Okt 312013
 

Liebe Leser,

zwei Berichte an einem Tag in der Kategorie „Laufen“, aber da ich heute Morgen was von Kraichgau schrieb und die Worte „Challenge“ „Ironman“ Reizworte im Triathlonbetrieb sind, wie man in sozialen Netzwerken sehen kann, dazu doch ein paar ungeordnete Worte im Blog:

Ich würde das eher erstmal ganz nüchtern sehen. Aufregung ist hier fehl am Platz. Es bleibt das gleiche Rennen, egal unter welchem Label.

Machen wir uns nichts vor. Challenge und Ironman sind kapitalistische Organisationen. Die wollen Gewinn machen. Und das dürfen sie auch erstmal. Wer glaubt, dass Veranstalter nur idealistisch unterwegs sein dürfen, verkennt, dass Sport auch immer einen Businessanteil hat. Das sollte eigentlich jedem, der einem Zweitligisten anhängt klar sein. Nebenbei: Wir leben im Kapitalismus. Das wir es hier nebenbei mit einem typischen Oligopol zu tun haben, sei mal so am Rande erwähnt. Dadurch, dass die beiden Organisationen ihre Finger auf Roth und Hawaii haben, haben sie natürlich einen starken Vorsprung.

Fakt ist auch: Ironman und Challenge Rennen neigen dazu teurer zu sein, als andere Rennen. Die Frage, die man sich jedoch immer stellen sollte: Vergleiche ich Äpfel mit Birnen? Ist z.B. eine 30 KM Radstrecke nicht von der ganzen Organisation her billiger, als z.B. eine 90 KM Radstrecke ohne Runden? Keiner von uns weiß, was so eine Absperrung kostet. Auch ein Vergleich über mehrere Jahre ist dabei immer nur bedingt aussagekräftig, wenn man sieht, wie die allgemeine Preissteigerung bei Massensportveranstaltungen ist. Man vergleiche nur Berlin 2013 und Berlin 2014. Das ist nicht schön, aber Angebot und Nachfrage regeln auch hier den Markt. Dies ist ein leidiges Problem aller Veranstaltungen, ich denke man kann hier die beiden Organisationen nicht ausschließlich als alleinige Schuldige sehen.

Die Frage ist immer: Wie ist die Waage zwischen Business und Idalismus? Bekomm ich als Idealistathlet noch genügend Gegenleistung für mein Geld? Nun wird jeder die Frage „Was ist eine gute Gegenleistung?“ anders beantworten, aber für mich z.B. zählen ein gut organisiertes Rennen, ein paar Goodies und eine herzliche Atmosphäre sehr viel. So finde ich das Kölner Marathon Kölsch-Glas einfach nur cool. Ja, ich stehe auch auf eine hübsche Medaille. Das macht für mich ein sehr guter Teil der Gegenleistung aus.

Ich kann dies für Ironman und Challenge Rennen mangels Erfahrung nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass z.B. in Berlin das Pendel langsam in die falsche Richtung ausschlägt. Ich werde es im Kraichgau testen. Dabei ist mir egal, welches Label auf dem Wettkampf steht. Ich finde das Challenge Logo hübscher als das IM Logo und da sind wir bei ganz anderen Argumenten: Das sagt der Bauch. Aber auch ein IM Logo häng ich mir als Medaille gerne ins Zimmer. Wenn ich denn ankomme.

Man kann halt nicht eine als Gut und eine als Böse darstellen. Man käme da nebenbei auch ganz schnell in den Bereich der verkürzten Kapitalismuskritik und des Antiamerikanismus. Und wir wissen ja, wie Scheiße das ist.

Noch etwas ist immer ein Problem: Wir haben es beim Triathlon mit einer boomenden Sportart zu tun. Naturgemäß kann man auch keine 40.000 Personen Triathlonveranstaltungen organisieren, anders als beim Marathon. Daher hat man immer eine gewisse Knappheit und damit auch den Reiz etwas zu reiten, bis es (schneller) tot ist. Dieser Verantwortung sollten sich auch die Veranstalter klar sein, die kapitalistisch unterwegs sind.

Lassen wir uns überraschen. Wenn ich 100 Euro für einen Berlin Marathon zahle, dann finde ich 200 Euro für eine Halbdistanz zwar nicht gerade preiswert, aber ich finde es nun auch nicht überteuert, wenn mir ein stimmungsvolles Rennen mit entsprechender Gegenleistung geboten wird. Aber auch hier gilt: Jeder hat seine eigenen Maßstäbe und jeder seine eigene Bewertung.

Aber egal welche Bewertung: Emotionen würde ich in so etwas nie setzen. Mir doch egal, ob Ironman oder Challenge, Hauptsache Kraichgau.

Ihr werdet es hier lesen.

Okt 312013
 

Liebe Leser,

diese Internetseite ist für alle Fußballfans mit Behinderungen sehr nützlich und daher wollen wir sie gerne mit einem eigenen Blogpost (und nicht nur in sozialen Netzwerken) verbreiten:

Barrierefrei ins Stadion (Verlinkt ist auf den FCSP Beitrag, der so schön unter /pauli abgelegt ist)

Die Seite ist – aus unserer Sicht – gut gemacht, die Daten für den FCSP scheinen richtig zu sein und werden hoffentlich bei Veränderungen auch schnell gepflegt.

Es bleibt aber – wie der Kiezkicker Stefan letztens auf Twitter richtig anmerkte – die entscheidende Barriere erhalten: Die kurzfristige Terminierung der Spiele.

Wie soll z.B. jemand, der auf einen Rollstuhl nutzen muss, der diesen ggf. mit der Bahn transportieren will, der eine Begleitperson benötigt, dies alles innerhalb von 13 Tagen organisieren? Ist dies für jemanden, der z.B.  keinen Rollstuhl braucht, schon schwierig genug, wird es hier beinah unmöglich.

Ja an dieser kurzfristigen Terminierung ändert sich ja nix. Wie steht so schön auf leidmedien.de? Die Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert.

Trotzdem hoffen wir, dass diese Internetseite einige Barrieren abbaut und den Besuch am Millerntor einfacher und angenehmer macht.

Okt 312013
 

oder

Der Frankfurt-Marathon

Liebe Leser, vorab möchte ich mich bei der Familie Ramone aus Bingen bedanken, denn ohne euch beide wäre der Frankfurt Marathon nur halb so toll. Vielen Dank für Speis, Trank und Unterkunft.

Auch der Twitterlauftreff ist einfach knuffig. Was Heiko, Gerda und all die anderen auszeichnet, ist eine unfassbare Herzlichkeit über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Und die Beiden seien jetzt mal absichtlich namentlich genannt. Ebenso wie Sven, der einfach ein toller Laufpartner ist und mit dem ich hoffentlich noch einige gemeinsame Marathons (Marathone? Wie auch immer…) laufen kann.

Der Twitterlauftreff verleiht Flügel

Der Twitterlauftreff verleiht Flügel

Tja liebe Leser, machen wir es kurz: Leider habe ich den Frankfurt Marathon abbrechen müssen. Das ist ärgerlich, weil es mein 10. zu Ende gelaufener Marathon gewesen wäre. Ich habe immer auch noch eine ziemliche hohe Quote an Abbrüchen, aber gut, dass ändert sich langsam. Während mich sonst gerne mal mein Kreislauf verlässt, war dies diesmal so gar nicht das Problem. Ich fühlte mich frisch und gut und konnte meinen Plan „lauf mal mit dem 5:00:00 Ballon so lange es geht“ für 16 Kilometer sehr gut in die Tat umsetzen. Es lief, Beine und Körper fühlten sich gut und auch die Laune war bestens.

Selbst der zwischenzeitliche Regenguss konnte die Laune nicht verschlechtern. Die Zugläufer waren echt zwei sehr nette Leute. Der eine erzählte, dass seine Bestzeit mal 3:09 im Marathon gewesen ist, er aber schon seit Jahren nur noch Zugläufer mache, weil das ihm viel mehr Spaß mache. Die Leute erzählen, seien gut drauf und er habe keine Lust immer auf eine Minute mehr oder weniger zu trainieren. Bester Spruch: „Wenn es euch gut geht, dann geht es mir auch gut“.

Die beiden Zugläufer liefen auch wie ein Uhrwerk und das immer in 7:00 bis 7:10. Also perfekt gleichmäßig auf 5:00:00. So soll es sein. Bei KM 16 ließ ich die beiden dann aber ziehen, denn ich wollte kurz aufs Klo. Auch das ging super, mein Magen randalierte auch nicht doll und so zog ich weiter. Die Ballons nun aus dem Blick verloren und ein bisschen zu langsam für 5:00:00 aber immer noch guter Dinge. Neben mir eine Familie, die zu viert Marathon lief. Einer schneller und Mama, Tochter und Sohn gemeinsam. Ich hatte die drei schon seit Start gesehen und auch gefragt, wo denn der Vierte (Vater?) sei. Als Antwort bekam man nur ein „ach der ist viel schneller“.

Bei KM 19 wusste ich aber nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Tochter zu Mama „Ach ja, ich bin mit XYZ nicht mehr zusammen“ „Seit wann?“ „Seit letzten Samstag“. Dinge die man seiner Mutter nach zwei Stunden gemeinsamen Laufens erzählt. Die Stimmung zwischen Tochter und Mutter war kurz etwas angespannt, aber dann liefen sie weiter.

Nur ich lief leider nicht mehr. Irgendwie eine Windböe und plötzlich machte der Oberschenkel dicht. Und zwar so richtig dicht. Kurze Gehpause, ausschütteln, dann der Versuch weiter zu laufen. Ne, will nicht. Noch eine Gehpause, dehnen, weiterlaufen. Ne, es ging nicht. Ich konnte das rechte Bein nur noch in kleinen Trippelschritten nach vorne bewegen und damit meinen ganzen Bewegungsablauf so verdrehen, dass mir sofort alles weh tat.

Mist! Wenn einem das bei KM 30 passiert, dann schleppt man sich irgendwie noch ins Ziel, aber wenn man die Hälfte noch vor sich hat, dann gibt es diese Möglichkeit nicht. Also den nächsten Streckenposten gefragt, wo denn die nächste S-Bahn sei und wie es in so einem Moment natürlich kommen muss, war diese unendlich entfernt. So blieb nur langsames weitergehen und warten bis einen der Besenwagen aufsammelt. Bei KM 25 fand ich dann einen Besenbus in dem nicht nur ich, sondern viele sehr trainierte Leute Platz gefunden hatten. Viele hatte der Wind und das Wetter geschlagen.

Die Stimmung im Bus war aber schon von Sarkasmus und fröhlichen Sprüchen geprägt. So what? Niederlagen gehören auch dazu. Insgesamt muss man sagen, dass eine Organisation ihre Qualität dann beweisen kann, wenn es um Probleme geht. Und hier war die Orga gut. Alle Helfer mit aufmunternden Worten und mit den richtigen Hinweisen. Okay, der eine wusste nicht ganz genau, wo der Bus steht, aber das ist nun ein Detail, er wusste wo ungefähr der Bus steht. Wärmefolie war auch ausreichend vorhanden.

Ich bin nicht einmal sauer, eine lange und tolle Saison geht leider etwas doof zu Ende, aber Frankfurt mag ich immer noch. Tolle Organisation, tolle Menschen und ein toller Lauf. Den schaffe ich dann nächstes Jahr.

Und ja ab und zumal ist auch aufgeben eine Option. Wenn ich sehe, dass sich aus dem sonntäglichen Oberschenkelproblem ein montägliches Rückenproblem ergab, dann war das die richtige Entscheidung. Ein Besuch beim Arzt erbrachte dann auch eine Verklemmung im Rücken als Diagnose. Ob die nun zuerst da war und sich zuerst im Oberschenkel zeigte oder ob sie Folge eines anderen Problemes im Oberschenkel war? Ich weiß es nicht, das ist wohl Henne und Ei. Fakt ist: Es ist alles auf dem Weg zur Besserung.

Und das ist hoffentlich auch der Fall für den Läufer, der bei Kilometer 5 eine Herzmassage von den Sanis bekam. Oh man, Leute, passt bloss auf euch auf. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Lieber mal im Bus sitzen, als auf dem Fußboden liegen und Herzmassage bekommen.

Vielleicht sollte ich zum Ende der Saison ein Fazit ziehen. Ich habe meine Marathonbestzeit verbessert. Zwar nicht viel, aber auf einer Strecke wie Hamburg ist diese Zeit für mich deutlich mehr wert, als die vorherige Bestzeit in Frankfurt. Ich habe meinen ersten Triathlon geschafft und bin angefixt. Ich habe meine alte Liebe das Radfahren wieder entdeckt und freue mich auf ganz viele Kilometer auf dem Rad. Das liegt natürlich auch daran, dass ich das perfekte Fahrrad für mich im Sommer gefunden habe. Jedes Mal, wenn ich es sehe, will ich mich draufsetzen und 100 Kilometer fahren.

Hinzu kommt noch ein Marathon in Berlin, der einfach riesig Spaß gemacht hat. Das war zwar weg von jeder Bestzeit, aber mir ist der Spaß wichtiger als die Uhr.

Nun kommt eine Pause, die ich mit sehr wenig Training und viel Erholung bestreiten werde. Ziel im Winter ist es die Grundlagen zu legen und mein Schwimmen auf ein neues Level zu heben. Ich bin da guter Hoffnung, dass mir das sehr gut gelingen wird. Und ab Februar steige ich in einen Trainingsplan ein, der theoretisch in einer Mitteldistanz endet. Ob das auch praktisch wird? Wir werden sehen, dazu muss ich definitiv noch mein Schwimmen verbessern. Aber wenn dies klappt und der Test am 01.06.14 positiv ausfällt, dann rocke ich am 15.06. das Kraichgau. Zeit ist wie immer egal, Hauptsache ich komme an.

Bis dahin schwimmt, rennt, radelt sicher, legt euch nicht auf die Nase und habt Spaß!

Es liefen auch…

Schwesterherz hatte Hamburger Wetter

Peters Laufblog wird garantiert noch was schreiben…

Lauffreund.de Nils hat schon geschrieben. Und Lauffreund-Gerd litt richtig.

Mike läuft in Demut eine magische Bestzeit