Mrz 032015
 

oder

Bis zum bitteren Ende

Ach Loide,

ihr habt’s doch selbst gesehen. Uns fehlt jedenfalls die Muße für eine tiefgreifende Analyse des Kicks gegen Erzgebirge Aue. Wir waren eh nur in halber Stärke vor Ort und erlebten nach einem hastigen Vorspiel – absehbar ist das Stadion bei so einem Tabellenplatz und Wetter ohnehin so dünn gefüllt, dass es kein Problem ist, eine halbe Stunde vor Anpfiff den Supportblock zu entern – einen nervenaufreibenden Rasenquark ohne Happy End. Da hilft auch kein noch so heftiges Brüllen. Stimmungsmäßig können wir durchaus feststellen, dass es trotz (oder aufgrund?) der Lage des FCSP noch relativ wenig zu meckern gibt.

Was wir nun, nachdem wir den Spieltag noch etwas sacken lassen konnten, feststellen: Es sieht wirklich zappenduster aus. Mehrere Sechs-Punkte-Spiele mit völlig unzureichenden Ergebnissen liegen hinter uns. Die Zukunft kann sehr hässlich werden. Wenn die Hoffnung auch zuletzt stirbt, dass der FCSP den Klassenerhalt schafft, so rechnen wir kaum noch damit.

Woran liegt’s?
Ist es die sprichwörtliche Scheiße am Fuß, ist es ein Mentalproblem, ist es doch irgendwo fehlende Qualität im Team? Wer sind wir, dass wir das wüssten. Aber so, wie die Boys in Brown im neuen Jahr auftritt, können wir es vergessen, nächstes Jahr noch zweitklassig zu spielen.

In jedem Fall wäre es naiv, sich nicht mit dem Szenario „Dritte Liga“ auseinanderzusetzen. Und das macht echt Angst. Es geht uns gar nicht darum, dass uns die Situation da unten sportlich allzu sehr ein Dorn im Auge wäre. Zugegeben, die unattraktiven bis ätzenden Gegner eine Etage tiefer sind schon mal kein schöner Gedanke. Vor allem aber machen wir uns um die finanzielle Situation ernste Sorgen.

2015-03-01 13.34.18

Nützt auch nix: Regenbogen über der Nord-Baustelle

Vergleiche mit 2003/2004 bieten sich nur bedingt an. Mit Sicherheit stehen wir, was die Kompetenzen in der Führungsebene des Vereins betrifft, besser da als in dieser Zeit des Horrors. Doch wir dürfen nicht außer Acht lassen, was dieses schöne neue Stadion für eine Belastung darstellt, spätestens wenn die Fernsehgelder wegbrechen. Von der Fananleihe ganz zu schweigen.

Spreu und Weizen
Überleben wird der FC St. Pauli auch, wenn wir das eine oder andere Jahr da unten herumdümpeln müssen, schätzen wir. Aber wie lange? Ewald dürfte bleiben, doch auf große Teile des Kaders müssten wir verzichten. Die meisten Spieler wären schlichtweg nicht haltbar. Und so darf man an einem baldigen Wiederaufstieg Zweifel hegen. Ganz abgesehen davon, dass aufgrund der finanziellen Einbußen eine Menge bitterer Einschränkungen auf allen Ebenen drohen, die wir jetzt noch nicht absehen können.

Liga drei – drauf geschissen! Aber ein Versinken in der sportlichen Bedeutungslosigkeit, diese Vision macht uns ehrlich Angst. Das kann niemand wollen oder auch nur in Kauf nehmen, der diesen Club liebt. Hilflosigkeit macht sich breit.

So, welche Optionen haben wir jetzt? Gar keine! Bevor nicht der letzte mögliche Punkt verspielt ist, betrachten wir es unsere verdammte Pflicht, ALLES zu geben. Das erwarten wir übrigens auch von euch, Schnuggis. Unser Einfluss von den Rängen mag begrenzt sein, aber wir akzeptieren nun keine Hand in den Taschen und kein stummes Kaugummikauen mehr. Verdammt noch eins, aufgeben ist nicht. Am Ende der Spielzeit fragt sich bitte ein jeder: Habe ich alles gegeben?

Gebt alles. Keine Widerrede.

  5 Responses to “Wenn Wunderglaube der Angst weicht”

  1. Nu vergesst mal die Pflicht und kommt zurück zur Lust. Das ist doch eine unserer Eigenschaften, naiv und unbelehrbar vergnügt zu sein. Es ist alles getan und der Rest … Inshallah. 😉

    Ich habe beschlossen, den Rest der Saison zu genießen, komme was da wolle.

  2. … hey Digga, jetzt bloß kein „armes Dier“ kriegen – klar kriegt ihr die Kurve noch

  3. […] magischer FC: Wenn Wunderglaube Angst weicht […]

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