Nov 272014
 

oder

Liebe in Zeiten des Krieges

Freunde,

wir haben zurzeit ganz schön Scheiße am Schuh, was die sportliche Lage des FC St. Pauli betrifft. Irgendwie müssen wir da durch. Hilft ja nix. Und wenig überraschend hat diese inzwischen auch Auswirkungen auf die Fanszene, die manchen hässlichen Zug angenommen haben.

Die desolaten Ergebnisse und die blutleere Spielweise unserer Mannschaft laden die schreibende Zunft zu Kotzattacken in die Tastatur ein. Schließlich stehen wir als Fans ziemlich hilflos einem Team zur Seite, das es einfach nicht auf die Reihe zu kriegen scheint. Da sucht Jede/r nach Mitteln und Wegen, sein Bestes dazu zu geben, dass die Jungs auf dem Rasen den Ernst der Lage begreifen, was offenbar bei vielen noch nicht passiert ist.

Aber: Wir halten persönliche Angriffe auf Spieler, die keiner von uns so wirklich gut kennt, für unangemessen. Und wiederum finden wir es schade, dass Worte, die aus Verzweiflung, Wut, Resignation – oder aus welcher Motivation heraus auch immer – über den Äther gingen, Gräben durch unsere Fanszene vertiefen und in unwürdige Schlammschlachten zu münden drohen.

Viel ist geredet worden über bissige Fragen an die Spieler von Momorulez, über die direkte Reaktion von Patrick Gensing und auch über einen (vorausgegangenen) Appell zur Einigkeit von Christian Bönig (siehe Bild). Die Presse freut sich und wir mögen uns gar nicht ausdenken, wie die Vorstädter über diesen Zwist feixen. „Let the hate flow through you“, warfen wir noch den Müllverbrennern im vergangenen Winter entgegen, als dort der Frust angesichts der Tabellensituation überschwappte. Es gibt gute Gründe, uns das jetzt vor die Nase zu halten.

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Gefielen nicht jedem: die Worte des Teammanagers

Wie kommen wir raus aus diesem stinkenden Tümpel? Sportlich können wir als Fans herzlich wenig ausrichten. Das Brüllen von den Rängen hat derzeit kaum erkennbare Effekte, Vorwürfe brauchen wir uns deswegen nicht zu machen. Und an die Spieler, die irgendwie die größte Last und damit auch die Hauptschuld an den desolaten Ergebnissen tragen, kommen wir so einfach nicht heran. Gewiss auch nicht mit Spekulationen über die persönlichen Hintergründe der Jungs in Braunweiß.

Streiten – auch innerhalb einer Fanszene – muss erlaubt sein, finden wir. „Wir stehen alle zusammen“, ist ein hehrer Wunsch, aber letztlich hat jede/r Einzelne von uns seine eigene Art und Weise, mit der Katastrophe umzugehen. Aber bitte, bitte, achten darauf, auf welcher Ebene wir einander Dinge an den Kopf werfen. Eine mediale Diskussionskultur, in der Blogger für ihre Meinung mit diversen persönlichen Drohungen und Beleidigungen überzogen werden, ist absolut untragbar und kontraproduktiv. Nachdenken vor dem Pöbeln, das ist nicht leicht. Nachdenken vor dem Schreiben, das sollte ein geringeres Problem sein.

In diesem Sinne:

Für immer mit dir!

Nov 172014
 

oder

Nachlese der Jahreshauptversammlung 2014

Uff, das war ein hartes Stück Arbeit. Hinter uns liegt die JHV 2014. Fast zehn Stunden brachte der harte Kern der rund 1.000 Mitglieder des FCSP im Congress Centrum Hamburg zu. Nun haben wir ein neues Präsidium, einen neuen Aufsichtsrat und darüber hinaus auch einen neuen Kassenprüfer. Große Überraschungen blieben aus. Doch der Reihe nach, wir werden uns gebührend kurzfassen.

Kurz nach elf Uhr vormittags geht es relativ pünktlich los mit der JHV. Die Müdigkeit steckt vielen Anwesenden noch in den Knochen, doch ein Pluspunkt ist dieser Termin am Sonntag ja schon. Schließlich haben wir viele Auswärtige in unseren Reihen, die an einem Dienstagabend wie in den vergangenen Jahren einfach nicht können.

Die Formalia sind zügig erledigt, das Totengedenken hinterlässt angesichts mancher viel zu früh Dahingeschiedener einen Kloß im Hals. Als Stefan Orth das letzte Mal als Präsident den Bericht des Präsidiums vorträgt, ist auch dieser sichtlich geknickt. Wie die meisten von euch wissen, hätten Orth und einige seiner Kollegen gern weitergemacht.

Geld passt, Erfolg nicht
Inhaltlich drehte sich bei den Berichten von Präsidium, Aufsichtsrat, Amateurvorstand, AFM und Ehrenrat meist um die bekannten Themen: Wirtschaftlich ist der FCSP gut aufgestellt, das ist aber auch notwendig, um die Zukunft zu meistern. Die sportliche Leistung hinkt dem Anspruch weit hinterher. Mit dem restlichen Stadionumbau und Kollau II gebe es noch massive Verpflichtungen usw. Ihr kennt das wahrscheinlich.

Das Spannendste an diesem langen Tag sollten natürlich die Wahlen werden. Göttlich und sein Team, die erneut einen soliden bis viel versprechenden Eindruck machen, vereinen eine knappe Vierfünftelmehrheit auf sich, wobei nur der Präsi selbst in ausgezählter Wahl gekürt wird. Für die Vizes genügen Akklamationen. Stehende Ovationen für altes und neues Präsidium, böses Blut dürfte es da nicht mehr lange geben.

Es bleibt die Frage, warum die Schaltstellen im Verein auf Gedei und Verderb eine echte Konkurrenzsituationen zwischen mehreren Präsidentschaftskandidaten vermeiden möchten. Bekanntlich wurde nur Oke Göttlich zur Wahl vorgeschlagen. Haben wir denn keine demokratische Reife, dass die Wahl zwischen zwei Personen zwangsläufig in eine Schlammschlacht ausarten müsste? Glauben wir nicht. Andere offenbar auch nicht, nur so lassen sich kritische Fragen an den alten Aufsichtsrat erklären.

Spannung bei der Aufsichtsratswahl
Bei der Vorstellung der neuen AR-Kandidaten ist dann etwas mehr Feuer im Spiel. Nicht jeder der 16 Bewerber weiß auf die ihm gestellten Fragen souverän zu antworten, und so verwundert nicht, dass manche von ihnen bei der eigentlichen Wahl ganz schön abschmieren. Tja, Uwe Doll, mit einer Äußerung in Richtung „Faninteressen sollen hinter dem Fußball zurücktreten“, macht man sich wenig Freunde.

Die Auszählung – immerhin 16 Kandidaten für sieben Posten, vier Stimmen pro Mitglied – dauert bei der AR-Wahl eine ganze Weile. In der Zwischenzeit wird geehrt, was das Zeug hält. Nicht gerade der unterhaltsamste Teil der Jahreshauptversammlung. Dafür tosender Jubel bei der Verkündung der Wahlergebnisse. Die größte Freude, zumindest bei den lautstarken der anwesenden Mitglieder, herrscht, als Sandra Schwedler (leider in Abwesenheit) und Gerrit Onken genannt werden. Wir freuen uns mit. Blumenmeere, Fotos, Applaus im CCH.

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Blumen für den neuen Aufsichtsrat

Unglücklich: Da Kai Scharff als ehemaliger Kassenwart in den Aufsichtsrat gewählt wird, wird eine der beiden Position als Kassenwart vakant. Im Schnellverfahren finden sich zwei neue Freiwillige, bei denen es aber keine Kampfabstimmung geben soll, meinen die Menschen an den Mikrofonen. Kurzerhand ziehen sich die Kandidaten und der bestehende Kassenwart zurück, bei Rückkehr rückt die weibliche Bewerberin von ihrem Vorhaben ab. Schade. Das hätte so im Hau-Ruck-Prinzip nicht sein müssen – die Kompetenz des nun gewählten zweiten Kassenwarts hätten wir gern anders sichergestellt.

Anträge für harte Hunde
Richtig zäh wird es dann noch einmal bei den Anträgen. Drei davon werden zügig bestätigt; ein Dritter, der sich des offenkundigen Problems von zeitgleicher Präsidiums- und Aufsichtratswahl widmet, nicht. Die unglückliche Situation wird als solche von den Anwesenden durchaus erkannt, doch der Antrag kommt einem Schnellschuss gleich. Zustimmung erhält ein anderer, laut dem eine Satzungskommission eingesetzt wird, die bis 2015 eine Satzungsänderung gründlich erarbeiten soll, damit das Problem aus der Welt kommt. Klingt sinnvoll.

Der Tag wird lang und länger und beim letzten Antrag kommt die Frage, ob und wie sich der FCSP in Sachen Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg positionieren soll. Die meisten Anwesenden haben kaum mehr Lust, aber diskutiert wird noch mit viel Sportsgeist. Letztlich scheitert der Antrag aber, der eine eindeutige Opposition des FC St. Pauli gegen die Bewerbungspläne der Stadt festschreiben möchte. Allzu schnell solle man sich keine Türen zuschlagen, so der Tenor der Antragsgegner.

Irgendwann, kurz vor 21 Uhr, ist auch das Thema durch. Die Nacht ist feucht und frisch, ein bisschen Bewegung tut nach dem ganzen Herumgesitze gut. Die Schlammschlacht ist ausgeblieben, ein bisschen kritisches Hinterfragen fand dennoch statt. Wir können ganz zufrieden sein.

Glückwunsch an das neue Präsidium, Glückwunsch an den neuen Aufsichtsrat. An euch liegt es jetzt, den Karren sportlich aus dem Dreck zu ziehen und ihn wirtschaftlich nicht gleich an die Wand zu fahren. Da sind wir ganz zuversichtlich!

Nov 092014
 

oder

Nach Kiel fahren wir wenigstens nicht so lange

Liebe Gefährtinnen und Gefährten,

denkt euch hier erst einmal eine wahllose Reihe an Flüchen.

Und nun können wir mit der Schilderung der Geschehnisse beginnen. Fangen wir mal an am vergangenen Dienstag, das ist noch einigermaßen erbaulich. Im Ballsaal der Süd stellen sich an jenem Abend die Kandidaten für das Präsidium und für den Aufsichtsrat vor. Eine recht gut besuchte Veranstaltung (wir schätzen etwa 300 Personen), die so ziemlich das erfüllt, was wir erwarten.

Während die Präsidentschaftskandidaten allein schon aufgrund ihrer Alternativlosigkeit nicht allzu sehr unser Interesse wecken – brauchbar scheinen uns Oke und sein Team auf jeden Fall – lernen wir bei den AR-Aspiraten ganz unterschiedliche Typen „kennen“. Drei Minuten Redezeit pro Nase und einige Antworten auf Fragen genügen natürlich nicht, um sich das optimale Bild zu machen, aber ein Großteil der Kandidaten ist erfahrenen Sankt Paulianern natürlich eh schon begegnet.

Wie gesagt: Wahlempfehlungen gibt es von uns nicht. Macht euch selbst schlau, so gut es geht, und setzt eure persönlichen Schwerpunkte bei der Wahl. Und kommt vor allem zahlreich zur Jahreshauptversammlung am nächsten Sonntag! Es wird ja vielleicht eine wohltuende Abwechslung zum frustrierenden Geschehen auf dem Rasen.

Damit wären wir beim Thema, das unsägliche Spiel gegen den 1. FC Heidenheim. Scheiß die Wand an, ist das unbeholfen, was unsere Braunweißen da gegen die Schwaben zustande bringen, die über weite Strecken so viele Spielanteile haben wie unsere Halbzeit-Erbsensuppe. Das kann, das darf nicht sein!

Müssen wir wirklich noch viele Worte über das Verhalten bei gegnerischen Kontern, den eigenen Spielaufbau oder die Zielstrebigkeit zum Tor verlieren? Wahrscheinlich nicht. Schläfrig die Herren auf dem Grün, träge sind viele Leute auf den Rängen. Ja, ja, verdammte frühe Anstoßzeit. Die Nordkurve liefert den passenden Support zum Spiel, merkt ihr selbst.

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Die haben Spaß, wir haben Sankt Pauli.

Für Heiterkeit mit Galgenhumor sorgen die Heidenheimer, die relativ viel Alarm auf der Haupttribüne machen und mit Wechselgesängen von der Gegengerade belohnt werden. Wäre unsere sportliche Situation nicht so traurig, hätten wir direkt Spaß haben können. Auch wenn es uns schwerfällt, die Fanszene da unten adäquat einzuschätzen.

Was fehlt denn jetzt bloß beim Magischen FC? Wenn wir oder jemand anders das bloß vernünftig beantworten könnten. Es wäre zu billig, für die Misere der Boys in Brown wenige Einzelpersonen verantwortlich zu machen. Für uns steht fest, dass da keine Einheit auf dem Platz steht, nach wie vor viel zu wenig Dreck gefressen wird und die entscheidenden Führungspersönlichkeiten fehlen oder sich zu wenig hervortun.

Heilsbringer erwarten wir nicht. So gern wir Deniz Naki mögen und hoffen, dass der arme Kerl irgendwie wieder bei uns unterkommt, wissen wir genau, dass so einer bestimmt nicht die Wende bringen kann. Und ein gewisser Holger S. soll ruhig noch eine Weile an der Käsetheke stehen. Schätzungsweise hat Meggie einfach noch eine ganze Menge Arbeit vor sich. Wer weiß, was sich in der Winterpause ergibt. Bis dahin heißt es: Ausharren und hoffen. Für immer mit dir!

Nov 032014
 

oder

was macht eigentlich so ein Aufsichtsrat?

Liebe Sportskameradinnen und Sportskameraden,

das Wochenende mit einem nicht so ganz zufriedenstellenden Ergebnis für unsere Braunweißen ist durch. Wir haben das Spiel in Nürnberg nicht gesehen – und widmen uns daher mal einigen anderen wichtigen Fragen. Schließlich steht die Jahreshauptversammlung am 16. November vor der Tür.

In diesem Jahr findet die Mitgliederversammlung auf einen Sonntagvormittag (11 Uhr, CCH Saal 1) statt, was insbesondere für unsere auswärtigen Sankt Paulianer von Vorteil ist. Kommt zahlreich! Es wird ein wichtiger Tag, da nicht nur das Präsidium, sondern auch der Aufsichtsrat neu gewählt wird.

Bei der Wahl des Präsidiums handelt es sich letztlich um die Bestätigung der Kandidaten, die vom aktuellen Aufsichtsrat vorgeschlagen worden sind. Die Zustimmung ist äußerst wahrscheinlich und es gibt wenig Gründe anzunehmen, dass sich die Qualität der Arbeit verschlechtern wird.
Bei der AR-Wahl geht es um mehr. Sieben Mitglieder umfasst das Kontrollgremium; wir dürfen aus 16 Kandidaten den Aufsichtsrat bestimmen, wobei jedes Mitglied für bis zu vier Kandidaten stimmen kann.

Wer sind diese Leute?
Wir werden grundsätzlich keine Wahlempfehlungen für einzelne Personen aussprechen. Vielmehr verlangen wir von euch, liebe Leser, dass ihr selbst gründlich hinseht und idealerweise die Vorstellungsrunde am Dienstag, den 4. November (19 Uhr, Ballsaal Südkurve, Mitgliedsausweis mitbringen!), nutzt, um euch selbst ein Bild der Kandidaten zu machen. Wer es nicht zum Vorstellungstermin schafft, kann sich im letzten Übersteiger bzw. in deren Blog informieren.

Um dennoch die Qual der Wahl ein wenig zu lindern, scheint es sinnvoll, sich einmal die Rechte, Pflichten, Kompetenzen und Möglichkeiten des Aufsichtsrates des FC St. Pauli vor Augen zu führen. Der AR ist nämlich kein reines Gremium zur Absegnung wirtschaftlich relevanter Entscheidungen des Präsidiums, sondern eng mit dem gesamten Vereinsleben verwoben. Werft einen Blick in die Satzung – der Begriff „Aufsichtsrat“ kommt sage und schreibe 98 mal in den verschiedensten Zusammenhängen vor.

Hier beschränken wir uns auf die wohl zentralen Punkte in §20 „Aufgaben des Aufsichtsrats“:

2. Der Aufsichtsrat schlägt der Mitgliederversammlung die Kandidaten für das Amt des
Präsidenten zur Wahl vor. Er kann jederzeit aus wichtigem Grund Präsidiumsmitglieder
abberufen (§ 23). Er kann kommissarische Präsidiumsmitglieder gemäß § 23 (Wahl des
Präsidiums, Amtsdauer), Ziffer 4 und 5 ernennen. Er beschließt zu Beginn eines jeden
Geschäftsjahres über den vom Präsidium vorzulegenden Finanzplan. Er bestellt den
Wirtschaftsprüfer oder die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der/die nach Abschluss des
Geschäftsjahrs den vom Präsidium erstellten Jahresabschluss mit Lagebericht zu prüfen
und zu bestätigen hat, und genehmigt den Jahresabschluss mit Lagebericht.

Ferner:

3. Der Aufsichtsrat überwacht das Präsidium in seiner Geschäftsführung und in der
Wahrnehmung der Vereinsaufgaben. Ihm stehen dabei uneingeschränkte Prüfungs und
Kontrollrechte im Verein und in den mit ihm verbundenen Unternehmen sowie
Beteiligungen zu.

Wir können und wollen an dieser Stelle nicht in Juristendeutsch verfallen, die Zeiten sind bekanntlich leider vorbei. So viel geht aber schon aus der Satzung hervor: Die Aufsichtsratsmitglieder sind eng eingebunden in die wirtschaftlichen und rechtlichen Prozesse im Vereinsleben. Da ist eine gewisse Kompetenz sicher wertvoll. Auf der anderen Seite kann der Aufsichtsrat immer Fachleute hinzubestellen, wenn er mit seinem Latein am Ende ist.
Ein solides Grundverständnis für wirtschaftliche und vertragliche Zusammenhänge ist für eine effektive Arbeit wichtig, aber es werden nicht ausschließlich ausgebildete Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Wirtschaftsanwälte benötigt.

Was so in der Satzung nicht explizit steht, aber sich aus der Vielzahl der Verantwortlichkeiten und Mitsprachemöglichkeiten ergibt: Neben dem Präsidium ist der AR die wichtigste Institution, wenn es darum geht, unser Vereinsleben und unsere Werte zu erhalten.
Der Aufsichtsrat wirkt idealerweise im Hintergrund, fast schon im Verborgenen; er ist aber auch fortwährend eine wichtige Beratungsinstanz für das stärker operativ und öffentlich arbeitende Präsidium und hat eine Kontrollfunktion, die weit über das Absegnen einzelner Spielerverträge und Finanzpläne hinausgeht. Der Aufsichtsrat kann ohne einen Blick auf langfristige Entwicklungen und ein tiefes Verständnis für sowohl das Innere des Vereins als auch für die Einbindung in Umfeld, Verbände und Gesellschaft seiner Aufgabe kaum gerecht werden.

Was zählt?
Jeder von uns sollte sich daher folgende Frage stellen:
Worauf lege ich persönlich Wert bei unseren künftigen Aufsichtsratsmitgliedern?
Wirtschaftliche Kompetenz? Verankerung in der Fanszene? Repräsentation der sporttreibenden Abteilungen? Profunde Kenntnis des Vereinsleben und der Strukturen? Symbolkraft? Diese und weitere wichtige Faktoren schließen einander sicher nicht aus; es gibt unseres Erachtens einige Kandidaten, die die nötige Kompetenz auf mehreren Gebieten mitbringen.
Eines ist klar: Es geht um sieben der wichtigsten Ehrenämter in diesem Verein.

Um das Thema nicht unnötig in die Länge zu ziehen: Bildet euch eine eigene Meinung. Der Termin am kommenden Dienstag, den 4. November, kann auch genutzt werden, um den Kandidaten Fragen zu stellen. Das designierte Präsidium wird ebenfalls Rede und Antwort stehen.

Also, liebe Leser: Selbst schlaumachen und nicht nachher meckern!

Weitere Infos:
Was macht der Aufsichtsrat?
Die Kandidaten in Kurzform
Einladung zur Jahreshauptversammlung
Und kauft, wenn noch nicht geschehen, den aktuellen Übersteiger.