Okt 262014
 

Liebe Gemeinde,

schlechter Fußball wird durch guten Einsatz nicht vollkommen ausgeglichen. Das ist eine Erkenntnis, die wir aus diesem unsäglichen Spiel unserer Zweitligamannschaft mitnehmen.

Aber von vorn.

Ein Ausflug nach Lübeck
Zunächst einmal ist am Freitag die Zwote in Lübeck dran. Der FCSR war so freundlich, einen Bus zu organisieren, und so finden sich letztendlich grob geschätzt rund 200 Leute im Gästeblock am Stadion an der Lohmühle ein. Viele bekannte Gesichter von allen Tribünen sind unterwegs, insbesondere viele Hoschis aus dem Supportblock, die sogar einige (Zaun-)Fahnen dabei haben, sodass der ganze Auftritt optisch sicherlich ganz ansprechend aussieht.

Auch die Supportleistung ist für die Umstände zumindest teilweise ganz in Ordnung. Besonders schön, dass neben klarer politischer Positionierung auch ein kleines Banner „Fußballfans gegen Homophobie“ dabei ist, waren die Gastgeber doch im Vorfeld durch einen besonders dämlichen homophoben Aufruf aufgefallen.

Ansonsten ist von gegnerischer Seite nicht viel zu vernehmen. Das notorische „Scheiß St. Pauli“ zu Beginn, eine kleine, aber durchaus sehr ansehnliche Pyroshow und eine Gruppe Hooligans, die sich auffällig nah am Gästeblock positionierten, aber auch das wirkt eher halbherzig und harmlos.

Ein Anpfiff um 19:30 Uhr (dieser sogar noch leicht verspätet) ist toll, in der zweiten Liga kommt man leider viel zu selten in den Genuss von Fluchtlichtspielen. Besonders erfreulich ist, dass Schachten nach seiner Verletzungspause wieder auf dem Platz stehen kann und von Anfang auch zeigt, dass er das Fußballspielen nicht verlernt hat.

Über den ganzen Spielverlauf merkt man, dass der VfB besser ist und sie spielen sich demnach auch einige gute Chancen heraus. Das heißt allerdings nicht, dass es für unsere Jungs keine Möglichkeit gäbe, den Ball hinter die Linie zu bringen, so zum Beispiel Schachten, ca. 20 Minuten nach Wiederanpfiff. Im Grunde ginge aber auch eine Niederlage in Ordnung, so gesehen sollte das torlose Spiel als Gewinn eines Punktes betrachtet werden. Gut gefällt auch, dass das Team sich nach dem Spiel am Zaun motiviert und zuversichtlich zeigt, das macht doch Hoffnung für den weiteren Saisonverlauf.

Es wäre wünschenswert, wenn die U23 auch beim FCSP ein wenig mehr in das öffentliche Interesse rückt und sich vielleicht eine regelmäßigere Support-Kultur auch auswärts entwickeln würde. Ein schlechter Ausflug war es ganz sicher nicht.

Zur Ersten
So folgt der Sonnabend. Die Zeichen stehen gar nicht mal schlecht: Es ist Hamburger Schmuddemuddelwetter, die letzten Spiele unserer Elf waren ganz vielversprechend und der KSC müsste eigentlich auch zu schlagen sein. Noch dazu soll der alten Nordkurve bei ihrem letzten Ligaspiel ein würdevoller Abschied gewährt werden. Naja, es kommt dann doch ganz anders.

2014-10-25 12.58.16

Die Nord verabschiedet sich im Fahnenmeer.

Nach zehn, fünfzehn ordentlichen Minuten gelingt den Boys in Brown kaum mehr etwas. Der Rückstand folgt und bald steht es schon 0:2. Das sieht zu einfach aus. Karlsruhe hat im Wesentlichen zwei Chancen in der ersten Hälfte und die werden eiskalt genutzt. Die Badener mit der schrägen Hymne machen das ziemlich clever, ganz im Gegensatz zu unserer Truppe, die an diesem Tag einfach nichts gebacken bekommt.

Immerhin, auch im weiteren Verlauf des Spiels, als noch mehr Gegentore fallen, gibt sich der FCSP nicht völlig auf. Ein Jammer, dass Verhoek schon wieder im Abseits steht, bevor er per Fallrückzieher einnetzt. Das wäre mal was gewesen. Ach, es macht keinen Spaß, diesen Text zu schreiben! Es war schlicht und ergreifend ein Scheißspiel. Das finden auch zahlreiche Besucher auf der Haupttribüne und verlassen nach dem 3:0 in Scharen das Stadion. Das nächste Mal kommt ihr am besten gar nicht wieder, ihr blöden Erfolgsfans!

Bye bye, Nordkurve
Liebe gute Nordkurve, einmal sehen wir dich noch am Dienstag und dann rollen die Bagger. Unsereins erlebte sein erstes Spiel vor vielen Jahren auf deinen schiefen Stufen. Dennoch sind wir nicht besonders traurig, dass jetzt der letzte Teil des alten Stadions abgerissen wird. Denn das Millerntor ist schließlich weniger durch seine Architektur sondern vielmehr durch sein Innenleben das, was es zu einem besonderen Stadion macht. Wir sind nun sehr gespannt, wie schnell die neue Tribüne tatsächlich hochgezogen wird und wie sich das ganze Stadion im neuen Gewand anfühlt.

Gucken wir jetzt erst einmal mit kurzem Blick nach vorn: Am Dienstag kommt der BVB. Sackzement, das wäre ein geiles Ding, die Dortmunder aus dem Pokal zu kegeln. Aber besonders viel erwarten werden wir nicht.

  3 Responses to “Das Morgengrauen”

  1. […] Magischer FC Grenzenlos Sankt Pauli KleinerTod Metalust & Subdiskurse Reloaded Breitseite Sankt Pauli StPauliNu FCSP ATHENS SOUTH END SCUM BeebleBlox Stefan Groenveld USP Bilders Sankt Pauli Streets Übersteiger Muckefuck Sankt Pauli […]

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