Mai 192016
 

Wenn man auf die Saison zurück blickt, dann sind die grundlegenden Zahlen erstmal erfreulich. Vierter Platz mit 53 Punkten und damit 11 Plätze mehr, als letztes Jahr und 26 Punkte mehr. Bei allen Detailbetrachtungen, die nun folgen, sollte man dies nie vergessen. Und nun kommt er. Der gnadenlose Saisonrückblick:

Im Allgemeinen

Es ist wahrscheinlich keine neue Feststellung, wenn man schreibt, dass der Abstand zwischen den einzelnen Vereinen immer größer wird. Der Abstand von Liga 1 zu Liga 2 ebenso wie der Abstand in Liga 1. Dies ist – wie wir letztens schon erläuterten- insbesondere mit den Fernsehgeldern zu erklären und nahezu nicht zu ändern. Zumindest ist es so lange nicht, so lange ein Verein wie Bayern München auf zwei Wettbewerbssituationen guckt. Wettbewerb 1 (Bundesliga) soll da für Bayern (und auch Dortmund etc.) genug Geld generieren, dass man in Wettbewerb 2 (Champions League) mit anderen Europäern mithalten kann. Da ist die Neigung, in Wettbewerb 1 auf Geld zu verzichten und damit gleichmäßiger zu verteilen, nicht gegeben. Und das ist auch nicht böse, sondern aus der eigenen Wettbewerbssituation vollkommen legitim. Dies ist auch der große Unterschied zur Premier League. Die können sich auch deswegen eine andere Verteilung gönnen, weil sie a. Wettbewerb 2 nicht ganz so hoch bewerten und b. In Wettbewerb 1 sowieso mehr als genug Kohle einnehmen.

Nur das System wird auf kurz oder lang zu einer Zementierung der Verhältnisse führen. Bayern muss schon sehr viel falsch machen, um mal zwei Jahre nicht in der Champions League zu spielen. Ein Abstieg erscheint komplett unmöglich. Bayern kauft zur Zeit Spieler, als ob es Aktien des Neuen Marktes in dessen Hochzeiten wären. (Danke an @xxlhonk für diesen passenden Vergleich). Man bedenke, dass Bayern mal eben den Jahresumsatz von Köln (geschätzte Zahl) für zwei Spieler als Ablösesumme raus haut, die eher in die Kategorie „Nice to have“ fallen. Solche Summen hätte Bayern vor einigen Jahren nur raus getan, um den absoluten Superstar eines anderen Teams zu kaufen. Oder einen fertigen Spieler der Marke Robben. Und so gut die beiden auch sein mögen, dies sind beide nicht.

Diese Gruppen an Vereinen wird man nur aufbrechen können, wenn ich externes Geld generiere oder diverse Jahre über meine Verhältnisse spiele. Und bei beiden Ideen ist die Fallhöhe immer hoch. Siehe Paderborn. Siehe aber auch Mainz. Die durch viele gute Saisons nun langsam aber sicher auch nach unten ein Polster bekommen, da sie sehr von den Fernsehgeldern profitieren. Aber trotzdem muss ein Verein wie Mainz jedes Jahr seine Mannschaft neu zusammenstellen, weil wieder irgendein größerer Hai kommt und sich die Spieler holt.

Dies alles wird zum Ende von 50+1 führen. Und das ist wahrscheinlich auch besser, als diese ganzen komischen Umgehungsstratigien wie sie in Hannover, Augsburg oder Leipzig gefahren werden. Was man bei einer Aufgabe von 50 +1 wissen muss, ist, dass es kein Allheilmittel ist. Denn zum einen wird ein Managment nicht plötzlich besser, weil kein e. V. mehr dahinter steht, und zum anderen gibt es im Notfall auch immer nur einmal richtig viel externes Geld. Danach profitieren eher die Eigentümer.

In diesem ganzen Umfeld muss der FCSP bestehen. Er versucht seinen eigenen Weg zu gehen, was natürlich nicht risikolos ist, gerade weil wir auch wenig Puffer nach unten haben. Der FSV Frankfurt war vor vier Jahren vierter der zweiten Liga. Aber man erhält sich eben auch das, was man als Besonderheit oder in Marktingsprech als „USP“ bezeichnet. Haben wir alles ausgeführt. Hier nur als Erinnerungsposten.

Natürlich kann man sich fragen, ob eine „Europa League“ als Closed Shop nicht langsam besser ist und den Wettbewerb 1 nicht für alle anderen attraktiver machen würde, als eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Bayern 1. und Dortmund 2. wird. Die Zukunft wird zeigen, ob der Fußball sich dahin bewegt. Und ob er dort seine Fans findet.

Auf dem Platz beim FC

Um eine Saison endgültig zu bewerten, ist es immer interessant nicht nur auf die gesamte Punktzahl zu blicken, sondern auch auf die in Hin- und Rückrunde erzielten Punkte. Daran hätte man in der Saison 13/14 schon den krassen Abwärtstrend sehen können, der uns in der Saison 14/15 beinah das Genick gebrochen hätte. Und auch dieses Jahr muss man einen gewissen negativen Trend sehen. Fünf Punkte weniger in der Rückrunde im Vergleich zur Hinrunde. 13/14 waren es acht Punkte Differenz. Wenn man aber die Rückrunde 14/15 als Vergleich sieht, dann herrscht hier ein Gleichstand. Daher würden wir die Rückrunde als Warnsignal nicht überbewerten wollen, sie eher als Mahnung zum richtigen Zeitpunkt verstehen wollen. Der Rückgang ist auch erklärbar damit, dass man ein „Sicherheit zuerst“-System eingeführt hatte, nachdem man in der Hinrunde 14/15 mit Hurrafußball doch eher unterging. Dies überraschte zu Beginn noch viele Vereine, irgendwann hatten sie uns aber auch durchschaut und unsere Schwächen (Spiel machen) gepeilt. Hier muss die Weiterentwicklung einsetzen.

Wo kann sich der FCSP nächste Saison noch verbessern? Tore erzielen. Das ist offensichtlich. Ebenso offensichtlich ist die Unfähigkeit, nach Rückständen das Spiel noch in eine positive Richtung zu drehen. Wenn wir richtig zählen (da dies während des Kaiserslautern-Spiels erfolgte, bitte keine Garantie), dann holte man gerade mal zwei Punkte nach einem Rückstand. Und besserte diese Bilanz dann auf fünf Punkte durch den Sieg gegen Kaiserslautern auf. In einem besseren Trainingsspiel.

Daran ist zu arbeiten. Das ist auch immer eine Charakter- und Leidensfrage. Häufig vermisste man diese Saison den Spieler, der mit dem Kopf durch die Wand geht und so noch einen Umschwung erzwang. Gerade am Millerntor fehlte ein Spieler, der Mannschaft und Publikum in Spiele zurück brachte und so einen Umschwung erzwingen konnte.

Das eben Geschriebene muss man aber auch immer im Lichte der starken Verbesserung im defensiven Bereich sehen. Bei uns denken halt elf Spieler zuerst einmal defensiv und häufig genug war Thys Hauptaufgabe die eines ersten Verteidigers. Das führte zu diversen Zu-null-Ergebnissen, die Basis für unseren Erfolg waren. Aber führt natürlich dazu, dass man schwer umdenken und Spiele drehen kann. Viele frühe Gegentore versauten diese Quote noch ein bisschen und gerade in der Rückrunde wurden diverse erste Halbzeiten verschlafen. Hier muss und wird an der Konzentration von der ersten Minuten an zu arbeiten sein.

Die einzelnen Spieler

Wie haben sich die einzelnen Spieler in unserer unbedeutenden Meinung gemacht? Das ist jetzt natürlich alles sehr subjektiv und aus dem Bauch heraus. Wenn ihr eine andere Meinung habt, dann können wir das nachvollziehen. Wir gehen hier mal von allen Spielern aus, welche die offizielle Homepage als Kaderspieler der ersten Mannschaft nennt.

Heerwagen: Das er ein geiler Typ ist, kann man im Millernton nachhören. Ansonsten ein Ersatztorhüter, wie man sich ihn wünscht. Teamplayer und man hat immer das Gefühl, dass er Leistung bringen würde, wenn er denn mal aufgestellt werden müsste. Bleibt uns noch mindestens ein Jahr erhalten. Wir freuen uns drauf.

Himmelmann: Rettete uns ganz viele Spiele und Punkte mit tollen Paraden. Ist auf der Linie wahrscheinlich einer der Besten. Abstöße und Strafraumberrschung fallen da schon ein bisschen ab. In einem Scouting würde das wahrscheinlich immer als Schwäche aufgeführt werden, auch weil er relativ (!) klein für einen Torhüter ist. Trotzdem einer absoluten Hightlight-Spieler dieser Saison. Bleibt uns hoffentlich noch eine Weile erhalten oder geht zumindest dahin, wo er in der ersten Bundesliga wirklich spielt.

Brodersen: Wird häufig zu DFB-Lehrgängen eingeladen und ist noch super jung. Mal sehen, was der so die nächsten Jahre zeigen kann. Talent ist allemal vorhanden. Aber der Schritt zum Profitorhüter ist immer ein großer.

Sobiech: Das Bild vom nicht wankenden Turm in der Schlacht wird jetzt mit ihm bebildert. Auch er rettete ganz viele Spiele mit tollen Leistungen. Auch immer wieder schön waren seine Noteinsätze als Mittelstürmer. Brachte dann immer wieder Torgefahr in diesen Situationen. Borussia Dortmund sollte sich nebenbei fragen, ob sie nicht zu früh die Kontrolle über diesen Spieler abgegeben haben, der ja doch Dortmunder durch und durch ist (was vollkommen okay ist). Wird nicht mehr lange brauchen, bis er erste Liga spielen wird. Vielleicht ja mit uns?

Ziereis: Verdrängte mehr oder minder Gonther aus der Startformation und dies mit wirklich starken Leistungen. Fiel dann ab, als die „XYZ will ihn haben“-Schlagzeilen aufkamen, wobei das wahrscheinlich eher an der ersten vollen Saison als Profistammspieler lag, die am Ende halt auch Spuren hinterließ. Ganz viel Talent ist vorhanden, aber noch sind auch immer wieder Fehler zu sehen. Aber das stellt man ab, wenn man Erfahrung bekommt. Die sollte er sich vielleicht noch weiter auf dem Niveau Liga 2 suchen, als gleich in das Abenteuer Liga 1 zu starten. Mal sehen, ob er und sein Berater auch so denken.

Keller: Kam ein paar mal zum Einsatz und zeigte da sehr viel Anlagen und ist ja auch ein riesiger Baum von Kerl. Wenn er uns erhalten bleibt, wird er garantiert der notwendige absichernde fünfte Verteidiger werden und seine Einsatzzeiten bekommen, auch weil er relativ flexibel auf allen vier Kettenpositionen spielen kann.

Buballa: Hey, verkaufen wir mal den Halstenberg, haben wir doch mit Buballa beinah gleichwertigen Ersatz! Wow. Lücke gesehen, Lücke gestopft. Okay, offensiv gibt es da noch Steigerungspotential, aber die Position des Außenverteidigers sucht da auch die eierlegende Wollmilchsau. Und die ist nahezu nicht zu finden. Deswegen auch der Mondpreis für Halstenberg. Er macht das gut, bleibt uns erhalten und wird weiterhin garantiert seine Zeiten bekommen.

Hornschuh: Als Last-Minute-Verpflichtung und als Backup gekommen, als Spieler mit Vertrag bis 2020 geblieben. Wer dies vorausgesagt hätte, den hätte man für verrückt erklärt. Der Junge war beim Absteiger FSV Frankfurt aussortiert worden und spielt nun beim vierten der Liga FC St. Pauli eine riesige Rolle. Womit man wieder sieht, was Umfeld, Trainer und auch ein bisschen Glück ausmachen können. Offensiv garantiert noch mit Steigerungspotential, aber das wird. Und vielleicht darf er dann irgendwann mal vor der Dortmunder Südtribüne spielen (noch so ein Dortmunder). Wenn auch in Braun-Weiß.

Eden: Als Spieler für die zweite Mannschaft geholt, der im Notfall oben aushelfen soll. Das hat er getan. Wenn er gebraucht wurde, hat er still und ruhig seine Aufgabe erledigt.

Deichmann: Ebenso Backup, wenn gefordert, war er da. Unvergessen sein spontaner Einsatz gegen Fürth. Das war großes Tennis. Verlässt uns in unbekannte Richtung. Alles Gute dazu.

Gonther: Im Team, verletzt, im Team, wieder verletzt. Das ist die Saison von unserem Kapitän. Wenn alle fit wären, wäre es ein interessanter Dreikampf um die beiden Innenverteidiger-Posten geworden, den er wahrscheinlich gegen Ziereis verloren hätte. Wobei Ziereis auch nach außen hätte spielen können. Mal sehen, ob wir diese Situation nächste Saison mal erleben.

Kalla: Wird immer mehr zu einem flexibel einsetzbaren zwölften Mann. Wird so auf keiner Position der Beste im Kader sein, ist aber zum Löcherstopfen auf allen Positionen unwahrscheinlich wichtig. Das er dazu noch in der Kabine wichtig ist, sollte bekannt sein. Wird in dieser Aufgabe weiter aufgehen, aber wahrscheinlich eher im Mittelfeld und nur in der Not in der Abwehr. Und am Ende wird er wieder 25 Spiele gemacht haben, auf dem Betzenberg getroffen haben und alles wird gut sein. Wird uns hoffentlich bis zur Rente erhalten bleiben.

Startsev: Hatte seine Zeit unter Meggle, hat dann nie wieder seine Chancen bekommen und wird uns verlassen. Es ist eben ein riesiger Sprung von den U-Mannschaften in die zweite Bundeslga. Hat hier nicht geklappt. Hoffentlich woanders. Viel Glück.

Nehrig: Umso gesünder, umso wichtiger. Kann eine echte Führungsperson sein und viel Verantwortung im Mittelfeld übernehmen. Wenn er fit ist. Deutete diese Saison seine Qualitäten an und bleibt uns deswegen erhalten.

Dudziak: Talent, Talent, Talent. Und wahrscheinlich einer der besten Spieler in unserem Kader. Der Schritt von Dortmund zu St. Pauli ist ihm aber noch nicht ganz gelungen. Oder anders ausgedrückt: Die Anpassung an die harte Wirklichkeit der zweiten Liga steht noch aus. Mal sehen, ob die nächste Saison kommt. Die Chance dazu hat er weiterhin bei uns.

Buchtmann: Spielt gefühlt schon ewig bei uns, bekommt gefühlt jedes Spiel eine gelbe Karte. Und ist doch erst 24 und bekam gerade mal sieben gelbe Karten diese Saison. Vielleicht ein bisschen zu langsam, vielleicht ein bisschen zu ungefährlich vor dem Tor; aber ansonsten einer der Spieler bei uns, die ein Spiel dirigieren und lesen können. Insbesondere im defensiven Bereich. Bleibt uns noch eine Weile erhalten, schön so.

Rzatkowski: In der Hinrunde wie in der Rückrunde in den ersten zehn Spielen der Spieler der Liga. Danach war bei ihm jeweils der Dampf raus. Das ist bei seinem Pensum auch nahezu unvermeidlich. Da muss er eben noch an Kondition arbeiten und sich vielleicht auch besser einteilen. Wird uns über kurz oder lang verlassen und sollte seinen Weg in der ersten Liga gehen. Mal gucken, ob jetzt schon für Geld oder erst nächste Saison. Sollte das österreichische Interesse wirklich für diese Filiale des Dosenkonzern geäußert worden sein, wäre es Perlen vor die Säue werfen.

Miyaichi: Verletzt. Das war seine Saison. Es wäre zu hoffen, dass er mal eine Saison fit bleibt. Könnte in dem Trainingsspiel gegen Kaiserslautern zeigen, welches Potential er hat. Er muss nun fit bleiben, die Vorbereitung komplett mitmachen und dann kann er zeigen, was er kann.

Alushi: So ein Spieler, bei dem man immer wieder brüllen will. Stopft defensiv ganz viele Löcher, macht mit seiner Technik vieles richtig und gut. Verlangsamt aber auch immer wieder das Spiel so weit, dass man verrückt wird. Verlässt uns aus persönlichen Gründen. Wir würden ihm gönnen, wenn er noch einen Verein finden würde, wo er und seine Frau gemeinsam leben und nicht zuviele KM voneinander kicken könnten. Mach es gut!

Rosin: Jo, stand im Kader.

Sobota: Könnte immer dann seine Stärken ausspielen, wenn wir mal schnell umgeschaltet haben und er Platz hatte. Ist eine unserer offensiven Waffen und sollte noch besser werden, wenn er die Bälle besser vorbereitet bekommt. Das Tor in Fürth war so etwas von technischer Sahne. Bleibt uns erhalten.

Maier: Wenn es Hannover schafft, dass der Junge konstant sein Potential abruft, dann werden sie ganz viel Spaß an ihm haben. Konstanz war drei Jahre sein riesiges Problem bei uns. Einem richtig guten Spiel folgten wieder ganz viele schlechte oder durchschnittliche Spiele. Und dann kam wieder ein Hammer. Muss sich mehr zutrauen, dann ist sein Schuss eine echte Waffe. Bisher aber eher ein Spieler, der Talent hat, es aber nicht konstant abruft. Vielleicht ja bei unserer Filiale in Hannover? Auch wenn dort ein riesiger Druck herrschen wird, mit dem (nicht nur) er klar kommen werden muss.

Litka: Jo, stand im Kader

Kurt: Hat leider auch den Sprung nicht geschafft. Es ist schade, wenn ein Junge wie er, der Balljunge war, der mit sieben Jahren in den Veren kam, dessen Augen mehr funkelten als jedes Flutlicht, wenn er am Millerntor spielte, es nicht gepackt hat. Noch trauriger ist, dass man es nicht schafft, ihm ein paar Abschiedsminuten zu bescheren. Mach es gut, Okan.

Choi: Hat den Sprung geschafft, hat sich als Ergänzungsspieler einen guten Namen gemacht und wird nächste Saison auf Einsatzzeiten drücken. Ist noch nicht ganz konstant, aber die Ansätze sind da. Mal sehen, ob er nun auch den nächsten Schritt gehen kann.

Picault: Erinnert ihr euch an das Spiel in Heidenheim? Da drehten auf dem Platz mehrere seiner Mitspieler und der Co-Trainer wegen seiner mangelnden Disziplin in der Rückwärtsbewegung durch. Das ist sein großes Defizit, an dem er arbeiten muss, wenn er mehr in der zweiten Liga werden will. Tempo, Technik und Torgefahr hat der Junge. Müsste ab und zumal noch den Kopf hoch nehmen, wenn er den Ball hat, dann wird es auch was mit Jürgen. Wenn, dann aber als zentrale Spitze. Auf den Außenbahnen ist er doch zu defensiv schwach. Bleibt bei uns, wird wahrscheinlich die Waffe von der Bank werden.

Verhoek: Irgendwie bei uns nie angekommen. Und als er ankam, Qualität bewies, da verletzte er sich. Wird es in Heidenheim hoffentlich besser haben. Viel Erfolg, Big John.

Thy: Sein Auftritt gegen Düsseldorf wird unvergessen bleiben. Seine Torausbeute über die Saison blieb eher durchschnittlich. Als Kampfsau und erster Verteidiger war er absolut überdurchschnittlich. Ob dies für Werder reicht? Wird allemal schwer für ihn, aber wer weiß? Insbesondere, da er ja auch auf anderen Positionen als zentraler Stürmer spielen kann. Viel Erfolg an der Weser. Und vergiss das Fangirl nicht.

Empen: Jo, stand im Kader.

Was ist mit dem Nachwuchs?

Liegt es an Ewald, ist die Qualität im Nachwuchs nicht da? Wir wissen es nicht. Fakt ist, dass die Durchlässigkeit, die man sich in die erste Mannschaft erhofft, nur von Choi genutzt werden konnte. Alle anderen Spieler kamen nicht annähernd an den Profibereich ran. Man kann so etwas schnell dem Cheftrainer anlasten, aber das ist natürlich sehr einfach. Es ist ja nicht so, dass unsere U23 erste ihrer Liga ist und es nicht auch ganz böse Geschichten aus diesem Bereich gibt. U. a. im Abendblatt nachzulesen. Was an diesen Geschichten dran ist, ob da vernünftig gearbeitet wird, ob sich etwas verbessern lässt, dies alles wissen wahrscheinlich nur Insider. Ob es in diesem Bereich mit Boll weiter geht, wird man sehen. Dies ist natürlich auch davon abhängig, ob sein Chef weiter macht und ob die Vorstellungen des Vereines mit den Vorstellungen von Fabian in Einklang zu bringen sind. Was man hier als Fan vermeiden sollte, ist eine emotionale Parteinahme. Wir alle wissen nicht, was gesprochen wird, und die Beteiligten werden immer nur ihre kleinen Ausschnitte der Presse weitergeben. Trotzdem würde es uns natürlich freuen, wenn Boll irgendwo im Verein seinen Beitrag weiter leisten kann.

Und außerhalb des Platzes?

Würde es eigentlich ganz gut laufen, wenn man nicht so ein bisschen Bauchweh ob der Infos vom Aktionsbündnis hätte. Man verstehe uns nicht falsch, es gibt garantiert wichtigere Dinge im Kampf gegen Homophobie als Schnürsenkel; aber die Aussage, man wolle nix mehr am Spieltag machen, lässt in dieser Allgemeinheit doch aufhorchen. Denn das die Mannschaft auch zu solchen Aktionen ermuntert wird und diese durchzieht, ist für uns ein absolut zentraler Bestandteil des FC St. Pauli.

Daher: Liebe sportliche Leitung, setzt euch mit dem Aktionsbündnis zusammen, plant da gute Dinge und wir verbuchen diese Episode unter „dumm gelaufen“. Insbesondere, da sich der Verein ja nun anders an dem Aktionstag beteiligt hat. Ein absolutes „Mannschaft macht nix an Spieltagen“ wäre jedoch in Zukunft nicht verträglich mit dem Image, dass sich der FCSP aufgebaut hat und was ihn auch nach außen prägen sollte. Wichtig ist, dass wir alle hier auch unsere kritische Distanz und unser kritisches Nachfragen behalten. NIchts ist schlimmer, als eine Harmoniesauce, in der alles abgenickt wird.

Auf den Rängen?

Die Gegengerade verkackt am letzten Spieltag mal so richtig eine Choreo. Passiert, haben andere Vereine (hallo Volkspark) auch mal was zu lachen. Halb so wild. Ganz viel Liebe an die ganzen Menschen, die immer noch unzählige Stunden aufbringen, um Choreos auf den Tribünen vorzubereiten. Und ganz viel Liebe an Menschen, die auf ihre Art versuchen, die Mannschaft anzufeuern. Egal, ob nun Ultrà-Style oder Bierpöbel-Style. Aktives Miterleben des Spieles, das ist schon viel wert.

Der Supportblock hat sich eine Trommel angeschafft und wenn man die bisherigen Spiele mit Trommel gegen die Spiele ohne Trommel vergleicht, dann scheint dies eine gute Idee zu sein. Nun sind es aber zu wenige Spiele, um hier von einer wirklichen Trendwende auszugehen.

In der Süd fehlen immer noch genügend Stimmen durch die Stadionverbote. Das hört und merkt man. Keine Frage. Mal sehen, wie lange dieses Thema noch unseres bleibt. In einer zweiten Liga nahezu ohne ernsthafte Risikospiele war es ansonsten eigentlich relativ ruhig. Trotzdem fuhr die Polizei eigentlich zu jedem Spiel groß auf. Ohne Sinn und Verstand. Aber da kannst du mit einer Steinmauer reden. Die zeigt mehr Vernunft als die Hamburger Polizei.

Nicht nur dort ist es wahrscheinlich schwierig, auf Vernunft zu hoffen. Auch bei der kleinen Gruppe an Leuten, die meinen, Spiele des FCSP für Angriffe auf ganz normale gegnerische Fans nutzen zu müssen. Sorry, aber das ist nun gar nicht FCSP-Style. Diesen macht auch aus, dass jemand aus Kaiserslautern oder von wo auch immer ganz entspannt sein Bierchen in unseren Kneipen süffeln kann, wenn er individuell korrekt ist. Egal, wie sein Verein im Großen und Ganzen drauf ist.