Sep 292013
 

oder

Berlin Marathon 2013

Vorwort

Liebe Leser, ich habe ein gespaltenes Verhältnis zum Berlin Marathon. Sehr nette Helfer und eine prinzipiell gute Organisation stehen einige Unverschämtheiten entgegen und eine Haltung „wir müssen keine Extras bieten, wir sind sowieso immer ausverkauft“.

Daher war relativ schnell klar, dass Berlin „nur“ ein Test für Frankfurt werden sollte und ich nicht zwingend an meine Bestzeiten ran laufen will. Hier also die Zusammenfassung des Berlin Wochenendes.

Chaos und Voll

Die Messe in Berlin ist insofern cool, als dass wirklich viele Hersteller vertreten sind, so dass das Läuferherz alles findet, was es begehrt. Nachteil: Auch die Hersteller wissen, dass sie hier aufgrund der Masse auf ihr Geld kommen und bieten nicht sehr viele Messerabatte an. Anders als z.B. in Hamburg.

Die Startnummernausgabe ist mit einer gewissen Wartezeit verbunden, die so gerade eben noch im Rahmen ist. Der Veranstalter wollte, dass nun wirklich jeder persönlich seine Unterlagen abholt und kennzeichnete auch noch jeden Teilnehmer mit einer Art VIP Bändchen. Was offiziell der Sicherheit dient, hat natürlich nur den Sinn eine inoffizielle Übertragung von Startplätzen zu verhindern. Man kann darüber denken, wie man will, aber im Endeffekt ein Geschäftsmodell zu haben, was auch dadurch funktioniert, dass man von einem gewissen Prozentsatz von Nichtstartern ausgeht, hat etwas bedenkliches. Denn nix anderes ist der Ausschluss von offizielle und inoffizieller Ummeldung. Das mit einer erheblichen Quote von DNS und DNF geplant wird, zeigte sich noch später.

Insgesamt muss sich hier der SCC fragen, ob er noch das richtige Verhältnis zwischen „Profitorientierung“ und „wir machen es, weil wir es lieben“ findet. Wenn ich auch in den mehr als dürftigen Starterbeutel gucke, dann verstärkt sich noch der Eindruck. Ein T-Shirt, ein Goodie zum 40. oder ähnliches vermisst man hier komplett. Auch irgendwas lustiges, wie z.B. die Frankfurter gekochten Eier ist nicht vorhanden. Eine Nudelparty wird auch nicht veranstaltet. Das ist alles sehr dünn. Natürlich kann man sich das leisten, ist man doch immer ausgebucht und verfügt über eine schnelle Strecke. Schön ist es trotzdem nicht.

Am Sonntagmorgen dann also in das Athletendorf, sehr spät für unsere Verhältnisse und erstmal den Laufreund.de Sven aufgegabelt. Sollte mich dieser doch die nächsten 5 Stunden begleiten. Wer Sven nicht kennt, der hat was verpasst. Ein Läufer mit Humor, Herz und einem feinen Humor. Ich hatte zumindest meinen Spaß.

Ein riesiges Plus von Berlin ist ein riesiger Haufen echt knuffeliger Helfer. Alle einfach toll, riesig, nett und herzlich. Das beginnt mit den Schülern an der Kleiderabgabe und endet mit den freundlichen Damen beim Medaillenumhängen. Und wenn dann ein Verpflegungsstand von irgendeinem Schwimmverein gemacht wird und deren Moderator irgendwas von sagt „hier ist das Wasser besonders gut, wir kennen uns damit aus…“ dann ist das super.

Super sind auch die unzähligen Bands an der Strecke, auch wenn diesmal ein bisschen viele atonale Freejazz Bands dabei waren. Vom Publikum ist Berlin okay, kommt aber an Hamburg und Köln nicht ran. Viele echt engagierte Leute, die sich zum Ziel gemacht haben jeden ins Ziel zu prügeln, aber auch weite Strecken an denen keiner steht.

Der persönlichen Unterstützercrew sei an dieser Stelle gedankt. Ihr wisst wer ihr seid und ihr wisst, wie toll ihr seid. Insbesondere sei der Nudelzauberkoch genannt.

In die Startaufstellung und noch ein bisschen mit der sielaeuft.de geschnackt. Sven kam auf gute Ideen: Ihr seid so ein 3 Stunden Läufer… langsam loslaufen, irgendwo so im vier Stunden Bereich und dann in Kreuzberg zu der Gruppe mit der ihr lauft sagen „ich hab Hunger“ und kurz ein Döner holen, auf die wieder aufschließen und herzhaft reinbeissen. Die Gesichter möchte ich sehen.

Egal, wir liefen los und schnell waren wir nicht. Auch weil wir irgendwie Pennälerblasen am Start hatten. Passiert mir sonst auch nicht, aber wir haben irgendwie halb Berlin gewässert. Dafür war der Magen und Kreislauf diesmal einfach Bombe. Null Probleme, auch als es später wärmer wurde. Der Lauf ging flüssig von der Hand, aber auf das richtige Tempo komm ich zur Zeit einfach nicht. Ich laufe locker, bei gutem Puls, fühle mich super, bin aber so 10 Sekunden pro KM zu langsam. Egal, sollte ja nur ein LongJogg für Frankfurt werden und so genoss ich einfach jeden Meter, klatschte Kinder ab, flachste mit Läufern, unterhielt mich mit Sven und lief einfach fröhlich. Bei KM 22 dann das Unglück. Sven mit Rückenproblemen und daher mit einer notwendigen Pause. Ich lief ihm erstmal weg und bis KM 30 war alles super. Nun die Frage: Noch irgendwas versuchen oder einfach austrudeln? Kurz gerechnet und eine 5:20 wäre vielleicht noch möglich gewesen. Aber hey, Bestzeit wird das heute nicht, also lieber Körner für Frankfurt sparen und das ganze entspannt zu Ende machen. Daher also beim Getränkestand ein bisschen gechillt und dann langsam und entspannt weiter. Bei KM 35 dann mal einen klitzekleinen Hänger, aber alles Bestens. Kurz danach eine Läuferin aufgegabelt, geschnackt und ihrem Tempo angepasst. Dadurch natürlich noch Minute um Minute verloren, aber egal.

Sven kam wieder von hinten und wollte unbedingt einen Endspurt. Den wollte ich nicht, ich wollte das Brandenburger Tor in vollen Zügen genießen. So ging ich den letzten Kilometer, obwohl ich auch hätte laufen können. Aber hey, egal. Ich wollte Spaß haben. Publikum beklatscht, noch kurz mit der Abteilungsunterstützung geschnackt und ins Ziel gewackelt. 5:48:07 ist mein langsamster Marathon ever, aber dafür hatte ich noch nie soviel Spaß und habe mich so wenig gequält. Und seien wir ehrlich: Wir alle machen das als Hobby und zum Spaß!

Im Ziel dann die große Enttäuschung. Es gab keine Medaillen mehr. Das ist einfach schwach. Und wenn man irgendwo im Bereich von 25.XXX ins Ziel kommt, dann muss man den SCC doch mal ganz stark hinterfragen: Mit wie vielen DNF/DNS rechnen die? Um es mal deutlich zu sagen: Da hilft es nicht, wenn der Moderator was von „Lieblingsblock“ und „Leute, die ihr Tempo laufen“ faselt, wenn die langsamen los laufen, wenn man denen im Ziel dann mit Anlauf in die Fresse haut. Ich weiß, morgen kommt dann das Facebookposting, dass man sich das gar nicht erklären könne und man doch 45.000 Medaillen geprägt habe. Wer es glaubt…

Und nein, das Umhängen einer Kindermedaille und das Versprechen eine richtige Medaille nachzuliefern ist einfach nicht das Gleiche. Jeder Läufer hat das gleiche Recht auf eine Finishermedaille und sollte die SOFORT bekommen. Er zahlt immerhin dafür. Und es wird ihm als Leistung versprochen. Das dann noch die entsprechende Durchsage nur auf Deutsch gemacht wird, zeigt auch eine gewisse Unprofessionalität.

Die beiden irren Österreicher @alpinextrem und @triathlondog haben ihre Wunschzeit nicht erreicht (2:29), aber die Zeiten sind trotzdem unfassbar. Ebenso auch die anderen Zeiten, die so im #twitterlauftreff gelaufen werden. Entsprechende Berichte verlinke ich noch später.

Trotzdem danke Berlin, es war mir eine Ehre. Ob ich noch mal zurückkehre steht in den Sternen, denn an einer Verlosung nehme ich nicht teil.

Sep 252013
 

Guten Tag tolle Mitmenschen.

Wenn Ihr keine wärt, oder wir nicht genau das denken würden, dann würdet Ihr das jetzt nicht lesen müssen.

Ihr bekommt vermutlich dreimal am Tag eine Unterschriftenliste unter die Nase gehalten, die die Welt, die wirkliche Welt, oder aber den jeweils eigenen Arsch retten soll. Und jede ist natürlich die, die Dich, Dich und Dich genau jetzt und heute braucht und auch irgendwie was zurückgibt.

Können wir alles nicht, wollen wir auch nicht, die Geschichte geht so: Ungefähr 300 Menschen gehören hier in Hamburg zu der sogenannten Lampedusagruppe, die zum überwiegenden Teil hierbleiben wollen und die alle nicht so gerne ihre Identität preisgeben möchten, weil das die Hardliner in dieser Stadt in die komfortable Lage versetzen würde, die Gruppe zu zerschlagen und einzeln nach Italien zu reexportieren.

Diesen zynischen Schritt wollen wir helfen zu verhindern, aber gleichzeitig darauf hinweisen, das dies nur ein Beispiel ist. Dass es die von den Medien gerne schnell und publikumswirksam beschworene Ablehnung von fremden Menschen in diesem Land, keine notwendige Folge von Aufnahmebereitschaft sein muss.

Wir suchen 500 Erstunterzeichner unter den Menschen die hier leben oder die Gegend hier mögen, aber auch ein paar Hände voll „Schlepper“, die es manch Schwankenden leichter machen sein Herz zu öffnen.

Das brauchen wir nicht erst zu Weihnachten, sondern jetzt und deshalb brauchen wir Dich!

Bitte lies die St.Pauli-Einladung und unterzeichne sie mit! Die Einladung findet sich hier: Wir sind mehr!

Danke Du bist ein toller Mitmensch

Die Macher der St.Pauli-Einladung aus der St.Pauli-Kirche und drumherum Ps. Schickt Eure Angaben bitte an fcsphilftlampedusa@gmx.de

Sep 252013
 

Liebe Leser,

haben wir mittlerweile ein Händchen für kuriose furiose späte Tore? So könnte man die Auftritte gegen 1860, gegen Dynamo und – nicht zu vergessen – unser Kopfballungetschauner im April gegen Paderborn begreifen. Nun schlug der FCSP schon wieder zu später Minute mit einem sehenswerten Wums zu, der drauf und dran ist, zum Tor des Spieltags bei einer hässlichen überregionalen Boulevardzeitung gewählt zu werden. Doch der Reihe nach.

Montag… ach, lassen wir das. Was soll man dazu noch sagen? Resigniert stellen wir fest, wie spät sich die Südkurve füllt, auf der wir heute wieder mit den Lampedusa-Jungs stehen. Schließlich füllt sich die Hütte aber doch bis auf den letzten Platz – offiziell zumindest. Hier und da erblickt man auf der Haupt doch noch einen leeren Sitz, aber das wird sich in absehbarer Zukunft auch nicht mehr ändern.

Nundenn, wir sind durchaus heiß aufs Spiel. Mit einer für einen Montag ungewöhnlich großen Menge Gerstensaft kühlt sich der Verfasser dieser Zeilen herunter, worunter zweifellos die Spielanalyse etwas leidet. Die Sangesfreude hingegen ist groß bei uns allen. Über die Support-Laune braucht man sich unserer Beobachtung nach dieser Tage wenig Sorgen zu machen, die Kehlen sind gut geölt und laut.

Anstoß. Zunächst haben die Boys in Brown den besseren Zug zum Tor, Fortuna wird aber auch immer mal gefährlich. Über weite Strecken bleibt das Spiel, soweit wir sehen, eine mittelmäßige Zweitligapartie ohne große Höhepunkte. Das ändert sich in der zweiten Hälfte, zunächst nicht in unserem Sinne. Fahrlässig lässt die braunweiße Hintermannschaft Bancé ziehen, der versenkt. Es gibt Tage, da hält Tschauni so ein Ding, aber einen Vorwurf werden wir ihm nicht machen. (Ne war auch zu gut platziert. Da muss er schon einen Wundertag haben um den zu halten. Anmerkung des Sofas)

Mühsam plätschert das Spiel weiter, die Hoffnung auf eine Kehrtwende schwindet. Und nun passiert etwas, was wir gar nicht richtig mitbekommen – ein lächerlicher Platzverweis für Thorandt. Eine unbedeutende Kabbelei zwischen ihm und Bancé lässt Schiri Dankert (ein Rostocker, so so…) gleich die hässliche Farbe zücken. Und unsere Wenigkeit auf der Süd sieht das nicht einmal, hören nur ein Raunen und Pfiffe. Im Nachhinein erfahren wir erst, was da los war. (Er hat auch nach ihm getreten, wohl eher als „Reflex“ nach dem – unabsichtlichen aber ordentlichem – Fußtritt. Die Sperre wurde aber mit dem Schubser begründet. Wenn das nun eine rote Karte ist, gibt es bei jedem Eckball mindestens eine rote Karte. Anmerkung des Sofas)

Wie es aber so oft ist, wird das Team in Unterzahl gestärkt – zumindest, was das Zählbare anbelangt. Kringe, gerade erst eingewechselt, kriegt plötzlich 20 Meter vor dem Düsseldorfer Kasten den Ball halbhoch vor die Latschen. Dass er Direktabnahmen drauf hat, zeigte er auch schon gegen Dynamo. Ein Schuss wie am Schnürchen, der dort landet, wo er hinsoll. Geiles Ding – führt noch immer beim Online-Voting zum Tor des Spieltags knapp vor Schmelzers Freistoß (Stand Dienstagabend).

Das Spiel ist insgesamt keine Glanztat, letztlich aber ein Punkt, der in Ordnung geht. Eigentlich hätte mehr gegen Fortuna drin sein müssen, aber den besten Tag haben wir nicht erwischt. Schön, dass wir uns nicht mehr so oft in letzter Minute die Butter vom Brot nehmen lassen. Weniger schön mit Thorre, der „zum Glück“ nur kommende Woche fehlen wird. Entsprechendes Pfeifkonzert gellt beim Abmarsch der Schiedsrichter. Wir machen uns auch bald vom Acker und genießen den kurzen Heimweg.

Noch ein zwei Anmerkungen vom Sofa: Laut Zeugen soll es wieder massiv Becherwürfe gegeben haben. Ist das denn nicht aus dem Hirn zu bekommen? Wenn die treffen, sitzen wir richtig in der Scheiße. Leute, nehmt euch mal zurück!

Auffällig waren die unglaublich vielen Fehlpässe unserer Jungs im Spielaufbau. Konzentration fehlte sehr häufig bei den einfachen ersten Pässen. Das was z.B. gegen Frankfurt noch wirklich sicher funktionierte, ging diesmal schief. Die Jungs können es also grundsätzlich. Hier muss an der Konstanz und Konzentration gearbeitet werden. Aber das sollte doch möglich sein und dann wäre Düsseldorf auch zu schlagen.

Es schrieben sonst bisher noch:

Gröni stellt fest, dass man nicht immer Montags gewinnen kann…

Beim Ostblock wird man mit Küsschen verabschiedet.

Momo sieht Liebe als Ziel. Nebenbei: Keine Ahnung, warum Fr. Leandros im Stadion war, wenn man aber bedenkt, dass Herr Prahl es gerade mal zu einem Pokalhalbfinale ins Stadion geschafft hat, obwohl seine größte Einnahmequelle Verbindungen zu diesem Verein hat, dann ist das schon irgendwie bemerkenswert im positiven Sinne.

StPauliNu singt und tanzt

Scheint es bisher zu sein, wir ergänzen im Notfall. Sonst guckt in die tägliche Blog und Presseschau und zwar hier.

Sep 222013
 

Liebe Leser,

eine Weile lang haben wir euch nicht mehr auf dem Laufenden gehalten, was die Lage der Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg betrifft. Dabei musste die Gruppe jüngst einen herben Rückschlag hinnehmen. Die Verhandlungen zwischen St.-Pauli-Kirche und dem Senat über eine Sonderregelung für die rund 300 afrikanischen Refugees sind gescheitert. Die Stadtväter und -mütter meinen, es gebe „in Italien keine systemischen Mängel der Aufnahmebedingungen“, blabla.
Dabei sah es zwischenzeitlich ganz gut aus, nachdem der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP [!]), die Kirche besucht hatte und mit seiner positiven Perspektive für ein Bleiberecht der Gruppe Druck auf den Senat machte. Doch vorerst wird daraus nichts. Die Zukunft bleibt weiter ungewiss.

Wir können und müssen nach wie vor etwas tun! Allwöchentlich finden in der Innenstadt Mittwochsdemonstrationen statt. Um 16.30 Uhr versammelt man sich am Protestzelt am Steindamm, um gemeinsam durch die Mönckebergstraße zum Rathaus zu ziehen und auf das Problem aufmerksam zu machen. Wer immer kann, geht da hin und ist laut. Beständiger Druck auf die Verantwortlichen ist unverzichtbar, wir dürfen jetzt nicht nachlassen!

Ganz praktischer Natur außerdem, dass sich der Herbst bemerkbar macht. Einigen der Jungs fehlt es an vernünftigem Schuhwerk (ab Größe 42) und Jacken für die kalte Jahreszeit. Wer davon noch etwas im Schrank stehen hat und nicht mehr benötigt, bringt es einfach zur St.-Pauli-Kirche.

Zeigen wir der Welt weiterhin, dass ein anderes Hamburg möglich ist! Alle zusammen!

Sep 182013
 

Die JHV des FCSP findet am 27.11.2013 im CCH statt, Beginn ist 18:30. Quelle ist vertrauenswürdig.

Zeigt der Welt, dass Vereine nicht ausgliedern müssen und Demokratie beschränken müssen, um im Profifußball teilzunehmen. Kommt zahlreich und lebt unseren Verein.

Wir sind St. Pauli!

Das dieser Termin natürlich mehr als unglücklich ist und nicht gerade dazu beiträgt die schon jahrelang herrschende Unmut über die Terminierung zu lindern, sei nur am Rande erwähnt.

Sep 172013
 

… dann laufen wir halt um den Flughafen rum

 

oder

 

das jährliche Airportrace

 

Liebe Leser, das Airportrace Hamburg wurde zum 30. mal ausgerichtet und spendierte deswegen auch eine sehr hübsche Medaille. Sowieso ist die Medaille eine der Dinge, die das Rennen so liebenswert machen. Immer wohl gesagt, man mag Flugzeuge. Aber für mich ist ein gutes Laufjahr ein Jahr in dem ich Eisenbahn und Flugzeug als Medaille gesammelt habe. 2013 war also ein gutes Laufjahr.

 

Zu früh waren wir auch mal wieder und so konnte meine Wenigkeit und die sielaufende die Startnummern ohne Schlange abholen. Kleiner Witz am Rande, wir beide mit den Nr XXX1 und XXX3. Zwischen uns eine sehr wohl bekannte Läufern. Sachen gibt es.

 

Die Zeit bis zum Rennen war schnell verflogen. Klo ohne Schlange genossen, noch mal zum Auto gepilgert, Merch gekauft. Ich keine Tasse, wie die sielaufende, sondern einen Pulli. Thorsten genervt, mit der Frau ohne Bandaufnahmegerät philosophiert, den Mick geknuddelt und ein Gruppenfoto gemacht.

 

Und gerade als man sich zum Start aufstellen wollte, konnte man auch noch der DrSmirk Rakete alles gute wünschen. Nun aber weg mit dem Pathoschem Namedropping. It’s time to race. So ein 16 Km rennen ist komisch. 10er Pace? Halbmarathonpace? Was setzt man da an? Dazu kommt beim Airportrace, dass es erst mal ein kleines Stück bergab geht und die ersten 4 KM Asphalt sind, was zumindest mich immer zum schnelleren Laufen verleitet.

 

Und dann ist da immer das Mantra, welches man spricht: „Dies ist nur ein Trainingslauf“. Nun denn, mit Thorsten und der Bandaufnahmegerätlosen Frau aufgestellt und während die Dame uns gleich entwischte, lief ich mit Thorsten in gutem Tempo die ersten 2 Kilometer. Irgendwas um die 6:00 stand auf der Uhr und es fühlte sich alles gut an. Ich verschlug mich kurz in die Büsche, der Thorsten entwischte. Schnell wieder den Rhythmus gefunden und spätestens ab Kilometer 5 hatte ich meine geliebte Taktik am Wickel, die ich mache, wenn es mir gut geht. Von Grüppchen zu Grüppchen sich nach vorne hangeln. Immer mal ein paar kurze schnelle Schritte einstreuen und so Leute überholen und dann kurz ein bisschen hinter der nächsten Gruppe rausnehmen und wieder antreten.

 

Der Blick auf die Uhr sagt: 6:12, 6:30, 6:11. Hmm… fühle mich gut, kann gut Druck machen, aber es kommt wieder die Feststellung, die mich das ganze Jahr schon begleitet: Die Kondition ist da, aber das Tempo nicht. Ich könnte in diesem Tempo gut einen Halbmarathon laufen, aber schneller kann ich nicht. Nun gut, dann laufen wir halt dieses Tempo, ist ja auch schon ganz angemessen.

 

Und ich konnte das gut halten. Der Kronstiegtunnel eine kleine Disco, das macht Laune und so ging es auf den Rückweg mit schnellen Schritten. Und gerade als ich mir eine Zeit unter 1:41 ausmalte, geschah dann doch noch ein kleines Missgeschick. Ich verschluckte mich an einem Gel und musste doch deutlich Pause machen um den Husten in den Griff zu bekommen. Und auch bis ich wieder auf Vollgas stellen konnte, dauerte es ein bisschen.

 

Die dann noch fehlenden vier Kilometer konnten aber mit gutem Tempo gelaufen werden und ich sammelte noch einige Leute ein, die sich das Rennen falsch eingeteilt hatten. Diese Läuferspezies gibt es aber nicht nur mit „zu schnell angehen“. Was für Endspurts da einige Leute raushauen, ist einfach unbegreiflich. Habt ihr dann nicht deutlich Zeit verschenkt?

 

1:41:51 war dann das Ergebnis und gefühlt war ich um Minuten schneller als das Jahr zuvor. Und behauptete es so auch in sozialen Netzwerken. Aber so kann man sich täuschen: Ganze 3 Sekunden war ich schneller. Damals nach schnellem Beginn noch komplett eingebrochen, dieses Jahr halt in meinem Tempo und durchgängig. Letzteres gefiel mir besser.

 

Insgesamt ein zufriedenstellender Formtest. Wie ich hier mal eine 1:36:00 geballert bin, werde ich nie begreifen, aber gut. Das Flugzeug ist im Sack. Nächster Halt: Berlin

 

Sep 162013
 
Liebe Leute,
allzu viel gaben wir in der letzten Zeit nicht von uns. So ein Umzug kostet Kraft und Internet folgt bekanntlich oft erst später. Beim Streichen der neuen Bude haben wir nicht einmal was von der Union-Pleite mitbekommen. Nun sind wir aber wieder am Start.
Das Spiel gegen den Effessvau sollte nun aber für zwei von uns das erste Heimspiel werden, bei dem das Stadion komplett zu Fuß geentert wurde. Das ist eine der schönen Seiten des Umzuges. Also mit ’nem frischen Pils bewaffnet durchs Viertel marschiert, vor Ort ein paar Händchen geschüttelt und Karten getauscht. Mit unseren Lampedusa-Jungs geht es diesmal auf die Südkurve, wo wir ein muckeliges Plätzchen Richtung GG fanden. 
Auch kurz vor Anpfiff dort noch sehr geräumig, daran soll sich den ganzen Tag nichts mehr ändern. Von eigentlich allen wurde das Stadion als „leer“ beschrieben. War irgendwas in HH, dass so viele Karten ungenutzt blieben? Auch wenn die Frankfurter ja nun nicht gerade „attraktiv“ sind, so war es doch ein „richtungsweisendes“ Spiel. 
Mächtig Dampf verspricht der Anfang. Nicht nur die feine Choreo, auch die ersten Spielminuten lassen die Mundwinkel steigen. Klasse, dass mit Verhoek jetzt wirklich mal jemand in unseren Reihen ist, der auch aus schwierigen Situationen eiskalt treffen kann. Dieses Tor ist dann auch gleich Ausdruck einer diesmal sehr effektiv angewandten Spielweise. Frühes Stören und dann schnell spielen. Leider klappt das mit dem schnellen Spielsehr häufig nicht, hier läuft es aber so gut, dass die Frankfurter Schindler komplett vergessen. Der könnte sich auch noch ein Bier von der GG holen und hätte immer noch alle Zeit der Welt zum Flanken. Die Maßflanke auf Verhoek ist die Folge. 
Der frühe Treffer strahlt jedoch wegen so mancher Chance der Frankfurter nicht gerade Sicherheit aus – gerade um die rechte Abwehrseite muss man sich an diesem Tag Sorgen machen. Schwein und Tschauner gehabt, es bleibt bis zur Halbzeit hinten ruhig.
Zwischendurch kommen die wehmütigen Gedanken an den fehlenden Bene. „Er ist immer da gewesen, und jetzt ist er nicht mehr da“, heißt es treffend bei Ronja Räubertochter. Doch darüber ließen wir uns ja schon an anderer Stelle aus. 
Zwote Halbzeit. Wir singen kräftig, das ganze Stadion liefert unserer Wahrnehmung nach soliden Support ab und die Refugees mit uns. Auf dem Feld ein unterhaltsames Spiel. Ratsche nimmt sich ein Herz und ballert einfach mal drauf, mit viel Glück landet das Ding in den Maschen. Das Glück ist uns aber heute hold. Dass gerade so ein komischer Gegentreffer fällt, während zig andere Chancen der Frankfurter ungenutzt bleiben, ist schräg.
Schräg auch, dass Möhlmann mit Epstein und Görlitz zwei der auffälligsten Spieler vom Platz nimmt. Das Ganze auch noch in einem schrägen Dreierwechsel. Nun gut, so hilft er uns nicht gerade wenig damit. 
Wir können uns vorstellen, dass so mancher Schiedsrichter das Gewurschtel um Tschauner beim Gegentor abgepfiffen hätte. Unser Sofa-Außenposten merkt dazu indes an, dassda doch eher der eigene Mann auf ihm landet. Der Jung meckert mit oder ohne Recht, leider kriegt er dafür mit Recht die Gelbe.Und gerade, wo das Spiel den typischen Verlauf dieser „Wir kriegen noch trotz Überzahl ein Ei in der 91. Minute“-Partien zu nehmen scheint, sind die drei Minuten Nachspielzeit um und der Pfiff erlöst uns. Schön ist anders, souverän auch, aber den Sieg nehmen wir natürlich gern mit. Insgesamt kann man in jedem Fall noch Defizite erkennen, aber die machen wir heute zumindest durch andere Stärken wieder wett. Elf Punkte bei sieben Spielen, das geht schon klar. Luft nach oben haben wir noch.
 
Und nach diesem richtungsweisenden Spiel (man gucke einfach nur mal auf die Tabelle und wo Frankfurt nun steht…) haben wir gleich das nächste Heimspiel und mit diesem eine riesige Chance, uns in die Spitzengruppe der 2. Liga zu spielen. Man wird ja wohl mal träumen dürfen. 
Abseits des Platzes: Es wurde von einem „Fußball, Ficken, Alkohol“Plakat an der GG berichtet? Weiß da jemand was genaueres? Wir haben es (leider oder zum Glück) nicht gesehen. 
Es schrieben noch bisher:
Mehr Links dann vielleicht als Pingbacks in den Kommentaren.
Sep 022013
 

… nun gehst du. Einfach so am letzten Tag der Transferfrist. Dabei bist du doch St. Pauli! Und dann noch an Ralles Geburtstag!

Und wie dein Herzensverein scheiterst du gerne mal knapp an höheren Aufgaben? Die Szene deiner Karriere bei uns wird wohl das 2-1 für Bayer Leverkusen bleiben. Man muss diesen Ball nicht zwingend halten. Aber man kann ihn sehr gut halten. Wenn du ihn hälst, dann bleibt es beim 1-1, du wärst voraussichtlich die Nr. 1 geblieben, wer weiß ob unsere Abwärtsspirale so eingesetzt hätte? Deine Karriere wäre vielleicht ganz anders ausgegangen.

So blieb es bei diesem einen Tag im Februar. Diesem einen Tag, der uns allen soviel bedeutet hat und der uns allen in Erinnerung bleiben wird. Unser Leben lang. Es war der Tag an dem du nichts falsch machen konntest, an dem irgendwie ein fußballgöttlicher Segen auf dir lag. Die Rauten hätten noch 1.000.000 100 % Chancen haben können, der Ball wäre nicht über die Linie gegangen. Und so konnte die andere Szene deiner Karriere entstehen: Der Pfeil und Bogen Mann.

Still, unumstritten, meinungsschwach sind keine Attribute, die man mit dir verbindet. Was bei dir immer herausragend war, ist dein Trainingseifer und dein Bewegungsdrang. Mal eben so Halbmarathone in 1:43 zu laufen, spricht Bände.

Mit ein bisschen mehr Ruhe und ein bisschen mehr Glück wird aus dir noch ein riesiger Keeper. Sturm Graz ist ein guter Verein, Graz eine wunderschöne Stadt. Lass es dir gut gehen, habe ganz viel Spaß und rock Österreich! Ach ja zumindest vor 10 Jahren waren die Ufftas da vor Ort ganz okay.

Und danach komm bloss wieder nach Hamburg und erzähl uns alles.

Mach es gut, Großer, DU wirst wirklich nie alleine gehen.

Sep 022013
 

oder

Hamburg ist flach…

Liebe Leser, der alljährliche Heldenlauf stand an. Einer der schönsten Hamburger Läufe, wenn man denn auf Landschaft, Fluss und hübsche Hüten steht.

Wie immer viel zu früh war ich im Startbereich und auch die Kollegin war wie üblich zu früh. So konnte noch ausgiebig dem Kaffee und Kuchen gefrönt werden und die üblichen 25 Klogänge absolviert werden.

Der Heldenlauf hat eine ganz besondere Gemeinheit. Normalerweise gilt ja, dass man in Hamburg jeden Anstieg auch wieder runter darf, so dass man den Zeitverlust beim Anstieg auch wieder ausgleichen kann. Um dies zu verhindern, haben sich die Macher des Heldenlaufes eine ganz besondere Gemeinheit ausgedacht. Das Ziel liegt nämlich oben in Blankenese, während unten an der Elbe gestartet wird. Wer nebenbei immer noch glaubt, dass Hamburg flach sei, dem sei dieser Lauf mal wärmstens empfohlen.

Gerade als wir am philosophieren waren, ob eigentlich jemand aus der Abteilung am Start sei, trafen wir auch schon den Lars, der als Bergziege eine kürzere Distanz gerannt war. Im Startbereich trafen wir dann noch Thorsten aus der Abteilung, der sich dazu verdingen lassen hat, als Werbung für eine in Läuferkreisen bekannte Duschgelmarke zu laufen. „Bekommt man dafür Geld?“ „Ja!“ „Naja ich dachte, vielleicht wird auch reihum ein Angestellter verpflichtet…“

Der Heldenlauf. Von der Gemeinheit, dass unten gestartet und oben gefinished wird, war bereits die Rede. Aber noch eine kleine und feine Gemeinheit haben die Veranstalter dem Halbmarathon Läufer in den Weg gelegt. Treppen. Und zwar nicht zu knapp. Und natürlich in der 2. Hälfte des Rennens.

Zu Beginn ging es aber flach los und ein schnelles Feld verleitet natürlich dazu das Tempo mitzugehen. Der erste Kilometer unter 6 Minuten und schon muss man beginnen so ein bisschen sich selbst an die Leine zu nehmen. Wenn man hier mitgeht, dann geht man bei den Treppen dreifach ein. Der erfahrene Heldenläufer weiß so etwas und geht ganz in Ruhe Wasser lassen. 6:15 auf dem zweiten Kilometer ist dann schon besser. Und dann kommt er auch schon der erste Anstieg. Noch lächerlich, aber man kann schon mal gucken, wie die Beine so gehen. Ging ganz gut und das Tempo wurde nicht wirklich langsamer. Dann kann man ja auch mal ein bisschen versuchen das Tempo zu halten. Die Kilometer flogen so dahin und nach Kilometer 10 kommt der erste richtige giftige Anstieg. Der Puls bewegt sich das erste Mal in Bereiche, die man sonst vom Intervalltraining her kennt. Und man verliert Zeit. Ob man will oder nicht.

Gut weiter geht es und nachdem man dem Ziel schon sehr nah gekommen war, geht es in Wellen abwärts in Richtung Elbe. Also Gas geben. Einige Leute denken genauso, andere trödeln ein bisschen. Feste Gruppen, mit denen man laufen kann, gibt es nicht. Zu unterschiedlich die Renneinteilung. Man guckt in Richtung Elbe und da ist sie schon. Die Horrortreppe. Man hört sie, bevor man sie sieht, denn wie ein warnendes Nebelhorn hat der Veranstalter oben eine Sambagruppe platziert. Vor der Treppe noch ein kleiner giftiger Anstieg. Man versucht zu laufen, aber spätestens auf der Treppe muss man gehen. Letztes Jahr brauchte ich oben noch eine Pause um wieder zu Luft zu kommen, diesmal kann ich langsam weiter laufen. Oben? Dann kann man doch noch mal nach unten, denkt sich der Veranstalter und kurze Zeit später sieht man die Elbe wieder. Forcieren ist jetzt nicht mehr drin. Irgendwie ins Ziel retten. Und so verliert man gegen die bisher gelaufene Pace.

Und das zweite Mal geht es wieder steil bergan. Diesmal gestückelt in mehreren kleinen Treppen. Der Rhythmus geht kaputt, die Muskeln schreien. Nach der Treppe wieder ins Laufen zu kommen fällt schwer. Lieber nicht mehr auf den Schnitt gucken, es frustriert doch ein bisschen. Lieber kämpfen. Schritt für Schritt. Kurz vor dem Ziel. Noch mal runter von der Straße, noch ein Hügel. Es zerreisst mich. Ich muss komplett rausnehmen. Schade, hier wäre noch Zeit drin gewesen.

Die Kollegin fordert Zielspurt, aber der ist nicht mehr drin. 2:28:15 zeigt die Uhr. Pünktlich vor dem Wolkenbruch komm ich ins Ziel. Die Armen, die noch hinter mir laufen und fett nass werden. Für einen Halbmarathon eigentlich nicht so prall, aber man bedenke die Strecke. Und ein Bergläufer werde ich nicht mehr. Noch erstaunlicher: Auf der dagegen sehr flachen und schnellen Strecke des Hella Halbmarathons war ich vor zwei Monaten noch gut zwei Minuten langsamer. Nehmen wir es doch also als sich steigernde Form. Und bis Frankfurt verbleiben ja noch gut zwei Monate. Nächster Formtest dann beim Airportrace.

Einzig unangenehme Folge des Laufes: Ungefähr jeder Muskel der Beine meinte danach einmal krampfen zu müssen.

Sep 022013
 

2030 Champions League Finale. Der „Junior“ von Übersteiger/Frodo legt sich den Ball zurecht. Coach Ralph Gunesch kann nicht mehr hinsehen. 4-4 im Elfmeterschießen gegen Real Madrid… Nur dieser Schuss Er läuft an, Flickflack und verwandelt sicher mit der Hacke flach links unten.

Es gibt kein Halten mehr, die Tribüne flippt aus, in Hamburg versinkt ein ganzes Viertel im Freudentraumel. Frodo ist tagelang vor Stolz nicht ansprechbar und der Übersteiger druckt noch in der Nacht eine Sonderausgabe mit 100 Seiten und Spielberichten von jedem anwesenden Redakteur (also ungefähr drei Berichte 😉 ).

Der FC Sankt Pauli ist zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte Champions League Sieger. Das Traumtrainerduo des Deutschen Fußballs Ralph G. und Fabian B. haben es geschafft. Ein Jahr zuvor hatten sie noch ein 100 Millionen Angebot von Barcelona ausgeschlagen. Fabian B. damals:  „dann hätte ich ja nicht mehr Polizist auf der Wache 17 sein können und könnte nicht mehr mit #17 unterschreiben. Was soll ich also da?“

Das ungefähr, lieber Ralph wünschen wir dir zu seine. 30. Geburtstag. Bis dahin halte die Ohren steif, spiele viel in Ingolstadt, bereite dich auf die große Trainerkarriere vor und feiere heute schön mit der größten Torte, die du finden kannst.