Jul 292013
 

oder

Wer glaubt, der Volkspark sei sonstwo…

Vorwort

Liebe Leser, man soll keinen Sport bei dieser Hitze machen. Sagen alle Ärzte. Was aber natürlich niemanden davon abhält, Spieltage der zweiten Liga in der Mittagshitze anzusetzen. So ließ man sich in Karlsruhe dann in Ruhe im Gästeblock ordentlich durchgaren. Hier nun also unser Bericht aus dem Kochtopf.

Lobenswert

Das Ganze begann aber früh am Morgen. Nun hatten wir uns für die Bahnfahrt entschieden, sodass wir das Leid der Busfahrer nur vom Hörensagen kennen. Deren frühe Abfahrt wurde wohl noch mit einem unmöglichen Busfahrer versüßt, der sowohl auf der Hin- als auch auf der Rücktour mit spannenden Umwegen von sich reden machte. Die Begeisterung hielt sich deswegen in engen Grenzen, wie wir hörten.

Bahnfahren stellt man sich ja immer als äußerst bequem vor, aber auch das ist immer ein Abenteuer. Und so Worte wie „Oberleitungsstörung“ und „spielende Kinder“ bringen einem dann doch ganz schnell eine Stunde Verspätung. Nun gut, umsteigen mussten wir nicht und genügend Zeit bis zum Anpfiff hatten wir auch eingeplant. Und so rauschte die Landschaft an uns vorbei und wir kamen dem Ziel näher.

In Karlsruhe angekommen, wäre man am liebsten wieder sofort zurück in den klimatisierten Zug gestiegen. Die Luft stand und war warm wie in einem Ofen. Man hätte den alten Klassiker mit „Karlsruhe dichtmachen durch Körperausscheidungen“ locker auf „…schwitzen euch zu“ umdichten können.

Hinein in die volle Straßenbahn, wo zwischen FCSP und Karlsruhe alles ganz locker und entspannt blieb, eigentlich eine Beobachtung des gesamten Tages. Aggressionen zwischen den beiden Fangruppen haben wir null mitbekommen, was natürlich immer nur eine subjektive Wahrnehmung ist. Auch die Polizei hielt sich merklich zurück und war nur selten zu sehen.

Nicht ganz stressfrei blieb es jedoch untereinander. Es ist schön, dass sich Leute aus der jeweiligen Region mal ein Spiel ansehen wollen und gerade im Südwesten haben wir echt viele richtig gute Leute, die halt finanziell nur die nahen Spiele mitmachen können. Aber Leute, wenn man zum FCSP geht, dann sollte man wissen, dass man für Worte mit F am Anfang und tze am Ende und für „schwul“ als Schimpfwort Ärger bekommt.

Auch Typen, die „Erinnerung“ mit einem eisenen Kreuz als I-Punkt tätowiert hatten, fanden wir im Gästeblock. Da kann man doch echt nur den Kopf schütteln. Und bevor wir den mal richtig mit Beleidigungen überschütten konnten, ist der dummerweise auch noch woanders hingegangen.

Ihr denkt, dass das Volksparkstadion weit draußen ist und schlecht angebunden ist? Dann fahrt mal nach Karlsruhe. Von der nächsten Bahnstation ist das ein ordentlicher Fußmarsch und ein pendelnder Bus ist zwar vorhanden, aber gefühlt wirklich in Einzahl.

So kamen wir also nach einem langen Marsch am Gästeblock an und hier muss man wirklich mal ein Lob aussprechen: Ordner, die auch PET-Flaschen als Wasserbehältnisse reinließen, ein Rasensprenger als Abkühlungsmöglichkeit und viele Getränkestände zeigten, dass man sich vorbereitet hatte auf Karlsruher Seite. Dazu noch eine Feuerwehrschläuche und Wasserberieselung im Block. Das war wirklich gut gemacht und man hatte dies ja auch so angekündigt.

Auf den Rängen war die Stimmung in einem solchen warmen Gästeblock insgesamt okay. Natürlich kann man noch viel mehr erwarten, aber in einem derart großen und unüberdachten Gästeblock geht halt auch vieles komplett verloren.

Auf dem Platz entwickelte sich ein Spiel, welches man – gemessen an den Temperaturen – nur als intensiv bezeichnen kann. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen auf den Sieg, Karlsruhe vielleicht die eine Chance mehr, aber letztendlich war das 0-0 wohl leistungsgerecht. Bei uns fehlt es einfach am Abschluss, sei es nun als finaler Pass oder als Torschuss. Da haben wir eine riesige Schwäche und es wirkt, als ob man Angst vor dem Torschuss hat. Gerade an Fin wird das Problem deutlich. Er hat einfach nicht den Mut, mal draufzupicken. Manches Mal wäre das effektiver als sein Versuch, dann noch einen Pass zu spielen. Aber das ist nicht alleine sein Problem. Da will unsere Truppe vieles einfach noch zu perfekt machen.

Sonst muss man wohl von einer engagierten Leistung gegen den Aufsteiger sprechen. Insbesondere der Abwehrverbund stand wirklich gut und die Zeiten, wo unsere Gegner im Mittelfeld unfassbar viel Platz haben, scheinen endlich vorbei zu sein. Dass Gonther ein guter „Neuzugang“ ist, beweist er gerade richtig. Letztes Jahr hatten wir in der Vierkette noch das Prinzip „wer fit ist, der spielt“, dieses Jahr haben wir Härtefälle und Leute, die sofort bereit stehen, falls mal jemand sich verletzt. Das lässt doch hoffen.

Mit dem Punkt kann man sehr gut leben, der Frodo würde wieder sagen, dass man mit auswärtigen Unentschieden und Heimsiegen aufsteigt. Nun mag das so nicht stimmen, denn 68 Punkte reichen ja nicht zwingend, aber man ist allemal auf einem guten Weg und hat natürlich nun gegen Bielefeld die Chance auf einen Traumstart. Mit sieben Punkten im Gepäck hätte man dann in Bochum voraussichtlich ein echtes Spitzenspiel.

Ketzerische These: Wenn man sich so die Tabelle ansieht, dann könnte man behaupten, hier schon sehr deutliche Tendenzen für den Rest der Saison zu sehen. Die ersten acht werden wahrscheinlich auch zum Ende der Saison dort irgendwo stehen, die letzen acht wahrscheinlich auch. Allemal hat Union seinen „Geheimfavoriten“-Status erstmal erheblich beschädigt.

So genug geschwitzt und zurück zum Bahnhof. Wir hatten nicht das Glück, einen der wenigen Shuttlebusse zu bekommen, sodass wir wieder auf den langen Marsch gingen. Unser Fanladenhoschi hatte da mehr Glück. Die Essensuche erwies sich auch als schwierig, denn das erste Restaurant wollte aus unerfindlichen Gründen nur Getränkebestellungen aufnehmen. So wanderten wir ein bisschen umher um auf einen netten türkischen Imbiss zu stoßen, wo es alles gab, was das Herz begehrte.

Zur Bahn und gerade als man sich schon auf seinen ICE-Sitzplatz freute, kamen irgendwelche blau-weißen Typen aus einer Regionalbahn. Der erste Gedanke war „Hansa“, aber schnell wurde klar, dass es sich um Fans von Stuttgarter Kickers handelte. Was dann folgte war leider kaum weniger Dummheit. Steigen aus, pöbeln gegen Karlsruhe, sehen uns und wechseln mitten im „Karlsruh, Karlsruh wir sch…“ auf „Scheiß St. Pauli“. Es entwickelte sich eine kleine Pöbel- und Stressphase, die ziemlich lächerlich war. Denn die ca. 20 Kickers, die da meinten, den Dicken markieren zu müssen, trauten sich auch nicht richtig auf Angriff zu gehen. Naja, und als sie das Pöbeln so gar nicht beenden wollten und immer wieder so halb in Richtung FCSP starteten, kam auch die Polizei und sie konnten sich mit denen abarbeiten. Zum Glück ein relativ besonnener Polizeieinsatz, nicht erst Pfeffer und dann fragen.

Es sei angemerkt, dass vielen Kickersfans das Verhalten ihrer Heißsporne mehr als peinlich war. Der Kommentar unserer Nr. 17 zur ganzen Nummer war nur „wenn ihr noch 20 Leute braucht…“.

Die Mannschaft im selben Zug und mit unseren Skins in einem Abteil. Das nennt man dann wohl entspannte Rückfahrt.

Sowieso drehten unsere Jungs noch mal gut auf, als sie vom Landleben erzählten (siehe Überschrift) und unter Gelächter aller Mitfahrer sagten, dass sie „ein bisschen Assi“ seien. Aber so kennen und lieben wir sie. Mit ein bisschen Verspätung waren wir dann auch wieder in HH und der Tag vorbei.

Der daheimgebliebene Anteil des Blogs hatte unterdessen Spaß mit den Gästen der St.-Pauli-Kirche. Merke: Bügelflaschen mit „Plopp“, da kann nich jeder mit üm! Wenn es aber endlich doch ploppt, dann ist die Freude groß. Das Spiel schauten wir in der nicht ganz so heißen Makrele, die extra für die wie immer sehr leidenschaftlichen Refugees öffnete. Vielen Dank dafür, ihr Guten!

Es schrieben bisher sonst so…

Kleiner Tod sah sich Konzert und Hitzepunkt an

Die Breitseite berichtet aus dem Bus

Jul 262013
 

oder

Vom Umgang mit der Polizei

Vorwort

Erstmal: Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Es gibt Texte, die müssen alle drei Leute, die dieses Blog verantworten, in Ruhe lesen. Daher erst jetzt etwas zu dem Basch-Ding. Und wir verbitten uns jetzt schon in den Kommentaren irgendwelche Nazivergleiche. Wer solche zieht, disqualifiziert sich für immer und ewig. Gründlichkeit vor Schnelligkeit bitte sowieso auch beim Textverständnisses dieses Textes. Erst nachdenken und verstehen, dann kommentieren, zustimmen oder ablehnen.

Liebe Leser, die Basch hat nun einen Text veröffentlicht, welcher eine Diskussion aufwirft, zu der auch wir etwas beitragen wollen: Wie ist es eigentlich mit St.-Pauli-Fans, die Polizisten sind?

Auch der betroffene Fanclub hat zwischenzeitlich eine Stellungnahme abgeben. Wir schreiben an dieser Stelle immer das Gleiche: Aus zwei schriftlichen Stellungnahmen kann man keine Glaubwürdigkeit und keine Glaubhaftigkeit abschließend beurteilen. Nicht ohne Grund werden Zeugen mündlich vor Gericht vernommen. (Zur Sicherheit steht dieser Satz unten nochmal). Daher sind gewisse Widersprüche nicht endgültig aufzuklären, so dass wir auch nicht abschließend über den Einzelfall urteilen wollen.

Der Basch-Text beinhaltet aber auch Passagen, die ihrem Wortlaut nach eine Allgemeingültigkeit beanspruchen. Und diese sollten alle mal einer kritischen Prüfung unterziehen und gerne auch Gegenthesen entwickeln. Natürlich werden wir auch das Verhalten des Fanclubs hinterfragen, denn wir sind ja jedem gegenüber konstruktiv kritisch.

Deutlich ist im Basch-Artikel zu erkennen, dass er auch von enttäuschtem Vertrauen handelt, von Wut und damit emotional ist. Auch das muss man bei einer Bewertung immer mit einbeziehen, denn jeder kann (und sollte) sich einfach mal den Frust von der Seele schreiben dürfen. Das gehört auch dazu. Trotzdem – und dem sind wir uns auch erst sehr spät bewusst geworden – bringt Reichweite auch Verantwortung. Das gilt insbesondere, wenn man ein Magazin ist, welches sich als offizielles Sprachrohr einer Gruppe definiert.

Über das Linkssein und die Kritik am Staate

Oh ja, man kann die Polizei als Institution, Obrigkeit und das konkrete Handeln der Hamburger Polizei sehr gut und sehr ausführlich kritisieren. Und vieles ist da auch kein „bedauerlicher Einzelfall“ mehr, sondern zeigt ein starkes strukturelles Problem. Die Möglichkeit, Gewalt auszuüben, sollte immer mit einer Kontrolle und einer Verantwortlichkeit gepaart sein. Und man sollte sich selber immer über dieses Privileg und diese Macht im Klaren sein. Und dies sind viele eben nicht. Insbesondere Innenpolitiker und Polizeigewerkschafter fabulieren lieber von Supergrundrechten, als sich dieser Verantwortung wirklich zu stellen.

Nur wer ist denn so konsequent und boykottiert den „staatlichen Repressionsapparat“ (Zitat Basch) komplett? Hand auf Herz: Wer von euch zahlt keine Steuern? Nebenbei ist so ein Finanzamt ein echter staatlicher Repressionsapparat. Inklusive Hausdurchsuchungen und allem. Kann man wirklich mal drüber nachdenken, ob man eigentlich Finanzbeamte in der Kurve haben will?

Natürlich könnte man nun zwischen übertriebener Kriminalisierung, Stigmatisierung von politischen (oder fußballerischen Zusammenhängen) und dem notwendigen Schutz von Leben und Unversehrtheit durch den Staat differenzieren. Das eine als Repression und das andere als notwendig ansehen. Aber diese Differenzierung sehen wir da gerade irgendwie nicht. Passt auch mit ACAB irgendwie nicht zusammen, denn dann ist der Mordermittler ja plötzlich kein B mehr.

Aber zurück zu den Fragen: Wer von euch ruft nicht die Polizei, wenn bei ihm eingebrochen wurde? Oder er einen Unfall hatte? Das alles ist auch staatlicher Repressionsapparat und außer ein paar sehr konsequenten Leuten wird es wenige geben, die sich da ganz ausklinken. Ja es ist einfach über staatliche Gewaltmonopole zu meckern, sie selber aber nicht zu nutzen, ist eher schwierig.

Oder kurz gefasst: Ob du willst oder nicht, auch du bist Deutschland, auch du nutzt den repressiven Staatsapparat, lebst sehr entspannt damit, dass das Gewaltmonopol in weiten Teilen des Lebens anerkannt wird und wirst davon (insbesondere wenn du auch noch weißer Hautfarbe bist) priviligiert. Und seien wir ehrlich: Auch ihr alle guckt Tatort.

Und sich dann in einem Bereich doch bitte keine Polizei, keine Staatsmacht zu wünschen, weil man dort lieber seine eigenen Regeln machen UND durchsetzen will, ist ein Paradoxon. Auf der einen Seite ist dies als vorbildlicher Mikrokosmos sehr lobenswert, auf der anderen Seite ist es sehr inkonsequent. Und damit sind wir auch schon beim Mikrokosmos Fußballkurve:

Macht in der Kurve

Man darf sich nichts vormachen, in Fußballstadien herrscht Faustrecht. In einer Kurve gibt es wenig Grundrechte und wenig Minderheitenschutz. Das fängt bei Politik an (siehe Aachen Ultras), kann aber auch sehr viel weiter gehen. Wer die Manpower hat, wer geschickt mit den Leuten kooperiert, die zuhauen wollen/mögen, der kann seine Meinung durchsetzen. Will hier jemand widersprechen? Das ist ein sehr lustiges Paradoxon der Kurve, denn während man am Zaun „Freiheit für die Kurve“ fordert – und dies nebenbei nach außen und gegenüber der DFB und Polizeimacht zu Recht – ist man im Inneren nicht bereit, diese wirklich zu gewähren. In diesem Mikrokosmos gilt immer noch die Macht des Stärkeren. Das wollen viele Leute nicht wahrhaben, aber es ist so. Ebenso ist der Umgang mit (konstruktiver) Kritik in wohl jeder Kurve verbesserungswürdig. Und so wird auch dieser Text wahrscheinlich entweder mit „ihr habt doch keine Ahnung“ oder ähnlichem abgetan. (Verkopfter und komplett zu Unrecht auf Ultras beschränkt, kann man ähnliches auch hier lesen.)

Zwar kann man eine Polizei mit Wasserwerfern, Pistolen und Knüppeln nun so gar nicht mit der Macht der Kurve vergleichen, aber auch hier in diesem Mikrokosmos muss sich der Machthabende seiner Verantwortung bewusst sein. Sonst wäre es einfach mit einer linksemanzipatorischen Einstellung nicht zu verbinden.

In dieser Verantwortung muss man sich insbesondere bewusst sein, dass nicht alle Leute in so einer Kurve gewaltfreie, verkopfte Studenten sind. Wenn ich nämlich mit meinen Texten, meinen Tapeten, meinem Handeln die (Achtung, derbes Klischee) verkoksten Hooligans anfüttere und die sich dann zum „bewaffnenden Arm“ unter meinem Wegschauen machen, dann ist dies mehr als bedenklich.

Wir halten es nebenbei immer noch für extrem unwahrscheinlich, nein, für eigentlich ausgeschlossen, dass der Basch-Text ein solcher versteckter Aufruf ist. Aber man muss sich bei jeder Formulierung eben darüber im Klaren sein, dass man so etwas auch unbewusst transportieren kann.

Wie also mit unliebsamen Menschen umgehen?

Es gibt keinen perfekten Umgang mit einer solchen Situation. Das muss man wissen. Da spielen Emotionen rein, Wut und natürlich auch Enttäuschung. Dies sind nur für jedes grundsätzliche, langfristige Handeln schlechte Berater. Wir schildern daher nur unseren Wunschumgang und wollen zum Nachdenken anregen.

Prinzipiell: Unser Stadion ist keine polizistenfreie Zone. Das ist schlichtweg Fakt und kann auch kein Wunschszenario sein. Hier mag man gerne auch mal das Wort „Toleranz“ im wahrsten Sinne des Wortes benutzen. Wir werden Menschen nicht pauschal aufgrund ihrer Berufswahl ausschließen können und sollten dies auch nicht. Pauschale Urteile, in Schubladen packen und abstempeln sind einfach Nährböden, die wir nicht bedienen sollten. Zu häufig werden wir doch von allen als Fußballfans abgestempelt und in Schubladen gepackt. Nebenbei nicht nur von der Polizei, sondern von einer sehr breiten Öffentlichkeit.

Und auch gerade: Wo soll das denn anfangen? Bei Polizisten? Bei Beamten allgemein? Was ist mit Pfarrern? Lehrern? CDU-Wählern? SPD-Wählern? Und wer bestimmt denn eigentlich, was geht und was nicht? Ihr merkt, das ist ein Fass ohne Boden. Mal ganz davon ab: In unserem Stadion gilt unsere Satzung und unsere Stadionordnung. Und zwar für jeden!

Und dies gilt per se auch für die Südkurve. Auch für sie gelten die Regeln des Vereines. Punkt! Wenn man ein anderes Verständnis für die Südkurve haben will, dann sollte man dies beim Verein und bei ALLEN Fans auf der Süd legitimieren. Nur dies wäre wirkliche Selbstverwaltung. Zumindest wissen wir nix von einem Flyer, auf dem Sonderregeln Südkurve stehen und der mit den Dauerkarten verschickt wird. Dass indes so etwas geht, sieht man beim Dresdener K-Block, wo nämlich auf der offiziellen (!!!) Seite Verhaltensregeln für diesen Block zu lesen sind.

Etwas Anderes ist es natürlich, wenn USP keinen Umgang mit Polizisten haben will. Wenn das der Wille der Gruppe ist, dann ist dies ihr Himmelreich. Wenn sie selber Busse organisiert und dort Polizisten auch privat nicht haben will? Geschenkt! Uns persönlich wäre ja der Charakter des Einzelnen viel wichtiger als sein Beruf und für dieses Ding mit „All cops…“ kennen wir genügend Gegenbeispiele, aber gut, das ist eben jedermanns eigene Wahl. Aber: Das geht eben nur dort, wo man selber das sagen hat. Und das gilt eben nicht für die gesamte Südkurve.

Es gibt aber eben auch Grenzen. Und Grenzen sind dort, wo öffentliche Räume wie z.B. Stadion, Fanladen, Vereinsheim etc. von einer Gruppe beansprucht und damit andere aus Gründen der Berufswahl ausgeschlossen werden. (Wir reden nicht von Rassisten und ähnlichem Pack, auch wenn manche das gern gleichsetzen.) Das geht schlichtweg nicht. Zumindest nicht ohne denjenigen, der dort wirklich das Hausrecht hat. Sei es nun Verein, sei es Fanladen, sei es wer auch immer.

Und hier muss sich natürlich auch die betroffene Person und der betroffene Fanclub mal hinterfragen lassen, wenn man so die Stellungnahme liest. Wenn ich jemanden mit so einer Geschichte habe, warum suche ich dann die Nähe zu einer Gruppe, die bekanntlich Probleme mit der Polizei hat? Und wenn ich merke, dass ich das nicht verheimlichen kann, warum spiel ich dann nicht mit offenen Karten? Ja, letzteres braucht ziemlich Eier in der Hose, warum wird wahrscheinlich gleich noch klarer. Aber es ist immer der bessere Weg.

Und da kommen wir auf das oben Gesagte zurück. Man muss sich eben immer klar sein, wie ein „du bist hier nicht erwünscht“ umgesetzt wird. Ignoriere ich? Oder meint irgendwer das Hausrecht in die Hand zu nehmen und dies mit der Faust zu klären? Formulierungen wie „unmissverständlich klar gemacht“ lassen da eben sehr viel Interpretationsspielraum. Die Frage ist hier natürlich, ob der Basch-Artikel da ganz bewusst nicht genauer wird. Die gesamte Formulierung lautet:

„Es wurde daher allen unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie sich von der Gruppe USP sowie der Südkurve fernhalten sollen und auch der gesamte Fanclub nicht mehr Teil selbiger ist.“

Das ganze steht an diesem Punkt nicht wirklich im Widerspruch zu der Stellungnahme des Fanclubs und hier wollen wir mal einmal kurz den konkreten Fall beleuchten. Im Juristendeutsch nennt man so etwas unsubstanziertes Bestreiten und das reicht nicht aus um einen wirklichen Widerspruch zu bekommen. Widersprechen tun sich die Texte an anderen Stellen, aber da nun jemandem zu glauben ist eher Gefühlssache, als dass es irgendwer wirklich (juristisch) begründen könnte. Zeugen vor Gericht sagen nicht zu Unrecht mündlich aus.

Und wenn man so den ganzen Sachverhalt von beiden Seiten liest, dann stellt sich doch folgende Frage: Was passiert eigentlich, wenn ich als „persona non grata“ mich nicht daran halte? Das muss ich mir eben als Machthabender in einem Mikrokosmos immer klar machen, gerade wenn ich Teil einer sehr breiten Gruppe bin. Aber dann muss ich auch die Verantwortung übernehmen. Ein späteres „so haben wir das aber nicht gemeint/gewollt“ ist dann mindestens grob fahrlässig. Und ich muss mich eben genau aus diesen Gründen nicht wundern, wenn jemand eben nicht die Wahrheit sagt. Oder um es anders auszudrücken – wirklich gut ist es dann, wenn folgendes absolut gelten würde: Körperliche Gewalt zwischen FCSPlern ist ein absolutes No-Go. Nun würden wir dies für alle uns bekannten Ultrà-Leute unterschreiben, aber kann man dies bei einer öffentlichen Stellungnahme auch für alle anderen Leser? Nach der Außenwirkung muss man immer fragen, bevor man so etwas schreibt. Das steht im Gegensatz zu Wut und Ärger, aber mit Macht, mit Einfluss kommt Verantwortung.

Was ihr vielleicht merkt ist, dass hier wenig auf den konkreten Fall eingegangen wird. Wir können diesen nicht beurteilen, da mag neben dem Beruf des Polizisten auch die persönliche Enttäuschung eine große Rolle spielen. Aber noch mal: Prinzipiell sollte niemand (außer dem Verein und damit seiner Mitgliederversammlung) die Macht haben, zu bestimmen, wer sich wo in unserem Stadion aufhält. Und das gilt eben auch bei bitteren Enttäuschungen. Wenn sich einzelne Kurven eigene Regeln geben wollen, dann bitte in einer internen, umfassenden Debatte.

Handele so, wie du selbst behandelt werden willst…

Noch ein Aspekt sollte das Handeln immer beeinflussen – Kant lässt grüßen. Und zwar, dass man immer so handeln sollte, wie man behandelt werden möchte. Klar, da gibt es Grenzen, aber grundsätzlich muss dies Prämisse des Handelns sein.

Laut Text hat man dem gesamten Fanclub deutlich gemacht, dass er sich von der Süd fernhalten soll. Nun mögen wir uns täuschen, aber sind Loyalität, „internes Klären“ und „auch mal ein bisschen Scheiße nach außen decken“ nicht Werte, die in einer Gemeinschaft gewünscht werden? Wenn man an sich selbst solche Maßstäbe ansetzt, dann muss man dies auch bei anderen. Sonst wird es einfach inkonsequent.

Und wie ist es mit der berühmten Kollektivbestrafung? Kann man wirklich JEDEM im Fanclub ein Fehlverhalten nachweisen? Lustigerweise sagt der Basch-Text ja, dass man Kollektivstrafen doof findet. Man muss hier sehr vorsichtig sein, dass man nicht Mechanismen benutzt, die man beim DFB, bei der Polizei komplett zu Recht kritisiert. Ja, das ist etwas Anderes, ob Mikro- oder Makrokosmos, aber herrschende Verhältnisse abzuschaffen, das bekommt man sehr gut durch Mikrokosmen mit besseren Regeln hin. Wie wir oben bereits erwähnten.

Zuguterletzt und eigentlich ein vollkommen anderes Thema: Ey, kein Problem damit, Polizeihandeln zu kritisieren und das auch mal deftig. Aber bitte sich nach solchen Plakaten wie beim letzten Heimspiel auf der Süd nicht als unschuldig Verfolgte hinstellen! Wer sich mit herrschenden Machtapparaten anlegt und diesem mehr oder minder Gewalt in Aussicht stellt, der muss auch ertragen können, dass diese bis zu einem gewissen Grad handeln müssen. Unschuldig im Sinne von „ich hab doch gar nix gemacht“ ist man dann eher nicht mehr. Das sagt nichts über die Legitimation eines solchen Plakates aus, aber wie es in den Wald hineinruft… Mal ganz davon ab, dass es im Strafgesetzbuch solche Paragraphen wie „Aufruf zu einer Straftat“ gibt, so etwas kann man auch mal vor dem Malen lesen und in seine Überlegungen mit einbringen.

Der aufmerksame Leser wird einen eventuellen Widerspruch entdeckt haben. Denn auch wir wollen keine Wache in der Gegengerade. Jedoch: Hier geht es um die – absolut zu kritisierende – Institution Hamburger Polizei und nicht um einzelne Menschen. Da sehen wir doch einen deutlichen Unterschied.

Jul 252013
 

Du bist Sankt Pauli? Du lebst das, was da immer wieder im Stadion gefordert wird? Und du bist bereit, für deine Ideale einzutreten? Deine Stunde ist gekommen!

Seit fast zwei Monaten leben mehrere Dutzend Flüchtlinge aus Afrika in der St.-Pauli-Kirche am Pinnasberg 80. Andere Angehörige der insgesamt rund 300 Personen umfassenden Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ schlafen in weiteren Kirchen, Moscheen, Privatwohnungen und sonstigen informellen Unterkünften. Vor dem Krieg in Libyen geflohen, die mörderische Überfahrt über das Mittelmeer überlebt und mehrere Monate unmenschliche Auffanglager hinter sich gelassen, fanden diese Menschen in Hamburg, dem ‚Tor zur Welt‘, nur die kalte Schulter der Politik. Nur? Nein!

Sankt Pauli, ein ganzer Stadtteil und viele weitere engagierte Menschen zeigen, dass es auch anders geht. Helfen kann jeder – seien es Spenden an allerlei lebensnotwendigen Dingen, sei es Wäsche waschen, sei es organisatorisches Engagement oder sei es, einfach nur zuzuhören. Die Menschen rund um die St.-Pauli-Kirche, beim Infozelt am Steindamm und an allen anderen Anlaufstellen brauchen Ausdauer, Geduld und eure Unterstützung. Denn niemand weiß, wie lange wir noch weiterkämpfen müssen, bis es zu einer menschenwürdigen Lösung kommt.

Um euch alle Möglichkeiten zur Unterstützung genau zu erläutern, findet am 1. August um 18.30 Uhr in den Fanräumen im Millerntor eine Informationsveranstaltung statt. Dort sprecht ihr mit Vertreter_innen der Fanszene, mit den Mitarbeitern und den Ehrenamtlichen und natürlich mit den Flüchtlingen selbst. Kommt vorbei, informiert und werdet Teil eines beispiellosen Netzwerks der Menschlichkeit. Sankt Pauli leuchtet nur hier!

Wer jetzt schon seine Hilfe anbieten kann, wendet sich vorab per E-Mail an fcsphilftlampedusa@gmx.de.

Im Anschluß, ab 20.15 Uhr spielen die Flüchtlinge Fußball auf den Plätzen an der Feldstraße – Alle hin da!

Hier der Text als Flyer zum teilen, verteilen, verbreiten und lesen.

Jul 222013
 

oder

Das „wie“ ist egal

Liebe Leser, es sah die ganze Woche nicht wirklich gut aus. Irgendeine Erkältung hatte mich voll im Griff und erst ab Freitag nachmittag trat eine kleine Besserung ein. Zum Heimspiel reichte es aber noch nicht, so dass ich noch Samstagnachmittag auf die Frage eines Starts mit „nein“ antwortete.

Nach dem Prinzip „ich habe aber bezahlt“ ging ich trotzdem zur Pastaparty (Geschmack naja, aber es war lustig nach 14 Jahren mal wieder die Mensa zu betreten) und zur Rennbesprechung. Das bemerkenswerte dabei: So von den Shirts und dem Körperbau geurteilt, sitzen da eher die erfahrenen Triathleten. Die Leute, die zum ersten Mal starten kommen eher nicht. Wie schon gesagt: Vorurteil von mir.

Viel spannendes wird da auch nicht erzählt, aber so ein paar kleine neue Details erfährt man dann doch. Und grimmig guckende Kampfrichter kann man bewundern. Nun muss ich ja mal eine Lanze für diesen Job brechen, denn die opfern auch ihre (Frei-)zeit für den Sport, den wir alle so lieben. Und wenn ich dann höre, dass am Samstag Leute disqualifiziert werden mussten, weil sie sich nicht an das Verbot von MP3 Playern halten wollten, auch auf Hinweis nicht, dann ist das einfach schade. Ja, dieses Verbot ist nicht sinnvoll, aber hey, die machen auch nur ihren Job.

Sonntag also zur Strecke, immer noch mit dem Gedanken eher nicht zu starten, aber irgendwie war dann das Rad in der Wechselzone und ich damit irgendwie „gefangen“. Einfach versuchen dachte ich. Kurzfristig war der Start trotzdem gefährdet, brach mir doch der Mick per high five beinah die Hand. Ob das nun noch Adrenalin oder Endophin war, weiß ich nicht, aber so locker wie der bei einer olympischen Distanz den Lauf beginnt, das ist schon aller Ehren wert.

Unentspannter war da schon die sielaeuft.de, die es nicht so mit dem Schwimmen hat und sich olympisch versuchen wollte. Die lange Schwimmstrecke wurde aber mit Lockerheit gemeistert, so dass sie sich jetzt auch die Domain siekannauchschwimmen.de sichern kann. Aus dem Wasser kommend, sah sie dem Mick dann auch zum verwechseln ähnlich.

Okay, nun denn jetzt bin ich hier, jetzt starte ich auch. Und wenn es nicht mehr geht, höre ich halt auf. Unsere Startgruppe hatte auch einige andere braun-weiße am Start, aber außer Michael Meeske, jag genau dieser Michael Meeske, kannte ich da nur noch die @lollabie und die war ungefähr genauso nervös wie ich.

Kommen wir doch mal kurz zu unserem Geschäftsführer zurück, der nebenbei zu 50 % zur Triathlonabteilung gehört (eigene Aussage) und der meinte, er habe aufgrund des Stresses („wohl kein Hauptsponsor gehabt, wa?“ warf ich ihm lächelnd an den Kopf) nicht richtig trainieren können. Das er dann die sechst schnellste Zeit aller Sonntagsstarter macht, ist dann wohl aller Ehren wert.

Nun gut, man hat 10 Minuten zum einschwimmen, was insofern ein bisschen nervös macht, als dass die Alster nach dem Einstieg sofort keinen Fußboden mehr hat. So war der Versuch angesagt möglichst kraftsparend 10 Minuten rumzuspaddeln. Die cleveren Starter warteten dann auch noch 5 bis 8 Minuten ab, bevor sie sich ins Wasser begaben. Aber nun gut.

Dann der Startschuss und da ich meine Form nicht einschätzen konnte, schwamm ich ziemlich langsam dem Feld hinterher. Mit einem Auge auch immer die DLRG suchend, falls nun doch der Krampf, das Problem oder was auch immer kommt. Erst bei der Wende nach ca. 150 Metern änderte sich diese Unsicherheit und plötzlich hatte ich das Gefühl, es ginge wie von alleine. So konnte ich noch zwei Schwimmer überholen, bevor es unter dem Jungfernstieg hindurch ging.

Man wird als langsamer Schwimmer an dieser Stelle von den schnellsten der nächsten Gruppe überholt und mit Rufen und ein bisschen gucken geht das auch in 99 % der Fälle gut und problemlos. Nur leider wurden auch wieder irgendwelche Idioten gesichtet, die meinten langsame (und damit unsichere) Schwimmer aus dem Weg schubsen zu müssen. Leute, ihr bringt damit andere Menschen in Gefahr und so richtig fair ist das auch nicht. Und alles für ein paar Sekunden Zeitgewinn? Das ist schon ziemlich arm. Es passt auch null in das sonst herrschende Klima der Fairness und des gegenseitigen Respektes. So klopfte mir nach dem Schwimmausstieg ein schnellerer Schwimmer (und Läufer) beim Überholen auf die Schulter und sagte was von „großer Leistung, jetzt geht es ab…“. Das ist Triathlonspirit.

Genauso wenig geht der eine Helfer am Schwimmausstieg klar, der sich weigerte den Schwimmern aus dem Wasser zu helfen. Während seine drei Kollegen dies mit Bravor machten. Das ist auch schon etwas peinlich. Auch gerade ist so ein Wasserausstieg nicht ganz einfach. Plötzlich hat man sein Körpergewicht wieder selber zu tragen und das ist ganz schon schwer. (Hat mich die Alster gerade fett genannt?)

Ein Blick auf die Uhr… Huch! Das war ganz schön schnell geschwommen. Und das obwohl ich langsam und unsicher begann. Offiziell waren am Ende 17:51 gemessen worden. Das ist auf 500 Meter schneller als jede Bahnzeit. Aber da verlier ich bei den Wenden auch Tempo.

Ich dementiere nebenbei ausdrücklich, dass mein Wassergeschlucke und der dramatisch gesunkene Alsterpegel (so die Zeitungen) irgendeinen Zusammenhang haben.

Die Wechselzone in Hamburg ist unfassbar lang. Der @thorstenfirlus (sein Blögchen ist nebenbei sehr lesenswert) schrieb was von insgesamt 1,3 Kilometern für beide Wechsel. In meinem Raceplan hatte ich mir mal vorgenommen die beiden Wechsel unter 10 Minuten zu machen, der Erste dauerte schon mal 6:41. So weit barfuß zu laufen ist nebenbei eine komische Erfahrung.

Radfahren: Erstmal verpflegen und durchatmen. Ich war mir meiner Form immer noch nicht sicher, so dass ich erstmal ruhig anfing. Aber schnell nahm die Diavola Rossa das Kommando an sich und rollte den Kurs eigentlich von ganz alleine längs. Ich hatte nicht das Gefühl nun wirklich alle Reserven raus lassen zu müssen und hatte am Ende trotzdem eine 39:55 stehen. Der Radkurs bot mit der Passage „Reeperbahn-Königsstraße-Gorch-Fock-Wall“ natürlich auch eine schöne „Ketterechts“ Passage, wo insbesondere auf dem Rückweg noch mal ordentlich Schwung fahren kann. Und wenn man davon befreit ist auf Ampeln, Kreuzungen und Autos zu achten, dann radelt es sich doch gleich viel angenehmer.

Auch hier noch mal ein Lob an alle Teilnehmer. Es war teilweise doch eng auf der Strecke und trotzdem wurde auch von den schnellen Athleten immer mit Auge und Vorsicht überholt. So soll das sein. Meiner Einer hatte sich an eine Teilnehmerin der olympischen Distanz gehangen und versuchte ihrem Tempo zu folgen. Natürlich im angemessenen 10 Meter Abstand. Aber habt ihr schon mal versucht auf einem Fahrrad 10 Meter zu messen? So spontan ohne Anhaltspunkt? So einfach ist das gar nicht. Und Windschattenfahren ist nun mal verboten, so sind die Regeln.

Der zweite Wechsel und in insgesamt 04:23 war ich auf der Laufstrecke. Da ging gefühlt gar nix mehr. Die Kraft war nicht mehr da und jeder Schritt war mehr oder minder ein Kampf gegen sich selbst. Die sielaeuft.de sah ich kurz vor meinem Wendepunkt mir entgegen kommen, aber die lief in einer anderen Liga. Ich setzte Schritt vor Schritt ohne auch irgendwie schneller werden zu können. Endspurt oder ähnliches war schon gar nicht drin.

Das Trikot war nun auch schon bis zum Bauchnabel aufgemacht und Wasser wurde halb getrunken und halb über den Körper geschüttet. Aber: „the only victory is posing“ sagt der @_ketterechts (noch ein lesenswertes Blögchen) immer und so wurde in der vorletzten Kurve das Trikot geschlossen, die Brille wieder auf die Nase gesetzt und die Haare notdürftig gerichtet.

Die FCSP Trias reichten auch noch die Fahne, so dass einem weltmeisterlichen Zielphoto nix mehr im Wege stand. Aus, Aus der Triathlon ist aus, ich bin äh angekommen.

weltmeisterlicher Einlauf

weltmeisterlicher Einlauf

Angeblich soll ich 31:40 auf den 5 Kilometern gebraucht haben, was mit meinem Laufgefühl nun so gar nicht in Einklang zu bringen ist. Ich hatte das Gefühl viel langsamer gewesen zu sein.

Aber: Dieses Laufen mit dem Rad fahren vorher fühlt sich für die Muskeln und Knochen sehr viel angenehmer an, als nur laufen. Bemerkenswert, oder?

Wer rechnen kann, wird merken, dass dies insgesamt eine 1:40:28 ergibt. Hatte ich hier nicht irgendwas von 1:45 angekündigt? Das ich mal ein selbstgesetztes Ziel unterbiete ist für mich schon sehr selten. Und das nach einer unglücklichen Woche.

Erdinger, Wasser, Wasser und Wasser folgten nun auf dem Speiseplan. Und obwohl ich bis Abends gefühlt 5 Liter sonstige Getränke in mich hineinschüttete, dauerte es sehr lange bis unten irgendwas an kam. Das beantwortet wahrscheinlich alles über die Wärme dieses Wettkampfes. Aber geschafft ist geschafft.

Radcheckout ging in einer vertretbaren Geschwindkeit und an dieser Stelle sei allen Helfern gedankt, die teilweise um 3 Uhr morgens aufgestanden waren um das Ganze zu ermöglichen.

Und nun? Marathon in Berlin und Frankfurt rufen, aber bevor das Rad und die Badekappe für 2013 in die Ecke gestellt werden, lauert noch ein Ausflug nach Bornhöved zum Q-Tri. Ich habe ja jetzt eine Bestzeit zum unterbieten.

Und langfristig gibt es da einen Plan. Aber der wird noch nicht verraten.

Abschließende Frage: Wie bekomm ich diesen Geschmack des Alsterwassers (ohne Limo) aus dem Mund? Den habe ich nämlich immer noch.

Jul 202013
 

oder

Ein spannender Saisonstart

Liebe Leser,

aus gegebenem Anlass, der auch in diesem Bericht eine wichtige Rolle spielt, sind zumindest Teile des Blogs derzeit relativ wenig aktiv an den Tasten. Doch das obligatorische Spieltagserlebnis wollen wir euch selbstverständlich nicht schuldig bleiben.

Fangen wir eine Woche vorher an: Ein Testspiel gegen Besiktas Istanbul, das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Andere mögen Spiele, in denen es nicht um Punkte geht, für Methadon halten, doch vor allem eine Sache machte den Besuch zu einer Herzensangelegenheit: Wir hatten Gelegenheit, fast alle der afrikanischen Gäste der St.-Pauli-Kirche mit ans Millerntor zu nehmen. Das war harte Arbeit, sagen wir euch! Auch wenn auf offiziellen Kanälen alles so aussah, als hätte der Verein mal eben 60 Tickets springen lassen, wäre das ohne zahllose Anfragen, Gespräche, Telefonate und viel Rennerei nie möglich gewesen. Von dem Hickhack mit den Getränke-Gutscheinen ganz zu schweigen. Irgendwie ging es dann doch auf und allen Beteiligten sei für ihren Einsatz gedankt – nicht jedoch jenen, die sich im Nachhinein mit fremden Federn schmücken! Auch so etwas erlebt man dieser Tage, leider.

Nun denn – mit manchem grauen Haar stehen wir dann an diesem Freitag auf der Süd inmitten von Freunden, um ein sehenswertes Spiel zu erleben. Nicht nur, dass unser FC eine gute Vorstellung gegen eine ernstzunehmende Mannschaft von europäischem Rang abliefert – individuelle Leistungen können wir nicht hervorheben –, vor allem die Freunde der Jungs auf den Rängen erwärmt das Herz. Hemmungslos singen sie, egal ob sie den Text kennen oder nicht. Leider ist die Mehrheit der Besucher bei Testspielen nicht gerade vorbildlich in Sachen Support, weswegen wir uns mehrfach bei unseren Gästen für das schwache Bild entschuldigen.

Auch die Reibereien im Gästeblock und schließlich eine übertriebene, mehrere Minuten dauernde Spielunterbrechung wegen (eindrucksvoller) Pyros bei den Istanbuler Fans trüben das Bild. Wir können nicht gut erkennen, was da wirklich los war, aber die „Freunde und Helfer“ behelmt und in voller Montur in den Block zu schicken, ist insbesondere vor dem Hintergrund der Polizei-Problematik in Istanbul fragwürdig. Wechselgesänge mit dem Gästeblock – sowohl „Sankt Pauli“ als auch „Besiktas“ – sind allerdings eine reine Freude. Mit etwas gemischten Gefühlen bezüglich des Spielablaufs, aber mit vielen strahlenden Gesichtern unserer Gäste verabschieden wir uns.

Eine Woche und zwei Stunden später dann der echte Saisonauftakt. Abermals ist es uns gelungen, einige der Jungs der St.-Pauli-Kirche mitzunehmen, auch wenn es erneut viel Schweiß und Nerven kostete. Als endlich alle Tickets beisammen sind, betreten wir den Block. Das neue Einlasssystem scheint zumindest an der Gegengerade gut zu funktionieren, andere Erfahrungen sind uns nicht bekannt. Auch ist es noch kein Problem, selbstständig zwischen Block C, D und E zu wählen. Hoffentlich bleibt das so.

Ungeduldig erwarten wir den Anpfiff der neuen Zweitliga-Saison. Als es soweit ist, bleibt die Partie spielerisch lange unter den Erwartungen. Gegen Besiktas sah vieles runder aus als heute. Die Hoffnung, dass jetzt vielleicht endlich mal so etwas wie schnelles Umschalten klappt, wo wir von den Fähigkeiten bei der Ballkontrolle einiger der Neuen angetan waren, erfüllt sich nicht. Kopfbälle üben wir besser ebenfalls noch. Bemerkenswert ist nicht nur das Tor an sich: Schön, wie sich Thy das Herz nimmt, aber der Schuss sieht aus, als wäre der einfach für die Tonne. Mit mehr Glück als Verstand landet der Ball dort, wo er hin soll, und wir toben. Vor allem aber spielt der FCSP anschließend deutlich befreiter auf und mauert nicht, worüber in den letzten Spielzeiten häufig geflucht wurde. Hinten stehen die Löwen meist gut, vorne geht bei denen aufgrund unserer starken Abwehr wenig. So bleibt es beim 1:0. Einfach mal glücklich sein.

Der Support ist okay. Man könnte mehr Feuer bei einer Saisoneröffnung erwarten, vielleicht sind einige im Urlaub oder noch nicht ganz wach. Die Sitzplätze auf der Haupt und der Süd sind entsprechend dünn besetzt. Wir stehen außerdem selbst nicht im Epizentrum und haben daher wenig Vergleiche, wie der Roar dort oben in Block C sonst klingt. Doch freuen wir uns sehr, wie unsere Gäste mit uns feiern und wieder ohne Rücksicht auf Verluste alles mitsingen, was ihnen auf die Lippen kommt. Gefeiert wird anschließend ebenfalls auf dem Rasen. Tschauni wird mehr und mehr zum Leitwolf und animiert das Team nach dem Abpfiff zum gehörigen Abspacken. Südkurve und Gegengerade machen mit, ganz egal, dass es nur ein glücklicher 1:0-Erfolg gewesen ist. Ein toller Empfang für unsere zahlreichen neuen Spieler!

Übrigens: Am Sonntag, den 21. Juli, ist ab 14 Uhr Sommerfest an der St.-Pauli-Kirche. Kommt vorbei!

Jul 182013
 

Liebe Leser,

es ist üblich, dass Fußballvereinen Geld unter anderem damit verdienen, dass sie auf ihrer Brust ein mehr oder minder hässliches Firmenlogo spazieren tragen.

Man mag das nicht toll finden, aber auch unser Verein macht dieses kapitalistische Spiel mit und geht dort auf Gewinnmaximierung. Wir alle wollen zweite Liga spielen und das geht ohne den Verkauf von umfangreichen Werberechten nicht. Man munkelt so etwas von ein bis zwei Millionen, die es kostet bei uns auf dem Trikot sein Logo anbringen zu dürfen. Und die wird man wohl auch verdienen müssen, um in Liga zwei zu spielen.

Bei dieser Summe scheiden beinah alle Sponsoren aus, die man auch nur annähernd noch als politisch korrekt (und das ist hier mal nicht als Schimpfwort gemeint) bezeichnen kann. Anders formuliert: Leider können das Jolly, Pincmacabre und Co. das nötige Kleingeld nicht lockermachen. Zwischenzeitliche Ausnahmen wie die Deutsche Fernsehlotterie, die vielleicht mit ganz vielen Abzügen noch so gerade eben als politisch korrekt durchgehen würde, laufen unter „Ausnahmen bestätigen die Regel“.

Nun also ein Produkt aus dem Hause Coca-Cola. Der Aufschrei ist groß. Coca-Cola, „The Evil“. Nun muss man nur bei Wikipedia gucken und findet genügend Beispiele dafür, dass sich Coca-Cola verhält, wie sich ein multinationaler Konzern nun einmal verhält. Und genau das muss man sich eben mal vor Augen führen: Coca-Cola ist nicht das personifizierte Böse. Coca-Cola ist nicht besser oder schlechter als alle anderen Kapitalisten. Es war nur cleverer als Pepsi.

Die Kritik an Coca-Cola ist lauter und deutlicher vernehmbar, zum einen, weil der Konzern das Sinnbild des Amerikanismus ist (und da ist er wieder, der reflexartige Antiamerikanismus) und weil Coca-Cola unschlagbar erfolgreich ist. Aber googelt mal „Dacia Arbeitsbedingungen“ oder auch „Carlsberg Arbeitsbedingungen“. Meint ihr, das seien Engel? Oder vergesst nicht: Unser Vermarkter gehört zu einem Rüstungskonzern!
Nein, liebe Leser, sind es eben nicht. Natürlich kann man noch ein Ranking der Verwerflichkeiten aufstellen, aber seien wir ehrlich: Dann wird es schwierig mit den Sponsoren.

Das Logo, das nun unsere Trikots ziert, ist sauhässlich. Sind aber fast alle Logos, wenn uns jemand fragt.
Insofern: Bleibt lieber kapitalismuskritisch als (nur) Coca-Cola-kritisch.

Jul 102013
 

Da haut der Übersteiger doch einen Wettbewerb der Prophezeiungen raus. Und ich (der liebe Norbert) will doch gleich mal antworten und hoffe, dass meine beiden hochgeschätzten Mitblogger auch noch Zeit finden dies zu tun. Wenn ja, dann machen wir eine Serie draus. Denn das nun geheim einzusenden wäre ja albern, dann kann ja niemand sehen, dass ich alles richtig hatte ;-):

1) Der FC St.Pauli beendet die Saison auf Tabellenplatz?

Zwei

2) Gegen die Absteiger Düsseldorf und Fürth holen wir insgesamt?

4 Punkte. Sieg zu Hause gegen Düsseldorf, Unentschieden zu Hause gegen Fürth, sonst die üblichen Klatschen

3) Gegen die Aufsteiger Karlsruhe und Bielefeld holen wir insgesamt?

6 Punkte. In Karlsruhe und zu Hause gegen Bielefeld gewinnen wir

4) Im DFB-Pokal wird der FC St.Pauli?

wie üblich in der ersten Runde ausscheiden

5) Der erfolgreichste Torschütze des FC St.Pauli in der Liga wird?

Verhoek und Bartels beide 10 Tore

6) Die U23 beendet die Regionalliga Nord auf?

Platz 16

Bonusfragen:

a) Thema, welches der ÜBERSTEIGER unbedingt in dieser Saison aufs Cover bringen muss:

Warum wurde die Gegengerade so politisch angemalt?

b) Anzahl der Tage, an denen man aufgrund von Äußerungen von Rainer Wendt in der kommenden Saison mal wieder den Unterkiefer auf den Schreibtisch aufschlagen lässt:

296 (so lang ist die Saison)

c) Wenn ich bzgl. unseres Vereins mal einen Wunsch bei einer sehr kompetenten Fee frei hätte, würde er wie folgt lauten:

Tue gutes und rede vernünftig drüber. FCSP leben von unten bis ganz oben. Business mal durch Gefühl ersetzen.

Jul 092013
 

Liebe Leser,

in 12 Tagen werde ich um ca. diese Uhrzeit bereits den Fluten der Alster entsteigen und mich auf meine Divola Rossa schwingen um die Radstrecke des Hamburg Triathlons zu bewältigen. Danach noch lockere 5 KM laufen und schon bin ich Triathlet. So zumindest der Plan. Zeit ein Fazit des Trainings zu ziehen. Das Gute beim Triathlon ist, dass mir die Motivation doch sehr leicht fällt. Man guckt einfach, was die Abteilungshoschis so beim IM Frankfurt geleistet haben und hat ein (Traum-) Ziel. Ja klar, bis dahin fließt noch sehr viel Wasser die Elbe runter, aber warum soll ich nicht mal irgendwann eine Volldistanz machen?

Allemal macht mich das abwechselungsreiche Training zu einem besseren Läufer. Ich merke, wie meine Füsse stärker und der Laufstil lockerer geworden ist. Das macht Hoffnung für den laufenden Herbsthöhepunkt, der sich auf Frankfurts Straßen abspielen wird. Da soll dann endlich mal die 5:00:00 auf der Marathondistanz fallen.

Schwimmen: Ich kann 500 Meter überwinden. Schön ist das nicht und schnell auch nicht. Diese Teilstrecke wird definitiv ein Kampf. Die Technik ist – um es freundlich zu sagen – stark verbesserungsbedürftig und mir fehlt auch immer noch Kraft in den Schultermuskeln. Da fehlen auch Trainingsmeter, aber Schwimmen ist zeitaufwendig und so richtig Spaß macht es mir auch nicht. Im Hinblick auf die weitere Karriere als Triathlet besteht hier allemal Verbesserungsbedarf. Aber für die Sprintdistanz wird es reichen. Ich plane mal 20 Minuten für 500 Meter ein. Das ist elendig langsam, aber egal.

Dann kommt der Wechsel und vor dem habe ich immer noch sehr viel Respekt. Man muss nach dem Wasser erstmal wieder auf seine Füsse kommen und ins Laufen kommen. Bei meinen Proben fand ich das immer noch sehr schwierig. Und aus einem Neopren Anzug zu steigen ist auch nicht gerade etwas, was sehr schnell und einfach geht. Planen wir hier mal grob 7 Minuten ein und das ist wahrscheinlich noch optimistisch.

Radfahren: Das läuft. Die Geschwindigkeit und Ausdauer wird von Training zu Training besser und gestern wurde eine 49 Km Runde in einem 26,9 km/h Schnitt absolviert und dies ohne, dass ich mich nun wirklich voll angestrengt hätte.

Nur den Showteil von gestern könnten wir gerne aus dem Training streichen. Denn bei einem Haus ohne Zaun, welches nur mit einem Graben von der Straße getrennt war, entdecke ich gestern einen Schäferhund. Bevor ich ein zweites Mal hingucken kann, hat das Vieh zum Sprint angesetzt und springt mit Vollgas über den Graben auf die Straße und heftet sich an meine Fersen. Und so ein Tier galoppiert locker seine 30 Stundenkilometer. Okay, da muss man nicht diskutieren, ob der „nur spielen“ will. Also voll reingetreten. Zum Glück kam von hinten ein Auto und das war anscheinend genug Ablenkung für den Hund, dass er seine Verfolgung aufgab. Sonst wäre ich wohl Knochen auf Rädern geworden.

Radfahren sollte also irgendwie unter 45 Minuten zu erledigen sein. Und der dann anstehende Wechsel sollte trotz der sehr langen Wechselzone eigentlich unter 5 Minuten machbar sein.

Laufen: Was ich immer wieder feststelle: Ich bin sehr hitzeanfällig beim laufen. Ich kann sonst sehr gut eine 6:00 Pace auf 5 KM halten und kann über 10 km auch eine lockere 6:23 Pace gehen. Alles darüber hinaus geht zur Zeit nur bedingt, was aber auch an den fehlenden laufenden Kilometern liegt. Aber hey, Marathon ist erst nach dem Triathlon und dann wird auch sehr viel mehr wieder gelaufen. Wobei das Radeln bei gutem Wetter als Alternativtraining erhalten bleibt. Ich bleibe bei meinen 30 Minuten für die 5 km.

Also Leute, ich will die 1:45 knacken. Ob das klappt, werden wir am 21.07. sehen. Ich werde berichten.

Jul 082013
 

Liebe Leser,

wie ihr an dieser Stelle schon mehrfach lesen konntet, sind vor einigen Monaten etwa 300 Refugees aus Afrika in Hamburg angekommen und werden von engagierten Leuten nach ihren traumatischen Erfahrungen betreut.

Unter anderem soll diesen Menschen auch ein bisschen Abwechslung vom tristen Alltag geliefert werden und so wird eine größere Gruppe auf Einladung des FC St. Pauli das Testspiel gegen Besiktas besuchen.

Wir denken, dass es allen Fans ein riesiges Anliegen sein wird, mit diesen Menschen zu reden, sie in unserer Familie zu begrüßen und ihnen vielleicht auch ein Getränk zu spendieren, um dann gemeinsam mit ihnen das Spiel zu erleben. Der Termin dafür ist ab 17 Uhr auf dem Südkurvenvorplatz. Pünktlich soll dann gemeinsam das Stadion geentert werden.

Kommt zahlreich und erfreut euch an der Herzensfrische dieser Menschen und erlebt zusammen mit ihnen einen wundervollen, beinahe magischen Abend.

Für evtl. Rückfragen könnt ihr euch gerne an diesen Blog wenden! (webmaster ääääääääääääättt magischerfc pünktchen de)

Jul 042013
 

Liebe Leser,

da liest man in der Hamburger Morgenpost, dass sich die Business Seats und Logen nicht mehr so gut verkaufen bei unserem Verein. Als Begründung wird dann angeführt, dass sich die Behandlung durch die Steuergesetzgebung verschlechtert habe.

Nun wissen wir natürlich nicht, ob diese Begründung der Feder des MoPo Redakteurs entsprungen ist (der davon ja auch mal einfach keine Ahnung haben muss) oder ob dies der Verein behauptet hat. Fakt ist jedoch: es hat sich in der Steuergesetzgebung seit 2008 nichts geändert, wie alle Fachleute die wir so kennen bestätigen.

Was sich ein bisschen geändert hat ist, dass Finanzämter mehr darauf achten, dass die Besteuerung richtig vorgenommen wird. U.a. muss man als Eingeladener eventuell etwas versteuern. Mit Details verschonen wir euch jetzt lieber.

Kurz: Glaubt solche gegebenen Erklärungen nicht einfach so!

Man kann dann nur danach fragen, welche anderen – lieber nicht genannten – Gründe für den Rückgang beim Verkauf der Sitze verantwortlihc sind. Fehlende Attraktivität der Spiele auf dem grünen Rasen, ist natürlich ein Hauptargument. Sprich: Rahmenbedingungen, die sehr wohl im Einflussbereich des FCSP liegen.

Auch verbieten immer mehr Firmen ihren Angestellten sich zu so etwas einladen zu lassen. Compliance, Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr etc. sind die einschlägigen Stichworte und auch dadurch verlieren Business Seats und Logen an Attraktivität. Gut, dagegen kann man nix machen.

Und wenn eine solche geringere Nachfrage auf unser üppiges Angebot trifft, dann bricht dieses gerne mal stärker ein. Denn die „hmmm… jaaaaa… nicht mehr so attraktiv… aber sonst bekomm ich keine mehr…“ Käufer, die zögerlichen, die bekomm ich nicht mehr.

Es sind nun mal Angebot und Nachfrage, welche im Kapitalismus die Musik spielen. Und ob man sich wirklich einen Gefallen getan hat ein riesiges Angebot über Jahrzehnte festzuschreiben, dies wird sich zeigen. Man kann dies bezweifeln. Und da ist man auch selber schuld und sollte das auch bekennen.

Auch wenn man zweifeln kann, ob man das nun korrigiert bekommt.