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Dauerkartenärger

oder

Wie kann man sich so ein Blödsinn ausdenken?

Vorwort

Liebe Leser, JEDES Jahr ist der Verkauf der Dauerkarten ein Ärgernis. Und ein Lehrstück, wie man sich mit unüberlegten Handlungen und einer schlechten Kommunikation ein Haufen Arbeit macht, die man locker hätte vermeiden können.

Wenn man keine Magengeschwüre bekommen möchte, dann ignoriert man entweder das Thema völlig oder pöbelt drauflos. Wir pöbeln also erstmal, denn ganz ehrlich: Das Ganze, was da wieder verzapft wurde, ist im besten Fall fahrlässig, im schlechtesten Fall einfach ignorant und amateurhaft. Und das beleidigt die Amateure. Es wird am Bedarf, am Wunsch des Kunden mal wieder und zum wiederholten Mal vorbei geplant.

Wir wollen ja nicht immer nur pöbeln, sondern wir wollen einfach mal aufzeigen, wie man es besser machen kann. Und dies ist so einfach, wie es kompliziert ist. Bei einer Kartenvergabe sollte man aus unserer Sicht folgende Prämissen immer beachten: 1. Alle Menschen gleich behandeln. Sprich Offliner = Onliner, Dauerkarteninhaber = lebenslanger Dauerkarteninhaber. 2. An alle Menschen denken, sowohl an Offliner, Onliner, LDKler, DKler, Saisonkartler. 3. Das gefundene Ergebnis mit den betroffenen Gruppen absprechen – hier insbesondere mit dem Supportblock der Gegengerade. Kontakte sollten bekannt sein. Ist doch eigentlich nicht so schwierig, oder?

Unser Verein schafft es aber, alle drei Vorüberlegungen zu ignorieren. Und er schafft Lösungen für ein Problem, die wiederum mehr Probleme schaffen, als sie lösen. Und so gibt es mal wieder Ärger und Generve und der Verein zeigt mal wieder seine Inkompetenz an entscheidenden Stellen.

Ob dies aus einer „Wir verkaufen sowieso alle Karten“-Arroganz kommt, wie sie gerade bei Dortmund vorgeführt wird, oder ob es einfach an fehlender Sensibilität liegt, ist dabei vollkommen egal.

Dortmund: Wer da tiefer einsteigen möchte, der vergleiche mal bitte, wie Dortmund und wie Bayern die Karten zum Finale vergibt. Bayern bemüht sich um eine Lösung, die irgendwie gerecht ist (z.B. werden Leute mit längeren Mitgliedsdauern bevorzugt), Dortmund macht eine Lotterie, an der sich unzählige Leute beteiligen können.

Nun denn, dröseln wir doch mal die einzelnen Punkte auf. Wir werden am Ende noch mal ausführlich das Thema „Blöcke der Gegengerade“ beleuchten, müssen es aber auch schon vorher mal anschneiden. Bitte entschuldigt den damit immer einher gehenden Verweis nach unten, der ist „juristisch“ nicht korrekt, aber muss hier mal sein.

Art und Zeitpunkt der Information

Kritik: Es wird nur ein Kanal der Information benutzt. Die Informationen kommen zu spät. Offliner werden benachteiligt.

Der Onlineverkauf beginnt morgen, der Verkauf offline nächste Woche. Die Mitteilung dieser Fakten hat der FCSP auf seine Homepage gestellt. Nun soll ein Schreiben an die Offliner unterwegs sein, ob dieses aber wirklich morgen alle Offliner erreicht hat, sei mal dahingestellt. Da wird auch mit einer viel zu kurzen Frist gearbeitet. Insbesondere wenn man bedenkt, dass z.B. Behördenschreiben nach drei Tagen als Zugegangen gelten, sprich hier am Donnerstag. Da ist im schlechtesten Fall schon alles gelaufen, weil die Onliner schneller waren (das ist jetzt erstmal theoretisch, das sollte jedem klar sein.)

Wie wir später noch erläutern werden, ist dies schlichtweg eine Benachteiligung von Offlinern. Denn auf der Gegengerade ist zumindest theoretisch ein Rattenrennen um die Blöcke denkbar und der – äußerst beliebte – Block D so für einen Offliner ganz eventuell nicht mehr buchbar. Immerhin hat er einen Startnachteil von einer Woche, außer er wandelt sich nach dem Brief von Off- zum Onliner.

Überhaupt fragt man sich, warum der Onlineverkauf eine Woche eher beginnt. Sollte nicht alles gleichberechtigt sein? Wir denken schon! Wird hier vielleicht bewusst Eventim bevorzugt? Oder wünschten diese sich das, um mehr Geld machen zu können?

Man kann ergänzend natürlich sehr gut damit argumentieren, dass es keine Pflicht ist, Dauerkartenkunden mit einem Brief zu versorgen. Man kann sich aber mal überlegen, ob eigentlich ein Unternehmen außerhalb des Fußballgeschäftes seine treusten, teilweise über Jahrzehnte treuen Kunden so im Regen stehen lassen würde. Insbesondere darf man nicht vergessen, dass sich im letzten Heimspielmagazin kein Wort zu den Verkaufsmodalitäten fand.

Man kann so etwas immer schnell mit „der Ligaverbleib stand noch nicht fest“ begründen, aber das ist und bleibt eine Schutzbehauptung. Es ist nicht so schwierig, Informationen auch mal mit einem „Wenn…“ zu beginnen. Wenn man hier eine Angst der Überforderung hat, dann sollte man Multiplikatoren, wie z.B. den Fanladen, den FCSR etc. noch mal gesondert schulen bzw. informieren. So schwierig ist das nicht.

Mal ganz davon ab, dass niemand glauben muss, dass sich durch einen Abstieg auch nur irgendetwas geändert hätte. Die Preise schon gar nicht. Das Einzige, was sich geändert hätte, wäre der Text auf der Homepage. Man hätte nämlich in blumigen Worten erklärt, dass der Preis gleich geblieben wäre, man nun aber zwei Heimspiele mehr für sein Geld bekäme und dies ja sehr viel billiger sei.

Kritik: Inhaber von lebenslangen Dauerkarten können sich zusammenreimen, ob sie gemeint sind oder nicht.

Die Worte „lebenslange Dauerkarte“ tauchen in der Mitteilung nicht auf. Klar, diese Gruppe an Leuten ist klein. Die haben bezahlt und kosten jetzt nur noch. Aber das heißt noch lange nicht, dass man sie ständig vergessen muss. Es reicht ja der einfache Satz „Lebenslange Dauerkarteninhaber werden entsprechend der weiteren Informationen behandelt, sie können ihre Karten in der angegebenen Zeit abholen.“ Ist eigentlich nicht schwer.

Nun reagierte das Kartencenter auf E-Mails wohlinformiert und gut, aber den Aufwand hätte man den Mitarbeitern durch diesen Satz einfachst sparen können.

Neue Dauerkarten / Lüge? Oder einfach ungenau?

Kritik: Es gibt einen deutlichen Widerspruch zwischen 2012/2013 und 2013/2014

Der Verein neigt ja dazu, alte Mitteilungen auf der Homepage durch Baustellenschilder zu ersetzen. Das ist insofern natürlich sehr „angenehm“, als dass man so keine Originalwortlaute mehr nachrecherchieren kann. Und das ist ja ab und zumal ganz gut. Aber ab und zumal übersieht er anscheinend eine Meldung und dann findet man solche Perlen:

„Alle Teilnehmer, die bei der Kartenvergabe keine Berücksichtigung finden, werden zukünftig (außer jemand möchte das nicht) in einer Warteliste geführt. Informationen dazu erhalten auch alle Teilnehmer individuell. Alle zukünftig nicht verlängerten Dauerkarten, werden dann jährlich vom Verein an Personen aus der Warteliste vergeben. Es können mit sofortiger Wirkung keine Dauerkarten mehr umgeschrieben oder gar „vererbt“ werden.“

Dies findet sich (noch?) hier im Rahmen der Verkündung der Verteilung der neuen Dauerkarten 2012/2013. Nun gibt es folgenden Satz:

„Bei der Planung der neuen Spielzeit wurde festgelegt, dass es für die Saison 2013/14 keine neuen Dauerkarten geben wird.“

Und was ist mit den zukünftig nicht verlängerten Dauerkarten? Hat man diesen Hinweis einfach vergessen?

Nun haben wir bereits letztes Jahr ausführlich dargelegt, dass man aus den gesammelten und ausgewerteten Informationen nur bedingt eine Warteliste anlegen kann. Wir äußerten auch schon unsere Verwunderung darüber, dass keine Mitteilung erfolgte, wo ungefähr man sich auf der Warteliste befindet. Aber nun scheint man diese Sätze zu vergessen.

Kritik: Intransparenz fördert Misstrauen. Ist hier eine Gewinnoptimierung angestrebt?

Der Verein muss hier einfach auch aufpassen, dass er nicht noch mehr Vertrauen verspielt. Vertrauen schafft man durch Transparenz und es ist ein Leichtes, nach dem 14.06. die Anzahl der verkauften Dauerkarten 2012/2013 und die Anzahl der verkauften Dauerkarten 2013/2014 zu veröffentlichen. Und dann über die Warteliste aufzufüllen.

Der Frodo würde ja wieder an das Gute im Menschen glauben und sagen „das wird schon so kommen“ und wir würden uns wünschen, wir hätten auch dieses Vertrauen. Aber wir haben auch nicht den Ring durch Mordor gebracht und sehen das daher sehr skeptisch. Eher erscheint es hier, dass man immer noch beim Verein den Wunsch hat, Dauerkarten still, heimlich, aber kontinuierlich abzuschmelzen um ertragreichere Saisonpakete und ertragreichere Einzelkarten zu verkaufen.

Auch fordern wir Transparenz ein. Der Verein sollte endlich mal klar machen, wie viele Dauerkarten man wünscht, wieviele man jetzt hat und man sollte dann, wenn diese beiden Zahlen sich annähern, den Bedarf konstant immer wieder mit neuen Dauerkarten auffüllen. Und dies bitte transparent. Andere Vereine (z.B. Schalke) machen das garantiert nicht perfekt, aber zeigen in diesem Bereich deutlich mehr Bemühungen.

Nachtrag am 15.05.13: Der Kollege Erik hat nachgefragt und die Antwort erhalten, dass es eine Warteliste gibt und diese auch abgearbeitet wird. Das ist erstmal sehr begrüßenswert! Das hätte man da auch gleich reinschreiben können, erspart einem auch Arbeit, aber egal. Hauptsache, es gibt neue Dauerkarten!

Die Nichtübertragbarkeit der Dauerkarten

Es ist schön, dass der Verein diesmal es vor dem Verkauf erwähnt, dass die Karten nicht übertragbar sind, letztes Jahr hat er das viel zu spät mitgeteilt. Wer seine Dauerkarte also dieses Jahr noch auf jemand anderem übertragen möchte, der kann dies versuchen, wenn er denn entsprechend klagefreudig ist. So ganz ohne Aussicht ist diese Klage definitiv nicht, wie wir letztes Jahr erläutert haben.

Bleibt das leidige Gegengeraden-Thema

Was ist eigentlich die Grundlage?

Erst einmal: Der Verein unterliegt gesetzlichen Bestimmungen. Diese mögen wir nicht alle gut finden, aber sie sind erstmal da. Und eine dieser Bestimmungen ist die Versammlungsstättenverordnung des Landes Hamburg. Und diese bestimmt in § 27 ausdrücklich, dass Versammlungsstätten mit mehr als 10.000 Zuschauern in Blöcke von 2.500 Nasen zu trennen sind. Davon gibt es dann wieder Ausnahmen, die wahrscheinlich auch für das Millerntor gelten, denn in jeden der drei Gegengeradenblöcke passen laut Beschreibung 3.300 Leute.

So weit, so gut, das muss natürlich beachtet werden. Und beachten heißt auch: Es darf nicht nur auf dem Papier eingehalten werden, sondern auch real. Sprich wenn man in der 15. Minute eines beliebigen Spieles eine Zählung machen würde, dann dürften in jedem Block nur 3.300 Leute stehen. Das mag uns allen nicht gefallen, aber so ganz ohne Sinn sind solche Vorschriften erst einmal nicht.

Man sollte also grundsätzlich Verständnis dafür aufbringen, dass der Verein hier aktiv werden muss. Natürlich kann man Blöcke auch so regeln, wie z.B. den K-Block in Dresden oder auch die Südkurve bei St. Pauli, wo diese Regeln und auch Regeln über Fluchtwege etc. schlichtweg nicht durchgesetzt werden. Aber dies sei nur mal am Rande erwähnt.

Bei unserer Südkurve kommt natürlich erleichternd hinzu, dass sie mit ihren ca. 3.000 Plätzen einen Block für sich bildet. Wie ein über 9.000 Personen bildender K-Block in Dresden jedoch ohne Ordner auskommt, das weiß so richtig niemand. Fakt ist: Es gelingt. Und das man es hier mit verständigen Fans zu tun hat und bei uns mit unverständigen, das glaubt auch niemand. Soll aber nicht unser Problem sein.

Der Verein muss also nun eine Lösung finden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber: Die Versammlungsstättenverordnung schreibt keinen Lösungsweg vor!

Die beste Lösung ist immer, wenn die Leute sich von selbst verteilen und die Ordner Kaffee trinken. Wird wohl niemand widersprechen. Ist aber leider auch die Unwahrscheinlichste. Und seien wir ehrlich: 99 % der Fans werden ein „Sorry, der Block ist voll!“ akzeptieren, die uneinsichtigen 1 % sind häufig genug das Problem.

Kurzer Einschub: Leute, lasst in diesem Bereich aber bitte die Ordner ihren Job machen! Es ist nicht Aufgabe der Fans, hier Hilfsordner zu sein oder alles besser zu wissen als die Ordner.

Kurz gesagt, die „Ordner trinken Kaffee“-Lösung wird nicht funktionieren. Zumindest nicht in unserer pessimistischen Sichtweise. Es muss ein Reglement her.

Was ist denn eigentlich das Problem?

Blockeinteilungen sind statisch. Fankultur, Gesänge, Supportblocks leben aber im Gegensatz dazu von einer Dynamik und Flexibilität. Menschen, die singen wollen, haben eben nicht zwingend eine Dauerkarte und wenn ich einen Pool von 10.000 Karten habe, dann kann ich besser durchmischen und Sangesgruppen finden, als wenn ein Pool von 3.300 Leuten dort steht. Das mag alles ein „kleines Problem“ sein, aber wenn man als Verein ganz groß den Supportblock lobt und damit auch immer vermarktet, dann muss man das zu seinem Problem machen. Sonst lügt man sich einfach auch mal wieder in die eigene Tasche.

Wie schlimm dieses Problem werden kann, kann man beim FC Bayern sehen, wo sich zur Zeit niemand mehr um die „scheiß Stimmung“ kümmert, weil es einen erheblichen Streit um die Besetzung der Blöcke 112/113 gibt. Man lese das bei der Südkurve München und/oder der Schickeria nach.

Und da hilft auch nicht der Verweis auf einen durchgängigen Umlauf. Im Umlauf findet Support nicht statt. Dort findet das Leben mit den Freunden, mit den Menschen, wenn, dann nur sehr bedingt statt. Dieser Verweis geht so an einer Stadionrealität vorbei, dass man sich echt fragen muss, ob die Schreiber schon mal einen Block betreten haben.

Daher wäre es wünschenswert, ein Konzept zu finden, welches den Ausgleich zwischen gesetzlichen Vorgaben und gewünschter Flexibilität erhält. Und seien wir ehrlich: Weit daneben, lieber Verein. Und dies entweder aus Blindheit dem Problem gegenüber oder aus Bequemlichkeit.

Dieses Konzept müsste eigentlich nur zwei Dinge gewährleisten: 1. Es gibt in jedem Bereich Einzelkarten 2. bereits bestehende Strukturen (jaja) müssten erhalten bleiben. Ist eigentlich nicht so schwer, oder, lieber Verein? In der Luxusvariante würde man noch eine Tauschbörse online und ohne Gebühren einrichten, aber so weit wollen wir ja gar nicht gehen.

Was regt ihr euch eigentlich auf?

Laut Verein ist das ja alles erstmal pro Forma und man will eine Blockeinteilung nur in folgendem Fall durchsetzen: „Lediglich beim Zugang in den jeweiligen Stehplatzbereich C, D oder E müssen wir uns zukünftig bei einer nicht selbstfunktionierenden und gleichmäßigen Blockauslastung eine Kontrolle vorbehalten. Für die Vorgehensweise bitten wir um euer Verständnis.“

Der Frodo würde jetzt wieder an das Gute im Menschen glauben und sagen „wird sich schon regeln“, aber seien wir ehrlich: Uns fehlt dieser Glaube und eine Zuteilung der Dauerkarten auf Blöcke wird hier und heute jetzt verewigt. Ein Eingreifen zu einem späteren Zeitpunkt und damit auch eine bessere Vorgehensweise kann ab morgen nicht mehr gewählt werden. Und das der Verein EWIG nicht zur Blockeinteilung greift, das glauben selbst kühne Optimisten nicht (außer vielleicht der Frodo 😉 ) .

So nicht!

Gehen wir also mal davon aus, dass der Verein irgendwann eine Blockeinteilung vornehmen wird und diese nun festlegt. Und er legt sie falsch fest.

Kritik: Eine Verteilung nach Zufall ist problematisch

Was also macht der Verein nun? Er verteilt die Leute erstmal vorab gleichmäßig auf alle drei Blöcke. Und zwar nach Nachnamen. Damit darf ein Hannemann zwar noch neben einem Achtermann stehen, aber ein Zimmermann, der steht erstmal woanders. Wenn wir von 3.300 Plätzen pro Block ausgehen, dann sind bei insgesamt ca. 6.000 Dauerkarten (die Zahl ist aber mit Vorsicht zu genießen) schon einmal 2.000 pro Block vorbelegt! D.h. „ich kann frei einen anderen Wunsch äußern“ besteht eher auf dem Papier, denn ersteinmal sind pro Block nur 1.300 abweichende Wünsche möglich. Erst wenn einer raus geht, wird wieder ein Platz frei! Ob diese Zahl eine ständige Verfügbarkeit aller Wechselwünsche zulässt, kann sich jeder ausrechnen. Wir behaupten jetzt einfach mal, dass dies bei Block D eng wird. Frodo würde das natürlich nicht behaupten.

Immerhin müsste die jetzige Verteilung ungefähr dem Zufall entsprechen, wenn man diesem Link glauben mag.

Und welchen Vorteil hat denn diese Vorverteilung? Das wird uns schlichtweg nicht klar.

Kritik: Block D wird wieder statisch

Es es ist trotzdem keine zu weit hergeholte Behauptung, dass diese 1.300 abweichenden Wünsche für den Block D (Mitte) nicht ausreichen werden. Der Wunsch D wird also relativ schnell nicht mehr verfügbar sein, wagen wir jetzt einfach mal so zu behaupten. Es erscheint selbst wahrscheinlich, dass man diesen als Offliner nicht mehr bekommen kann. Oder es hängt vom Zufall ab, ob gerade vor mir einer doch lieber „E“ will und so gerade ein Platz frei ist oder nicht.

Noch unwahrscheinlicher ist es, dass es Saisonpakete und/oder Einzelkarten mit dem Aufdruck „Block D“ geben wird und wenn dann nur in kleiner Anzahl. Der Wunsch einer möglichen Durchmischung ist damit nicht gegeben. Auch mal einem Freund zu sagen „Kauf dir eine Karte und komm zu uns in Block D!“ wird dadurch auf komplett legalem Wege schwerig.

Kurz: Eben bist du noch Supportblock, nun bist du – „Sorry, keine Dauerkarte“ oder „Sorry, leider erst im Juni drum gekümmert“ – im Block E. Man kann nur hoffen, dass dein lang gebuchter Urlaub es wert war. Wohlgemerkt: Der Start des Verkaufes drei Tage nach der ersten Information! So schnell bekommst du nicht mal eine Vollmacht ausgestellt.

Mal ganz davon ab, dass der Onliner, der Schnelle und der Informierte wieder einen Startvorteil hat. Wenn man dann eine Information in der dritten Unterseite einer Internetpage versteckt, dann ist dies eine Auswahl nach Stärke. Behutsam und sozial ist dies nicht.

Kritik: Man löst ein Problem und schafft 100 andere

Wie wir oben schon skizzierten, sind ja die Unvernünftigen das Problem. Und nur weil die Block C oder E auf der Karte haben, meint der Verein, dass sie dann wie die Lämmer in diese Blöcke gehen? Nein, sie werden also entweder über Kartentäusche oder über das profane Übersteigen der Zäune in die Blöcke kommen. Sprich: Man braucht mehr Ordner, stärkere Zäune, der Nerv ist vorprogrammiert und gewonnen hat man nichts.

Man muss insbesondere bedenken, dass bei uns bisher die Trennzäune der einzelnen Blöcke nicht an den Aufgängen, sondern im jeweiligen Stehbereich sind. Da kommen Ordner im Fall der Fälle nur schwer hin und wenn man dort Ordner postiert, nehmen sie schlichtweg Plätze weg.

Kritik: Was ist eigentlich mit den LDKs?

1/3 dieses Blogs besitzt eine lebenslange Dauerkarte und so fragten wir doch mal beim Kartencenter nach, wie wir denn den Block wählen sollen. Erst einmal muss man sagen: Schnelle und kompetente Antworten. Das ist absolut top! Nicht ganz so top war dann der Inhalt: „Ja, könnt ihr beim Abholen oder über die Hotline klären.“ Das mit dem Abholen hat den bereits beschriebenen Offliner-Nachteil. Also morgen bei der Hotline anrufen? Warum können wir uns vorstellen, dass diese Hotline, die dann bei Eventim endet, mit den Stichworten „lebenslange Dauerkarte“ und „Ich will nur meinen Block vormerken“ nichts anfangen kann? Warum nur?

Gut, das Kartencenter hat das Problem wohl erkannt, da wurde auch flexibel reagiert. Gut so!

Dabei hätte es bessere Lösungen gegeben!

Nun unterstellen wir mal, dass eine Blockeinteilung irgendwann von außen einfach dem Verein aufgedrückt wird. Wenn man sich so mit der Stadionbau-AG unterhält, dann ist deren Erfahrung, dass Behörden in Hamburg nicht gerade kreativ und flexibel sind. Als Beispiel wird von denen z.B. erzählt, dass in Bremen ein 1,20 Zaun ausreicht, in Hamburg man – trotz des Verweise auf Bremen – auf 1,70 mit Überstiegschutz (auch als Kindersichtbehinderung) benötigt.

Daher sind Zähllösungen mit Passierscheinen (die ersten 3.300 bekommen einen Handstempel für den jeweiligen Block), welche sonst viel flexibler und besser wären, wohl leider ausgeschlossen. Diese Lösungen haben immerhin den Vorteil einer jedes Mal anderen Durchmischung und einer Besetzung der Plätze unabhängig davon, ob man nun eine Dauerkarte oder eine Einzelkarte hat.

Mal ganz davon ab, dass eine ständige Kommunikation nach JEDEM Spiel auf der offiziellen Homepage im Sinne von „Liebe Leute, dieses Spiel wollten alle in Block X, bitte guckt doch mal und hört den Ordnern auch zu, viel mehr Platz war nun mehrfach in Block Y, geht doch mit euren Kumpels ggf. dort hin.“ echt wünschenswert gewesen wäre. (Die Blocknamen sind bewusst frei gewählt.) So etwas unterlässt der Verein leider ständig. Vorschlag für die nächste Saison, lieber Christian: Eine dienstägliche Rubrik „Svens Manöverkritik“, wo unser OL in seiner gewohnt freien Art alle Sorgen und Probleme des letzten Spieltages aufschreiben darf. Kann auch mal rotzig sein, kennen wir doch nicht anders. Aber besser als das jetzige Schweigen und ins Forum Schreiben ist es allemal.

Aber lassen wir dies mal außen vor und gehen davon aus, dass wir in den sauren Apfel der Aufteilung beißen müssen. Dann hätte man eben folgende Prämissen befolgen müssen: 1. alle Blöcke mit Einzel- UND Dauerkarten erreichbar 2. bestehende Strukturen erhalten. Kennt ihr diese Sätze? Ja, standen eben schon da.

Und wie hätte man das machen können? Beispiellösung: Abfrage bei allen DK-Inhabern, wo sie stehen wollen. Prämisse, dass es pro Block nur 2.000 DKs geben darf. Nach der Abfrage mal gucken, wieviele eigentlich in jeden Block wollen. Dann für die überfüllten Blöcke eine Lösung finden. Gemeinsam insbesondere mit dem Supportblock. Man könnte diesen nebenbei auch analog USP mit einigen Einzelkarten ausstatten. Nur mal so als
Vorschlag.

Wäre dies kompliziert? Nein! Warum man dies nicht gemacht hat? Wir wissen es nicht! Wir sind einfach nur traurig.

3 Kommentare

  1. Jan Schiller Jan Schiller

    Moinsen,
    das Chaos um die Blockeinteilung der GG wird womöglich noch größer.
    ich habe gerade auf der Homepage des FCSP zwei verschiedene Darstellungen der Blockbezeichnungen im Millerntor gefunden:

    HIER http://www.fcstpauli.com/karten/dauerkarten/dauerkarten/gg_steh
    ist die Einteilung der Stehplätze Gegengerade in die Blöcke C,D,E zu sehen – also so, wie es auch bisher benannt ist und anhand dieser Bezeichnungen sich sicherlich die Leute für einen der Blöcke entscheiden wollen.

    HIER http://www.fcstpauli.com/karten/heimspiel
    hingegen hat auf einmal die Süd 3 Stehsektoren A,B,C und die Stehplöcke der GG dann die Sektoren D,E,F

    Ist das nur ein grob amateurhafter Fehler beim Erstellen der Stadionblockgrafik oder werden wirklich neue Blöcke geschaffen? Dann wäre die Info auf der Seite zur Blockwahl GG falsch und ein Chaos vorprogrammiert…

    Habe das Kartencenter schon mal angeschrieben deswegen, bin gespannt auf die Antwort.

    Ach ja, und die online DK-Verlängerungsmöglichkeit habe ich mir auch mal angeschaut – natürlich ist dort keine Möglichkeit, die Blockzuordnung zu wechseln. Und man nimmt 10 Euro Gebühr. Die möchte ich Eventim bestimmt nicht in den Rachen schmeißen, daher werde ich wie immer zum Kartencenter zur persönlichen Abholung gehen. Auch auf die Gefahr hin, dass es dort dann nächste Woche nicht mehr den Wunschblock gibt.

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