Mrz 122013
 

oder

Einlasssystem revisited

Vorwort

Liebe Leser, bereits vor gut 1,5 Jahren haben wir uns mit dem kommenden Einlasssystem auf elektronischer Basis in einem Artikel auseinandergesetzt. Anlass war damals eine Präsentation des Vereines vor Fans. Nun 1,5 Jahre später verkündet der Verein, er werde dieses System nun einführen.

Und wir haben mal wieder was zu nörgeln. Wie soll es anders sein?

Man verzeihe die Benutzung von „der Verein“ als Kurzform für „die kommerziellen Bereiche des Gebildes FC St. Pauli e.V. und seiner Tochtergesellschaften“. Der Verein sind natürlich weiterhin wir.

Servicegedanke?

Zwei Sachen vorab. Man lese bitte den alten Artikel zu diesem Thema durch. Wir wollen nicht alles noch mal wiederholen, weil das sonst zu doll wird.

Man kann sich nicht immer gegen alles Neue sträuben. Wir leben in einem kapitalistischen Wettbewerb und da sind Neuerungen beinah Pflicht. Man muss lange überlegen, ob und wie man eine Kritik an solchen Neuerungen formuliert. Trotzdem wollen – und müssen – wir sie hier etwas schärfer formulieren, denn wenn man sich den alten Artikel durchgelesen hat und ihn mit der neuen Pressemitteilung vergleicht, dann stellt man eines fest: Keine der damals aufgeworfenen Fragen und Probleme ist beantwortet worden. Der Verein weiß schon, warum er auf Farce Nr. 2 = eine neue Informationsveranstaltung verzichtet hat.

Machen wir uns nichts vor. Der Kapitalismus lebt insbesondere auch von Neuerungen, welche den Gewinn optimieren und die Kosten minimieren. Die Frage ist immer nur: Muss ich dies bis zum letzten ausreizen? Und muss ich insbesondere bei denen sparen, die sowieso schon ganz unten in der Nahrungskette des Kapitalismus leben?

Der Verein schreibt, es stünde der Servicegedanke im Vordergrund und dies sind natürlich auch die großen Vorteile eines solchen Systems. Verlustersatz und nichtkörperlicher Tausch sind wirkliche Vorteile eines solchen Systems und dies auch für einen Kunden. Dieser Print at Home Kram mag Vorteile bergen, da kennen wir uns nicht so aus. Mag bequemer sein.

Aber glaubt ihr dem Verein, dass der Servicegedanke im Vordergrund steht? Service am Kunden leistet dieser Verein ja selbst dann nicht, wenn er offensichtlich Einnahmen liegen lässt. Das beste Beispiel ist doch ein Clubheim, welches auch nach 6 Jahren seiner Existenz nicht Kundenorientiert arbeitet und von einer fanseitigen AG geprügelt werden muss, sich seinen potentiellen Kunden zu öffen. Und bei dem Gesaufe beim FCSP geht es hier um ordentliche Einnahmeausfälle, die dem Verein definitiv fehlen. Ein Verein, der Kartenschalter nach Spielen schließt und so den Impulskauf „Oh nächstes Spiel muss ich hier aber wieder her, das war so geil heute“ damit unterbindet? Nur zwei sehr offensichtliche Beispiele, wo der Verein Serviceleistungen nicht definiert bekommt, obwohl ihm diese richtig Geld einspielen würden. Wir sind wieder bei den fehlenden Visionen des Vereins, die wir schon auf der JHV hatten.

Kurz: Nette Aussage, aber glaubwürdig ist etwas anderes. Man kann eher vermuten, dass die Rechnung „neue Einnahmequelle“ und „weniger Ordner“ eher zu lukrativ war. Liegt die Vermutung eigentlich sehr fern, dass die Einführung eines solchen Systems auch im Eventim Vertrag belohnt wird? Immerhin sparen die ja auch durch „Print at Home“ Geld, welches sie garantiert nicht an den Kunden zurückgeben.

Exkurs: Es wäre nebenbei toll, wenn man den ganzen Mist endlich ohne irgendwelche Dienstleister durchführen könnte, die in ihrem Oligopol einfach nur nervig und teuer sind. Visionen, Herr Meeske, Visionen. Und eine Vision wäre, dass der FCSP alle Rechte bei sich hat und alle Recht selber ausübt. In voller Konsequenz. Exkurs Ende

Nun kommen wir mal zurück auf den alten Artikel. Und erinnern uns daran, was wir damals gesagt haben. Daten sind Vertrauenssache. Ich gebe meine Daten am liebsten der Institution, die mein Vertrauen in sie stärkt. Dies tut man am besten mit zwei Dingen: Transparenz und klarer Sprache!

Wenn man diese beiden Parameter ansetzt, dann muss man Folgendes fragen: Sind die Datenschutzbedenken ausgelöscht? Klare Sprache? Was schreibt der Verein:

„Bedenken, die es bisher zum Thema Datenschutz gab, konnten insofern beseitigt werden, dass lediglich die Daten verwendet werden, die prüfen, ob eine Karte gültig ist oder nicht und ob eine Ermäßigung vorliegt oder nicht. Alle Daten werden zudem auf einem hauseigenen Server abgelegt, die separat nach der Abwicklung eines Spiels gelöscht werden. Personenbezogene Daten werden entsprechend nicht ausgewertet. Allgemeine Daten, die helfen den Service zu verbessern (z.B. wie viele Personen nutzen welchen Einlass), werden natürlich verwendet.“

Weitergehende Fragen nach einem Datenschutzkonzept, einem Datenschutzbeauftragten, nach der Verhinderung von Hackermöglichkeiten werden lieber nicht beantwortet. Auch welche Daten genau gesammelt werden, da hält sich der Verein bedeckt. Alleine die Nummer einer Karte ist personenbezogen, denn sie kann mit allen Personendaten verknüpft werden. Wann ist ein Spiel abgewickelt? Der Verein schreibt zum Thema Ermäßigung auch: „Darüber hinaus kann künftig sichergestellt werden, ob eine Karte überhaupt gültig ist oder nicht und ob eine Ermäßigung berechtigt ist oder nicht.“ Um zu prüfen, ob eine Ermäßigung berechtigt ist, muss ich Daten mit einer Person verknüpfen.

Kurz: Klare Sprache? Transparenz? Nicht vorhanden. Blicken wir noch mal auf den alten Artikel zurück und die damals schon kritisierten AGB. Bisher sind diese nicht geändert. Werden diese geändert? Oder will der Verein bewusst einen Widerspruch eingehen? Und wie ist diese Datenlöschung gegenüber Eventim abgesichert. Die würden diese Daten nämlich garantiert gerne haben. Z.B. Target Marketing „Sie kommen immer spät zum FCSP Spiel, wollen sie nicht lieber einen bequemen Sitzplatz nehmen, anstatt einen unbequemen Stehplatz?“.

Es bleibt aber noch an einer anderen Stelle Unbehagen. Man kann in einem solchen System Karten sperren und die Verhinderung des Schwarzmarktes (und des organisierten Graumarktes) ist garantiert aller Ehren wert. Neben den bereits im ersten Artikel beschriebenen rechtlichen Problemen, wird aber auch nicht geklärt, wer die Sperrkompetenz für welchen Fall hat. Darf sich Daniel Bierhoff dann zum Schnell-Ehrenrat aufschwingen? Gerade wenn es um z.B. ausstehende Mitgliedsbeiträge geht.

Das ganze Unbehagen wird noch dadurch verstärkt, dass es anscheinend keine Zustimmung von Fanvertretern zu diesem Schritt in der jetzigen Form gibt. Denn die Formulierung „Nach Rücksprache mit diversen Vereinsgremien, Fanvertretern und Institutionen hat man sich zu diesem Schritt entschieden.“ setzt gerade eine Zustimmung nicht voraus.

Was bleibt denn von den Serviceleistungen übrig? Ob der Einlass mit einer Maschine wirklich schneller wird, das wird sich zeigen. Tauschbörse und Kartenersatz sind halt die großen Vorteile, es bleibt aber die entscheidende Frage: Was kostet der Scheiss? Und wenn ein Tausch weiterhin 20 % des Kartenpreises kosten soll und der Ersatz einer Karte 25 Euro, dann ist der Service gleich wieder durch unangemessene Gebühren entwertet. Dass der Verein sich hier in Schweigen hüllt, spricht Bände. Mal ganz davon ab, dass es sinnvoller wäre EINE Tauschbörse GEMEINSAM mit der AFM zu organisieren. Organisationsvorschlag: Moderate Gebühr für Nicht-Vereinsmitglieder, gebührenfrei für Vereinsmitglieder. Würde wieder Mitglieder in den Verein bringen und damit längerfristig Geld in das Gebilde spülen. Wahrscheinlich selbst mehr Geld, als eine parallele Struktur. Und die Liquidität der Tauschbörse würde auch erhöht werden. Und mit Tommy hätte man gleich einen erfahrenen Meister, der Kartenorganisation ab von Kommerz kann. Herr Meeske, Herr Gunkel, arbeiten sie dran.

Mrz 122013
 

Liebe Leser,

ich bin ja immer noch auf dem Trip in Hamburg einen Marathon laufen zu wollen. Das Ziel bleibt irgendwie unter 5 Stunden zu bleiben. Dafür kämpfe ich mich immer noch durch einen Trainingsplan, den dankenswerterweise der Mättz aufgestellt hat. Nun hatte ich euch regelmäßige Berichte versprochen und daher nun der zweite Bericht meiner Trainingszeit.

Viel geändert hat sich zu dem ersten Bericht aus dieser Serie nicht. Der 4. Lauf in einer Woche fällt mir äußerst schwer. Ich schaffe es zwar viermal die Woche Sport zu treiben, aber fünfmal wird in meinem engen Lebensplan genau einmal zu viel. So fehlen mir auch immer ein paar Kilometer zu dem Wochensoll. Mal sehen, ob und wie sich dies letztendlich rächt.

Das Grundschema bleibt erhalten, so dass Dienstags immer die Intervalle lauern. Diese mussten aufgrund von Knöchelproblemen einmal ausfallen, aber ansonsten gehen die komplett problemlos von der Hand. Das Lauftraining am Donnerstag ist sowieso über jeden Zweifel erhaben.

Bleibt der lange Lauf. Da steht im Trainingsplan was von „Endbeschleunigung“, das kann ich bisher komplett knicken. Ich bin froh, wenn ich überhaupt irgendwie auf Kilometer komme und hinten raus nicht vollkommen einbreche. So war der lange Lauf am 24.02. eine einzige Quälerei. Es lag auch noch leicht Matschschnee und so kam eigentlich kein Kilometer unter die 7:20er Marke. Wenn man bedenkt, dass man 7:06 für einen Kilometer brauchen muss, um 5 Stunden zu laufen, dann war das sehr langsam. Der Magen wollte auch nicht und so quälte ich mich zu 26,91 Kilometern in 3:39. Da kommt dann doch ein bisschen Frust auf.

Nun ja, dann kam der Knöchel und die Woche war von Vorsicht geprägt. Aber schon am 02.03. ging es auf den nächsten langen Lauf. Und siehe da. 12 Minuten weniger Zeit, aber 27,02 Kilometer. Und bis Kilometer 23 blieben die einzelnen Kilometer unter 8:00. Klar, dass ist immer noch nicht das gewünschte Tempo, aber es ging doch schon sehr viel leichter von der Hand.

Am Mittwoch (statt Dienstag) danach standen 7×1.000 Meter in 5:30 bis 6:00 auf dem Programm und da konnte man sehen, wie stark das Wetter eine Rolle spielt. Im besten Frühlingssonnenschein einfach mal die kurze Hose ausgepackt und erstmal losgelaufen. Der Blick auf die Uhr nach 600 Meter gefühlt lockerem Lauf zeigte eine 6:02, so dass erstmal die Handbremse angezogen wurde. Die Intervalle an sich kein Problem, die meisten selbst unter 5:30, nur die letzten beiden in 5:3 und 5:42 etwas langsamer. Letzteres aber auch durch eine Anstieg am Ende des Intervalles.

Der Frühling ging wieder, es kam wieder Schnee und es stand der nächste lange Lauf an. Der Sonntag begann erstmal mit einer unangenehmen Überraschung, denn es war beinah nicht an Laufen zu denken. Zum Glück war man zum Schweinehund killen bereits verabredet, so dass ich mich in den Stadtpark kämpfte, um dort Kilometer zu machen. Erstmal 9 Kilometer alleine, wobei der letzte dieser Kilometer ganz ordentlich schnell wurde, damit ich rechtzeitig am Treffpunkt bin. Dort dann mit A. getroffen und mit ihr zwei Runden gelaufen. Der angenehme Nebeneffekt eines Laufpartners ist, dass man weder langsamer wird, noch wirklich über die Widrigkeiten nachdenkt. Man sabbelt und läuft. Da stört auch tiefer (oder festgetretener rutschiger) Schnee nicht wirklich. So ging es bis Kilometer 18 gut von der Hand und die Pace pendelte gut um die im Marathon gewünschten 7:06. Nur Kilometer 18 und 19 waren etwas zu langsam. Und als man sich dann verabschiedet habe, traf ich die Bloggerkollegin, die ebenso am lang laufen war und so wurden auch die letzten 5 Kilometer in Rennpace absolviert. Und siehe da, erneut wurde der lange Lauf schneller und meine Muskeln fühlten sich auch ganz okay an. Leider wollte irgendwann der Knöchel auf dem schwierigen Geläuf nicht mehr so 100 % und da war eher Vorsicht angesagt. Daher lieber nach 24,29 Kilometern das ganze beendet, anstatt hier irgendwelche Risiken einzugehen.

Mal sehen, wie es weiter geht. Die langen Läufe müssen noch schneller und gleichmäßiger werden, aber das wird hoffentlich in den letzten 6 Wochen der Fall sein. 4 Wochen davon sind volle Trainingswochen und als Generalprobe ist der Hochbrückenlauf in Kiel schon gebucht. Wenn der gut klappt, dann klappt auch Hamburg.

Ich werde berichten.