Nov 172014
 

oder

Nachlese der Jahreshauptversammlung 2014

Uff, das war ein hartes Stück Arbeit. Hinter uns liegt die JHV 2014. Fast zehn Stunden brachte der harte Kern der rund 1.000 Mitglieder des FCSP im Congress Centrum Hamburg zu. Nun haben wir ein neues Präsidium, einen neuen Aufsichtsrat und darüber hinaus auch einen neuen Kassenprüfer. Große Überraschungen blieben aus. Doch der Reihe nach, wir werden uns gebührend kurzfassen.

Kurz nach elf Uhr vormittags geht es relativ pünktlich los mit der JHV. Die Müdigkeit steckt vielen Anwesenden noch in den Knochen, doch ein Pluspunkt ist dieser Termin am Sonntag ja schon. Schließlich haben wir viele Auswärtige in unseren Reihen, die an einem Dienstagabend wie in den vergangenen Jahren einfach nicht können.

Die Formalia sind zügig erledigt, das Totengedenken hinterlässt angesichts mancher viel zu früh Dahingeschiedener einen Kloß im Hals. Als Stefan Orth das letzte Mal als Präsident den Bericht des Präsidiums vorträgt, ist auch dieser sichtlich geknickt. Wie die meisten von euch wissen, hätten Orth und einige seiner Kollegen gern weitergemacht.

Geld passt, Erfolg nicht
Inhaltlich drehte sich bei den Berichten von Präsidium, Aufsichtsrat, Amateurvorstand, AFM und Ehrenrat meist um die bekannten Themen: Wirtschaftlich ist der FCSP gut aufgestellt, das ist aber auch notwendig, um die Zukunft zu meistern. Die sportliche Leistung hinkt dem Anspruch weit hinterher. Mit dem restlichen Stadionumbau und Kollau II gebe es noch massive Verpflichtungen usw. Ihr kennt das wahrscheinlich.

Das Spannendste an diesem langen Tag sollten natürlich die Wahlen werden. Göttlich und sein Team, die erneut einen soliden bis viel versprechenden Eindruck machen, vereinen eine knappe Vierfünftelmehrheit auf sich, wobei nur der Präsi selbst in ausgezählter Wahl gekürt wird. Für die Vizes genügen Akklamationen. Stehende Ovationen für altes und neues Präsidium, böses Blut dürfte es da nicht mehr lange geben.

Es bleibt die Frage, warum die Schaltstellen im Verein auf Gedei und Verderb eine echte Konkurrenzsituationen zwischen mehreren Präsidentschaftskandidaten vermeiden möchten. Bekanntlich wurde nur Oke Göttlich zur Wahl vorgeschlagen. Haben wir denn keine demokratische Reife, dass die Wahl zwischen zwei Personen zwangsläufig in eine Schlammschlacht ausarten müsste? Glauben wir nicht. Andere offenbar auch nicht, nur so lassen sich kritische Fragen an den alten Aufsichtsrat erklären.

Spannung bei der Aufsichtsratswahl
Bei der Vorstellung der neuen AR-Kandidaten ist dann etwas mehr Feuer im Spiel. Nicht jeder der 16 Bewerber weiß auf die ihm gestellten Fragen souverän zu antworten, und so verwundert nicht, dass manche von ihnen bei der eigentlichen Wahl ganz schön abschmieren. Tja, Uwe Doll, mit einer Äußerung in Richtung „Faninteressen sollen hinter dem Fußball zurücktreten“, macht man sich wenig Freunde.

Die Auszählung – immerhin 16 Kandidaten für sieben Posten, vier Stimmen pro Mitglied – dauert bei der AR-Wahl eine ganze Weile. In der Zwischenzeit wird geehrt, was das Zeug hält. Nicht gerade der unterhaltsamste Teil der Jahreshauptversammlung. Dafür tosender Jubel bei der Verkündung der Wahlergebnisse. Die größte Freude, zumindest bei den lautstarken der anwesenden Mitglieder, herrscht, als Sandra Schwedler (leider in Abwesenheit) und Gerrit Onken genannt werden. Wir freuen uns mit. Blumenmeere, Fotos, Applaus im CCH.

2014-11-16 19.25.13

Blumen für den neuen Aufsichtsrat

Unglücklich: Da Kai Scharff als ehemaliger Kassenwart in den Aufsichtsrat gewählt wird, wird eine der beiden Position als Kassenwart vakant. Im Schnellverfahren finden sich zwei neue Freiwillige, bei denen es aber keine Kampfabstimmung geben soll, meinen die Menschen an den Mikrofonen. Kurzerhand ziehen sich die Kandidaten und der bestehende Kassenwart zurück, bei Rückkehr rückt die weibliche Bewerberin von ihrem Vorhaben ab. Schade. Das hätte so im Hau-Ruck-Prinzip nicht sein müssen – die Kompetenz des nun gewählten zweiten Kassenwarts hätten wir gern anders sichergestellt.

Anträge für harte Hunde
Richtig zäh wird es dann noch einmal bei den Anträgen. Drei davon werden zügig bestätigt; ein Dritter, der sich des offenkundigen Problems von zeitgleicher Präsidiums- und Aufsichtratswahl widmet, nicht. Die unglückliche Situation wird als solche von den Anwesenden durchaus erkannt, doch der Antrag kommt einem Schnellschuss gleich. Zustimmung erhält ein anderer, laut dem eine Satzungskommission eingesetzt wird, die bis 2015 eine Satzungsänderung gründlich erarbeiten soll, damit das Problem aus der Welt kommt. Klingt sinnvoll.

Der Tag wird lang und länger und beim letzten Antrag kommt die Frage, ob und wie sich der FCSP in Sachen Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg positionieren soll. Die meisten Anwesenden haben kaum mehr Lust, aber diskutiert wird noch mit viel Sportsgeist. Letztlich scheitert der Antrag aber, der eine eindeutige Opposition des FC St. Pauli gegen die Bewerbungspläne der Stadt festschreiben möchte. Allzu schnell solle man sich keine Türen zuschlagen, so der Tenor der Antragsgegner.

Irgendwann, kurz vor 21 Uhr, ist auch das Thema durch. Die Nacht ist feucht und frisch, ein bisschen Bewegung tut nach dem ganzen Herumgesitze gut. Die Schlammschlacht ist ausgeblieben, ein bisschen kritisches Hinterfragen fand dennoch statt. Wir können ganz zufrieden sein.

Glückwunsch an das neue Präsidium, Glückwunsch an den neuen Aufsichtsrat. An euch liegt es jetzt, den Karren sportlich aus dem Dreck zu ziehen und ihn wirtschaftlich nicht gleich an die Wand zu fahren. Da sind wir ganz zuversichtlich!

  One Response to “Superwahltag beim FC St. Pauli”

  1. Besten Dank für die tollen Einblicke in die JHV!

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