Mrz 292013
 

Have you grown up; Or given up; It really doesn’t matter; ‚Cause you don’t give a fuck; You haven’t lost your convictions; There were never any there Spermbirds – Only a phase

Liebe Leser, nachdem gestern schon mal kurz die Luft raus musste, kommen wir zur Sachebene zurück und wollen uns etwas länger mit der Argumentation von Sven auseinandersetzen. Erneut kritisieren wir, dass es der Kommunikationsmaschine des FCSP nicht gelingt, diese Aussagen offiziell über Homepage und/oder offizielle Social Media Plattformen zu verbreiten. Nein, vielmehr agiert Sven erneut im Forum semioffiziell als Alleinkämpfer. Lieber Verein: Kommunizier mit uns! Streite mit uns! Sei interaktiv! Schweigen ist das falsche Mittel.

Was aber nun sagt Sven? Damit der Leser der Kontroversen folgen kann, kopieren wir den Volltext. Auch, wenn es nicht die feine Art ist. Orginal ist hier zu finden.

Beginn Zitat

„Moin, nur mal kurz, bevor hier noch die krudesten Verschwörungstheorien über Ostern aufblühen:

– Nee, ist natürlich kein Aprilscherz, das mit den Wunderkerzen (unten dazu mehr)

– Hat zeitlich null mit der Verteilung der Knicklichter und der Choreo zu tun. Die Wunderkerzennummer und die entsprechende Kommunikation mit DFB etc. poppte erst in den letzten beiden Tagen auf

– Das Verteilen der Knicklichter durch einen Sponsor ist mit den Organisatoren der Choreo abgesprochen. Hatten beide ca. zeitgleich angefragt und im Gespräch war das beiderseits kein Problem.

Das also bitte voneinander trennen.

Wunderkerzen: Diskussionwürdiges Thema, klar. Die Argumentationslinie derer, die das nun kritisieren ist die Folgende: Wenn Leute nicht nur eine Wunderkerze in der Hand halten sondern ein ganzes Bündel, entwickeln sich ähnliche Hitzeherde wie bei anderen Pyroteilen und entsprechend hoch ist dann die Gefahr für Verbrennungen, beschädigte Kleidung, entzündetes Material oder Ähnliches. Das zweite Argument ist: Wenn man jetzt die kleinen Wunderkerzen erlaubt, kommen im nächsten Schritt die großen, bunten, ggf. tropfenden Teile (Ihr erinnert Euch, damals, gegengerade?). Drittesw Argument: Geworfene Wunderkerzen, auch Gefahr.

Leider, und das muss man bei einer vernümftigen und faktenorientierten Diskussion bei aler verständlichen Empörung auch sehen, gab es all das von mir zitierte auch am Millerntor schon. Allein beim letzten Wunderkerzeneinsatz in der Süd (müsste das Regensburg Spiel gewesen sein), wurden sowohl ganze Bündel Kerzen angesteckt als auch welche in den Inneraum geworfen. Da die Hamburger Feuerwehr von ihrem Standpunkt ene hervorragende Sicht hat, wird ihnen das nicht verborgen geblieben sein…

Ebenfalls, auch das muss man einfach zur Kenntnis nehmen, hat es hier im Stadion vor Jahren bereits einmal einen Falle gegeben, als ein ca. 10 jähriger Junge unten am Zaun der Nord stehend eine brennende geworfene Wunderkerze in den Nacken bekam und fette Brandverletzungen erlitt. Ich war selbst mit einem Spielar am nächsten Tag im Kinderkrankenhaus. Soviel zu den Fakten. Kann man alles lächerlich finden, übertrieben etc., versteh ich ja, aber bitte nun anhand dieser Fakten weiter diskutieren. Ganz rein rechtlich gesehen ist die Lage eh klar: Da sind Wunderkerzen per definition Pyrotechnik und kein Veranstalter kann diese genehmigen ohne nicht in böse Haftungsgefahr zu geraten oder wie eben jetzt gegen Statuten zu verstoßen und aleine deshalb belangt zu werden (Ihr wisst ja, verhaltensunabhängige Haftung und so…). Ich habe bisher noch von keinem Fall gehört, dass ein Verein wg. Wunderkerzen eine Strafe kassiert hat. Aber bis vor einem Jahr gabs auch noch keine bundesweiten SVs nach einem Hallenturnier. Ich würde mir also wünschen, dass nicht schon wieder der FC als Versuchskaninchen herhalten muss

Liebe Grüße

Sven

Zitat eins Ende

Zitat zwei

„Ääh, nicht ich habe argumentiert. Ich habe die Argumente zitiert, die uns so mitgeteiltt wurden. Plus einige Fakten aus dem Stadion. Wie man das Ganze zusammenfügt mit Dingen wie „allgemeines Lebensrisiko“, „Treppen als Stolperfallen“,“geschnippte Kippen“ und Ähnliches ist eine ganz andere Frage. OK? Ich weiß nur eins: Wens am Montag brennt wie Sau, haben wir wieder ne schöne neue Baustelle. Super, war ja auch zu lange schön angenehm ruhig hier…

Unser Kommentar:

Wir fangen von hinten an: “ Ich weiß nur eins: Wenns am Montag brennt wie Sau, haben wir wieder ne schöne neue Baustelle. “ Ruhe, lieber Sven ist kein Zustand, der erstrebenswert ist. Wenn wir bedenken, welche Baustellen wir im Verein hatten, um Wilhelm Koch aus dem Stadionnamen zu bekommen, um den Sportdome zu verhindern und um den status quo des FCSP zu erarbeiten, dann ist dieses Argument beinahe nur peinlich. Ja, man kann sich fragen, ob Wunderkerzen diese Aufruhr wert sind. Kann man wirklich. Es geht ja erstmal „nur“ um Wunderkerzen und nicht um gravierendere Dinge, aber das Argument nun keine „Baustelle“ haben zu wollen, ist einfach nur daneben. Die Herrschenden wollen immer Ruhe. Man, Sven, hast du auf den Chaos Tagen Hannover auch so argumentiert? „Ne, wenn wir morgen wieder saufen, dann haben wir wieder eine neue Baustelle…“. Bitte Sven, das ist kein Argument.

Zu dem Argument mit dem unsachgemäßen Gebrauch und den schon verletzten Personen: Das ist auf den ersten Blick nicht von der Hand zu weisen. Jedoch: Dann verhält sich der Verein äußerst fahrlässig und komplett widersprüchlich, wenn erst eine Anweisung vom DFB zu einem Verbot führt und er es nicht schafft nach den ganzen Spielen in letzter Zeit diese Problematik von sich aus anzusprechen. Das ist entweder in sich nicht schlüssig oder hasenpfotig. Es ist eben etwas anderes, zu sagen: Leute, sorry, ist aus unserer Sicht zu gefährlich (siehe konkrete Beispiele) oder darauf zu warten, dass der DFB kommt. Vermutlich fehlte hier (wieder?) der „Arsch in der Hose“ (wie der Lichterkarussell Kollege twitterte), von sich aus diese Diskussion mit den Fans zu führen…. Nein, lieber FCSP, Kommunikation ist nicht nur wohlfühlen und Weitergabe von DFB Anordnungen, es ist mehr. Es kann auch mal weh tun. Aber dann ohne DFB und Polizei, sondern „wir regeln das untereinander“. Mal ganz davon ab: Sven, wenn immer die Fans schuld sind, warum verbietest du die dann nicht endlich mal? Sie scheinen ja all die Probleme zu verursachen.

Abgesehen davon, dass Sven ja selber richtig schreibt: Was ist eigentlich mit den Gefahren von Alkohol? Wer über die Jahre beim FCSP ist, der weiß, wie viele Leute vom Alkohol zerfressen wurden. Der Verein wird sich jetzt auf allgemeines Lebensrisiko und blabla berufen. Aber schön weiter Astra hypen, das ist gekonnte Doppelmoral.

Was ist mit eisglatten Stufen? Und auch da ist konkret etwas passiert. Fällt das Spiel bei entsprechendem Wetter das nächste Mal aus? Garantiert nicht! Böse Zungen munkeln, dass so etwas beim DFB nun gar nicht gerne gesehen wird. Auch hier: gekonnte Doppelmoral

Nebenbei Sven: Dass Passivrauchen derbe gefährlich ist, ist wissenschaftlich bewiesen. Trotzdem darf in der Kneipe, die ein (anderer) Verein betreibt in dem auch du eine leitende Position hast, weiterhin geraucht werden. Und in der Enge habe ich auch schon eine hübsche Brandblase von einer Zigarette davon getragen. Erneut: Doppelmoral

Es sind eben nicht „andere Fragen“, sondern alle spielen eine Rolle in ein und dem selben Feld: Was ist eigentlich in einer Menschenmenge normales Risiko und was ist überhöhtes und damit zu verbietendes Risiko? Nebenbei: Da kann man auch eine sehr gute Grenze zu Pyro sehen.

Dass diese Argumentation natürlich per se absurd ist, sei mal nebenbei erwähnt, denn man kann den Menschen nicht in Watte packen. Ihn in Watte zu packen, heißt auch ihn zu entmündigen und das wäre keine freie Gesellschaft mehr. Diktaturen fangen nämlich auch damit an, dass man es gut meint. Daher: Das Leben ist gefährlich! Nein, falsch: Es ist sogar tödlich. Selbst der Erlöser der hier vorherrschenden Religion musste erst sterben, bevor er auferstand.

Die Haftung als Veranstalter: Kann man zivilrechtlich selbst voll und ganz nachvollziehen. Komisch aber auch erneut, dass dies beim Aue Spiel keine Rolle spielte (Verkehrssicherungspflicht!) und der Verein es nicht schafft, dies von sich aus anzusprechen. Mal ganz davon ab, ob hier wirklich eine Veranstalterhaftung besteht. Aber wir lassen jetzt mal seitenlange juristische Argumentationen.

Und dann möchte man Sven einfach nur mit dem Arsch ins Gesicht springen: “ Ganz rein rechtlich gesehen ist die Lage eh klar: Da sind Wunderkerzen per definition Pyrotechnik und kein Veranstalter kann diese genehmigen ohne nicht in böse Haftungsgefahr zu geraten oder wie eben jetzt gegen Statuten zu verstoßen und aleine deshalb belangt zu werden (Ihr wisst ja, verhaltensunabhängige Haftung und so…). Ich habe bisher noch von keinem Fall gehört, dass ein Verein wg. Wunderkerzen eine Strafe kassiert hat. Aber bis vor einem Jahr gabs auch noch keine bundesweiten SVs nach einem Hallenturnier. Ich würde mir also wünschen, dass nicht schon wieder der FC als Versuchskaninchen herhalten muss “

Oh doch, genau das wollen wir. Dass der Verein ein Versuchskaninchen ist, dass er gegen den DFB vorgeht, dass er sich gegen Urteile wehrt, dass er rebellisch ist, dass er aneckt. Denn das, was Sven hier als „rein rechtlich“ bezeichnet, ist nichts anderes als die Definition des DFB. Denn anders als richtige Bengalos fällt eine Wunderkerze nicht unter das Sprengstoffgesetz (bzw. ist in diesem nicht verboten; verkürzt gesagt, wen das genauer interessiert, wir haben mal ein Posting von @mduellberg angehängt, wo er das genauer juristisch aufdröselt). Und, dass der DFB unsinnige Regeln aufstellt, die mit purer Willkür angewendet werden, das wissen alle, die diesen Blog häufiger lesen. Man kann nur hoffen, dass der Verein bei einer großen Wunderkerzenshow nicht auch noch auf die Idee kommt, Strafen auf Verursacher umzulegen. Auf dieses zivilrechtliche Risiko eines jeden Einzelnen sei aber hingewiesen.

In diesem Sinne: Frohe und glühende Ostern, ihr Versuchshasen

Hier das versprochene Posting:

„Meinen ersten Eindruck hatte ich oben bereits geschrieben. Und geändert hat sich seither nichts, außer vielleicht der Erkenntnis, dass da offensichtlich jemand keine Ahnung hat und das sind (einmal mehr) nicht diejenigen, die diesen Aufruf kritisieren. Zumindest bleibt bis Montag die sanfte Hoffnung, dass es sich hier um einen ziemlich dummen Aprilscherz handelt. Nun, um es gleich vorwerg zu nehmen: Wunderkerzen sind aufgrund der chemischen reaktion pauschal nicht unbedingt minder gefährlich als andere Dinge. Oder aber die anderen Dinge sind weniger gefährlich als ihr Ruf, aber das wäre eine andere Geschichte. Wunderkerzen sind Pyrotechnik! Als sog. Kleinstfeuerwerk (sofern sie nicht länger als 30 cm sind und keine überdurchschnittliche Brenndauer entfalten) unterfallen sie nach den Ausführungen des Sprengstoffgesetzes und der dazu ergangenen Sprengstoffverordnung der Kategorie 1. Das sagt zumindest das zuständige Bundesamt für Materialforschung und -prüfung. Als solches Kleinstfeuerwerk darf man die Dinger kaufen, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, auf der Straße oder im Laden, solange man nur Alt genug (12) ist. Und nicht nur das, nein, man darf sie auch abbrennen und zwar einfach so, wie sie einem in die Hand kommen. So kann man es zumindest mit etwas Mühe dem Sprengstoffrecht entnehmen, oder einfach hier (http://www.polizei.bayern.de/news/presse/aktuell/index.html/170178

der Polizei in Bayern glauben, die nun wirklich nicht gerade für mangelndes Sicherheitsbewusstsein bekannt ist. Man kann natürlich auch beim BAM direkt nachschlagen (http://www.bam.de/de/index.htm

Und das soll nun also verboten sein. Klar, ein Verein kann seine Hausordnung dahingehend auslegen und schon wäre es tatsächlich verboten, selbst wenn es auf Druck des DFB geschähe. Auch Sicherheitserwägungen können – einen begründeten Anlass vorausgesetzt – ein Verbot rechtfertigen. Was aber erhofft sich eben der DFB nun genau davon? Wunderkerzen sah ich zuletzt zahlreich auf Bochums Haupttribüne. Nun ja. Sitzen mag fürn Arsch sein aber so besteht zumindest die Chance, das Klatschpappenpublikum auch noch zu kriminalisieren. Angesichts dessen ist das Eingangsstatement richtig. Ein Verein, der so einen Murks widerspruchslos hinnimmt muss auf einem äußerst komischen Weg sein. Wie, wenn nicht vor dem Hintergrund der zunächst stärkeren Argumente, will man denn künftig überhaupt noch auf Augenhöhe mit einem Verband diskutieren und dabei bestenfalls sogar eigenen Interessen (zu denen auch die der eigenen Fans zählen) durchsetzen? Und das im eigenen (!) vielgelobten Stadion? Fragen über Fragen. Wie dem aber auch sei: Gehen wir mal von einem Aprilscherz aus. Alles andere wäre wohl der nächste Schnitt in ein ohnehin schon völlig zerfetztes Tischtuch.

Auch lesenswert und mit einem anderen Blick auf die Story. Das Lichterkarussell.

Nachtrag: Noch mal Sven im Forum. Lassen wir jetzt mal so stehen.

Mrz 282013
 

Erster Blick: Datum? 01.04.? Nein! Okay, es ist kein Aprilscherz.

Der FCSP verbietet für das Spiel am Montag (ah, das ist der 01.04.) ausdrücklich Wunderkerzen. Mit dem schönen Satz „dass es sich auch bei Wunderkerzen um Pyrotechnik handelt.“ wird auf die angebliche Gefahr durch Wunderkerzen hingewiesen und das auch schon der DFB guckt und das Spiel unter besonderer Beobachtung steht.

Mal wieder zeigt der Verein, dass es mit „non established“ nicht weit her ist. Wenn eine Obrigkeit was sagt, dann wird sich auf die Knie geworfen und im vorauseilenden Gehorsam jeder noch so absurde Wunsch erfüllt. Das es hier mitnichten um vielleicht vorhandene Gefahren für die Zuschauer geht, zeigt doch alleine das Aue Spiel, wo weder die Stufen des Stadions noch die Wege zum Stadion verkehrssicher waren. Mehrere Geschichten von Knochenbrüchen erreichten uns. Natürlich kann man sich an einer Wunderkerze die Finger verbrennen. Man kann auch im Straßenverkehr tödlich verunglücken (leider gerade konkret bei einem Spiel passiert) oder sich an einem Feuerzeug die Finger verbrennen, an einer Zigarette selbst noch viel besser.

Nur man kann Mensch nicht vor allen Gefahren schützen. Und mit einem Gefahrschützwahn stirbt auch Kreativität, Rebellentum und Wildnis. Alles das, was den Verein auszeichnet.

Lieber Verein: Die richtige Antwort an den DFB wäre folgende gewesen: „Sehr geehrte Damen und Herren, wenn unsere Fans Wunderkerzen abbrennen wollen, dann tun sie dieses. Und wenn es ihnen nicht passt, dann bestrafen sie uns. Wir sehen uns dann vor dem Landgericht Hamburg, wo wir mit jeglichen uns zur Verfügung stehenden Mitteln klagen werden. Mit freundlichen Grüßen ihr FCSP.“ Kopie an die Feuerwehr und gut ist. (Wir verweisen hier auch auf die unzähligen Beiträge zum Thema „Strafen durch den DFB, der DFB hat schlichtweg kein Recht hier irgendwelche Strafen zu erlassen.)

Alternativ würden wir dazu raten die neue Werbekampagne weg von „Rabauken“ „non established“ „Piraten“ „Kiezimage“ hin in Richtung „Vorort“ „Bausparen“ „Gartenzwerge“ (die Karo-Family war mal wieder ihrer Zeit voraus) und „Spießertum“ zu lenken.

Aber eigentlich muss man ja froh sein, dass man Feuerzeuge, Zigaretten, Fahnen (Schlag- und Wurfwerkzeug und auch noch eventuell scharfkantig), Schuhe (WURFGESCHOSS, fragt mal Georg Bush) und anderes mitbringen darf. Glasbrillen? Verbieten! Die Scherben! Argh! Gefahren!!!!

Es grüßen desillisioniert die vom

Magischen FC

PS: Der DFB verbietet wohl selbst Schokohasen

PPS: Das Jolly Roger auf Facebook: „Cool wenn es dafür eine Strafe gibt, können wir gleich Bengalos nehmen“ Recht haben sie.

 

 

 

Mrz 242013
 

Liebe Leser,

ein Freund des Blogs sucht eine neue Bleibe. Wer twittert, kennt den jungen Mann unter @sanktpony und Twitter kann euch bestätigen, dass er ein Guter ist. Hier also sein Gesuch:

„“Suche ab Mai /Juni neue Bleibe in HH. Hier die Details:

/ Lage: Die üblichen Verdächtigen. Altstadt, Altona, (Bahrenfeld,) Eimsbüttel, Harvestehude, Hoheluft, Neustadt, Ottensen, Rotherbaum, Sternschanze, St. Georg, St. Pauli.
/ Zimmer: Gerne zwei.
/ Knete: bis 700 Euro inkl. NK.
/ Sonstiges: Keine Nachtspeicherheizung.

Alternativ suche ich nach einer neuen Wohnung für eine neue WG:
/ Lage: Siehe oben.
/ Zimmer: Mindestens drei.
/ Größe: min. ca. 65-70 qm.
/ Knete: bis 1.200 Euro inkl. NK.
/ Sonstiges: Keine Nachtspeicherheizung.“

 

Vielleicht weiß ja jemand was. Kann sich gerne dann auch bei uns melden, wir leiten das dann weiter.

 

 

Mrz 242013
 

Liebe Leser,

fünf Mal gab es dieses Wochenende die Möglichkeit den Film „Blut muss fließen“ anzusehen und da die regulären vier Veranstaltungen komplett ausverkauft waren, wurde eine fünfte eingerichtet. Auch bei dieser blieb kein Stuhl leer.
Wenn man bedenkt, dass die Macher des Filmes über Jahre keine Finanzierung bekommen haben, weil das Projekt keinen interessiert hat, dann kann man nur hoffen, dass der eine oder andere Euro bei den Machern hängen bleibt und sie so für ihre Arbeit zumindest das Minimum an finanzieller Anerkennung erhalten.

Was zeigt uns „Blut muss fließen“ eigentlich? Inhalt sind Undercover-Aufnahmen von Neonazi-Konzerten (der verharmlosende Name „Rechtsrock-Konzerte“ passt irgendwie nicht), bei denen Besucher und Bands deutlich Straftaten verüben (Hitlergruß zeigen etc.) und über die Texte zu Hass und Gewalttaten aufrufen. Der Film versucht das Ganze in einen politischen Kontext zu setzen und zeigt auch die Ignoranz seitens der Politik und Behörden. Er setzt dagegen Positivbeispiele, wie sich „Zivilgesellschaft“ und die Polizei gegen Konzerte zur Wehr setzen.

„Blut muss fließen“ beschäftigt sich im Wesentlichen mit Konzerten mit Bands aus dem an Oi-Punk angelehnten Rechtsrock und zeigt nur kurz einen Ausflug in den Black Metal. Vergessen sollte man dabei nicht, dass Neonazis sich auch weiteren Musikformen bedienen, auf die hier aber nicht weiter eingegangen wird. Ebenso werden Lieder nicht direkt eingespielt, sodass „die Kraft“, die diese Musik transportieren kann nicht zwingend deutlich wird. Nicht zu Unrecht mekte ein Zuschauer eben dieses Defizit an – der schrabbelige Lärm, der bei den Undercove-Aufnahmen zu hören ist, wirkt eher abschreckend als einnehmend und verharmlost zuweilen durch seine schiere Lächerlichkeit.

Quelle: Facebook/ Blut.muss.fliessen

Quelle: Facebook/ Blut.muss.fliessen


Wenn man einen Kritikpunkt finden will an diesem Film, dann ist es die Verdichtung auf 60 Minuten, die einen detaillierten Blick auf Hintergründe und Strukturen nicht leisten kann und daher bei kurzen Anrissen stecken bleibt. Der Film schwankt, nicht immer treffsicher, zwischen der Präsentation schockierender Eindrücke und der Einbettung in den politischen Kontext. Zwangsläufig muss er hier ein wenig scheitern.

Trotzdem sind die Aufnahmen beeindruckend und das Schockierende ist, was sich für „normale“ Leute auf solchen Konzerten rumtreiben – oder, wie es der Regisseur ausdrückte, wie weit das in die Mitte der Gesellschaft kommt. Da steht der harmlos aussehende Jugendliche in Alltagsklamotten neben dem Schrank im „Division 28“-Shirt. Auch wird gezeigt, dass „auf dem platten Land“ für Jugendliche nahezu keine Alternativen geboten werden und die Nazis oftmals viel zu leichtes Spiel haben.

Alles in Allem ist „Blut muss fließen“ ein wichtiger Film, der nur durch den lebensbedrohlichen Einsatz von Thomas Kuban und die couragierte Arbeit eines vorbildlichen Teams zustande gekommen ist. Handwerklich scheint uns das Werk nicht perfekt, aber der Beitrag, den „Blut muss fließen“ für die antifaschistische Aufklärungsarbeit leistet, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Mrz 232013
 

Liebe Leser,

ein paar kurze Worte zum gestrigen Fahnenbasteln:

Der Zeckensalon rief und beachtliche 70 braun-weiße Bastler kamen, um unter der fachkundigen Anleitung von @frau_hansen und @radaula das Fahnennähen zu erlernen und gleich praktisch in die Tat umzusetzen.
Es ist sehr positiv anzumerken, dass der Verein dafür das Clubheim zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Bau der Südkurve waren solche Veranstaltungen ja nahezu nie möglich, weil die Service GmbH auf unsinnige Mieten bestand und ja sowieso der Meinung war, dass das Clubheim ständig fremdvermietet würde.

Nun endlich ist ein Fan-Event im Clubheim möglich geworden. Das Clubheim glänzte auch durch sehr annehmbare Preise und kann so hoffentlich wieder ein Anlaufpunkt werden. Schade, dass a) im gesamten Bereich geraucht wurde [Laura findet die Anmerkung doof, ich nicht. Also 2 gegen 19 und b) man die Küche nicht nutzte. Eine zum Viertel passende Karte würde garantiert noch mehr Leute in den Laden bringen. Aber das Clubheim ist auf dem richtigen Weg und für solche Veranstaltungen ein richtig guter Ort.

Junge Menschen werden wieder an die Handarbeit herangeführt ;-)

Junge Menschen werden wieder an die Handarbeit herangeführt 😉

Super auch, dass vom FCSR Spenden beisteuerte, sodass reichlich Material vorhanden war. Auf diese Weise entstanden eine ganze Menge Fahnen, die nun hoffentlich überall im Stadion jedes Spiel zu sehen sein werden. Und vielleicht sind ja auch Leute auf den Geschmack gekommen, nun zu Hause ihre Nähmaschine anzuwerfen und in die Manufraktur einzusteigen. Muss ja nicht immer alles nur der Ostblock machen.
Für ein buntes Stadion.

Mrz 202013
 

Vorwort

Liebe Leser, dankenswerterweise hat uns Beli vom gestrigen Partizan Minsk Abend einen Gastbericht überlassen, den hier jetzt lesen sollt, könnt, dürft:

wie ich jeglichen Respekt vor Frau Holle verlor

Gegen 15:00 Uhr war es dann amtlich: die im Rahmen der Partizan Minsk Tour geplante Begegnung gegen unsere 4. Herren würde wetterbedingt nicht angepfiffen werden. Schade! Gerade auch vor dem Hintergrund, dass sicherlich noch ein paar Leute mehr zu der Infoveranstaltung im Knust gekommen wären, die aber dennoch recht ordentlich besucht war.

Nach einem Foto auf den gestalteten Treppen begann mit einer leichten Verspätung auf Grund einer verschwundenen Busladung an Leuten oder Material oder Leuten und Material auch die eigentliche Veranstaltung.

USP begrüßte die Gäste und gab dann die Moderation an einen Babelsberger ab, der fließend Deutsch und Weißrussisch sprach. Auf Seiten von Partizan Minsk stellten sich drei Mitglieder, hierunter auch der Präsident(?), nebst Übersetzer den neugierigen Zuhörern.

Einleitend gab es einen kurzen allgemeinen Abriss über die politische Entwicklung des Landes seit der Präsidentschaft von Aljaksandr Lukaschenka (laut Wikipedia korrekt Anmerkung des Onlinestellers) und deren unmittelbare Auswirkung auf den Verein im Speziellen. In diesem Zusammenhang wurde u.a. über die Verhängung von Auflagen, nach deren Erfüllung (durch Fans und Spieler) der Verein entgegen anderslautenden Zusagen trotzdem veräußert werden sollte, staatliche Willkür und die Streichung finanzieller Mittel berichtet.

Der interessanteste Part des Gesprächs war sicherlich der Einblick in das aktive Leben des Vereins. Die Erläuterungen zu der internen Organisation sowie den Beweggründen für die aktive Unterstützung eines antifaschistischen und antirassistischen Vereins trotz der Schwierigkeiten, die diese mit sich bringt, stießen auf offene Ohren. Die Tatsache, dass die Nazis des Lokalrivalen Dynamo Minsk in den letzten Straßenkämpfen immer den Kürzeren gezogen haben, erntete sogar Szenenapplaus.

Selbstverständlich wurde auch das Stadionerlebnis (diese Vokabel, furchtbar!) thematisiert. Choreos und Gesänge sind auf den Rängen sind durch diverse Verbote quasi unmöglich. Um pünktlich ins Stadion zu gelangen, empfiehlt es sich, ca. 2 Stunden vor Spielbeginn am Stadion zu sein, da alle Banner, Schals, Fahnen, etc. genauestens auf politische oder kritische Inhalte hin überprüft werden. Selbst das Singen von „You’ll never walk alone“ war lange Zeit verboten (oder ist es noch?), da es englischsprachig ist. Sämtliche politischen Aktionen, speziell jedoch antifaschistische, sind mit Repression verbunden. Umso höher ist wertzuschätzen, dass nicht längst die Wut der Resignation, der Mut der Angst gewichen ist.

Unter den Spieler selbst befinden sich nach Aussage der Vertreter von Partizan Minsk keine politischen Aktivisten, jedoch spricht die Tatsache, dass die Spieler ohne geregelten finanziellen Ausgleich spielen, natürlich eine eigene Sprache. Ansonsten besteht die Fanszene aus etwa 400-500 Organisierten. Aber auch Nicht-Fußballfans fühlen sich durch dessen antifaschistische und antirassistische Arbeit dem Verein und den Menschen darin verbunden und gruppieren sich entsprechend dazu.

Die Passage über die Finanzierung des Vereins, speziell auch bezogen auf den Einsatz der Gelder der laufenden Soli-Tour kann ich leider nicht mehr richtig wiedergeben. Und auch die Erläuterungen rund um den Wechsel der Sportstätte auf den Kunstrasenplatz einer Sportschule sind mir nur in Fragmenten noch im Ohr.

Generell gilt: Sollten hier Sachverhalte nicht oder nicht richtig wiedergegeben worden sein, bitten wir um Nachsicht. Die Akustik abseits der Bühne ist leider nicht optimal und dadurch, dass Fragen aus dem Publikum auf der Bühne nicht wiederholt, sondern direkt beantwortet wurden, erschloss sich manches nur aus dem Kontext…oder eben gar nicht. Und so sympathisch und bemüht der Übersetzer auf der Bühne auch war, so ging doch wahrscheinlich einiges an Inhalten durch die Grenzen des verfügbaren Vokabulars verloren. Schade, dass der oben bereits erwähnte Moderator erst bei den letzten Fragen bzw. Antworten als Übersetzer fungierte, aber auch so gab es durchaus interessante Einblicke in ein ganz anderes (Vereins)Leben als es die meisten von uns wahrscheinlich kennen.

Das eigentlich anstelle des Soli-Spiels anberaumte Kickerturnier fand dann auch nicht mehr statt (zumindest war das, was da am Tisch so zusammengekickert wurde, nicht wirklich als Turnier erkennbar), aber ein bisschen Merch gab es dann noch, so dass man letztlich mit neuem Kaffeebecher zufrieden den Weg nach Hause antrat.

Mrz 202013
 

Liebe Leser,

wir sind von USP Antirazzista gebeten worden für Ihre Veranstaltung im Fanladen am nächsten Dienstag, 19:30 Werbung zu machen und dies tun wir natürlich gerne. Es geht um den Tod von Oury Jalloh und dessen (Nicht-) Aufklärung.

Aber lest selber den Ankündigungstext von USP Antirazzista:

Infoveranstaltung Break the Silence- 26.03.13 – 19:30 Uhr – Fanladen

Vor über acht Jahren, am 7.1.2005, verbrannte der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Gewahrsamzelle der Polizeiwache in Dessau / Sachsen-Anhalt.
Bis heute ist ungeklärt, warum der damals 21-Jähirge aus Sierra Leone, der sich in einem gesundheitlich desolaten Zustand befand, zur Identitätsfeststellung inhaftiert wurde, wie es zu dem Brand in der Zelle kam und was in dieser Zelle wirklich geschah: Oury Jalloh war bei seinem Tod an Händen und Füßen gefesselt. Auch wurde erst zwei Tage nach dem Brand ein nahezu unbeschädigtes Feuerzeug gefunden, welches bei der Leibesvisitation nicht gefunden worden sei. Viele Indizien sprechen dafür, dass Oury Jalloh Opfer rassistischer Polizeigewalt wurde, so verschwanden die Videoaufzeichnungen der Zelle und die beteiligten Polizisten verwickelten sich immer wieder in Widersprüche.

In mehreren Prozessen wurden Polizisten, die zu Jallohs Tod Dienst hatten, der „Körperverletzung mit Todesfolge“ und „fahrlässigen Tötung“ angeklagt, aber erst im letzten Prozess 2012 wurde ein Polizist zu einer Geldstrafe (!) verurteilt.

Verteter_innen der Initiative Break the Silence – Initiative in Gedenken an Oury Jalloh  erläutern bei der Veranstaltung die erschreckenden Details der bereits gelaufenen Gerichtsverfahren und stellen ihre Arbeit und ihre Kampagne zur Finanzierung eines unabhängigen Brandgutachtens vor. Dieses Brandgutachten ist von großer Bedeutung für eine neues Verfahren und für die Klärung der Vorgänge in der Zelle. Nur so besteht Hoffnung, den Tod von Oury Jalloh in einer deutschen Polizeiwache aufzuklären.

Die Forderung kann nur lauten: Aufklärung – Gerechtigkeit – Entschädigung!

Kommt in euren Fanladen und beteilligt euch an der Diskussion! Break the Silence!

Ende des Textes.

 

Unterstützt sowieso allgemein die Arbeit von USP Antirazzista, welche u.a. großartige Flüchtlingsarbeit leisten.

Mrz 172013
 

oder

Die MoPo klaut

Vorwort

Liebe Leser, eigentlich könnte man die Fahrt sehr schnell und brutal zusammenfassen: Die Reise sehr nett, der Aufenthalt in Berlin eher nervig. Punkt

Aber ihr kennt das, irgendwie will man mehr schreiben, als ein Stenogramm in weniger als 140 Zeichen. Sonst würden wir ja nur twittern.

Ebbe 100 bitte

Gut, die Fahrt wie schon erwähnt sehr angenehm und sehr kurzweilig, aber nicht wirklich berichtenswert, wenn wir mal von einem eventuellen polizeilichem Foto absehen. Der Weg durch Berlin zur Alten Försterei (Liebster Curi0us, das ist eine Verkürzung, also bleibt es eine Alte Försterei, denn ganz heißt das Stadion „Stadion an der Alten Försterei“. You asked, we answered) ist mit „kompliziert“ nur unzureichend beschrieben. Irgendwie kurvt man durch die Stadt und das Zitat „Ich hatte nicht das Gefühl in Berlin zu sein“ von einem Mitfahrer fasste es schon gut zusammen.

So sieht es aus, wenn man erst arbeiten muss und dann zum Fußball fährt...

So sieht es aus, wenn man erst arbeiten muss und dann zum Fußball fährt…

Schnell einen Parkplatz gefunden und den Fußweg zum Stadion begonnen. (Wenn jemand Erfahrungswerte hat, wann man wohl kommen muss, um direkt an der Wuhlheide noch einen Parkplatz zu ergattern, möge er das doch mal preisgeben. 2 Stunden vor Spielbeginn war da jedenfalls nichts zu machen.) Offensichtliche Faschos oder ähnliches sind uns nicht über den Weg gelaufen, es gibt aber scheinbar trotzdem genügend, um später im Verlaufe des Tages noch Stress zu machen. Und irgendwie kam es immer wieder zu kleineren Stressmomenten. Sei es nun mit übereifriger Polizei, sei es mit irgendwelchen komischen Faschos.

Der Einlass bei Union ist und bleibt eine Katastrophe. Diesmal mit einer Vorkontrolle und dann mit einer Abtastorgie, die ihresgleichen sucht. Inklusive auspacken aller Sachen die man in Taschen oder Beuteln hat. Man war sich nicht zu schade, selbst in den Labello und die Packung mit den Pfefferminzbonbons einen Blick zu werfen. Und während ein Ordner freundlich dabei war, gab es auch Ordner, die „heute noch Action wollen“, sprich unfreundlich hoch zehn. Und die Mutantenordner hatten auch nix Besseres zu tun, als Leute, die Aufkleber auf der Treppe zum Block auspackten, diese auch noch abzunehmen.

Was diesen Verein ausmacht, sind ja die ganzen Irren, die es gibt. Und ein Vorsänger, der von hinten „bring mal drei Kirschen mit“ am Bierstand brüllt und sich dann überrascht freut, dass man es wirklich macht, ist schon mal Gold wert. Zitat: „Ich brauch jetzt zwei Gute, die auch nach dem Bier noch gerade gucken können.“

Was bei Union absolut gut ist, ist das Musikprogramm im Stadion. Wer SoaD mit irgendwelchen Ostklassikern mixt, der hat eigentlich schon gewonnen. Und dass dieser langhaarige Stadionsprecher sowieso irgendwie eine Type ist, muss nicht gesagt werden.

Offiziell war das Stadion ausverkauft, aber wenn man sich so umguckte, dann waren doch erhebliche Lücken auf der neuen Haupttribüne. So einen Scheiß wie Business Seats hat Union nun auch und natürlich kommen auch bei Union die Inhaber dieser Karten erst so 5 Minuten nach Wiederanpfiff zu Halbzeit 2. Was man nicht beurteilen kann, ist die Stimmung, wenn man im Ultrablock steht. 90 Minuten singen und hüpfen waren angesagt und im Ultrabereich war die Stimmung sehr gut. Ja liebe @liebtdi_ch, auch ein Ultrablock wogt auf und ab, aber meines wird das nicht mehr für jedes Spiel. Sehr geil aber die Jungs (waren nur solche), die auf dem Zwischengang 90 Minuten am Pogen waren. Ja, spielbezogen sieht anders aus, aber so ein komplett unsinniges Abdrehen macht auch richtig Spaß.

Auf dem Platz dann eine Aufstellung mit drei nominellen Sechsern, welche mit der Überschrift von einem Nebensteher beschrieben wurde. Und dann aus unserem Tweet von der MoPo für ihren Bericht geklaut wurde. Natürlich erstmal ohne Quellenangabe.

Und man muss es so sagen: Diese Aufstellung ging komplett schief. Frontzeck wollte keinen der beiden funktionierenden Sechser auf die Bank bringen und auch Boll bringen. Da lag diese Lösung vielleicht nah, aber sie funktionierte nicht. Von Beginn an bekamen die drei Sechser kein Zugriff im Mittelfeld und so konnte insbesondere Mattuschka tun und lassen, was er wollte. Und auch der Rest der Abwehr versuchte das Ganze dann auch noch körperlos zu spielen. So war das 1-0 und auch das 2-1 folgerichtig. In unzähligen Szenen kam unsere Abwehr immer wieder viel zu spät.

Nach der Pause dann plötzlich ein anderes Spiel und unsere Jungs nun endlich körperlich präsent. Und sofort schwamm Union und konnte nur noch vereinzelte Konter setzen. So war Schachtens 2-2 absolut verdient. Nur was jetzt passierte, war einfach komplett unverständlich. Von einer Minute zur anderen verloren unsere Jungs wieder jegliche Körperlichkeit und ließen sich durch ihr eigenes Tor vollkommen aus dem Konzept bringen. Das ist schon ein sehr besonderes Phänomen des FCSP, sich von eigenen Toren aus dem Konzept zu bringen. So konnte Union das Spiel wieder an sich ziehen, ohne wirklich hochschalten zu müssen. Und das 3-2, sowie das 4-2 fielen wieder, weil bei uns niemand in keiner Situation einfach mal einen umballert. Ja, das gibt dann vielleicht mal gelb oder rot, aber in Minute 83. haut man den Gegenspieler in Liga 2 eben einfach mal die Beine weg. Verdammt noch mal.

Nun ja, doofe, unnötige Niederlage. Das Spiel hätte man auch gewinnen können. Die Mannschaft kam zum Zaun, holte sich einen verdienten Applaus aus, leider bekam sich Ebbers mit irgendwem am Zaun in die Haare, so dass die verdiente Huldigung für seine 100 Tore etwas unterging. Schade, aber was da los war, ließ sich nicht erkennen.

Gut, Sachen zusammen packen und ab nach Hause. Und noch einen Auftrag erfüllen. Kiste Schultheiss kaufen. „Der trinkt auch Sterni“. Na gut, aber immerhin führte das zum Höhepunkt des Tages. Typ hinter uns in der Schlange: BFC Hoodie an und eine Jacke auf die hinten rot „Walhalla“ gestickt war. Da geht dann alles.

Es schrieben noch…

SIAMO TUTTI FC ST. PAULI hatte es etwas entspannter

Gröni gratuliert schon mal Ebbers

GGG berichtet live aus der Werkstatt

Gröni badet warm und kalt

Immerhin die Wurst hat der Breitseite geschmeckt.

Mrz 172013
 

Liebe Leser,
es begab sich zu einer Zeit, da überlegten sich zwei Drittel des Blogs, eine Reise ins Heilige Land anlässlich eines Couchsurfing-Rückbesuchs zu unternehmen. Die Flüge ergaben dann noch zweieinhalb Tage Istanbul am Ende der 15-tägigen Morgenlandfahrt. Von Tel Aviv (inkl. Spielbesuch Hapol Tel Aviv – MS Ashdod) über Jerusalem, das Tote Meer, Bethlehem, Tiberias am See Genezareth, Nazareth, Akko und Haifa ging es dann weiter an den Bosporus.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnverzichtbar: Klagemauer und Tempelberg in Jerusalem

Zwölf Tage durften wir eine unfassbare Vielfalt von Menschen, Kulturen und Religionen erleben. Was uns an Gastfreundschaft entgegengebracht wurde, lässt sich kaum in Worte fassen.

Einer der Höhepunkte gleich zu Beginn der Reise war der Besuch des Ligaspiels von Hapoel Tel Aviv gegen MS Ashdod. Von diesem möchten wir euch jetzt genauer berichten, ist ja schließlich ein Fußballblog.
Im Vorfeld schon hatten wir Kontakt zu den Jungs von Haadumim aufgenommen. Die Fangruppierung („Die Roten“) versucht – soweit wir das verstanden haben – durch Anteilskäufe den Club zu übernehmen, was bei der erfolgreichen Basketball-Abteilung bereits geklappt hat. Völlig selbstverständlich sagten die Haadumim-Leute zu, uns Karten für Gate 5, den Ultrà-Block des Vereins, zu organisieren. Was wir dann vor Ort erlebten, überstieg unsere Erwartungen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAStreetart in Tel Aviv

Es ist der 2. März und Schabbat, daher ruht der komplette öffentliche Nahverkehr in Tel Aviv. Erst mit Sonnenuntergang sollen wieder Busse fahren, doch wir sind eh gern zu Fuß unterwegs – auch wenn die nicht einmal hundertjährige Stadt nicht allzu viel Sehenswertes hergibt. Schöner ist der Stadtteil Jaffa (Yafo), in dem auch das Bloomfield-Stadion liegt, doch wir sind im Zentrum von Tel Aviv untergebracht und haben somit rund drei Kilometer per Pedes hinter uns.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Bloomfield-Stadion von außen…

Am Stadion kommen wir sehr früh an, denn die Anstoßzeit war nach MEZ ausgewiesen und unsere Haadumim-Kontaktleute sollten eigentlich auch früher vor Ort sein. Sei’s drum – so erleben wir noch indirekt mit, wie der dritte Verein der Stadt, Bnei Jehuda Tel Aviv, gegen Hapoel Be’er Sheva 1:0 gewinnt. Dass Schabbat ist, hindert offensichtlich keinen Spieler daran, seine Arbeit zu verrichten.

Die Orangen teilen sich mit Hapoel Tel Aviv und Maccabi das Stadion, was zumindest in dieser heutigen Konstellation wenig Probleme mit sich bringen soll. Ganz anders ist bekanntlich das Verhältnis zwischen Hapoel und Maccabi. Das schlimmste Derby des Landes wird gegen Beitar Jerusalem mit seiner offen rassistischen Gesinnung ausgetragen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA… und von innen

Endlich treffen nach einiger Zeit ein paar Rote am Bloomfield-Stadion ein, vereinzelt sind auch FCSP-Utensilien zu erkennen. Wir kommen schnell in Kontakt mit manchen Jungs (Mädels sind nur sehr wenig im UHTA-Block zu finden). Ein kurzes Bier in der Bar neben dem Stadion – Trinken auf der Straße ist in Israel verboten – dann geht es auch schon ins Getümmel.

Liebe UHTAs, wie auch immer ihr das geschafft habt – aber „Gate 5“ stand auf jeden Fall nicht auf unseren Tickets. Jedi-Gedankentricks sorgen ebenfalls dafür, dass wir FCSP-Aufkleber allen Regeln zum Trotz mit in den Block bekommen. Wir fühlen uns sehr geehrt!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAFröhliche UHTAs

Das Bloomfield-Stadion ist ein schmuckloser Bau, der mit sensationellen 14.413 Plätzen eines der kleineren UEFA-Elitestadien ist. Gate 5 wird dementsprechend von Klappsitzen gestört, die sich aber hervorragend zum Hüpfen eignen. Wir haben das letzte Heimspiel vor den Play-Offs der Saison erwischt, doch wirklich übervoll ist es nicht. Den umgewandelten Sitzplätzen entsprechend dürfen nicht so viele Gäste in die Stehplatzblöcke, wie eigentlich möglich wären.

Beachtlich die „Auswärtsschwäche“ von MS Ashdod. Gingen unsere Jungs noch von 200 Mitgereisten aus der nicht einmal 40 Kilometer entfernten Stadt aus, sind tatsächlich nicht einmal 20 Ashdod-Fans im Gästeblock. Dabei hätte der Club durch einen Sieg sogar noch die Spitzengruppe für die Play-Offs erreichen können.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMäßig gefüllt, vor allem der Gästeblock

Zu sehen bekommen die wenigen Ashdod- und die zahlreichen Hapoel-Fans ein mäßiges Spiel. Wir kennen den israelischen Fußball nicht gut, doch insgesamt lässt sich der Spielverlauf etwa mit deutschem Zweitliga-Niveau vergleichen. Ashdod geht früh in Führung, der Ausgleich erfolgt per (schmeichelhaftem) Foulelfmeter kurz vor der Halbzeitpause. Insgesamt unternimmt Tel Aviv mehr fürs Spiel, wird aber nicht mehr belohnt. Es bleibt beim 1:1.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAYalla Hapoel, so viel können wir auch mitsingen!

Natürlich interessiert uns aber viel mehr als mäßiger Fußball – den kennen wir ja zu genüge von Daheim – wie die UHTAs ihren Club unterstützen. Wir könnten hier jetzt Wasser auf die Mühlen derer gießen, die sich am Ultrà-Dauer-Lalala stören. Doch andere Länder, andere Sitten, da will man nicht mit den Scheuklappen der eigenen Maßstäbe respektlos werden.

Festzuhalten bleibt: Die Hapoel-Ultras singen dauerhaft und lang. Es gibt Gesänge über mehrere Minuten, die wenig spielbezogen sind – beim Gegentor wurde man allerdings auf bemerkenswerte Art und Weise deutlich lauter. Spontaneität hat wenig Raum, dafür Leidenschaft und Energie. Wo wir können, singen wir mit, doch wer des Hebräischen nicht mächtig ist, belässt es beim lauten und knackig zusammengezogenen „Yalla Hapoel!“

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEine wohlverzierte Toilette in Jerusalem

OLYMPUS DIGITAL CAMERAZwischenzeitlich findet man immer Zeit für ein Gespräch. Wir erfahren an unserem ersten Tag in Israel bereits eine Menge Dinge über Land, Leute und Fußball. Viele der UHTAs sind interessiert und relativ gut informiert über die aktuelle Lage beim FCSP. Doch als wir, die wir uns mit braunweißen Utensilien unverkennbar als Hamburger outen, ein „Jo Digger, was gehtn?“ mit hebräischem Akzent vernehmen, überkommt uns schon ein kleiner Kulturschock. „Das ist XY, eine unserer Ultrà-Legenden, der war schon bei Sankt Pauli“, klärt man uns auf.

Die Jungs, bei denen wir stehen, sind sehr herzlich. Beide Seiten freuen sich wie Kinder über einen Schal-Tausch und Sticker, wir werden dazu mit frischgedruckten UHTA-T-Shirts beschenkt. B, G und O bieten an, jederzeit bei Fragen und Problemen in Israel zu helfen und hoffen, wie wir, auf ein baldiges Wiedersehen. Für uns steht fest: Der nächsten Gesandtschaft aus Tel Aviv wollen wir einen ebenso tollen Empfang bieten.

Auch wenn unser Besuch im Bloomfield-Stadion für sich genommen nicht zu toppen war, folgten noch etliche Erlebnisse in Israel, die uns den Atem raubten. Wir erlebten – nicht nur in der Altstadt von Jerusalem, sondern auch in zahllosen Gesprächen – welche teils absurden Ausprägungen die Religiosität in der Gesellschaft des zerrütteten Landes annimmt. Wer gerne seinen Haushalt auf koschere Küche umstellen möchte, frage uns jetzt um Rat.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIm Nachal Arugot bei En Gedi am Toten Meer

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Wir ließen uns von der Judäischen Wüste in ihren Bann ziehen und dümpelten auf dem Toten Meer. Wir feierten traditionell den Schabbat (inklusive Synagogenbesuch), aßen Fisch am See Genezareth und wandelten auf den Spuren der Kreuzfahrer. Abschließend überwältigte uns noch Istanbul mit seinen Bauwerken aus vergangenen Zeiten und herrlicher orientalischer Küche.

Ein seltener „Länderpunkt“, tolle Begegnungen mit spannenden Menschen, überwältigende Landschaften, imposante Bauwerke, schmerzende Füße und viel, viel Religion – wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Wir bedanken uns bei allen, die uns so viel (Gast-)Freundschaft entgegengebracht haben, auch wenn sie diese Zeilen wohl kaum lesen können. Wir versuchen es einmal mit einem einfachen „???? ??“ und freuen uns auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen – egal, in welchem Land.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIstanbul in der Abenddämmerung

Mrz 122013
 

oder

Einlasssystem revisited

Vorwort

Liebe Leser, bereits vor gut 1,5 Jahren haben wir uns mit dem kommenden Einlasssystem auf elektronischer Basis in einem Artikel auseinandergesetzt. Anlass war damals eine Präsentation des Vereines vor Fans. Nun 1,5 Jahre später verkündet der Verein, er werde dieses System nun einführen.

Und wir haben mal wieder was zu nörgeln. Wie soll es anders sein?

Man verzeihe die Benutzung von „der Verein“ als Kurzform für „die kommerziellen Bereiche des Gebildes FC St. Pauli e.V. und seiner Tochtergesellschaften“. Der Verein sind natürlich weiterhin wir.

Servicegedanke?

Zwei Sachen vorab. Man lese bitte den alten Artikel zu diesem Thema durch. Wir wollen nicht alles noch mal wiederholen, weil das sonst zu doll wird.

Man kann sich nicht immer gegen alles Neue sträuben. Wir leben in einem kapitalistischen Wettbewerb und da sind Neuerungen beinah Pflicht. Man muss lange überlegen, ob und wie man eine Kritik an solchen Neuerungen formuliert. Trotzdem wollen – und müssen – wir sie hier etwas schärfer formulieren, denn wenn man sich den alten Artikel durchgelesen hat und ihn mit der neuen Pressemitteilung vergleicht, dann stellt man eines fest: Keine der damals aufgeworfenen Fragen und Probleme ist beantwortet worden. Der Verein weiß schon, warum er auf Farce Nr. 2 = eine neue Informationsveranstaltung verzichtet hat.

Machen wir uns nichts vor. Der Kapitalismus lebt insbesondere auch von Neuerungen, welche den Gewinn optimieren und die Kosten minimieren. Die Frage ist immer nur: Muss ich dies bis zum letzten ausreizen? Und muss ich insbesondere bei denen sparen, die sowieso schon ganz unten in der Nahrungskette des Kapitalismus leben?

Der Verein schreibt, es stünde der Servicegedanke im Vordergrund und dies sind natürlich auch die großen Vorteile eines solchen Systems. Verlustersatz und nichtkörperlicher Tausch sind wirkliche Vorteile eines solchen Systems und dies auch für einen Kunden. Dieser Print at Home Kram mag Vorteile bergen, da kennen wir uns nicht so aus. Mag bequemer sein.

Aber glaubt ihr dem Verein, dass der Servicegedanke im Vordergrund steht? Service am Kunden leistet dieser Verein ja selbst dann nicht, wenn er offensichtlich Einnahmen liegen lässt. Das beste Beispiel ist doch ein Clubheim, welches auch nach 6 Jahren seiner Existenz nicht Kundenorientiert arbeitet und von einer fanseitigen AG geprügelt werden muss, sich seinen potentiellen Kunden zu öffen. Und bei dem Gesaufe beim FCSP geht es hier um ordentliche Einnahmeausfälle, die dem Verein definitiv fehlen. Ein Verein, der Kartenschalter nach Spielen schließt und so den Impulskauf „Oh nächstes Spiel muss ich hier aber wieder her, das war so geil heute“ damit unterbindet? Nur zwei sehr offensichtliche Beispiele, wo der Verein Serviceleistungen nicht definiert bekommt, obwohl ihm diese richtig Geld einspielen würden. Wir sind wieder bei den fehlenden Visionen des Vereins, die wir schon auf der JHV hatten.

Kurz: Nette Aussage, aber glaubwürdig ist etwas anderes. Man kann eher vermuten, dass die Rechnung „neue Einnahmequelle“ und „weniger Ordner“ eher zu lukrativ war. Liegt die Vermutung eigentlich sehr fern, dass die Einführung eines solchen Systems auch im Eventim Vertrag belohnt wird? Immerhin sparen die ja auch durch „Print at Home“ Geld, welches sie garantiert nicht an den Kunden zurückgeben.

Exkurs: Es wäre nebenbei toll, wenn man den ganzen Mist endlich ohne irgendwelche Dienstleister durchführen könnte, die in ihrem Oligopol einfach nur nervig und teuer sind. Visionen, Herr Meeske, Visionen. Und eine Vision wäre, dass der FCSP alle Rechte bei sich hat und alle Recht selber ausübt. In voller Konsequenz. Exkurs Ende

Nun kommen wir mal zurück auf den alten Artikel. Und erinnern uns daran, was wir damals gesagt haben. Daten sind Vertrauenssache. Ich gebe meine Daten am liebsten der Institution, die mein Vertrauen in sie stärkt. Dies tut man am besten mit zwei Dingen: Transparenz und klarer Sprache!

Wenn man diese beiden Parameter ansetzt, dann muss man Folgendes fragen: Sind die Datenschutzbedenken ausgelöscht? Klare Sprache? Was schreibt der Verein:

„Bedenken, die es bisher zum Thema Datenschutz gab, konnten insofern beseitigt werden, dass lediglich die Daten verwendet werden, die prüfen, ob eine Karte gültig ist oder nicht und ob eine Ermäßigung vorliegt oder nicht. Alle Daten werden zudem auf einem hauseigenen Server abgelegt, die separat nach der Abwicklung eines Spiels gelöscht werden. Personenbezogene Daten werden entsprechend nicht ausgewertet. Allgemeine Daten, die helfen den Service zu verbessern (z.B. wie viele Personen nutzen welchen Einlass), werden natürlich verwendet.“

Weitergehende Fragen nach einem Datenschutzkonzept, einem Datenschutzbeauftragten, nach der Verhinderung von Hackermöglichkeiten werden lieber nicht beantwortet. Auch welche Daten genau gesammelt werden, da hält sich der Verein bedeckt. Alleine die Nummer einer Karte ist personenbezogen, denn sie kann mit allen Personendaten verknüpft werden. Wann ist ein Spiel abgewickelt? Der Verein schreibt zum Thema Ermäßigung auch: „Darüber hinaus kann künftig sichergestellt werden, ob eine Karte überhaupt gültig ist oder nicht und ob eine Ermäßigung berechtigt ist oder nicht.“ Um zu prüfen, ob eine Ermäßigung berechtigt ist, muss ich Daten mit einer Person verknüpfen.

Kurz: Klare Sprache? Transparenz? Nicht vorhanden. Blicken wir noch mal auf den alten Artikel zurück und die damals schon kritisierten AGB. Bisher sind diese nicht geändert. Werden diese geändert? Oder will der Verein bewusst einen Widerspruch eingehen? Und wie ist diese Datenlöschung gegenüber Eventim abgesichert. Die würden diese Daten nämlich garantiert gerne haben. Z.B. Target Marketing „Sie kommen immer spät zum FCSP Spiel, wollen sie nicht lieber einen bequemen Sitzplatz nehmen, anstatt einen unbequemen Stehplatz?“.

Es bleibt aber noch an einer anderen Stelle Unbehagen. Man kann in einem solchen System Karten sperren und die Verhinderung des Schwarzmarktes (und des organisierten Graumarktes) ist garantiert aller Ehren wert. Neben den bereits im ersten Artikel beschriebenen rechtlichen Problemen, wird aber auch nicht geklärt, wer die Sperrkompetenz für welchen Fall hat. Darf sich Daniel Bierhoff dann zum Schnell-Ehrenrat aufschwingen? Gerade wenn es um z.B. ausstehende Mitgliedsbeiträge geht.

Das ganze Unbehagen wird noch dadurch verstärkt, dass es anscheinend keine Zustimmung von Fanvertretern zu diesem Schritt in der jetzigen Form gibt. Denn die Formulierung „Nach Rücksprache mit diversen Vereinsgremien, Fanvertretern und Institutionen hat man sich zu diesem Schritt entschieden.“ setzt gerade eine Zustimmung nicht voraus.

Was bleibt denn von den Serviceleistungen übrig? Ob der Einlass mit einer Maschine wirklich schneller wird, das wird sich zeigen. Tauschbörse und Kartenersatz sind halt die großen Vorteile, es bleibt aber die entscheidende Frage: Was kostet der Scheiss? Und wenn ein Tausch weiterhin 20 % des Kartenpreises kosten soll und der Ersatz einer Karte 25 Euro, dann ist der Service gleich wieder durch unangemessene Gebühren entwertet. Dass der Verein sich hier in Schweigen hüllt, spricht Bände. Mal ganz davon ab, dass es sinnvoller wäre EINE Tauschbörse GEMEINSAM mit der AFM zu organisieren. Organisationsvorschlag: Moderate Gebühr für Nicht-Vereinsmitglieder, gebührenfrei für Vereinsmitglieder. Würde wieder Mitglieder in den Verein bringen und damit längerfristig Geld in das Gebilde spülen. Wahrscheinlich selbst mehr Geld, als eine parallele Struktur. Und die Liquidität der Tauschbörse würde auch erhöht werden. Und mit Tommy hätte man gleich einen erfahrenen Meister, der Kartenorganisation ab von Kommerz kann. Herr Meeske, Herr Gunkel, arbeiten sie dran.