Mai 192016
 

Wenn man auf die Saison zurück blickt, dann sind die grundlegenden Zahlen erstmal erfreulich. Vierter Platz mit 53 Punkten und damit 11 Plätze mehr, als letztes Jahr und 26 Punkte mehr. Bei allen Detailbetrachtungen, die nun folgen, sollte man dies nie vergessen. Und nun kommt er. Der gnadenlose Saisonrückblick:

Im Allgemeinen

Es ist wahrscheinlich keine neue Feststellung, wenn man schreibt, dass der Abstand zwischen den einzelnen Vereinen immer größer wird. Der Abstand von Liga 1 zu Liga 2 ebenso wie der Abstand in Liga 1. Dies ist – wie wir letztens schon erläuterten- insbesondere mit den Fernsehgeldern zu erklären und nahezu nicht zu ändern. Zumindest ist es so lange nicht, so lange ein Verein wie Bayern München auf zwei Wettbewerbssituationen guckt. Wettbewerb 1 (Bundesliga) soll da für Bayern (und auch Dortmund etc.) genug Geld generieren, dass man in Wettbewerb 2 (Champions League) mit anderen Europäern mithalten kann. Da ist die Neigung, in Wettbewerb 1 auf Geld zu verzichten und damit gleichmäßiger zu verteilen, nicht gegeben. Und das ist auch nicht böse, sondern aus der eigenen Wettbewerbssituation vollkommen legitim. Dies ist auch der große Unterschied zur Premier League. Die können sich auch deswegen eine andere Verteilung gönnen, weil sie a. Wettbewerb 2 nicht ganz so hoch bewerten und b. In Wettbewerb 1 sowieso mehr als genug Kohle einnehmen.

Nur das System wird auf kurz oder lang zu einer Zementierung der Verhältnisse führen. Bayern muss schon sehr viel falsch machen, um mal zwei Jahre nicht in der Champions League zu spielen. Ein Abstieg erscheint komplett unmöglich. Bayern kauft zur Zeit Spieler, als ob es Aktien des Neuen Marktes in dessen Hochzeiten wären. (Danke an @xxlhonk für diesen passenden Vergleich). Man bedenke, dass Bayern mal eben den Jahresumsatz von Köln (geschätzte Zahl) für zwei Spieler als Ablösesumme raus haut, die eher in die Kategorie „Nice to have“ fallen. Solche Summen hätte Bayern vor einigen Jahren nur raus getan, um den absoluten Superstar eines anderen Teams zu kaufen. Oder einen fertigen Spieler der Marke Robben. Und so gut die beiden auch sein mögen, dies sind beide nicht.

Diese Gruppen an Vereinen wird man nur aufbrechen können, wenn ich externes Geld generiere oder diverse Jahre über meine Verhältnisse spiele. Und bei beiden Ideen ist die Fallhöhe immer hoch. Siehe Paderborn. Siehe aber auch Mainz. Die durch viele gute Saisons nun langsam aber sicher auch nach unten ein Polster bekommen, da sie sehr von den Fernsehgeldern profitieren. Aber trotzdem muss ein Verein wie Mainz jedes Jahr seine Mannschaft neu zusammenstellen, weil wieder irgendein größerer Hai kommt und sich die Spieler holt.

Dies alles wird zum Ende von 50+1 führen. Und das ist wahrscheinlich auch besser, als diese ganzen komischen Umgehungsstratigien wie sie in Hannover, Augsburg oder Leipzig gefahren werden. Was man bei einer Aufgabe von 50 +1 wissen muss, ist, dass es kein Allheilmittel ist. Denn zum einen wird ein Managment nicht plötzlich besser, weil kein e. V. mehr dahinter steht, und zum anderen gibt es im Notfall auch immer nur einmal richtig viel externes Geld. Danach profitieren eher die Eigentümer.

In diesem ganzen Umfeld muss der FCSP bestehen. Er versucht seinen eigenen Weg zu gehen, was natürlich nicht risikolos ist, gerade weil wir auch wenig Puffer nach unten haben. Der FSV Frankfurt war vor vier Jahren vierter der zweiten Liga. Aber man erhält sich eben auch das, was man als Besonderheit oder in Marktingsprech als „USP“ bezeichnet. Haben wir alles ausgeführt. Hier nur als Erinnerungsposten.

Natürlich kann man sich fragen, ob eine „Europa League“ als Closed Shop nicht langsam besser ist und den Wettbewerb 1 nicht für alle anderen attraktiver machen würde, als eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Bayern 1. und Dortmund 2. wird. Die Zukunft wird zeigen, ob der Fußball sich dahin bewegt. Und ob er dort seine Fans findet.

Auf dem Platz beim FC

Um eine Saison endgültig zu bewerten, ist es immer interessant nicht nur auf die gesamte Punktzahl zu blicken, sondern auch auf die in Hin- und Rückrunde erzielten Punkte. Daran hätte man in der Saison 13/14 schon den krassen Abwärtstrend sehen können, der uns in der Saison 14/15 beinah das Genick gebrochen hätte. Und auch dieses Jahr muss man einen gewissen negativen Trend sehen. Fünf Punkte weniger in der Rückrunde im Vergleich zur Hinrunde. 13/14 waren es acht Punkte Differenz. Wenn man aber die Rückrunde 14/15 als Vergleich sieht, dann herrscht hier ein Gleichstand. Daher würden wir die Rückrunde als Warnsignal nicht überbewerten wollen, sie eher als Mahnung zum richtigen Zeitpunkt verstehen wollen. Der Rückgang ist auch erklärbar damit, dass man ein „Sicherheit zuerst“-System eingeführt hatte, nachdem man in der Hinrunde 14/15 mit Hurrafußball doch eher unterging. Dies überraschte zu Beginn noch viele Vereine, irgendwann hatten sie uns aber auch durchschaut und unsere Schwächen (Spiel machen) gepeilt. Hier muss die Weiterentwicklung einsetzen.

Wo kann sich der FCSP nächste Saison noch verbessern? Tore erzielen. Das ist offensichtlich. Ebenso offensichtlich ist die Unfähigkeit, nach Rückständen das Spiel noch in eine positive Richtung zu drehen. Wenn wir richtig zählen (da dies während des Kaiserslautern-Spiels erfolgte, bitte keine Garantie), dann holte man gerade mal zwei Punkte nach einem Rückstand. Und besserte diese Bilanz dann auf fünf Punkte durch den Sieg gegen Kaiserslautern auf. In einem besseren Trainingsspiel.

Daran ist zu arbeiten. Das ist auch immer eine Charakter- und Leidensfrage. Häufig vermisste man diese Saison den Spieler, der mit dem Kopf durch die Wand geht und so noch einen Umschwung erzwang. Gerade am Millerntor fehlte ein Spieler, der Mannschaft und Publikum in Spiele zurück brachte und so einen Umschwung erzwingen konnte.

Das eben Geschriebene muss man aber auch immer im Lichte der starken Verbesserung im defensiven Bereich sehen. Bei uns denken halt elf Spieler zuerst einmal defensiv und häufig genug war Thys Hauptaufgabe die eines ersten Verteidigers. Das führte zu diversen Zu-null-Ergebnissen, die Basis für unseren Erfolg waren. Aber führt natürlich dazu, dass man schwer umdenken und Spiele drehen kann. Viele frühe Gegentore versauten diese Quote noch ein bisschen und gerade in der Rückrunde wurden diverse erste Halbzeiten verschlafen. Hier muss und wird an der Konzentration von der ersten Minuten an zu arbeiten sein.

Die einzelnen Spieler

Wie haben sich die einzelnen Spieler in unserer unbedeutenden Meinung gemacht? Das ist jetzt natürlich alles sehr subjektiv und aus dem Bauch heraus. Wenn ihr eine andere Meinung habt, dann können wir das nachvollziehen. Wir gehen hier mal von allen Spielern aus, welche die offizielle Homepage als Kaderspieler der ersten Mannschaft nennt.

Heerwagen: Das er ein geiler Typ ist, kann man im Millernton nachhören. Ansonsten ein Ersatztorhüter, wie man sich ihn wünscht. Teamplayer und man hat immer das Gefühl, dass er Leistung bringen würde, wenn er denn mal aufgestellt werden müsste. Bleibt uns noch mindestens ein Jahr erhalten. Wir freuen uns drauf.

Himmelmann: Rettete uns ganz viele Spiele und Punkte mit tollen Paraden. Ist auf der Linie wahrscheinlich einer der Besten. Abstöße und Strafraumberrschung fallen da schon ein bisschen ab. In einem Scouting würde das wahrscheinlich immer als Schwäche aufgeführt werden, auch weil er relativ (!) klein für einen Torhüter ist. Trotzdem einer absoluten Hightlight-Spieler dieser Saison. Bleibt uns hoffentlich noch eine Weile erhalten oder geht zumindest dahin, wo er in der ersten Bundesliga wirklich spielt.

Brodersen: Wird häufig zu DFB-Lehrgängen eingeladen und ist noch super jung. Mal sehen, was der so die nächsten Jahre zeigen kann. Talent ist allemal vorhanden. Aber der Schritt zum Profitorhüter ist immer ein großer.

Sobiech: Das Bild vom nicht wankenden Turm in der Schlacht wird jetzt mit ihm bebildert. Auch er rettete ganz viele Spiele mit tollen Leistungen. Auch immer wieder schön waren seine Noteinsätze als Mittelstürmer. Brachte dann immer wieder Torgefahr in diesen Situationen. Borussia Dortmund sollte sich nebenbei fragen, ob sie nicht zu früh die Kontrolle über diesen Spieler abgegeben haben, der ja doch Dortmunder durch und durch ist (was vollkommen okay ist). Wird nicht mehr lange brauchen, bis er erste Liga spielen wird. Vielleicht ja mit uns?

Ziereis: Verdrängte mehr oder minder Gonther aus der Startformation und dies mit wirklich starken Leistungen. Fiel dann ab, als die „XYZ will ihn haben“-Schlagzeilen aufkamen, wobei das wahrscheinlich eher an der ersten vollen Saison als Profistammspieler lag, die am Ende halt auch Spuren hinterließ. Ganz viel Talent ist vorhanden, aber noch sind auch immer wieder Fehler zu sehen. Aber das stellt man ab, wenn man Erfahrung bekommt. Die sollte er sich vielleicht noch weiter auf dem Niveau Liga 2 suchen, als gleich in das Abenteuer Liga 1 zu starten. Mal sehen, ob er und sein Berater auch so denken.

Keller: Kam ein paar mal zum Einsatz und zeigte da sehr viel Anlagen und ist ja auch ein riesiger Baum von Kerl. Wenn er uns erhalten bleibt, wird er garantiert der notwendige absichernde fünfte Verteidiger werden und seine Einsatzzeiten bekommen, auch weil er relativ flexibel auf allen vier Kettenpositionen spielen kann.

Buballa: Hey, verkaufen wir mal den Halstenberg, haben wir doch mit Buballa beinah gleichwertigen Ersatz! Wow. Lücke gesehen, Lücke gestopft. Okay, offensiv gibt es da noch Steigerungspotential, aber die Position des Außenverteidigers sucht da auch die eierlegende Wollmilchsau. Und die ist nahezu nicht zu finden. Deswegen auch der Mondpreis für Halstenberg. Er macht das gut, bleibt uns erhalten und wird weiterhin garantiert seine Zeiten bekommen.

Hornschuh: Als Last-Minute-Verpflichtung und als Backup gekommen, als Spieler mit Vertrag bis 2020 geblieben. Wer dies vorausgesagt hätte, den hätte man für verrückt erklärt. Der Junge war beim Absteiger FSV Frankfurt aussortiert worden und spielt nun beim vierten der Liga FC St. Pauli eine riesige Rolle. Womit man wieder sieht, was Umfeld, Trainer und auch ein bisschen Glück ausmachen können. Offensiv garantiert noch mit Steigerungspotential, aber das wird. Und vielleicht darf er dann irgendwann mal vor der Dortmunder Südtribüne spielen (noch so ein Dortmunder). Wenn auch in Braun-Weiß.

Eden: Als Spieler für die zweite Mannschaft geholt, der im Notfall oben aushelfen soll. Das hat er getan. Wenn er gebraucht wurde, hat er still und ruhig seine Aufgabe erledigt.

Deichmann: Ebenso Backup, wenn gefordert, war er da. Unvergessen sein spontaner Einsatz gegen Fürth. Das war großes Tennis. Verlässt uns in unbekannte Richtung. Alles Gute dazu.

Gonther: Im Team, verletzt, im Team, wieder verletzt. Das ist die Saison von unserem Kapitän. Wenn alle fit wären, wäre es ein interessanter Dreikampf um die beiden Innenverteidiger-Posten geworden, den er wahrscheinlich gegen Ziereis verloren hätte. Wobei Ziereis auch nach außen hätte spielen können. Mal sehen, ob wir diese Situation nächste Saison mal erleben.

Kalla: Wird immer mehr zu einem flexibel einsetzbaren zwölften Mann. Wird so auf keiner Position der Beste im Kader sein, ist aber zum Löcherstopfen auf allen Positionen unwahrscheinlich wichtig. Das er dazu noch in der Kabine wichtig ist, sollte bekannt sein. Wird in dieser Aufgabe weiter aufgehen, aber wahrscheinlich eher im Mittelfeld und nur in der Not in der Abwehr. Und am Ende wird er wieder 25 Spiele gemacht haben, auf dem Betzenberg getroffen haben und alles wird gut sein. Wird uns hoffentlich bis zur Rente erhalten bleiben.

Startsev: Hatte seine Zeit unter Meggle, hat dann nie wieder seine Chancen bekommen und wird uns verlassen. Es ist eben ein riesiger Sprung von den U-Mannschaften in die zweite Bundeslga. Hat hier nicht geklappt. Hoffentlich woanders. Viel Glück.

Nehrig: Umso gesünder, umso wichtiger. Kann eine echte Führungsperson sein und viel Verantwortung im Mittelfeld übernehmen. Wenn er fit ist. Deutete diese Saison seine Qualitäten an und bleibt uns deswegen erhalten.

Dudziak: Talent, Talent, Talent. Und wahrscheinlich einer der besten Spieler in unserem Kader. Der Schritt von Dortmund zu St. Pauli ist ihm aber noch nicht ganz gelungen. Oder anders ausgedrückt: Die Anpassung an die harte Wirklichkeit der zweiten Liga steht noch aus. Mal sehen, ob die nächste Saison kommt. Die Chance dazu hat er weiterhin bei uns.

Buchtmann: Spielt gefühlt schon ewig bei uns, bekommt gefühlt jedes Spiel eine gelbe Karte. Und ist doch erst 24 und bekam gerade mal sieben gelbe Karten diese Saison. Vielleicht ein bisschen zu langsam, vielleicht ein bisschen zu ungefährlich vor dem Tor; aber ansonsten einer der Spieler bei uns, die ein Spiel dirigieren und lesen können. Insbesondere im defensiven Bereich. Bleibt uns noch eine Weile erhalten, schön so.

Rzatkowski: In der Hinrunde wie in der Rückrunde in den ersten zehn Spielen der Spieler der Liga. Danach war bei ihm jeweils der Dampf raus. Das ist bei seinem Pensum auch nahezu unvermeidlich. Da muss er eben noch an Kondition arbeiten und sich vielleicht auch besser einteilen. Wird uns über kurz oder lang verlassen und sollte seinen Weg in der ersten Liga gehen. Mal gucken, ob jetzt schon für Geld oder erst nächste Saison. Sollte das österreichische Interesse wirklich für diese Filiale des Dosenkonzern geäußert worden sein, wäre es Perlen vor die Säue werfen.

Miyaichi: Verletzt. Das war seine Saison. Es wäre zu hoffen, dass er mal eine Saison fit bleibt. Könnte in dem Trainingsspiel gegen Kaiserslautern zeigen, welches Potential er hat. Er muss nun fit bleiben, die Vorbereitung komplett mitmachen und dann kann er zeigen, was er kann.

Alushi: So ein Spieler, bei dem man immer wieder brüllen will. Stopft defensiv ganz viele Löcher, macht mit seiner Technik vieles richtig und gut. Verlangsamt aber auch immer wieder das Spiel so weit, dass man verrückt wird. Verlässt uns aus persönlichen Gründen. Wir würden ihm gönnen, wenn er noch einen Verein finden würde, wo er und seine Frau gemeinsam leben und nicht zuviele KM voneinander kicken könnten. Mach es gut!

Rosin: Jo, stand im Kader.

Sobota: Könnte immer dann seine Stärken ausspielen, wenn wir mal schnell umgeschaltet haben und er Platz hatte. Ist eine unserer offensiven Waffen und sollte noch besser werden, wenn er die Bälle besser vorbereitet bekommt. Das Tor in Fürth war so etwas von technischer Sahne. Bleibt uns erhalten.

Maier: Wenn es Hannover schafft, dass der Junge konstant sein Potential abruft, dann werden sie ganz viel Spaß an ihm haben. Konstanz war drei Jahre sein riesiges Problem bei uns. Einem richtig guten Spiel folgten wieder ganz viele schlechte oder durchschnittliche Spiele. Und dann kam wieder ein Hammer. Muss sich mehr zutrauen, dann ist sein Schuss eine echte Waffe. Bisher aber eher ein Spieler, der Talent hat, es aber nicht konstant abruft. Vielleicht ja bei unserer Filiale in Hannover? Auch wenn dort ein riesiger Druck herrschen wird, mit dem (nicht nur) er klar kommen werden muss.

Litka: Jo, stand im Kader

Kurt: Hat leider auch den Sprung nicht geschafft. Es ist schade, wenn ein Junge wie er, der Balljunge war, der mit sieben Jahren in den Veren kam, dessen Augen mehr funkelten als jedes Flutlicht, wenn er am Millerntor spielte, es nicht gepackt hat. Noch trauriger ist, dass man es nicht schafft, ihm ein paar Abschiedsminuten zu bescheren. Mach es gut, Okan.

Choi: Hat den Sprung geschafft, hat sich als Ergänzungsspieler einen guten Namen gemacht und wird nächste Saison auf Einsatzzeiten drücken. Ist noch nicht ganz konstant, aber die Ansätze sind da. Mal sehen, ob er nun auch den nächsten Schritt gehen kann.

Picault: Erinnert ihr euch an das Spiel in Heidenheim? Da drehten auf dem Platz mehrere seiner Mitspieler und der Co-Trainer wegen seiner mangelnden Disziplin in der Rückwärtsbewegung durch. Das ist sein großes Defizit, an dem er arbeiten muss, wenn er mehr in der zweiten Liga werden will. Tempo, Technik und Torgefahr hat der Junge. Müsste ab und zumal noch den Kopf hoch nehmen, wenn er den Ball hat, dann wird es auch was mit Jürgen. Wenn, dann aber als zentrale Spitze. Auf den Außenbahnen ist er doch zu defensiv schwach. Bleibt bei uns, wird wahrscheinlich die Waffe von der Bank werden.

Verhoek: Irgendwie bei uns nie angekommen. Und als er ankam, Qualität bewies, da verletzte er sich. Wird es in Heidenheim hoffentlich besser haben. Viel Erfolg, Big John.

Thy: Sein Auftritt gegen Düsseldorf wird unvergessen bleiben. Seine Torausbeute über die Saison blieb eher durchschnittlich. Als Kampfsau und erster Verteidiger war er absolut überdurchschnittlich. Ob dies für Werder reicht? Wird allemal schwer für ihn, aber wer weiß? Insbesondere, da er ja auch auf anderen Positionen als zentraler Stürmer spielen kann. Viel Erfolg an der Weser. Und vergiss das Fangirl nicht.

Empen: Jo, stand im Kader.

Was ist mit dem Nachwuchs?

Liegt es an Ewald, ist die Qualität im Nachwuchs nicht da? Wir wissen es nicht. Fakt ist, dass die Durchlässigkeit, die man sich in die erste Mannschaft erhofft, nur von Choi genutzt werden konnte. Alle anderen Spieler kamen nicht annähernd an den Profibereich ran. Man kann so etwas schnell dem Cheftrainer anlasten, aber das ist natürlich sehr einfach. Es ist ja nicht so, dass unsere U23 erste ihrer Liga ist und es nicht auch ganz böse Geschichten aus diesem Bereich gibt. U. a. im Abendblatt nachzulesen. Was an diesen Geschichten dran ist, ob da vernünftig gearbeitet wird, ob sich etwas verbessern lässt, dies alles wissen wahrscheinlich nur Insider. Ob es in diesem Bereich mit Boll weiter geht, wird man sehen. Dies ist natürlich auch davon abhängig, ob sein Chef weiter macht und ob die Vorstellungen des Vereines mit den Vorstellungen von Fabian in Einklang zu bringen sind. Was man hier als Fan vermeiden sollte, ist eine emotionale Parteinahme. Wir alle wissen nicht, was gesprochen wird, und die Beteiligten werden immer nur ihre kleinen Ausschnitte der Presse weitergeben. Trotzdem würde es uns natürlich freuen, wenn Boll irgendwo im Verein seinen Beitrag weiter leisten kann.

Und außerhalb des Platzes?

Würde es eigentlich ganz gut laufen, wenn man nicht so ein bisschen Bauchweh ob der Infos vom Aktionsbündnis hätte. Man verstehe uns nicht falsch, es gibt garantiert wichtigere Dinge im Kampf gegen Homophobie als Schnürsenkel; aber die Aussage, man wolle nix mehr am Spieltag machen, lässt in dieser Allgemeinheit doch aufhorchen. Denn das die Mannschaft auch zu solchen Aktionen ermuntert wird und diese durchzieht, ist für uns ein absolut zentraler Bestandteil des FC St. Pauli.

Daher: Liebe sportliche Leitung, setzt euch mit dem Aktionsbündnis zusammen, plant da gute Dinge und wir verbuchen diese Episode unter „dumm gelaufen“. Insbesondere, da sich der Verein ja nun anders an dem Aktionstag beteiligt hat. Ein absolutes „Mannschaft macht nix an Spieltagen“ wäre jedoch in Zukunft nicht verträglich mit dem Image, dass sich der FCSP aufgebaut hat und was ihn auch nach außen prägen sollte. Wichtig ist, dass wir alle hier auch unsere kritische Distanz und unser kritisches Nachfragen behalten. NIchts ist schlimmer, als eine Harmoniesauce, in der alles abgenickt wird.

Auf den Rängen?

Die Gegengerade verkackt am letzten Spieltag mal so richtig eine Choreo. Passiert, haben andere Vereine (hallo Volkspark) auch mal was zu lachen. Halb so wild. Ganz viel Liebe an die ganzen Menschen, die immer noch unzählige Stunden aufbringen, um Choreos auf den Tribünen vorzubereiten. Und ganz viel Liebe an Menschen, die auf ihre Art versuchen, die Mannschaft anzufeuern. Egal, ob nun Ultrà-Style oder Bierpöbel-Style. Aktives Miterleben des Spieles, das ist schon viel wert.

Der Supportblock hat sich eine Trommel angeschafft und wenn man die bisherigen Spiele mit Trommel gegen die Spiele ohne Trommel vergleicht, dann scheint dies eine gute Idee zu sein. Nun sind es aber zu wenige Spiele, um hier von einer wirklichen Trendwende auszugehen.

In der Süd fehlen immer noch genügend Stimmen durch die Stadionverbote. Das hört und merkt man. Keine Frage. Mal sehen, wie lange dieses Thema noch unseres bleibt. In einer zweiten Liga nahezu ohne ernsthafte Risikospiele war es ansonsten eigentlich relativ ruhig. Trotzdem fuhr die Polizei eigentlich zu jedem Spiel groß auf. Ohne Sinn und Verstand. Aber da kannst du mit einer Steinmauer reden. Die zeigt mehr Vernunft als die Hamburger Polizei.

Nicht nur dort ist es wahrscheinlich schwierig, auf Vernunft zu hoffen. Auch bei der kleinen Gruppe an Leuten, die meinen, Spiele des FCSP für Angriffe auf ganz normale gegnerische Fans nutzen zu müssen. Sorry, aber das ist nun gar nicht FCSP-Style. Diesen macht auch aus, dass jemand aus Kaiserslautern oder von wo auch immer ganz entspannt sein Bierchen in unseren Kneipen süffeln kann, wenn er individuell korrekt ist. Egal, wie sein Verein im Großen und Ganzen drauf ist.

Mai 182016
 

Das letzte Spiel der Saison (Lesen Sie auch unseren Saisonrückblick!) gegen die Region kann aufgrund der vergleichsweise schwachen Rückrunde entspannt angegangen werden. Auch für die Gäste geht es um nichts mehr und so liegt eine entspannte Grundstimmung in der Luft.

Mosaik-Choreo und Trommeln

Auf den Stufen der Gegengerade fällt direkt auf, dass sich im Supportblock heute mal viel Platz findet. Der Flyer mit den Informationen zur Choreo in der Hand lässt schon böses vorahnen. Wende-Choreo auf der Gegengerade? Das wird doch nix! Und ja, der Verfasser sollte recht behalten. Aber ganz ehrlich, Choreos auf einer Tribüne dieser Größe sind nicht einfach. Vor allem, wenn man keine Ultrà-Gruppe mit mehreren hundert Leuten hat, die das ganze routiniert durchzieht. Keinen Vorwurf also an den Supportblock.

Ein Blick auf Youtube zeigt allerdings, dass es nicht allzu schlimm aussieht. Wie ein Mosaik ohne klar erkennbare Schriftzeichen. Geht gerade noch in Ordnung.

Was hingegen wirklich positiv auffällt, ist die Trommel (besagter Verfasser stand zuvor in der Südkurve). Es scheint relativ eindeutig zu sein, dass Gesänge koordinierter sind, mehr Leute mobilisiert und länger gehalten werden können. Unseren Respekt also auch an den Trommler, auch wenn es hier und da noch leicht am Tempo hapert

MagischerFC St. Pauli 1. FC Kaiserslautern Mai 2016

Happy Birthday, lieber FCSP!

Übrigens, an diese Stelle auch gerne ein Blick auf die Nordkurve. Habt ihr jetzt eine Trommel, Nordsupport und Co.? Das sieht aus unserer Perspektive so aus. Auf der Gegengerade hat es sich zumindest bereits bewährt.

Den Rest der Choreo finden wir übrigens ganz gut gelungen. Auch im Gästeblock sah das optisch ganz in Ordnung aus.

Die Verabschiedung der Spieler vor dem Spiel lässt uns ein wenig ratlos zurück. Dass Thy nicht zu halten ist, absehbar. Maier und Verhoek … nun gut. Als wirklich ärgerlich wird eher empfunden, dass junge Talente wie Deichmann und Kurt den Verein verlassen. Hätte man auf die nicht bauen können?

1 Spiel (wie) auf Haze

Sportlich geht es ausgesprochen turbulent los. Heftig, wie die Boys in Brown da beim ersten Angriff des FCK gedanklich noch gar nicht dem Platz sind. Weniger als der Supportblock. Und ihr, liebe Abwehr, musstet beim Anpfiff nicht mal einen Joint entflammen! Und das bei dem Wind! Aber zum Glück schlägt in den nächsten Minuten das Spiel schneller um als das Wetter. (Wow, was eine Analogie!)

Miyaichi zeigt eindrucksvoll, warum er bei vielen immer noch als Riesentalent gilt. Aber auch der Pass von Maier sei nicht unerwähnt. Super Kombination. Den zweiten Treffer nur wenige Minuten später bereitet Ryo dann selbst vor und Lennart Thy steht genau richtig.

In der zweiten Hälfte kann der lange verletzte Miyaichi dann erneut zeigen, warum er für viele ein offensiver Hoffnungsträger für die kommende Saison ist. Nicht nur erzielt er das leicht abgefälschte 3:1, auch der Schuss an die Unterkante der Latte einige Minuten zuvor zeugt von einer großen technischen Stärke bei ihm.

Darauf wird auch Maier aktiver im Offensivspiel und wurde folgerichtig mit einem Tor in der 72. Minute, vorbereitet durch Sobota, belohnt, auch wenn das Team aus der Pfalz auf die Ungültigkeit des Treffers besteht.

Der Gegenzug zum 4:2 sieht zwar ziemlich gut aus, zeigt aber auch keine realistischen Chancen mehr auf, zumal Buchtmanns Fernschuss zum 5:2 wenig später den Abstand wieder auf drei Treffer vergrößert.

Was bleibt also vom Spiel?

Maier und Thy konnten sich beide mit je einem Tor gebührend verabschieden, Miyaichi spielt verdammt stark und dieses Match reiht sich in eine lange Reihe erfolgreicher Saisonabschlussspiele am Millerntor ein.

Zwei bis fünf Bier im Jolly später ist die Saison 2015/2016 beendet. Ob das reicht, um diese Saison schließlich ansprechend abzuschließen, sei jedem selbst in der Beurteilung überlassen. Für unsere Einschätzung schaut ihr am besten in unser Saisonfazit. Also dann bis zur nächsten Serie. Euch allen eine schöne Sommerpause!

Mai 102016
 

Der Sonderzug nach Nürnberg

Es ist mal wieder so weit. Die Saison geht dem Ende entgegen, das letzte Auswärtsspiel steht an. Da und da geht es traditionell gern auf dem Schienenweg hin. Dieses Jahr ist das Frankenland das Ziel.
Zum Zeitpunkt, da man sich entschließen sollte, an der Sonderzugfahrt teilzunehmen, klang das noch besonders attraktiv. In Nürnberg kann man ja auch mal aufsteigen oder zumindest noch einen spannenden Kampf und den Relegationsplatz ausfechten. In den vergangenen Wochen aber zeigte sich, dass wir uns derartige Ambitionen in die Haare schmieren können. Naja, dann eben eine entspannte und ein bisschen sinnlose Fahrt. Oder?

Joa. Kein Motto dieses Jahr, zudem Ultrà Sankt Pauli komplett auf eigene Faust unterwegs ist aus Solidarität mit einigen Angehörigen, denen die Nürnberger Behörden mal eben ein komplettes Stadtverbot ausgesprochen haben. Da Kompromisse seitens der Behörden abgelehnt worden seien, bleibe den Diffidati die Sonderzugfahrt verwehrt – so unsere Informationen. Auch holten nicht alle der Fanclubs ihre Karten ab. Ganz schön bekloppt, andere lecken sich die Finger nach Sonderzug-Möglichkeiten und ihr lasst das liegen!? Zugegeben, man kann sich an diesem sonnenverwöhnten Maitag auch coolere Dinge vorstellen als früh aufzustehen und mehr als zwölf Stunden im Zug zu hocken (Muddern besuchen vielleicht). Aber dann sagt doch beim Fanladen ab, Kinners.

Die Hinfahrt …

… verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Ganz schön bäh, stocknüchtern aus dem Viertel aufzubrechen, während in den frühen Sonntagmorgenstunden noch zerfeierte Reste unterwegs sind! Im Zug dann wirkt es relativ ruhig auf dem Weg durch ein sonnengebadetes Land. (Hey Fanladen, wie wäre es das nächste Mal mit einem Cabrio-Zug?) Etliche Abteile sind so oder so leer, sodass auch Stehplatzfahrer sitzen können.

Moderater Alkoholismus darf natürlich nicht fehlen. Gute drei Stunden vor Anpfiff wird Nürnberg geentert und es entsteht einmal mehr dieses surreale Bild, wie eine Horde Braunweiße (früher sagte man ja auch „Schlachtenbummler“ dazu) durch einen Bahnhof gepresst wird, während teilweise behelmte Cops Spalier stehen und bedrohlich aussehen. Zum Glück nimmt die gefühlte Präsenz der Staatsmacht auf dem gar nicht mal so kurzen Weg zum Stadion etwas ab. Uns wiederfährt in der U-Bahn und auf dem Fußweg zum Grundig Stadion nichts Bemerkenswertes.

MagischerFC 1. FC Nuernberg FC St. Pauli Sonderzug Mai 2016

Es ist ein Wetter zum Eierlegen, wie Muddern zu sagen pflegt. Im Schatten der Bäume lässt es sich vor dem Einlass ins Stadion noch ganz gut aushalten, auch wenn die Versorgung Speis und Trank alles andere ales lückenlos ist. Im Stadion selbst flutscht das hingegen ganz gut. USP ist – sofern keine Stadionverbote vorliegen – dann übrigens doch da. Etliche Lappen hängen, es wird getrommelt und gesungen. Auch wenn der hier Schreibende ein bisschen Auswärtsmuffel ist und daher die Vergleichsmöglichkeiten gering sind, scheint es, als sei die Support-Leistung heute ordentlich. Ganz ganz positive Randbemerkung: Die Musikverantwortlichen vom FCN spielen Marcus Wiebuschs „Der Tag wird kommen“ vorm Anpfiff – dicken Daumen hoch!

Das Spiel hingegen …

… das lässt sich echt gar nicht mal so geil beobachten. Gut, meiner Einer ist ohnehin viel zu sehr mit Herumkreischen (und Bier, ist ja warm!) beschäftigt; aber aus dem weiten Rund erscheinen die Spieler jenseits der Laufbahnen in diesem Old-School-Stadion doch echt weit weg. In einer wohl gar nicht so schlechten Phase fangen wir uns ganz dahinten ein dummes Gegentor ein. Dann schießt auch noch das Schiedsrichtergespann einen fetten Bock, als eine deutliche Notbremse wegen Abseits nicht als solche gewertet wird. Hätte hätte, Fahrradkette.

MagischerFC 1. FC Nuernberg FC St. Pauli Stadion Mai 2016
So jedenfalls geht das Match für Braunweiß abermals in die Hose und die Tendenz der letzten Spiele weist ganz schön bekackt nach unten. Ist das ein psychischer Dämpfer, dass aus welchem Grund auch immer die Aufstiegschance so doof verdaddelt wurde? Wenn man jedenfalls die Leistung des FCSP in Halbserien betrachtet, so trübt das den Eindruck einer eigentlich guten Saison. Mal gucken, ob wir die Region nächstes Wochenende noch aus dem Millerntor boxen und damit ein versönliches Saisonfinale erleben.

Die Rückfahrt …

… da haben wir schon mehr gelacht. Der bescheidene Verfasser dieser Zeilen macht den cleveren Move, nach erschöpfendem Gelatsche durch die sommerlichen Temperaturen sich mal einen Augenblick hinzulegen – zack, ist es mitten in der Nacht und wir haben Kopf Schmerzfeld längst passiert. Was derweil im Partywagen passiert, entzieht sich so unserer Kenntnis. Aber wie heißt es eh so schön? Was im Sonderzug passiert, bleibt im Sonderzug.

Aus der geplanten Ankunft gegen ein Uhr in Hamburg wird so rein gar nix. Mehrere ungeplante Zwischenstopps, auch wegen Personenschäden auf der Strecke, halten den Sonderzug auf. Wir wissen nichts Genaues, aber wenn Menschenleben zu Schaden kommen, sind Verspätungen das geringste Übel. Jedenfalls wird es vier Uhr nachts, bis der Wohnungsschlüssel seufzend ins Türschloss sinkt und der Müll des Hafengeburtstag-Wochenendes draußen bleibt. Es ist nicht jeder zum Auswärtsfahrer geboren.

Mai 022016
 

Bevor wir uns allen anderen Dingen widmen:

Herr Kircher, egal ob Sie nun schlechter, besser oder gleich wie alle anderen Schiedsrichter gepfiffen haben. Egal ob Sie nun Freitag mal mit einem Pfiff daneben lagen oder richtig: Alles Gute für den Schiedsrichterruhestand. Wer 243 Bundesligaspiele und 127 Zweitligaspiele (Zahlen laut weltfussball.de) pfeift, der hat sehr lange seinen Kopf hingehalten und ist selten zurecht und meistens zu unrecht von den Hobbyschiedsrichtern auf der Tribüne bepöbelt worden. Dafür sei ihm nach seinem letzten Spiel auch mal ein riesiger Respekt gezollt. Einer unserer Schreiberlinge sah damals vor mehr als fünfzehn Jahren sogar sein erstes FCSP-Spiel unter Ihrer Leitung. Daher noch mal alles Gute!

So Freitag. 1860. Nicht gerade das Team, was am Millerntor viele Sympathien genießt. Das mag mal anders gewesen sein, hat sich aber auch aus diversen Gründen geändert. Eine Horde juveniler Sechziger großmäulig vor dem Spiel an der Gegengerade entlangkrakeelend ist ein Teil davon. Immerhin ein Team, was einen vollen Gästeblock macht. Das ist insofern bemerkenswert, dass wir diese Saison zu häufig Spiele hatten, wo sich nur leere Betonstufen und 150 Leute über einen Auswärtssieg gefreut haben, während man sich selbst geärgert hat. Überhaupt ist eine Heimschwäche nicht von der Hand zu weisen. Und ein Herz für Abstiegskandidaten. Gegen die letzten sechs der Tabelle lassen wir am Ende 23 Punkte liegen. Davon nur ein Drittel holen und Nürnberg würde weinen. Muss Ewald besser machen mit seinen Jungs. Kann er zum Glück noch zwei Jahre besser machen, wie der Verein gerade eben verkündete (Zeitpunkt des Schreibens).

Magischer FC St. Pauli 1860 Muenchen April 2016 Supportblock TrommelNormaler Ablauf vor einem Freitagsspiel

Viele kommen spät, viel Hektik, später viel Bier. Die Stimmung auf der Gegengerade ist zu Beginn weit über dem Durchschnitt und bleibt dies auch. Ja, wir hören sie schon wieder die ganzen Nögler und Zyniker, die immer glauben, sie müssten überall die Gegengerade hören, ständig, dauerhaft. Vielleicht wäre mal auch ein bisschen Grundwissen an Akustik ganz hilfreich in der Beurteilung von Tribünen, die nicht die eigene ist. Es gibt eine Änderung. Der Supportblock hat sich eine Trommel zugelegt. Die Aktivisten haben gehadert, lange mit sich gerungen, wir haben es letztens auch provokativ gefordert. Und der Versuch ist aus der im Nebenblock stehenden Perspektive ein Erfolg. Der Supportblock dringt lauter, häufiger ins Ohr und Fangesänge brennen mal länger als ein Strohfeuer. Trotz der besagten schwierigen Akustik. Hoffentlich hält das eine Weile an! Schön auch die bunte Chroeo, zu sehen u. a. bei Groeni.

Leider kann die Mannschaft nur bedingt das Feuer des Blocks aufnehmen. Der Gegner rennt wie von Löwen gehetzt und wir halten halbwegs vernünftig dagegen. Typisches 0-0, wenn uns jemand fragt. Denn wirkliche Torgefahr strahlen beide Mannschaften nicht aus. Der Gast kommt nicht so weit, der Gastgeber schon, aber die meisten Angriffe enden in einem genervten „Schieß doch!!!!“ von den Tribünen. Wer hat unseren Jungs eigentlich abgewöhnt, aus der sogenannten zweiten Reihe zu schießen? Dabei haben wir doch Leute, die echt Brände aus dieser Entfernung entfachen können. Gerade Maier müsste sich viel häufiger ein Herz nehmen. Die Hamburger Presse schreibt was von „gefährlichen Distanzsschüssen“ durch ihn. Haben wir ehrlich gesagt nicht gesehen. Gilt ebenso für den Rest der Truppe.

Magischer FC St. Pauli 1860 Muenchen April 2016
Dann spielt Alushi einen Traumpass. In den Fuß des Gegners. Das Unglück ist nicht mehr aufzuhalten. 0-1. Ein Spielerbashing werdet ihr hier nicht lesen. Passiert. Schwamm drüber. Draus lernen, auch im älteren Fußballeralter und weiter machen. Macht unsere Mannschaft auch. Kommt regelmäßig bis 20 Meter vor dem Tor, aber dann fehlt halt der letzte Ruck. Vielleicht auch der Spieler, der mit dem Kopf durch die Wand will. Fafa vielleicht? Aber wenn es mal knapp wird, dann springt der Ball auch immer so, dass 1860 das notwendige Glück hat. Es fehlt der Killer. Es fehlt auch ein Abnehmer für die reichlichen Flanken unserer Jungs. Denn auf Außen wird sich mehrfach durchkombiniert und geflankt. Aber Fafa ist kein Hrubesch. Und eine Alternative haben wir da gerade nicht.

Dann spielen wir irgendwann alles oder nix und es wird nix

Auch weil Alushi seinen zweiten Bock schießt, nun aber unter anderen Voraussetzungen. Es muss schnell gehen, es ist spät im Spiel, er geht volles Risiko. Und es misslingt. Wäre beim Stand von 1-0 nicht passiert.

Begeistern kann das alles nicht. Es mag ein halbwegs vernünftiges Spiel aus der Sicht eines Trainers gewesen sein, der Ärger als Tribünenbesucher überwiegt allerdings. Zwar mag ein Klassenerhalt von FSV Frankfurt und 1860 für uns am Ende selbst besser sein als ein Paderborner Klassenerhalt (von wegen Fernsehgelder), aber Rationalität und Fans muss sich schlecht vertragen. Das ist nebenbei auch der vollständige Kommentar zum Thema „Hummels“. Wenn ein Fan nur noch kalt analysiert, dann ist er kein Fan mehr.

Das war es auch schon. Wir freuen uns auf eine entspannte Sonderzugfahrt nach Nürnberg.