Sep 282015
 

Sonderzug? Mitten in der Saison? Ungewöhnlich. Und dann noch mit einem Regionalzug von Metronom – einer Firma, die in letzter Zeit nicht gerade dadurch aufgefallen ist, dass sie mit dem Phänomen Fußballfans gut umgegangen wäre.

Kurz nach sechs Uhr geht es also in Richtung Paderborn und kurze Zeit später haben wir die üblichen Schlangen an den wenigen Klos. Diese Notsituation wird durch ein spontanes Hochwasser in Nienburg/Weser gelöst. Details verschweigen wir.

Werbung für das Unternehmen Metronom machen der Lokführer und die Schaffnerin, die einfach cool agieren. Danke dafür. Und das der Zug mit Fanladen-Logo gebrandet ist, ist natürlich auch super.

Versuch macht kluch

Das Ganze ist auch als „Versuch“ gekennzeichnet und so wird immer wieder zu Zurückhaltung aufgerufen. Ob das nun ein gelungen ist, möchten wir nicht beurteilen. Klar ist der Zug dreckig, aber Schäden haben wir bisher nicht gesehen (Stand erste Stunde Rückfahrt). Dass einige Leute in der Gruppe ihren Aufräumsinn haben und andere diesen vergessen, ist wahrscheinlich auch keine neue Erkenntnis der Gruppendynamik. Und das sind dann keine seltenen Gäste in Fanladen-Gefährten, die sich vergessen. Und so wird dann auch von vielen anderen Leuten die Fahrt doch als grauslich eingeschätzt. Wir mögen das aus unserer subjektiven Sicht nicht beurteilen. Dass einige Leute keinen Sitzplatz hatten, war garantiert suboptimal, wurde aber bei uns in lockerer Rotation gelöst.

Ansonsten gilt ja immer, dass was im Sonderzug passiert, auch im Sonderzug bleibt. Daher ist vom Flachwitz-Battle auch nur die Überschrift verewigt.

In Paderborn dann der Pendelbus des Grauens. Als Polizei muss man seine Anwesenheit eben durch eine Kesselung und einem Pendelbuszwang rechtfertigen. Und wenn einige Leute einfach nur ein Bierchen trinken gehen wollen, dann muss man ein riesiges Gerenne beginnen. Wir wollen mal wetten: Führe man so ein Spiel mit 15 Polizisten und ließe den Rest zu Hause, es würde nicht mehr passieren.

Vollbier – ohauaha!

Unser Merch hatte den Ausschank wieder mit unseren „Refugees Welcome“-Shirts ausgestattet. Und gut war der Service auch. Pommes im Eiltempo. Und echtes Bier! Gefährlich!

Im Block dann doch eine erhebliche Enge und wir in der ersten Reihe. Die Blöcke in Paderborn sind auch einfach doof aufgeteilt und organisiert. Mal ganz davon ab, dass eine mittige Befüllung immer mehr Sinn macht als die von unten. Und letzteres ist in Paderborn die Bauidee.

Neben uns stieg der Vorsänger auf den Za… äh das Geländer und ab geht die wilde Hatz. Der Witz dabei: Zwischendurch kann man mit diesem Vorsänger noch Fachgespräche führen. Soviel zu „interessieren sich nicht für Fußball“.

Hier kein Tor, da kein Tor

Auf dem Platz spielen wir 45 Minuten auf ein Tor und machen die Bude einfach nicht. Echt ärgerlich. Es werden beste Chancen vermasselt. „Irgendwann rächt sich das mal“, ist der Satz, der in der Halbzeit häufig zu hören ist.

Aber nicht nur heute, muss man nun sagen. Paderborn war sehr nah dran. Aber knapp daneben ist bekanntlich daneben. Was uns fehlt: ein lässiger Knipser und die Ruhe, Konter entspannt zu Ende zu fahren. Aber das ist jammern auf hohem Niveau, denn erneut steht die Abwehr und das super. Und vorne wird das auch wieder besser klappen. Ungeschlagen mit fünf Punkten aus einer Englischen Woche zu gehen, das passt doch.

Rückweg zum Zug. Wieder Polizeiauftritt und fertig ist der Tag. Kein Ticket zu haben ist ziemlich doof, insbesondere wenn man dies vorsätzlich nicht hat. Dann noch mit Ordnern und Fanladen rumzumeckern ist die Garantie, einen Satz heiße Ohren zu bekommen. Zu Recht.

Wir widmen uns der Vernichtung von Zeit und Getränken. Läuft.

Sep 242015
 

(frei nach Knorkator)

Potzblitz, das läuft ja wie am Schnürchen in diesen Tagen! Mit einem völlig ausreichenden 1:0 wurden die Heiden heim geschickt und weiter beißt sich der FCSP an der Oberkante der Zweitligatabelle fest. Jungs, was macht ihr da? Damit können wir doch gar nicht so richtig umgehen!

Mag mittwochs noch beschissener sein als montags, das kommt zumindest nicht so häufig vor. Findige Menschen machen früh genug Feierabend oder nehmen sich da gleich ganz frei, um nicht zu spät auf die heiligen Stufen zu kommen. Klappt, jedenfalls bei uns. Das Millerntor ist entsprechend dünn besetzt für unsere Verhältnisse. Heidenheim – immerhin 1312 Kilometer Hin- und Rückweg (Angaben laut Gästeblock-Plakat) – hat keine 1000 Fans mobilisieren können. Auch auf der Gegengerade wirkt es zunächst, als hätte der Supportblock bereits am Anfang des Monats seine gesamte Rente versoffen.

Kick-off in der Nachmittagssonne

Lasset die Herren also gegen das Leder treten, während die Sonne zu dieser ungewöhnlichen Uhrzeit ein paar Minuten noch fies in die Visage piekt. Oh, Verhoek in der Startelf? Das kann ja was werden. Nun, der FCSP geht mit breiter Brust in die Partie, auch wenn die kurze Bilanz gegen den FC Heidenheim eher uncool ist mit zwei Niederlagen. Die vergangenen Wochen ließen uns ja durchaus froh werden. Und so wird die erste Halbzeit eine starke, in der sich die Gäste oft nur mit Fouls behelfen können und bald vierfach gelbbelastet sind.

Was bei uns wieder nicht recht läuft, ist der letzte Pass. Vor allem Flanken kommen unpräzise an. Ein Pfostentreffer bei uns (tatsächlich Verhoek?), ein Abseitstor bei denen. Dann ist da diese 34. Minute, in der Maier das Ei auf den Fuß bekommt und nach ein paar Metern vor dem Strafraum endlich zuhört, wie der Block „Schieß doch endlich“ brüllt. Maier schießt, Maier trifft. Woohoo! Nun wachen auch die Singfaulen auf den Rängen allmählich auf. Der Kollege vom Übersteiger schreibt immer nach jedem Tor von Maier, dass er nun hoffentlich das Selbstvertrauen mitnimmt. Scheint zumindest nach dem 2:0 gegen Duisburg geklappt zu haben, denn heute guckt er sich die Lücke wie so ein Großer aus und setzt den Ball genau da hin, wo er hin muss.

St. Pauli FC Heidenheim September 2015

Gut steht ihr, Burschen!

Nach dem Wechsel geht es ordentlich weiter, allerdings lässt unser Zug zum Tor nach. Dabei sind die stark gelbgefärbten Heidenheimer recht weit von uns weg, aber eben auch tief zurückgezogener. Das wird noch gravierender, als Heideheim aus der Konsequenz der erste Hälfte plötzlich nur noch zu zehnt agieren kann – gelb plus gelb macht rot, ihr kennt das. Müde wirken die Recken auf dem Rasen, viele von denen spielten ja auch gerade erst in Braunschweig. Und Verhoek ist und bleibt lauffaul.
(Unsere interne Diskussion zu diesem Satz verlief ungefähr wie folgt: „Finde den gar nicht lauffaul“ „Doch“ „Okay, Argumente ausgetauscht.“ )

Hoffen wir mal, dass Alushi sich nicht zu doll verletzt hat. Die Leistungssteigerung bei ihm ist schon bemerkenswert. Erwähnt seien noch die ganz vielen Fleißpunkte, die sich Dudziak erarbeitet. Immer unterwegs. Und noch etwas unglücklich. Da zeigt sich, was „fehlende Abstimmung“ bedeutet. Aber das kann er lernen und dann eine echte Verstärkung werden.

Die letzten 20 Minuten sehen trotz richtiger Wechsel nicht mehr so ansehnlich aus, sodass der Schlusspfiff schon ein wenig erlösend ist. Vom Gegner kam auch nichts Zwingendes mehr. Immerhin ist Schnecke wieder fit.

Vom Pferd, das nur so hoch springt, wie es muss

Und wisst ihr was? Indem genau solche Spiele gewonnen werden, die sonst so sehr nach 0:0 riechen, macht man was verdammt richtig in Liga 2. Wir stehen da nicht auf Platz 2 oder 3, weil andere Teams Mitleid mit uns haben. Nee nee, ihr Lieben, da stehen wir, weil das Glück mit den Tüchtigen ist (das Phrasenschwein grunzt und schmatzt).

In der zweiten Liga gilt auch dieser amerikanische Spruch von der Offensive, die Zuschauer gewinnt und der Defensive, die Titel gewinnt, sehr stark (auch wenn das grundsätzlich umstritten ist). Und mit vier Gegentoren stehen wir da an Stelle eins. Der Blick auf die Tabelle zeigt ebenfalls, dass die Gegner bisher viermal aus den ersten Acht kamen und viermal aus den zweiten Acht. Also nicht nur Kanonenfutter. Es scheint, als hätten sich so viele negative Dinge der Vorsaison bei uns ins Gegenteil verkehrt. Wir werden nicht müde, festzustellen, was Lienen für ein Glücksfall für St. Pauli ist.

So, hoffentlich finden wir alle noch eine gehörige Mütze Schlaf, bevor es Sonnabend mit dem Zug nach Ostwestfalen geht. Ajajaj, wird das früh. Wahrscheinlich wird die Bahn aus Eisen über Bummelstrecken geführt, sodass wir auch noch Westostfalen kennenlernen. Naja, was soll’s. Sind ja nicht zum Spaß da. Könnte auch das schwierigste Spiel dieser schnellen Woche werden, stehen die doch mit dem Rücken zur Abstiegswand. Ob Ewald schon unseren Ruf als Aufbaugegner beseitigt hat? Wir werden es sehen. Ach ja, wenn jemand eine gute Lokation kennt, die um 10:30 Uhr Kaffee, Bier und Frühstück in Paderborn serviert: Wir sind für Tipps dankbar.

Sep 222015
 

Liebe Leute,

was für eine Wohltat diese Saison doch bisher ist. Wer hätte das am Ende der vergangenen Spielzeit gedacht, dass wir zu diesem Zeitpunkt dort stehen, wo wir stehen. Es darf auch einfach mal arm an Stress sein im braunweißen Mikrokosmos. Schließlich war die Woche davor schon wieder turbulent – wir sagen nur noch mal #bildnotwelcome – und die folgenden Tage versprechen es nicht weniger zu sein.

So denn, es ist Sonntagmorgen und der Supportblock-Bus ruft den hier tätigen Zeilenschmied. Für eine Bus-Auswärtsfahrt, die Unsereins lange nicht mehr unternahm, geht es wirklich entspannt zu. Locker flockig zuckelt die Röhre durch Niedersachsen. Bierchen hier, Quiz da, Familientreffen in Allertal, ihr kennt das.

Wir sind ja nicht aus Zucker – oder doch?

Braunschweig also. Hier passiert vor dem Spiel wenig, was erzählenswert wäre. Die Schnittlauchfraktion filzt einen Shuttle-Bus kräftig durch, ist auf den letzten Metern zu sehen. Grund wohl eine zu Bruch gegangene Scheibe. Man erinnere sich an Darmstadt. Gleiches Malheur, hat da nur niemanden interessiert. Fakt ist: Scheiben sind nicht zum euphorisch Draufklopfen da.

Am Stadion verziehen sich die harten BFEler bei drei Regentropfen in ihr Gefährt, muhaha. Das Wetter ist aber auch ungemütlich! Einmal mehr wirkt die Präsenz der Behelmten arg übertrieben. Zu Stress kommt es im Vorfeld aber nicht, so weit wir sehen.

Dann also hinein in das Rund. Alkoholfreies Wolters Pils lassen wir mal besser sein, auch wenn der obligatorische Kater durch Ausnüchtern droht – bleibt zum Glück aus. Das Bier wird auch nicht dadurch besser, dass die Ausschenker „unsere“ Refugees welcome“-Shirts tragen und uns ein gutes Spiel wünschen. Eifrig singen wir uns warm. Als obergeile Socke erweist sich wieder einmal Chewald, der jeden Personenkult im Keim erstickt. Einfach nur ’n dickes Herzchen, du Guter!

Ewald-Lienen-Sprechchöre. Er wehrt ab, zeigt auf die Mannschaft und das Wappen. Wir lieben dich, auch dafür!

Posted by magischerfcblog on Sonntag, 20. September 2015

Es rollt der Ball, während die Braunschweiger etwas zündeln und offenbar einem verstorbenen Mitstreiter huldigen. Nach dieser respektablen Geste ist von den Heimfans aus unserem Blick- und Hörwinkel nichts mehr zu hören und nur noch Dünnschiss zu sehen. Also wirklich: Ein Banner „#USP not welcome“ zeugt einerseits davon, dass die Bumsbirnen das Prinzip Hashtag nicht verstanden haben (Funktioniert nicht mit Leerzeichen, Dudes!). Viel schlimmer aber, dass so eine wertvolle Diskussion – und das ist die um die mehr als zweifelhafte Rolle der „Zeitung“ mit den vier Buchstaben in unserer Gesellschaft schließlich – ins Lächerliche gezogen wird. Setzen, sechs. Und viel direkter kann man auch ein „hey wir sind rechte Volltrottel und wollen keine Geflüchteten“ heutzutage wohl nicht mehr ausdrücken.

In diesem Zusammenhang ist die Wandlung einiger Szenen doch positiv zu erwähnen. Dortmund und Düsseldorf seien mal als Beispiel genannt. Szenen, die vor nicht allzulanger Zeit das „unpolitisch“ zum Maßstab machten und damit ihre eigene Duldung von rechten Gruppen vertuschen wollten. Und nun Stellungnahmen (hier und hier), die einem das Herz aufgehen lassen? Klar, das sind keine knallharten, Adorno lesenden Antifaschisten; aber wenn man mal bedenkt, wo die herkommen, dann ist dies doch ein bemerkenswerter Schritt. Mehr davon!

Ansonsten ist genug über die Kampagne einer Hetzzeitung geschrieben worden. Es ist schön, dass sich eine Mehrheit der 2. Liga dem ganzen letztendlich entzogen hat.

Fußball! In der ersten Hälfte haben unsere Herren ein spürbares Übergewicht, was angesichts des Torverhältnisses von Braunschweig in den vergangenen Spielen durchaus hervorzuheben ist. Zentimeter fehlen zur Führung, als Sobotas Bombe von Gikiewicz noch an die Latte gelenkt wird. Und auch weitere gute Chancen stehen auf der Habenseite. Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gefangen. Erinnert gerade an eine Frage in unserem Busquiz: Wie nennt man ein Kaninchen im Fitnessstudio? Richtig, Pumpernickel.

Eintracht Braunschweig St. Pauli September 2015

Statt weiterer blöder Witze hier noch ein Bild.

Contenance. Wir sind schließlich nicht zum Spaß hier. Als eine Weile nicht Auswärtsgefahrener wirken unsere Vorsänger erstaunlich aggro, als ob sie mit dem Support sehr unzufrieden seien. Auf uns macht die Sanges- und Klatschleistung des FCSP-Blocks einen soliden bis guten Eindruck, trotz spürbarer Unterhopfung.

Gehen wir mal in die zweite Halbzeit. Hier lassen die Boys in Brown leider nach und nach mehr zu für die Eintracht, vor allem in der letzten Viertelstunde sieht es zeitweise sehr bedenklich aus. Lasse „die lebende Wand“ Sobiech köpft drölfmillionen Mal den Ball weg. Sowieso stark, was der Junge zur Zeit spielt. Hat der schon einen Zweikampf verloren diese Saison? In der 89. Minute steht Braunschweig dann aber blank. Doch vor der Hölle steht der Himmelmann und rettet schlussendlich einen Punkt.

Nehmen wir!

Ein torloses Remis, was ist denn das für ein sch…on recht zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man sich erneut die Serie von Braunschweig und die einseitige Schlussphase dieser Partie vor Augen hält. Der Abpfiff verleitet mit dem Resultat zwar niemanden von uns zu Jubelstürmen, aber wir haben auch schon lauter gemeckert. Im Ernst: Den Punkt nehmen wir gern mit nach Haus. Vor uns liegen in dieser Woche noch zwei knackige Aufgaben, auch wenn Paderborn bereits ziemlich unten drinsteckt. Und halten wir uns noch mal vor Augen: Auf diese Anzahl Punkte mussten wir in der Vorsaison 19 Spieltage warten. Guckt mal, wo wir stehen!

Die Rückfahrt verläuft abermals sehr entspannt. Diesmal keine Bullen-Eskorte, nur ein bisschen harmloser Stau. Fast unwirklich zivilisiert ist es im Bus und ganz ohne Brummschädel erreicht die Tour wieder die heimatlichen Gefilde. Voll okay, für brauchen ja noch Energie für die nächsten Tage.

Sep 162015
 

Ihr seid es gewöhnt, dass wir Quellen der Berichterstattung verlinken. Ausnahmsweise machen wir das hier nicht und bitten auch in den Kommentaren auf Verlinkungen zu verzichten.

Kai Diekmann als persona non grata zu bezeichen, sollte Konsens bei jedem FCSP-Fans sein. Dieser regte sich auf Twitter auf, dass der FC St. Pauli angeblich Refugees not welcome heiße und dies die AfD freuen werde.

In seinem Schmierenblatt war dann online kurze Zeit später zu sehen, dass der #fcsp die Aktion der DFL/Hermes/Blödzeitung „boykottiere“. Wie die 11 Freunde schon schrieben: aus gutem Grund!

Erst mal: Alle Liebe dieser Welt an unsere Verantwortlichen, dass sie sich eben nicht mit der Zeitung gemein machen. Der Übersteiger zitiert da nicht zu Unrecht Max Goldt. Mehr muss man dazu nicht sagen. Und sollte es euch noch soviel Ärger geben: Wir lieben euch mehr dafür, als wenn ihr uns die Meisterschale gesichert hättet. Das sind eben diese Ideale, die man bei aller Anpassung an den modernen Fußball nicht verraten darf.

Man will unserem alten Präsidium gar nix unterstellen, aber wir befürchten, dass die sich wieder gewundert hätten, warum in Braunschweig im Block Anti-Blödzeitung-Plakate gehangen hätten und man ihnen einen Vorwurf aus dieser Aktion gemacht hätte.

Das Diekmann in seiner Trutzburg Kritik an seinem Hetzblatt nicht annähernd verarbeiten kann, ist zwar vorhersehbar, aber trotzdem immer wieder bemerkenswert. Nur so kommt er auf die Idee, solche Unterstellungen zu schreiben. Darüber lächeln wir natürlich nur kurz, wir wissen wer wir sind. Und was wir sind.

Leider wird es wieder so sein, dass nur der FCSP ausscheren wird. Im Fußball ist es leider immer noch so, dass man über jedes Stöckchen springt, was dieses Blatt hinhält. Umso wichtiger wäre es, wenn nun Ultras, Fanabteilungen, Supporter etc. mal ihren Vereinsoberen erklären würden, dass dieses Blatt eben nicht „den normalen Fußballfan“ repräsentiert und die organisierten Fans mehr als genug haben von diesem Blatt. Und sie lieber was Eigenes machen sollen, als diese Drecksaktion zu unterstützen.

Denn klar ist auch: Die Zeitung lebt in großen Teilen auch davon, sehr gute Kanäle in die Interna von Fußballvereinen zu haben. Und das kommt auch wegen ihrer angeblichen Macht. Wird diese von Vereinen infrage gestellt, dann ist der Sportteil eben nicht mehr gut und diese Zeitung verliert noch mehr an Auflage. Was ihre Macht weiter schmälert.

Daher, liebe organisierte Fans: Jetzt ist eure Minute gekommen. Nicht, wenn die Mannschaft in Freiburg auf den Eimer bekommt, sondern jetzt. Genau jetzt.

#bildnotwelcome

Ach ja: Liebe #fcsp-Fans mit Twitter, immer noch genügend von euch folgen Mitarbeitern dieser Zeitung, die privat FCSP-Fans sind. Warum eigentlich?

Sep 152015
 

Ihr Guten,

manchmal nehmen wir es doch gern an, dass das Glück einen dicken Haufen ins Millerntor scheißt. Und noch schöner wird es, wenn dann auch noch die Tüchtigkeit auf den Dusel folgt und wir uns nicht allein bei den Schicksalsgöttern bedanken müssen.

Ein außergewöhnlicher Spieltag zumindest für einen Teil von uns. Zu Gast ist C. aus England, ein trampender Blogger auf der Suche nach Fußball. „Du hast ihn gefunden“, bekommt er mehrfach zu hören, nachdem wir ihn vorgestellt haben. In der Tat leuchten seine UK-Football-getrübten Augen an diesem Montagabend wie Flutlicht. Fantastisch, wenn man durch äußere Wahrnehmung einmal aufs Neue spüren darf, welches Glück wir als Anhänger des FCSP haben.

Oh, da sind wir wieder beim Glück. Kommen wir also aufs Spiel zu sprechen. Wohlgestärkt und eifrig Hände geschüttelt geht es auf die Gegengerade. Montag ist zum Kotzen, jupp. Wenig Duisburger sind da, wen wundert’s. Dennoch ist das Millerntor ausverkauft, wie später zu hören sein wird. Wir hätten C. einen richtigen Spieltag mit Choreo und Konfetti gewünscht, doch Grund zu klagen sieht er nicht. Sanges- und Klatschleistungen sind solide für einen Montagabend.

Leichtigkeit sieht anders aus

Die Braunweißen tun sich schwer heute. Auch das scheint nicht ungewöhnlich, spielen wir doch so gern Aufbaugegner für am Boden liegende Mannschaften. Da kommt der massiv hinten stehende Tabellenletzte ja gerade recht. Räume eng bereits im hinteren eigenen Mittelfeld schmeckt unserem Aufbau nicht. Chancen sind Mangelware auf beiden Seiten, plötzlich rappelt es fast auf der falschen Seite, doch um das Tor herum haben die Erfinder des Fußballs mal so ein paar Pfosten gebaut. Nützliche Teile!

Abschlüsse unsererseits hauen nicht recht hin und unsere Jungs scheinen nicht optimal eingespielt. Die Abstimmung wirkt unbeholfen. Mit Hornschuh und Dudziak stehen zwei Neuzugänge in der Startelf, Picault soll letzteren in der zweiten Hälfte ablösen. Alle machen aber einen guten Eindruck.

St. Pauli Duisburg September 2015

Da schimpfen sie noch gemeinsam.

Während es sich in einer weiterhin recht zähen zweiten Hälfte schon nach einem torlosen Remis anfühlt, kommt plötzlich ein Elfmeterpfiff aus dem Nirgendwo. Wir haben uns das Vergehen noch mal später angesehen – da ist schon sehr viel Wohlwollen seitens des Schiedsrichters im Spiel, dass er auf den Punkt zeigt. Konzessionsentscheidung wegen vieler vorheriger Benachteiligungen des FCSP? Wer weiß.

Wie schon gesagt, wir greifen doch einfach mal zu. Nachdem der Duisburger Keeper versucht, mit Faxen von seiner Nervosität abzulenken oder den Schützen Lasse zu irritieren, klopft Sobiech das Rundstück humorlos in die Maschen. Bäm! C. fällt zum Glück die Kamera nicht aus der Hand.

Von Kanonen und Rohrspatzen

Das Ganze schmeckt dem Duisburger Trainer gar nicht, er schimpft – ja irgendwie zurecht – herum und wird auf die Gegengerade geschickt. Die Leute dort nehmen ihn wohl recht herzlich auf, auch wenn da Bier an Stellen geraten sein soll, wo es nicht hingehört. Putzig finden wir, wie später die halbe Gegengerade dem Letteri applaudiert.

Es kommt dankbarerweise am Ende noch ein Basti Meier vor den Strafraum und schießt einfach mal aus rund 20 Metern. Huch, der geht ja rein? Sah nicht so unhaltbar aus, trotz eigenartiger Flugkurve. Wir sind erlöst, brennt nun doch gewiss nichts mehr an. Duisburg ist auch nur noch zu zehnt, weil sich Wiegel verletzt und Letteri sein Wechselkontingent ausgeschöpft hat. Oh je, gute Besserung.

Abpfiff & Glückseligkeit. Seit mehr als einem halben Jahr und neun Heimspielen sind wir am Millerntor ungeschlagen. Darauf kann man gern mal aufbauen. Das war heute kein Glanzleistung, aber hey, so funktioniert Fußball eben auch mal. Der Blick geht weiter nach oben in der Tabelle, wir mögen das. Die nächsten Tage werden hart, eine Englische Woche steht an. Ganz gut, dass sich jetzt schon mehrere Neuzugänge ausprobieren durften; so hat Ewald (Teufelskerl, ehrlich!) mehr Auswahl.

Das Spiel ist vorbei, der Abend lange nicht. Mit C. geht es noch in die Fanräume und ins Jolly. Er zweifelt, dass sein weiterer Europatrip dieses Erlebnis noch toppen mag. Können wir nicht sagen, aber schön, wenn es gefallen hat. Sobald sein Blog steht, werden wir’s mal verlinken. Have a nice trip, chap!