Mai 042019
 

Freitag. Einige Menschen sind “raus” weil sie arbeiten müssen. Einige davon vermissen wir, andere kündigen groß an den Dresdener Block zu füllen und sind dann “raus”. Wir sind bei der Arbeit raus, denn der FCSP ist für uns auch an diesem Freitag die einzige Möglichkeit. Das ist unsere Welt und wir machen uns diese Welt wie sie uns gefällt.

Also anstatt in Kittelschürze alle in Rot, gab dies doch die Ultramoderne als Modemotto aus.  

Das GIF zum Lied

Pöbelbus abgeholt und die Gang eingesammelt. Rauf auf die Bahn. Der Mob hatte einen Treffpunkt in Nossen vereinbart. Aber bis dahin hatten wir erstmal 400 km zu überwinden. Diesmal mit geteilter Fahrerschaft, danke dafür. Unsere Playlists sind ja bekannt und gefürchtet, diesmal wurden sie noch passend mit GIFs auf Twitter untermalt. Wir erörterten ansonsten die wichtigen Fragen des Lebens “kocht dein Vater eigentlich Meth?” und kamen gut voran.

Haben wir eigentlich schon mal vom großartigen Menü im Pöbelbus berichtet? Oder wie es eine Mitfahrerin formulierte „wir fahren wie Erwachsene”. Die Zeiten der Dose Bier plus einer Carraza Bifi Pizza als Tagesverpflegung sind definitiv hinter uns.

In so einem Bericht schreibt man selten darüber, dass man irgendwo zu früh ist und wartet. Und doch ist dies kein unbedeutender Teil des Auswärtsfahrens. Diesmal warten auf die Busse. Der geliebte Fanladen hatte einen “ruhigen Tag” mit seinen Bussen. Inklusive kleinem Unfall. Nossen war dann kurzfristig braun-weiß. Alle Busse und ungefähr 50 andere Fahrzeuge sammelten sich um dann gemeinsam nach Dresden zu fahren. Was ein ziemliches Chaos war. In dem Chaos nahmen wir noch kurz eine verirrte Fanladenbusmitfahrerin mit, die wir erstmal wieder beruhigen mussten, da sie doch sehr beschäftigt war, das Bus verpassen zu verarbeiten. Leicht verplant schien sie grundsätzlich.

Hallo Dresden

Geparkt wird beim sympathischeren Dresdener Fußballverein und dann wird man in Shuttlebusse gequetscht. Natürlich in Begleitung von schwarz gekleideten Polizisten. Eine Stadtrundfahrt später sieht man Wasserwerfer und eine Wagenkolonne der Polizei. Schön man ist am Gästeblock. Kontrollen teilweise übergenau, teilweise nicht vorhanden. Absurd dabei immer diese Suche nach Stickern. Es gibt wirklich schlimmere Dinge, als ein paar Sticker. Natürlich waren trotzdem genügend drin, um Köln und Union zu überleben.

Es gab noch rote Shirts für den Hausgebrauch und Gerüchten zu Folge soll es die in nächster Zeit auch mit Aufdruck an den üblichen Quellen geben.

Auf den Rängen

Das Spiel war laut vorab Mitteilungen angeblich ausverkauft. Dafür blieben letztendlich dann aber doch reichlich (Sitz-)Plätze frei. Angeblich soll es noch eine Gästekasse mit Restkarten gegeben haben und da saß auch jemand im Kassenhäuschen, aber zu diesem Ort kam man nur mit einem Ticket.

Der Heimbereich ist von Mitmachquote und Lautstärke über die Jahre zwar weniger geworden, aber wenn es nur darum gehen würde, dann wären die immer noch ziemlich weit oben.

Im Style gibt es aber Abzüge. Natürlich müssen sie wieder ein ebenso langweiliges, wie sexistisches Plakat zeigen. Natürlich untermalen sie dieses mit geklauter Fanshopware. Mal ganz ehrlich: Glaubt eigentlich noch irgendein Ultra, dass alle ehrfürchtig auf ihn herabsehen, weil er irgendeine Touri-Familie auf Dresden Besuch um ihren TK Pulli erleichtert hat? Das Klauen von Sachen ist sowieso schäbig, das Klauen von Normalo Fanshop Sachen ist noch mal schäbiger.

Fußball schafft und verstärkt ja gerne Pseudoidentitäten und seine Pseudo- „ihr gegen wir”, wir wollen da den FCSP und seine Tribünen gar nicht ausnehmen. So lange man das alles nicht zu Ernst nimmt und es auch mal hinterfragt, ist das vielleicht dogmatisch nicht wirklich toll, aber wir sind ja hier auch kein Politzirkel.

Dresden hat da auch den in Westdeutschland gerne aufgeführten „Ost-,Ost-,Ostdeutschland” Identitätsgesang. Mal davon ab, dass Sachsen und Mecklenburger ungefähr soviel gemeinsam haben, wie Hamburger und Münchener, zeigt der Bezug auf “Deutschland” wo die Probleme liegen.

Und wir sprechen hier nicht von einem “unverkrampften” Patriotismus (gibt es sowieso nicht), wie eine kleine Aufführung des Gästeblocks zeigte, der das ganze mit “Nie, Nie wieder Deutschland” parodierte. Plötzlich stand die ganze Nachbarschaft des Gästeblocks und selbst Willy, der noch Ede Geyer bei Dynamo hat spielen sehen, war plötzlich auf Temperatur. Auf einer Temperatur, die man nicht erreicht hätte, hätte ihr suspendierter Torhüter vor dem K Block per Mikro sein Wechsel zu Brause Leipzig verkündet und gleichzeitig das Dynamo Trikot  mit besagter Brause begossen. Und dann noch ein Tattoo eines anderen ostdeutschen Fußballvereins, der auch an der Elbe liegt, offenbart. Oder so. Aber das ist eigentlich noch ein Thema für sich.

Damit haben wir wohl doch einen Nerv getroffen. Wie ein riesiges “Linksfaschisten” Plakat (siehe Foto) es in das Stadion schafft, dort hängen kann und dann noch seelenruhig mit Ordnerhilfe präsentiert werden kann, kann sich Dynamo gerne mal fragen. FCSP: warum eigentlich keine entsetzte Stellungnahme nach dem Spiel? Das kann man bei (angeblichen) Fehlern anderer in Dresden doch auch immer schnell. Ja, wir sind nachtragend.

Nach dem Spiel noch Pathos vom Stadionsprecher inklusive Dank an “die Jungs im K Block”. Das muss den Tapetenmalern doch gefallen haben.

Will hier wirklich noch jemand was zum Spiel lesen?

Es sah besser aus und der zusammen gewürfelte Haufen schlug sich wacker. Ein Handelfmeter der zumindest kuriosen Sorte brachte Dresden die Führung. Wie genau Schnecke verhindern soll, dass ihm der Ball vom Oberkörper an den Arm springt, wäre noch zu klären. Zumal der Schiedsrichter die Situation absolut nicht im Griff hatte. Elfmeter anzeigen, ewig diskutieren, so dass es so aussieht, als würde er ihn zurücknehmen, um ihn dann doch zu geben. Unsere Jungs hatten genügend Chancen um trotz des Rückstandes was mitzunehmen, aber die machten sie mit einer Ausnahme nicht rein, Dynamo nutzte die eine Chance. 

Wir freuten uns wie schon in Heidenheim über Finn-Ole Becker. Guter Junge, technisch super ausgebildet, Spielintelligenz und Mentalität. Gefällt uns. Schön, dass er jetzt im Kader ist und nun auch sein Startelfdebüt hatte. Bitter dagegen ist, dass kein Spieler, der zu Saisonbeginn als Innenverteidiger eingeplant war, auf dem Platz stand. Die Verletztenquote ist echt hoch. Hoffen wir, dass die Fußverletzung von Ryo sich als nichts schlimmes erweist.

Nach dem Spiel

Gab es noch Stress. Details wollen wir hier nicht erörtern. Nur soviel: Ins Gesicht fassen und Worte nutzen, die Dresden auf Tapeten malt, ist ein No Go. Immerhin kam es so zur Überschrift. Danke dafür.

Die Rückfahrt

War lang, dunkel und traurig. Und ob das so war oder ob wir Adele zu acht mit 10 Stimmen gesungen haben, erzählen wir hier nicht. What happens in the Pöbelbus, stays in the Pöbelbus.

Unser Tag wird kommen

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