Feb 272013
 

„«Es ist nicht zu akzeptieren, dass der professionelle und kommerziell organisierte Fußball hohe Erträge erzielt, während der Staat, vor Ort vor allem die Polizei und die kommunal verantwortete Jugendhilfe, für dessen Auswüchse zuständig sein soll», sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude als Präsident des Deutschen Städtetages.“

So, liebe Leser, lässt sich heute in einer DPA Meldung (hier beim Weser Kurier verlinkt, findet sich aber auch überall anders) Herr Ude zitieren.

Komisch, dass er dieses populistische Argument gerade jetzt rausholt, es aber bei der VIP Party der UEFA und bei dem Neubau der Arena in München noch ganz anders klang. Das hat man ja „zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes“ oder „für das Ansehen der Stadt“ akzeptiert.

Natürlich fällt mal wieder vollkommen unter den Tisch, dass Fußballvereine auch Steuern bezahlen, also von ihren „hohen Erträgen“ auch ordentlich Gelder über Steuern wieder an die öffentliche Hand abgeben. Alleine der FC Bayern wird grob 40 Millionen Umsatzsteuer pro Jahr abführen (bei einem Umsatz von 225 Mio wird das meiste mit 19 % Umsatzsteuer belegt sein). Ob der FC Bayern damit und mit dem jetzigen Beitrag zur Fanprojektfinanzierung sich um die Zuständigkeit bei den „Auswüchsen“ drückt, sei doch mal angezweifelt.

Bereits als die Polizeigewerkschaften diese Milchmädchenrechnung präsentierten, haben wir sie ganz stark bezweifelt.

Und noch etwas ist bemerkenswert: Während Stadionerschließung und VIP Partys nicht gerade etwas sind, was man in die Kernkompetenz eines Staates zählt, sollte die öffentliche Sicherheit und die sozialpädagogische Betreuung von Jugendlichen (!) genau dies sein: Eine Kernaufgabe des Staates. Komisch, dass Herr Ude genau da sparen will. Mal ganz davon ab, dass der damit verbundene Rückzug des Staates von seinen Aufgaben beste NeoCon Denke ist und Herr Ude sich „Sozialdemokrat“ nennt.

Zu den feuchten Träumen orwellschen Ausmaßes der beiden Polizeigewerkschafter, die da noch zitiert werden, hat die FAZ (!!!) ja bereits alles gesagt.