Mai 232013
 

Liebe Leser,

bald macht auch das andere Sporttier dieses Blogs wieder mit im Füllen dieses Bereiches des Blogs. Voraussichtlich zum FCSP Lauf gegen Rechts gibt es dann wieder Berichte mit mindestens zwei Verrückten die durch die Weltgeschichte laufen. Oder eben auch Triathlon machen. Darauf bereite ich mich nämlich gerade vor.

Dieser Bereich heißt bei uns zwar „Laufen“, aber irgendwann und aus persönlicher Liebe zu Mättz trat ich (und danach auch der Rest des Blogs) in die Triathlonabteilung des FCSP ein. Und so langsam fühlen wir uns auch in diesem verrückten Haufen heimisch.

Da liegt es nahe, sich auch mal an einem Triathlon zu versuchen und so meldete ich mich im Winter für die Hamburger Sprintstrecke an. 5 Km laufen? Geschenkt! Das mache ich im Notfall auch mit verbundenen Augen und auf einem Bein. Aber die beiden anderen Disziplinen sind doch etwas schwieriger. Und dazu gibt es einmal eine Geschichte und einmal keine:

Schwimmen kann ich einfach nicht, keine weitere Geschichte. Ich kann mich über Wasser halten, aber wirklich Vortrieb erzeuge ich da nicht. Und mit komplexen Bewegungen, wie sie z.B. das Kraueln erfordert, bin ich relativ schnell komplett überfordert. Kurz: 500m sind für mich eine Herausforderung.

Ich denke, dass geht wahrscheinlich vielen Triathlonanfängern so. Irgendwie mögen auch die wenigsten Trias das Schwimmen wirklich. Aber machen tun sie es doch alle. Bis zum Wettkampftag wird das bei mir wahrscheinlich nix mit dem Kraueln. Zwar bekomm ich jetzt langsam drei vier saubere Züge hintereinander hin, aber Luft holen dürfte ich dann nicht. Und 500m die Luft anhalten ist wohl eher unrealistisch.

Immerhin klappt es schon ganz gut 500m per Brustzug zu überwinden. Selbst schneller als in den von mir eigentlich eingeplanten 30 Minuten. Klar, ich habe am nächsten Morgen immer noch Muskelkater für zwei, aber dagegen hilft ja ein Geheimrezept: Training!

Ganz anders verhält es sich mit dem Radfahren. Ich komme ursprünglich vom Radsport, habe als Student unendliche Touren auf meinem Karstadt Rennrad gefahren und bin da eigentlich immer noch ganz fit. Wäre da nicht mal ein uneleganter Abgang gewesen:  Ich habe mich nämlich mal in ein parkendes Auto gelegt (Schuldfrage ist jedem klar, oder? Der stand sonst nie da!). Folge waren ein paar ordentliche Narben, eine neue Nase und eine Woche im Krankenhaus.

Exkurs:

Sollte unter meinen Lesern nebenbei noch Irgendwer sein, der ein Fahrrad ohne einen Helm bewegt: Ich war damals irgendwas zwischen 15 und 20 Stundenkilometer schnell und der Arzt sagte, dass ich ohne Helm erhebliche Probleme gehabt hätte zu überleben. Kurz: Setzt Helme beim Radeln auf! Auch wenn ihr ein Hollandfahrrad fahrt. Cool sein ist das eine, gesund sein das andere.

Exkurs Ende

Folge ist aber, dass ich mit dem Radsport aufhörte und nun natürlich erstmal meine Angst vor dem Radfahren abbauen muss. Die ersten 20 Kilometer sahen entsprechend aus. Ganz vorsichtig, auf irgendwelchen Nebenstraßen und sehr wackelig. Das geht langsam wieder, aber so richtig in den vollen Berufsverkehr traue ich mich noch nicht. Daher wird nur am Wochenende geradelt.

Immerhin 125 Kilometer sind schon wieder zurück gelegt, die Angst ist soweit überwunden und nun kann in das eigentliche Training eingestiegen werden. Denn ich plane irgendwas unter 50 Minuten für die 22 Kilometer ein und die packe ich noch nicht ganz. Das ist zwar „nur“ ein Schnitt von 25 km pro Stunde, aber ich bin da eher konservativ rangegangen.

Das Laufen ist natürlich die Sahnedisziplin, auch wenn es als Marathonläufer irgendwie ungewohnt ist kurze Strecke auf Tempo zu laufen. Das habe ich zum Schwerpunkt meines Programmes gemacht. Denn ich gehe mal davon aus, dass die Grundausdauer aus der Marathonvorbereitung noch vorhanden ist und ansonsten bei längeren Radausfahrten gesammelt wird.

Ziel ist es hier irgendwie unter 30 Minuten zu bleiben. Am besten selbst unter 28 Minuten. Das sollte eigentlich gehen, denn mein erster Versuch eines Koppeltrainings (Wechselzone im Wohnzimmer) sah ganz gut aus, ich konnte eine gute 5:50er Pace laufen ohne vollkommen am Anschlag zu laufen.

9 Wochen Zeit sind noch und nun wird jede Woche weiter an den drei Disziplinen gefeilt. Durch die Abwechselung wirkt das ganze bisher für mich auch lockerer und entspannter als eine Marathonvorbereitung.

Wie es weiter geht? Ich werde berichten.

Mai 212013
 

oder

Wer nicht dabei ist, kann es nicht verstehen

Vorwort

Liebe Leser, wir haben ja bei der Tresenorganisation ein sehr altes Motto: „Es geht immer etwas schief“. Hier nun also, was diesmal so schief ging:

Guter Eurodance

Wenn so ein Sonderzug um 3:47 ab Altona fährt, dann wird der geneigte Sonderzugmitfahrer so gegen 3:00 aufstehen und so gegen 3:35 Altona aufschlagen. Und er wird wahrscheinlich nichts falsch gemacht haben. Die Wecker der Tresenorga-Crew klingelten wahlweise gar nicht oder so gegen 23:50. Verabredet waren wir zum Einladen um 1:45, aber vorher musste man ja noch den Schlüssel besorgen für den LKW. In diesem Zusammenhang: Haben wir in der Szene einen verlässlichen Menschen, der gerne Sonderzug fährt, ungerne Alkohol trinkt und einen LKW-Führerschein besitzt? Seine Hilfe würde – das nächte Mal – sehr gerne angenommen werden.

Insgesamt handelt es sich um ca. 200 Kisten mit Getränken, die in so einen Sonderzug bewegt werden. Und natürlich streikte mal wieder die Elektro-Ameise. Nun gut, mit so Bahngepäckwagen kann man Kisten auch sehr gut in einen Zug bekommen und da wir echt gute Helfer hatten, waren wir in einer zügigen Zeit fertig.

Überhaupt: Liebe FCSP-Szene, das war ganz groß. Man schnackt Leute an und die düsen sofort los, schleppen Kisten über unfassbare Strecken ohne groß zu meckern und warten darauf, entlassen zu werden. Und so ging das den ganzen Tag.

Und dann kam er, der Punkt, der schief gehen musste. Angesagt war Gleis 9, nur leider fuhr der Zug auf Gleis 11 ein. Kurz war guter Rat teuer, danach machte man eine Schlange über die Gleise nach dem gutem Prinzip „Legal, illegal, scheißegal“. Schnell war die Ware im Zug und es konnte mit müden Armen losgehen.

Bildet Ketten

Bildet Ketten! Copyright @taschaCL Verwendung mit freundlicher Genehmigung

Wir hatten zwei Tresen und an beiden begann das Ganze eher langsam, aber kontinuierlich. Ein Phänomen in so einem Zug ist, dass zu Beginn die 50-Euro-Scheine kommen, dann die 20er, dann die 10er, dann die Münzen. Man bekommt sozusagen sein Wechselgeld nach und nach wieder.

Besetzt! (Copyright @sanktpony mit freundlicher Genehmigung)

Besetzt! (Copyright @sanktpony mit freundlicher Genehmigung)

Danke an die Rauten, dass sie uns die Kennzeichnung für den Sonderzug geliefert haben (Copyright @sanktpony mit freundlicher Genehmigung)

Danke an die Rauten, dass sie uns die Kennzeichnung für den Sonderzug geliefert haben (Copyright @sanktpony mit freundlicher Genehmigung)

Was soll man sonst über die Hinfahrt sagen? Gelöste Fröhlichkeit beschreibt die Stimmung wohl am besten. Wer das Glück hat, gut im Zug schlafen zu können, gönnte sich noch die eine oder andere Mütze während der rund siebenstündigen Hinreise. Pünktlich in Kaiserslautern angekommen wurden wir von der Polizei abgeholt. Wir lassen jetzt mal diese ZIS-Spieltagsvorschau außen vor, denn vieles, was die Polizei macht, basiert natürlich darauf. Darüber werden wir aber noch einmal gesondert bloggen. Daher heute einfach nur mal kurz angerissen, was die Polizei so macht:

Positiv: Kommunikationsbeamte, die freundlich und EHRLICH antworteten, die Polizei ohne Helm, kein Wasserwerfer oder Räumpanzer direkt vor der Nase. Negativ: Schon eine Kesselung ohne die Möglichkeit, legal nach links und rechts zu gehen und ein Hubschrauber in der Luft. Positiv: Doch Gelegenheiten, Essen und Trinken auf dem Weg zu kaufen und insgesamt auch entspannte Stimmung. Negativ: Gefilme ohne Ende. Lustige Anekdote am Rand: Wenn man sich schon die Mühe macht, vollkommen abzuriegeln und so, dann sollte man ein Paar mit „Wir sind die Fans, die sie nie wollten“ Shirts und Thor Steinar Hose nicht auf die FCSP Seite lassen. Auch wenn sie ein Kind dabei haben. Ist aber nix passiert.

So ein bisschen musste ich (@headnutHH) doch die Polizei Kaiserslautern auf Twitter trollen. Denn so eine Anweisung „Ihr geht nur in Richtung Stadion und nirgendwo anders hin“ ist rechtlich erstmal ein Verwaltungsakt und der muss dem Empfänger zugehen. Daher kann man ja mal fragen, wo ich diesen Verwaltungsakt als Betroffener denn lesen kann. Viele Polizeidienststellen stellen die Dinger daher online, das ist erstmal ein guter Weg, alle zu informieren. Nicht so die Polizei Kaiserslautern. Diese äußerte auf mehrfache Nachfrage, wo denn die rechtliche Grundlage läge, dass sie auf Grundlage von Polizeirecht und Strafrecht arbeite. Der Jurist lacht hart und sagt „ACH NE! Auf Basis der Abgabenordnung hätte mich jetzt auch verwundert.“. Wir formulieren es mal so: Gut, dass man twittert und modern kommuniziert. Der Inhalt ist noch verbesserungswürdig.

Aber wie schon gesagt: Nächste Woche dazu mal ausführlicher.

Beeindruckend ist die Lage des Stadions schon, so auf dem Berg, alles überragend. Da sieht man auch, was in dieser Stadt wichtig ist. Auf der Treppe grillten einige Freaks mit einem mobilen Grill. Locker.

Der Vorplatz vor dem Stadion ist eher so der Vorplatz zur Hölle, aber das passt ja. Kennt ihr diesen Spruch mit „Kleider machen Leute“? Trage eine Krawatte und ein Hemd und du wirst nicht durchsucht am Eingang. Bei der zweiten Kontrolle zum Gästeblock funktionierte das dann nicht mehr. Bemerkenswert war auch, dass es im Klo kein Licht und im Umlauf Wein gab. Besser so als andersherum!

Der Gästeblock in Lautern ist eigentlich ganz annehmbar und man kann ganz gut gucken. Was aber doof gelöst ist, ist der Einlass. Alles steht dadurch mittig und unten, oben ist Platz ohne Ende. Unser Mob stellte sich nach oben und sang von dort alles in Grund in Boden. Und da wir großteils in Schlips und Kragen gekleidet waren, hieß es diesmal bei „Die Hände, alle die Hände“ nicht „auch die Kutten“, sondern „auch die Krawatten“. Die Stimmung im Block zur ersten Halbzeit einfach nur großartig, da konnte auch ein Block „befreit aufspielen“. Nein, ernsthaft, der Support in Halbzeit eins war erstklassig.

Was sind wir? Lautern Besieger! (Copyright @sanktpony mit freundlicher Genehmigung)

Was sind wir? Lautern Besieger! (Copyright @sanktpony mit freundlicher Genehmigung)

Unsere Jungs auf dem Rasen fanden plötzlich ihre lang vergessenen fußballerischen Qualitäten und spielten wie – Achtung, bitte überlesen – ein Aufstiegskandidat. Nun kann man wieder dieses „Es ging für Lautern um nix“ einbringen, aber wenn man das teilweise überharte Einsteigen der Heimmannschaft sieht, dann zählt das Argument nicht.

Und endlich gingen so Dinge wie das 2-0 mal in unserem Sinne aus. Noch vor drei Wochen wäre so ein Ding in einem Konter und einem Gegentor geendet.

Das bot Anlass – schief – zu reimen: „Ich liebe dich; ich träum von dir; in meinen Träumen bist du Kaiserslauternbesieger; aber wenn ich aufwach‘, dann fällt mir ein; es ist Halbzeit; es folgt Halbzeit zwei.“ Denn ganz ehrlich: Hier war schon die vorherrschende Meinung im Block, dass wir eine erste Halbzeit mit Party, zwei Toren, Taschentücher gewinke und „Nur zwei Spiele, dann seid ihr wieder da“-Rufen fressen und noch 3-2 verlieren würden.

Aber der Fußballgott meinte es ausnahmsweise anders. Zwar ebbte der Support etwas ab, auch weil uns das Megaphon verließ, sprich defekt war. Und auch unsere Jungs kamen eigentlich gar nicht mehr ins Spiel, aber ein großartiger Himmelmann und eine Kampftruppe mit unserem Schachtenkampfschwein an der Spitze brachte unseren Vorsprung über die Zeit. Lange nicht mehr einen vollkommen bedeutungslosen Sieg dermaßen gefeiert. Aber Auswärtssiege gab es diese Saison nicht gerade im Dutzend billiger. Zweimal 600 Kilometer zu investieren, das darf sich auch gern einmal lohnen.

Aber ist dies wirklich sooooo bedeutungslos? Eben noch in Abstiegsgefahr, aber plötzlich Platz zehn. Das sind grob 300.000 Euro mehr an Fernsehgeldern, wenn wir das richtig sehen. Kleinvieh, aber das macht ja bekanntlich auch Mist. Für weitere Bedeutungsfragen lest unbedingt den Kollegen mit einem großartigen Statement.

Schachten: Der Mann, der dahin geht, wo es weh tut, und der Mann, der IMMER als Erster an den Zaun kommt. Junge, da kommt jemand aus Paderborn, wirkt zu Beginn wie ein Fremdkörper und ist nun auf dem besten Wege hier irgendwann in zehn Jahren mit „Sebastian Schachten Fußballgott“-Rufen verabschiedet zu werden. Dies wurde aber diesmal noch unser Ebbers, bei dem man sehen konnte, wie das Herz sonstwohin rutschte.

Noch etwas: Sollte noch ein Trainer irgendwann mal auf die Idee kommen, Herrn Kalla auf die Außenverteidiger-Position statt nach Innen – wie heute – zu stellen, dann bitte sofort Lizenz entziehen. Die Leistungen unterscheiden sich wie Tag und Nacht.

Nach dem Abpfiff hatte die Polizei eine andere Taktik gewählt. Nun lief alles fröhlich durcheinander, was sicherlich daran lag, dass dieses zum Sicherheitsspiel gehypte Aufeinandertreffen doch vollkommen problemlos abging. Nur eine klitzekleine Lauferei hat das Protokoll zu vermerken und ein Typ, der die G.A.S. zu einem Match aufforderte, welches die aber nach dem guten alten Prinzip „Seit wann kommt der Berg zum Propheten“ beantworteten, sprich ihm bedeuteten, dass er doch herüber kommen sollte. Hatte eine gewisse Situationskomik. Warum? Weil unsere Banker und Punker in 80er-Jahre-Kutten gekleidet waren. Also so gar nicht Casual.

Wir sehen gut aus

Wir sehen gut aus

Im Partywagen nun Hochbetrieb und wie beschrieb es ein Ultrà so schön: Wir sind im „Sonderzugmodus“, sprich: Alle am saufen, am feiern und am Blödsinn machen. Unser Lieblingsfotograf meinte so schön „Gut, dass uns niemand sieht“ man möchte beim Mitsingen einiger Eurodanceklassiker ergänzen „und hörte“. Ein Best oder Worst-Of hat der Mann auch gleich zusammengestellt. (Abba passt da eigentlich gar nicht rein ;-))

Hier noch ein Video von @yorksstpauli

Ansonsten bleibt natürlich im Sonderzug, was im Sonderzug passiert. Mit einer Ausnahme: Was die BNSP geritten hat, ein unschuldiges, luftiges Pony mit dem Edding zu behandeln, möchten wir gern einmal wissen. Das liebe Pferd wurde nicht gefragt, dabei hat es auch Gefühle!

Unser ärmstes Pony

Unser ärmstes Pony

In Altona hatte die Bahn und die Bahnpolizei Angst um ihre Gepäckwagen, aber mit einer kurzen Diskussion konnten die Ordnungshüter überzeugt werden, dass es vielleicht doch nicht sehr wahrscheinlich ist, dass wir mit laut klappernden Kisten ihre Wagen klauen wollen. Dank wahnsinniger Hilfe ganz toller Leute war der Wagen schnell gepackt und wir alle schnell, zerschlagen und zufrieden im Bett. Ihr wart so toll. Danke an alle Helfer. Insbesondere an Moritz, Natascha, Ralph, Roger, Sandra, Sönke, Karina, Knobi, die Leute die wir namentlich gar nicht kennen oder vergessen und Peter. Ihr wisst warum.

Ansonsten verabschieden wir uns alle in die ein Glück so herrlich kurze Sommerpause. Ein paar Texte für zwischendurch haben wir aber schon im Hinterkopf, damit ihr euch nicht langweilt.

Es schrieben bisher noch:

Metalust, sieht viel Zukunft (schade, hätte dich gerne auf der Tanzfläche durchdrehen sehen)

Unser Lieblingsfotograf mit seinen Bildern

Mai 152013
 

Liebe Leser,

wir drei sind ja Bestandteil einer ganz tollen Gruppe Menschen, die schon seit Jahren in dieser oder ähnlicher Zusammensetzung den Sonderzug-Tresen organisiert. Auch diesmal schleppen wir für euch Mitfahrer wieder Kisten und bedienen euch gerne am Tresen.

Wir machen das alles freiwillig und ohne irgendeine Ermäßigung oder Belohnung zu erhalten. Unsere Belohnung ist eure Freude und eure gute Laune. Der Erlös geht diesmal zu 100 % an die Braun-weiße Hilfe

Leider gibt es immer mal wieder Leute, die meinen motzen zu müssen. Das muss echt nicht sein, alle Leute hinter dem Tresen sind Fans, also denkt zweimal nach, ob Motzen die richtige Reaktion ist. Aber das sind Einzelfälle, es sei daher einfach nur mal erwähnt.

Nun aber zu den freudigen Dingen:

Wir haben diesmal einen Bar- und einen Partywagen. D.h. wir bedienen euch an zwei Tresen, was das ganze schon einfacher machen sollte. Auch können wir so größere Mengen mitnehmen, so dass wir hoffen diesmal genug Zeug dabei zu haben. Aber garantieren können wir dies leider nie.

Wer uns noch helfen will: Wir laden ab 1:45 am Bahnhof Altona ein. Wirklich gut können wir Leute ab ca. 3:10 gebrauchen, weil dann das ganze Zeug von den Paletten in den Zug muss. Kommt also einfach ans Gleis und helft. Ebenso wäre es toll, wenn ihr beim ausladen helfen könntet. Nehmt einfach alle eine Kiste und tragt sie kurz zum LKW, wir sagen euch wo der steht.

Nun aber das wichtigste: Erneut fahren wir hübsch 😉 dekoriert und zwar – passend zum Sonderzugmotto – im Stil eines Pubs. Und in einem Pub muss es auch Guiness und Cider geben. Ja, wir wissen, es gibt viel tollere Inselgetränke, aber die müssen auch lieferbar sein in Hamburg Altona. Hier also unsere ultimative Preisliste:

Astra 1,50

Beck’s 2,00

Guiness 2,00

Savanna Cider 2,50

Club Mate 1,50

Softgetränke (Afri, Apfelschorle, Spezi) 1,00

Wasser (still und laut) 0,80

Kaffee 0,80

Wir erheben wie immer einen Flaschenpfand von 50 Cent und bitten euch auch schon mal Kleingeld mitzubringen, wir haben nämlich nur begrenzt Wechselgeld. Bringt also eure Sparstrümpfe mit. 😉

 

Wir freuen uns

 

 

 

 

 

 

Mai 142013
 

oder

Wie kann man sich so ein Blödsinn ausdenken?

Vorwort

Liebe Leser, JEDES Jahr ist der Verkauf der Dauerkarten ein Ärgernis. Und ein Lehrstück, wie man sich mit unüberlegten Handlungen und einer schlechten Kommunikation ein Haufen Arbeit macht, die man locker hätte vermeiden können.

Wenn man keine Magengeschwüre bekommen möchte, dann ignoriert man entweder das Thema völlig oder pöbelt drauflos. Wir pöbeln also erstmal, denn ganz ehrlich: Das Ganze, was da wieder verzapft wurde, ist im besten Fall fahrlässig, im schlechtesten Fall einfach ignorant und amateurhaft. Und das beleidigt die Amateure. Es wird am Bedarf, am Wunsch des Kunden mal wieder und zum wiederholten Mal vorbei geplant.

Wir wollen ja nicht immer nur pöbeln, sondern wir wollen einfach mal aufzeigen, wie man es besser machen kann. Und dies ist so einfach, wie es kompliziert ist. Bei einer Kartenvergabe sollte man aus unserer Sicht folgende Prämissen immer beachten: 1. Alle Menschen gleich behandeln. Sprich Offliner = Onliner, Dauerkarteninhaber = lebenslanger Dauerkarteninhaber. 2. An alle Menschen denken, sowohl an Offliner, Onliner, LDKler, DKler, Saisonkartler. 3. Das gefundene Ergebnis mit den betroffenen Gruppen absprechen – hier insbesondere mit dem Supportblock der Gegengerade. Kontakte sollten bekannt sein. Ist doch eigentlich nicht so schwierig, oder?

Unser Verein schafft es aber, alle drei Vorüberlegungen zu ignorieren. Und er schafft Lösungen für ein Problem, die wiederum mehr Probleme schaffen, als sie lösen. Und so gibt es mal wieder Ärger und Generve und der Verein zeigt mal wieder seine Inkompetenz an entscheidenden Stellen.

Ob dies aus einer „Wir verkaufen sowieso alle Karten“-Arroganz kommt, wie sie gerade bei Dortmund vorgeführt wird, oder ob es einfach an fehlender Sensibilität liegt, ist dabei vollkommen egal.

Dortmund: Wer da tiefer einsteigen möchte, der vergleiche mal bitte, wie Dortmund und wie Bayern die Karten zum Finale vergibt. Bayern bemüht sich um eine Lösung, die irgendwie gerecht ist (z.B. werden Leute mit längeren Mitgliedsdauern bevorzugt), Dortmund macht eine Lotterie, an der sich unzählige Leute beteiligen können.

Nun denn, dröseln wir doch mal die einzelnen Punkte auf. Wir werden am Ende noch mal ausführlich das Thema „Blöcke der Gegengerade“ beleuchten, müssen es aber auch schon vorher mal anschneiden. Bitte entschuldigt den damit immer einher gehenden Verweis nach unten, der ist „juristisch“ nicht korrekt, aber muss hier mal sein.

Art und Zeitpunkt der Information

Kritik: Es wird nur ein Kanal der Information benutzt. Die Informationen kommen zu spät. Offliner werden benachteiligt.

Der Onlineverkauf beginnt morgen, der Verkauf offline nächste Woche. Die Mitteilung dieser Fakten hat der FCSP auf seine Homepage gestellt. Nun soll ein Schreiben an die Offliner unterwegs sein, ob dieses aber wirklich morgen alle Offliner erreicht hat, sei mal dahingestellt. Da wird auch mit einer viel zu kurzen Frist gearbeitet. Insbesondere wenn man bedenkt, dass z.B. Behördenschreiben nach drei Tagen als Zugegangen gelten, sprich hier am Donnerstag. Da ist im schlechtesten Fall schon alles gelaufen, weil die Onliner schneller waren (das ist jetzt erstmal theoretisch, das sollte jedem klar sein.)

Wie wir später noch erläutern werden, ist dies schlichtweg eine Benachteiligung von Offlinern. Denn auf der Gegengerade ist zumindest theoretisch ein Rattenrennen um die Blöcke denkbar und der – äußerst beliebte – Block D so für einen Offliner ganz eventuell nicht mehr buchbar. Immerhin hat er einen Startnachteil von einer Woche, außer er wandelt sich nach dem Brief von Off- zum Onliner.

Überhaupt fragt man sich, warum der Onlineverkauf eine Woche eher beginnt. Sollte nicht alles gleichberechtigt sein? Wir denken schon! Wird hier vielleicht bewusst Eventim bevorzugt? Oder wünschten diese sich das, um mehr Geld machen zu können?

Man kann ergänzend natürlich sehr gut damit argumentieren, dass es keine Pflicht ist, Dauerkartenkunden mit einem Brief zu versorgen. Man kann sich aber mal überlegen, ob eigentlich ein Unternehmen außerhalb des Fußballgeschäftes seine treusten, teilweise über Jahrzehnte treuen Kunden so im Regen stehen lassen würde. Insbesondere darf man nicht vergessen, dass sich im letzten Heimspielmagazin kein Wort zu den Verkaufsmodalitäten fand.

Man kann so etwas immer schnell mit „der Ligaverbleib stand noch nicht fest“ begründen, aber das ist und bleibt eine Schutzbehauptung. Es ist nicht so schwierig, Informationen auch mal mit einem „Wenn…“ zu beginnen. Wenn man hier eine Angst der Überforderung hat, dann sollte man Multiplikatoren, wie z.B. den Fanladen, den FCSR etc. noch mal gesondert schulen bzw. informieren. So schwierig ist das nicht.

Mal ganz davon ab, dass niemand glauben muss, dass sich durch einen Abstieg auch nur irgendetwas geändert hätte. Die Preise schon gar nicht. Das Einzige, was sich geändert hätte, wäre der Text auf der Homepage. Man hätte nämlich in blumigen Worten erklärt, dass der Preis gleich geblieben wäre, man nun aber zwei Heimspiele mehr für sein Geld bekäme und dies ja sehr viel billiger sei.

Kritik: Inhaber von lebenslangen Dauerkarten können sich zusammenreimen, ob sie gemeint sind oder nicht.

Die Worte „lebenslange Dauerkarte“ tauchen in der Mitteilung nicht auf. Klar, diese Gruppe an Leuten ist klein. Die haben bezahlt und kosten jetzt nur noch. Aber das heißt noch lange nicht, dass man sie ständig vergessen muss. Es reicht ja der einfache Satz „Lebenslange Dauerkarteninhaber werden entsprechend der weiteren Informationen behandelt, sie können ihre Karten in der angegebenen Zeit abholen.“ Ist eigentlich nicht schwer.

Nun reagierte das Kartencenter auf E-Mails wohlinformiert und gut, aber den Aufwand hätte man den Mitarbeitern durch diesen Satz einfachst sparen können.

Neue Dauerkarten / Lüge? Oder einfach ungenau?

Kritik: Es gibt einen deutlichen Widerspruch zwischen 2012/2013 und 2013/2014

Der Verein neigt ja dazu, alte Mitteilungen auf der Homepage durch Baustellenschilder zu ersetzen. Das ist insofern natürlich sehr „angenehm“, als dass man so keine Originalwortlaute mehr nachrecherchieren kann. Und das ist ja ab und zumal ganz gut. Aber ab und zumal übersieht er anscheinend eine Meldung und dann findet man solche Perlen:

„Alle Teilnehmer, die bei der Kartenvergabe keine Berücksichtigung finden, werden zukünftig (außer jemand möchte das nicht) in einer Warteliste geführt. Informationen dazu erhalten auch alle Teilnehmer individuell. Alle zukünftig nicht verlängerten Dauerkarten, werden dann jährlich vom Verein an Personen aus der Warteliste vergeben. Es können mit sofortiger Wirkung keine Dauerkarten mehr umgeschrieben oder gar „vererbt“ werden.“

Dies findet sich (noch?) hier im Rahmen der Verkündung der Verteilung der neuen Dauerkarten 2012/2013. Nun gibt es folgenden Satz:

„Bei der Planung der neuen Spielzeit wurde festgelegt, dass es für die Saison 2013/14 keine neuen Dauerkarten geben wird.“

Und was ist mit den zukünftig nicht verlängerten Dauerkarten? Hat man diesen Hinweis einfach vergessen?

Nun haben wir bereits letztes Jahr ausführlich dargelegt, dass man aus den gesammelten und ausgewerteten Informationen nur bedingt eine Warteliste anlegen kann. Wir äußerten auch schon unsere Verwunderung darüber, dass keine Mitteilung erfolgte, wo ungefähr man sich auf der Warteliste befindet. Aber nun scheint man diese Sätze zu vergessen.

Kritik: Intransparenz fördert Misstrauen. Ist hier eine Gewinnoptimierung angestrebt?

Der Verein muss hier einfach auch aufpassen, dass er nicht noch mehr Vertrauen verspielt. Vertrauen schafft man durch Transparenz und es ist ein Leichtes, nach dem 14.06. die Anzahl der verkauften Dauerkarten 2012/2013 und die Anzahl der verkauften Dauerkarten 2013/2014 zu veröffentlichen. Und dann über die Warteliste aufzufüllen.

Der Frodo würde ja wieder an das Gute im Menschen glauben und sagen „das wird schon so kommen“ und wir würden uns wünschen, wir hätten auch dieses Vertrauen. Aber wir haben auch nicht den Ring durch Mordor gebracht und sehen das daher sehr skeptisch. Eher erscheint es hier, dass man immer noch beim Verein den Wunsch hat, Dauerkarten still, heimlich, aber kontinuierlich abzuschmelzen um ertragreichere Saisonpakete und ertragreichere Einzelkarten zu verkaufen.

Auch fordern wir Transparenz ein. Der Verein sollte endlich mal klar machen, wie viele Dauerkarten man wünscht, wieviele man jetzt hat und man sollte dann, wenn diese beiden Zahlen sich annähern, den Bedarf konstant immer wieder mit neuen Dauerkarten auffüllen. Und dies bitte transparent. Andere Vereine (z.B. Schalke) machen das garantiert nicht perfekt, aber zeigen in diesem Bereich deutlich mehr Bemühungen.

Nachtrag am 15.05.13: Der Kollege Erik hat nachgefragt und die Antwort erhalten, dass es eine Warteliste gibt und diese auch abgearbeitet wird. Das ist erstmal sehr begrüßenswert! Das hätte man da auch gleich reinschreiben können, erspart einem auch Arbeit, aber egal. Hauptsache, es gibt neue Dauerkarten!

Die Nichtübertragbarkeit der Dauerkarten

Es ist schön, dass der Verein diesmal es vor dem Verkauf erwähnt, dass die Karten nicht übertragbar sind, letztes Jahr hat er das viel zu spät mitgeteilt. Wer seine Dauerkarte also dieses Jahr noch auf jemand anderem übertragen möchte, der kann dies versuchen, wenn er denn entsprechend klagefreudig ist. So ganz ohne Aussicht ist diese Klage definitiv nicht, wie wir letztes Jahr erläutert haben.

Bleibt das leidige Gegengeraden-Thema

Was ist eigentlich die Grundlage?

Erst einmal: Der Verein unterliegt gesetzlichen Bestimmungen. Diese mögen wir nicht alle gut finden, aber sie sind erstmal da. Und eine dieser Bestimmungen ist die Versammlungsstättenverordnung des Landes Hamburg. Und diese bestimmt in § 27 ausdrücklich, dass Versammlungsstätten mit mehr als 10.000 Zuschauern in Blöcke von 2.500 Nasen zu trennen sind. Davon gibt es dann wieder Ausnahmen, die wahrscheinlich auch für das Millerntor gelten, denn in jeden der drei Gegengeradenblöcke passen laut Beschreibung 3.300 Leute.

So weit, so gut, das muss natürlich beachtet werden. Und beachten heißt auch: Es darf nicht nur auf dem Papier eingehalten werden, sondern auch real. Sprich wenn man in der 15. Minute eines beliebigen Spieles eine Zählung machen würde, dann dürften in jedem Block nur 3.300 Leute stehen. Das mag uns allen nicht gefallen, aber so ganz ohne Sinn sind solche Vorschriften erst einmal nicht.

Man sollte also grundsätzlich Verständnis dafür aufbringen, dass der Verein hier aktiv werden muss. Natürlich kann man Blöcke auch so regeln, wie z.B. den K-Block in Dresden oder auch die Südkurve bei St. Pauli, wo diese Regeln und auch Regeln über Fluchtwege etc. schlichtweg nicht durchgesetzt werden. Aber dies sei nur mal am Rande erwähnt.

Bei unserer Südkurve kommt natürlich erleichternd hinzu, dass sie mit ihren ca. 3.000 Plätzen einen Block für sich bildet. Wie ein über 9.000 Personen bildender K-Block in Dresden jedoch ohne Ordner auskommt, das weiß so richtig niemand. Fakt ist: Es gelingt. Und das man es hier mit verständigen Fans zu tun hat und bei uns mit unverständigen, das glaubt auch niemand. Soll aber nicht unser Problem sein.

Der Verein muss also nun eine Lösung finden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber: Die Versammlungsstättenverordnung schreibt keinen Lösungsweg vor!

Die beste Lösung ist immer, wenn die Leute sich von selbst verteilen und die Ordner Kaffee trinken. Wird wohl niemand widersprechen. Ist aber leider auch die Unwahrscheinlichste. Und seien wir ehrlich: 99 % der Fans werden ein „Sorry, der Block ist voll!“ akzeptieren, die uneinsichtigen 1 % sind häufig genug das Problem.

Kurzer Einschub: Leute, lasst in diesem Bereich aber bitte die Ordner ihren Job machen! Es ist nicht Aufgabe der Fans, hier Hilfsordner zu sein oder alles besser zu wissen als die Ordner.

Kurz gesagt, die „Ordner trinken Kaffee“-Lösung wird nicht funktionieren. Zumindest nicht in unserer pessimistischen Sichtweise. Es muss ein Reglement her.

Was ist denn eigentlich das Problem?

Blockeinteilungen sind statisch. Fankultur, Gesänge, Supportblocks leben aber im Gegensatz dazu von einer Dynamik und Flexibilität. Menschen, die singen wollen, haben eben nicht zwingend eine Dauerkarte und wenn ich einen Pool von 10.000 Karten habe, dann kann ich besser durchmischen und Sangesgruppen finden, als wenn ein Pool von 3.300 Leuten dort steht. Das mag alles ein „kleines Problem“ sein, aber wenn man als Verein ganz groß den Supportblock lobt und damit auch immer vermarktet, dann muss man das zu seinem Problem machen. Sonst lügt man sich einfach auch mal wieder in die eigene Tasche.

Wie schlimm dieses Problem werden kann, kann man beim FC Bayern sehen, wo sich zur Zeit niemand mehr um die „scheiß Stimmung“ kümmert, weil es einen erheblichen Streit um die Besetzung der Blöcke 112/113 gibt. Man lese das bei der Südkurve München und/oder der Schickeria nach.

Und da hilft auch nicht der Verweis auf einen durchgängigen Umlauf. Im Umlauf findet Support nicht statt. Dort findet das Leben mit den Freunden, mit den Menschen, wenn, dann nur sehr bedingt statt. Dieser Verweis geht so an einer Stadionrealität vorbei, dass man sich echt fragen muss, ob die Schreiber schon mal einen Block betreten haben.

Daher wäre es wünschenswert, ein Konzept zu finden, welches den Ausgleich zwischen gesetzlichen Vorgaben und gewünschter Flexibilität erhält. Und seien wir ehrlich: Weit daneben, lieber Verein. Und dies entweder aus Blindheit dem Problem gegenüber oder aus Bequemlichkeit.

Dieses Konzept müsste eigentlich nur zwei Dinge gewährleisten: 1. Es gibt in jedem Bereich Einzelkarten 2. bereits bestehende Strukturen (jaja) müssten erhalten bleiben. Ist eigentlich nicht so schwer, oder, lieber Verein? In der Luxusvariante würde man noch eine Tauschbörse online und ohne Gebühren einrichten, aber so weit wollen wir ja gar nicht gehen.

Was regt ihr euch eigentlich auf?

Laut Verein ist das ja alles erstmal pro Forma und man will eine Blockeinteilung nur in folgendem Fall durchsetzen: „Lediglich beim Zugang in den jeweiligen Stehplatzbereich C, D oder E müssen wir uns zukünftig bei einer nicht selbstfunktionierenden und gleichmäßigen Blockauslastung eine Kontrolle vorbehalten. Für die Vorgehensweise bitten wir um euer Verständnis.“

Der Frodo würde jetzt wieder an das Gute im Menschen glauben und sagen „wird sich schon regeln“, aber seien wir ehrlich: Uns fehlt dieser Glaube und eine Zuteilung der Dauerkarten auf Blöcke wird hier und heute jetzt verewigt. Ein Eingreifen zu einem späteren Zeitpunkt und damit auch eine bessere Vorgehensweise kann ab morgen nicht mehr gewählt werden. Und das der Verein EWIG nicht zur Blockeinteilung greift, das glauben selbst kühne Optimisten nicht (außer vielleicht der Frodo 😉 ) .

So nicht!

Gehen wir also mal davon aus, dass der Verein irgendwann eine Blockeinteilung vornehmen wird und diese nun festlegt. Und er legt sie falsch fest.

Kritik: Eine Verteilung nach Zufall ist problematisch

Was also macht der Verein nun? Er verteilt die Leute erstmal vorab gleichmäßig auf alle drei Blöcke. Und zwar nach Nachnamen. Damit darf ein Hannemann zwar noch neben einem Achtermann stehen, aber ein Zimmermann, der steht erstmal woanders. Wenn wir von 3.300 Plätzen pro Block ausgehen, dann sind bei insgesamt ca. 6.000 Dauerkarten (die Zahl ist aber mit Vorsicht zu genießen) schon einmal 2.000 pro Block vorbelegt! D.h. „ich kann frei einen anderen Wunsch äußern“ besteht eher auf dem Papier, denn ersteinmal sind pro Block nur 1.300 abweichende Wünsche möglich. Erst wenn einer raus geht, wird wieder ein Platz frei! Ob diese Zahl eine ständige Verfügbarkeit aller Wechselwünsche zulässt, kann sich jeder ausrechnen. Wir behaupten jetzt einfach mal, dass dies bei Block D eng wird. Frodo würde das natürlich nicht behaupten.

Immerhin müsste die jetzige Verteilung ungefähr dem Zufall entsprechen, wenn man diesem Link glauben mag.

Und welchen Vorteil hat denn diese Vorverteilung? Das wird uns schlichtweg nicht klar.

Kritik: Block D wird wieder statisch

Es es ist trotzdem keine zu weit hergeholte Behauptung, dass diese 1.300 abweichenden Wünsche für den Block D (Mitte) nicht ausreichen werden. Der Wunsch D wird also relativ schnell nicht mehr verfügbar sein, wagen wir jetzt einfach mal so zu behaupten. Es erscheint selbst wahrscheinlich, dass man diesen als Offliner nicht mehr bekommen kann. Oder es hängt vom Zufall ab, ob gerade vor mir einer doch lieber „E“ will und so gerade ein Platz frei ist oder nicht.

Noch unwahrscheinlicher ist es, dass es Saisonpakete und/oder Einzelkarten mit dem Aufdruck „Block D“ geben wird und wenn dann nur in kleiner Anzahl. Der Wunsch einer möglichen Durchmischung ist damit nicht gegeben. Auch mal einem Freund zu sagen „Kauf dir eine Karte und komm zu uns in Block D!“ wird dadurch auf komplett legalem Wege schwerig.

Kurz: Eben bist du noch Supportblock, nun bist du – „Sorry, keine Dauerkarte“ oder „Sorry, leider erst im Juni drum gekümmert“ – im Block E. Man kann nur hoffen, dass dein lang gebuchter Urlaub es wert war. Wohlgemerkt: Der Start des Verkaufes drei Tage nach der ersten Information! So schnell bekommst du nicht mal eine Vollmacht ausgestellt.

Mal ganz davon ab, dass der Onliner, der Schnelle und der Informierte wieder einen Startvorteil hat. Wenn man dann eine Information in der dritten Unterseite einer Internetpage versteckt, dann ist dies eine Auswahl nach Stärke. Behutsam und sozial ist dies nicht.

Kritik: Man löst ein Problem und schafft 100 andere

Wie wir oben schon skizzierten, sind ja die Unvernünftigen das Problem. Und nur weil die Block C oder E auf der Karte haben, meint der Verein, dass sie dann wie die Lämmer in diese Blöcke gehen? Nein, sie werden also entweder über Kartentäusche oder über das profane Übersteigen der Zäune in die Blöcke kommen. Sprich: Man braucht mehr Ordner, stärkere Zäune, der Nerv ist vorprogrammiert und gewonnen hat man nichts.

Man muss insbesondere bedenken, dass bei uns bisher die Trennzäune der einzelnen Blöcke nicht an den Aufgängen, sondern im jeweiligen Stehbereich sind. Da kommen Ordner im Fall der Fälle nur schwer hin und wenn man dort Ordner postiert, nehmen sie schlichtweg Plätze weg.

Kritik: Was ist eigentlich mit den LDKs?

1/3 dieses Blogs besitzt eine lebenslange Dauerkarte und so fragten wir doch mal beim Kartencenter nach, wie wir denn den Block wählen sollen. Erst einmal muss man sagen: Schnelle und kompetente Antworten. Das ist absolut top! Nicht ganz so top war dann der Inhalt: „Ja, könnt ihr beim Abholen oder über die Hotline klären.“ Das mit dem Abholen hat den bereits beschriebenen Offliner-Nachteil. Also morgen bei der Hotline anrufen? Warum können wir uns vorstellen, dass diese Hotline, die dann bei Eventim endet, mit den Stichworten „lebenslange Dauerkarte“ und „Ich will nur meinen Block vormerken“ nichts anfangen kann? Warum nur?

Gut, das Kartencenter hat das Problem wohl erkannt, da wurde auch flexibel reagiert. Gut so!

Dabei hätte es bessere Lösungen gegeben!

Nun unterstellen wir mal, dass eine Blockeinteilung irgendwann von außen einfach dem Verein aufgedrückt wird. Wenn man sich so mit der Stadionbau-AG unterhält, dann ist deren Erfahrung, dass Behörden in Hamburg nicht gerade kreativ und flexibel sind. Als Beispiel wird von denen z.B. erzählt, dass in Bremen ein 1,20 Zaun ausreicht, in Hamburg man – trotz des Verweise auf Bremen – auf 1,70 mit Überstiegschutz (auch als Kindersichtbehinderung) benötigt.

Daher sind Zähllösungen mit Passierscheinen (die ersten 3.300 bekommen einen Handstempel für den jeweiligen Block), welche sonst viel flexibler und besser wären, wohl leider ausgeschlossen. Diese Lösungen haben immerhin den Vorteil einer jedes Mal anderen Durchmischung und einer Besetzung der Plätze unabhängig davon, ob man nun eine Dauerkarte oder eine Einzelkarte hat.

Mal ganz davon ab, dass eine ständige Kommunikation nach JEDEM Spiel auf der offiziellen Homepage im Sinne von „Liebe Leute, dieses Spiel wollten alle in Block X, bitte guckt doch mal und hört den Ordnern auch zu, viel mehr Platz war nun mehrfach in Block Y, geht doch mit euren Kumpels ggf. dort hin.“ echt wünschenswert gewesen wäre. (Die Blocknamen sind bewusst frei gewählt.) So etwas unterlässt der Verein leider ständig. Vorschlag für die nächste Saison, lieber Christian: Eine dienstägliche Rubrik „Svens Manöverkritik“, wo unser OL in seiner gewohnt freien Art alle Sorgen und Probleme des letzten Spieltages aufschreiben darf. Kann auch mal rotzig sein, kennen wir doch nicht anders. Aber besser als das jetzige Schweigen und ins Forum Schreiben ist es allemal.

Aber lassen wir dies mal außen vor und gehen davon aus, dass wir in den sauren Apfel der Aufteilung beißen müssen. Dann hätte man eben folgende Prämissen befolgen müssen: 1. alle Blöcke mit Einzel- UND Dauerkarten erreichbar 2. bestehende Strukturen erhalten. Kennt ihr diese Sätze? Ja, standen eben schon da.

Und wie hätte man das machen können? Beispiellösung: Abfrage bei allen DK-Inhabern, wo sie stehen wollen. Prämisse, dass es pro Block nur 2.000 DKs geben darf. Nach der Abfrage mal gucken, wieviele eigentlich in jeden Block wollen. Dann für die überfüllten Blöcke eine Lösung finden. Gemeinsam insbesondere mit dem Supportblock. Man könnte diesen nebenbei auch analog USP mit einigen Einzelkarten ausstatten. Nur mal so als
Vorschlag.

Wäre dies kompliziert? Nein! Warum man dies nicht gemacht hat? Wir wissen es nicht! Wir sind einfach nur traurig.

Mai 122013
 

oder

„You only sing when you’re drinking“

Liebe Leser,
war das nicht schön? Wer hätte schon gedacht, dass wir die Braunschweiger, die nach 28 Jahren die nächste Saison wieder erstklassig spielen, so in Grund und Boden kicken würden? Manch einer erinnert sich vielleicht noch ein Spiel vor knapp elf Jahren, wo es mal 7:1 ausging… das erschien angesichts der sportlichen Lage des FCSP der Eintracht technisch kaum möglich, selbst wenn es für die Löwen nichts mehr als die wertlose Zweitliga-Meisterschaft zu gewinnen gab. So kann man sich täuschen!

Es begann als der „Wir kommen gleich“-Tag. Zwar genossen 2/3 des Blogs eine problemlose Anfahrt per IC aus dem Rheinland. Doch, für die sich fast als Auswärtsfans Fühlenden geriet die Anreise am Hauptbahnhof ein wenig ins Stocken. Auch das dritte Drittel wurde vom Karten-Chaos aufgehalten. Letzlich fanden sich doch alle perfekt getimet am Millerntor ein und enterten die Ränge.

Erste Ernüchterung war – im wahrsten Sinne – kein Vollbier. Eigentlich nicht verwunderlich, kennt man doch die Angst vor Rivalitäten zwischen den Nordclubs. Doch eine Ankündigung der Pils-Kastration vermissten wir, sicherlich hätte das die „Vorbereitung“ des einen oder anderen Fans beeinflusst. Lieber Verein, sonst klappt das doch auch, oder nicht? Eigentlich können wir mittlerweile doch soziale Medien so’n bisschen.
Entsprechend der Leere im Glas erklangen auch zahlreiche Stimmen auf der Gegengerade unter Niveau. Die lieben Pudelmützenträger von der GG mussten sich daher leider einmal den Vorwurf gefallen lassen, sie sängen nur, wenn sie trinken. Zusätzlich war das Spielgeschehen vielleicht nicht gerade Roar-förderlich. Wenn die Jungs auf dem Rasen alles so dermaßen richtig machen, schnell 2:0 führen und das Spiel dann erst einmal verwalten – dass so Mancher in dieser Situation nicht die Support-Sau herauslässt, ist doch fast verständlich. Böse Stimmen in uns forderten in den Momenten der Totenstille beinahe einen Anschlusstreffer der Braunschweiger…
Ach, näh, lassen wir das. Einfach mal glücklich sein. Zahnlosen Löwen haben wir diese Saison schon einmal kennengelernt, und wenn dazu noch ein wirklich beachtliches Spiel der Sankt Paulianer dazu kommt, dann flutscht das. Besonders aufgefallen ist uns Bartels (Sind das eigentlich schon ehrwürdig-graue Schläfen bei dem 26-Jährigen?), der so präsent war, dass er sich heute den Titel „Fin de siècle“ verdiente und sich selbst mit einem Tor belohnte.
Apropos Tore: Warum gingen heute eigentlich so viele seltsame Dinger rein? Nicht nur Fins Sitzfußball-Seitfallzieher, auch Günnis Treffer erschienen uns fast unwirklich. War dieser nicht haltbar, war jener nicht abseits? Wir wiederholen uns hier gern: Einfach mal glücklich sein. Und ein reines Fußball-Märchen wurde uns noch erzählt, als tatsächlich die beiden verdienten alten Herren Bruuuuns und Ebbelix zum 4:0 und 5:0 einnetzten. Pipi in den Augen!
Nach dem Ehrentreffer waren die – soweit wir sehen konnten – durchweg gutgelaunten Braunschweiger und wir uns einig: „Scheißegal, scheißegal, scheißegal.“ Für ganz selbstverständlich halten wir es übrigens trotz bereits feststehendem Aufstieg nicht, dass die Gäste auch in hohem Rückstand recht singfreudig blieben. Ob sie damit den (peinlichen) Ausfall der Gästehymne zu Beginn kompensieren wollten? Man weiß es nicht. Ihr Braunschweiger, habt Spaß da oben, nächstes Jahr sehen wir uns wieder. Die Vorstellung der Bayern und Dortmunder an der Hamburger Straße lässt uns jedenfalls schmunzeln.
Kurz nach dem Abpfiff und der Erleichterung, dass wir das Abstiegsgespenst endgültig weggesaugt haben, flogen auch schon die ersten Kuscheltiere. Die Frage darf erlaubt sein, wie sinnvoll die ganze Aktion ist und wem sie in welcher Form zugute kommt, doch aus rein hedonistischer Perspektive: Haha, geiles Ding! In Sekunden segelten Bären, Hunde, Elefanten, Tintenfische und mehr auf Spielfeld, dass es eine reine Freude war. Fix fand eine fette Schnecke den Weg zu Kalla und ein Rauten-Drache wurde buchstäblich zum Spielball der ausgelassenen Mannschaft, bis er dorthin verbannt wurde, wo er hingehört: ins Dunkel.

Kommen wir aber zum wohl wichtigsten Punkt des Tages, dem Abschied zweier Helden. Wir müssen wohl hier nicht auch noch die Verdienste von Marius Ebbers und Florian Bruns hervorheben, die für den FCSP fünf beziehungsweise sieben Jahre die Knochen hinhielten. Einfach nur ein riesigengroßes Dankeschön, ihr beiden! Wo immer es jetzt hingeht, wünschen wir euch von Herzen alles Gute. Wir wir finden, habt ihr euch würdig verabschiedet und verabschieden lassen. Zwar hätten wir gern noch eine richtige David-Hasselhoff-Gesangseinlage gehört, aber das ist Jammern for freedo… äääh, auf hohem Niveau.

Ein schöner Spieltag liegt hinter uns, ein angenehm sinnloser steht uns noch bevor. Auch für die Lauterer, die die Relegation schon sicher haben, geht es am kommenden Sonntag um nix mehr. Die werden sich schön schonen, damit sie gegen Fortuna, Hoffenheim oder Augsburg in bester Verfassung sind. Dem ersten Sieg auf dem Betzenberg für den FCSP steht also wenig im Wege. Cheers, wir sehen uns im Zug!

Mai 062013
 

oder

Eine Fabel über Geschlossenheit

Vorwort

Liebe Leser, man kann die Tabelle der Zweiten Liga drehen und wenden wie man will, es sind nur noch zwei Entscheidungen offen. Und zwar jeweils der dritte Platz. Von oben, wie von unten gerechnet. Und in einer der beiden Entscheidungen ist eine Vorentscheidung gefallen, denn die Region hat zwei Matchbälle und dass sie sich diesen Matchball zu Hause gegen uns entgehen lässt, dies glauben wahrscheinlich nur die kühnsten Optimisten. Natürlich wäre es ein schöner Treppenwitz, wenn wir mit einem Sieg auf dem Betzenberg unserem Ex-Trainer die Relegation ermöglichen würden, aber dies wird nicht passieren.

Bleibt nur der Kampf gegen den 16. Platz. Und wenn man so Form, Tabelle und Restprogramm kombiniert, dann wird aus dem tabellarischem Sechskampf schnell ein Dreikampf. Und zwar Aue, Dresden und wir. Gehen wir mal davon aus, dass Duisburg nur noch rechnerisch mit im Geschäft ist und das auch Paderborn und Ingolstadt nicht mehr von den ganzen Mannschaften unter ihnen überholt werden und auch Bochum den Vorsprung nicht mehr verspielt. Gerade wenn man die aktuelle Form des VfL sieht. Bleiben Aue, Dresden und wir. Dresden erstmal in der schlechtesten Ausgangsposition, denn sie haben zur Zeit den 16. Platz. Sprich: Sie müssen mehr Punkte holen, als die anderen beiden Kandidaten. Dafür hat Dresden ein lächerliches Restprogramm oder wie wollt ihr Aalen Auswärts und Regensburg zu Hause nennen? Der Witz ist: In der Hinrunde holten gegen die gleichen Gegner Aue vier Punkte, wir drei Punkte und Dresden zwei Punkte.

Darin liegt aber die Gefahr, denn viele Leute rechneten gestern schon die SGD raus. Argument: Die werden ihre Punkte gegen diese Gegner schon holen. Wie das aber ist mit Mannschaften, die plötzlich befreit aufspielen können, konnte der VfB Stuttgart am Wochenende erleben. Aber wiegen wir die SGD in dieser Sicherheit und machen einen Zweikampf draus. Aue und wir.

Fakt ist: Aue muss aus zwei Spielen drei Punkte mehr holen als wir. Sie spielen noch zu Hause gegen Ingolstadt und bei Sandhausen. Auch dies ein eher leichtes Restprogramm, aber da sind wir wieder bei „frei aufspielen“. Mal ganz davon ab, dass Aue mit dem Trainerwechsel sich keinen Gefallen getan hat. Warum man einen Trainer entlässt, der aus vier Spielen 7 Punkte holt, wird wohl das ewige Geheimnis der Verantwortlichen im Erzgebirge sein. Was jedoch für Aue spricht: Sie müssen nur 3 Punkte aufholen, denn wenn wir jetzt mal irgendwelche abseitigen Ergebnisse außen vor lassen, haben sie das uns gegenüber bessere Torverhältnis.

Man kann stark bezweifeln, ob wir gegen Braunschweig und in Kaiserslautern noch viel holen. Fakt ist: Wenn es richtig mies läuft, dann reicht uns nicht mal ein Sieg und eine Niederlage. Fakt ist aber auch: Wir haben es in der eigenen Hand und wir haben gegenüber zwei Mannschaften immer noch ein Vorsprung von drei Punkten. Und eine davon muss selbst noch Tore gegen uns aufholen. Daher: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.

Und damit kommen wir zur Tour nach Duisburg.

Immer klüger sein.

Früh hatte man sich für die Fanladenbahnfahrt entschieden. Spät musste man den Reisehoschi mimen, aber so etwas macht man ja für den Lieblingsfanladen gerne. Und wenn die Reisegruppe gerade mal aus 16 Leuten besteht, dann ist das eigentlich alles entspannt. Naja, der AFM Containerhoschi war wie immer drauf und die Ex-Fanladenmitarbeiterin wollte immer rauchen, aber das sind ja Kleinigkeiten. Nein, Spaß beiseite, die Gruppe war echt gut.

Man soll uns ja nicht unterstellen, dass wir nicht alles versucht hätten. Und so nutzten wir einen FCB-Kapselheber, um unsere geistigen Getränke zu öffnen. Wir hofften da auf eine Abfärbung durch Öffnung. Sozusagen unsere Abfärbetheorie.

In Duisburg angekommen mussten wir die S-Bahn fahren lassen. Diese war uns als gute Anreisemöglichkeit zum Gästeblock empfohlen worden. Auf dem Schreiben von Duisburg stand etwas von zehn Minuten. Gut, dass sich darauf letztendlich niemand so richtig verlassen hat, denn nach dem Spiel mussten wir feststellen, dass man vom Gästeblock aus gut 25 Minuten durch die Duisburger Naherholungsgebiete latschen muss, um bei der S-Bahn zu sein.

Wir sicherten uns ein Schließfach, sammelten das Vorauskommando ein und machten uns im Pendelbus auf zum Stadion. In den Bussen zwischen beiden Vereinsanhängern eine komplett entspannte Stimmung, so wie es eigentlich sein soll. Es soll wohl in der S-Bahn ein bisschen Stress gegeben haben, aber da wir nix Genaues wissen, erwähnen wir es nur kurz.

Der Stehplatz-Gästeblock ist nicht wirklich einladend. Aber ein Platz in der Gegend der Ufftas und direkt neben der Ostblock, Alte Schule etc. Mischung versprach wenigstens sangfreudige 90 Minuten. Bemerkenswerter Unsinn war dann wieder, dass es auf den Sitzplätzen im Gästebereich normales Bier gab, auf den Stehplätzen aber nur alkoholfreies Bier. Handfläche -> Stirn.

Über den Sinn und Unsinn von Stadionverboten haben wir uns schon mehrfach in diesem Blog ausgelassen und wir haben immer noch Leute mit Stadionverbot. Aber immerhin sind zwei sehr prominente Stadionverbote ausgelaufen. Und so konnte man DEN Vorsänger wieder auf dem Zaun begrüßen und auch einen bekannten Zopf wieder in unseren Reihen begrüßen. Schön, dass ihr wieder da seid!

So war der Gänsehautmoment auch bereits vor dem Anpfiff, als die beiden auf den Zaun stiegen und mit Anpfiff das „Aux Armes“ anstimmten. Und unser Vorsänger stand dann 90 Minuten auf dem Zaun, als hätte er nie ausgesetzt – sofort wieder in seinem Element und mit all dieser positiven Energie, die ihn so besonders macht.

In unserem Bereich gute Stimmung, Leute, die mitmachten, auch wenn sie die Texte nicht wirklich kannten und viele bekannte Gesichter. Wäre alles wirklich vollkommen toll gewesen, hätten sich nicht wieder zwei punkige Typen gefunden, die vollbetrunken jeglichen Anstand vermissen ließen und in einem vollen Block rumtorkelten und Leute wegdrängelten. Dass die natürlich null mitgesungen haben, versteht sich von selbst.

So stand man schnell im T-Shirt hrum, denn das Gehüpfe und Gesinge ist Sport. Wie den Ostblockern unter ihren Pudelmützen das Gehirn kocht, kann man nur erahnen. Aber wer schön sein will, muss leiden.

Kommen wir zu dem Geschehen auf dem Rasen. Vor dem Anpfiff entwickelte sich auf Twitter eine Diskussion um Kalla. Und seien wir ehrlich: Auch wir haben hier schon häufig genug geschrieben, dass er kein Außenverteidiger mehr wird. Nun wäre die absolute Flexibilität von Spielern ein Traum, aber so etwas ist eher die Ausnahme im Fußball und wirklich flexibel einsetzbare Spieler sind daher heiß begehrt. Niemand käme bei uns auf die Idee, Boller oder Thorandt auf außen zu stellen. Kalla kann den Außenverteidiger an guten Tagen solide spielen, an schlechten Tagen ist er überfordert. Stellt man ihn jedoch in die Mitte, wird seine Leistung sofort besser. Gegen Frankfurt reichte es für die Kicker-Elf des Tages, gegen Duisburg sah ihn die MoPo als „Idealbesetzung gegen Exslager“ und gab ihm eine 2.

Hier muss sich das Trainerteam wirklich fragen, ob Stanislawskis Entscheidung, ihn damals zum Außenverteidiger zu machen, wirklich diejenige ist, die dem Verein und dem Spieler richtig weiterbringt. Man kann das wohl stark bezweifeln. Ob dann für ihn in der Mitte Platz ist, sei es nun als Innenverteidiger, sei es als Sechser, das steht dann auf dem anderen Blatt. Das müssen dann die Verantwortlichen zusammen mit dem Spieler entscheiden. Ihn aber bewusst auf einer Position im Kader zu haben, auf der er seine Leistungsstärke nicht abrufen kann, ist ein Trainerfehler – nicht mehr und nicht weniger. Und man schwächt den Kader insofern, als dass dort kein anderer Außenverteidiger entwickelt, gekauft oder geschult werden kann.

Nun denn, wenn man nach der Winterpause außer in Aalen in jedem Auswärtsspiel mindestens drei Gegentore
bekommt, dann muss „Kompaktheit“ und „zu null spielen“ erste Bürgerpflicht sein. Letzteres gelang, Ersteres noch nicht wirklich. Immer noch sind bei uns im Mittelfeld viel zu große Lücken und haben Gegenspieler viel zu viel Zeit, Bälle zu verarbeiten. Das sah bei Duisburg im Verteidigungsverhalten schon sehr viel besser aus. Daran muss weiter gearbeitet werden. Immerhin zeigte sich die Viererkette sehr solide und ohne einen individuellen Fehler, so dass Duisburg nur zu sehr wenigen guten Chancen kam.

Was bei uns jedoch grauenhaft ist, ist die Vorwärtsbewegung. Konter können wir gar nicht, vernünftige durchdachte Pässe auch nicht. Wenn wir mal etwas produzieren, dann entweder durch Zufall, durch Einzelleistungen oder weil ein Verteidiger (in 99% der Fälle Schachten, der wieder unfassbare Wege ging) seine Position mal verlässt und mit Druck macht. Letzteres schafft aber zwangsweise Lücken, die immer eine Gefahr sind.

Hinzu kommen unfassbar schlechte Standards. Exemplarisch sei hier nur ein Freistoß aus zentraler Position genannt, der mehr oder minder simpel in die Mauer gehämmert wird. Und dabei haben wir mit Bruns und in der Theorie auch mit Daube Leute, die einen Ball stilvoll um eine Mauer herum bekommen. Ecken sind bei uns eher eine Einladung zum Konter, wenn da nicht gerade ein Kopfballungetschauner mit nach vorn gekommen ist.

Das alles wird nur noch schwierig abzustellen sein in dieser Saison. Wir werden uns nun über die verbleibenden beiden Spiele hangeln müssen und dann hoffen, dass es irgendwie reicht. Nein, Rechnungen wie „wir holen keinen Punkt mehr“ verbieten sich einfach. Achtung, Floskel-Alarm: Spiele müssen immer erst gespielt werden und fangen immer bei 0-0 an. Und sollten beide Spiele so enden, dann reichen Aue und Dresden nicht mal ein Sieg und ein Unentschieden. Hier in Rechnungen klüger sein zu wollen als alle anderen, verbietet sich. Es kommt sowieso anders, als man es vorher sieht.

Unsere Jungs müssen einfach ganz klar erkennen, dass sie nur über Einsatz und über Kompaktheit zum Erfolg kommen können. Und über äußerste Konzentration. Und wenn dann Frontzeck noch lernt, dass man einen Mittelstürmer auch nach 75 Minuten mal wechseln kann, dann steht einem dreckigen 1-0 gegen Braunschweig eigentlich nichts mehr im Wege.

Nehmen wir also das Positive aus diesem Kick mit. Vergessen wir, dass teilweise eine räumliche Ordnung wie bei einer F-Jugend vorherrschte, und vergessen wir das spielerische Kreisliganiveau. Unsere Jungs haben sich kompakt ein 0-0 erkämpft und müssen in den beiden verbleibenden Spielen genau dort weitermachen.

So verließen wir die Schauinsland-Reisen-Arena (ja, diesen Sponsorennamen müssen wir einfach mal nennen) und machten uns auf den Rückweg. Das mit der S-Bahn klappte ja noch ganz gut und auch aus Duisburg war man relativ pünktlich weg. Nur kurz nach der Abfahrt war klar: Der Zug nach Hamburg fällt aus. Was hier nervt, sind die Leute, die immer meinen, klüger zu sein als Derjenige, der das Ticket hat. Glaubt ihr eigentlich nicht, dass man nicht sofort alle verfügbaren Quellen auf Alternativen geprüft hat? Meint ihr wirklich, dass ihr etwas auf dem Fahrplan entdeckt, wenn ihr da lautstark brüllend draufguckt, was alle anderen nicht entdeckt haben? Vielleicht solltet ihr noch das Personal bepöbeln, das kann im Notfall auch noch richtig viel dafür.

Nun denn. So mussten wir halt eine Stunde in Dortmund herumsitzen, was man mit der besten Crew, die heute möglich war, tat. Ein Kamps wurde auseinandergenommen und die vorbeiziehenden Manga/Fantasy/wasdasauchimmerist-verkleideten Kinder bewundert. Nun sollte man ja als Angehöriger einer sehr eigenen Subkultur immer sehr vorsichtig sein mit dem Belächeln anderer Szenen, aber freakig sahen die schon aus.

Der Rest der Fahrt ist dann schnell erzählt. Abteil, keine Klimaanlage, aber genügend Getränke am Start. Gepflegtes Chillen ohne generve und mit 65 Minuten Verspätung hatte uns Hamburg wieder. Dort noch kurz der Blick auf die dort stehenden Rauten und die Feststellung, dass man weiß, warum man dort nicht steht.

Es schrieben bisher noch…

… Johnny fuhr Bus

Tödchen fuhr gar nicht…

Der Übersteiger wochenendet

In den Sinn gekommen steigt in Barcelon äh Paderborn um und träumt von Antithesen