Sep 232016
 
Liebe Freunde des braun-weißen Kicks. Fassen wir das Geschehen von gestern Abend schnell und griffig zusammen: 
Auf dem Platz
1860 ist garantiert eine der besseren Truppen dieser zweiten Liga. Die Ballsicherheit in eigenen Angriffen ist für die zweite Liga schon bemerkenswert. Und das bei einer hohen Geschwindigkeit. Das ist schon eine ganz andere Nummer als z.B. Stuttgart gegen uns, die auch schnell spielten, dabei aber häufig genug den Ball vergassen. 
Unsere Jungs haben jetzt 5 Punkte aus 6 Spielen. Das ist erstmal richtig Mist und in einer zweiten Liga, in welcher der Start viel ausmacht, nicht wirklich schön. Anderseits haben unsere Jungs auch 5 Punkte aus 3 Spielen, was sie in ein gutes oberes Drittel packen würde. 
Und da wir heute mal optimistisch sind, klammern wir uns an die letzten drei Spiele und nehmen die 5 Punkte aus diesen. Die nebenbei mit etwas mehr Fortune auch 9 hätten sein können. 
Was sich bei unseren Jungs auf dem Platz abspielte sieht nach einer kontinuierlichen Steigerung aus. Nach dem Tiefpunkt in Dresden werden unsere Jungs sicherer, stärker und griffiger. Wenn dieser Trend anhält, dann werden auch die Ergebnisse folgen. 
Man darf nicht vergessen: Trotz einer guten Leistung unserer Gäste benötigten diese einen zumindest diskussionswürdigen Elfmeter und einen Sonntagsschuss, um einen Punkt aus Hamburg mitzunehmen. Klar die hatten auch noch ein, zwei andere Chancen, und eine davon killte Himmelmann in absoluter Weltklassemanier, aber auch wir hatten noch unsere Abschlüsse, die leider nicht rein gingen. 
Und: Endlich mal Tore ohne Aziz. Nein, nicht dass wir ihm nicht 30 Saisontore und 40 Vorbereitungen gönnen würden, einer Unberechenbarkeit sind aber mehr Torschützen und Vorbereiter nicht ganz abträglich. 
Ach ja zu der angeblichen SobiechTätlichkeit und weiteren Szenen, welche die Presse heute Morgen aufgreift: Haben wir nicht gesehen, können wir nix zu sagen. 
Neben dem Platz
Sport 1 ist bei uns nicht wirklich gern gesehen, auch wenn die absurde Anstoßzeit Donnerstag am mittleren Abend besser ist als die „normale“ Anstoßzeit der 2. Liga in einer englischen Woche. Normal ist hier in Anführungszeichen gesetzt, weil wir uns nicht damit abfinden wollen, 17:30 als irgendetwas Normales zu empfinden. 
Trotzdem sind Sport 1Spiele gerne mal die lautesten am Millerntor. Und wir haben lange nicht so einen Druck von der Tribüne erlebt. Gerade auch in den letzten Minuten, als alle im Stadion noch mal den Siegtreffer hereinbrüllen wollten. 
Vor dem Spiel soll es noch Ärger mit Sechzig gegeben haben, was leider vorhersehbar war, da von Seiten der offiziell nicht mehr existenten SechzigUltras schon mehrfach versucht wurde, Stress zu finden. Dass dieses auf-dickeHosemachen einfach nur noch nervt sei wiederholt erwähnt. ALLE Fußballfans sollten sich mal fragen, ob das alles so notwendig oder ob nicht ein verbales gegeneinander hobeln mehr als ausreichend ist. 
Nicht wirklich aufzuklären war die spontane Fahnenumdrehaktion in der Süd. Wir wollen hier jetzt keine halbgaren Informationen weitergeben oder veröffentlichen, alleine schon wegen eines gewissen Persönlichkeitsschutzes, würden uns aber irgendwie ein internes „Meldesystem“ und Absprachesystem wünschen, damit eine breite sichtbare Solidarisierung im Fall der Fälle möglich ist. Aber das ist ein altes Problem, für das wir nun auch keine Patentlösung haben... Das ist auswärts, wenn alle in einem Block stehen, schon deutlich einfacher. Hoffen wir, dass die Situation sich aufgelöst hat. 
Eigentlich war unser liebster Glücksbringer aus MeckPomm anwesend, der eigentlich immer nur 1-0 Siege von uns sieht. Ja, der hängt sonst diesem komischen Verein aus der Landeshauptstadt an, aber gerade nach dem oben Gesagten sei erwähnt, dass man sich auch über alle Grenzen hinweg schätzen kann und sich über beide Vereine und das gemeinsam Erlebte von beiden Seiten unterhalten kann. Top Ebayer, komm immer wieder gerne vorbei. 
Und sonst? 
Ja, da gibt es so zwei neue BGH Urteile, und Ihr werdet auch an dieser Stelle noch eine Bleiwüste darüber lesen. Aber am 05.10.2016 ist unser Hausjurist erstmal beim Millernton und versucht, vielleicht ein bisschen Licht in das Dunkel zu bringen. Wer den Millernton noch nicht kennt: Das ist der Modepodcast vom Millerntor
Sep 192016
 
Kurze Vorbemerkung: Ein Drittel dieses Blogs ist im Stress, ein Drittel sucht Gold da, wo plenty of Gold im Hamburger Veermaster besungen wird und ein Drittel hält die Fahne hier hoch. Daher danke an die externe Korrektur. Nun aber zu Karlsruhe: 
Liebe Leser, man ist ja schon so ein bisschen verrückt. Irgendwas um 1100 KM an einem Sonntag abzureißen, um 3 Uhr aufzustehen und ganz viel Geld auf Deutschlands Autobahnen zu verheizen. 
Aber wir sind so. Wir, die ungefähr 2.000 Leute, die sich im Karlsruher Gästeblock zum Gastspiel unseres FC einfanden. 
Wir, die drei Menschen und ein Teddybär, die sich um kurz nach 4 Uhr aus Hamburg auf dem Weg machten. Die musikalische Untermalung aus bekannter und bewährter Playlist und ein Mitfahrer, der nach eigenem Gefühl viel zu früh aufgestanden war. Und nein, dies war nicht der Teddy. Die anderen beiden Menschen warfen ihm erstmal ein freundliches „Fahr mal auswärts, Digga“ entgegen. 
Bis Karlsruhe rechnet man eigentlich mit einem Stau. Oder mit irgendwas. Aber was bekamen wir? Beste Bedingungen, eine freie Bahn und deswegen eine frühe Ankunftszeit. Nun gut, wird dann halt mit gutem Parkplatz belohnt. 
Und mit Hamburger Wetter in Karlsruhe. Es galt wieder der alte – und inhaltlich natürlich nicht ernst gemeinte – Spruch, dass über Hamburg die Sonne lacht und über Karlsruhe die ganze Welt. 
Viele Reisende hatten Karlsruhe in ihre Wetterapp aufgenommen, viele hatten es vergessen. So machte der mitgereiste Verkaufswagen des Modellabels mit Fußballabteilung einen ordentlichen Umsatz in Plastikregenponchos. Ratet mal, wer nun auch so ein formschönes Ding hat, weil er nur in der Fanladen-Collegejacke angereist war? 
Die Internet-Twitter-laberGang traf sich, laberte und ließ die Zeit verstreichen, denn so spannend ist es im Stadion nun auch nicht. Selbst hartgesottene „wenn das Stadion auf ist, dann gehe ich sofort rein“Dogmatiker fanden erst 50 Minuten vor dem Spiel ihren Weg ins Stadion. 
Wisst Ihr, woran man sieht, dass man zuviel auswärts fährt? Wenn man in Gästeblöcken Stammplätze hat. Wir gaben unseren aber diesmal auf und stellten uns an den Stammplatz der Veteranen. 
Das Wildparkstadion ist aus der Zeit gefallen. Große unüberdachte Kurven, eine ehemalige Laufbahn, die aber auch nicht mehr gepflegt wird, und sanitäre Anlagen, die schon 1970 alt waren. Die Stadiondiskussion in Karlsruhe ist eine äußerst komplexe, aber mit der Kiste wird man keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Das schlimme daran ist, dass es trotzdem mal wieder eine Abwechselung zu diesen ganzen gleich aussehenden Kisten der Neuzeit darstellt. 
Als so 40 Minuten vor Anpfiff vielleicht 3.000 der späteren 14.000 Zuschauer ihre Plätze eingenommen hatten, war unser Blick von Tristesse geprägt. Man stelle sich mal 14.000 Zuschauer in einem engen 28.000 Personen Stadion vor. Das rockt irgendwie mehr. 
Das war auch so ein bisschen die Befürchtung vor dem Spiel. Wenn es etwas an unseren Jungs in den letzten 1,5 Jahren zu bemängeln gibt, dann dass sie in so leeren Stadien nicht so gut funktionieren als wenn alles brennt. Aber zum Spiel später. 
Viel Interaktion mit dem Heimblock passiert in Karlruhe nicht, da dieser weder in Hör- noch in Sichtachse steht. Mögen die Jungs und Mädels da drüben richtig wild abgehen, so richtig mitbekommen tut man dies im Gästeblock nicht. Nur das eher routinemäßige „Scheiß St. Pauli“ war zu hören. Zitat: „Haben sie das auch von der to do Liste abgehakt.
Sowieso ist die Beschallung der Hamburger Ohren in diesem Stadion gewöhnungsbedürftig. Es ist ja schön, wenn man zweimal AC/DC bekommt, aber sorry liebe Badener, dieses Badenerlied ist sowohl inhaltlich als auch musikalisch akustische Körperverletzung. Man muss sich echt wundern, dass dieser fragwürdig rückwärts gewandte lokalpatriotisch überhöhte Text so kritiklos mitgesungen wird. 
Die Mannschaftsaufstellung des Gastes wird dann von der Trauerhilfe Stier präsentiert. Dieser doch etwas makabere Gag ließ uns dann aber schon wieder lachen. 
Kommen wir zum Spiel. Es lässt sich eigentlich in einem Satz zusammen fassen: Machst du sie vorne nicht rein, kommen sie halt hinten rein. Ganz einfach. 
Ja, unsere Chancenauswertung war mehr als schlecht. Unser einziges Tor wurde durch dankende Mithilfe der Karlruher Hintermannschaft erzielt. Lustige Nebengeschichte: Als der Verteidiger gerade zum Torhüter spielen will, brüllt hinter uns jemand „Mach uns den Golz“ und schon machte der Torhüter den Golz. Für die Jüngeren unter euch: Golz verhalf uns mal durch einen eleganten Fehler zu einem späten Derbyausgleich.
Danach war Karlruhe mausetot und unsere Jungs spielten Chance auf Chance heraus. Aber eine Mischung von Unvermögen, Unsicherheit und Unglück sorgten dafür, dass der Karlruher Torhüter ungefähr 5 mal sich nicht bewegen musste und trotzdem den Ball hielt. Ausgleichende Gerechtigkeit?
Und so kam es, wie es kommen musste: Eine halbwegs gelungene Aktion, ein Schuss, 1-1. Hornschuh war da schon sehr selbstkritisch, passiert. Man spielt halt nicht immer zu Null.
Nun sehen wir es aber mal positiv. Der FCSP hat es eigentlich in seiner DNA, genau solche Spiele gegen einen Gegner, der mit dem Rücken zur Wand steht und bis zum Ausgleich wirklich schlecht spielt, noch elegant zu verlieren. Das passierte nicht. Nach einer weiteren Chance für Karlsruhe bekamen die Jungs das Spiel wieder in den Griff und hatten auch noch Chancen auf das 2-1. Das fanden wir gut. 
Und so muss man dann einfach auch mal ein 1-1 mitnehmen. Wir sind halt nicht Bayern München, deren Stürmer ungefähr 99 Prozent aller Chancen rein machen. Und eine gewisse Verunsicherung ist bei unseren Jungs halt auch immer noch zu spüren. Und da nimmt man doch ein Unentschieden, bei dem die anderen Statistiken wie Chancen, Ballverluste etc. in die richtige Richtung zeigen, als positiven Zwischenschritt mit. 
„Ja, aber das war gegen einen schwachen Gegner!“ werden nun die dauernden Nörgler sagen. Also einmal ist ein Gegner immer nur so stark, wie man ihn macht. Und gerade gegen Braunschweig haben wir diese sehr stark gemacht mit unserem eigenen Spiel. Und zum anderen ist der Abstand in Liga 2 eben nicht so groß, dass man jemanden einfach so weg haut. Das macht die Liga doch auch spannend. 
Wir haben in 5 Spielen bisher weder ein Team gesehen, das uns deutlich überlegen ist, noch kein Spiel, in welchem wir deutlichst überlegen waren. Das ist für die Spannung doch nicht schlecht. BayernFans wissen, was sie bekommen, wenn sie ins Stadion gehen wir nicht. 
Lange Rede, kurzer Sinn: Mundabwischen und gegen 1860 wieder alles reinwerfen und weiter Punkte sammeln. 
Noch ein paar Worte zum drum und dem Herum. 3,50 für schlecht geschenkte 0,4 Liter Wasser sind akute Landräuberei, lieber KSC. 
Die Stimmung im Gästeblock war schlecht. Viel zu geringe Mitmachquote, viel verebbte im Nichts. Und doch war sie für Karlsruher Verhältnisse gut. Ja, das klingt jetzt Paradox, aber so war es. 
Es schrieben auch (mensch wir vergessen das viel zu oft):

  
Sep 122016
 

Also gegen Bielefeld, wo ein Hund für Viele bellt. Samstag, 13 Uhr. Das klingt schon so langweilig, da will nicht mal der HVV hinfahren. Und so wird der Fußweg zum Stadion ein Symbolbild für ein Samstagsspiel gegen eine zu 33 Prozent graue Maus wie Bielefeld (zumindest sagt dies 1/3 der Redaktion, daher die Prozentzahl). Es ist eben nicht immer so komfortabel.

Es sprechen die 33 Prozent

Warum ich Bielefeld als graue Maus erachte: keine Ahnung. Bei dem Namen denke ich entweder an Verschwörungstheorien oder Soziologie. (Ihr könntet euch mal der Macker-Ottos auf dem Zaun des Gästeblocks annehmen.) So ist es nun mal. Und das mit Arminius ist ohnehin ein dämmlicher national überhöhter Mythos. Was hat das mit dem Sport zu tun? Gar nichts. Aber warum nicht mal direkt am Anfang fronten? Achja, und nur wegen irgendeiner Althool-Nazi-Connection à la Hamburg-Hannover-Bielefeld wird weder Spiel noch Verein für mich interessant. Vielleicht lässt sich ja einer meiner Mitautoren zu einer Gegenrede begeistern

Also begeben wir uns in das Stadion und betrachten zunächst mal die Ränge. Die Südkurve mit einem kleinen Gruß an Ultras Inferno 96, die, wie der Name bereits nahelegt, seit zwei Jahrzehnten bei Standard Liège aktiv sind. Nicht zuletzt weil sie dabei geholfen haben, Ultrà in Europa zu politisieren, einen lieben Geburtsgruß auch von unserer Seite.

An ein traurigeres Ereignis erinnerte die Choreo der Gegengerade. Es ist zwei Jahre, dass Michel aufgrund von Depressionen aus unserer Mitte genommen wurde. Egal wo du auch sein magst, wir hoffen du kannst das heute mit einem Joint und einem Glas Havanna genießen. Ruhe in Frieden.

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Bon anniversaire !

An dieser Stelle sei auch noch mal auf die Arbeit des Stammtisches Sankt Depri verwiesen. Die Notwendigkeit, gesellschaftliche Aufklärungsarbeit zu leisten, zeigt sich zuletzt wieder bei einer ganzen Reihe widerwärtiger Tweets über Menschen, die den Mut aufgebracht haben, bei Twitter öffentlich über ihre Krankheit zu sprechen. Also vielen Dank an Sankt Depri, dass ihr da ganz praktisch helft, wo Teile dieser Gesellschaft für gesundheitliche Probleme nur Spott übrig haben.

Fußball? Naja, die ersten 20 Minuten erinnerte wenig an das, was man so aus dem Fernsehen als Idealbild kennt. Entsprechend dürftig ist zunächst der Support. Immerhin danach zeigt die Kombination Sobota-Bouhaddouz zwei mal, was in ihr steckt. Was in der 22. Minute immerhin zu einer guten Chance wird, ist 15 Minuten später ein genialer Pass, den Bouhaddouz so unglaublich cool verarbeitet und eiskalt an Bielefelds Keeper Hesl vorbeigeht, als wollte er ihn mit Absicht dumm aussehen lassen. Ganz großes Tor!

magischerfc-st-pauli-vs-bielefeld-september-2016-bierpfuetze

Ein eruptiver Torjubel hinterlässt seine Spuren.

Wer jetzt kritisch einwirft, dass zuvor den von uns nicht beachteten zwanzig Minuten der Schiedsrichter schon einige fragwürdige Aktionen hatte, dem sei gesagt: ja. Ja, stimmt. Aber wir sind froh, dass wir nun nicht gegen den Schiri ranten müssen, sondern uns einfach freuen können, dass es noch gut gegangen ist. Abseitstor hin oder her, auch wenn es uns sehr für Choi gefreut hätte. Und seien wir ehrlich, der Schiedsrichter gab dem Spiel mit dieser und anderen spannenden Entscheidungen die notwendige Würze. Nach dem Führungstor ist wenigstens die Gegengerade richtig wach.

Wenden wir uns direkt der zweiten Hälfte zu …

… denn in der ersten passiert auf dem Rasen nicht mehr allzuviel. Nach dem Seitenwechsel geht es gleich los mit einem großartigen Freistoßtreffer durch Schuppan. Auch wenn Himmelmann knapp dran sein mag, wir legen uns da mal fest, der war nicht zu halten. Die verbleibenden 40 Minuten erfolgte (aus subjektiver Sicht) die Jagd nach dem einen Treffer, der wieder die so sehnsüchtig erhofften ersten drei Punkte sichern würde.

Was man aber über 90 Minuten sagen muss: Es ist die Intensität da, die man in den letzten Spielen doch leicht vermisste und die auch von Ewald eingefordert worden war. Das führt am Ende dazu, dass beide Mannschaften – denn auch Bielefeld zeigt ein sehr intensives Spiel – stehend KO sind, s dass ein „lucky punch“ das Spiel zu unseren Gunsten entscheidet.

Aus diesem kollektiven Aufreiben ist der Aziz vom Kiez positiv hervorzuheben. Der Junge geht Wege, pflückt Bälle elegant aus der Luft und hat auch immer noch eine Idee für einen guten Pass oder Abschluss. Ganz stark von ihm.

Hoffen wir, dass unser Kapitän nicht zu schwer verletzt ist, und dass auch Buchti, der am Ende nur noch humpelt, nichts Schlimmes abbekommen hat.

Stimmung auf der Gegengerade

Auch wenn das kein Sangeshaufen mehr wird, uns gefällt die aktive Beteiligung am Spielgeschehen. Man hört wenig Geschichten über Uni, Job, was auch immer; dafür aber viel aktive Anteilnahme und knabbern an Nägeln.

Was unschön ist, ist dieses Werfen von Bierbechern. Nein, nicht das Aus-Versehen-ausschütten im Torjubel, das passiert. Aber bei ein, zwei Schirientscheidungen finden wieder Becher ihren Weg auf den Platz. Leute, seid ihr denn nicht aus Schaden klug geworden?

Bayern wird gelöscht!

Zuletzt noch eine kleine juristische Anmerkung: Ein Professor hat beim zuständigen Amtsgericht den Antrag gestellt, den FC Bayern München e. V. zu löschen. Dazu muss man wissen, dass eingetragene Vereine nicht dazu da sind, professionelle Geschäfte zu machen. Vielmehr ist nach dem Gedanken des Gesetzgebers von 1900 – denn so alt ist das BGB – der Verein zu der unkommerziellen Förderung von Sport, Gemeinschaft etc. pp gedacht. Das hat weniger was mit der berühmten Gemeinnützigkeit im Steuerrecht zu tun. Ein Verein kann auch dann unkommerziell sein, wenn er steuerlich aber nicht gemeinnützig ist.

Nun ist schon seit anno dazumal unter Juristen streitig, was denn ist, wenn ein Verein eine kommerzielle Seite hat. Die reine Lehre sagt, das dies nicht gehe und er dann aufzulösen sei. Das vertritt aber niemand mehr ernsthaft. Vielmehr gibt es unter Juristen die sogenannte Gepräge-Ansicht. Danach muss der unkommerzielle Teil dem Verein sein Gepräge geben.

Ob er dies tut, darüber kann man dann geteilter Meinung sein. Der FC Bayern hat seine kommerziellen Aktivitäten ja bereits in eine AG ausgegliedert, aber auch dies reicht nach vielen Leuten nicht aus, denn auch diese vom e. V. kontrollierte AG soll schädlich sein.

Nun vermuten wir mal nicht, dass das Amtsgericht München diesem Antrag nachkommt, aber er ist juristisch genau so spannend, wie er für die Idee eines Vereines, der demokratische Strukturen hat, aber im Profifußball spielt, gefährlich ist.

Wobei man beim FCSP mit seinen lebenden Amateurabteilungen, die klassisches Vereinsgepräge sind, vielleicht wieder anderer Ansicht sein kann als beim FCB, bei dem 99 Prozent aller Mitglieder nicht bei ihm wären, würde es nicht einfacher Karten geben. Aber wer will das schon abwägen?