Feb 112013
 

oder

Hurra, das ganze Dorf war da…

Vorwort

Liebe Leser,

eigentlich kann man den Satz von Sebastian Schachten, den er den Fans übern Zaun rief, so als Bericht stehen lassen. Mehr ist dem Ganzen kaum hinzuzufügen, aber weil ihr uns so gerne lest 😉 verlieren wir doch noch ein paar kurze Worte zu dem gestrigen Tag.

Nun ja, der Tag begann eigentlich ganz gut. Die Busbesatzung von uns schlief ein paar Stündchen, die Autobesatzung auch noch ein bisschen. Erstes Lowlight war dann der suizidale Hase, der unbedingt meinte sein Leben an der Stoßstange der Autobesatzung beenden zu müssen. Zum Glück ist nix passiert, aber dieses Gefühl keine Chance zu haben, den Aufprall nicht vermeiden zu können und ihn doch gefühlte 30 Sekunden (in echt wahrscheinlich unter einer Sekunde) kommen zu sehen, ist kein schönes.

„Zum Glück“ ist Fahrern und Fahrzeug nichts schlimmeres passiert und sie konnten die Fahrt fortsetzen. Danach verlief die Autotour ereignisarm, aber das sass doch schon mal ordentlich. Kurzfristig dachten wir auch eine Karte verloren zu haben, aber die fand sich wieder an. Im Gegensatz dazu hatten zwei Mitfahrer das nach dem alten Prinzip „Nicht gut, dass wir nicht drüber gesprochen haben…“ gemacht und festgestellt, dass beide meinten, der andere kaufe sich eine Karte. Konnte aber alles vor Ort geregelt werden.

Sonst noch spannende Feststellungen: Das Hattenbacher Dreieck ist die Ausfahrt 88 auf der A7. Kann man nur hoffen, dass hier häufig Nazis und anderes Diskriminierungspack rechts in den Wald abbiegt. Ohne Bremsen.

In Hessen gibt es einen Ort, der Mücke heißt. Ob da jemand mit dem Namen Elefant wohnt?

Die Buscrew hatte eine unglaublich lustige und entspannte Hinfahrt, großen Dank an dieser Stelle an die Lieben vom Ostblock mit denen wir immer wieder gerne reisen. Auf einer Raststätte entfernte man klassischer Weise unliebsame Sticker und erschrak als Schicht für Schicht darunter neues Übel hervor blitzte.

Auch die Bahnfahrt hatte ihre Überraschungen, setzte sich doch ein Typ in einer Combat 18 Jacke seelenruhig neben die Reisegruppe und bedachte freundliche Aufforderungen doch nun ganz schnell ganz viel Land zu gewinnen nur mit einem freundlichen Schulterzucken. Typen gibt es.

Sandhausen. Eine Stadt ohne wirkliche Höhepunkte. Die – tankbedingt notwendige – Stadtrundfahrt zeigte nur die Volksschule von 1906 oder so ähnlich. Alles ganz nett, aber ohne Höhepunkte. Die Buscrew erlebte die Ankunft aufm Acker und war kurzfristig irritiert, hatte man doch kein Match, sondern ein Fußballspiel „gebucht“. Durch einen abenteuerlichen Spaziergang geleitet durch das unbändige Verlangen nach einem Weizenfrühstück gelangte man zur Vereinskneipe (lauschig, Pils 2,20€, was will man mehr?), lernte, dass es Fasching und nicht Karneval in Sandhausen heißt, dass der Sandhausener Spieler Nr 11 ganz gesprächige Eltern hat und das man von der Wirtin gelyncht wird, wenn man die heiligen Stühle anfässt, die für die Sandhausener reserviert waren. Der Marsch der Ultras von Sandhausen erwies sich dann auch als Marsch der mitgereisten FCSPler. Das Stadion? Erweiterter Dorfground, der aussieht wie aus einem Legobausatz.

FCSPler wurden auch problemlos hinein gelassen und insgesamt war den ganzen Tag nix von irgendeiner Aggression untereinander zu spüren. Früher hätte man so ein Spiel wohl mit vier schnauzbärtigen, grauhaarigen Polizisten gefahren, heutzutage fährt man trotzdem BFE und alles auf. Ergebnis? Die wollen auch beschäftigt sein und wollen die zu früh anwesenden Businsassen am liebsten im Wald einkesseln. Löste sich dann wohl doch alles irgendwann auf und man gelang (vorzeitig, wie oben erwähnt einfach durch den Wald) in das Clubheim, aber es war wieder so typisch.

Der Gästeblock dann flach und langgezogen und so sehr sich die Vorsänger bemühten, im Gästeblock ging so gut wie nix. Das ist jetzt einfach eine Feststellung ohne Schuldzuweisung. Nach dem 0-2 und der Feststellung, dass auch auf dem Platz gar nichts geht, stellte man die Bemühungen schlichtweg ein.

Zum sportlichen: Siehe Überschrift und Einleitung. Was wir nicht begreifen: Man kann einen bescheidenen Tag haben, man kann volle Elle mit dem falschen Fuß aufgestanden sein, aber wenn man von Minute 1 nicht kämpfen will, nicht für den Nebenmann fighten will, dann trägt man das falsche Trikot. Und da kann auch nicht von „Verunsicherung“ oder ähnlichem die Rede sein. Was an Kalla z.B. in der Vergangenheit gefiel: Scheißtag und trotzdem haute er sich immer wieder rein. Diese Qualität wurde gestern komplett vermisst. Und zwar bei allen auf dem Platz. Dennoch glauben wir, dass man dieser verdammt jungen Mannschaft weiterhin eine Chance geben sollte. Wir sind auch davon überzeugt, dass es Montag gegen Köln wieder ganz anders aussieht. Nur nicht panisch werden, aber doch ein bisschen sorgenvoll nach unten gucken. Da die beste Mischung auf dem Platz und auf den Rängen zu finden, ist schwer.

Mehr will wahrscheinlich niemand lesen, oder?

So machte man sich doch etwas frustriert auf den Heimweg. Es gab auf der Rückfahrt noch Stress zu dem wir aber ganz bewusst zur Zeit nichts sagen wollen. Falls es später dazu was zu sagen gibt, werden wir es tun

Ansonsten war die Rückfahrt von Zitaten wie „Ich habe keine Ahnung von Fußball“ „Musst du ja auch nicht, spielen wir zur Zeit ja nicht.“, „Wir sind so toll, wir haben uns wieder selbst übertroffen“, „Statt Auswärtsfahrten, die mit Fußball zu tun haben, sollten wir alternative Kaffeefahrten organisieren, ist irgendwie positiver.“ geprägt. Ihr merkt: Der Wahnsinn verdrängte den Ärger. Und im Bus gab es ein cineatisches Feuerwerk aus „Snatch“, „Life of Brian“ und „Fight Club“, was einem die trockene Stimmung gut versüßte.

Es schrieben noch bisher…

Metalust, war lieber mit dem Hund spazieren und sieht strukturelle Probleme.

Der Übersteiger sieht das vierfache Grauen an diesem Wochenende.

stpauli.nu sieht trotzdem die Richtigen am Werk

Der Ostblog konvertiert zur Arminia

Der Buci wanderte zum Frustabbau durch Fulda in der Nacht.

  5 Responses to “„Man, für die Scheiße seid ihr 500km gefahren…“ (Sebastian Schachten)”

  1. Also das „Einstellen der Fanunterstützung“ kam im TV aber anders rüber. Haben die die Gesänge vom Band verwendet?

  2. Die Vorsänger haben ihre Bemühungen eingestellt. Verständlicherweise.
    Der Wechselgesang kurz vor Schluss war nochmal ganz gut.

    Ansonsten war es beschissen kalt.

    @Autor: Der Combat 18-Jackenträger wurde sicherlich trotz seines Achselzuckens nochmal eindringlicher aufgefordert, sich zu entfernen?!

  3. […] Bericht vom magischer FC(viel zu spät verlinkt) “Man, für die Scheiße seid ihr 500km gefahren…” (Sebastian Schachten) […]

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