Sep 282015
 

Sonderzug? Mitten in der Saison? Ungewöhnlich. Und dann noch mit einem Regionalzug von Metronom – einer Firma, die in letzter Zeit nicht gerade dadurch aufgefallen ist, dass sie mit dem Phänomen Fußballfans gut umgegangen wäre.

Kurz nach sechs Uhr geht es also in Richtung Paderborn und kurze Zeit später haben wir die üblichen Schlangen an den wenigen Klos. Diese Notsituation wird durch ein spontanes Hochwasser in Nienburg/Weser gelöst. Details verschweigen wir.

Werbung für das Unternehmen Metronom machen der Lokführer und die Schaffnerin, die einfach cool agieren. Danke dafür. Und das der Zug mit Fanladen-Logo gebrandet ist, ist natürlich auch super.

Versuch macht kluch

Das Ganze ist auch als „Versuch“ gekennzeichnet und so wird immer wieder zu Zurückhaltung aufgerufen. Ob das nun ein gelungen ist, möchten wir nicht beurteilen. Klar ist der Zug dreckig, aber Schäden haben wir bisher nicht gesehen (Stand erste Stunde Rückfahrt). Dass einige Leute in der Gruppe ihren Aufräumsinn haben und andere diesen vergessen, ist wahrscheinlich auch keine neue Erkenntnis der Gruppendynamik. Und das sind dann keine seltenen Gäste in Fanladen-Gefährten, die sich vergessen. Und so wird dann auch von vielen anderen Leuten die Fahrt doch als grauslich eingeschätzt. Wir mögen das aus unserer subjektiven Sicht nicht beurteilen. Dass einige Leute keinen Sitzplatz hatten, war garantiert suboptimal, wurde aber bei uns in lockerer Rotation gelöst.

Ansonsten gilt ja immer, dass was im Sonderzug passiert, auch im Sonderzug bleibt. Daher ist vom Flachwitz-Battle auch nur die Überschrift verewigt.

In Paderborn dann der Pendelbus des Grauens. Als Polizei muss man seine Anwesenheit eben durch eine Kesselung und einem Pendelbuszwang rechtfertigen. Und wenn einige Leute einfach nur ein Bierchen trinken gehen wollen, dann muss man ein riesiges Gerenne beginnen. Wir wollen mal wetten: Führe man so ein Spiel mit 15 Polizisten und ließe den Rest zu Hause, es würde nicht mehr passieren.

Vollbier – ohauaha!

Unser Merch hatte den Ausschank wieder mit unseren „Refugees Welcome“-Shirts ausgestattet. Und gut war der Service auch. Pommes im Eiltempo. Und echtes Bier! Gefährlich!

Im Block dann doch eine erhebliche Enge und wir in der ersten Reihe. Die Blöcke in Paderborn sind auch einfach doof aufgeteilt und organisiert. Mal ganz davon ab, dass eine mittige Befüllung immer mehr Sinn macht als die von unten. Und letzteres ist in Paderborn die Bauidee.

Neben uns stieg der Vorsänger auf den Za… äh das Geländer und ab geht die wilde Hatz. Der Witz dabei: Zwischendurch kann man mit diesem Vorsänger noch Fachgespräche führen. Soviel zu „interessieren sich nicht für Fußball“.

Hier kein Tor, da kein Tor

Auf dem Platz spielen wir 45 Minuten auf ein Tor und machen die Bude einfach nicht. Echt ärgerlich. Es werden beste Chancen vermasselt. „Irgendwann rächt sich das mal“, ist der Satz, der in der Halbzeit häufig zu hören ist.

Aber nicht nur heute, muss man nun sagen. Paderborn war sehr nah dran. Aber knapp daneben ist bekanntlich daneben. Was uns fehlt: ein lässiger Knipser und die Ruhe, Konter entspannt zu Ende zu fahren. Aber das ist jammern auf hohem Niveau, denn erneut steht die Abwehr und das super. Und vorne wird das auch wieder besser klappen. Ungeschlagen mit fünf Punkten aus einer Englischen Woche zu gehen, das passt doch.

Rückweg zum Zug. Wieder Polizeiauftritt und fertig ist der Tag. Kein Ticket zu haben ist ziemlich doof, insbesondere wenn man dies vorsätzlich nicht hat. Dann noch mit Ordnern und Fanladen rumzumeckern ist die Garantie, einen Satz heiße Ohren zu bekommen. Zu Recht.

Wir widmen uns der Vernichtung von Zeit und Getränken. Läuft.