Feb 272013
 

„«Es ist nicht zu akzeptieren, dass der professionelle und kommerziell organisierte Fußball hohe Erträge erzielt, während der Staat, vor Ort vor allem die Polizei und die kommunal verantwortete Jugendhilfe, für dessen Auswüchse zuständig sein soll», sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude als Präsident des Deutschen Städtetages.“

So, liebe Leser, lässt sich heute in einer DPA Meldung (hier beim Weser Kurier verlinkt, findet sich aber auch überall anders) Herr Ude zitieren.

Komisch, dass er dieses populistische Argument gerade jetzt rausholt, es aber bei der VIP Party der UEFA und bei dem Neubau der Arena in München noch ganz anders klang. Das hat man ja „zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes“ oder „für das Ansehen der Stadt“ akzeptiert.

Natürlich fällt mal wieder vollkommen unter den Tisch, dass Fußballvereine auch Steuern bezahlen, also von ihren „hohen Erträgen“ auch ordentlich Gelder über Steuern wieder an die öffentliche Hand abgeben. Alleine der FC Bayern wird grob 40 Millionen Umsatzsteuer pro Jahr abführen (bei einem Umsatz von 225 Mio wird das meiste mit 19 % Umsatzsteuer belegt sein). Ob der FC Bayern damit und mit dem jetzigen Beitrag zur Fanprojektfinanzierung sich um die Zuständigkeit bei den „Auswüchsen“ drückt, sei doch mal angezweifelt.

Bereits als die Polizeigewerkschaften diese Milchmädchenrechnung präsentierten, haben wir sie ganz stark bezweifelt.

Und noch etwas ist bemerkenswert: Während Stadionerschließung und VIP Partys nicht gerade etwas sind, was man in die Kernkompetenz eines Staates zählt, sollte die öffentliche Sicherheit und die sozialpädagogische Betreuung von Jugendlichen (!) genau dies sein: Eine Kernaufgabe des Staates. Komisch, dass Herr Ude genau da sparen will. Mal ganz davon ab, dass der damit verbundene Rückzug des Staates von seinen Aufgaben beste NeoCon Denke ist und Herr Ude sich „Sozialdemokrat“ nennt.

Zu den feuchten Träumen orwellschen Ausmaßes der beiden Polizeigewerkschafter, die da noch zitiert werden, hat die FAZ (!!!) ja bereits alles gesagt.

 

Feb 252013
 

Liebe Leser,

irgendwie gibt es heute so viele gute Artikel, dass es zu schade wäre, diese in sozialen Netzwerken zu verstecken. Daher hier eine kleine Presseschau:

Fanbeauftragter und Sicherheitsbeauftragter von Dynamo Dresden im Interview. Der Kernsatz:

„Ich würde behaupten, dass eigentlich fast jeder deutsche Profiklub in diesem Bereich nicht ausreichend besetzt ist. In manchen Vereinen gibt es am Spieltag mehr Mitarbeiter, die sich um die Belange der Pressevertreter kümmern, als hauptamtliche Fanbetreuer.“

Das gilt nebenbei auch für unseren Verein, der sich auch gerade mal einen Fanbeauftragten leistet. Bemerkenswert ist auch der Fakt, dass es nach den Vorkommnissen in Dortmund und Hannover keine Strafanzeigen gegeben hat. Man muss sich hier wirklich fragen, ob die Polizei (die Staatsanwaltschaft) eigentlich die Arbeit macht, für die sie bezahlt wird. Es scheint so, als ob die Ermittlungsarbeit nach der Horrorpressemeldung eingestellt wird. Wenn dann immer neue Videoüberwachung etc. gefordert wird, dann wirkt das einfach nur lächerlich. Oder war es eben gar nicht so schlimm, wie immer getan wird? Wo ist denn das „konsequent gegen Täter vorgehen“, was immer wieder gefordert wird? In solchen Momenten sieht man immer, wie schnell gefordert, aber wie wenig wirklich gehandelt wird, wenn die Empörung in der Öffentlichkeit schwindet.

Jugendliche organisieren selber ihren Treff? So etwas kann ja nur schlimm sein und Gewalttaten fördern. Denkt sich die örtliche Polizei und spielt Neonazis in die Hände.

Die FAZ (bekannt als linke Kampfpresse) lädt Herrn Wendt nicht mehr als neutralen „Experten“ ein, sondern erkennt, dass es insbesondere um Aufmerksamkeit für die eigene Organisation geht.

Zum gleichen Thema die Süddeutsche Zeitung.

Die braun-weisse Hilfe sollte eigentlich erst mit dem Erscheinen des Übersteigers an die Öffentlichkeit kommen, ist aber schon geleaked worden. Unterstützen, ist wichtig.

 

Feb 252013
 

oder

Dauergrinsen

Vorwort

Liebe Leser, Montag in Hamburger Arztpraxen: Guten Tag, Herr Doktor, ich bekomme meine Mundwinkel nicht mehr hoch. – Oh, das ist eine weit verbreitete Krankheit unter schwarz-weiß-blauen Fans, ich verschreibe ihnen einen Vereinswechsel. Die braun-weißen lassen sich alle gerade wegen Dauergrinsen behandeln.

Zutaten für einen magischen Abend

Liebe Leser, es gibt ihn noch, diesen Millerntor-Zaubertrank. Leider kennt niemand den Druiden, der ihn mixt, und leider sind auch die Zutaten nicht bekannt. Irgendwie spielt „Hamburger Wetter“ gerne mal eine Rolle, aber auch nicht immer. Eine sehr wichtige Zutat scheint Flutlicht zu sein. Der Zaubertrank wird anscheinend von Domkarussellen gerührt, denn bei Dom erscheint er am häufigsten am Millerntor.

Aber vorher weiß man nie, ob der Trank erscheint, und so musste man die sich häufenden Verletzungsmeldungen mit Sorge betrachten. Es blieb eine „Notelf“. Trotzdem am Tag des Spieles merkte man, dass der Zaubertrank am brauen ist. Steigende Nervösität und Hibbeligkeit waren die Folge. Und wer sich nach 12 Uhr noch auf etwas Anderes als den Roar konzentrieren konnte, der hatte Valium genommen.

Die Magie des Trankes wird auch durch den Roar ausgelöst. Nichts gegen die nimmermüden Bemühungen der Süd, den Löffel durch den Kessel zu ziehen, aber wenn die Gegengerade nicht mitbrüllt, dann bleibt der Löffel in dem zähflüssigen Gebräu gerne mal stecken. Wenn aber die launische und faule Gegengerade mal kräftig mitrührt, wie an diesem Freitag, dann wird das Gebräu plötzlich flüssig und trinkbar.

Nein, seien wir ehrlich. Am Freitag war das nicht ein Löffel, es waren unzählige Löffel und häufig genug sang Block 1 etwas anderes als Block 2, während die Süd das dritte Lied anstimmte und die Nord das vierte. Die Gegengerade von einem Prinzen wachgeküsst, so laut wie seit Jahrhunderten nicht mehr. Der Chormeister mag sich hier wundern, der Fanfreund will doch genau das. Lieber lautes Chaos, als ruhige Ordnung. Klar, so ein zwei Wechselgesänge gingen deswegen fehl. Aber ganz ehrlich, liebe Freunde: „Druff geschissen“. So laut, so emotional und so sangesfreudig, so muss unser Stadion sein, dann wird der Zaubertrank schnell gemixt.

Aber die Magie des FCSP ist ja nicht auf einen Zaubertrank beschränkt. Es sind diese vielen lieben Menschen, die diesen Verein so besonders machen, wenn man so will, zu dem gallischen Dorf machen. Man haut sich zwar auch mal, aber am Ende sitzen alle wieder beim Festmahl und feiern miteinander. Und etwas zu feiern gab es.

Denn Fanräume hat nun alle Verträge unterschrieben und ein Traum steht direkt vor der Tür. Ja, immer noch sind viele kleine Fragen zu klären, bevor wir alle da einziehen, und es liegt noch sehr viel Arbeit vor den Aktivisten, aber es wird. Und wir werden St. Pauli leben können. In unseren Räumen. Die unser Freiraum sind. Um beim Bild des gallischen Dorfes zu bleiben: Unser Festplatz steht knapp vor der Fertigstellung.

Nun kommen also unsere elf Helden auf den Platz und riechen dieses leckere Gebräu. Und trotz der wohl einmaligen Aufstellung (Schindler hat als Profi wahrscheinlich noch nie in einer Vierkette gestanden) spielten sie den Tabellenvierten an die Wand. Nicht immer mit schönem Kombinationfußball, sondern mit Herz und Leidenschaft. Sozusagen der letzten fehlenden Zutat im Zaubertrank.

Ginzcek machte dann den Vollstrecker, wobei insbesondere das 2:0 seine ganze Willenskraft zeigte. Was für ein Wahnsinnstor. Neben dem Tageshelden kann man noch Kalla herausheben, der wohl allen Zweifelern gezeigt hat, dass er eben doch Zweitligatauglich ist – wenn auch nicht zwingend auf der Außenbahn. Und bereits in der Hinrunde klappte das ja sehr gut mit Kalla als Kapitän, sodass es gar nicht verwunderte, dass Fronze zu dieser Lösung zurückkehrte.

Wenn man unseren Jungs etwas vorwerfen will diese Saison, dann ist es fehlende Konstanz. Einigen Mannschaften aus dem oberen Tabellenbereich liefern wir einen großen Kampf und holen auch entsprechend Punkte. Und mit Mannschaften von unten tun wir uns schwer. Die Jungs können sozusagen nur das große Fest, nicht den Alltag. Wenn man dies irgendwann abstellt, dann müsste man auch nicht sorgenvoll nach unten gucken, sondern könnte nur nach oben schauen.

Nach dem Spiel befand sich das Viertel im Rausch. Keine Droge der Welt, kein Zaubertrank kann so viele Menschen in eine so gelöste Stimmung versetzen wie ein wichtiger Heimsieg am Freitagabend. Man sah niemanden, der mit irgendwas unzufrieden war. Und auch eine kleine Essensuche quer durchs Viertel änderte nix an der großartigen Laune von allen.

Und dann kam der Montag. Und mit ihm der Arzttermin gegen den Muskelkater in der Kiefermuskelatur vom Dauergrinsen. Macht es noch einmal, Jungs.

Es schreiben auch…

Der Ostblock sah alte und neue Fahnen

Stpauli.nu hat sich was gewünscht

Der Kleine Tod muss gekniffen werden

Pathos sah nicht nur das Flutlicht

Der Übersteiger vergisst „Rationalität und Fußballfans, das geht schlecht…“

GGG geht auf große Fahrt

Die Breitseite ist sehr nüchtern

Gröni langweilte sich

„In den Sinn gekommen“ träumt in Wilhelmsburg

Feb 212013
 

Liebe Leser,

es ist erstmal dankenswert, dass der Brux sich zu den Vorkommnissen von Montag äußert. Bevor man jetzt wieder in den Nörgelmodus schaltet, wollen wir mal herausheben, dass seitens des Sicherheitsbeauftragten interaktive, offensive und möglichst schnelle Kommunikation schon über Jahre gepflegt wird.

Leider ist der Beitrag im Forum gekürzt bzw. aufgeteilt worden. Der volle Text findet sich beim Fanladen auf Fratzenbuch. Da dann auch mit der Südpassage.

Dass es noch besser wäre, wenn so etwas auf der offiziellen HP stattfände (Warum tut es das eigentlich nicht? Müssen es immer nur Hochglanzmeldungen sein? Ist das der Ausfluss des „Premiumproduktes“ Bundesliga?), sei mal so am Rande erwähnt, aber das ist ja nicht Svens Schuld.

Einlass Gegengerade

Schon länger kann man eine Beobachtung machen: Die Leute nutzen beinahe ausschließlich die Eingänge, die nah der Süd sind. Das liegt auch daran, dass die meisten Leute von dieser Seite kommen und sich zur Zeit das Leben vor dem Stadion dort konzentriert. Hier ist bei den Leuten ein bisschen mehr Übersicht gefragt und beim Verein vielleicht jemand mit Megafon auf der Traverse. Mal ganz davon ab, dass sich das Ganze durch Fanräume und dem damit verbundenen Verlagern des Lebens vor die Gegengerade ein bisschen ändern sollte.

Befüllung der Gegengerade

Aus eigener Beobachtung können wir nicht unterschreiben, dass der Außenblock zur Süd hin (Block D; meinen wir) leerer ist. Eine Einteilung in drei Kartenblöcke würde also nicht wirklich etwas bewirken, mal ganz davon ab, dass so etwas immer erhebliches Konfliktpotential birgt und sehr gut unterlaufen werden kann, wie jeder weiß.

Der Block D wird auch über dem Mundloch ordentlich voll. Insgesamt ist das aber auch ein großes Problem des Herdentriebes. Alle wollen nach oben und alle gehen nach rechts, wenn sie durch das Mundloch sind. Wenn hier ein bisschen mehr die Augen aufgemacht werden und die Leute auch einmal akzeptieren, dass man nicht fünf Minuten vor Anpfiff den Sahneplatz ganz oben bekommt, dann rückt sich das auch von alleine zurecht. Beim letzten Spiel haben die Ordner schon mit kurzfristigen Sperrungen gearbeitet. Das ist auch okay, war noch nicht wirklich perfekt, aber wenn man da noch am System feilt und jemanden hat, der die Übersicht behält (Wozu hat man Funk?) dann wird das schon. Es ist eben schon etwas Anderes, 13.000 Leute zu ordnen als 6.600.

Die Ordner vor der Süd

Vorab: Es sollte in der DNA dieses Vereines und bei jedem Zuschauer verwurzelt sein, dass er sexistische, rassistische und homophobe Sprüche nicht hinnimmt. Es gibt eine gute Faniniative dazu und es sind ja auch vollkommen zu Recht Tafeln an den Aufgängen angebracht, die auf die Stadionordnung hinweisen. Der Verein höchstselbst sollte dennoch viel häufiger, deutlicher und konsequenter offiziell darauf hinweisen. Man mag Dynamo Dresdens Anzeigentafelergänzung „Rassismus ist kein Fangesang“ in diesem Zusammenhang mal erwähnen, auch wenn die unserer Meinung nach auch noch nicht weit genug greift. So etwas oder auch ein kleines Video vor jedem Spiel würde uns gut zu Gesichte stehen, um daran zu erinnern, wenn das mit der Selbstkontrolle nicht recht klappt.

Und ja, wir können uns sehr gut vorstellen, dass Leute aus der Süd die aufziehenden Ordner sexistisch und auch homophob beleidigt haben. Das muss man nicht in Frage stellen. So ein Verhalten ist leider auch in der vordergründig antirassistischen Kurve des FCSP zu weit verbreitet.

Wer solche Beleidigungen ständig gebraucht, sich beratungsresistent zeigt und sich nicht ändern will, der hat keinen Platz beim FCSP. Aus unserer Sicht steht so jemand außerhalb jeglichen Grundkonsens. (Da ist eine Verkürzung drin, die wir vielleicht mal gesondert auflösen)

Jedoch: So wie Sven es hier einbringt, passt es einfach nicht. Es bleibt ein blöder Beigeschmack. Das Aufrechnen von Fehlverhalten ist per se schon mal Blödsinn. Eine Ordnerkette vor einer Tribüne kann keine falsche Äußerung verhindern und/oder gegen diese vorgehen. Das Ganze verkommt hier zu einer komischen Rechtfertigung, die einfach nicht passt. Lieber sollten wir das unschöne Verhalten mal unabhängig davon ansprechen, nicht so aufrechnend und insbesondere auch, wenn alles sonst entspannt geblieben ist. Und schlichtweg noch mehr proaktiv tätig werden, wie oben beschrieben.

Hinzu kommt, dass man weiter sieht, als man hört. In einem lauten Stadion werden (leider) nur wenige einzelne Beleidigungen mitbekommen haben, aber viele sahen die Ordner auflaufen. Wenn man nun Svens Schreiben wörtlich nehmen will, dann klingt das so, als ob ein Erstaunen bei ihm vorliegt, dass sich so wenige über das Fanverhalten beschweren. Und man könnte da reindeuten, dass Fans – zu Unrecht – gedeckt werden. Nur lieber Sven: Man sieht mehr, als man hört. Und man kann sich nur über dies beschweren, was man wahrnimmt.

Was uns auch noch nicht so ganz klar ist, ist der Zeitablauf: Wenn die Ordnerkette wirklich Würfe in Richtung Schiedsrichter verhinden sollte, dann war sie viel zu spät aufgestellt. Denn als sie endlich dort stand, hatte Gräfe schon seinen Kaffee nach dem Duschen und sein Feierabendbier getrunken. In dem berühmten Ernstfall muss Ordnerverhalten schon sehr viel schneller geschehen, damit es wirksam ist. Aber wenn man hier Svens Stellungnahme so liest, dann wird daran hoffentlich gearbeitet.

Dass verdammtnochmal kein einziger Gegenstand aufs Feld zu fliegen hat, ist tatsächlich in viel zu vielen Köpfen noch nicht angekommen. Dass haben mehrere Tribünen am Montagabend „eindrucksvoll“ bewiesen, in dieser Hinsicht muss man sich über Repressionen nicht wundern. Mit einer Ordnerkette nur vor der Süd wird allerdings ein Zeichen gesetzt, das nicht deeskalierend wirkt und eine – aufgewühlte, aber überwiegend zivilisierte – Meute unter Generalverdacht stellt. Hoffentlich erleben wir das so bald nicht wieder.

Feb 192013
 

oder

Jetzt wird es unangenehm

Vorwort

Liebe Leser, fassen wir es kurz:

Was ist bloß los?

Zum Spiel: Man verliert solche Spiele nicht durch den Schiedsrichter. Manuel Gräfe läuft zwar wie ein Zampano über das Spielfeld und bringt durch sein Verhalten, durch seine unklare Körpersprache und dadurch, dass er Spieler von oben herab behandelt Hektik in ein Spiel, aber wir haben deswegen nicht verloren. Wer seine Art zu pfeifen mit der von z.B. Bibi Steinhauser vergleicht, der wird den Unterschied sehen. Auch Bibi pfeift nicht immer richtig, aber ihre Spielführung ist von einem Lächeln und einer Leichtigkeit geprägt, die Gräfe komplett abgeht. Ob die Karten nun berechtigt sind oder nicht, das können wir nicht abschließend entscheiden. Die gegen Thorandt wohl eher ja, die gegen Mohr eher nicht. Aber das ist jetzt mal die subjektive Einschätzung ohne Fernsehbilder und so.

Wir spielen zu kompliziert, brauchen viel zu viele Möglichkeiten für einen Torabschluss bis wir mal abschließen (Stichwort „bis zum Strafraum“) und stehen in der Abwehr einfach nicht sicher. Das Gegentor war wieder der Marke dämlich.

Jetzt wird es langsam ziemlich bitter nach unten und wir werden uns damit anfreunden müssen, dass wir bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg kämpfen. Ja, Kampf kann man den Jungs nicht absprechen. Und hätte dieser Kampf so schon in Sandhausen stattgefunden, dann hätten wir da zumindest kein Debakel erlebt. Aber es wird nicht einfacher. Nun kommt mit Frankfurt der nächste Aufstiegskandidat, eine Innenverteidigung haben wir nicht mehr und wir benötigen zwingend drei Punkte. Sonst haben wir in Aalen und Dresden zwei Abstiegsendspiele. Ob das so angenehm ist?

Zum Drumherum

Es soll vor und nach dem Spiel auf dem Heiligengeistfeld geknallt haben, aber Details liegen uns nicht vor. Unschön ist es allemal. Und liebe FC Köln Fans, das Verhältnis zwischen den Vereinen ist nicht mehr so gut, dass man sich in voller Montur oder Frakturschriftschals mitten in den Heimblock, am besten noch mittig in die Süd, zu stellen.

Die Stimmung war aus unserer Sicht eher am oberen Rand dessen, was das Millerntor so abliefert. Teilweise nett aggressiv, viele Gesänge, die von der GG laut mitgesungen und/oder gestartet wurden. Das Spiel lieferte natürlich auch viele Vorlagen.

Nach dem Spiel (und nachdem der Schiedsrichter den Platz verlassen hat) stellte sich noch eine Ordnerkette (laut vieler Stimmen teilweise vermummt und mit Protektorenhandschuhen) vor der Süd auf. Dass so etwas nur als Provokation gewertet werden kann und auch gewertet wurde, muss doch eigentlich jedem Verantwortlichen klar sein. Vorallem völlig ohne Grund. Im – nebenbei komplett unsäglichen – Becherwerfen gaben sich GG und Süd nichts und der Schiedsrichter war zu diesem Zeitpunkt vom Platz. Es ist der Ruhe eines Vorsängers und auch einigen anderen Verantwortlichen, welche die Ordner wieder weg schickten, zu verdanken, dass es hier nicht knallte. Aber ohne Anlass möchten wir nie wieder irgendwelche engen Ordnerketten vor unseren eigenen Tribünen sehen!

Verteilung auf der Gegengerade ist noch ein Stichwort: Das lief schon besser, aber die Leute müssen wohl noch lernen, dass man nicht 5 Minuten vor Anpfiff reinkommen und meinen kann, dass man mit einer großen Gruppe einen Platz oberhalb der Mundlöcher bekommt. Das wird sich aber wohl langsam einpendeln, so dass die Ideen von Blocktrennung per Karte hoffentlich nicht umgesetzt werden.

Fertig

Nun müssen wir die Jungs am Freitag gegen Frankfurt zum Sieg brüllen.

Es schrieben bisher noch…

Stpauli.nu kämpft zu sich selbst.

Der Gröni freut sich über gutes Knipslicht

Und GGG spielt mit Karten

Die Überschrift der Woche findet die Metalust

Yorkshire is looking for direction

Das Tödchen war ergebnisegal

Feb 182013
 

oder

ein langer Weg bis Hamburg

Vorwort

Liebe Leser,

ich (@headnutHH) bereite mich auf den Hamburg Marathon vor. Ziel der ganzen Vorbereitung ist, dass ich mich endlich mal unter 5:00 verbessere. Dafür hat der Mättz mir einen Trainingsplan gedichtet, den ich nun abarbeite. Zum ersten Mal erfolgt die Vorbereitung für einen Marathon nach einem taggenauen Trainingsplan. Ein Viertel (3 Wochen) dieses Planes sind nun vollendet und hier ist der Zwischenbericht.

Der Plan im Groben

Der Plan lässt sich grob wie folgt zusammenfassen: Dienstags eine Tempoeinheit, Mittwoch alternatives Training, Donnerstag eine Technikeinheit mit HIIT Anteil, am Wochenende ein kurzer und ein langer Lauf, wobei die langen Läufer bis zu 30 km gehen. Insgesamt sind irgendwas zwischen 50 und 70 km pro Woche geplant, wobei die meisten Wochen sich eher im 50er Bereich abspielen.

Kein Problem

Kein Problem machte bisher das Techniktraining am Donnerstag. Das ganze wird mit dem donnerstäglichen Lauftreff der Triathlonabteilung erledigt. Da die Runde von Mättz angeleitet wird, kann man hier auch mal Eindrücke und Probleme erörtern und hat eine gute Anleitung. Und sollte der Trainer mal ausfallen, dann wird „ganz demokratisch“ unter der Anleitung von Carmen trainiert. Die Einheit an sich hat am Ende immer so um die 7,5 Kilometer, mein Trainingsplan sieht aber häufig auch 10 oder 12 Kilometer an diesem Tag vor, so dass ich vorher eine Runde durch den Stadtpark drehe.

Das ganze läuft ohne weitere Probleme für mich, auch wenn das allgemeine Tempo für mich sehr hoch ist. „Locker laufen“ ist für einen 3 Stunden Marathoni halt ein anderes Tempo, als für einen 5 Stunden Marathoni. Ein bisschen behindert uns die Kälte, so dass letzte Woche das Training verkürzt werden musste, weil alle am
frieren waren. Obwohl es schon wärmer war, als die Wochen vorher.

Ebenso problemlos geht die Tempoeinheit. Ich sollte in den drei Wochen einmal 4×1.000 in 5:30 bis 6:00, was ich mit 4×1.000 in einer Bandbreite von 5:25 bis 5:42 locker erledigte. In der nächsten Woche waren dann 3×2.000 in 5:45 bis 6:15 der Plan, die auch gut mit Kilometerzeiten von 5:50 bis 6:01 erledigt wurden. In der dritten Woche war eigentlich ein 10 km lockerer Dauerlauf geplant. Dieser fiel am Ende sehr schnell aus, traf ich doch auf meine laufende Nachbarin, mit der eine schnelle Runde versabbelt wurde und wir beide gar nicht merkten, wie schnell wir waren.

Das Alternativtraining

Da ich im Sommer plane beim Hamburg Cityman zu starten, ist mein Alternativtraining zur Zeit ausschließlich Schwimmen. Das Mittwochs angebotene Spinning der Abteilung war im Dezember und Januar für mich sehr gut, aber aufgrund seiner Intensität zu fordernd. So steht Mittwochs immer wieder eine Schwimmeinheit auf dem Programm und so langsam bekomm ich das mit dem kraueln auch hin. Aber es ist noch ein weiter Weg bis ich wirklich die 500 Meter in den angepeilten 20 Minuten schwimmen kann. Was mir persönlich am Schwimmen gefällt ist, dass man mal ganz andere Muskeln bewegt und sich Kraft in den Armen holt.

Das Problem

Ist bisher der lockere zweite Lauf am Wochenende. Er fiel bisher anderen Verpflichtungen beinah immer zum Opfer. Da tötet mich der Fußball.

Und zuletzt der lange Lauf

Ich sollte bisher 30, 30 und 25 Kilometer. Bisher schaffe ich die nicht in dem von mir angestrebten Tempo von 7:00 pro Kilometer. Der erste lange Lauf war 20 Kilometer sehr flüssig, entspannt und gut. Eigentlich wollte ich zurück durch das Alstertal und so auf insgesamt 28 Kilometer kommen. Da der Alsterwanderweg aber überschwemmt war, musste ich eine kleine Bergsteigeeinheit einlegen und verlor so auch Rhythmus und Kraft. Daher ging nach 25 Kilometer gar nix mehr.

Am zweiten Wochenende wollte ich die 30 Kilometer im Rahmen des Öjendorf Marathons des 100 MC abreissen. Motivieren tut diese Veranstaltung absolut. Ein Essensprogramm bei dem man während eines Marathons dick werden kann, denn es ist alles vorhanden, was das Läuferherz begehrt. Die Runde um den Öjendorfer See ist relativ anspruchsvoll, aber das hat ja auch einen guten Trainingseffekt. Nur leider kam es anders als gedacht. Bereits ab Kilometer 3 musste ich um jeden Schritt kämpfen. Die Muskeln nicht locker, das Tempo ohne Worte. Nach 13 Kilometern kamen dann noch Schmerzen in beiden Knien hinzu, so dass ich beschloss nach 19,6 Kilometern aufzugeben.

So etwas enttäuscht dann doch sehr und natürlich macht man sich auch Sorgen um die Knie. Sowieso mein Schwachpunkt.

Aber zum Glück war es wohl nur ein schlechter Tag und so brach ich dieses Wochenende wieder zu einem langen Lauf auf. Das ganze Samstagmorgens um 6:40, da noch ein Umzug anstand. Nun wird der geneigte Leser wohl den Kopf schütteln, wie man freiwillig am Samstag um 6:00 aufstehen kann, aber ich kann euch sagen: Es ist sehr angenehm. Auf den ersten 9 Kilometern traf ich genau vier Menschen und in den Sonnenaufgang zu laufen, ist auch ein sehr spannendes Erlebnis. Der Tag erwacht, das ganze wechselt von dunkel, auf blau und dann auf hell. Und endlich: Ich hatte das Gefühl eines Trainingseffektes. Zwar meckerten meine Oberschenkel bereits deutlich nach 11 Kilometern, aber ich konnte ein langsames Tempo halten und benötigte erst nach 21 Kilometern eine wirkliche Gehpause. Am Ende standen 24,18 Kilometer in den Büchern und obwohl ich dies gelaufen war, war noch Kraft für den Umzug übrig. Keine Knieschmerzen, keine sonstigen Probleme. Das macht Hoffnung, dass es nun aufwärts geht.

Fazit

Noch läuft nicht alles wie geplant, aber der Einstieg ist geschafft. Hier noch die bisher gelaufenen Wochenkilometer: 45, 49 und nun 41.

tbc

PS: Mättz bloggt auch zusammen mit Malte über die Vorbereitung auf den Ironman Frankfurt, da kann man auch viel über Trainingsinhalte und Trainingsleid lernen und lesen. Hier die letzte Ausgabe.

Feb 112013
 

oder

Hurra, das ganze Dorf war da…

Vorwort

Liebe Leser,

eigentlich kann man den Satz von Sebastian Schachten, den er den Fans übern Zaun rief, so als Bericht stehen lassen. Mehr ist dem Ganzen kaum hinzuzufügen, aber weil ihr uns so gerne lest 😉 verlieren wir doch noch ein paar kurze Worte zu dem gestrigen Tag.

Nun ja, der Tag begann eigentlich ganz gut. Die Busbesatzung von uns schlief ein paar Stündchen, die Autobesatzung auch noch ein bisschen. Erstes Lowlight war dann der suizidale Hase, der unbedingt meinte sein Leben an der Stoßstange der Autobesatzung beenden zu müssen. Zum Glück ist nix passiert, aber dieses Gefühl keine Chance zu haben, den Aufprall nicht vermeiden zu können und ihn doch gefühlte 30 Sekunden (in echt wahrscheinlich unter einer Sekunde) kommen zu sehen, ist kein schönes.

„Zum Glück“ ist Fahrern und Fahrzeug nichts schlimmeres passiert und sie konnten die Fahrt fortsetzen. Danach verlief die Autotour ereignisarm, aber das sass doch schon mal ordentlich. Kurzfristig dachten wir auch eine Karte verloren zu haben, aber die fand sich wieder an. Im Gegensatz dazu hatten zwei Mitfahrer das nach dem alten Prinzip „Nicht gut, dass wir nicht drüber gesprochen haben…“ gemacht und festgestellt, dass beide meinten, der andere kaufe sich eine Karte. Konnte aber alles vor Ort geregelt werden.

Sonst noch spannende Feststellungen: Das Hattenbacher Dreieck ist die Ausfahrt 88 auf der A7. Kann man nur hoffen, dass hier häufig Nazis und anderes Diskriminierungspack rechts in den Wald abbiegt. Ohne Bremsen.

In Hessen gibt es einen Ort, der Mücke heißt. Ob da jemand mit dem Namen Elefant wohnt?

Die Buscrew hatte eine unglaublich lustige und entspannte Hinfahrt, großen Dank an dieser Stelle an die Lieben vom Ostblock mit denen wir immer wieder gerne reisen. Auf einer Raststätte entfernte man klassischer Weise unliebsame Sticker und erschrak als Schicht für Schicht darunter neues Übel hervor blitzte.

Auch die Bahnfahrt hatte ihre Überraschungen, setzte sich doch ein Typ in einer Combat 18 Jacke seelenruhig neben die Reisegruppe und bedachte freundliche Aufforderungen doch nun ganz schnell ganz viel Land zu gewinnen nur mit einem freundlichen Schulterzucken. Typen gibt es.

Sandhausen. Eine Stadt ohne wirkliche Höhepunkte. Die – tankbedingt notwendige – Stadtrundfahrt zeigte nur die Volksschule von 1906 oder so ähnlich. Alles ganz nett, aber ohne Höhepunkte. Die Buscrew erlebte die Ankunft aufm Acker und war kurzfristig irritiert, hatte man doch kein Match, sondern ein Fußballspiel „gebucht“. Durch einen abenteuerlichen Spaziergang geleitet durch das unbändige Verlangen nach einem Weizenfrühstück gelangte man zur Vereinskneipe (lauschig, Pils 2,20€, was will man mehr?), lernte, dass es Fasching und nicht Karneval in Sandhausen heißt, dass der Sandhausener Spieler Nr 11 ganz gesprächige Eltern hat und das man von der Wirtin gelyncht wird, wenn man die heiligen Stühle anfässt, die für die Sandhausener reserviert waren. Der Marsch der Ultras von Sandhausen erwies sich dann auch als Marsch der mitgereisten FCSPler. Das Stadion? Erweiterter Dorfground, der aussieht wie aus einem Legobausatz.

FCSPler wurden auch problemlos hinein gelassen und insgesamt war den ganzen Tag nix von irgendeiner Aggression untereinander zu spüren. Früher hätte man so ein Spiel wohl mit vier schnauzbärtigen, grauhaarigen Polizisten gefahren, heutzutage fährt man trotzdem BFE und alles auf. Ergebnis? Die wollen auch beschäftigt sein und wollen die zu früh anwesenden Businsassen am liebsten im Wald einkesseln. Löste sich dann wohl doch alles irgendwann auf und man gelang (vorzeitig, wie oben erwähnt einfach durch den Wald) in das Clubheim, aber es war wieder so typisch.

Der Gästeblock dann flach und langgezogen und so sehr sich die Vorsänger bemühten, im Gästeblock ging so gut wie nix. Das ist jetzt einfach eine Feststellung ohne Schuldzuweisung. Nach dem 0-2 und der Feststellung, dass auch auf dem Platz gar nichts geht, stellte man die Bemühungen schlichtweg ein.

Zum sportlichen: Siehe Überschrift und Einleitung. Was wir nicht begreifen: Man kann einen bescheidenen Tag haben, man kann volle Elle mit dem falschen Fuß aufgestanden sein, aber wenn man von Minute 1 nicht kämpfen will, nicht für den Nebenmann fighten will, dann trägt man das falsche Trikot. Und da kann auch nicht von „Verunsicherung“ oder ähnlichem die Rede sein. Was an Kalla z.B. in der Vergangenheit gefiel: Scheißtag und trotzdem haute er sich immer wieder rein. Diese Qualität wurde gestern komplett vermisst. Und zwar bei allen auf dem Platz. Dennoch glauben wir, dass man dieser verdammt jungen Mannschaft weiterhin eine Chance geben sollte. Wir sind auch davon überzeugt, dass es Montag gegen Köln wieder ganz anders aussieht. Nur nicht panisch werden, aber doch ein bisschen sorgenvoll nach unten gucken. Da die beste Mischung auf dem Platz und auf den Rängen zu finden, ist schwer.

Mehr will wahrscheinlich niemand lesen, oder?

So machte man sich doch etwas frustriert auf den Heimweg. Es gab auf der Rückfahrt noch Stress zu dem wir aber ganz bewusst zur Zeit nichts sagen wollen. Falls es später dazu was zu sagen gibt, werden wir es tun

Ansonsten war die Rückfahrt von Zitaten wie „Ich habe keine Ahnung von Fußball“ „Musst du ja auch nicht, spielen wir zur Zeit ja nicht.“, „Wir sind so toll, wir haben uns wieder selbst übertroffen“, „Statt Auswärtsfahrten, die mit Fußball zu tun haben, sollten wir alternative Kaffeefahrten organisieren, ist irgendwie positiver.“ geprägt. Ihr merkt: Der Wahnsinn verdrängte den Ärger. Und im Bus gab es ein cineatisches Feuerwerk aus „Snatch“, „Life of Brian“ und „Fight Club“, was einem die trockene Stimmung gut versüßte.

Es schrieben noch bisher…

Metalust, war lieber mit dem Hund spazieren und sieht strukturelle Probleme.

Der Übersteiger sieht das vierfache Grauen an diesem Wochenende.

stpauli.nu sieht trotzdem die Richtigen am Werk

Der Ostblog konvertiert zur Arminia

Der Buci wanderte zum Frustabbau durch Fulda in der Nacht.

Feb 082013
 

Liebe Leser,

wenn man denkt, es kann nicht mehr absurder werden und der DFB müsste doch selber merken, dass er sich sein Recht Recht zu sprechen kaputt macht, indem er Strafen würfelt, da kommt der DFB und steigert den Wahnsinn noch.

Was anderswo Platzsperre und riesige Geldstrafen nach sich zieht, nämlich eine 15 minütige Spielunterbrechung ist für Osnabrück im Sparpaket zu bekommen.

Wohlgemerkt: Hoffenheim Luftschlangen? 10.000 Euro. Das ist nicht mal bei den unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen der beiden Verein mit irgendwas zu begründen. Es ist schlichtweg gewürfelt und damit willkürlich und damit nicht statthaft.

Liebe Vereine, wer diese „Recht“sprechung jetzt noch akzeptiert, insbesondere wenn es um Zuschauerausschlüsse und/oder harte Geldstrafen geht, dem ist nicht mehr zu helfen.

Irgendwer muss diesem Wahnsinn doch Einhalt gebieten!

Wir verweisen auf unser längeres Geschreibsel.

 

 

Feb 062013
 

Liebe Leser,

ich als Knipse dieses Blogs höre auf mit dem Knipsen. Nicht, dass mir das keinen Spaß mehr macht, aber das Verlangen ein Spiel einfach mal wieder so zu verfolgen und Auswärts mit allen im Blog zu stehen und abzugehen, ist einfach immer größer geworden und überwiegt nun zu stark. In Sandhausen gebe ich noch eine Abschiedsvorstellung um danach wieder auf die andere Seite zu wechseln.

Daher liefern wir von nun an keine neuen Bilderserien mehr und beschränken uns auf das Geschreibsel. Wir verweisen auf die guten vorhandenen Quellen für Bilder beim FCSP, insbesondere auf Kleiner Tod und Gröni.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei dem Medienzentrum des FC St. Pauli bedanken, welches über die Jahre ein zuverlässiger und lieber Partner war. Insbesondere bei Joy, die mit einer Engelsgeduld immer die Akkreditierungen organisiert hat. Weiterhin möchte ich mich bei Breitseiten Jens für das ständige erinnern bedanken und bei Stulle für unzählige in der Basch veröffentlichte Fotos. Und natürlich bei Hossa, der mir diesen „Job“ mal eingebracht hat, bei allen Leuten, die an der Viva mitarbeiten bzw. mitgearbeitet haben und bei euch allen, dass ihr die Fotos immer geklickt habt.

Wir sehen uns.

N.

 

Feb 042013
 

oder

Fußball mit kleinen Fragezeichen

Vorwort

Liebe Leser, es ist vollbracht. 26.000 Zuschauer sind ein (vorläufiger?) offizieller Rekord am Millerntor und es gibt einiges zu berichten. Leider keine Cottbuser Niederlage, sonst hätten wir uns jetzt an Dantes Göttlicher Komödie langgehangelt und Inferno Cottbus in die tiefste Hölle verbannt.

Was vom Tage übrig blieb…

War schon mal jemand von euch im Jolly, wenn dort die Frankfurter zu Gast sind und ihre Bembelbar feiern? Nicht? Nun sind die Ausrichter absolut schnafte, aber Frankfurt zieht halt auch ein Publikum an, was – wie sollen wir es ausdrücken? – nun so gar nicht zu uns passt. So durfte ein Freund des Blogs seinen Samstagabend noch mit einer fröhlichen Extremismustheorie-Diskussion verbringen. Noch Fragen? Wir nicht. Den Weg zur Tür wurde dem Gegenüber deutlich gezeigt.

Sonntag dann unser Heimspiel. Wer die Basch nicht mitgenommen hat, die auf jedem Platz auslag, bekommt hiermit schon mal einen zwischen die Hörner. Es ist in diesem Zusammenhang unfassbar, wie viele Leute sich auf ihren Sitz setzen, anscheinend nicht annähernd gucken, was auf diesem Sitz klebt und nach dem Spiel nach Hause gehen, ohne die angeklebte Basch auch nur eines Blickes zu würdigen. Sagt mal Leute, geht es noch? Aber dann wieder über „die Ultras“ motzen.

Allerdings darf man auch etwas an der Basch-Sonderausgabe kritisieren. Denn der eine oder andere versuchte es wirklich, sich die Worte zu Gemüte zu führen – allerdings schreckt so viel Text mit so wenig Auflockerung einfach ab. Da fehlten nur noch Fußnoten, um die seitenlangen Ausführungen noch unattraktiver zu machen. So sehr es auch zu begrüßen ist, wenn Ultrà Sankt Pauli mal aus der Deckung kommt und sich einer breiteren Öffentlichkeit stellt, ist hier wohl eine Chance vertan worden.

Und um gleich alle Aufreger auf einmal abzuhandeln: Die Stadionordnung ist wieder auf deutlichen Tafeln am Eingang präsent. Insbesondere die Diskriminierungsparagraphen. Dazu verteilte das 6 (2) Bündnis auch Flyer und die (weiblichen) Verteiler durften sich noch unterirdische Sprüche anhören. Link auf stpauli.nu mit Beispielen. Man muss in solchen Fällen immer wieder bedauern, dass man für ein gebrochenes Nasenbein eines Sexisten leider keinen Freispruch bekommt. Die Faust sitzt in solchen Fällen doch sehr locker in der Tasche.

Die Gegengerade erstrahlte in neuem Glanz und sieht wirklich gut aus. Kleinere Bauarbeiten sind noch zu erledigen, aber das Gesamtpaket rockt. Und wenn die Tribüne mal in Wallung kommt, dann ist sie auch unglaublich laut und überbrüllt die Süd gnadenlos. Ein ums andere Mal sahen die Capos doch etwas ratlos aus, als die Gesänge von der Gegengerade herüberschwappten und den organisierten Support in die Knie zwangen. Ich weiß nicht, ob man sich bei USP nun fragt, ob der Gang auf die Süd der richtige war. Man stelle sich nun einen Mittelblock mit 1000 Ultras unter diesem Dach vor – und darüber keine leeren Business Seats.

Womit wir doch noch einen Aufreger haben. Man sieht jetzt, dass der Business Bereich komplett überdimensioniert ist und uns wahrscheinlich auch langsam Geld kostet. Beide Business-Bereiche waren – wohlwollend geschätzt – zu 60 Prozent gefüllt und woher die angeblich verkauften 80 Prozent der Plätze kommen, das weiß wohl nur die Vermarktung.

Aber zurück zur Gegengerade. Nein, ein Furz war das nicht, lieber Breitseite-Schreiberling. Es war nicht das, was möglich ist, aber es hat Potential. Und es wurde doch weite Strecken auf das Spiel reagiert. Und da passt die Schauspielertruppe und das Bepöbeln schon sehr gut. Mal ganz davon ab, dass St. Pauli auch immer solche Gesänge ausgemacht haben. Irgendwo beleidigend, aber eben mit Niveau. Was der GG schnell fehlen wird, ist die Koordination. Das wird wahrscheinlich die Zauberaufgabe werden, alle Tribünen zu koordinieren. Gleichwohl bleibt zu hoffen, dass der ordentliche Auftakt nicht zu einem Strohfeuer wird und sich sedierte GG-Besucher bald wieder zu einer weitgehend stummen Masse entwickeln.

Auf dem Rasen fehlte uns etwas. Nein, die Jungs haben geackert, sie haben Tugenden (arg, was für ein Wort) gezeigt, die mit dem FCSP verbunden werden. Was jedoch fehlte, ist das Ausbrechen aus dem Korsett. Das „Vintage“-Instrument war nicht da, wie der Kollege Metalust so schön schreibt. In einer solchen Situation wünscht man sich einen Bruns in alter Form, der fünf üble Fehlpässe spielt und dann den einen genialen Pass, der plötzlich vier Spieler blank stehen lässt. Die Gefahr des Systemfußballs ist einfach, dass sich alle Spieler an das System halten und das Spiel 0-0 ausgeht. Buchtmann emsig wie eine Biene, Fin auch, Mohr und Torre eine herausragende Performance, alle im Team. Aber es werden zu viele Kontakte für die Weitergabe benötigt, zu selten das absolute Risiko gesucht, zu häufig die Sicherheit gewählt. Und wenn dann Cottbus als Tabellenvierter (!!!) mit elf Mann im eigenen Strafraum ab der 55. Minute versucht, das 0-0 zu halten, dann wird das nichts mit dem Traum: Dem 1-0 kurz vor Schluss durch den – zu Recht – gefeierten Marius Ebbers.

Noch ein Wort zu Sanogo. Solche Spieler lassen einem das Herz bluten. Der Junge kann doch alles, was einen Fußballer ausmacht, dazu ist er seine 1,90 m groß und kantig. Und anstatt diesen Körper und diese Technik einzusetzen, sprichwörtlich dahin zu gehen, wo es weh tut, liegt er ständig auf dem Rasen. Was für ein verschleudertes Talent. Traurig. Apropos verschleudertes Talent. Alex Ludwig muss sich doch nur scheiße vorgekommen sein. Größter Fehler seines jungen Lebens? Der Wechsel von uns weg!

Genug für heute, wir sehen uns in Sandhausen.

Es schrieben bisher sonst noch…

(Wir versuchen mal alle Blogs, die sich zum gleichen Spiel äußern zu verlinken. Aber Achtung, wir werden Schreiberlinge immer wieder vergessen. Das ist dann keine böse Absicht. Die im Text verlinkten wiederholen wir dabei nicht. Und auch Pingbacks wiederholen wir nicht, daher auch dort gucken bitte. )

Keep calm and follow St. Pauli sieht uns ungeschlagen.

stpauli.nu sah ein Patt

Und der Übersteiger sah den 20. Spieltag

Gröni machte sich ein Bild und ein Video

GGG hatte einen Wunschzettel

Pathos kam in der Neuzeit an.

Ja was denn sieht Potential

Der Hanseator war zu Gast bei „Feinden“