Mrz 122013
 

Liebe Leser,

ich bin ja immer noch auf dem Trip in Hamburg einen Marathon laufen zu wollen. Das Ziel bleibt irgendwie unter 5 Stunden zu bleiben. Dafür kämpfe ich mich immer noch durch einen Trainingsplan, den dankenswerterweise der Mättz aufgestellt hat. Nun hatte ich euch regelmäßige Berichte versprochen und daher nun der zweite Bericht meiner Trainingszeit.

Viel geändert hat sich zu dem ersten Bericht aus dieser Serie nicht. Der 4. Lauf in einer Woche fällt mir äußerst schwer. Ich schaffe es zwar viermal die Woche Sport zu treiben, aber fünfmal wird in meinem engen Lebensplan genau einmal zu viel. So fehlen mir auch immer ein paar Kilometer zu dem Wochensoll. Mal sehen, ob und wie sich dies letztendlich rächt.

Das Grundschema bleibt erhalten, so dass Dienstags immer die Intervalle lauern. Diese mussten aufgrund von Knöchelproblemen einmal ausfallen, aber ansonsten gehen die komplett problemlos von der Hand. Das Lauftraining am Donnerstag ist sowieso über jeden Zweifel erhaben.

Bleibt der lange Lauf. Da steht im Trainingsplan was von „Endbeschleunigung“, das kann ich bisher komplett knicken. Ich bin froh, wenn ich überhaupt irgendwie auf Kilometer komme und hinten raus nicht vollkommen einbreche. So war der lange Lauf am 24.02. eine einzige Quälerei. Es lag auch noch leicht Matschschnee und so kam eigentlich kein Kilometer unter die 7:20er Marke. Wenn man bedenkt, dass man 7:06 für einen Kilometer brauchen muss, um 5 Stunden zu laufen, dann war das sehr langsam. Der Magen wollte auch nicht und so quälte ich mich zu 26,91 Kilometern in 3:39. Da kommt dann doch ein bisschen Frust auf.

Nun ja, dann kam der Knöchel und die Woche war von Vorsicht geprägt. Aber schon am 02.03. ging es auf den nächsten langen Lauf. Und siehe da. 12 Minuten weniger Zeit, aber 27,02 Kilometer. Und bis Kilometer 23 blieben die einzelnen Kilometer unter 8:00. Klar, dass ist immer noch nicht das gewünschte Tempo, aber es ging doch schon sehr viel leichter von der Hand.

Am Mittwoch (statt Dienstag) danach standen 7×1.000 Meter in 5:30 bis 6:00 auf dem Programm und da konnte man sehen, wie stark das Wetter eine Rolle spielt. Im besten Frühlingssonnenschein einfach mal die kurze Hose ausgepackt und erstmal losgelaufen. Der Blick auf die Uhr nach 600 Meter gefühlt lockerem Lauf zeigte eine 6:02, so dass erstmal die Handbremse angezogen wurde. Die Intervalle an sich kein Problem, die meisten selbst unter 5:30, nur die letzten beiden in 5:3 und 5:42 etwas langsamer. Letzteres aber auch durch eine Anstieg am Ende des Intervalles.

Der Frühling ging wieder, es kam wieder Schnee und es stand der nächste lange Lauf an. Der Sonntag begann erstmal mit einer unangenehmen Überraschung, denn es war beinah nicht an Laufen zu denken. Zum Glück war man zum Schweinehund killen bereits verabredet, so dass ich mich in den Stadtpark kämpfte, um dort Kilometer zu machen. Erstmal 9 Kilometer alleine, wobei der letzte dieser Kilometer ganz ordentlich schnell wurde, damit ich rechtzeitig am Treffpunkt bin. Dort dann mit A. getroffen und mit ihr zwei Runden gelaufen. Der angenehme Nebeneffekt eines Laufpartners ist, dass man weder langsamer wird, noch wirklich über die Widrigkeiten nachdenkt. Man sabbelt und läuft. Da stört auch tiefer (oder festgetretener rutschiger) Schnee nicht wirklich. So ging es bis Kilometer 18 gut von der Hand und die Pace pendelte gut um die im Marathon gewünschten 7:06. Nur Kilometer 18 und 19 waren etwas zu langsam. Und als man sich dann verabschiedet habe, traf ich die Bloggerkollegin, die ebenso am lang laufen war und so wurden auch die letzten 5 Kilometer in Rennpace absolviert. Und siehe da, erneut wurde der lange Lauf schneller und meine Muskeln fühlten sich auch ganz okay an. Leider wollte irgendwann der Knöchel auf dem schwierigen Geläuf nicht mehr so 100 % und da war eher Vorsicht angesagt. Daher lieber nach 24,29 Kilometern das ganze beendet, anstatt hier irgendwelche Risiken einzugehen.

Mal sehen, wie es weiter geht. Die langen Läufe müssen noch schneller und gleichmäßiger werden, aber das wird hoffentlich in den letzten 6 Wochen der Fall sein. 4 Wochen davon sind volle Trainingswochen und als Generalprobe ist der Hochbrückenlauf in Kiel schon gebucht. Wenn der gut klappt, dann klappt auch Hamburg.

Ich werde berichten.

Mrz 112013
 

… machen wir 1.000 neue Fahnen, liebe Diebe vom Freitag. Ihr glaubt doch nicht, dass ihr unsere Kultur weniger bunt machen könnt, oder wir nun klein bei geben? Niemals. Wir geben nie auf. Und irgendwann, liebe Diebe, pinkeln wir euch aufs Grab.

Daher kommt alle am 22.03.13 ins Clubheim 20 Uhr und macht mit beim Workshop:

[Beginn des Zeckensalon-Textes]

Du wolltest schon immer deine eigene Fahne nähen, aber wusstest nicht wie? Du hast schon einen groben Plan und brauchst noch Hilfe bei der Verwirklichung?
Da kann dir geholfen werden bei unserem Fahnenworkshop!

Unter der mehr oder weniger fachkundigen Anleitung des Zeckensalons und deren FreundInnen, könnt ihr am 22.03. ab 20:00 Uhr im Clubheim St. Pauli eure Fragen stellen, anderen über die Schultern schauen und/oder selbst tätig werden. Gemeinsam wollen wir mit euch viele Fahnen erstellen, damit das Millerntor in Zukunft noch ein wenig bunter wird!

Dank der tatkräftigen Unterstützung des FCSR können wir eine Grundausstattung an Material stellen. Allerdings sind wir auch darauf angewiesen, dass zumindest einige von euch selbst Materialien wie Fahnenstoff mitbringen. Nähmaschinen sind vor Ort vorhanden.
Wir freuen uns! Für ein buntes Stadion völlig außer Kontrolle!

[Ende des Zeckensalontextes]

 

Für Freunde von Facebookevents hier noch die öffentliche Einladung.

 

Mrz 102013
 

oder

Das ist St. Pauli, digga!

Vorwort

Liebe Leser, wisst ihr, wann der Kapitalist es geschafft hat? Wenn er nicht mehr als Kapitalist wahrgenommen wird. Da erzählt am Freitag mir (jaja 2/3 dieses Blogs chillen immer noch in der Sonne) doch jemand, dass er letztens in Exarchia zu Besuch war (Wikipedia ist verlinkt) und in diesem Viertel logischerweise keine weltweit agierende Kette einen Shop hat. Wer dort aber einen Shop (bzw. einen Händler) hat, ist die Upsolut Merchandise GmbH & Co KG. Vollkommen erstaunt checkte er ab, ob das wirklich originale Ware war, aber war es. Und das in einem Stadtteil, wo ansonsten nur AEK eine Kneipe betreiben darf. Umso schlimmer, dass Upsolut den Erfolg auch auf dem Rücken der Teilzeitangestellten erzielt, wie dieser offene Brief sehr anschaulich zeigt.

Der erste Reflex ist „Boykott“, was den Mitarbeitern auch nur bedingt hilft, denn dann geht der Umsatz noch mehr zurück und das bekommen als Erstes die Teilzeitangestellten zu spüren. Im Kapitalismus wird wohl ein Klamottenunternehmen auch nicht ganz ohne Teilzeitbeschäftigte auskommen. Wer sich da etwas vor macht, der lügt sich fröhlich in die eigene Tasche. Wir sind halt alle Kapitalismus. Jedoch: Es gibt immer so einen Umgang und so einen Umgang. Und das ist eben ein beschissener Umgang.

Bleibt nur zu hoffen, dass unser Verein im April ein Urteil bekommt, welches diesen unsäglichen Vertrag endgültig auflöst und er dann bitte bitte bitte sich nicht den nächsten Hai ins Haus holt und er selber auch vernünftig und halbwegs sozial agiert. Alleine es fehlt mir der Glaube, dass dies passiert. Immerhin besitzt unser Verein ein Betriebsrat.

Nun ja, kommen wir doch lieber zum freitäglichen Spiel.

So soll es sein

Liebe Leser, ich kann mir ja nicht helfen. So überzeugende Spiele wie gegen Frankfurt sind ja ganz nett, aber das ist irgendwie nicht das, warum ich zum Millerntor gehe. Ich finde gerade leider das Buch in meinem Buchschrank nicht wieder, aber da erklärte bereits vor Jahren ein Autor seine Liebe zum FCSP mit dem Spiel gegen Jena. Die Älteren werden dies noch erinnern, es war das erste Spiel der neuen Singing Area, dem heutigen Block 1. Das Spiel lässt sich grob so zusammen fassen: Regen, Gegurke, 0-1 und in der Nachspielzeit drehen Savitchev und Truller das Spiel. Und glaubt mir, es war ein Grottenkick. Der Autor schildert danach eine Begebenheit, wie zwei Leute in einer Kneipe sitzen und immer sagen „Die waren so schlecht“ „So richtig schlecht“, dann schweigen sie sich an und dann sagen sie „Geil“. Er ergänzt dann, dass diese Argumentationskette vielleicht nicht auf den ersten Blick schlüssig ist, aber sie ist St. Pauli. Durch und durch.

Und so ein Spiel war auch unseres gegen den Jahn. Natürlich war das auf dem Rasen keine hohe Fußballkunst, natürlich war der Sieg eher der glücklichen Art, aber dafür ist man doch Fußballfan. Wer irgendwelche technisch hervorragenden Siege sehen will oder beinah nur Heimspiele, die man hoch und langweilig gewinnt, dem empfehle ich Bayern München. Aber das sind nicht die Leiden, die Emotionen, welche den Fußball lebenswert machen.

Und es hatte so ein Happy End. Unsere junge Truppe hatte Probleme, sie ackerte wieder, aber es fehlte eben so der letzte Kick. Und dann kommen die beiden alten Recken, der neue Held fliegt vom Platz und Boll und Bruns zeigen den Jungs, wie man mit dem Kopf durch die Wand geht. Und dann versenkt ihn BRUUUUUUUUUUUNNNNNNSSSSS. Zu Recht wird er ständig gefeiert und die sieben Jahre am Millerntor werden ihm einen ewigen Platz auf unserer Heldentafel bringen.

Was dann folgte, war ein Torjubel, der nicht durch einen Aufstieg in letzter Minute getoppt werden kann. Alles fiel übereinander und herzte sich. Nur die Regensburger, die Sekunden vorher noch feiernd vor der Gegengerade standen, hatten plötzlich schlechte Laune. Aber wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben. Und Jahn war heute eben dran.

Das ganze natürlich ein sehr wichtiger Sieg. 9 Punkte aus den letzten drei Spielen geben uns erstmal einen beruhigenden Abstand zu den Plätzen, die nach 3. Liga riechen. Und damit kann man die nächste Saison sehr viel ruhiger planen. Auch wenn Kapitän Kalla diesmal schlechter war und auch die anderen jungen Jungs nicht so ins Spiel kamen: Ich glaube an die Truppe. Wenn man noch ein zwei gute Ergänzungen findet (insbesondere ein Stürmer und einen Offensiven, der ein Spiel schnell und überraschend machen kann), dann kann hier was entstehen. Und vielleicht hat der Boller ja noch eine Saison im Tank. Sein einfach unbändiger Siegeswille ist bisher nicht zu ersetzen und setzt bei seinen Mitspielern immer wieder ungeahnte Kräfte frei.

Ach ich bin es eigentlich leid über Stimmung zu diskutieren. Das Millerntor scheitert auch immer wieder an seinem eigenen Anspruch. Es wird nach jedem Spiel irgendwas schlecht geredet und klein geredet und doch ist das Millerntor 1.000 mal besser, als die meisten anderen Stadien in Deutschland. Freitag war nun nicht diese Extase des Frankfurt Spieles, aber doch gefiel die Mischung. Und eigentlich war häufig Bewegung in allen Tribünen.

Was jedoch nervt ist die Leere auf den Sitzplätzen. Schon die „normalen“ Sitzplätze sind nicht annähernd voll. Aber auf den Business Seats klafft mehr Lücke als Mensch. Und wenn dann die Haupt bereits geschlossen auf dem Heimweg ist, bevor die Mannschaft zur Welle kommt, dann ist das schon peinlich und kein gutes Verhalten. Klar, es war kalt und spät, aber diesen Respekt sollte man der Truppe im Falle eines Sieges unbedingt zollen.

Hier muss der Verein auch aufpassen, dass seine hochpreisigen Plätze nicht zu Ladenhütern werden. Die Leute sind halt nicht mehr bereit jeden Preis für Fußball auszugeben. Das sieht man auch daran, dass es immer noch Karten für unseren Auftritt bei Union Berlin gibt. Zumindest bot das Kartencenter am Freitag noch per Zettel „Restkarten“ an. Für den Schnäppchenpreis von 26,50. Ganz ehrlich: Das ist einfach zu viel für Zweitligagekicke. Ansonsten hat der Kleine Tod recht. Was unsere Kapitalisten nicht begriffen haben ist, dass eine Ware, die man verknappt sehr viel attraktiver ist, als eine Ware, die es ohne Ende gibt. Das nennt man Angebot und Nachfrage. Da steht das Angebot nicht zu Unrecht an erster Stelle.

Nun denn, nach dem Spiel raus aus dem Stadion und den Marsch mitgemacht. Der war eher routiniert durchgefroren, aber es ist doch immer schön, dass so viele Nichtultras sich mit auf den Weg machen (nebenbei brüllen auch schon gute Teile der GG „Die Verbannten mit uns“ mit).

Ja und dann begann wieder unser Weg, der eigentlich nur zu ein bisschen was zu Essen führen soll. Aber mit der Bezugsgruppe und der Bezugsgruppe der Bezugsgruppe wurde es ein denkwürdiger Abend. Irgendwer dachte auch ganz stark an J. denn unser Gang durch die Gemeinde wurde immer wieder von einem „HICKS“ unterbrochen, welches auch durch Erschrecken oder andere Mittel nicht zu bremsen war. Ob es Büttenwarder übrigens tatsächlich gibt, konnte bis heute nicht geklärt werden. Aber das nur so am Rande.

Das Gute ist ja, dass man die ganzen dummen Sprüche vergisst, aber trotzdem gibt es noch Berichtenswertes. So flog eine Bezugsgruppenbrille aufgrund eines rechten Schwingers von R. quer durch das Jolly. (R. behauptet zwar steif & fest, es seien maximal 70 cm gewesen , aber das wird sich im Nachhinein eh nicht beweisen lassen.) Der Fakt, dass eine eben noch ausgelassen hüpfende Menge sofort stehen bleibt und ganz ruhig nach dem Objekt sucht, das ist eben durch und durch St. Pauli. Keiner entzieht sich dieser Aufgabe und so konnte die Brille ohne größere Beschädigungen gefunden werden.

Ebenso St. Pauli ist es, dass man Cider beim Capo (ja in diesem Zusammenhang ist das Wort ausnahmsweise mal richtig) durch Zeichensprache bestellen kann. Und die Zeichen sind nur ein ausgestreckter Finger und ein 5 Euro Schein. Über die Auswirkungen von Cider am nächsten Tag wollen wir an dieser Stelle mal keine Worte verlieren.

Negativ auf die Stimmung wirkte sich ein bisschen aus, dass dem Ostblock diverse Fahnen geklaut wurden. Ganz ehrlich: Nun kommen immer diese „passt auf“, „verschliesst eure Fahnen“ oder „geht nicht auf den Kiez mit ihnen“ Ratschläge, aber da macht man die Opfer für ätzende, beschissene und einfach überflüssige Straftaten mit verantwortlich. Es ist zum Kotzen, es gehört auch nicht dazu und ist einfach nur scheiße. Umso wichtiger ist der Fahnenworkshop, alle hin da, Ersatz nähen.

Und dann kam wieder so ein Moment, wofür man die Bezugsgruppe einfach toll finden muss. Man wollte gehen, wurde von einem Gespräch aufgehalten und da kommt die Bezugsgruppe und will auch gehen. Und dann kommt der „auf ein Bier kommst du noch mit“ Satz. Und so wurde noch ein kubanisches Bier (lecker) klar gemacht.

Kurz vor 5 hatte das Bett einen dann wieder. Über den nächsten Tag reden wir nun lieber nicht. Formulieren wir es mal so: AUA!

Mit Dank an R. die dem Text so ein bisschen Deutsch beigebracht hat.

Es schrieben bisher noch…

Breitseiten Jens geht an den eigenen Ansprüchen ein bisschen kaputt…

Der Frittenbuddhist erzählt mit Bildern

Momo liebt sie alle (zu Recht)

GGG sieht die Bruuunnssszeit gekommen. (Alter, wo hast du den Ölschinken denn her?)

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte

Moeliw sieht das Glück auf der Seite des tüchtigen…

Gröni bemüht dann noch das Phrasenschwein

FCUM A.D. war früh da…

Mrz 072013
 

Liebe Leser,

ihr kennt das. Es ist kalt und ungemütlich am Millerntor. Das Bier schmeckt irgendwie schal und auch der Platznachbar sah schon mal motivierter aus. Die 90 Minuten fließen dickflüssig dahin und die Kneipe nebenan wäre nun viel besser. Da unten verkrampfen unsere Jungs gegen den Tabellenletzten und irgendwann fällt das unverdiente, aber folgerichtige 0-1. Ihr verstummt.  Die Schneeflocken fallen und der Frühling ist auch schon wieder weg. Vokabeln wie „Aufbaugegner“ oder „wie immer gegen den Tabellenletzten“ wabern durch das Millerntor. Selbst der unermütliche Ultragesang klingt heute irgendwie hohl und unmotiviert und ihr verstummt.

 

Folge?

Vielleicht schießen unsere Jungs noch einen glücklichen Ausgleich, aber insgesamt bleibt der Tag unbefriedigend und wir haben den Tabellenletzten mal wieder motiviert. Vielleicht selbst zum späteren Klassenerhalt. Die Magie vergangener Tage scheint unerreichbar zu sein.

ABER NEIN!

Nein, liebe Leser, so wird es morgen nicht laufen. Und der Unterschied seid ihr. Weil ihr heute schon die Hustenpastillen bereit gelegt habt, jede Unterredung auf Arbeit für Heute und Morgen abgesagt habt und auch zu Hause nur das nötigste sprecht, bzw. auf schriftliche Kommunikation umgestiegen seid. Post It’s wirken da Wunder. 😉 Auch jeden Aufreger habt ihr vermieden, jede Tätigkeit, welche aufgestaute Emotionen ableiten kann, wird umgangen. Morgen früh werden dann noch mal die besten Szenen des Manuel Gräfe vom Köln Spiel geguckt. Natürlich mit der Verpflichtung ruhig und still sitzen zu bleiben.

Und dann geht ihr ans Millerntor, seht das Flutlicht leuchten. Tabellenletzter? Gebt uns Gegner keine Opfer! Kapitän Kalla führt seine Mannen auf den Platz, das Stadion explodiert, ihr explodiert, 90 Minuten fliegen alle Emotionen aus euch raus und Vokabeln wie „Aufbaugegner“ oder „Tabellenletzter“ verkriechen sich vor Angst in der hintersten Ecke des Stadions namens Gästeblock. Angesteckt vom Feuer der Tribüne rennen unsere Jungs und werden gewinnen.

Zu den Waffen, liebes Millerntor!

 

 

Mrz 052013
 

… wie sich die Veranstalter hinter dem Argument verstecken werden, dass beim Echo ja nur nach Verkaufszahlen nominiert wird und das ja alles gar nicht zu verhindern sei, dass nun FreiWild nominiert ist. Doch ist es sehr wohl. Wenn man Mut hätte sich deutsch-nationalistischen, chauvinistische Tendenzen wirklich wirksam entgegen zu stellen, anstatt sie zu dulden, zu verharmlosen und damit gesellschaftsfähig zu machen…


„Als “Die Ärzte”, “Mia” oder “Kraftklub” würde ich der ausrichtenden “Deutschen Phono-Akademie” ein gepflegtes “Go and fuck yourself” zuwerfen.“

Genauso verhalten wir uns allemal nun: Go fuck yourself, liebe „Deutsche Phono-Akademie“. Und liebe Berliner, wenn ihr diese Veranstaltung schon vor Jahren aus HH geklaut habt, dann geht nun hin und protestiert denen die Hölle heiß. Wir Hamburger hätten es gemacht.

Mrz 052013
 

oder

Netter Versuch Cattiva

Liebe Leser, wir leben ja beim FCSP im Scharaffenland und neigen daher auch dazu mit einer sehr hohen Arroganz auf andere Szenen herabzublicken. Dies muss vorab gesagt werden, wenn man sich mit der Stellungnahme der Cattiva zu UB 01 beschäftigen will. Verlinken möchten wir die trotzdem mal nicht, die kann sich jeder selber ergoogeln.

Natürlich – und ich glaube das muss man auch mal sagen – ist nicht jedes Cattiva Mitglied ein Nazi, das können wir auch gar nicht beurteilen. Vielleicht ist ja selbst gar kein Cattiva Mitglied Nazi. Und vielleicht haben sie auch bei allen geschilderten Vorfällen voll Recht? Vielleicht sind UB 01 auch nicht wirklich Engel? Trotzdem lässt die Stellungnahme der Cattiva mehr offen, als sie beantwortet.

Es ist das, was nicht gesagt wird. Cattiva geht inhaltlich nicht auf die Broschüre „Kurvenlage“ ein. Nein, man kann selbst sagen, sie tut aktiv gar nix. Die Broschüre „Kurvenlage“ enthält das Wort Cattiva, das verrät eine einfache Suche im Dokument und zwar zweimal. In dem Reader werden die mehr oder minder offen agierenden Neonazis im Stadion der Braunschweiger aufgezeigt. Geleugnet, dass es diese gibt, wird dies in der Stellungnahme nicht, es wird eigentlich gar nicht drauf eingegangen. Vielmehr versucht Cattiva das, was auch der Staat in seiner Repression gerne macht, die Konflikte als „Disco-Schubserei“ zu entpolitisieren. Das ein gezielter Angriff auf einen Treffpunkt nichts mit einer Discoschubserei gemein hat, sollte eigentlich jedem klar sein. Denn in diesem Zusammenhang taucht der Name Cattiva mal auf.

Überhaupt ist es spannend, dass sich die Gruppe, die folgendes über sich selber sagt (wörtliches Zitat): „selbstverständlich, […] dass wir eine antirassistische Grundhaltung an den Tag legen.“ Das von dieser antirassistischen Grundhaltung wenig übrig bleibt, wenn man anscheinend keine Probleme mit Rechtsradikalen in der eigenen Kurve hat und mit diesen im Notfall auch gemeinsame Sache macht, um die ungeliebten (und natürlich ganz unpolitisch gehassten) UB 01 aus der Kurve zu halten, sollte eigentlich jedem klar sein.

Das folgende Zitat ist so paradox, dass es eigentlich keiner Kommentierung mehr bedarf: „Ja, auch wir sind im Stadion sehr wohl politisch und uns unserer Verantwortung mehr als bewusst! Wir gehen deutlich gegen politische Äußerungen/Gesänge vor, tolerieren auch keinen politischen Extremismus und sehen es als selbstverständlich an, dass wir eine antirassistische Grundhaltung an den Tag legen.“

Ja was denn nun? Wenn man politisch ist, kann man nicht gegen politische Äußerungen vorgehen. Und wie soll es stimmen, dass man keinen politischen Extremismus duldet, wenn doch unwidersprochen von Nazis in der Fankurve seit Jahren die Rede ist? Ist das kein politischer Extremismus? Oder reicht das „der tut hier doch nix“? Müssen wir nicht sagen, wie gefährlich diese Duldung von vermeintlich ruhigen Nazis ist. Was hat Cattiva gegen die Anschuldigungen in der Broschüre zu sagen? Ist das auch alles „Disco-Schubserei“, wenn sich in der Kurve Mitglieder der NPD und freien Kameradschaften tummeln? Und wie kann man sich mit solchen Leuten so solidarisieren, wie es hier geschieht? Mal ganz davon ab, dass da die mehr als überholte Extremismustheorie drin ist.

Gelebter Antirassismus und eine antirassistische Grundhaltung hört eben nicht dort auf, wo man dafür sorgt, dass die ekligsten der ekligsten Gesänge verschwinden, er geht noch sehr viel weiter. Und er besteht insbesondere darin sich stark und deutlich von Rechtsradikalen zu distanzieren und diese in einer Kurve nicht zu tolerieren. All dies versäumt Cattiva in seiner Stellungnahme. Nichts ist gefährlicher, als die soziale Etablierung von Nazis durch Duldung. Er bleibt nämlich nur scheinbar ruhig. Und auch nur so lange, so lange er nicht Oberwasser hat.

Nein, wir verkennen nicht, dass dies nicht immer ganz einfach ist, gerade dort, wo man auf irgendwelche Testosteron Monster trifft. Aber dann hilft schweigen immer noch mehr, als sich solidarisieren. Es ist aber auch nicht weit her mit der Toleranz (was ja nicht mehr oder weniger als „erleiden“ heißt) bei unseren Stellungnehmern.

Cattiva schreibt weiter: „denn schließlich sollte jedem regelmäßigen Stadionbesucher klar sein, dass die Braunschweiger Fanszene ihr Motto „Eintracht in Vielfalt“ auch wirklich lebt. Es spielt im Stadion nämlich keine Rolle, welche Hautfarbe, welcher Nationalität, welchem Geschlecht oder welcher Religion man angehört – noch ob man Kutte, Ultrà, Hool oder einfach Eintracht-Fan ist. Man steht zusammen und unterstützt gemeinsam unsere Eintracht.“

Nun wollen wir ja gar nicht auf die problematische Einbeziehung von Hooligans in diesem Text eingehen. Das ist eine Sache in der sich ungefähr jede Kurve (inklusive unserer eigener) an die Nase fassen kann und das ist mal Thema für einen langen Blogbeitrag. Aber dieses Statement der Toleranz, welches nebenbei ein sehr politisches wäre, wird nicht wirklich ernst genommen. Denn man schreibt bereits vorher: „Es sollte zudem verständlich sein, dass wir alles andere als erfreut darüber sind, dass sich neuerdings rivalisierende Ultras u.a. aus Bremen und Hamburg/St. Pauli in der Nordkurve aufhalten. Hierbei sei der Form halber erwähnt, dass dies auch für alle anderen Ultras-Gruppen der Republik gilt, so sie nicht zu den bekannten Freunden gehören.“

Man könnte das auch verkürzen: Willst du Braunschweiger sein, lass dich nur mit unseren Freunden ein. Wohlgemerkt uns = Cattiva. Das alleine ist schon nicht mehr wirklich „Eintracht in Vielfalt“. Und was dann „alles andere als erfreut“ heißt, bleibt wahrscheinlich bewusst unklar. Deuten wir es mal als Toleranz und natürlich darf jeder seine Freunde haben, wo er möchte und ist trotzdem Braunschweiger und darf in die Kurve, oder Cattiva? Deutungsmacht ist nämlich Herrschaftsmacht und wenn diese Herrschaftsmacht nicht nur nach Freund/Feind Schemata funktioniert, sondern nebenbei zwar Probleme mit dem FCSP hat, aber nicht mit Nazis, dann ist sie alles, aber nicht antirassistisch.

In einem Seitengedanken sei hier mal angemerkt, dass diese Textpassage natürlich auch Ausfluss dessen ist, was man wohl „Ultraparadoxon“ nennen muss. Auf der einen Seite wird immer die „Freiheit für die Kurven“ gefordert und einer Vielfalt das Wort geredet, auf der anderen Seite werden knallharte Regeln für Fahnen, Freundschaften und Verhalten auferlegt und im Notfall auch per archaischem Faustrecht durchgesetzt. Aber das ist kein Braunschweiger Phänomen. Wo bitte ist dies nicht so?

Man könnte das auch alles kürzer fassen und sagen: Dann lasst den Worten doch einfach Taten folgen. Arrangiert euch mit UB 01, ihr müsst ja keine Freunde werden, aber die Kurve ist groß genug. Und schmeißt gemeinsam die Nazibrut vor die Tür. Das wäre gelebter Antirassismus. Viel Erfolg dabei.

(Mit Dank an das Lichterkarussell)

Nachtrag: Zwischenzeitlich haben auch UB 01 Stellung bezogen. Und wenn man das so liest, dann kann man den beiden Gruppen nur folgendes empfehlen: Bierkasten in die Mitte, mal ordentlich anbrüllen, danach Kriegsbeil begraben und gemeinsam Braunschweig ändern.

Mrz 042013
 

oder

11 mal 3 macht 3

Präskriptum

Liebe Leser, man soll ja eigentlich keine unverständlichen Überschriften benutzen und schon gar keine, die ein Insiderwitz sind. Und schon gar nicht, wenn der Witz auf ernsten politischen Themen beruht. Aber ab und zumal muss es doch sein. Mit einem lieben Gruß an einen hochgeschätzten Kollegen, dessen Bericht hier schon mal verlinkt sei. Was war sonst so in Aalen? Das erfahrt ihr jetzt.

Ach ja, wer irgendwas hier ernst nimmt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen…

Pack den Tiger in den Tank

Wenn der Wecker an einem Sonntag um 03:00 klingelt, dann kann man nur den braun-weißen Farben auswärts folgen. Der Blick auf das Handy zeigte, dass es 2/3 des Blogs in ihrem Urlaub gut geht und sie anscheinend ziemlich viel Spaß haben. Wortfetzen wie „kein Schlaf“ „25 Grad“ „Strand“ „es war Wahnsinn“ machen doch neugierig und garantieren für einen guten Blogeintrag, wenn die 2/3 wieder zu Hause sind.

Erstmal die Reisegruppe eingesammelt. Diesmal bestehend aus einem Hopper, einem Veteranen und einem Fanclubmitglied. Alle in den schwarzen Blitz gepackt und ab auf die Autobahn. Die um diese Uhrzeit an einem Sonntagmorgen echt unfassbar leer ist. Teilweise sahen wir für ca. 10 Minuten kein Auto. Zum Glück diesmal auch keinen Hasen, so dass wir problemlos die Meter machten. Unser Veteran war aber fest davon überzeugt, dass um 11 Uhr die Absage des Spieles kommen würde, war ihm das doch letztens auf einer Hoppingtour passiert „für drei vier Krümel auf dem Platz“. Die Alternativpläne waren schon gemacht, so dass die Tour nie umsonst gewesen wäre.

Aber in Aalen empfing uns die Sonne. Keine Spielabsage. Parkplatz gefunden und erstmal die Polizei bewundert. „AHS“ und dann eine Nummer auf dem Rücken. Zyniker übersetzten das „AHS“ ja gleich mit „Adolf Hitler Schwadron“, aber so weit wollen wir natürlich nicht gehen. Auf ein zugehauchtes „Morgen“ reagierten sie auch mit einem freundlichen Lächeln und schon waren wir auf dem Weg in Richtung Stadt. Um vor dem Heimblock unseren Oberhooligan zu treffen, der scheinbar die Sonne genoss, aber eigentlich Ausschau nach Gegnern hielt. Das gefiel unserem Veteranen, der meinte, er brauche keine Lederhandschuhe, er habe das Blut seiner Opfer gerne an den Händen.

Der Hopper wollte unbedingt einen Pin, ich mein Autofahrerbier und das Fanclubmitglied war insgesamt unentschlossen. So ging man getrennte Wege. Ich ging mal nach den Rechten gucken, aber außer drei Jugendlichen, die im Wettbewerb „Deutschland sucht den bösen Blick“ versuchten mitzumachen, traf ich eigentlich keinen einzigen Heimfan. Also auch nicht die sympathischen Jungs aus der Kurve.

Bemerkenswert aber, dass der 1. FC Heidenheim ungefähr 200 m weg vom Stadion Werbung macht. Und diese Werbung unbeschadet war. Das ist Baden-Württemberg. Hier ist die Welt noch in Ordnung.

Da bekommt man mit dem Triahoschi auch noch ein gezapftes Bier im Glas in einem Cafe an einem Spieltag, obwohl man gefährlicher Fußballfan ist. Die Sonne war warm, das Bier kalt. Wenn doch dieses blöde Autofahren nicht wäre, dann wären hier jetzt ein zwei Bier mehr vernichtet worden. Aber so blieb man brav und als die Ufftas kamen, schloss man sich denen an und ging in Richtung Stadion.

Wie es sich gehört relativ weit hinten mit einem geschätzten Kollegen. Bisschen rumgealbert und festgestellt, dass im Hinblick auf die Besorgung von Karten fordern und faul eine ganz schlechte Kombi ist. Und gerade als man da so seiner Wege ging, erhielt man auch ein Foto geschickt, welches eine grinsende Person vor dem eigenen Auto zeigte. Siehe an, da hatte doch noch ein Teil der Bezugsgruppe spontan den weiten Weg angetreten.

Sowieso ist es immer wieder schön die ganzen bekannten Gesichter zu sehen. Und wenn selbst Ex-Köche, immer noch Elefanten und Paupis den weiten bzw. sehr nahen Weg „45 Minuten, inklusive Parkplatz suchen…“ antreten, dann ist der Tag schon toll bevor das Spiel begonnen hat.

Im Block dann die übliche Mischung aus Allesfahrern und örtlichen Paulis. Sorry Leute, es mag echt viele Exilisten geben, die echt gut drauf sind, die ihr altes „Trulsen“ Trikot inklusive kleiner strahlender Tochter in den Gästeblock bringen, aber Typen, die 90 Minuten nicht den Mund aufbekommen, sich aber über den Vorsänger aufregen, die null Emotionen zeigen und eigentlich nur durch „besoffen“ auffallen, die sollten das Spiel lieber in der Kneipe gucken. Ja beides erlebt und der Nervfaktor des Negativen löscht beinah wieder die Erinnerung an das seelig lächelnde Kind aus. Schade eigentlich.

Ach Vorsänger. Da tun Stadionverbote wirklich weh, denn obwohl der junge Mann sich echt Mühe gibt, muss man sagen, dass unser „normaler“ Vorsänger meinen Ton besser trifft und mich mehr motiviert. Trotzdem: Hohes Lob an jeden, der sich da auf dem Zaun abmüht die Massen in Bewegung zu bringen. In der Sonne nach unendlicher Fahrt gibt es angenehmere Jobs. Nun ja, egal. Heißer brüllen ist Auswärts Pflicht. Schon gerade bei einem solchen Spiel. Dazu sei mal ein morgendlicher SMS Dialog zitiert: „Oh Mann… heute is‘ wichtich!“ „… Ja […] heute ist richtig wichtig. Aber ich befürchte das weiß Aalen auch.“

Unser Einsiedler wusste von früheren Besuchen in Aalen noch zu berichten, dass es auch hinter der Heimkurve Anti-Naziaufkleber gab. Das scheint nun diesem ekligem unpolitischem gewichen zu sein, in dem ein „Reichsstaat Aalen“ natürlich nur ein Bezug auf das Mittelalter ist. Echt sympathisch. Und wer ein „Nazi Schweine“ mit „Scheiß St. Pauli“ beantwortet, der hat mehr gesagt, als er eigentlich sagen will, denn er ist doch unpolitisch.

Aber eigentlich wäre doch so ein „Weltstadt Hamburg – Reichsstadt Aalen“ Freundschaftsschal mit hinten drauf „Wir sind halt so“ ganz schnafte, oder? Unser Padawan beschloss auch schon sein Studium lieber in Aalen als in Hamburg zu beginne und die Fanfreundschaft aufzubauen.

Stadion und Gästeblock ziemlich voll. Es ist interessant zu beobachten, wie viele bekannte Hamburger Leute sich freiwillig direkt an den Zaun stellen. Eine Position in der man Null vom Spiel mitbekommt, aufgrund der Banner und der Werbebanden. Letztendlich 1.300 Kilometer zurück zu legen um nicht wirklich Fußball gesehen zu haben, wäre meines nicht wirklich. Aber gut, jedem seine Art des Fußballgenusses.

Anders muss man da wohl bei dem Genuss von Alkohol denken, denn welchen Zustand einige Leute schon wieder (!) an den Tag legten, machte einem wirklich Sorge. Das sieht zu regelmäßig und zu viel aus. Leute: Seid bitte vorsichtig mit dem Zeug. So lecker das Bierchen ist, das ist eine beschissene Droge. Man kann als mehr oder minder Fremder nix unterstellen, aber hinterfragt euch mal selber, ob jedes Spiel komplett breit wirklich so gesund ist. Das gleiche gilt mit den verbreiteten Spielereien mit so weißem Pulver, welches durch die Nase gezogen wird. Leute, das macht ziemlich schnell kaputt. So nun hatten wir also wieder unseren Straight Edge Moment des Tages.

Das der Baden-Württemberger aber doch so ein Revoluzzer im Geiste ist, sieht man ja nicht nur daran, dass die Grüne wählen, sondern auch daran, dass hier im Halbzeitgewinnspiel Platz 13 in Reihe 12 gewinnt. Rein zufällig natürlich. Aber wie so oft, lässt der Revoluzzer im Geiste hier die Faust in der Tasche und gießt lieber seinen Garten.

Wichtig ist auf dem Platz. Und da spielte unsere „Notelf“ doch sehr verhalten. Ja, man kann den Jungs das Bemühen nicht absprechen, aber das Risiko und das schnelle Umschalten vermeiden die Jungs einfach zu häufig. Da fehlt es irgendwo an der Freiheit im Kopf und an der Mut. Angst frisst halt Seelen auf. Im offensiven Mittelfeld fehlt uns einfach ein Spieler, der mal mit ein oder zwei Kontakten den steilen Pass versucht und so Überraschungsmomente schafft. Selbst so technisch eigentlich versierte Spieler wie Gyau oder Gogia versuchen dies viel zu selten, bzw. nie. Gyau ist sowieso so ein Fall für einen riesigen Seufzer. Unheimlich schnell, eigentlich auch technisch versiert, aber immer wieder läuft das Spiel an ihm vorbei und es scheint, als träume er. Gerade im Verteidigen bleibt er zu häufig stehen und noch häufiger als die anderen beiden in der offensiven Dreierkette. Da besteht bei allem Bemühen noch Optimierungsbedarf. Und diesen soll man ja gerade im Sieg ansprechen.

Ein Sieg, der zwei Faktoren geschuldet war. Faktor 1: Tschauner und die Überheblichkeit von Aalen im Torabschluss. Gerade die eine Szene in der Tschauner noch auf der Linie rettet wäre mit einem Torabschluss, der einfach nur „rein in die Maschen“ gewesen wäre, nicht möglich gewesen. Aber der Spieler wollte es schön und lässig machen. Das geht nicht in Liga 2. Faktor 2: Der magische Günni (Streisand-Effekt, kennt ihr, oder?). Ball selber zu Tschauner klären, Ball von Tschauner zurück bekommen, übers Feld spazieren, gefoult werden (vom Block aus gesehen: klarer Elfer, wer guckt schon Fernsehen?), Elfmeter reinhauen. So etwas nennt man im Eishockey „unassisted“. Schade, dass man solche Spieler nicht für die nächsten 10 Jahre verpflichten kann. Der Junge hat Qualitäten, die nur wenige Spieler haben. So blieb das 11. Tor durch die Nummer 11 per 11er einfach nur ein schöner Dreier.

Was einfach gefällt ist Emotion. Spieler, die Emotionen zeigen, die gefallen. Und wenn Schachten nach Schlusspfiff am liebsten in den Block gesprungen wäre und jeden Fan umarmt hätte, dann weiß man, dass der Junge FCSP ist bzw. wird. Da siehst du einen Spieler, der für sich UND den Verein gewinnen wollte. Da kann der noch so Grütze spielen, das will man sehen.

Ja an die Truppe von Kapitän Kalla kann man glauben. Man hat wieder das Gefühl dort eine Mannschaft zu sehen. Eine Mannschaft, die jung, unerfahren und ungeschliffen ist. Aber an der man so langsam Struktur erkennen kann. Und die mit Kalla, Funk (könne wir den bitte verlängern?), Tschauner, Schachten, Thorandt eine Führungsgruppe bekommt. Wir wollen dem Kollegen Metalust ja gar nicht widersprechen: Aber junge Spieler ohne Gesicht sind das auch nicht. Vielleicht sind sie einfach nur still und heimlicher.

Feiern am Zaun und schön, dass nicht nur Schachten, sondern auch einige andere ihr Trikot gaben. Liebe Spieler: Das bedeutet so vielen Leuten wirklich etwas. Und ist in einer solchen Situation genau richtig. Ebenso das Abklatschen am Zaun. Traut euch, Jungs. Wir Fans beißen nicht.

Nach dem Auswärtssieg hat Gott ja noch die Rückfahrt gelegt. Auf dieser hatte dann Dr. (Namen von der Redaktion geändert) noch einen kleinen physikalischen Test versucht. Kann man bis nach Hause mit heißer Luft im Tank fahren. Kann man nicht, aber da das ganze schnell behoben war, bleibt das eine lustige Anekdote. Und wie immer gilt: Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. Wir haben ja aber ihren Mitfahrer im Verdacht, dass der das Zeug aus dem Tank direkt gesoffen hat.

Der Rest sind Stories vom Hoppen, falsches Mitpfeifen von Musik und ein Fanclubmitglied, welches schläft, während sein Zweitverein gewinnt. Nur die Frage ob nun Charleroi oder Sinsheim, die konnte bis zuletzt nicht geklärt werden.

Nun also Regensburg. Tabellenletzer. Wir haben da ja so unsere Erfahrungen. Dazu der nächste Dialog: „Klar. Es wäre ein typisches magisches Spiel, das wir verlieren. Aber das wird einfach nicht passieren.“ „Das ist endlich mal eine klare Ansage.“ „Klar. Larifari bringt uns nicht weiter.“

In diesem Sinne: Roaren wir Regensburg am Freitagabend weg. Aux Armes!

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