Sep 172013
 

… dann laufen wir halt um den Flughafen rum

 

oder

 

das jährliche Airportrace

 

Liebe Leser, das Airportrace Hamburg wurde zum 30. mal ausgerichtet und spendierte deswegen auch eine sehr hübsche Medaille. Sowieso ist die Medaille eine der Dinge, die das Rennen so liebenswert machen. Immer wohl gesagt, man mag Flugzeuge. Aber für mich ist ein gutes Laufjahr ein Jahr in dem ich Eisenbahn und Flugzeug als Medaille gesammelt habe. 2013 war also ein gutes Laufjahr.

 

Zu früh waren wir auch mal wieder und so konnte meine Wenigkeit und die sielaufende die Startnummern ohne Schlange abholen. Kleiner Witz am Rande, wir beide mit den Nr XXX1 und XXX3. Zwischen uns eine sehr wohl bekannte Läufern. Sachen gibt es.

 

Die Zeit bis zum Rennen war schnell verflogen. Klo ohne Schlange genossen, noch mal zum Auto gepilgert, Merch gekauft. Ich keine Tasse, wie die sielaufende, sondern einen Pulli. Thorsten genervt, mit der Frau ohne Bandaufnahmegerät philosophiert, den Mick geknuddelt und ein Gruppenfoto gemacht.

 

Und gerade als man sich zum Start aufstellen wollte, konnte man auch noch der DrSmirk Rakete alles gute wünschen. Nun aber weg mit dem Pathoschem Namedropping. It’s time to race. So ein 16 Km rennen ist komisch. 10er Pace? Halbmarathonpace? Was setzt man da an? Dazu kommt beim Airportrace, dass es erst mal ein kleines Stück bergab geht und die ersten 4 KM Asphalt sind, was zumindest mich immer zum schnelleren Laufen verleitet.

 

Und dann ist da immer das Mantra, welches man spricht: „Dies ist nur ein Trainingslauf“. Nun denn, mit Thorsten und der Bandaufnahmegerätlosen Frau aufgestellt und während die Dame uns gleich entwischte, lief ich mit Thorsten in gutem Tempo die ersten 2 Kilometer. Irgendwas um die 6:00 stand auf der Uhr und es fühlte sich alles gut an. Ich verschlug mich kurz in die Büsche, der Thorsten entwischte. Schnell wieder den Rhythmus gefunden und spätestens ab Kilometer 5 hatte ich meine geliebte Taktik am Wickel, die ich mache, wenn es mir gut geht. Von Grüppchen zu Grüppchen sich nach vorne hangeln. Immer mal ein paar kurze schnelle Schritte einstreuen und so Leute überholen und dann kurz ein bisschen hinter der nächsten Gruppe rausnehmen und wieder antreten.

 

Der Blick auf die Uhr sagt: 6:12, 6:30, 6:11. Hmm… fühle mich gut, kann gut Druck machen, aber es kommt wieder die Feststellung, die mich das ganze Jahr schon begleitet: Die Kondition ist da, aber das Tempo nicht. Ich könnte in diesem Tempo gut einen Halbmarathon laufen, aber schneller kann ich nicht. Nun gut, dann laufen wir halt dieses Tempo, ist ja auch schon ganz angemessen.

 

Und ich konnte das gut halten. Der Kronstiegtunnel eine kleine Disco, das macht Laune und so ging es auf den Rückweg mit schnellen Schritten. Und gerade als ich mir eine Zeit unter 1:41 ausmalte, geschah dann doch noch ein kleines Missgeschick. Ich verschluckte mich an einem Gel und musste doch deutlich Pause machen um den Husten in den Griff zu bekommen. Und auch bis ich wieder auf Vollgas stellen konnte, dauerte es ein bisschen.

 

Die dann noch fehlenden vier Kilometer konnten aber mit gutem Tempo gelaufen werden und ich sammelte noch einige Leute ein, die sich das Rennen falsch eingeteilt hatten. Diese Läuferspezies gibt es aber nicht nur mit „zu schnell angehen“. Was für Endspurts da einige Leute raushauen, ist einfach unbegreiflich. Habt ihr dann nicht deutlich Zeit verschenkt?

 

1:41:51 war dann das Ergebnis und gefühlt war ich um Minuten schneller als das Jahr zuvor. Und behauptete es so auch in sozialen Netzwerken. Aber so kann man sich täuschen: Ganze 3 Sekunden war ich schneller. Damals nach schnellem Beginn noch komplett eingebrochen, dieses Jahr halt in meinem Tempo und durchgängig. Letzteres gefiel mir besser.

 

Insgesamt ein zufriedenstellender Formtest. Wie ich hier mal eine 1:36:00 geballert bin, werde ich nie begreifen, aber gut. Das Flugzeug ist im Sack. Nächster Halt: Berlin