Aug 142013
 

oder

Unser Capitano ist eine Raute

Liebe Leser, unser Capitano Fabio Morena hat bei den Rauten unterschrieben für deren U23. Nun wird das mancher Fußballfan traurig und sehr sehr ärgerlich finden. Aber wenn man mal ganz kurz durchatmet und die Emotionen überdenkt, dann ist das weder ein Beinbruch noch ein Grund, irgendwelche Schimpfwörter unserem Capitano an den Kopf zu werfen.

Sein „Fall“ unterscheidet sich dann doch stark von anderen Wechseln zu den Rauten. Während andere Spieler (Meier, Hollerbach etc. pp) meinten, dass sie sich durch diesen Wechsel sportlich verbessern, ist Fabio bei uns aussortiert worden. Der hätte gerne viel länger bei uns gespielt, hat es – leider – nicht mehr gepackt und wechselte nach Sandhausen, wo er erneut aufs Abstellgleis gestellt wurde. Oder wie das so schön im Fußballdeutsch heißt: „Man plant nicht weiter mit ihm.“ Und seinen Vertrag dort auszusitzen, würde uns zwar nun diesen Artikel ersparen, aber sieht unser Fabio aus wie Albert Streit?

In seiner Lebensplanung stand mit 33 garantiert noch nicht das Karriereende und seien wir ehrlich: Auch wenn wir uns vorstellen können, dass Fabio vernünftig genug ist, Einemarkfünfzig unter das Kopfkissen gelegt zu haben, der wird nicht ausgesorgt haben. Da wird ein Angebot aus einer Region, in der man sich heimisch fühlt, in der nebenbei die junge Familie wohl auch noch wohnt, in der man Freunde hat, gerade recht kommen. Leicht wird es ihm auch nicht gefallen sein. Aber er verdient nun mal sein Geld mit Fußballspielen und zu wählerisch kann man in der oben beschriebenen Situation auch nicht sein.

Daher kann man das auch nüchtern betrachten. Wie bei Andrew Pfennig oder Thorsten Fröhling wird das nur bedingt an seinem Denkmal kratzen. Und ein Grund, dieses einzureißen, ist es schon gar nicht.

Oder um es noch einmal emotionslos auszudrücken: Ihr seid Programmierer, ihr findet Apple voll Bombe, aber die wollen euch nicht haben oder besser noch, feuern euch. Ihr müsst irgendwie euer Geld verdienen. Da kommt ein Angebot von Samsung, bei dem ihr in der gleichen Stadt bleiben könnt. Sagt ihr nein? Wahrscheinlich nur, wenn ihr wirklich ein komplett durchgeknallter Applefanboy seid.

Insofern lieber Fabio: Alles Gute, viel Erfolg (außer bei den Derbys), sabotiere sie am Besten von innen, lerne da irgendwas (und wenn es nur ist, wie man es nicht macht) und komm irgendwann mit dieser Erfahrung zurück zu uns. Zu deiner Herzensangelegenheit.

  6 Responses to “Ein Wechsel, der bewegt…”

  1. Eine weise Stimme unter lauter Infantilen. Wieder zur Familie, in seine Wahlheimat und noch bißchen Fußball spielen. Wer dem Capitano das vergönnt den könnte man vielleicht ein wenig verbohrt nennen.

  2. So sehr ich deine Artikel schätze,aber der Apple/Samsung Vergleich mit zwei Fussballvereinen ist so weit hergeholt,das hat dann auch nix mit Äpfel und Birnen zu tun, der kommt aus einem komplett anderen Universum.
    Ob ich Morena aufgrund seines Wechsels jetzt verteufel? Nein,aber aus meiner persönlichen Hall of Fame ist er hochkantig rausgeflogen. Und auch wenn viele das Argument „naiv,is ja Profifussball“ unentwegt herbeizerren,gibt es Beispiele,wo Spieler niemals zum verhassten Rivalen gehen würden. Iniesta/Xavi bei Real? Giggs zu Liverpool oder Gerrard zu ManU? Klar könnte jetzt wieder das GeldArgument ausgebuddelt werden, aber mir ist bis heute kein Gesetz bekannt, das es Fussballprofis verbietet nach ihrer Karriere in anderen Berufen Geld zu verdienen. Diese ganze unsägliche Geschichte schmerzt insofern,das ich mich in ihm komplett geirrt habe, er eben doch nur ein ganz normaler Profi ist.

  3. Meines Erachtens übersiehst du in deiner Beurteilung einen ganz entscheidenden Punkt. Die von dir genannten Spieler sind von ihrem Herzensverein nicht vor die Tür gesetzt worden.

  4. Richtig,noch nicht! Aber irgendwann ist die Zeit gekommen,wo es halt vorbei ist,weil es eben nicht mehr reicht. Und da brauchen wir uns alle nix vormachen, bei Morena war das der Fall, was man in Sandhausen dann auch gesehen hat. Der nächste wird mit Sicherheit Boll sein, aber der hat ja noch einen Job! ;))

  5. aber er ist ja nicht ‚vor die tür‘ gesetzt worden. das klingt so, als sei der fc st.pauli ganz mies mit ihm umgegangen und das stimmt ja nicht. die haben ihm doch sogar angeboten nach der karriere, bzw. seinen studium bei st.pauli zu arbeiten. also der wird schin noch geld verdienen können nach seiner aktiven zeit.
    nichtdestotrotz finde ich es vollkommen unnötig ihn zu verteufeln und zu beleidigen. vielleicht hat er einfach noch lust fußball zu spielen und altona93 oder vicky brauchen grad keinen spieler. warum sollte er das angebot vom hsv ausschlagen? dass er sich bei st.pauli wohl gefühlt hat, das nehme ich ihm ab. immernoch. dass er den erzrivalen hasst, sowas hat er nie verlauten lassen. manche hegen einfach keine apathien gegen den hsv, obwohl und trotz sie st.paulianer sind. so what?

  6. Puh…. Ca 3 Mal pro Minute hab ich in den letzten 48 Std überlegt, ob ich zu all denen was schreiben soll, die sich mit den moralischen Maßstäben, die sie andern anlasten, sicher nichtmal einen Tag über Wasser halten könnten. Fabio hat sich durch den magischen FC ins schöne Hamburg verliebt und dort Familie gewonnen und sein Herz verloren. Wer kehrt denn da bitte freiwillig an die einstige Stätte der Schmähe zurück? ABER: Wer will ihm denn verdenken, dort wo es ihm gut geht auch sein Geld zu verdienen? Danke für euren Artikel!!!

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