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Demonstriert für die Essohäuser!

Liebe Leser,

nach dem Spiel gegen Hertha gibt es was zu tun. Und zwar auf die Straße gehen. Um für den Erhalt und die soziale Sanierung der Esso-Häuser zu demonstrieren. Wir fordern hiermit ausdrücklich dazu auf, an der Demo teil zu nehmen!

Trotzdem müssen wir noch einige Worte verlieren. Gentrifizierungskritik und Investorenkritik ist immer ein bisschen problematisch, da sie sehr schnell verkürzt wird und eine Änderungskritik ist, denn: Gentrifizierung ist immer Ausfluss eines Systems, welches darauf beruht, dass man alles kaufen kann.

Und man muss immer vorsichtig sein, was von wem kritisiert wird. Der aus mittelständischem weißen Elternhaus stammende Student, der im niedersächsischen Dorf großgeworden ist und nun in der Schanze in seiner WG lebt, der ist auch Teil des Problems, weil er unbedingt „im Viertel“ wohnen wollte und natürlich nicht „uncool“ in Harburg oder in Hamm. Klar zwicken die 500 Euro Miete für das 14 qm Zimmer, aber dank Papi geht das immer noch. Bei der Friseuse oder dem Hartz 4 Empfänger geht es eben nicht mehr. Und da verdrängt er eben fröhlich mit. Selbst der Erhalt des Gängeviertels führte zu einer Verdrängung von anderen Gruppen, die vorher in diesen Häusern illegal lebten.

Man muss auch bei der Symbolik, die Protest immer hat, bedenken, dass nicht ein Abriss der Esso Häuser an sich das Problem ist (und seien wir ehrlich, ein Traum sind die nun wirklich nicht), sondern das konsequente Versagen der Politik, welches sich z.B. darin äußert, dass jahrzehntelang städtisches Wohnungseigentum zu Höchstpreisen veräußert wurde und auf eine Wohnungsentwicklungspolitik nie geachtet wurde. Wohnungspolitik wurde per Markt gemacht und da hilft auch das Mietrecht nicht, welches Mieterhöhungen bremsen soll. In einem kapitalistischen System ist das rumdoktoren an den Symphomen.

Nun sind wir ein Fußballblog und so rufen wir zum demonstrieren und zum nachdenken auf. Alles weitere lest ihr im Demoaufruf.

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