Mai 122013
 

oder

„You only sing when you’re drinking“

Liebe Leser,
war das nicht schön? Wer hätte schon gedacht, dass wir die Braunschweiger, die nach 28 Jahren die nächste Saison wieder erstklassig spielen, so in Grund und Boden kicken würden? Manch einer erinnert sich vielleicht noch ein Spiel vor knapp elf Jahren, wo es mal 7:1 ausging… das erschien angesichts der sportlichen Lage des FCSP der Eintracht technisch kaum möglich, selbst wenn es für die Löwen nichts mehr als die wertlose Zweitliga-Meisterschaft zu gewinnen gab. So kann man sich täuschen!

Es begann als der „Wir kommen gleich“-Tag. Zwar genossen 2/3 des Blogs eine problemlose Anfahrt per IC aus dem Rheinland. Doch, für die sich fast als Auswärtsfans Fühlenden geriet die Anreise am Hauptbahnhof ein wenig ins Stocken. Auch das dritte Drittel wurde vom Karten-Chaos aufgehalten. Letzlich fanden sich doch alle perfekt getimet am Millerntor ein und enterten die Ränge.

Erste Ernüchterung war – im wahrsten Sinne – kein Vollbier. Eigentlich nicht verwunderlich, kennt man doch die Angst vor Rivalitäten zwischen den Nordclubs. Doch eine Ankündigung der Pils-Kastration vermissten wir, sicherlich hätte das die „Vorbereitung“ des einen oder anderen Fans beeinflusst. Lieber Verein, sonst klappt das doch auch, oder nicht? Eigentlich können wir mittlerweile doch soziale Medien so’n bisschen.
Entsprechend der Leere im Glas erklangen auch zahlreiche Stimmen auf der Gegengerade unter Niveau. Die lieben Pudelmützenträger von der GG mussten sich daher leider einmal den Vorwurf gefallen lassen, sie sängen nur, wenn sie trinken. Zusätzlich war das Spielgeschehen vielleicht nicht gerade Roar-förderlich. Wenn die Jungs auf dem Rasen alles so dermaßen richtig machen, schnell 2:0 führen und das Spiel dann erst einmal verwalten – dass so Mancher in dieser Situation nicht die Support-Sau herauslässt, ist doch fast verständlich. Böse Stimmen in uns forderten in den Momenten der Totenstille beinahe einen Anschlusstreffer der Braunschweiger…
Ach, näh, lassen wir das. Einfach mal glücklich sein. Zahnlosen Löwen haben wir diese Saison schon einmal kennengelernt, und wenn dazu noch ein wirklich beachtliches Spiel der Sankt Paulianer dazu kommt, dann flutscht das. Besonders aufgefallen ist uns Bartels (Sind das eigentlich schon ehrwürdig-graue Schläfen bei dem 26-Jährigen?), der so präsent war, dass er sich heute den Titel „Fin de siècle“ verdiente und sich selbst mit einem Tor belohnte.
Apropos Tore: Warum gingen heute eigentlich so viele seltsame Dinger rein? Nicht nur Fins Sitzfußball-Seitfallzieher, auch Günnis Treffer erschienen uns fast unwirklich. War dieser nicht haltbar, war jener nicht abseits? Wir wiederholen uns hier gern: Einfach mal glücklich sein. Und ein reines Fußball-Märchen wurde uns noch erzählt, als tatsächlich die beiden verdienten alten Herren Bruuuuns und Ebbelix zum 4:0 und 5:0 einnetzten. Pipi in den Augen!
Nach dem Ehrentreffer waren die – soweit wir sehen konnten – durchweg gutgelaunten Braunschweiger und wir uns einig: „Scheißegal, scheißegal, scheißegal.“ Für ganz selbstverständlich halten wir es übrigens trotz bereits feststehendem Aufstieg nicht, dass die Gäste auch in hohem Rückstand recht singfreudig blieben. Ob sie damit den (peinlichen) Ausfall der Gästehymne zu Beginn kompensieren wollten? Man weiß es nicht. Ihr Braunschweiger, habt Spaß da oben, nächstes Jahr sehen wir uns wieder. Die Vorstellung der Bayern und Dortmunder an der Hamburger Straße lässt uns jedenfalls schmunzeln.
Kurz nach dem Abpfiff und der Erleichterung, dass wir das Abstiegsgespenst endgültig weggesaugt haben, flogen auch schon die ersten Kuscheltiere. Die Frage darf erlaubt sein, wie sinnvoll die ganze Aktion ist und wem sie in welcher Form zugute kommt, doch aus rein hedonistischer Perspektive: Haha, geiles Ding! In Sekunden segelten Bären, Hunde, Elefanten, Tintenfische und mehr auf Spielfeld, dass es eine reine Freude war. Fix fand eine fette Schnecke den Weg zu Kalla und ein Rauten-Drache wurde buchstäblich zum Spielball der ausgelassenen Mannschaft, bis er dorthin verbannt wurde, wo er hingehört: ins Dunkel.

Kommen wir aber zum wohl wichtigsten Punkt des Tages, dem Abschied zweier Helden. Wir müssen wohl hier nicht auch noch die Verdienste von Marius Ebbers und Florian Bruns hervorheben, die für den FCSP fünf beziehungsweise sieben Jahre die Knochen hinhielten. Einfach nur ein riesigengroßes Dankeschön, ihr beiden! Wo immer es jetzt hingeht, wünschen wir euch von Herzen alles Gute. Wir wir finden, habt ihr euch würdig verabschiedet und verabschieden lassen. Zwar hätten wir gern noch eine richtige David-Hasselhoff-Gesangseinlage gehört, aber das ist Jammern for freedo… äääh, auf hohem Niveau.

Ein schöner Spieltag liegt hinter uns, ein angenehm sinnloser steht uns noch bevor. Auch für die Lauterer, die die Relegation schon sicher haben, geht es am kommenden Sonntag um nix mehr. Die werden sich schön schonen, damit sie gegen Fortuna, Hoffenheim oder Augsburg in bester Verfassung sind. Dem ersten Sieg auf dem Betzenberg für den FCSP steht also wenig im Wege. Cheers, wir sehen uns im Zug!

  3 Responses to “Ein klasse Erhalt – warum denn nicht gleich so?”

  1. […] Kommunikation vom Verein nach außen. Irgendwie nebensächlich und trotzdem unangenehm. Auch dem magischenfcblog fiel auf, dass es ab und an etwas mit den Gesängen haperte. In der ersten Halbzeit fand ich die […]

  2. […] Sitz[blog]ade: “Solche Geschichten schreibt…” – Bericht MagischerFC: “Ein klasse Erhalt – Warum denn nicht gleich so” – Bericht MagischerFC: zur Dauerkartensituation (Seh ich vieles entspannter, schaden kann […]

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