Mai 232019
 

Wir hatten schon mal ganz juristisch aufgearbeitet, wie schwierig ein Vereinsausschluss für unseren amtierenden Innensenator ist. Das gilt insbesondere auch deswegen, weil wir unsere Leitlinien, unsere „Werte“ so schwammig formuliert haben, dass wahrscheinlich selbst Alice Weidel sie nicht verletzten würde. Das mal zu ändern, ist wahrscheinlich mal die demokratische Aufgabe einer der nächsten JHVs.

Soweit so schlecht. Wir wollen uns trotzdem mal fragen, was der Typ eigentlich am Millerntor will und warum er sich da zu Hause fühlt. Viele seiner Vorstellungen sind einfach diametral entgegen unseren Vorstellungen der Werte des FCSP.

Neuster Ausfluss dieser Meinungen aus Absurdistan ist ein Interview mit dem Abendblatt und ein daraus folgender Tweet von Herrn Grote an Emily Laquer von der Interventionistischen Linken. Wir halten Herrn Grote zwar für gefährlicher als Frau Laquer, aber nun gut. Ein paar Statements aus dem Interview wollen wir aber nicht unkommentiert lassen, denn Fußball ist Politik und Politik ist Fußball und so ein prominentes Mitglied unseres Vereines hat Widerspruch zu bekommen, sonst schmückt er sich am Ende noch mit seiner Mitgliedschaft und tut so, als hätte er hier Unterstützung.

Thema des Interviews ist vordergründig 70 Jahre Grundgesetz, aber der Inhalt lässt einen schaudern.

Leider versäumen es Jens Meyer-Wellmann und Stephan Steinlein, die das Interview für das Abendblatt geführt haben nach seiner Verbindung zum FCSP zu fragen. Jungs, ihr habt da wirklich eine interessante Frage nicht gestellt: „Was halten sie eigentlich von Ultra Antifa, Rotsport und dem kommunistischem Propagandamedium des FCSP?“

„Wir dürfen mit den Werten der Verfassung nicht leichtfertig umgehen“ lässt sich Grote zitieren und man dürfe sich nicht heraussuchen, was einem gerade in das eigene Weltbild passt. Was macht Grote dann genau danach? Sich aus dem Grundgesetz das heraussuchen, was in sein Weltbild passt. Da wird die Eigentumsgarantie als wesentlicher Grundsatz verkauft, die im Grundgesetz vorgesehene Enteignung aber es wird als „gefährlich“ bezeichnet, wenn man davon mal ernsthaft Gebrauch machen will. Natürlich fragen die Interviewer nicht danach, wie denn Herr Grote Bayrische Hausbau, Wohnungsnot und Investorenträume zugunsten von Menschen ändern will. Schade eigentlich. Wir hätten gerne mal gelesen, was er denn so für Vorschläge hat.

Auch ist es für Herrn Grote gefährlich, wenn man Freiheitsrechte als Abwehrrechte betont (!), dann aber das staatliche Gewaltmonopol in Frage stellt. Sorry, aber das klingt wie jemand, der das Grundgesetz nicht verstanden hat. Abwehrrechte sind für ihn anscheinend nur Gedöns und das staatliche Gewaltmonopol ist bitte weder zu hinterfragen, noch sind die Abwehrrechte von Bedeutung. Der Verfassungsschutz schützt laut Grote unsere Verfassung und ist erste Verteidigungslinie der Demokratie. Und Fehler passieren, daran dürfe man doch nicht die Wertung fest machen.
Oh ha, das ist mal eine spannende Ansicht. Also erstmal ist die erste Verteidigungslinie einer Demokratie garantiert keine polizeiliche oder polizeinahe Institution. Oder überhaupt eine staatliche Behörde. Die erste Verteidigungslinie einer Demokratie sind die Menschen und ihr demokratisches Engagement. Unten nach oben, nicht totalitär von oben nach unten ist eine Demokratie aufgebaut.

Wir zitieren hier Wikipedia:
„Der demokratische Gedanke bedarf einer Verwirklichung in der Gesellschaft. In Demokratien kann ein wesentlicher, wenn nicht der entscheidende Prozess der politischen Meinungs- und Willensbildung bei den Bürgern verortet werden. Dies entspricht schon dem Demokratieverständnis der Antike, als Marktplatz, Agora oder Forum bedeutende Orte der politischen Meinungsbildung waren. Aber auch entsprechend zahlreichen demokratietheoretischen Überlegungen der Gegenwart wird einer zivilgesellschaftlich verankerten politischen Öffentlichkeit zentrale Bedeutung als Bedingung funktionsfähiger Demokratie zugemessen. […]

Ein weiterer Maßstab für die demokratische Qualität des Staates ist sein Verständnis vom Menschen als Empfänger von Leistungen. Dass die staatlichen Verwaltungen kein Selbstzweck sind, sondern den Menschen dienen sollen, ist ein traditioneller Bestandteil der europäischen und speziell der deutschen Verwaltungskultur. Dennoch haben sich an vielen Stellen der Verwaltungen noch obrigkeitliche Vorstellungen erhalten, die mit dem Verständnis von Demokratie und Rechtsstaat unvereinbar sind, weil sie nicht von den Wirkungen auf die Menschen her konzipiert sind“

Alles von hier.

Was Grote da ausdrückt ist eben genau diese obrigkeitliche Vorstellung, dass die Behörde lenkt und nicht die Bürger die Behörde.

Dass es sich beim Verfassungsschutz nicht um einzelne Fehler handelt, sondern der Fehler System ist, hat Anne Roth schon vor Jahren bei einem Vortrag für den Chaos Computer Congress verdeutlicht. Solltet ihr euch mal ansehen, den Vortrag.

Was Grote in dem Interview auch macht und was genauso obrigkeitlich und totalitär ist, dass er jede Meinung, die nicht seine eigene ist als „Extremismus“ brandmarkt oder in die Nähe von Extremisten stellt. Ganz großväterlich lobt er zwar Friday for Future und andere Dinge, aber all dies werde ja von Extremisten (natürlich links) unterlaufen und für diese Zwecke missbraucht. Früher sei die DKP ja nur mitgelaufen, nun würde das ja aktiv unterlaufen und dagegen müsse man sich ja wehren. Was für ein hahnebüchener Blödsinn. Es geht ihm in vielen Worten um eine Delegitimation von demokratischen Bewegungen durch Extremismusvorwurf.

Das ist die bereits aus Sachsen bekannte Demokratieklausel „wenn du uns nicht beweist, dass all deine Mitglieder Demokraten sind, dann bist du Extremist.“ Ach ja und wer Demokrat und wer Extremist ist, das bestimmen wir.

Natürlich fragen die Interviewer null nach, wie er denn inhaltlich zu diesen Bewegungen steht, die klassische Rechte aus dem Grundgesetz (Demorecht, Streikrecht etc.) benutzen. Als Repräsentant in einer Demokratie wäre es seine grundgesetzliche Aufgabe, sich damit auseinander zu setzen. Schade, dass dieser Bogen nicht geschlagen wird im Interview.

So ist für ihn bei der „Antifa“ eine extremistische Grundausrichtung vorherrschend. Er nennt Rechtsextremismus die derzeit größte Gefahr, verwendet dann aber von gut 2000 Wörtern in diesem Interview gerade einmal gut 50 Wörter zu diesem Thema.

Und beinah alle diese Wörter bilden Sätze, die mit „aber der Linksextremismus!!!“ enden. Dazu noch eine fröhliche Gleichsetzung der Linken (immerhin Koalitionspartner seiner Partei im
Bundesländern) und der AfD. Kurz: eine systematische Verharmlosung von rechten Tendenzen und viel Ausführungen dazu, wie schlimm der Linksextremismus denn nun sei. Namentlich werden diverse Gruppen in Hamburg als linksradikal (rechte Gruppen erwähnt er nicht, es wird nur die „Merkel muss weg“ Demo namentlich erwähnt, die AfD wird nur einmal in der Gleichsetzung mit der Linken erwähnt) gebrandmarkt, Gruppen von denen genügend Mitglieder ans Millerntor gehen und mit denen sich Institutionen des FCSP und seiner Fanszene schon mehrfach solidarisch gezeigt haben. Vollkommen zu Recht nebenbei. Schade, auch danach fragen die Interviewer nicht. Die Antworten hätten uns wirklich mal interessiert, auch gerade weil Herr Grote als Vereinsmitglied und Stadiongänger diese Solidarisierungen doch garantiert mitbekommen hat.

Natürlich haben die Interviewer nicht nach einer Definition von Linksextremismus oder auch Rechtsextremismus gefragt. Oder mal die ja nicht gerade leise Kritik an diesen Schubladen erwähnen.

Auch dies ist Schade, denn Grote wirft zwar allen anderen ein schwarz/weiss denken vor, aber er selber ist tief darin verwurzelt. Seine Denke ist undemokratisch und einem Grundgesetz nicht annähernd würdig.

Insgesamt ist es ein Interview eines Menschen, der in einer Welt lebt, die mit dem lebendigen, demokratischen, solidarischen und bunten Ideal, was für beim FCSP anstreben und was eigentlich auch dem Grundgesetz zugrunde liegt nichts zu tun hat.

Es wäre Zeit Herr Grote, dass sie das Millerntor meiden. Der FCSP ist sowieso ein Hort des Linksradikalismus, zumindest wenn man ihn definiert wie Sie. Und mit denen wollen Sie doch nicht gleichgesetzt werden?

In diesem Sinne: Happy Birthday Grundgesetz

Mai 222019
 

Der FCSP ist auf Amerika-Reise. Das ist gut so. Die amerikanischen Fanclubs sind ein sehr geliebter und aktiver Teil unserer weltweiten Gemeinschaft geworden und diese Basis kann und sollte ausgebaut werden. Nicht nur um die Ideen des FCSP noch weiter in die Welt zu verteilen, nein auch ganz klare böse kapitalistische Argumente spielen da eine Rolle. Hat der FCSP doch zwei große amerikanische Unternehmen als Sponsor (als wir das schrieben kam ein drittes hinzu) und mehr Merch in einem Land zu verkaufen, in dem mit Sportmerch ein riesiger Umsatz erzielt wird, erscheint uns auch eine gute Idee. Und wie man auch im MillernTon hören konnte: Die Reise im letzten Jahr hat auch ihren Beitrag dazu geleistet, dass die Spieler den Verein besser verstehen und verstanden, was unseren FCSP so magisch macht.

Daher ist so eine Reise zu begrüßen und es ist zu begrüßen, dass zu so einer Reise auch niedrigschwellige Kontakte zwischen Spielern und amerikanischen Fans gehören. Das stärkt unsere Basis und das soll auch so sein.

Nun sind leider diese niedrigschwelligen Kontakte zu Hause in Hamburg rarer geworden. Testspiele „auf dem Dorf“ sind ebenso eine extreme Seltenheit geworden, wie Saisonabschlussfeiern vor dem Knust oder Auftritte auf Hafengeburtstagsbühnen.

Uns ist absolut klar, dass solche Auftritte gerade in Hamburg nicht immer nur eine reine Freude sind. Nicht jeder FCSP Fan ist respektvoll und entspannt und halbwegs nüchtern, wenn er auf Spieler trifft. Und das mag in den USA doch einfacher sein, wo tendenziell ein höherer Respekt vor Athleten vorhanden ist.

Trotzdem ist es sehr schade, dass es diese Gelegenheiten beinah nicht mehr gibt. Nächste Saison fällt selbst das Auftaktspiel am Millerntor weg, denn der FCSP bestreitet seinen jährlichen Härtetest nicht am Millerntor, sondern beim SC Heerenveen. So schön das für Freaks ist, auch hier geht der niedrigschwellige Kontakt für Kinder, Jugendliche und erwachsene Fans verloren.

Auch öffentliche Trainings werden – garantiert auch aus nachvollziehbaren sportlichen Erwägungen – seltener und noch eine weitere Möglichkeit fällt weg. Klar, es gibt Rabauken und andere Dinge, wo Spieler gerade mit Kindern interagieren, aber die meisten haben eine Einstiegshürde, die bei einer Abschlussfeier oder einer Auftaktfeier eben nicht gegeben ist.

Umso schöner ist es, wenn Schnecke die Jugend einpackt und mit ihr in den Sonderzug steigt. Das ist ja nun wirklich nicht die einfachste Art des Fankontaktes, denn 1000 mehr oder minder besoffene FCSPler sind nicht nur Spaß für nüchterne Fußballer, die gerade in der 92. Minuten noch das letzte Saisonspiel verloren haben, aber wir fanden das sehr schön. Und wenn sich dann auch noch ein Spieler wie Coordes beinah schüchtern bei jedem bedankt, der ihm sagt, wie sehr er sich freut, dass er bei der 1. Mannschaft spielt, dann geht einem das Herz auf. Man entwickelt Sympathien für einen Spieler und genau dafür sind diese kleinen Kontakte sehr wertvoll.

Ohne nun eine konkrete Idee zu haben, wie man diese Kontakte wieder vermehrt ermöglicht, ohne sportliche, finanzielle und logistische Erwägungen außer Acht zu lassen, würden wir uns freuen, wenn es in den nächsten Jahren wieder mehr solche kleinen Events in Hamburg und Umgebung geben würde. Zumal wir hoffnungslose Romantiker*innen sind und glauben, dass es durchaus auch einen Typ Spieler gibt, der diesen Kontakt mit den Fans vor Ort mag, und daraus sogar Energie und Motivation zieht.

Wir erinnern uns an eine der sehr zähen Saisons in der Regionalliga, als Morena als Kapitän das Mikrofon ergriff und sehr deutlich machte, was der Anspruch der Mannschaft war. Er scheute die enttäuschte Menge nicht, sprach sie direkt an und baute selber für sich und seine Mannschaft Druck auf. „Mutig“ dachten damals alle, die da waren. Und mutig spielte diese Truppe dann auch in den nächsten Jahren, wie wir alle jetzt wissen. Vielleicht braucht es genau so einen Moment mal wieder, um unsere Vereinslethargie aufzubrechen.

Mai 202019
 

 

Unregelmäßig veröffentlicht dieses Blog auch die sportlichen Abenteuer seines Gründers. Nun ist wieder ein Moment.

 

Heute gibt es steile Thesen zum Rennsteiglauf 2019:

 

 

1. Das schönste Ziel der Welt liegt in Schmiedefeld

Okay, das ist keine steile These, das ist Fakt. Keine andere Veranstaltung bekommt es hin aus einem staubigen Sportplatz und ein paar Wiesen ein so liebevollen Ort zu basteln. Die Musikbeschallung ist gewöhnungsbedürftig und Schlagerlastig, aber die Sprecher sind herzlich und begrüßen JEDEN mit einer Freundlichkeit und Liebe, die ihresgleichen sucht. Egal ob du 17 KM von Oberhof gewandert bist oder 73 KM von Eisenach gelaufen bist.

 

2. Je oller, je doller

 

„Letzter Jahr war doof, da bin ich mit gebrochener Rippe gelaufen, aber dieses Jahr gewinne ich meine Altersklasse.“ „Ja weil du keine Konkurrenz hast.“ „Darf man fragen, wie alt Sie sind?“ „86 Jahre!“ Der dann folgende offene Mund wurde mit einem „einfach dranbleiben“ kommentiert. 

 Schwestermedaille

Sowieso rennen da unfassbar viele Menschen mit, die ihre 30., ihre 40. oder eben auch ihre 47. Teilnahme per Shirt oder Schild kundtun. Wohlgemerkt: Es war die 47. Ausgabe dieses Laufes. Beim ersten Mal starteten 4 Teilnehmer. Einer davon hat das Rennen noch nicht verpasst. Stark. Die ersten Rennsteigläufe waren nebenbei keine Wettkämpfe. Man lief gemeinsam bis zum Ziel. Wahrscheinlich auch daher kommt das Gefühl dieser Veranstaltung.

 

3. Thüringer sind nach Bratwürsten süchtig

 

Schilder verkünden an der Straße, dass an dem örtlichen Imbiss ab 11 Uhr der Rost brennt und das meinen die nicht als freundliche Empfehlung. Das ist eine passiv-aggressive Aufforderung sich seine Thüringer zu holen. Hier gibt es mehr Bratwurststände, als Einwohner. „Haben die das nicht irgendwann über, diese Wurst?“ „Meine These ist ja, dass die das schon gleich als Muttermilchersatz bekommen und dadurch danach süchtig sind.“

 

Ob die schmecken, führte noch zu einem kurzen fränkisch/thüringischen Konflikt, die Hamburger waren geteilter Meinung.

 

4. Das wird jedes Jahr steiler

Für uns Hamburger ist das ja schon grundsätzlich nicht so wirklich was, dieser Thüringer Wald. Das geht viel zu häufig (also ständig) bergauf. Und ab und zumal vielleicht 4 Meter bergab. Gefühlt. Schmiedefeld ist mit der tiefste Ort des Rennsteigs, so dass dies objektiv nicht stimmen kann, aber wer glaub schon an objektive Daten?

 

Das Gefühl sagt einem, dass die auch jedes Jahr die Hügel aufschütten. 7 Minuten mehr als letztes Jahr brauchte ich so, was aber auch ganz vielleicht mit etwas wenig Lauftraining dieses Jahr vs. voll im Saft letztes Jahr zu erklären ist. Aber eigentlich sind die Hügel schuld. 

 

5. Leider gibt es überall Idioten

An diesem Lauf nehmen deutlich über 15.000 Menschen teil und ein großer Teil dieser Menschen muss sich die Oberhof – Schmiedefeld Strecke teilen, die nicht immer Straßenbreite hat. 99 % der Teilnehmer wissen und beachten dies, laufen an den entsprechenden Stellen vorsichtig und überholen nur dann, wenn es wirklich geht. Und dann gibt es die Schwachköpfe, die Leute anrempeln und dann noch was von „Dann geh doch zur Seite, wenn du langsam bist“ faseln. Oder die unbedingt „Muschis“ (gemeint sind Frauen) überholen müssen. Was für Arschlöcher. Die so gar nicht zu dem „Ankommen ist alles“ Gefühl dieser Veranstaltung passen.

 

Besser passt da schon die Wanderin, die mit einem Müllsack wandert und jeden Schnipsel, den sie findet aufhebt und in ihre Tüte wirft.

 

Sowieso sind die Wanderer die heimlichen Helden dieses Laufes. Von ganz jung bis ganz alt und eben ohne auf Schnelligkeit zu achten, wandern sie ins Ziel. Das passt zu dieser Veranstaltung, die in ihrer Grundidee wie eben geschildert kein Wettkampf war. Schade, dass der Veranstalter genau für diese Gruppe nicht genügend Finishermedaillen am Ziel bereit hielt. Großes Minus. (Nachtrag: Fairerweise sei angemerkt, dass Nachlieferung versprochen ist und es zum ersten Mal eine Wandermedaille gab.)

 

6. Bier und Suppe sind eine gute Zielverpflegung

Im Ziel gibt es Köstrizer Schwarzbier und Brühe. Was will man mehr?

 

7. Wir hatten beinah alle Strecken besetzt

 

Meine Bezugsgruppe ist gewandert, ist gehalbmarathont, ist gemarathont. Uns fehlt eigentlich nur noch der Supermarathoni. Aber vielleicht macht das ja das Schwesterherz irgendwann mal?

Brudermedaille

 

8. Das Rennsteiglied ist auch nicht schlimmer als Stadionhymnen

 

Und daher nun alle: 

 

„Diesen Weg auf den Höh’n bin ich oft gegangen, Vöglein sangen Lieder. 
Bin ich weit in der Welt, habe ich Verlangen, Thüringer Wald nur nach dir.“ 

 

9. Man kommt wieder

 

Um 40 Teilnahmen am Rennsteiglauf zu verwirklichen, müsste ich a. mindestens 85 werden, b. dann noch leben und laufen c. der Lauf noch existieren. Aber die dritte Teilnahme ist schon mal fest gebucht.

 

 

 

Mai 192019
 

Bayern bekommt in der Bundeswehr ein eigenes Landesregiment. Stand im Bildschirminfosystem des Pendelbusses. Wenn diese so gut funktioniert wie die bayrische Software für Steuererklärungen, dann begrüßen wir diesen Schritt als Pazifist*innen und Hippies, die wir nun mal sind.

Sonderzug. Nachdem es um nix mehr ging, wurde noch ein Motto nachgeschoben. Bisschen spät für komplizierte Ideen, aber einige hatten gute Ideen. Ansonsten gilt ja wie immer “was im Sonderzug passiert, bleibt im Sonderzug” (oder steht auf Twitter). Zitat “so einen Flakbunker braucht man immer”.


Rückrunde weg tanzen

Wisst ihr was eine komische Entwicklung der letzten Jahrzehnte ist? Früher war die NRW Polizei für ihre Entspanntheit bekannt und die bayrische für ihre Unentspanntheit. Heutzutage ist es beinah andersherum. Zwar fährt die Polizei Bayern auch eine Anzahl von Mensch auf, die für drei Dresden-Spiele reichen würden, aber immerhin ohne Helm und relativ entspannt was die Nutzung von Pendelbussen vs zu Fuß gehen angeht. Ja das ist jetzt Lob auf niedrigstem Niveau. Heutzutage ist man ja schon froh nicht ohne Grund gepfeffert zu werden. Auch wenn wir uns den Mitreisenden, die den Polizisten einen “Schönen Feierabend” wünschten, nicht anschließen. Niemand muss Bulle sein.

Der gastgebende Verein hat den Gästeeingang verlegt, was echt schade ist. Der Pizzaimbiss gegenüber des alten Eingangs war als Auswärtsverpflegung gut geliebt. Nun steht man irgendwo vor Wohnhäusern, deren Anwohner*innen sich garantiert bedanken, dass da nun ein Haufen Betrunkener vor ihrem Vorgarten stehen.

Einlass überwunden und rein in den Stehblock. Liebe Fürther*innen, wenn ihr den Gästeblock schon umgestaltet, warum sorgt ihr nicht mal für mehr Verpflegungsstände? Wartezeiten von gut 30 min waren die Folge. Wir wollen ja nun echt nicht kapitalistisch werden, aber ihr könntet da echt noch Geld mit den ganzen durstigen Kehlen verdienen, die traurig guckten.

Fanszenen, die Choreos aus abgenommenen Naziplakaten machen und auf deren Rückseite “Nazis aufs Maul” pinseln, sind unsere Freund*innen. Mehr müssen wir zu der Kurve gegenüber heute nicht sagen.

Was willst du zum Geschehen auf dem Platz sagen? Es ist einfacher die gesunden Spieler aufzuzählen, als die Verletzten. Im Endeffekt verspielte der zusammen gewürfelte Haufen 1,6 Millionen Fernsehgelder, um mal MoPo Logik zu zitieren. Aber seien wir ehrlich: Die haben wir in der gesamten Rückrunde verspielt, da kannst du dem Resthaufen heute keinen alleinigen Vorwurf machen.

Der Block war in Feierlaune, besang sich selbst und die Welt und irgendwann lernen wir auch noch mal folgendes: Kein gesprochenes S in Aux Armes. Kein Wechselgesang beim auswärtigen Aux Armes. Lernt das in der Sommerpause.

Nach dem Spiel zurück zum Zug und da sitzen wir gerade immer noch.

Unser Tag wird kommen.

Mai 132019
 

Hamburg bleibt zusammen

Rosa Luxemburg soll mal gesagt haben, dass sich der Charakter einer Frau nicht zeige, wenn die Liebe beginne, sondern wenn sie ende. Das gilt anscheinend nicht nur für Frauen (Sowieso – was für ein Klischee, warum soll das nicht auch für Männer und Diverse gelten?), sondern auch für Kommentatoren unter Postings des Lokalrivalens.

Das war der schöne Teil des (bevorstehenden) Saisonendes. Der unschöne war, dass wir nicht gleichzeitig die Chance beim Schopfe gepackt und uns auch sportlich zur einzigen Bundesligamöglichkeit in dieser Stadt gekürt haben. Denn auch unsere Rückrunde war ziemlich unschön.

Die Kommentare unter den Postings des FCSP sind trotzdem deutlich entspannter. Nein, auch sie sind immer wieder mit hanebüchenem Blödsinn durchsetzt (“Warum nicht Stani???1??”), aber an die Quali Nichtqualität einiger Menschen mit Liebe zu schwarz-weiß-blauen Vereinen kommen sie einfach nicht ran.

Ein Twitterer schrieb folgendes:

Mit dem #HSVplus wird alles besser! Endlich nur Fachleute in der Führung und keine dummen Fans.
Mit Häme habt ihr die aktive Fanszene übergossen damals. Oh wie ich es euch Vollidioten gönne. #SCPHSV

— Nicolai (@nicolaido) 12. Mai 2019

Man wird ihm wohl mit diesem Tweet und den folgenden schönen Grüßen an die Hamburger Sportmedien recht geben müssen. Da ändern auch die “Aber dann wären wir 2014 pleite gewesen!”-Antworten wenig. Das ist genau das, was euch die Hamburger Sportmedien erzählt haben. Mal ganz davon begann die ganze Geschichte ja schon vorher. Genauso wie sie euch alle zwei Jahre erzählt haben, dass ihr nun unbedingt Experten wählen müsst, um euch nach zwei Jahren zu erzählen, dass die ja alle keine Ahnung haben und ihr nun endlich Experten wählen müsst. Und das soll keine Kritik an unseren Ligakollegen im Volkspark werden. Eher an der Hamburger Medienlandschaft, die ihre eigene Rolle nie reflektiert.

Womit wir den Bogen zu unserem Verein schlagen. Wir nörgeln ja gerne – und natürlich immer zu Recht – an Entscheidungen unserer Führungskräfte herum. Aber insgesamt sind wir bei aller Kritik im Detail glücklich, dass wir „dumme Fans“ in allen Führungspositionen haben und keine „Experten“ von Abendblatts, MoPos und Bilds Gnaden.

Tschüß Jungs

Der Tag gegen Bochum beginnt mit einem Abverkauf von altem Fanräume-Merch. Das funktioniert ganz gut und viele Sachen gehen zu den verbilligten Preisen über den Tresen. Trotzdem können die Stufen, welche die Welt bedeuten, früh eingenommen werden und dies ist auch gut so. Es ist nämlich voll im Stadion. Es wird zwar jedes Spiel ein „Ausverkauft“ gemeldet, aber gerade auf den Stehplätzen der Gegengerade ist der Füllungsgrad schon sehr unterschiedlich. Warum er diesmal so hoch ist, wissen wir nicht. Fanfreundliche Anstoßzeit? Letztes Spiel? Oder doch die Han-Solo-Rechnung mit zwei Union-Niederlagen, höchstens einem Rautenpunkt und zwei hohen Siegen von uns? Wir wissen es nicht. Wir würden uns aber allemal wünschen, dass die Karten regelmäßiger genutzt werden. Alleine schon, weil ein anwesender Besucher auch noch ein Bier trinkt und irgendwas isst und damit dem Verein zusätzlich Geld einbringt.

Auf dem Platz werden Spieler verabschiedet. Allagui nicht, Meier nicht, diverse andere nicht, siehe Vereinstwitter. Das heißt nun nicht gerade, dass die beiden (oder die Anderen) auch nächste Saison am Millerntor auflaufen werden; aber man scheint zumindest noch unsicher genug über die Situation, um keine Verabschiedung vorzunehmen.

Neudecker, Hoogma, Müller, Schneider und Dudziak werden aus dem aktuellen Kader verabschiedet. Bei Nehrig wird die Verabschiedung an diesem Tag nachgeholt. Nehrig kann man eine gewisse Sehnsucht ansehen und der Beifall fällt verdientermaßen auch laut und lang aus. Man kann sich vorstellen, dass dies bei Dudziak genau anders herum ist. Buhrufe, freundliche Erinnerungen, dass sein neuer Arbeitgeber doof ist und ein bisschen Beifall sind die Reaktionen.

Danke euch allen und viel Glück auf euren weiteren Wegen. Ja auch dir Jerry, mögest du als guter Zweitligaspieler dieser Liga noch lange mit deinem neuen Arbeitgeber erhalten bleiben und in ihr für Furore sorgen.

0-0 der taktischen Sorte

Eigentlich hat Tim vom Millernton alles geschrieben, was ihr über das Geschehen auf dem Platz wissen müsst. Wir verweisen auf diesen Artikel und empfehlen sehr das Lesen. Auch seinem Saisonfazit kann man nur zustimmen. Wir müssen in der Rückrunde gerade einmal 26 Punkte holen und wären nun mitten drin im Aufstiegsrennen. Wenn man bedenkt, dass wir sechs Punkte in der Rückrunde gegen Union und gegen Paderborn geholt haben, dann haben wir den Aufstieg mehr oder minder gegen die Abstiegskandidaten dieser Liga verspielt. Das tut sehr weh. Es wäre so einfach gewesen.

Auch wenn wir uns wiederholen: Es war selbst noch brutaler, denn aus den letzten 16 Spielen hätten wir selbst nur 23 Punkte holen müssen für das eben Gesagte. Das ist ein Schnitt von ca. 1,4 Punkten. Ein Schnitt, wie ihn Teams wie Bielefeld oder Regensburg über die ganze Saison hatten. Das sind keine Wunderdinge.

Der Artikel stützt auch wieder eine unserer Thesen der gesamten Saison. An der taktischen Idee liegt unser Scheitern nicht. Das Trainerteam hat Ideen und versucht diese auch mit dem vorhandenen Spielern umzusetzen. Das klappt häufig genug und Dutt sagte auf der Pressekonferenz, dass er ein Kompliment ausspreche, weil er zweimal innerhalb kürzester Zeit zum Umstellen gezwungen worden sei. Das ist also wirklich nicht unser Problem.

Unser Problem liegt natürlich einmal in Verletzungen. Wie sehr bitte fehlt uns Veerman als Bande, als zentrale Anspielstation und als Spieler, der die Abwehr verrückt macht? Nehmen wir doch z. B. die Scorerausbeute von Allagui. Mit Veerman: Drei Tore, eine Vorlage. Ohne ihn? Ein Tor, keine Vorlage.

Ein weiteres augenfälliges Problem ist und bleibt, dass wir – ganz im Gegensatz zur Hinrunde – es nicht schaffen, Tempo und Aggression über 90 Minuten hoch zu halten. Und wenn das einzelne Spieler doch können, dann sind es Spieler, die in der Hinrunde nicht eingesetzt wurden und wahrscheinlich nicht ein Mal 100 Prozent der Zeit bei den Profis trainiert haben. Becker ist hier auffällig. Coordes von der Bank auch. Sowieso ist „Jugend forscht“ angesagt an diesem letzten Heimspieltag und Coordes macht in seinem Kurzeinsatz Lust auf mehr.

Er kommt für Schnecke Kalla, der seinen 150. Einsatz in Liga 2 zeigt. Die geringe Anzahl auf seine unzähligen Jahre spricht auch für die vielen Verletzungen, die seine Karriere auch geprägt haben. Ob diese nun in einer aktiven Spielerrolle noch viel weiter geht, wird sich zeigen. Schon vor dieser Saison hatten wir prophezeit, dass etwas schief gelaufen ist, wenn er viele Einsätze bekommt. Es sind am Ende der Saison 9 (und vielleicht noch 10?) und er hat die beste Whoscored-Note des Kaders. Es zeigt halt, wie wichtig ein guter 12. Mann ist, der dazu noch die absolute Kampfmaschine ist. Der unfassbar intensive lange Zweikampf mit seinem Gegenspieler in der ersten Halbzeit ist exemplarisch.

Haben wir uns jetzt wieder lieb?

Auf den Rängen ist eine ausgelassene Sommerstimmung sehr verbreitet. Das Ergebnis des Lokalrivalens sorgt natürlich für Heiterkeit und für neue wie alte Spottgesänge. Spott muss man sich halt verdienen. Und es ist besser als Mitleid.

Es gibt nach einer gewissen Pause mal wieder ein „Aux Armes“ und es den Versuch von Wechselgesängen über alle Tribünen. (Das kann noch besser werden, gerade die Nord kam bei uns gar nicht an, was nicht heißen soll, dass man sich da nicht bemüht …)

Die Gäste sind mit einem Sonderzug angereist, vor dem Stadion dementsprechend gut betankt und im Stadion mit einer Choreo dabei. Diese untermalt von (verspätet?) gezündetem Rauch, was so nicht wirklich beeindruckend aussieht. Nicht auf die Uhr geguckt, liebe Bochumer?

Danach

Gibt es in den Fanräumen noch Büffet und wir besuchten noch kurz das gallische Dorf des Hafengeburtstags namens Jolly-Bühne. Puh, nichts gegen schöne Schiffe und Städte mit Häfen haben ja immer noch Hoffnung, aber das ist ein gewöhnungsbedürftiges Fest. An der Bühne aber viele nette Menschen und ein netter Ausklang zum Wochenende.

Unser Tag wird kommen.

PS: Derbyfluch? Maik der alte Investigationsjournalist hat da mal tiefer gebohrt.

Mai 082019
 

Die Gazetten pfiffen es schon einige Tage vom Dach und nun ist es auch offiziell, Andreas Bornemann ist unser neuer Sportchef.

Erstmal herzlich willkommen.

Sportchef. Was heißt das eigentlich genau? Auch beim FCSP ist dies unklar. Wir denken mal, dass das der allgemein sportlich Verantwortliche ist. Viele FCSP Fans und auch Fußballfans stellen sich unter einem Sportchef immer noch den Macher, einzigen Scout und Taktiker des Vereines vor. Sollte der FCSP so agieren, dann ist er extrem rückständig.

Nehmen wir doch mal wieder den – bei uns sehr gerne genommenen – Vergleich zum Baseball. Die vergleichbare Position ist dort die eines General Managers. Der hat das letztendliche Sagen und die politische Verantwortung. Aber bedient sich unendlich vielen Menschen in der Analyse und Zuarbeit. Die Tampa Bay Rays (vom Umsatz eines der kleinsten Teams in der MLB) nennen auf ihrer Website handgezählte 56 Personen, die grob in dem Bereich Scouting und Analyse arbeiten. Und glaubt uns, die drehen jeden Penny zweimal um, bevor sie ihn ausgeben, insofern braucht man auch so viele Leute.

Davon ist der Fußball vielleicht noch weit entfernt, aber die Zeiten des Machers mit seinem Notizbuch, der sich drei VHS Kassetten anguckt und dann entscheidet, wen man kauft, die sind schon lange vorbei.

Bei uns ist z.B. ein Carsten Rothenbach zu nennen, der einen dieser Zuarbeitsposten besetzt und viele Teams haben heutzutage schon einen „Chef Kaderplaner“, der sehr konzentriert dem Sportchef zuarbeitet. Und der dann auch wieder ganz viele Leute hat.

Daher sollte man bei dem alleinigen Austausch des Kopfes nicht erwarten, dass plötzlich sich etwas vollkommen an der Richtung der Organisation ändert. Daher ist es einem GM im Baseball auch überlassen, alle Menschen die in dem genannten Bereich tätig sind auszutauschen, wenn er bei einem Team neu anfängt. Ob wir unserem neuen Sportchef dieses Recht geben, wissen wir nicht.

Fakt ist auch: Wir haben hier garantiert noch Nachholbedarf, gerade in der Analyse fängt der Fußball unterhalb der großen 20 erst gerade an, sich mit Menschen zu versorgen und auch mal „outside the box“ zu denken. Etwas was im Baseball z.B. sehr üblich ist. Die wenigsten Menschen, die da auf der genannten Seite stehen sind z.B. Ex-Spieler. Denn in den USA hat man schon länger erkannt, dass guter Spieler ungleich guter Funktionär ist. Im deutschen Fußball ist ein Sportchef, der den Ball nie auch nur drei Meter geradeaus gekickt hat undenkbar, in den USA ist so etwas Normalität.

Insgesamt ist das eine eher mittelfristige Position. Ein Sportchef macht nicht die tägliche Trainingsarbeit, er ist nicht an der vordersten Motivationsfront, er ist eher der „ChefChef“, der vielleicht bei Krisen und für die grobe Linie gefordert ist und nicht für jeden Kleinkram.

Das es hier in vielen Vereinen gerne mal Reibungen mit dem Trainer gibt, ist bekannt und die Engländer verzichten daher auf diese Position vollkommen. Man muss hier für klare Hierarchien als Verein sorgen, sonst geht das schief. Das war beim FCSP auch in letzter Zeit nicht immer der Fall. Ewalds „der kann nicht mein Chef sein…“ Aussage in Richtung Meggle klingelt noch in den Ohren.

Zur Person

Der FCSP fährt seit Meggle einen eher konservativen Kurs bei der Besetzung des Managerpostens. „Berufserfahrung“ wird groß geschrieben. Erfahrung heißt aber auch immer, dass man als Sportchef schon mal irgendwo entlassen worden ist. Oder wie wir gerne mal – sehr zynisch – im Slack schreiben „ist schon überall gescheitert“.

So auch Andreas Bornemann. Erste Station war Freiburg als Nachfolger von Andreas Rettig, die er durch die letzten Finke Jahre begleitete und mit diesem zusammen den Verein verlies. Seien wir ehrlich: Da wird er nicht viel Macht gehabt haben, denn der SC Freiburg war zu dieser Zeit Volker Finke und der hatte das Sagen.

Zwei Jahre nach seinem Weggang stieg der SC Freiburg (wieder) in die 1. Liga auf.

Danach heuerte er in Aachen an und überlebte genau 9 Monate. Als Nachfolger von Schmatke gekommen, wurde er auf Platz 14 liegend entlassen. Das es danach nicht besser, sondern eher schlechter für die Alemannia lief, sagt wohl auch viel über seine alleinige Verantwortung aus.

Danach steuerte er 2010 bis 2014 Holstein Kiel (wo 1,5 Jahre später Uwe Stöver anheuerte), stieg mit diesen im dritten Anlauf in Liga 3 auf und hielt dort noch die Klasse. Danach wollte er nach Fürth wechseln, tat dies aber aus „persönlichen Gründen“ dann nicht. Kiel stieg dann drei Jahre später in die 2. Liga auf.

So wurde seine letzte Station der Club in Nürnberg. Im September 2015 gekommen, stieg er in seiner zweiten vollen Saison mit dem Club auf und wurde letztens entlassen, weil er den Trainer nicht entlassen wollte. Ups, das kennen wir irgendwoher. Ohne jetzt die beiden Situationen vergleichen zu wollen. Damals wie heute war der Club am Tabellenende zu finden.

Man ging anscheinend nicht wirklich im Streit, wenn wir mal dem Spiegel Online Artikel von damals glauben wollen. Worte wie „loyal“ und auch der Fakt, dass er Geduld mit dem Trainer bewiesen hat, wirken schon relativ Uwe Stöver nah, so dass keine vollkommene Änderung des Stils zu erwarten ist. Auch „Kontinuität“ haben wir schon mal von einem Funktionär des FCSP als Idealbild gehört. Wir zitieren aus dem Spiegel:

„Für Bornemann, der den Sparzwang in den vergangenen Jahren immer loyal vertreten hatte und Kontinuität für elementar im Profifußball hält, ist die Trennung also bitter. Wer mit ihm in den letzten Wochen sprach, traf auf einen Überzeugungstäter, der davon überzeugt war, dass auch ein anderer Trainer mit dieser Mannschaft nicht mehr Punkt holen würde.“

Eine konkrete Transferbilanz wollen wir jetzt nicht erstellen, alleine schon weil das oben gesagte gilt: Er ist eher politisch verantwortlich, als allein entscheidend.

Man kann Andreas Bornemann nicht absprechen, dass er nicht schon mal aufgestiegen ist. Meistens hat es nicht sofort geklappt, aber ein Sportchef hat – wie auch schon erwähnt- eher mittelfristigen Einfluss. Und da sind Aufstiege im zweiten oder dritten Jahr doch eher etwas, was man sich auf die Fahne schreiben kann, als wenn man mit dem Kader den sein Vorgänger zusammen gestellt hat aufsteigt.

Fakt ist auch: Wenn wir nicht massiv Spieler mit laufenden Verträgen vor die Tür setzen (und wahrscheinlich Gehälter zumindest teilweise weiter zahlen, während die Spieler irgendwo anders kicken), dann haben wir im Kader nicht mehr sehr viel Platz für Veränderungen. Ein Stürmer scheint das größte Loch zu sein, laufen hier doch Verträge aus. Und es ist nicht davon auszugehen, dass Veerman zu Beginn der Saison 2019/2020 bei 100 % ist.

Ansonsten? Verteidiger, am besten jemand der vernünftig linke Seite spielen kann.

Wir werden es alles abwarten müssen und sehen, was so passiert.

PS: Schade, dass die Zeiten vorbei sind, wo man Personalien beim FCSP als erstes von offizieller Seite zu hören bekam.

Mai 042019
 

Freitag. Einige Menschen sind “raus” weil sie arbeiten müssen. Einige davon vermissen wir, andere kündigen groß an den Dresdener Block zu füllen und sind dann “raus”. Wir sind bei der Arbeit raus, denn der FCSP ist für uns auch an diesem Freitag die einzige Möglichkeit. Das ist unsere Welt und wir machen uns diese Welt wie sie uns gefällt.

Also anstatt in Kittelschürze alle in Rot, gab dies doch die Ultramoderne als Modemotto aus.  

Das GIF zum Lied

Pöbelbus abgeholt und die Gang eingesammelt. Rauf auf die Bahn. Der Mob hatte einen Treffpunkt in Nossen vereinbart. Aber bis dahin hatten wir erstmal 400 km zu überwinden. Diesmal mit geteilter Fahrerschaft, danke dafür. Unsere Playlists sind ja bekannt und gefürchtet, diesmal wurden sie noch passend mit GIFs auf Twitter untermalt. Wir erörterten ansonsten die wichtigen Fragen des Lebens “kocht dein Vater eigentlich Meth?” und kamen gut voran.

Haben wir eigentlich schon mal vom großartigen Menü im Pöbelbus berichtet? Oder wie es eine Mitfahrerin formulierte „wir fahren wie Erwachsene”. Die Zeiten der Dose Bier plus einer Carraza Bifi Pizza als Tagesverpflegung sind definitiv hinter uns.

In so einem Bericht schreibt man selten darüber, dass man irgendwo zu früh ist und wartet. Und doch ist dies kein unbedeutender Teil des Auswärtsfahrens. Diesmal warten auf die Busse. Der geliebte Fanladen hatte einen “ruhigen Tag” mit seinen Bussen. Inklusive kleinem Unfall. Nossen war dann kurzfristig braun-weiß. Alle Busse und ungefähr 50 andere Fahrzeuge sammelten sich um dann gemeinsam nach Dresden zu fahren. Was ein ziemliches Chaos war. In dem Chaos nahmen wir noch kurz eine verirrte Fanladenbusmitfahrerin mit, die wir erstmal wieder beruhigen mussten, da sie doch sehr beschäftigt war, das Bus verpassen zu verarbeiten. Leicht verplant schien sie grundsätzlich.

Hallo Dresden

Geparkt wird beim sympathischeren Dresdener Fußballverein und dann wird man in Shuttlebusse gequetscht. Natürlich in Begleitung von schwarz gekleideten Polizisten. Eine Stadtrundfahrt später sieht man Wasserwerfer und eine Wagenkolonne der Polizei. Schön man ist am Gästeblock. Kontrollen teilweise übergenau, teilweise nicht vorhanden. Absurd dabei immer diese Suche nach Stickern. Es gibt wirklich schlimmere Dinge, als ein paar Sticker. Natürlich waren trotzdem genügend drin, um Köln und Union zu überleben.

Es gab noch rote Shirts für den Hausgebrauch und Gerüchten zu Folge soll es die in nächster Zeit auch mit Aufdruck an den üblichen Quellen geben.

Auf den Rängen

Das Spiel war laut vorab Mitteilungen angeblich ausverkauft. Dafür blieben letztendlich dann aber doch reichlich (Sitz-)Plätze frei. Angeblich soll es noch eine Gästekasse mit Restkarten gegeben haben und da saß auch jemand im Kassenhäuschen, aber zu diesem Ort kam man nur mit einem Ticket.

Der Heimbereich ist von Mitmachquote und Lautstärke über die Jahre zwar weniger geworden, aber wenn es nur darum gehen würde, dann wären die immer noch ziemlich weit oben.

Im Style gibt es aber Abzüge. Natürlich müssen sie wieder ein ebenso langweiliges, wie sexistisches Plakat zeigen. Natürlich untermalen sie dieses mit geklauter Fanshopware. Mal ganz ehrlich: Glaubt eigentlich noch irgendein Ultra, dass alle ehrfürchtig auf ihn herabsehen, weil er irgendeine Touri-Familie auf Dresden Besuch um ihren TK Pulli erleichtert hat? Das Klauen von Sachen ist sowieso schäbig, das Klauen von Normalo Fanshop Sachen ist noch mal schäbiger.

Fußball schafft und verstärkt ja gerne Pseudoidentitäten und seine Pseudo- „ihr gegen wir”, wir wollen da den FCSP und seine Tribünen gar nicht ausnehmen. So lange man das alles nicht zu Ernst nimmt und es auch mal hinterfragt, ist das vielleicht dogmatisch nicht wirklich toll, aber wir sind ja hier auch kein Politzirkel.

Dresden hat da auch den in Westdeutschland gerne aufgeführten „Ost-,Ost-,Ostdeutschland” Identitätsgesang. Mal davon ab, dass Sachsen und Mecklenburger ungefähr soviel gemeinsam haben, wie Hamburger und Münchener, zeigt der Bezug auf “Deutschland” wo die Probleme liegen.

Und wir sprechen hier nicht von einem “unverkrampften” Patriotismus (gibt es sowieso nicht), wie eine kleine Aufführung des Gästeblocks zeigte, der das ganze mit “Nie, Nie wieder Deutschland” parodierte. Plötzlich stand die ganze Nachbarschaft des Gästeblocks und selbst Willy, der noch Ede Geyer bei Dynamo hat spielen sehen, war plötzlich auf Temperatur. Auf einer Temperatur, die man nicht erreicht hätte, hätte ihr suspendierter Torhüter vor dem K Block per Mikro sein Wechsel zu Brause Leipzig verkündet und gleichzeitig das Dynamo Trikot  mit besagter Brause begossen. Und dann noch ein Tattoo eines anderen ostdeutschen Fußballvereins, der auch an der Elbe liegt, offenbart. Oder so. Aber das ist eigentlich noch ein Thema für sich.

Damit haben wir wohl doch einen Nerv getroffen. Wie ein riesiges “Linksfaschisten” Plakat (siehe Foto) es in das Stadion schafft, dort hängen kann und dann noch seelenruhig mit Ordnerhilfe präsentiert werden kann, kann sich Dynamo gerne mal fragen. FCSP: warum eigentlich keine entsetzte Stellungnahme nach dem Spiel? Das kann man bei (angeblichen) Fehlern anderer in Dresden doch auch immer schnell. Ja, wir sind nachtragend.

Nach dem Spiel noch Pathos vom Stadionsprecher inklusive Dank an “die Jungs im K Block”. Das muss den Tapetenmalern doch gefallen haben.

Will hier wirklich noch jemand was zum Spiel lesen?

Es sah besser aus und der zusammen gewürfelte Haufen schlug sich wacker. Ein Handelfmeter der zumindest kuriosen Sorte brachte Dresden die Führung. Wie genau Schnecke verhindern soll, dass ihm der Ball vom Oberkörper an den Arm springt, wäre noch zu klären. Zumal der Schiedsrichter die Situation absolut nicht im Griff hatte. Elfmeter anzeigen, ewig diskutieren, so dass es so aussieht, als würde er ihn zurücknehmen, um ihn dann doch zu geben. Unsere Jungs hatten genügend Chancen um trotz des Rückstandes was mitzunehmen, aber die machten sie mit einer Ausnahme nicht rein, Dynamo nutzte die eine Chance. 

Wir freuten uns wie schon in Heidenheim über Finn-Ole Becker. Guter Junge, technisch super ausgebildet, Spielintelligenz und Mentalität. Gefällt uns. Schön, dass er jetzt im Kader ist und nun auch sein Startelfdebüt hatte. Bitter dagegen ist, dass kein Spieler, der zu Saisonbeginn als Innenverteidiger eingeplant war, auf dem Platz stand. Die Verletztenquote ist echt hoch. Hoffen wir, dass die Fußverletzung von Ryo sich als nichts schlimmes erweist.

Nach dem Spiel

Gab es noch Stress. Details wollen wir hier nicht erörtern. Nur soviel: Ins Gesicht fassen und Worte nutzen, die Dresden auf Tapeten malt, ist ein No Go. Immerhin kam es so zur Überschrift. Danke dafür.

Die Rückfahrt

War lang, dunkel und traurig. Und ob das so war oder ob wir Adele zu acht mit 10 Stimmen gesungen haben, erzählen wir hier nicht. What happens in the Pöbelbus, stays in the Pöbelbus.

Unser Tag wird kommen