bielefeld
Und sie fahren auch nach Heidenheim
Haben die denn zu viel Geld?

Sie zeigen so viel Liebe
für den magischen FC
Einst mit Fußball anzufangen
war ’ne schlimmschöne Idee

Dadadaa

Und sie fahren zu Dynamo
Und sie fahr’n nach Osnabrück
Und sie fahren zu den Rauten
Und die Bären bringen Glück

Mal ist sie auf den Lofoten
Mal ist er bei Rock im Park
Gäben wir den Beiden Noten
Gäb’s zweimal „bärenstark“

Einst fahren sie nach London
Lissabon, Paris, Madrid
Mit Sankt Pauli in die Champions League
Und wir fahren alle mit

Und dann fahren sie nach Hause
nach Haus ans Millerntor
Da stehen wir zusammen
und schreien ihnen laut ins Ohr

Und sie fahr’n auch nach Chicago
Und sie fahren zu den Cubs
Alles Gute dieser Liebe
Alles Gute, T. & N.!

Falls ihr die beiden bei nächster Gelegenheit auch besingen möchtet, geht das übrigens auf diese Melodie:

Bzw. hier in passender Karaoke-Fassung:,

Jun 122019
 

 

Vorwort

Unser Senior war bei Rock im Park. Hier sein Bericht: 

 

Allgemein

 

Rockfestivals sind aus vielen Gesichtspunkten problematisch. Sie animieren sehr wild zum Alkoholtrinken, sie produzieren unfassbar viel Müll und ihre Nachhaltigkeit ist definitiv nicht gegeben. Sie ziehen Menschen an, die man einfach nur als „Stück Scheisse“ bezeichnen kann und sie sind abgöttisch teuer und kommerziell. UPS, hab ich nun gerade Fußball beschrieben?

 

Und trotzdem sind sie für uns seit 2003 eine willkommene dreitägige Flucht aus dem Alltag. Mit Musik, Radler und ganz viel Spaß. Dies war das 13. Rock im Park, was ich mit meiner Gastgeberin besucht habe. In der Zwischenzeit sind wir alt geworden, haben Teddys und Kinder in die Welt gesetzt, haben Keller ausgeschippt und sind doch immer wieder hin gegangen. Diesmal nach einem Jahr Pause.

 

Es ist eine Parallelwelt, die viele kritische Seiten hat, die ich gleich beleuchten werde, aber sie ist eben auch ein persönlicher Fluchtpunkt.

 

Oder wie es die Betroffenheitsband für weiße Mittvierziger (Kettcar) mal so schön formulierte:

 

„also haltet euch fest und trocknet die augen

hier verliert keiner, keiner den glauben

man lässt nie los, was man liebt

war, ist, bleibt: immer musik“

 

Und damit sind wir eigentlich auch schon beim ersten Problem

 

Rockmusik und Frauen

 

Es ist ein elend. Rockmusik ist in weitesten Teilen weiß und männlich. Und zwar alt, weiß, männlich. Headliner, deren Bandgeschichte nach der Jahrtausendwende begonnen hat, sucht man vergeblich. Die diesjährigen Headliner-Bands des Festivals sind 1982, 1990 und 1995 gegründet. Neue Einflüsse gibt es fast gar nicht. Die Festivalmacher versuchen dies teilweise damit zu umgehen, dass halt auch HipHop und Elektro einen Platz auf diesem Rockfestival findet, aber da meistens deutsche Acts.

 

Und auch diesen ist eines gemeinsam: Abgesehen von der Backgroundsängerin sind sie meistens männlich.

 

Das liegt zum einen am Publikum, denn wie häufig hab ich mir auch schon anhören müssen, dass Person XYZ Frauenstimmen nicht mag (Ja, viel zu häufig auch schon von Frauen gehört. Das dies kompletter Bullshit ist, wissen wir alle.), es liegt aber auch an den Veranstaltern, die null darauf achten, Frauen zu buchen. Dabei gibt es sie. Im Rockgeschäft ebenso wie im deutschen HipHop und Elektro.

Auch an Instrumenten. Siehe z.B. Broilers. Und nur wenn man solche bucht und ihnen die Gelegenheit gibt vor einem größeren Publikum zu performen, nur dann werden sie auch mal Headliner Größe erreichen. Und Platz auf der Bühne ist da. Die Band die um 14 Uhr performt ist für den Erfolg des Festivals wenig ausschlaggebend. Sie wird aber immer ihr dankbares Publikum finden. Denn so sind Festivals nunmal. 

 

Einige Festivals achten darauf, dass sie Frauen buchen. Im Kleinen sei hier mal das Wutzrock genannt, was sehr darauf achtet. Aber auch größere kommerzielle Festivals haben da eine bessere Ausgewogenheit als z.B. Rock im Park. 

 

Leider wird das beim Veranstalter weiterhin auf taube Ohren stoßen. Man verpflichtet halt lieber weiterhin irgendwelche ekeligen Straßenbanden Mitglieder, als mal klare Kante zu zeigen.

 

Es wäre zu begrüßen, wenn da mehr Frauen auf der Bühne stehen. Und zwar nicht nur als Backgroundsängerin. Es würde auch dazu führen, dass eben nicht nur Jungs sich die Gitarre greifen. Wird dies den Roggnroll retten? Wahrscheinlich nicht. Zu ausgelutscht sind seine Pfade. Wird es den Pfad aber vielleicht ein bisschen wieder aktualisieren und Mensch besser repräsentieren? Definitiv!

 

Funfact dabei: Die Menschen, die für die Rock im Park App die Bandtexte geschrieben haben, ist die Männereinheitssauce selber schon aufgefallen. Siehe Screenshot:

 Das der Text sonst eine fürchterliche Ansammlung sprachlicher Klischees ist, merkt ihr selber, oder?

 

 

Sowieso politische Korrektheit

 

Seien wir ehrlich: Das Roggnroll Business ist weit von einer auch nur geringen politischen Korrektheit entfernt. Das fängt bei Texten an, geht über Handlungen von Musikern weiter und endet bei einer kompletten Unsensibilität von Festivalorganisatoren.

 

Es ist schön, wenn Casper nach Marterias Spruch, dass sich nun alle knutschen sollen, erwähnt, dass die natürlich nur für den gelte, der wolle. Es ist schön, wenn der Wetterhinweis am Freitagabend mit „kuschelt doch durch den Regen, aber vorher nach Erlaubnis fragen!“ ergänzt wird. Aber das sind kleinste Taschenlampen in einem sehr großem sehr dunklen Raum. Das beginnt mit Volltrotteln, die sich „Triebtäter“ auf Westen schreiben, es geht über Volltrottel die sich „Me too… Please?“ auf ein Shirt schreiben. Natürlich alles Typen. 

 

Es geht weiter über einen Ordnungsdienst, der zumindest am Einlass und auch an den Bühnen zwar auffällig freundlich agierte, aber der eben auch Mitglieder mit tätowierter „Schwarzer Sonne“ und komischen „Unbeugsam“ Fischerhüten beschäftigt. Nur falls ihr euch gefragt habt, warum der Ordnungsdienst solche Shirts nicht kontrolliert. Deswegen.

 

Und es endet damit, dass Männer irgendwie ihr Shirt ab 10 Grad Plus von ihrer Hühnerbrust nehmen müssen. Auf der Bühne langsam eine Seltenheit, im Publikum leider nicht. Neben allen anderen Gründen ist so eine schwitzige Männerbrust im Gedrängel nebenbei echt unschön. Für euch getestet. 

 

Die Rockwelt hat hier viele Dinge aufzuarbeiten, dabei sollte doch gerade sie die Welt sein, die Vorbild und Antriebsmotor ist. Sie war es schon in genügend anderen Dingen. Auch hier müssen Veranstalter echt umdenken.

 

Genauso absurd: Typen, die Böhse Onkelz Tätowierungen mit Ärzte Merch kombinieren. Was genau hast du nicht verstanden, Digga?

 

 

Klos

 

Es ist ein widerkehrendes Thema seitdem wir zu Rock im Park gehen. Genügend Toiletten sind Gold wert. Dieses Jahr hatte man wohl geplant mit deutlich weniger auszukommen, als sonst. Das musste schief gehen. Dazu sind einige Gerätschaften sofort kaputt gegangen. Gerüchten zu Folge aufgrund eines falschen Anschluss. Immerhin und das muss dann auch lobend erwähnt werden, man hat aggressiv auf den Missstand reagiert und ab Samstag stand an ungefähr jeder Ecke ein Dixie.

 

 

 

Es gibt aber auch positive Dinge

Die Anzahl der – gerade deutschen- Bands, die sich sehr deutlich politisch positionieren ist lobenswert hoch. Und das sollte auch „die Jugend“ erreichen und zum nachdenken anleiten. Die Junge Union verteilte nebenbei auf dem Festival Kondome (!!!). Sie und die Jusos waren die beiden einzigen vertretenen parteipolitischen Jugendorganisationen.

 

Das Angebot an Essen hat sich deutlich verbreitert und wir haben in den drei Tagen auch immer was essbares zu halbwegs vernünftigen Preisen gefunden. Billig ist das alles nicht, aber halbes Hähnchen mit Krautsalat für 6,50 ist erstmal okay.

 

Die Musik

 

Und damit wären wir bei der Musik. Es folgt ein Kurzeindruck aller halbwegs gesehenen Bands. Das ist natürlich rein subjektiv und genau deine Lieblingsband finde ich natürlich zu Unrecht vollkommen Scheiße! Ich hab sowieso keine Ahnung von Musik. Und Speedmetal konnte ich noch nie von Trashmetal unterscheiden. 

 

Mit einer Ausnahme ist das Thema „die Künstler sind ziemliche Volltrottel“ ausgelassen. Es gibt auf der Liste aber auch noch zwei, drei andere Bands, welche die Rubrik „Kontroversen“ auf Wikipedia nicht zu Unrecht füllen. Checkt so etwas aus, bevor ihr Fan werdet. Da hat ja auch jeder seinen persönlichen Toleranzbereich, den ich euch garantiert nicht vorgeben möchte. 

 

Freitag 

 

Seiler und Speer

Österreicher. Ich verstehe kein Wort. Musik geht aber ins Tanzbein. Die kommentieren politisch eher durchs Knopfloch mit einem Lied über Polizisten und „Going to Ibiza“ nach dem letzen Song. Machten Laune, werden aber wahrscheinlich nie nördlicher als Würzburg etwas werden. 

 

Feine Sahne Fischfilet

Du bekommst die Leute aus dem Dorf, aber das Dorf nicht aus den Leuten (frei nach Thees). Es gibt aus einer urbanen linken Sicht wahrscheinlich 50 Millionen Argumente gegen Band, handelnde Personen und Musik. Aber insgesamt ist schmissigere Punk mit klaren politischen Ansagen, etwas was Menschen erreicht, wo Adorno nicht hin kommt. Und das können die. Und sie formulieren Sätze wie “in was für Flüssen ihr hier schwimmen müsst, kommt mal ans Meer!” das ist was für die norddeutsche Seele. Und auf so einem Festival geht solche Musik immer. 

 

Dropkick Murphys

 

“Das sind voll die Prolls, die gehen gar nicht” “Mir egal ob die Prolls sind, die hauen Nazis!” (Legendäre Facebook Diskussion)

 

Gesehen habe ich sie. Gehört nicht. Absolut mieser Sound, Instrumente nicht zu erkennen, daher ohne Wertung. Die hatten Stauprobleme und wurden auf einen anderen Termin geschoben und erwähnten, dass sie trotzdem in Hast aufbauen mussten. Insofern kein Vorwurf. Schade war es trotzdem. 

 

Die Ärzte

 

Drei alte Herren rocken. Und haben sichtlich Spaß dran. Laberten nicht so unfassbar viel wie bei anderen Auftritten, die ich von ihnen sah. Und sofort wird es unterhaltsamer.  Bemerkenswert: Das Publikum hatte bei uralten Liedern (z.B. “Zu spät”) Textprobleme. Und das obwohl auch Menschen anwesend waren, die schon die erste Platte nicht mehr als Teenager gekauft hatten.

 

Die Antwoord

Es war eine Erfahrung. Ich weiß nur nicht, ob eine Gute. Eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen (siehe Exkurs). Die Arbeiten massiv mit Stimmverfremdungen und Effekten, die Musik ist tanzbar, das gerollte R der beiden Südafrikaner (auch mal außergewöhnlich) trifft mein Dialekt Herz. Aber irgendwie ist das auch SEHR abgedreht und befremdlich. Und dabei sind die Penismännchen, die zwischendurch den grafischen Hintergrund bilden noch das am wenigsten befremdliche.

 

Samstag 

Adam Angst

 

Wenn man sich nicht entscheiden kann, ob man Songwriter Musik oder Punk machen will, dann macht man halt Songwriterpunk. Aber der geht gut ab und eine sehr gut gefüllte Alternastage hatte ihren Spaß.

 

Kontra K

 

Ganz große Warnung! Der Typ geht gar nicht. Siehe z.B. diesen Artikel hier.

 

Aber in dem Artikel steht auch der Grund, warum ich mir den angesehen habe. Die Jugend (TM) hört den. Und man kann sich auch vorstellen warum. Eingänge Melodien, gut ausgearbeiteter HipHop, wenn auch ohne Ecken und Kanten. Aber alleine das Mikro in Schlagring Optik und diese Straßengangster Attitüde ist aber nun so gar nix für mich.

 

Tenacious D

 

Man sieht das beide Schauspieler sind. Können eine Bühne ohne viel Beiwerk füllen und haben augenscheinlich Spaß auf der Bühne. Spielen eingängigen Rock und werden von einer handwerklich perfekten Begleitband unterstütz. Launeband die perfekt für ein Festival ist. Auf Platte wirkt das wahrscheinlich null. 

 

Bastille

 

Die Hits kennt ihr. Die anderen Lieder stellt euch so ähnlich, aber etwas weniger Massenkompatibel vor. Nett aber nicht etwas an das ich mich in 10 Jahren noch erinnere. Ihr Konzert war per Grafiken in drei Akte eingeteilt, das ganze sollte wohl eine Nacht in drei Teilen darstellen.  Bemerkenswert: Jedes Bandmitglied singt.

 

Marteria & Casper

 

Elo meinte mal, dass die beiden wie ein altes Ehepaar seien. Und das fasst die Stimmung auf der Bühne zusammen. Ein sehr verliebtes altes Ehepaar. Das Konzert? Neudeutsch ein kompletter Abriss. Mischung aus gemeinsamen Songs und Hits, die sie jeweils einzeln verbrochen hatten. Wir standen relativ weit vorne und einmal liefen die direkt an uns vorbei. 

 

Sonntag 

 

Halestorm

 

Es besteht noch Hoffnung für diese Welt! Denn entgegen aller anderer Behauptungen gibt es ihn noch, den klassischen Amihardrock mit fetter Rockröhrenstimme der Frontfrau. Bruder und Schwester machen zusammen Musik, seitdem sie 10 und 13 sind. Und das hört man. Perfekt eingespielt, der Schlagzeuger ist ein echter Entertainer und Schnuckelchen. Machte wirklich Laune und eine perfekte Festivalband.

 

Alice in Chains

 

Ich verstehe ja warum Menschen auf dieses hirnzersetzende Brett mit Monsterstimme stehen, bei mir kam das noch nie an. Diese Beziehung ist gescheitert und es liegt eindeutig an mir. Fans wird der Auftritt gefallen haben.

 

Foals

 

Britpop! Muss man mehr schreiben? Tanzbar, schöne Stimme, aber auch nix was nicht aus den 30000 anderen Britpop Bands heraus sticht.

 

Smashing Pumpkins

 

Sperrig, ein Redner oder Entertainer wird er nicht mehr, aber ich mag die. Und “die Hits” spielten sie auch.

 

Und danach waren wir platt. „Wir sind zu alt für den Scheiß“ ist unser Motto seit 2003.

 

Fazit

 

Danke an meine Gastgeber. Wie jedes Jahr wart ihr toll. Und lustigerweise sehen wir uns bald schon zum nächsten Abenteuer im Frankenland.

 

Bis zum nächsten Jahr

 

 

Jun 042019
 

Höher, besser weiter

  • Die meisten Spiele: Himmelmann & Möller-Dæhli (je 32), gefolgt von Knoll (30) und Buballa (27)
  • Die meisten Spielminuten: Himmelmann (3049), gefolgt von Knoll (2729) und Möller-Dæhli (2639)
  • Am weitesten gelaufen: Möller-Dæhli (334 km), gefolgt von Knoll (327) und Buballa (266)
  • Am weitesten gelaufen je Spiel: Coordes (11.6) gefolgt von Möller-Dæhli (11.4), Nehrig und Becker (11.0)
  • Die meisten Tore: Diamantakos (7), gefolgt von Veerman & Meier (je 6)
  • Die meisten Torschüsse: Buchtmann (47), gefolgt von Knoll (44) und Veerman (39)
  • Die meisten Torschüsse aufs Tor: Veerman (13), Buchtmann (12), Knoll (11)
  • Die besten Spieler – nach WhoScored: Kalla (7.33), gefolgt von Knoll (7.27) und Veerman (7.17)
  • Die schlechtesten Spieler – nach WhoScored: Koglin (5.85), gefolgt von Schneider (6.09) und Park (6.34)
  • Die besten Spieler – nach Kicker-Note: Brodersen (2.50), gefolgt von Veerman (2.96) und Himmelmann (3.02)
  • Die schlechtesten Spieler – nach Kicker-Note: Park (4.33), gefolgt von Schneider und Koglin (6.00)
  • Die meisten Fouls haben begangen: Miyaichi (40), gefolgt von Buchtmann (37) und Buballa (32)
  • Am meisten gefoult wurden: Dudziak (54), gefolgt von Knoll (51) und Möller-Dæhli (44)
  • Am meisten im Abseits stand Allagui (29), gefolgt von Diamantakos (10) und Meier (7)
  • Die meisten gelben Karten gingen an Flum (8), gefolgt von Buchtmann (6) und Ziereis und Miyaichi (je 5)

Die Analyse

Gute Spieler spielten wenig

Kurz vorweg: Wenn im Folgenden von führenden Spielern in der zweiten Liga oder Top 10 in der zweiten Liga etc. die Rede ist, dann sind in dieser Liste immer nur Spieler mit einer Mindesanzahl an Einsätzen gemeint. WhoScored definiert dies als mehr Einsätze, als ein durchschnittlicher Zweitligaspieler gehabt hat. Insgesamt gibt es laut WhoScored 254 (von 491) solcher Spieler.

Wenn man nach den durchschnittlichen WhoScored-Noten geht, dann kommen von unseren zehn besten Spielern nur 4 überhaupt auf über 20 Einsätze. Und von diesen vier Spielern kommen zwei so gerade eben über 20 Einsätze (Buchtmann mit 24 und Dudziak mit 24). Nur ein Spieler aus dieser Gruppe kommt auf über 30 Einsätze (Mats mit 32 Einsätzen, Knoll hat genau 30). Unter diesen Top 10 ist aber auch nur ein Spieler mit weniger als 10 Einsätzen (Brodersen), so dass dies auch nicht Spieler mit einmaliger Topleistung sind, die da in die Top 10 gedrängt haben (Brodersen mal außen vor). Nr. 11 auf der Liste wäre Alex Meier, der mit 16 Einsätzen nichts an diesen Feststellungen ändern würde. Nr. 12 wäre Daniel Buballa, der mit 27 Einsätzen immerhin über 20 hat.

Etwas vereinfacht kann man sagen, dass wir selten unsere beste 11 wirklich auf den Platz bringen konnten.
Kalla wäre bei genügend Spielen der neuntbeste Spieler der 2. Liga, Knoll ist der elftbeste Spieler der 2. Liga (wäre der vierzehntbeste, wenn auch obige Regel zu Mindesteinsätzen nicht gelten würde), Veerman wäre der 27.-beste Spieler. Es ist also nicht so, dass wir nicht wirkliche Top-Spieler der zweiten Liga hätten. Und man bedenke, dass die in der Hinrunde alle noch bessere Werte haben. Mats als unsere Nr. 4 ist dann aber schon nur noch Platz 83 von 254 Spielern in der zweiten Liga.

Schneider und Koglin wären hinter dem 254. einzuordnen, Park irgendwo bei Platz 250. Kurz: Nach diesen Zahlen ist es nur verständlich, dass man Schneider und Koglin abgegeben hat.

Und als Vergleichswert sicher spannend, die Aufsteiger haben 6 Spieler unter den Top10. Unter den Top50 befinden sich 8 Kölner Spieler, 7 Paderborner und 4 Unioner. Und ein St. Paulianer….

Viel laufen, wenig Zählbares?

Mats ist eine Rennmaschine. Gefühlt gehen trotzdem viele seiner Aktionen am Ende im Nichts unter. Das stimmt laut WhoScored nur bedingt. Vier Assists sind immerhin Platz 2 beim FCSP, einsam an der Spitze ist hier Marvin Knoll (Sieben, das werden auch viele Standards sein. vier Assists weist auch Veerman auf)

Whoscored hat auch noch eine Statistik über Key Passes und definiert die wie folgt: “The final pass leading to a shot at goal from a teammate”

Hier sind Buchtmann und Mats mit 1,5 solcher Pässe pro Spiel auf Platz 2 des Teams. Finn Becker mit 1,8 auf Platz 1. Das wir hier auch Nachholbedarf als Verein haben, zeigt sich daran, dass der beste Spieler in der zweiten Liga in dieser Wertung 2,9 „Key Passes“ pro Spiel abliefert (Philipp Klement), Paderborn und Köln haben jeweils zwei Spieler in dieser Statistik in den Top 10 und das passt ja auch zu den sehr guten Offensiven beider Vereine. Bemerkenswert unter den Top 10 sind Kevin Wolze aus Duisburg und Santos von den Rauten. Beide nicht gerade in Top-Offensiven unterwegs, aber in dieser Statistik weit mit vorne. Wenn wir das richtig sehen, ist Wolze irgendwo linker Außenbahnspieler und noch immer beim MSV Duisburg.

Vielleicht haben wir aber auch eine Verbesserung schon „in House“, denn Finn Ole Becker wäre in der Statistik immerhin unter den Top 10 mit seinen 1,8 Key Passes.

Passen ist nicht wirklich unser Ding

In der Liga haben 54 (wie oben erwähnt von 254 erfassten) eine Passquote über 80 Prozent. Davon spielen immerhin drei für uns. Zum Vergleich: Köln und die Freunde aus dem Volkspark haben alleine schon drei in den Top 10 mit einer Quote über 86 Prozent. Unser Bester ist Avevor mit 83 Prozent. Klar, Passquote ist nicht alles, aber das ist schon auffällig.