Dez 262012
 

Autor/in: headnutHH

Blog-Höhepunkt des Jahres: Alerta, Alerta Antifascista (weil der erste Blogeintrag, den die beiden anderen alleine gemacht haben)

Blog-Tiefpunkt des Jahres: der JHV-Artikel. Einfach zuviel Arbeit, aber muss ja

bester Blogeintrag fremder Blogger: … für immer in unseren Herzen (trauriger Anlass, die Gänsehaut bleibt bei dieser Sammlung von Trauerbekundungen)

Fußball-Höhepunkt des Jahres: Das Geflausche mit den Ponys nach Dresden

Fußball-Tiefpunkt des Jahres: Alle Spiele gegen Aue

Bester Spieler des Jahres: Boll, Boll, Boll

Überraschung des Jahres: Kapitän Kalla

Enttäuschung des Jahres: Ebbe (leider)

Persönlicher Höhepunkt des Jahres: Freiburg Marathon-Walking on sunshine; Tria-Abteilung mit Mättz, Radaula,
Leonie, Otto Erich, Carmen und den ganzen anderen Bekloppten

Gewinner des Jahres: Insider: @FrauRausHH

Verlierer des Jahres: der Fußball durch „Sicheres Stadionerlebnis“

Persönlichkeit des Jahres: Maarten Thiele

Konzert des Jahres: Puh schwierig. Ganz knapp Kraftklub in der Freiheit

Song des Jahres: On a journey – Neonschwarz

Film des Jahres: –

Buch des Jahres: Neue Nazis => siehe Radaula

Erkenntnis des Jahres: Seelenstriptease kann Spaß machen

Wunsch/Hoffnung für 2013: dass alles gut wird. Das mich die beiden anderen noch lange begleiten

Zuguterletzt noch ein paar statistische Zahlen aus dem Jahr 2012. Stand 19.12.2012 (danach hatten wir kein Bock mehr) hatten wir 400232 Besucher auf dieser Internetseite. Gegenüber 2011 eine Steigerung von 276353 Besuchern. Grund ist u.a. der „Feierabend“ Bericht zum Schweinske-Cup, welcher mit Abstand der meistgelesene war. Über 40.000 mal wurde alleine dieser Bericht gelesen. Dahinter kam lange nix.

Die meisten Besucher bleiben 0-30 Sekunden auf der Seite, scheinen also eher schnelle Leser zu sein ;-). Sehr gerne werden wir in der Mittagspause gelesen, denn die meisten Besucher kommen zwischen 11 und 14 Uhr auf das Blog. Besucher aus 88 verschiedenen Ländern kamen auf das Blog, davon knapp 50 % aus Deutschland. Unsere Besucher nutzen mehrheitlich noch keine mobilen Endgeräte (im Sinne von Handys), denn Desktop zu Mobil steht im Verhältnis 5 zu 1 (gerundet).

Unsere Leser stoßen zu einem sehr großen Teil von Facebook zu uns. Alleine 73.000 Zugriffe kamen von da. Danach lange nix, dann 9000 mal ultras.ws (oh ha) und 6.000 mal der Übersteiger. Gerade mal 4000 Zugriffe hatten wir aus Twitter.

Immer wieder spannend ist ja auch, welche Suchbegriffe so auf unserer Seite landen. Im Jahr 2012 war der meistgenutzte „Magischer fc“. Gefolgt von einem traurigen Anlass, denn auch „RiP Civetta“ wurde sehr häufig gesucht. Aber auch die Frage, ob blasen denn nun fremdgehen sei, wird immer noch sehr häufig gesucht und bei uns nicht beantwortet.

Und nun auf ein frohes 2013!

Dez 252012
 

 

Autor/in: Radaumannoo

Blog-Höhepunkt des Jahres: der kreative Kampf gegen die Goliathwache

Blog-Tiefpunkt des Jahres: englische Wochen mit eingeschlossener JHV und viel zu wenig Zeit

bester Blogeintrag fremder Blogger: die Goliathwachen-Artikel von Gegengeraden-Gerd

Fußball-Höhepunkt des Jahres: letztes Saisonspiel 2011/2012 gegen Paderborn – „Nur noch fünf! Nur noch vier! …“

Fußball-Tiefpunkt des Jahres: Verletzungen in der Hinrunde 2012/2013

Bester Spieler des Jahres: Markus Thorandt. Von der chronischen Gefahrenzone zur Institution in der Innenverteidigung – toll!

Überraschung des Jahres: Dass ich hier schreibe?

Enttäuschung des Jahres: Das Zeitungssterben beginnt. Hätte, wenn schon, ruhig die richtigen Schmierblätter treffen können.

Persönlicher Höhepunkt des Jahres: Keinen Tag arbeitslos nach geisteswissenschaftlichem Studium – check!
Gewinner des Jahres: Mario Balotelli

Verlierer des Jahres: die vom medialen Trommelfeuer sturmreif geschossene Fußballkultur

Persönlichkeit des Jahres: Alle, die sich ohne Rücksicht auf Verluste für ihre hehren Ziele einsetzen.

Konzert des Jahres: ebenfalls Sólstafir beim Paganfest in der Markthalle

Song des Jahres: Um nicht abermals meine bessere Hälfte zu wiederholen, nenne ich hier allein wegen des Titels Wyrm – Fucked In The Grave.

Film des Jahres: Hier kann ich auch nur „Ziemlich beste Freunde“ nennen.

Buch des Jahres: Grettis saga, auch wenn es schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat

Erkenntnis des Jahres: 42,5 Stunden/Woche sind nicht unbedingt anstrengend, aber erfordern ein strenges

Freizeitmanagement. Und: Man wird viel schneller so, wie man nie sein wollte, wenn man nicht aufpasst. Ich denke, ich bin wachsam.

Wunsch/Hoffnung für 2013: Die erfolgreiche Durchführung eines bestimmten Projektes. Außerdem wünsche ich mir, dass ich allmählich die richtigen Prioritäten für meine Freizeit finde.

Dez 242012
 

Liebe Leser, um euch ein bisschen über Weihnachten zu unterhalten, haben die drei Macher mal einen Fragebogen ausgefüllt. Es beginnt unsere Dame:

Autor/in: Radaula

Blog-Höhepunkt des Jahres: keine Goliathwache

Blog-Tiefpunkt des Jahres: DFL-Sicherheitspapier

bester Blogeintrag fremder Blogger: „Hurrah, endlich wieder Underdog!“

Fußball-Höhepunkt des Jahres: mit pinken Ponys auf Sonderzugfahrt nach Dresden

Fußball-Tiefpunkt des Jahres: Deniz Naki verlässt den FCSP.

Bester Spieler des Jahres: Philipp Tschauner, zurecht zweiter Kapitän, hoffentlich noch lange braun-weiß

Überraschung des Jahres: Laufen kann Spaß machen. Sogar mir! Und: Ich trete in die FCSP-Tria ein.

Enttäuschung des Jahres: beruflicher Stillstand

Persönlicher Höhepunkt des Jahres: das Airport-Race als Meilenstein meiner ungeahnten Sportlaufbahn

Gewinner des Jahres: die Gegengerade

Verlierer des Jahres: Chosen Fail

Persönlichkeit des Jahres: Ein Punkrock-Sanktpaulianer, Goliathwachen-Verhinderer, Mietenwahnsinn-Stopper und ein an-allen-Fronten-gleichzeitig-Kämpfer – er wird wissen, dass er gemeint ist. MOIN MOIN!

Konzert des Jahres: Sólstafir im Februar in der Markthalle, Rebekka Karijord + Linnea Olsson auf Kampnagel im November

Song des Jahres: Sólstafir – Fjara (zwar im letzten Jahr veröffentlicht, aber in diesem Jahr genossen)

Film des Jahres: Ziemlich beste Freunde

Buch des Jahres: Neue Nazis von Toralf Staud und Johannes Radke, 1913 Der Sommer des Jahrhunderts von Florian Illies

Erkenntnis des Jahres: Sie war stets bemüht (und doch nicht erfolgreich)

Wunsch/Hoffnung für 2013: berufliches Vorankommen, noch mehr Radau

Dez 232012
 

oder

Die JHV 2012

Vorbemerkungen

Liebe Leser, wie jedes Jahr wollen wir uns an einem ausführlichen JHV-Bericht versuchen und wie jedes Jahr wird sowohl uns als auch jedem Leser alles abverlangt. Man kann sich sehr gut nach dem Sinn und Unsinn eines solch ausführlichen Berichtes fragen und nur eine Minderheit der regelmäßigen Leser wird diese Ausführungen wahrscheinlich vollständig lesen. Wir wissen aber, dass dieser JHV-Bericht von vielen Menschen im Verein sehr gerne (zumindest quer) gelesen wird und auch als Historienbuch über ein Protokoll hinaus dient.

Trotz aller Routine bei der Herstellung solcher Berichte haben wir es heute mit einer Premiere zu tun, denn zum ersten Mal schreiben wir als Team. Das Ganze beruht auf meiner (@headnuthh) Mitschrift und der Radaumann hat auch Stichworte mitgeschrieben. Die @radaula war nur teilweise anwesend. Das ganze sprengt natürlich auch unsere Ressourcen erheblich, aber es wird schon.

Auf geht es

Die Spielregeln

Liebe Leser, auch wenn es die Regenwälder abholzt, lest diesen Bericht am besten auf Papier im Bett mit den Füßen hoch. Neuzeitlichere Menschen können auch Tablet oder Ähnliches verwenden, aber bitte nicht an einem Computerbildschirm in unbequemer Haltung. Ihr habt 33 Seiten Din A4 vor euch. Die Niederschrift erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen, trotzdem sind Fehler natürlich nicht auszuschließen. Falls ihr etwas anders verstanden habt, dann bitten wir um eine Anmerkung in den Kommentaren. Leider werden gerade Zahlen bei uns sehr schnell vorgetragen, sodass ein Mitschreiben nicht immer einfach ist.

Klarnamen werden nur bei Mitgliedern mit einer Funktion genannt. Nach der ersten Nennung des Namens versuchen wir den Namen abzukürzen (Stefan Orth = SO; letztendlich haben wir das nicht perfekt durchgehalten). „Einfache“ Mitglieder benennen wir mit ihrem im Internet benutzten Alias oder gar nicht, wenn es uns nicht bekannt ist. Wir haben versucht, die Schreibweise von Namen zu überprüfen, aber auch hier können sich Fehler einschleichen.

Das Ganze ist ein kommentiertes Wortprotokoll. Unsere eigene Meinung soll durch eine Klammer deutlich gemacht werden. Das lässt sich nicht immer 100 % durchhalten, die Gelehrten unter uns werden darauf hinweisen, dass eine Niederschrift ohne Reflexion gar nicht funktionieren mag. Vielleicht (jaja, solche Worte schreibt man am Anfang eines Berichts) sind wir ja auch mal unterschiedlicher Meinung, dann kennzeichnen wir das auch. Wir verlassen teilweise unser typisches „wir“, denn für den Radaumann und die @radaula war es jeweils die erste JHV, sodass Vergleiche zu früher in „wir“ nicht wirklich sinnvoll sind.

Vorgedanken

Häufig musste man in den letzten Tagen etwas von „Possenspiel“ lesen oder von „unnötigem Streit“. Wenn man jetzt so in Twitter herumstöbert, dann gibt es auch genügend Leute, die nun sagen „ach nun alles hinter uns lassen, unwichtig, jetzt wieder Fußball“. Es ist ein Fehler unserer Zeit, Diskussionen als negativ zu empfinden und sich „Ruhe“ als absolute Maxime zu wünschen. Das kann nicht das Ziel sein. Auch wenn Demokratie und Meinungen manchmal nerven, sind sie in einer offenen und pluralistischen Gesellschaft unbedingt notwendig. Ohne geht es nicht.

Auch eine Nachbereitung ist genau deswegen wichtig. „Was auf der JHV passiert, bleibt auf der JHV“ ist für Fans keine sinnvolle Lösung. Man muss der Presse, die genau diese ´“Ruhe“ als absolute Maxime propagiert, etwas entgegensetzen und sich in diesem Klima der Entdemokratisierung positionieren.

Den FCSP auf den sportlichen Erfolg seiner professionellen Fußballmannschaft zu reduzieren, ist nebenbei ein Tritt in alle Bereiche, die diesen Verein ausmachen. Ja, Fußball ist wichtig. Fußball ist das, was wahrscheinlich 99 % der Menschen in diesen Verein gebracht hat. Aber das Fußball eben nicht alles ist, dass ist seit 1985 unsere Grundmaxime. Und wer diese nicht leben will, weil sie ihn „nervt“, der sollte dringend zu Hoffenheim oder RB Leipzig wechseln. Da ist es immer „ruhig“ und alles auf den Fußball fokussiert.

Und trotzdem: Eine JHV wie die letzte zeigt die Grenzen unserer Strukturen an. Diese JHV war grenzwertig. Das ist umso erstaunlicher, weil es bei keinem einzigen Antrag (mal abgesehen von der Causa Stenger) eine wirkliche Gegenrede gab und allen Anträgen mehr oder minder entsprochen wurde. Hier gilt es zu relfektieren, was schief läuft, was verbessert werden muss und wie eine Überlastung vermieden werden kann. Es muss auch hinterfragt werden, wie die Auseinandersetzung über ein Sachthema nur über einen personellen Antrag möglich wird.

Diese JHV wirft Fragen auf, grundsätzliche Fragen. Und so ist dieser Bericht auch der alljährliche Bericht über die Möglichkeiten der Weiterentwicklung von uns. Uns Fans, uns Mitgliedern, uns, die wir der Verein sind.

Einlass und Vorlauf

Man hatte dieses Jahr den Einlass neu organisiert und diesen nicht nach Abteilungen getrennt, sondern einfach nur nach Buchstaben. Das Ganze führte zu weniger Helfern und am Ende auch zu einem relativ pünktlichen Beginn. Deutliche Schlangen bildeten sich trotzdem.

Man hatte sich 90 Minuten Zeit für den Einlass genommen und die wurden auch gebraucht. Der Saal war zum offiziellen Beginn deutlich gefüllt. Was auffiel, war, dass diesmal keine Handtücher Zettel der Rugby-Abteilung verteilt waren und diese so auch auf ihre angestammten Plätze verzichten musste. Das Publikum machte den Generationswandel im Verein deutlich. War früher das Verhältnis „elder statesmen“ zu „jung und aktiv“ eher 50/50 gewinnen, die Jungen und jung Gebliebenen immer mehr die Oberhand.

Über den Termin am Montag ist schon mehrfach geschrieben worden und wirklich perfekt ist der nicht, wenn man bedenkt, dass nach dem Ende der Versammlung um offiziell 0:54 am Dienstag morgen öffentliche Verkehrsmittel nur noch in Form von Nachtbussen verkehrten. Das ist sicher nicht die optimale Lösung. Hinzu kommt, dass auswärtigen Mitgliedern die Wahrnehmung ihrer satzungsgemäßen Rechte deutlich erschwert wird. Und auch das kann es nicht sein. Umso bemerkenswerter ist in diesem Zusammenhang, dass als auswärtige Mitglieder z.B. @diepauliane und viele Mitglieder der SPM anwesend waren und bis zum Ende aushielten.

Und noch bevor wir mit dem eigentlichen Abend begonnen haben, müssen wir hier schon eine Frage aufwerfen, die in den nächsten Jahren langsam in unsere Satzung Einzug halten muss: Wie nutzen wir neue Medien und die Möglichkeit von z.B. Stream und sogenannten Liquid Feedback in unseren demokratischen Prozessen? Ist eine Präsenzveranstaltung noch zeitgemäß?

Es wäre vermessen, hier jetzt eine endgültige Positionierung vorzunehmen, aber eine Satzungsreform wird hier unumgänglich sein. Das wird sich gleich noch zeigen.

Eröffnung und Begrüßung

Stefan Orth (SO) begrüßte die Mitglieder, die Gäste und die Medienvertreter zur Versammlung und schlug Dr. Christian Kaiser (CKa) als Versammlungsleiter vor. Dieser Vorschlag wurde mit einer Enthaltung angenommen. (Traditionell gibt es Lob und Tadel für den Versammlungsleiter gleich hier vorne. Der junge Mann hat seine Sache gut gemacht. Das einzige Tadel bekommt er dafür, dass er zu schnell spricht, um alles mitzuschreiben.)

SO erklärte dann, dass er sich eine sehr diskussionsfreudige JHV wünsche, in der aber respektvoll und tolerant miteinander umgegangen werde und man so einen vernünftigen Ablauf zum Wohle des Vereines hinbekäme.

CKa bedankte sich dann für das Vertrauen, freute sich, dass er die JHV erneut leiten dürfe und stellte sich kurz vor. Er sei 42 Jahre alt, begleite den Verein seit vielen Jahren als Fan und Mitglied und als juristischen Berater. Die Versammlung sei um 18:44 damit eröffnet. (Das machte er sehr formell, denn das wirklich ein Zeitpunkt so festgestellt wird, habe ich bei anderen Versammlungsleitern noch nicht mitbekommen.)

Er forderte die Presse auf, Aufnahmegeräte auszuschalten und auch private Tonaufnahmen zu unterlassen. Nach § 16 Absatz 2 der Satzung würde aber die Versammlung für Protokollzwecke aufgenommen, dieses Tonband würden aber nur die Organe außer der Mitgliederversammlung zur Einsicht bekommen. (Soweit alles Satzungskonform? Oder nicht? Es ist Zeit für einen der sehr beliebten Exkurse)

Unsere JHV und die Medien

Der Versammlungsleiter verbot traditionell die Verwendung von Aufnahmegeräten und später untersagte er den anwesenden Medien auch, einen Liveticker ins Internet zu stellen. Auf welcher Grundlage eigentlich? § 16 Absatz 4 unserer Satzung regelt, dass die Mitgliederversammlung nicht öffentlich ist, um sie dann gleich wieder öffentlich zu machen, in dem er auf § 14 Abs. 6 verweist, in dem geregelt ist, dass eine Akkreditierung von Medien möglich ist und die Einzelheiten das Präsidium regelt. Dies hat es auch dieses Jahr getan und am 19.11. die Presse aufgefordert, Anträge auf eine Akkreditierung einzureichen. Zumindest in dieser Mail werden weder Tonbandaufnahmen noch Liveticker verboten. Ob und wie das in der Zusage dann geregelt ist, haben wir gerade mal erfragt. Und Christian Bönig sagte, dass er das so von seinem Vorgänger übernommen habe, aber keine ausdrückliche Anweisung des Präsidiums erhalte. Er persönlich halte auch Liveticker und/oder Übertragungen für nicht sinnvoll.

Kann man so sehen, trotzdem besteht hier ein Defizit. Denn warum kann das Präsidium (bzw. die Pressestelle als Vertreter) als rangniedrigeres Gremium der JHV vorschreiben, wie es mit Presse umgehen will? Und ist es in Zeiten von Smartphone und Twitter nicht albern, den akkreditierten Journalisten etwas zu verbieten, was man dem einzelnen Mitglied faktisch nicht verbieten kann? Hier müsste vielleicht die Satzung schlichtweg verändert werden. Wir würden ja beinah eine Umdrehung vorschlagen. Die Sitzung ist öffentlich, sie wird gestreamt und die Versammlung kann aber beschließen, dass sie zwischendurch mal nicht öffentlich ist. Dann fliegt aber auch wirklich jeder Journalist raus und Twitter ist Ehrenratsangelegenheit. Gerne kann man vorläufige Regeln durch das Präsidium festlegen lassen, aber die JHV sollte diese immer formal bestätigen. So macht es unseres Wissens z.B. die JHV des Stadtrivalens.

Ebenso sollte der Verein versuchen, mit Stream und/oder einer Liveübertragung auf anderen Kanälen zu starten. Diese Halbgeheimhaltung hat sich angesichts der heutigen Technik überholt. Oder soll der Ehrenrat sich nun mit allen Mitgliedern auseinandersetzen, die während der Sitzung getwittert haben? Viel Spaß, Heiko.

Und ein Liveticker mit gewisse Regeln (Keine Namen, keine Strukturen) erscheint aus unserer Sicht sinnvoll und modern.

„Mehr Mut“, möchte man in den Raum brüllen. Vielleicht sollte das Präsidium mit einem entsprechenden Geschäftsordnungsantrag nächstes Jahr einfach mal einen Probelauf mit einem eigenen Vereinsticker probieren.

Exkurs Ende

Und weiter mit Begrüßung und Formalien

Das Protokoll betreibt wieder Uschi Steinhoff (seit Jahren nebenbei, einer der vielen unbesungenen Helden des Vereines). Danach ging er die Formalien durch, die wir nun nicht alle wiederholen wollen, da sich keine Einwände ergaben. Und beschlussfähig sind wir sowieso immer.

Man könne nur persönlich abstimmen (dazu später nochmal) und der Versammlungsleiter bestimme die Art der Abstimmung. Er wolle per Akklamation abstimmen, außer die Anträge zur Abwahl und zur Entfernung der Pflastersteine, um dort ein faires und freies Verfahren zu gewährleisten. (Nachdem in den Vorjahren viel zu viel Personelles offen abgestimmt wurde, findet das absolut unsere Zustimmung. Das mag nervig sein, das mag Zeit kosten, aber es kann eben nicht sein, dass man über Sachen offen abstimmt, die im direkten Zusammenhang mit Personen stehen. So etwas gibt nur jahrelanges böses Blut.)

Man solle die Stimmkarte deutlich sichtbar hochhalten, mit grünem Bändchen, wenn irgendwas nicht klar ist, werde man schriftlich erneut abstimmen. Schriftlich werde abgestimmt, in dem man den Saal verlasse und sein Kärtchen/Stimmzettel in die Urne werfe. Man habe Stimmzettel für die Ehrenratswahl und die beiden Anträge, die schriftlich abgestimmt werden sollen. Beim Ehrenrat habe man fünf Stimmen, man könne auch weniger, aber bei keinem Kandidaten zwei Stimmen abgeben, sonst sei das ungültig. Gewählt seien die fünf Kandidaten mit den meisten Stimmen. (Okay, jetzt lasst euch das mal einmal schnell vorlesen ohne Wiederholung, und dann überlegt mal, ob ihr es verstanden habt. Unsere Mitglieder anscheinend schon, denn es gab nur zwei ungültige Stimmen. Okay, es wurde auch noch mal wiederholt. )

CKa erläuterte dann die Mehrheiten: Satzungen und Abberufungen mit einer ¾-Mehrheit, alles andere mit einer einfachen Mehrheit. Eine Dringlichkeit müsse mit einer 2/3-Mehrheit festgestellt werden. Erst danach könne mit einfacher Mehrheit über den Antrag entschieden werden. (Behaltet das jetzt alles mal im Kopf, da kommen wir später drauf zurück.)

Er bat alle Redner, sich möglichst kurz zu fassen und sachlich zu bleiben. Geschäftsordnungsanträge werde er vorziehen, diese seien mit zwei Händen anzuzeigen. (Es ist und bleibt doch absurd. Die JHV des FCSP hat keine Geschäftsordnung, aber es gibt Geschäftsordnungsanträge. Auch hier ist dringend eine Verbesserung notwendig. Der Fehler liegt nämlich dort, wo Anträge geändert werden müssen, weil sie z.B. Fehler enthalten oder man sich auf einen Kompromiss einigt. Siehe dazu ganz viel später)

Und da sprang auch schon @deruebersteiger auf und verlangte, die Ehrungen und die Wahl des Ehrenrates vorzuziehen. Das habe man schon letztes Jahr gemacht und man müsse sich mal die Bedeutung für den Verein ansehen, das könne man nicht als letztes machen. Auch wenn dann die Anträge nach hinten rutschen würden, aber da müsse man die Leute bitten zu bleiben. Eine deutliche Mehrheit war für seinen Antrag. (Man muss sich ja auch mal folgendes überlegen: So ein Verein soll ein Gepräge haben. Und dieses Gepräge ist – so richtig urdeutsch nebenbei – sein Sporttreiben und seine Mitglieder. Wenn man die Auszeichnung von Ehrenämtlern und Amateursportlern aber immer weiter in die Ecke drängt, dann bleibt nur die kommerzielle Hülle übrig. Und dafür eignet sich die Rechtsform des eingetragenen Vereines nach deutschem Recht nicht. Das mag jetzt sehr formaljuristisch klingen, aber man kann einem Verein sein Herz nicht herausreißen und mit der Hülle Geld verdienen wollen.)

Kurze Verwirrung, wo genau die Tagesordnungspunkte nun angesiedelt werden sollten, aber dann war alles gut.

Die Verabschiedung des letztjährigen Protokolls

Wie immer hattet ihr alle das gelesen, habt es verinnerlicht, korrigiert und ihm dann im besten Wissen zugestimmt.

Das Totengedenken

SO nannte mehrere Namen und gerade bei den Namen der Jungverstorbenen denkt man an die Schicksale dahinter. Menschen, die mit 30 oder 34 Jahren versterben, gehen allemal viel zu früh. Bekannte Namen waren Otto Paulick (ehemaliger Präsi), Erna Thomsen (Silbersackwirtin), Günter Peine und Rolf Milewski (ehemaliger Zeugwart)

Es folgte eine sehr ruhige, sehr tiefe Schweigeminute.

Der Bericht des Präsidenten

(SO wird kein Volksredner mehr. Er mag andere Stärken haben als die Rede vor einem größeren Publikum. Ihm fehlt einfach die Vision. Er ist ein Verwalter, kein Gestalter. Das ist jetzt kein Vorwurf, liebe Leser, versteht es als Feststellung. Auch ein guter Verwalter ist Gold wert. Bevor er begann, kam ein großer Haufen Mitglieder zu spät, u.A. auch ein paar Jungs von der Rugbyabteilung, die gleich mal von G. gefragt wurden, ob sie denn Schnaps dabei hätten. Aber so schlimm war es doch noch gar nicht.)

Toleranz und Respekt seien wichtige Eckpfeiler des Vereines und hätten diesen immer wieder ausgezeichnet. Deswegen habe man sich immer gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus eingesetzt. Man habe die Politik ins Stadion getragen und habe dafür Respekt in der ganzen Republik bekommen. Dieser Respekt, diese Toleranz fehle aber im Umgang miteinander, da habe man viel verloren und man müsse dies zurückgewinnen. Diskussionen müssten in diesem Geiste verlaufen. (Ach ja, sollen wir jetzt einen Exkurs einfügen, der von dem Erstarren in Erinnerungen an die Zeit handelt, als alles noch so einfach war? Kein Wort einer Vision, kein Wort, das wir uns an dieser Front dringend weiter bewegen müssen und gerade von Vereinen wie Dynamo Dresden überholt werden. Und dieses „mimimimimimi, alle gemein und doof“ wirkt dann nicht wirklich überzeugend, wenn man so wirklich kein Beispiel hat. Jaja, später wird es noch ein paar Dinge geben, wo es angeblich unter die Gürtelline geht, aber davon bleibt bei nährer Betrachtung nicht viel über. Wir werden das aufklären, wo es passt.)

Man blicke zurück, forderte SO auf. Wenn man es mit vor fünf, sechs Jahren vergleiche, dann habe sich der Verein fantastisch entwickelt. Und zwar wirtschaftlich, wie auch sportlich. Man habe sich konsolidiert und man sei wirtschaftlich gesund. Dies sei die Grundlage für einen sportlichen Erfolg. Man habe einen Gewinn von zwei Millionen vor Steuern und einen Gewinn von 150.000 Euro nach Steuern. Dies sei ein erfreuliches Ergebnis.

Das Rekordergebnis des Vorjahres habe man nicht wieder erreichen können, da man abgestiegen sei. Wenn man es jedoch mit dem letzten Jahr in der zweiten Liga vergleiche, dann sei es eine Steigerung von 7,3 Millionen Euro an Umsatz. Man habe ein Eigenkapital von 5,3 Millionen. Dies sei eine Eigenkapitalquote von 38 % und dies sei unter den Führenden im deutschen Profifußball. Die DFL habe in der Nachlizensierung die Wirtschaftlichkeit uneingeschränkt bestätigt, die sei schon eine Selbstverständlichkeit, so weit sei man schon. Man habe die Bürgschaft für den Weiterbau erhalten und auch die Anleihe sei schnell ausverkauft gewesen. Und dies seien keine große Einzelzeichnungen gewesen, sondern insgesamt 5.7000 einzelne Zeichner.

Dieses Ergebnis sei umso erstaunlicher, als dass man 400.000 Euro Belastung durch Strafen gehabt habe. (Und Einnahmen von Kartenkäufern in Höhe von 4,8 Millionen Euro. Und man würde mal gerne wissen, ob damit auch kalkuliert wurde, die Hütte war ja letzte Saison ja doch ständig derbe voll. Herr Spies beschwert sich später über selektives „durchstechen“, das Präsidium selber bedient sich hier aber schon seit langem dieses Tricks. Natürlich sind die Strafen ärgerlich, ungeplant, aber wenn man sie fair auf das monetäre reduzieren möchte, dann bitte auch mit einem Vergleich zu den ungeplanten Einnahmen. Insbesondere da auch gelten muss: Mehr Zuschauer = mehr Leute, die auch mal Mist bauen können.)

Man müsse aber auch in Zukunft hanseatisch wirtschaften. Die Wettbewerbssituation und die Belastungen durch den Umbau, durch das Museum in der Gegengerade machen dies nötig.

Die Vermarktung mit der UFA funktioniert hervorragend und man habe 11 Millionen in diesem Bereich letztes Jahr erwirtschaftet und habe dieses Ziel auch dieses Jahr bereits erreicht. Man erwarte insgesamt 11,6 Millionen Euro und sei damit in den Top 3 der 2. Bundesliga. Man habe immer noch Zuwachs an Sponsoren und Separee Kunden. (Das alles klingt ja super, aber irgendwie bleiben Zweifel. Denn die angeblich mehr verkauften Separees und die gute Auslastung der Business Seats sind im Stadionbild nicht zu erkennen. Klar, wenn man andere Business Bereiche in der zweiten Liga sieht, in denen sich ausschließlich Staub breit macht, dann ist das Jammern auf hohem Niveau. Der Logen- und Business-Bereich ist nebenbei bei uns für beinah fünf Millionen gut, was etwas mehr ist als der „normale“ Ticketverkauf und die kapitalistische Bedeutung dieses Bereiches unterstreicht. Inwieweit dieser Bereich auch dann diese Summen erwirtschaftet, wenn man in der 2. Liga Magerkost anbietet, wird sich zeigen.)

Man werde weiterhin bei der Sponsorenakquise darauf achten, passende Partner zu finden. Man habe mit der PSD und mit der Fernsehlotterie Partner, die sich auch sozial engagieren und passen. Als Beispiel nannte SO die „Social Shirt“-Aktion der Fernsehlotterie und das Engagement der PSD Bank bei „Fanräume“.

Auch die Sponsoren seien zufrieden und dies zeige sich an langfristigen Bindungen. (Auch dass wird sich erst zeigen, wenn man weiterhin sportliches Mittelmaß ist. Das ist eben die Meisterfrage in all diesen Themen: Ist der FCSP nicht nur für „Otto Normalverbraucher“ attraktiv, sondern auch für die Werbewirtschaft, obwohl er weit davon entfernt ist, Pokale zu gewinnen?)

SO führte weiter aus, dass man weiterhin sensibel vorgehen wolle und so auch die Leitlinien des Vereines zu dem Bestandteil eines jeden Werbevertrages mache. (Man kann nur hoffen, dass hier dauerhaft und massiv aus Fehlern gelernt wird. Ich denke der Protest gegen die Werbeverbandung der HT hielt sich auch deswegen in Grenzen, weil die Sponsoren im Verein ein positives Image haben. Schön ist es trotzdem nicht und die Grenzen der Werbeverbandung sowie der Vermarktung müssen dringend definiert und eingehalten werden. Wir laufen sonst Gefahr, unser angekratztes Image ganz einer Plastik-Wirklichkeit zu opfern.)

Die neue Gegengerade werde ein Hexenkessel, er freue sich schon, von 13.000 Menschen den Millerntor-Roar zu hören. (er ergänzte NICHT „oder 13.000 Menschen beim Diskutieren über die letzte Nacht zuzuhören“, dabei ist das doch viel naheliegender. Jaja, Gegengeradenfrust immer noch.)

Auch an der Kollaustrasse sei man weiter gekommen und werde im Sommer die neuen Räume beziehen. Das Ganze sei nicht gut gestartet und man habe auch Probleme mit kontaminiertem Boden gehabt. (Dieser ganze Komplex „Kollaustraße“ wurde von allen Gremien nur kurz angerissen und hinterließ doch Fragen. Denn warum das Ganze nicht so gut gestartet sei und warum man auch Kostensteigerungen gehabt hat, wie später ausgeführt wurde, als dies wurde nicht wirklich hinterfragt. Ob man hier nicht mit einem Generalunternehmer besser gefahren wäre und wer eigentlich für die Missgeschicke und die Verzögerungen verantwortlich ist, darüber schwiegen sich alle aus. Bemerkenswert ist sowieso, dass der Name „Helmut Schulte“ nicht einmal genannt wurde.)

Auch im Kader habe man umgebaut. Man habe sich von verdienten Spielern wie Fabio Morena oder Calle Rothenbach getrennt und neue Spieler wie Thy oder Ginczek ans Millerntor geholt. (In dieser Aufzählung einen ausgeliehenen Spieler zu nennen, zeigt schon, dass das Kernproblem in unserem jetzigen Kader noch nicht erkannt ist. Die Gefahr, dass der Umbau jede Saison stattfinden muss, ist aufgrund der vielen Leihspieler noch nicht gebannt. Und unsere Stärke vorher war eben, dass ein Umbau viele Jahre nicht notwendig war, sondern nur einige Schönheitsreparaturen.)

Man habe Schubert entlassen und damit nachträglich die Entscheidung von Mai korrigiert. (Wenn man uns fragt: Selbstkritik ist das nicht so wirklich, oder? Auch hier bemerkenswert wenig Diskussion oder Anmerkungen über die gesamte Versammlung. Womöglich wollten viele Versammelte keine Zeit verschwenden, bis es bei den Anträgen ans Eingemachte gehen sollte.)

Mit Fronzeck habe man nun einen Trainer gefunden, der die Mannschaft aus dem Tabellenkeller geholt habe, man sei auf einem guten Weg, aber noch nicht über den Berg. (Auch hier: Eine 100 % Rückendeckung klingt irgendwie
anders. Aber vielleicht ist das Fehlen der typischen Fußballfloskeln auch irgendwie erfrischend.)

Man wolle in die Top 25, mittelfristig in die Bundesliga und sich langfristig wie Mainz und Freiburg in der ersten Liga etablieren. (Das Ziel wird in diesem Verein auch ständig neu definiert. Es ist wie anfangs erwähnt: Dem Verein fehlt eine Vision. Und das könnte in einer gefährlichen Stagnation enden.)

Dass man Rachid Azzouzi verpflichtet habe, sei ein Glücksgriff. Er sei ehrgeizig, ein Fachmann und habe einen Blick für Talente. Seine integrative Art käme gut an und präge seinen Kontakt zur Mannschaft, zur Geschäftsstelle, schönen Dank, dass du da bist. (Ihr merkt schon den Unterschied zu Fronzeck, oder? Achtung! Hier gab es zum ersten Mal überhaupt in der Rede Beifall. So viel länger arbeitet der Verein nun nicht mit Azzouzi zusammen als mit Frontzeck, dass die Beziehung so viel inniger sein dürfte.)

Die Nachwuchsarbeit entwickle sich gut. Dies sei der guten Arbeit von Alexander Eick und Joachim Philipkowski geschuldet. Man habe nun drei Sterne in der Nachzertifizierung durch den DFB erhalten. (Das bringt Geld. Die Details, warum es diese Sterne gibt, wie sie vergeben werden und so weiter und so fort, sprengen unseren Rahmen. Nehmen wir es einfach mal so hin. Wenn ihr euch nebenbei die Illusion der guten Jugendarbeit erhalten wollt, dann redet nie mit Eltern von Jugendlichen, die aussortiert wurden. So ein Nachwuchsleistungszentrum ist Leistungsgesellschaft pur.)

Die Sterne seien Auftrag und Bestätigung zugleich. Endlich habe man auch mal wieder drei Jugendnationalspieler. (Und kein einziges 17- oder 18-jähriges Talent, welches auch nur annähernd bei der ersten Mannschaft anklopft. Der Bittencourt des FCSP wird noch verzweifelt gesucht.)

Man sei auch im Nachwuchs eine feste Größe geworden und man müsse da der AFM danken, diese trägt einen großen Anteil am Erfolg. Herzlichen Dank dafür. (Man verheimlicht im Rückblick natürlich gerne, dass man letztes Jahr der AFM und damit diesem Erfolg beinah den Boden entzogen hätte. Das Modell an sich mit der Projektförderung der AFM trägt aber nun nach 13 Jahren richtig Früchte. Auch weil über 10.000 Mitglieder in der AFM zu einem Millionenetat führen. Dies weiterzuentwickeln und auszubauen wird die große Aufgabe sein, aber da wird Alex Gunkel (AG) später noch Ansätze zeigen, die vielversprechend sind.)

SO wolle auch den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle danken, die in ihre Aufgaben in diesem meinungsfreudigen Klub großartig lösen. Man wolle nun eine Weiterbildungsoffensive starten und so mehr Kompetenz bei den Mitarbeitern erlangen, welche die dann gewinnbringend in den Verein einbringen könnten. (Das ist so Managersprech, oder?)

Man habe kritisch im Verein diskutiert über Kassenrolle, Schweinske Cup und das Verbot, Rostock Karten abzugeben. Man habe da versucht, sich für die Fans zu positionieren. Auch bei den Themen Domwache und DFL. Man habe massive Kritik erfahren und müsse sich auch hinterfragen, man habe garantiert nicht alles richtig gemacht. Die Tragweite des DFL-Papiers sei nicht richtig eingeschätzt worden, man habe aber immer das Beste für die Fans gewollt. (Und wenn man sonst nix von @momorulez und seinem ganzen Geschreibsel gelernt hat: Was das Beste ist, sollte man immer den Betroffenen sagen lassen und dies sehr stark in seinen Herzen bewegen. [Sorry für die starke Verkürzung, Momo.] Wenn man meint, das Beste für XYZ gewollt zu haben, dann ist eigentlich schon der Denkansatz falsch. Der Erfahrungshorizont eines VIP-Besuchers ist eben ein anderer als der eines Gastfans. Man verstehe uns nicht falsch: Keiner von beiden ist richtig oder die ganze Wahrheit. Nebenbei sollte das auch der ACAB-Träger dem Polizisten gegenüber zugeben und der Polizist dem ACAB-Träger. Die Welt wäre ein besserer Platz, wenn alle Menschen dies endlich begreifen würden.)

Daher sei die Kritik und der Abwahlantrag gegen Gernot Stenger (GS) falsch. Kritik an einem sei auch immer Kritik an allen, da man ein Team sei. Man sei verwundert und es sei unangemessen, gegen einen aus dem Team Politik zu machen. Es verbiete sich von selbst und habe auch nichts mit einer konstruktiven Kritik zu tun. (Man will an dieser Stelle beinah ein „…auf die ihr ja grundsätzlich nicht hört!“ in den Saal brüllen. Man kann das alles so sehen [Erfahrungshorizont!], man kann das aber eben auch derart deuten, dass „intern“ „ruhig“ „nicht in der Öffentlichkeit“ bei dem Präsidium nicht mal ein lästiges Pfeifen im Ohr startet. Wir kommen beim Antrag darauf zurück.)

Was habe man also für Fans getan? Man habe den Stadionbau aktiv durch die AG Stadionbau begleiten lassen. (An dieser Stelle gab es vereinzeltes Gelächter. Ich glaube da entlud sich der Frust über das eben Angemerkte bei einigen Aktiven).

Weiter habe man nach dem Spiel gegen Dresden mit Hilfe eines Sponsors 13.000 Euro an den Fanladen und an Dynamo Dresden spenden können. Beim Schweinske Cup habe man eine klare Haltung an den Tag gelegt, beim Kassenrollenwurf sei man durch mehrere Instanzen gegangen, um ein positives Ergebnis für die Fans zu erreichen.

„Wir als Verein haben das DFL Papier abgelehnt.“ (Es kam erneut zu Gelächter)

Man hätte an dem Papier gerne weitergearbeitet und dabei gerne Fanvertreter eingebunden. Man halte aber einen Gewaltverzicht für richtig. Auch die Weiterentwicklung des DFB-Strafrechtes halte man für den richtigen Weg.

Man sei dann aber der Mehrheit gefolgt und habe das ganze abgelehnt. Dies sei auch richtig, da die Fristen nicht ausreichen, um das Ganze breit zu diskutieren.

Man distanziere sich ausdrücklich von Gewalt und dies gelte auch für die Polizei und eine übermäßige Gewaltanwendung durch sie. Gewalttäter gehörten nicht ins Stadion. Pyros seien verboten, aber da sei ein Dialog notwendig. Man müsse dort Fronten aufbrechen und den Dialog fortführen. (Es gab an dieser Stelle Beifall. Auch auf diesen Aspekt kommen wir später noch einmal zurück.)

Die Fans müsse man verstehen. Man müsse nicht immer einer Meinung sein, aber der Dialog müsse immer weiter gehen. Die Spielregeln des Ligaverbandes seien einzuhalten. Man sei über 18.000 Mitgliedern verpflichtet. Man habe viele Vorschläge aus der Fanszene umgesetzt und da müsse man auch mal Stenger danken. (Es gab an dieser Stelle sehr wenig Beifall.)

(Wir müssen reden. Reden über Gewalt. Die ganze Diskussion krankt doch alleine schon daran, dass niemand wirklich Gewalt definiert und dass ganz unterschiedliche Phänomene in einen Topf geworfen werden. Absurd wird es, wenn die ZIS z.B. Sachbeschädigung (was schon ein aufgeklebter Sticker sein kann) als Gewalt sieht. Und es ist bemerkenswert, wenn unser Präsident hier ausdrücklich das Recht auf Notwehr als legitim ansieht, mindestens zwei Leute aber gerade wegen einer solchen Notwehrsache vor den Stadiontoren stehen. Hier nicht nur Sonntagsreden zu dreschen, sondern wirklich mal dahin zu gehen, wo es wehtut – das wäre notwendig. Auch hören wir hier eigentlich zum ersten Mal, dass unser Präsidium bei Pyro verhandeln will. Finden wir gut. Aber warum war nur öffentliches Schweigen zu hören, als dieses Thema auf der Platte lag? Hier sich zu äußern, hätte Druck auf den DFB und die DFL gemacht.)

Man dürfe den Gesamtverein nicht außer Acht lassen. Es gäbe sehr viele unterschiedliche Meinungen und in diesem Zusammenhang sei der Aufsichtsrat erwähnt, mit dem es immer einen offenen Dialog gegeben hätte und man vieles kontrovers diskutiert habe.

Man habe den Satzungsänderungsantrag gehabt und sich hier mit dem Aufsichtsrat auf kurzem Wege zusammengesetzt und nun die Geschäftsordnung des Präsidiums geändert, um den Bedenken des Aufsichtsrates Rechnung zu tragen. Das es zu diesem gemeinsamen Wege gekommen ist, dafür danke er dem Aufsichtsrat und seinen Kollegen.

Aus den Erfahrungen heraus habe man den ständigen Ausschuss (das ist nebenbei etwas anderes als der ständige Fanausschuss) wieder eingesetzt. Dies sei ein Vorschlag des Aufsichtsrates gewesen und es läge nicht an ihnen, wenn es nun nicht gelänge.

(Es muss jedem klar sein: Wir brauchen ein solches beratendes Gremium. Es muss demokratisch legitimiert werden, es muss ernst genommen werden und es muss die Beratung des Präsidiums sicher stellen.)

Es könne nicht sein, dass man von Offiziellen anderer Vereine immer Lob für Fairplay erhält, dies aber im eigenen Verein intern nicht gelebt werde. Man müsse auch intern respektvoll miteinander umgehen.

Exkurs / So geht es nicht!

Liebe Leser, es wird noch häufiger von vielen Rednern auf den Umstand hingewiesen, dass der nötige Respekt fehle und auch „die Plakate“ gegen Herrn Stenger so schlimm gewesen seien. Und diese Diskussion ist so einfach falsch. Ja, auf den ersten Blick klingt das gut, wenn jemand zu Respekt auffordert. Jeder nickt und jeder klatscht. Aber alle Redner an diesem Abend versäumten eine Sache. Sie versäumten zu sagen, auf welche Plakate auf welche Handlungen sie sich eigentlich beziehen. Ist ein ein „Stenger, Bild dir deine Meinung“ oder ein „DFB/DFL Scheiss Verband, Stenger ein kleiner Adjutant“ wirklich schon „respektlos“?

Man muss hier nämlich sehr vorsichtig sein. Sehr schnell würgt man nämlich mit diesem ganzen Gerede von der Respektlosigkeit jegliche Kritikmöglichkeit ab. Nett sind die beiden beispielhaften Plakate nicht, aber wir würden sagen, dass sie ohne Weiteres noch im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung sind.

Den ganzen Abend blieb der Eindruck bestehen, dass schlichtweg nur das eine von der Presse zitierte Plakat gemeint war. Dazu hat der Übersteiger ja schon alles gebloggt.

Merke: Wenn man Respektlosigkeit vielleicht auch zu Recht kritisiert, dann bitte Ross und Reiter nennen und dementsprechend auch eine konkrete Diskussion über Umgangsformen ermöglichen. Das gilt auch für alle weiteren Redner, die sich zu diesem Thema geäußert haben.

Exkurs Ende

Man setze alles daran, dass die Domwache extern realisiert werde. Wichtiger Schritt sei die Finanzierung und dazu käme ja noch der Antrag. Die Wache im Stadion habe wirtschaftliche Gründe gehabt. Erst durch die AG Stadionbau sei man auf die Probleme aufmerksam gemacht worden und habe dann nach Alternativen gesucht. Wirtschaftlich seien die Alternativen jedoch nicht aus dem laufenden Einnahmen zu bezahlen.

(Haben wir zu Beginn etwas von „fehlenden Visionen“ geschrieben? An keinem Punkt ist das deutlicher als hier. Lieber eine langweilige, doofe Wache, die XYZ Euro fest für 400 Jahre einbringt, als auf der Hauptsichtachse irgendeinen einen wirtschaftlichen Betrieb zu etablieren, der die Chance hätte, mehr Geld zu generieren. Nein, so ein Museum trägt sich nicht wirklich alleine. Und es ist garantiert nicht das, womit man an diesem Standort richtig Geld machen könnte. Mit einer Restauration jedoch, die während Dom-Zeiten vernünftiges Essen anbietet und die an Spieltagen zum Biertrinken und zum Verweilen einlädt, könnte man – wenn nebenan Fanräume ist – garantiert ganz ordentliche Summen machen. Mal kühn behauptet: Selbst deutlich mehr, als mit so einer blöden Wache. Und Platz für ein Museum bliebe trotzdem. Nebenbei: Sowieso einer der Fehler in unserem Stadionbau, von dem am Ende Fanräume profitieren wird. Man hat die Südkurve als Schokoladenseite definiert, dabei ist die Gegengerade viel länger von der Straße aus sichtbar. Insbesondere im Winter und wenn kein Dom ist. Fanräume wird also trotz seiner sehr niedrigen Lage häufig weithin sichtbar sein.)

Der Antrag sei aber noch nicht alles. Man bräuche auch von der Wirtschaftsbehörde 80 qm des Heiligengeistfeldes, um eine externe Wache zu errichten. (Seid ihr irre? Jeder, der das Domreferat kennt und weiß, dass es sich hierbei um einen Staat im Staat handelt, der wird jetzt schreien. Und zwar richtig. Erfolgsaussichten, hier etwas zu bekommen, ohne richtig dafür zu blechen? Nahezu null.)

Dann sei der Platz frei für das Museum, frei für eine Gegengerade, die immer noch das Herz des FCSP sei. Man habe bereits einen Museumsförderverein gegründet und auch dort sei das Präsidium vertreten. Mit Fanräume, der AFM, dem Fanladen und dem Museum könne ein Zentrum des Austausches entstehen und ein Zentrum für kreative Ideen. (Da fehlt ein „neue“ vor den Ideen. Orth greift dort natürlich eine der Grundideen von Fanräume auf und wenn Räume wirklich Prozesse fördern oder verhindern, dann muss man nur hoffen, dass dies Räume werden, die Prozesse fördern. Und die neue, gerade auch hochpolitische Impulse fördern.)

Man müsse Fanräume loben, sie hätten das Geld eingesammelt. (Hier gab es zum ersten Mal so richtig fetten lauten Beifall)

Man begrüsse diese neue Heimat. Das Stadion müsse auch Anlaufstelle für das Viertel sein. Man wolle sich dieser Verantwortung stärker stellen. Hier sei ein Konzept in der Abstimmung. (Hört! Hört! Auf dieses Konzept sind wir sehr gespannt. Es ist überfällig und wird hoffentlich ein großer Wurf. Wenn der FCSP bei seiner Kernkompetenz (dem Sport) bleiben will, dann wäre z.B. eine vereinseigene Dreifeldhalle, die man dem Viertel teilweise zur Verfügung stellt, etwas, was in so einem Konzept drin stehen könnte. Ja, und man kann dann auch ein kommerziellen Fitness-Studio daran anbauen, um dies zu finanzieren. Aber warten wir ab.)

Man unterstütze Kiezkick, Nestwerk, VcA und mache die Bedürftigen-Speisung durch die Geschäftsstelle. (Ganz ehrlich: Erstmal alles sehr gut. Ob und wie nun diese gemeinnützigen Organisation auch einer kritischen Überprüfung standhalten, sei mal dahin gestellt. Da sind wir keine Fachleute.)

Die Marathonabteilung habe zusammen mit dem CaFee mit Herz einen Lauftreff für Obdachlose und Hartz-4-Empfänger organisiert. Mit ihrem Lauf gegen Rechts habe sie Flagge gezeigt und Zivilcourage bewiesen. Eine Neuauflage sei für nächstes Jahr geplant und man müsse der Abteilung danken.

Dies sei ein Beispiel, wo Abteilungen Verantwortung übernehmen würden. Hier ginge es nicht um Breitensport, sondern darum integrativ tätig zu werden. Auch Rugby habe das mit seiner Rugby-Schule gezeigt.

Rugby sei auch sportlich erfolgreich gewesen. Die Frauen sind Vizemeister geworden und die Herren aufgestiegen. Aber auch woanders Erfolge. So hätten die Handballherren gezeigt, dass Derbysiege nun mal die schönsten Siege seien.

SO danke allen, die sich in Abteilungen engagieren.

Insgesamt habe man einen Mangel an Sportstätten. (Jaja, Wiederholung: Lieber FCSP, das ist ein Thema, was dir ureigenst sein müsste. Wo du dringend zum Wohle von dir selbst und zum Wohle des Stadtteils tätig werden musst. So eine Dreifeldhalle kostet irgendwas zwischen 4 und 5 Millionen Euro, das müsste doch finanzierbar sein, verdammt. Und beim Grundstück muss man der Stadt halt extrem die Pistole auf die Brust setzen. Die bekommen immerhin eine coole Polizeiwache von uns.)

Das Nachwuchsleistungszentrum solle an die Kollaustraße wechseln. Da könne man eventuell weitere Flächen bekommen, dies sei dann aber ein weiteres zu finanzierendes Projekt. Es würden dann Flächen am Brummerskamp frei werden, die man anders nutzen könne. Auch der Betreuungsbedarf für die Jugenden steige und man wolle dort neue Planstellen schaffen. (So ganz überzeugt das Ganze noch nicht. Es ist allemal sinnvoll, ein möglichst großes Trainingszentrum an einem Ort zu haben und möglichst viele Mannschaften an einem Ort zu vereinen. Alleine schon, damit Profis Vorbilder für Jugendliche sein können, Trainer alle Mannschaften beobachten können, eine Durchlässigkeit entsteht, etc. Aber der Brummerskamp ist sehr weit ab vom Schuss, die Jugendmannschaften werden anderseits von der Kooperationsschule weggebracht. Man muss hier abwarten, wie genau das Konzept aussieht.)

Die Suche nach Sportstätten führe auch zu kreativen Lösungen. So habe man für die Dartmannschaft in der Mixzone für einen geringen fünfstelligen Betrag eine Spielmöglichkeit geschaffen. (Das haben die doch bei den Saufnasen innerhalb von drei Spieltagen wieder drin. Aber das zeigt so ein bisschen, wie Investitionen für Einnahmen falsch in unserem Verein behandelt werden.)

Insgesamt reichen die Bemühungen auch noch nicht aus, um das Clubheim attraktiver zu gestalten. Man habe auf Anregung der AG Clubheim die Preise gesenkt. (Später wurde dann noch eine Umgestaltung des Clubheimes angesprochen. Und man könnte in einem solchen Moment schreien und die Verantwortlichen unseres Vereines an die Wand klatschen. Direkt nach dem Bau der Südkurve wurden schon von außen Konzepte an den Verein herangetragen, um das Clubheim zu pachten und attraktiv zu machen. Aber nein, damals wusste der Verein ja alles besser und sowieso sei das ganze ja 220 Tage fremdvermietet. Und so stiefmütterlich hat man die Abteilungen, die ureigenen Nutzer dann auch behandelt und vergrault. Es ist nämlich nicht so, dass die Handballabteilung jeden Donnerstag das Jolly trocken legen muss. Das ist nicht zwingend. Es ist einfach Versäumnnissen zu schulden im Clubheim. Hier ist über Jahre richtig Geld verschenkt worden und es ist bezeichnend, dass an dieser Situation Fans etwas auf die Beine stellen und das Präsidium und die Geschäftsleitung vor sich hin träumt. Fehlende Visionen, fehlendes Gespür und der Hang, Investitionen immer nur als Kosten zu sehen, sind der Grund.)

Top 25 bleiben das Ziel. Man sei nun dabei, die Infrastrukturen zu schaffen, und werde den Verein wettbewerbsfähig machen. Dies werde man wie bisher in einem offenen Dialog machen und sich den Herausforderungen stellen. Immer zum Wohle des Vereins. Man werde bei der DFL für die Fans eintreten. Eine Mitarbeit heiße nicht, dass man alles akzeptiere, was da gemacht werde. Man müsse sehen, was mit der Domwache geschehe. Man sei im Herbst 2011 von der AG Stadionbau auf das Problem hingewiesen worden, das habe sich dann intensiviert und nun sei man in einer Phase, wo man direkt davor ist, das Ziel zu erreichen, dass die Wache extern entstehe. (Man könnte zu dem „intensivieren“ ergänzen, dass man denen gehörig in den Arsch getreten hat)

Damit hatte sich die Rede erledigt. Und sie war wie immer. Wo ist die Vision? Die Weiterentwicklung? Das Projekt hinter dem man 18.000 Mitglieder gruppieren kann? <ü>

Der Bericht des Kassenprüfers

Es folgte Markus Humfeld mit dem Bericht des Kassenprüfers. Seien wir ehrlich. Die meisten schalten hier ab. Und so richtig feurige Reden kann man von Zahlenmenschen nicht erwarten. Trotzdem ist es immer wieder interessant, hier mal hinzuhören.

Man habe die Kasse im März, Juli und September geprüft. (Alleine das zeigt, was für ein Aufwand das ist. Wir sprechen hier immerhin über eine Unternehmung, die Millionenumsätze hat.)

Man habe sich einen Überblick über das Vermögen, die wesentlichen Verträge gemacht, habe eine materielle Prüfung gemacht und den Finanzplan auf seine Plausibilität geprüft. Der Zustand sei positiv. Die Buchhaltung und das Controlling mache einen übersichtlichen Eindruck. (Wenn man bedenkt, dass es Jahre gab, wo wir von solchen Aussagen sehr weit entfernt waren, dann ist das schon mal gut.)

Die allgemeinen großen Themen zu Erst. Man wolle die Finanzzahlen nun hier nicht erläutern. Die Zahlen liegen jedem vor, sie seien erfreulich, auch in der Gruppe. Man könne jedoch die Zahlen nicht fortschreiben. Es gäbe vorhersehbare finanzielle Belastungen durch die Infrastrukturmaßnahmen und unvorhersehbare, wenn es sportlich nicht so läuft, wie man wolle. (Das sollten sich auch alle hinter die Ohren schreiben: Platz 12 in der zweiten Bundesliga gibt halt schon sehr viel weniger Fernsehgeld als Platz 4 in der zweiten Liga.)

Die sportlichen Ziele seien realistisch. Bei der Domwache habe man Bauchweh, weil dies weitere Belastungen mit sich bringe. Es sei nicht einfach, diese zu stemmen, aber man stimme trotzdem mit dem Ziel vollständig überein.

Auch zu den Satzungsänderungen habe man eine Meinung. Bei der Satzungsänderung zum Finanzplan sei man auch der Meinung des Aufsichtsrates, denn dieser brauche letztendlich genügend Zeit zur Kontrolle. Man sei auch der Meinung, dass Entlassungen sowieso nur mit Zustimmung des AR möglich seien, da diese ja auch Kosten verursachen würden. (Der Antrag wird dann letztendlich zurückgezogen. Auch lustig. Ob eine Beurlaubung an sich dann wirklich zustimmungspflichtig ist, darüber kann man sehr lange diskutieren.)

Es sei zum ersten Mal ein konsolidierter Abschluss vorgelegt worden. Damit sind die wichtigsten Kennzahlen für den gesamten Betrieb einsehbar. (Wurde an dieser Stelle in den Vorjahren hier auch immer gefordert, es ist wirklich schön, dass nun ein solcher Abschluss vorgelegt und später auch in der Satzung verankert wird.)

Die Mitgliederverwaltung ist wieder intern im Verein. Und dies begrüße man ausdrücklich, denn dies habe man immer gefordert.

Auch die Unterlagen zu Gehalt und Finanzen der einzelnen Töchter sind positiv, genau wie die Kassenbücher und die Unterlagen zum Stadionbau. Eine Anmerkung gäbe es in diesem Bereich aber schon. Denn es habe eine Vorauszahlung auf Bauleistungen gegeben, diese hätten einen Anlagecharakter gehabt und darauf habe man auch Zinsen bekommen. Das Geschäft an sich sei okay, aber es habe keine Genehmigung durch den Aufsichtsrat gegeben und dies sei ein Verstoß gegen die Satzung. (Später versucht dann Tjark Woydt, sich noch zu rechtfertigen, indem er die üblichen Argumente von „Eile“ und „Chance nutzen“ mit ein paar wirren Worten garniert. Blödsinn. An Regeln muss man sich immer halten. Und wenn eine Chance so kurzfristig ist, dass man nicht fragen kann, dann ist es eben keine Chance.)

Man bitte auch, das Augenmerk weiterhin auf die Bartergeschäfte (man tauscht Dienstleistung gegen Dienstleistung) zu richten. Dies sei seit 2009 professionalisiert worden, aber man müsse immer darauf achten, ob man die Dienstleistung wirklich brauche und ob diese auch mit einem drittüblichen Preis verrechnet werde.

Ein trauriges Thema sei die Footballabteilung. Hier seien Außenstände von insgesamt 30.000 Euro aufgelaufen. (Man hält mal kurz die Luft an. Das ist bei einer Amateurabteilung schon ein echter Hammer. Das ganze wird noch häufiger Thema werden.)

Man habe intensiv daran gearbeitet, diese Außenstände zu reduzieren und habe nun zur Verringerung in dieser Abteilung eine Beitragserhöhung beschlossen. Aus diesen Vorkommnissen leite sich die Empfehlung ab, immer eine Aufstellung über alle Forderungen und Außenstände zu führen als Abteilung.

Wenn Leasingautos von Abteilungen angeschafft werden, müsse man den formalen Prozess einhalten. Ausnahmen seien unrichtig. Das Präsidium vertrete den Verein und dies sei ein formaler Prozess. Die Abteilungen müssten sich auch fragen, in welchem Umfang sie eigenes Merch verkaufen würden. Das Etatvolumen habe bei einigen Abteilungen deutlich zugenommen. Irgendwann sei es nicht mehr sinnvoll, dies in eigener Regie zu machen.

Man habe ansonsten auch in den Abteilungen keine wesentlichen Beanstandungen. Nur leider werde teilweise immer noch kein Kassenbuch geführt, obwohl Bareinzahlungen zu erkennen sind. Ansonsten seien die Anregungen zur Kassenführung weitesgehend umgesetzt worden. Die Kassenschulungen hätten Wirkung gezeigt. Er wolle ein Dank an alle sagen, die Kassen verwalten, ebenso an die Geschäftsstelle und alle anderen Beteiligten für die Unterlagen, für die Arbeit und die Beantwortung aller Fragen. (Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie schwierig die Führung einer Kasse ist. Man frage einfach mal Monika von Fanräume. Und die führt eine Kasse, die noch relativ übersichtlich ist.)

Man empfehle dem Aufsichtsrat die Entlastung.

Die zwei Fragen wurden elegant verschlafen von uns.

Der Bericht des Aufsichtsrates

Hielt dann Dr. Christof Kröger (CK). Der Beginn konnte leider nicht ganz vollständig mitgeschrieben werden, denn es riefen menschliche Bedürfnisse.

CK begann damit, dass er über die Kleiderordnung verwundert sei, nächstes Jahr werde er auch ohne Krawatte kommen (er spielte darauf an, dass das Präsidium geschlossen ohne Krawatte erschienen war. Ganz ehrlich: Anzug und Krawatte ist in einem Sportverein auch eher übertrieben.)

Es habe viele negative Schlagzeilen in letzter Zeit gegeben zum Thema Trainer und an anderen Fronten. Aber es sei auch sehr Positives passiert. Das Nachwuchsleistungszentrum habe nun drei Sterne, mehr ginge nicht. Diess bringe auch finanziell etwas. Es sei aber keine Überraschung gewesen, sondern ein Ergebnis der bekannten guten Arbeit. Der Ausbau Kollaustraße habe begonnen nach einer nicht ruckelfreien Planung. (Erneut: Niemand hinterfragt das wirklich.)

Der sportliche Etat sei letzte Saison eingehalten worden und es sehe auch so aus, als ob dies auch dieses Jahr geschehe. Rachid Azzouzi habe gezeigt, dass er die Power habe, man müsse nun beweisen, dass er die PS auch auf einen schlüpfrigen Grund bekommt. (Man muss es klar sagen: Sowohl Präsidium als auch Aufsichtsrat äußern sich eher vorsichtig optimistisch als euphorisch über den neuen Sportchef.)

Der Austausch mit Helbig und Meeske sei sehr gut. Man sei mit einem Aufsichtsratsmitglied im Museumsverein um diesen zu unterstützen. Die externe Wache werde befürwortet und man habe auch ein Gespräch mit Neumann gehabt, um den Prozess weiterhin zu begleiten. Diese Gespräche hätten viel früher beginnen müssen. Der Aufsichtsrat und die AG Stadionbau hätten schon früher darauf gedrängt. Man sehe die Chancen zur Umsetzung einer externen Wache als sehr gut an.

Loben müsse man das Team von Daniel Bierhoff im Kartencenter, welches die Fans und gut informiert habe und damit auf dem Weg mitgenommen habe.

Man könnte nun an dieser Stelle einen langen Exkurs schreiben über das Kartencenter über die Geschäftsstelle, über Fehler und Überlastungen. Man kann aber auch – und dankenswerterweise dürfen wir dies – einen klugen Menschen zitieren, der ab und zumal für den FCSP tätig ist: „Klar, einige hier sind am Limit und haben leider nicht mehr die Muße vielleicht, sich diesem kreativen Input konstruktiv zu stellen. Da muss man schauen, welche Wege man beschreiten kann, um sich so zu begegnen, dass man hüben wie drüben das Gefühl hat, ernst genommen zu werden. Wir können tatsächlich noch so vieles machen. Gerade neulich habe ich mit einem Freund über diesen unerschöpflichen Jungbrunnen FC St. Pauli nachgedacht und geredet. Klar, es geht auch um monetäre Aspekte, aber erst mal fangen diese mit Herzblut gefüllt an und ggf. muss man erst mal Geld investieren, bevor das „Gut Implementierte, Neue, Schöpferische“ etwas abwirft. Das ist der kaufmännischen Leitung so nicht unbedingt immer nahe, was natürlich schnell den Eindruck bei den Aktiven ergibt, man fühle sich nicht ernst genommen.“

Besser und kürzer kann man doch das Ist und Soll nicht beschreiben. So muss man wohl doch immer wieder auf beiden Seiten für Verständnis werben und vielleicht auch mal die personelle Ausstattung und die Organisation unserer Geschäftsstelle hinterfragen. Man muss hinterfragen, warum viele Dinge mehrfach angesprochen werden müssen, warum man bei Karten-AGB mit der Pressestelle telefoniert und warum Leue unendliche Überstunden dreschen. Hier eine kritische Analyse wird Aufgabe der Zukunft sein.

Man habe letztes Jahr den Clubheimantrag (Ziel dieses Antrages war damals Herauslösung des Clubheimes aus der Gesellschaft, die auch den Ballsaal vermietet, die sogenannte Service GmbH. Der wurde ja letztes Jahr zurück gezogen und so verblieb das Clubheim in dieser Gesellschaft.) Weiter habe eine AG gebildet und nach etlichen Treffen wurden einige Ideen umgesetzt. Der große Wurf der Raumumgestaltung sei aber bisher ausgeblieben. Hier müsse man noch mal ansetzen. (Siehe oben)

Die ISO Zertifizierung sei erneuert worden und der TÜV habe dabei auch Fortschritte festgestellt. Das Audit habe bestätigt, dass man auf einem guten Weg sei, aber noch nicht perfekt. Man habe u.a. neue Stellenbeschreibungen gefertigt und Vertretungsregelungen. Es habe Kritik vom TÜV an der Geschwindigkeit der Umsetzung gegeben, aber man müsse das machen ohne den Verein zu überfordern. (Ganz ehrlich: Brief mit sieben Siegeln. Verstehen wir alle nix von. Vertreterregelungen und Arbeitsplatzbeschreibungen klingen nach sinnvollen Instrumenten.)

Man sei einer der größten Projektentwickler der Staat und man müsse honorieren, dass bei dem Bau der Gegengerade der Zeit- und Kostenplan eingehalten werde. (Kann man wirklich mal honorieren und wenn man sich so auf der neuen GG bewegt, dann sieht das handwerklich auch alles wirklich gut aus.)

Der Umbau der Kollaustraße sei weniger erfreulich gewesen. Das Projektmanagement sei schlecht gewesen, ein Finanzierungs- und Kostenplan habe zu Beginn nicht vorgelegen. Die Kosten seien deswegen über die Planung gestiegen. Aber nun habe man die festzurren können. (Und wieder war es mit diesen dünnen Worten genug.)

Die Anleihe sei ein voller Erfolg gewesen, man müsse dafür Tjark Woydt und seinem Team danken. (Vielleicht sollte dieser die neugewonnene Zeit dazu nutzen mal zu Erläutern, wie er seine Tätigkeit für den CDU Wirtschaftsrat mit seiner Tätigkeit im FCSP vereinbar hält. Insbesondere wenn man bedenkt, was für kranke Beschlüsse diese Partei letztens mal wieder gemacht hat. Und ja, es ist bekannt, dass er nicht Mitglied dieser Partei ist.)

Bei der Anleihe sei aber wichtig, dass man daran denke, dass die Gelder nur geliehen seien. Man müsse die auch zurück zahlen. Dies seien auch Risiken. Man sei diese eingegangen und egal, ob sie abgesichert seien oder nicht, man müsse diese Risiken bedenken. Wie schnell das gehen könne, habe man in Karlsruhe, Bielefeld und anderswo gesehen. (Ja und genau das muss man immer bedenken! Sportlicher Misserfolg in der falschen Saison kann hier ganz schnell existenzbedrohend sein. Genauso wie der Hebel eines solchen neuen Stadions eben auch dafür sorgen kann, dass man höher hinaus kommt, als mit dem alten Stadion.)

Man müsse deswegen die Disziplin haben Geld einzusammeln und es nicht einfach auszugeben, weil es da sei. (Das möchte ich in einem Fußballverein wirklich mal erleben, dass er in Saisons in denen es nicht läuft sein Erspartes nicht anrührt. Ich behaupte, wir werden es auch im FCSP nicht erleben. Und dies obwohl der Verein zur Zeit ein Guthaben von ca. 5 Millionen ausweist.)

Die Gesamtverbindlichkeiten lägen bei 32,9 Millionen Euro. So viel Verbindlichkeiten habe man nicht einmal in den schlechtesten Zeiten gehabt. (Auch wenn dieser Vergleich eigentlich unzulässig ist, weil Verbindlichkeit nun mal nicht gleich Verbindlichkeit, so zeigt er doch, dass man ganz ordentlich verschuldet ist. Wenn man dagegen einen Jahresgewinn von 5 Mio vor Steuern sieht und einen Umsatz von 26 Millionen (beides Konzernzahlen), dann weiß man, dass das Verhältnis erstmal am oberen Rand ist. Man wird in den nächsten Jahren genaustens auf diesen Posten achten müssen und warten, ob und wie dieser zurückgeführt wird.)

Die Ausleihung an Dritte in Höhe von 5,5 Millionen sei ohne Zustimmung erfolgt, es sei alles gut gegangen, aber man müsse sich fragen, wer die Verantwortung übernimmt, wenn es schief geht und an den Gremien vorbei beschlossen ist. Man müsse hier Vorsicht walten lassen. Der Aufsichtsrat warne ausdrücklich davor, hier zu überhitzen, auch wenn dies Außenstehende vielleicht anders sehen. Die Personalkosten seien gegenüber der letzten Zweitligasaison 09/10 auch um über 50 % gestiegen, die Verwaltungskosten um 100 %. (Man muss hier mal einhalten. Wenn ich das richtig sehe, dann bezieht sich das alles logischerweise auf die letzte Saison, denn das Geschäftsjahr endet ja mit dem Ende der letzten Saison. Das dieser Kader äußerst teuer war, kann sich jeder denken. Man kann nur hoffen, dass mit der Verjüngung des Kaders auch eine Gehaltsreduktion einher geht.)

Er fordere nochmal Vorsicht. Es gäbe Ansparungen für die Risiken, der Verein müsse entscheiden ob er selbstständig darüber hinaus eigene Rücklagen schaffe.

In den letzten Monaten habe es wieder Kommunikationsprobleme zwischen den Gremien gegeben. Mehrfach habe man sich nicht an Absprachen gehalten. Als Beispiel sei hier nur das DFL Papier und einige Personalentscheidungen erwähnt. Man habe dann als Aufsichtsrat dann nur die Möglichkeit diese Entscheidungen durchzuwinken oder sie zum Schaden des Vereines zu verzögern. (Man kann immer nur auf diese Formalien hinweisen und das Verständnis wecken. Es gibt keinen „positiven Satzungsverstoss“. Formalien haben ihren Sinn. Wenn sie sinnlos wären, dann muss man sie abschaffen, aber der Katalog in unserer Satzung macht aus unserer Sicht Sinn. Sinn, dass einfach mehr Augen auf ein riskantes Geschäft gucken.)

Der Aufsichtsrat sah sich gezwungen vier Punkte zu fordern um Voraussetzungen für eine sinnvolle Zusammenarbeit zu schaffen. Dies sei keine Gängelung gewesen, sondern solle die Qualität von Entscheidungen erhöhen.

Daher wolle man mitbestimmen bei Einstellungen, Entlassungen, der Aufstellung des Budget und wenn es um Sicherheitsfragen, um die Darstellung in der Öffentlichkeit und ähnlichem gehe. Man wolle die genauen Regeln nicht öffentlich machen, man habe sich aber in einem langen Gespräch mit dem Präsidium deutlich gemacht, dass man auf die Einhaltung poche. Ein Aufsichtsorgan sei keine biblische Plage, sondern stelle die externe Kontrolle sicher. Wer sollte es besser wissen, als der FCSP, wo zweimal Pleiten dadurch verursacht wurden, dass handlungsstarke Präsidien agierten, denen nicht reingeredet wurde. Daher brauche man einen guten Aufsichtsrat.

Man ziehe den Satzungsänderungsantrag zurück, nachdem man sich auf einer Arbeitssitzung mit Präsidium unter Vermittlung des Ehrenrates auf eine neue Geschäftsordnung geeinigt habe. Man danke insoweit auch dem Präsidium für die konstruktiven Gespräche.

Das Präsidium habe die Frage der Belastung der ehrenamtlichen aufgeworfen und auch in der Presse lanciert. Man müsse höchsten Respekt haben für das Ehrenamt. Aber man habe auch zwei Geschäftsführer, man müsse hier eben eine klare Aufgabenteilung leben und nicht alles selber machen wollen. Man habe klare Zuständigkeiten und Rachid Azzouzi und Michael Meeske hätten auch das uneingeschränkte Vertrauen des Aufsichtsrates. (hier wird angesprochen, was wir hier auch schon mal schrieben. Wenn man ein hauptamtliches Präsidium hat, dann braucht man die Geschäftsführer in unserer Form nicht mehr. Das mit dem Vertrauen in Michael Meeske hat einen kleinen Haken. Wenn es um Geldgenerierung geht, wenn es darum geht ein Unternehmen im kapitalistischen Sinn zu leiten, dann ist diese Vertrauen dar. Wenn es aber um das Gefühl und um die Kundenfreundlichkeit geht, dann hat dieses Vertrauen auch Grenzen.)

Spätestens seit der letzten Saison sei Gewalt auch beim FCSP Thema. Man müsse den Sachverhalt beim Kassenrollenwurf und den Schweinskecup nicht darlegen. Das Präsidium verfolge eine Linie der vorurteilsfreien Aufklärung, um dann erst die Sachverhalte zu bewerten. Man unterstütze dieses. Die Politik dränge seit dem Platzsturm bei der Fortuna auf repressive Maßnahmen. Es sei schon erstaunlich, dass ein Ausbruch von Euphorie ein zu früher Platzsturm als Argument genommen werde. Da habe man ja als FCSP Erfahrung und damals habe es aufgrund von Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters keine Folgen gegeben. (Fairerweise muss man sagen, dass in unserem Fall das Spiel entschieden war.)

Es werde ein Faß aufgemacht, was schon lange in der Büchse der Pandora ruhe. Der FCSP war dabei. Leider habe man keine gemeinsame Linie gehabt. Man habe sich vorher nicht abgestimmt und erst als man als Aufsichtsrat angemahnt hatte, sich abzustimmen, habe man eine Sitzung einberufen. Man hätte es als Aufsichtsrat begrüßt, wenn sich der Verein wie Union verhalten hätte. (Es setzte extremen Beifall an dieser Stelle.)

Es hätte sich gelohnt von Anfang an Verbündete gegen diesen Unsinn zu suchen. Man kann diesen Katalog nur in Gänze ablehnen. Es wäre besser gewesen mit Union zu stehen, statt mitzumachen. Es sei eine neue Diskussion notwendig, mit allen Beteiligten. Leider habe das Präsidium eine gemeinsame Erklärung abgelehnt. Schade, da habe ein Berliner Club einem was in Sachen Union voraus. (Wortspiele 200 bitte)

Wo Leidenschaft vorhanden ist, da sei auch die Gefahr, dass diese über die Stränge schlage. Wer dies ausschalten will, der müsse Familien, Popcorn und so weiter machen. Man sollte lieber das Risiko aus wahrer Leidenschaft eingehen. (Es ist schon bemerkenswert, wie „Familen“ im Fußball ein Schimpfwort geworden ist. Bemerkenswert alleine deswegen, weil wahrscheinlich sehr viele von uns mit Papa und/oder Mama zum Fußball gekommen sind.)

Das bedeutet aber nicht, dass man gezielte gewalttätige Angriffe tolerieren muss. Solche sind schlicht und einfach kriminell und müssen verfolgt werden. Dies muss von einem über die Stränge schlagen unterschieden werden. (Nebenbei hier vernünftige Maßnahmen zu ergreifen, die diese Differenzierung auch beinhalten, das ist wahrscheinlich die große Kunst.)

Man müsse entsprechende Fans dann sozialpädagogisch ansprechen. Der Erfolg des Fanladens ist gut. Man müsse die Fans in die Verantwortung nehmen, nicht im Sinne einer Fancharta, sondern man muss die positiven Kräfte bei den Fans stärken.

Beim Vorfall vor dem Jolly habe man bis heute die Verantwortlichen nicht ermitteln können. Beim Schweinske Cup gäbe es keine Aufklärung, die Arbeitsgruppe, die von Neumann einberufen worden ist, habe nicht einmal getagt. (Das übliche halt.) Man bedauere dies sehr.

Positiv sei insgesamt, dass man sich als Verein weiter entwickelt habe. Negativ sei, dass dies nicht immer reibungslos erfolgt sei, nicht immer im Vertrauen. Man müsse Strukturen schaffen, wo alle miteinander sprechen. Die Ereignisse in letzter Zeit schreien nach einem Fankongress 2.0. (Das ist doch eigentlich der Kern. Warum müssen Fans einen Abwahlantrag stellen, damit man endlich mal eine vernünftige Diskussion bekommt? Warum muss man zu einem solchen Mittel greifen, anstatt gleich von Beginn miteinander zu reden und ernst genommen zu werden? Das muss sich das Präsidium fragen. Gerade das Präsidium, denn sie führen.)

Man habe in Steine und Beine investiert, dies habe Geld gekostet. Dadurch habe man eine Belastung und ist zu einer jährlichen Ansparung verpflichtet. Man könne sich keine Panikreaktionen oder Abwärtsspiralen leisten. Eine wachenlose Gegengerade, Top 15 in der Bundesliga, das kostet alles Geld und man müsse sich die Finanzierung leisten können. Es gäbe Grenzen und die würden mit dem Aufsichtsrat nicht überschritten werden.

Es sei 10 Jahre her, als einige Mitglieder des heutigen Aufsichtsrates in ihren Funktionen angefangen hätten. Der Verein sei damals klinisch Tod gewesen. Dies wolle man nie wieder erleben Das man damals gerettet wurde habe man Corny Littmann zu verdanken, der vor kurzem seinen 60sten Geburtstag gefeiert habe. Danke Corny. (Es gab lauten Beifall)

Abschließend wolle man dem Präsidium danken. Den Abwahlantrag unterstütze man nicht. Man werde im Rahmen der Aussprache noch Stellung nehmen. Man schlage die Entlastung des Präsidiums vor. Vielen Dank

Liebe Leser, wir sind jetzt mit 50 % der Aufzeichnungen durch, aber ab jetzt geht es etwas schneller, weil nicht mehr so viel kommentiert werden muss. Und wie üblich wird die Schrift auch immer größer.

Woydt äußerte sich im Anschluss noch mal zu dem Satzungsverstoss, erklärte, dass ein solcher formaljuristisch vorläge. (Punkt, hier kann er dann aufhören, eigentlich), aber das sei gut gedeckt gewesen. Er hätte die Banken von Hellmich gefragt und die hätten bestätigt, dass dieser für die Summe gut sei. Und wenn schon Banken dies bestätigten würde, wäre das Risiko nicht so hoch. Die Anlage habe 3 % gebracht (Nun liebe Leser, folgende Frage: Wenn der FCSP 6 % zahlen muss, ist dann 3 % von einer Baufirma (nicht gerade sichere Branche) wirklich so lukrativ? Nun ja, kann man lange drüber philosophieren, es ist nun mal geschehen, aber ohne Zustimmung macht es Bauchweh. Das ist nämlich nah an der oben erwähnten Panikreaktion, wenn man solche Entscheidungen übereilt trifft.)

Er äußerte sich auch zur Domwache und erzählte, dass die Wirtschaftsbehörde federführend sei und da Leute säßen, die rechnen können und dies eine enge Kiste wird. Man müsse 1,6 Millionen refinanzieren ohne eine Zinsbelastung zu haben. Die DKB habe gesagt, dass sich das wirtschaftlich nicht rechne. Er hoffe, dass es gut gehe, aber es werde ein heißer Gang dies darzustellen. (Nun ja, das Problem ist vielleicht, dass ein Mensch wie Woydt wahrscheinlich noch meint, dass Polizei ja voll St. Pauli sei und man nur dann Ärger mit denen hat, wenn man „was gemacht hat“. Man hat immer wieder bei unserem Präsidium das Gefühl, dass die externe Wache ein „nice to have“ ist, aber der wirkliche Wille das nun mal durchzubrechen, der fehlt. Das ist eben das Gefühl was fehlt.)

Es wurde dann die Bowling B-Jugend geehrt. Dies wurde vorgezogen, weil die jungen Sportler ins Bett mussten. Mal wieder ein Grund für eine JHV zu vernünftigen Zeiten und an vernünftigen Tagen.

Der Bericht des Amateurvorstandes

Es folgte Bodo Bodeit. (Der in seiner Rede irgendwann seinen Abschied vorbereiten wird. JHVs ohne Reden von Bodo gehen gar nicht. Das kann nicht sein. Bodo, bleib bitte noch mindestens 40 Jahre Amateurvorstand.)

Am 17.09. habe man einen neuen Amateurvorstand gewählt. Bereits Monate vor der Neuwahl hätten er und Klaus Rummelhagen gesagt, dass sie das letzte Mal antreten für drei Jahre. Dieter Rittmeier habe aufgehört und er bedanke sich für das treue Wirken. Man werde jetzt noch drei Jahre im Amt sein und suche bereits jetzt Menschen, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Es gäbe zum Glück schon welche, es sollen sich aber noch weitere melden. (Man muss einfach sagen: Hier treten Leute in sehr große Fußstapfen, denn so ein Amateurvorstand ist ein absolut schwieriger Job. Ehre gibt es da nicht zu verdienen, aber Arbeit, die gibt es genug. Und im Notfall sitzt man auch noch ständig zwischen allen Stühlen. Aber Bodo wird es auch schaffen, geeignete Nachfolger zu finden.)

Man konnte auch mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Arbeit öde sei und nur für Leute, die sonst nichts mit sich anzufangen wissen.

Die Höhepunkte für ihn waren dieses Jahr der Blindenfußball, die in der Halbzeit vom Millionenspiel (was das auch immer gewesen ist, ich habe es so aufgeschrieben und erinnere es auch so) sehr viel Aufmerksamkeit bekommen hätten. Das FCSP Hallenmasters habe sich zu einem Treffpunkt der Blindenfußballfamilie entwickelt. Es habe einfach Spaß gemacht, aber leider schaffe auch der DFB im Blindenfußball immer mehr feste Strukturen, um z.B. die Blindenfußballnationalmannschaft für die Paralympics aufzuwerten. (Bodo spricht hier einen Zielkonflikt an, der nicht nur beim Sport von Menschen mit Behinderung, sondern in jedem Sport besteht. Elitenförderung vs. Breitensport. Und wenn dann Fördergelder an den Elitensport gebunden sind, dann wird das eklig. Denn gerade dort, wo keine wirklichen Profis existieren, sollte der Spaß bis in höchste Leistungsklassen im Vordergrund stehen. Und schon gar nicht sollte ein Verband den Menschen mit Behinderung zu stark vorschreiben wollen, wie und wo sie ihren Sport ausüben wollen.)

Man sei selber für die Bundesliga zu klein und habe eine Spielgemeinschaft mit Dortmund. Man sei in der Bundesliga Vorletzter geworden, das könne man eigentlich auch alleine, da werde man auch immer Vorletzter oder Letzter. (Wenn wir das richtig verstanden haben, zwingen die Regeln des DFB zur Spielgemeinschaft, ohne nun irgendwelche Details zu kennen. Wenn man die Entfernung Dortmund – Hamburg sieht, dann kann man sich grob vorstellen, welche Belastungen hier Menschen für ihre Passion, für ihren Sport auf sich nehmen.)

(Bodo begann dann seinen üblichen Ritt durch die Abteilungen. Und ja, wir geben den wieder. Wir sind ein Sportverein und da sollen auch die Amateure ihren gebührenden Platz haben.)

Schach: Der dienstägliche Spieltermin sei gut besucht. Die Vereinsmeisterschaft läuft und die beiden Teams in der Landesliga hätten hohe Ziele. Die 1. Mannschaft wolle aufsteigen, die 2. die Klasse halten. Man habe die St. Pauli Open zum dritten Mal durchgeführt. Es habe eine gute Atmosphäre geherrscht, die Organisation begeistere. Die Veranstaltung trage sich selbst und werde mit viel Herzblut organisiert. (Er nannte zwei Namen, die ich leider nicht mitbekommen habe, aber das ist schon sehr krass, so etwas zu zweit zu organisieren.)

Bowling: Man habe den 5. Platz in der 1. Liga belegt. Ein weiteres Team habe in der zweiten Liga den dritten Platz belegt. Und noch viele weitere gute Platzierungen folgten. (Die er alle aufzählte, aber da verlies die Mitschrift ihn. Im Bowling gibt man sich noch irgendwelche Unterteamnamen wie z.B. St. Pauli Action Team (das klingt wie eine Hooligangruppe). Das System verstehen wahrscheinlich nur eingefleischte Bowler.)

Marathon-Abteilung: FCSP Lauf gegen Rechts. 1.400 Leute liefen mit, es blieben 3.800 Euro für antifaschistische Projekte über. Man wolle den Lauf nun immer am ersten Sonntag im Juni wiederholen. Daher hieße es am 02.06.13 wieder Flagge zeigen und alle auf die Straße.

Rugby: 577 Mitglieder (Ey, Triathlon, die haben wir bald ;-)); davon 199 Jugendliche. Die Frauen standen im Finale, haben dort knapp verloren. (Dieses Jahr nebenbei vollkommen unauffällige JHV-Teilnahme. Das sind wir nicht gewöhnt. Es wäre schön, wenn nun alle so ein bisschen die Visiere wieder aufklappen würde und das Verhältnis zu dieser Abteilung entspannter werden würde. Immerhin ist es die sportlich erfolgreichste.)

Handball: Die ersten Männer hätten den Klassenerhalt geschafft, aktuell stehe man auf einem 10. Platz. Auch die Frauen seien sehr erfolgreich gewesen und man empfehle, die Spiele in der Budapester Straße zu besuchen.

Triathlon: Man hat den 2. Kindertriathlon durchgeführt, auch nächstes Jahr seine einer geplant. (Für die Nichterwähnung des X-Mass Run gibt es aber links und rechts eine, lieber Bodo!)

Zum Allgemeinen: Man habe Abteilungsordnungen überarbeitet. Um auch die Strukturen zu verbessern (unklare Aufzeichnung hier).

Ein Problem bliebe die Turnhallensituation auf St. Pauli. Ein Traum wäre eine Zusage für ein Baugrundstück für eine Halle, aber man baue ja lieber Türme. Die Planung gehe an der Wirklichkeit der Menschen vorbei, die hier leben. Er habe sein Lieblingsgrundstück auf dem Heiligengeistfeld schon mal abgeschritten, wo die Halle hin kann. Man müsse Visionen haben, sonst werde man nur Verwalter des Missstandes. (PUNKT! Lieber FCSP, dies muss in den nächsten Jahren unser Thema werden. Und zwar vom Vorstand bis zum einzelnen Mitglied. Eine Sporthalle, Dreifeld, gerne mit angeschlossenem Reha- oder Fitness-Center, um die „Wirtschaftlichkeit“ zu gewährleisten, in Eigenregie, im Viertel. Hier eine Kampagne zu starten, wäre Aufgabe unseres Präsidiums. Es kann nicht sein, dass wir zwar Teil der bewohnten Eventfläche St. Pauli sind, aber nichts für ihre Bewohner tun. Hier muss sich unser Engagement in den nächsten Jahren erheblich steigern.)

Football sei ein Desaster gewesen. Das Finanzwesen sei aus den Fugen geraten. Man war es leid, als man Mahnungen und Pfändungen ins Haus bekam. Man habe die Abteilungsleitung ihrer Ämter enthoben. Insgesamt hat es 30.000 Euro unbezahlte Rechnungen gegeben. In einer gemeinsamen Sitzung mit dem Aufsichtsrat und dem Ehrenrat habe man die Probleme gelöst. 50 % der Schulden vom Präsidium übernommen, 50 % vom Amateurvorstand. Diese müssen nun über die nächsten drei Jahre zurückgezahlt werden. Man habe nun einen neuen Vorstand gewählt und einen neuen Kassenwart. Er bitte alle, die Abteilung zu unterstützen. Was bleibe, sei die Enttäuschung über einzelne Personen.

Als Hinweis wolle er kurz erwähnen, dass Mitgliedsbeiträge Sache der Abteilungen sind. (Wahrscheinlich ist hier der Hinweis auf entsprechende Finanzierung des Museums und der angedrohten Umlegung von Strafen auf Mitgliedsbeiträge gemeint. Das wäre nebenbei mal einen eigenen Blogbeitrag wert.)

Es habe auch eine St. Pauliade gegeben, die von den Fußballherren gewonnen wurde. Zweiter sei die Geschäftsstelle geworden, dritter USP. Man habe einen Lagerraum im Telekomgebäude anmieten können. Es habe Jahre gedauert, bis man endlich mal einen Menschen gefunden habe, der verantwortlich gewesen sei. Man habe eine Musikanlage gekauft, die man nun ausleihen könne und die auch schon auf der Fanräume-Veranstaltung „Ein Kessel braun-weißes“ im Einsatz gewesen sei.

An der Clubheim AG habe man sich beteiligt. Man habe hier aber noch nicht alles erreicht. Die Preise seien gesenkt und der Sportbetrieb hinten ausgeweitet worden, doch das Bahnhofshallenflair habe man noch nicht wegbekommen. (Trauerspiel, siehe oben)

Man wolle den Vereinsneujahrsempfang wieder trennen von dem Ehrenamtlichen-Treffen. Da sei man in der Umsetzung.

Man habe auf dem Konto des Amateurvorstandes 170.000 Euro. Davon würden noch 50.000 Euro für Übungsleiter abgehen. Man werde besprechen, wofür man das ausgeben werde. Im Bereich der Jugend sei man knapp über den wichtigen 10 Prozent, man arbeite dran. (Siehe dazu auch die Vorjahre. BTW: Die Triathlonabteilung hat auch einen Jugendbereich.)

Die Kassenwärte müsse man wegen neuer Lohnsteuerpflichten nachschulen. An „St. Pauli braucht Sporthallen“ arbeite man weiter. Die Pestalozzihalle sei nun an eine Baugenossenschaft verkauft worden mit der Auflage der Sanierung.

Sein persönliches Thema sei ja der Schwarzmarkthandel. Einzelne fliegen immer wieder auf. Beim letzten Montagsspiel habe er 25 Leute gesehen, die man ja schon mit Handschlag begrüßen könne, weil es immer die gleichen Personen seien. Er finde es gelinde gesagt zum Kotzen. Man müsse diesen Markt schließen. (Der schließt sich womöglich in der Rückrunde von ganz alleine, weil wir dann soviele Plätze haben, dass wir an Spieltagen selbst noch Stehplätze verkaufen werden.)

„Auf dass uns der Himmel nicht auf den Kopf falle“ (Was wäre eine JHV ohne diese Schlussformel von Bodo? Was wäre eine JHV ohne eine Rede, die weniger von brillianter Rhetorik, denn von Herzblut geprägt ist? Was wäre ein Verein ohne Menschen wie Bodo?)

Die AFM berichtet

(Vorbemerkung: Populistische Redewendungen zu benutzen, machen einen guten Redner aus. Ein gutes Publikum erkennt man daran, dass es diese erkennt und bewertet. Um noch einmal einen klugen Menschen aus dem Verein zu zitieren: „Meiner einer würde zum Beispiel nicht sagen, „der Gunkel hat aber ein paar tolle Worte gefunden, die haben mir aus dem Bauch gesprochen“ und auf der anderen Seite „der Spies war mit seiner Aggro-Rede sowas von daneben, der gehört an den Pranger““ Wichtig ist eben, hinter dem Populismus den Inhalt zu sehen. Dies ist keine Kritik an dem jeweiligen Redner.

Alex Gunkel berichtete also. Früher hätten wir uns das geschenkt, da wir aber mal wieder auf der AFM-Versammlung gefehlt haben, wollen wir der größten Abteilung in diesem Verein hier wenigstens Platz einräumen.

Er werde sich traditionell kurz halten. Am 03.10.12 habe man Wahlen gehabt und sei im Amt bestätigt worden ohne Gegenstimme. Das zeuge von Vertrauen und man habe Daniela als neues Mitglied für die Abteilungsleitung gewonnen. Sie sei aus dem Fanladen noch bekannt. (Und endlich mal eine Frau in einem höheren Amt beim FCSP. Hier mal eine persönliche Anmerkung von mir (@headnutHH): Ich weigere mich weiterhin, Gremien zu wählen, wo nur weiße Männer zur Abstimmung stehen. Wenn das nächste Mal eine Frau antritt, ist sie gewählt. Wenn ich einen Wunsch äußern darf, dann wäre diese Frau auch noch jung, aus dem Ultraumfeld oder aus der aktiven Fanszene. Das wäre Ideal.)

Man habe einen beeindruckenden Mitgliederzuwachs in den letzten Jahren gehabt. Bei der JHV 2011 seien es noch 9.666 Mitglieder gewesen, heute bereits 10.895 – ein Zuwachs von 1.200 innerhalb eines Jahres. Man habe 2/3 aller stimmberechtigten Mitglieder des Vereines in der Abteilung. Die Steigerung beruhe dabei weder auf Werbemaßnahmen oder Euphorie. Man habe einen Millionenetat von dem ca. 80 Prozent in die Jugend gingen. Dies sei schließlich der explizite Sinn der Abteilung. Auch Fan- und Vereinskultur solle man nach dem Zweck stärken und daher habe man das Antira gefördert. Dieses sei ein wichtiges und fröhliches Treffen. Dazu habe man noch das Gedenken an die Edelweißpiraten in Köln und … (noch etwas, was ich leider nicht mehr lesen kann) gefördert.

Nächstes Jahr werde man das Sommerfest der FCSP-Fanszene und eine Tour zum Alerta-Turnier unterstützen. Das Museum werde man auch unterstützen. Man habe sich zu einer Ko-Finanzierung bereit gezeigt.

Der Umzug in die Fanräume stehe bevor. Man habe sich diese Räume gewünscht. Es gelte nun, sich einzurichten und das Ganze mit Leben zu füllen. Der Saal solle Treffpunkt, Kneipe (wenn man genau hingeguckt hätte, haben hier wahrscheinlich einige Leute gezuckt) und Zuhause des Vereines werden. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, sind Aufgabe der AFM.

Begeistert habe letztes Jahr das Nachwuchsleistungszentrum. Die drei Sterne sind auch ein Verdienst der AFM-Mitglieder. Man habe Konzepte entwickelt und diese umgesetzt. Dies sei alles ein Erfolg der AFM. In der Jugendförderung sei der Ausbau der Kollaustraße zentral. Drei Plätze, davon ein Kunstrasenplatz, seien fertig. Das Funktionsgebäude sei im Bau und böte Platz für vier Mannschaften. Letztendlich sollen dort die U 17, U 19, U 23 und die Profis trainieren. Daher habe sich die AFM auch entschlossen, das Ganze mit 500.000 Euro zu unterstützen. Das Geld sei bereits geflossen. (Diese Kombigeschäfte sind – wenn sie steuerlich abgesichert sind – natürlich eine der Sachen, die so eine Förderabteilung so richtig großartig machen.)

Die AFM begleitet auch die sozialpädagogische Betreuung der Jugendlichen. Seit zehn Jahren macht dasClaus Teister, ein Mensch der 24 Stunden St. Pauli lebt und ehrenamtlich noch viel nebenbei mache. Dafür werde er heute zu Recht ausgezeichnet. (Ja, kann man sich nur anschließen.)

Man habe einen weiteren sozialpädagogischen Mitarbeiter mit hauswirtschaftlichen Kenntnissen angestellt. (Unsere eingeschränkte Fantasie stellt sich jetzt einen Koch vor, der den Eiern sagt „Ich versteh ja deine Probleme, aber du musst nun ins heiße Wasser.“)

Seit vier Jahren arbeitet man mit der Schule zusammen, um ausgefallenen Unterricht nachzuholen. Das Ausbildungsprojekt werde auch weiter finanziert und die „Young Rebels“ (mit geilem Schweißband) ist auch schon zum siebten Mal erschienen. Dem Kollektiv, welches daran seit sieben Jahren arbeitet, sei auch zu danken.

Man hat auch drei neue Kleinwagen angeschafft und habe nun insgesamt 5 für die Jugenden. Auch andere Abteilungen habe man unterstützt. Der Fokus habe auf Rugby, Mädchenfußball und Handball gelegen, da wolle man in den nächsten Jahren auch die Förderung intensivieren.

Man habe auch noch eine Vision von einem weiteren Ausbau der Kollaustraße, sodass dort alle Leistungsmannschaften einziehen könnten. Dies wäre eine weitere Verbesserung gegenüber dem Brummerskamp. Aber das sei bisher nur eine Idee, eine Vision, die bisher nicht konkret besprochen sei. (Die Vision ist natürlich immer schön, denn mehr Platz kann man auch im Fußballleistungsbereich immer brauchen. Die Frage ist: Ist da wirklich eine Chance, mehr Raum an der Kollau zu bekommen oder ist da noch der Wunsch Vater des Gedanken? Drücken wir die Daumen. Und Visionen befürworten wir ja uneingeschränkt, also Ruhe hier!)

Letztes Jahr habe man den Antrag gestellt, die U 17 und die U 19 im ideellem Bereich zu belassen. Eine Herausnahme hätte den Abteilungszweck gefährdet und man sei froh, dass dieser Antrag angenommen worden sei. Man hoffe, es bleibe nun auch dabei.

Die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat, den Kassenprüfer und dem Amateurvorstand laufe reibungslos. (Und damit ist dann schon klar, was nun kommt.)

Mit dem Präsidium und der Geschäftsführung gebe es keine Reibungspunkte in direkten Abteilungsfragen. Letztes Jahr sei er kritisiert worden, dass er seine Meinung zu heftig vorgebracht habe. Das sei aber wichtig gewesen. Man müsse aber auch sagen, dass Großes mit dem Stadionbau und dem Trainingsgelände geleistet wurde. Auch das man im Nachklang zum Schweinskecup klar Stellung bezogen habe, wo nach dem Jolly-Überfall noch Schweigen herrschte. Man habe sich das erste Mal hinter die Fans gestellt, dem gebühre Respekt und Anerkennung.

Bei der Polizeiwache kam das Präsidium zu spät, aber es kam. Es wurde sich aktiv mit Kritik auseinandergesetzt, sei dann alles gut? Nein, denn die unsägliche Tonalitätsdebatte biete auch immer die Möglichkeit, sich mit dem Inhalt nicht auseinanderzusetzen. Diesen Kniff habe man zur Grundmaxime erhoben und man fühle sich ständig falsch verstanden, nicht wertgeschätzt und beleidigt. (So ganz mögen wir ihm da nicht Recht geben. Wie oben bereits erwähnt ist die Debatte SO wirklich unsäglich, denn wenn man nicht Ross und Reiter benennt, dann ist es eben eine reine Schutzdebatte ohne Inhalt. Jedoch: Das ist eben auch kein Freibrief, in einem Verein nun jeden Ton anzuschlagen, denn der macht immer noch die Musik.)

Stenger fühle sich so sehr angegangen. Aber von wem denn? In den geführten Gesprächen doch nicht. Er habe sich beratungsresistent gezeigt. Warum habe man am Ende so eine halbgare Pressemitteilung rausgehauen?

Hier wird deutlich, dass man erst Fehler bemerke, wenn einem der Wind ins Gesicht wehe. In der Debatte werde die Tonalitätsdebatte als Forderung dargestellt. Das Präsidium müsse sich aber fragen, wen es vertrete. Zwar sei die Kommunikation besser geworden, aber es reicht nicht Kommunikation allein aus, wenn man sich nicht beraten und überzeugen lässt. Wenn einem 100 Geisterfahrer entgegenkommen, muss man sich fragen, ob man selber in die richtige Richtung fährt. (Er spricht hier ein Problem an, was sich wie ein roter Faden durch die ganze Vereinskommunikation der letzten Jahre zieht. Niemand erwartet von einem Präsidium ein fehlerfreies Arbeiten. Niemand erwartet ein Präsidium, das alles kann und weiß. Aber ein Präsidium muss merken, dass interne Kritik nicht nur ein Sturm im Wasserglas ist, sondern dahinter auch wirkliche Interessen stehen. Es gab ordentlich Applaus. )

Es sei nicht Verständnis der AFM, dass das Präsidium vier Jahre vollkommen losgelöst von den Mitgliedern schalten und walten könne. Das Präsidium habe viel Gutes geleistet. Es müsse sich aber nicht wundern, wenn das Stadion komplett rot sei, wenn es immer nur auf Druck reagiere. Das Präsidium habe versprochen, sich mehr damit auseinanderzusetzen, man könne nur hoffen, dass dies ernst gemeint sei, es würde jedem im Saal freuen.

Die Anzahl der anwesenden Mitglieder

Als erste Zahl wurden 852 Mitglieder insgesamt und 825 stimmberechtigte Mitglieder vermeldet. Später dann: 960 zu 931 (Seien wir ehrlich, das sind zwar viele, aber insgesamt ist die Beteilungszahl trotz des unschönen Montags immer noch unter aller Sau. Wenn man bedenkt, dass unzählige Mitglieder aus NRW, aus Gummersbach und wo sonst immer her anwesend waren, dann muss man sich schon fragen, wo die ganzen Hamburger Mitglieder sind.)

Der Bericht des Ehrenrates

(Muss sich ein Ehrenrat zur sportlichen Situation der ersten Mannschaft äußern, wurden wir gefragt. Ja, muss er. Weil er es darf. Punkt.)

Manfred Heinzinger sprach dann für den Ehrenrat. Der Verein befinde sich im Umbruch. Man müsse ein neues Fundament legen. Dazu müsse man alle Kräfte bündeln. Man wünsche Frontzek und Azzouzi Erfolg. Es werde eine schwierige Saison für die Profis. Dafür hätten die U 17 und U 19 positiv überrascht. Man wünsche allen Mannschaften weiterhin alles Gute.

Bei 18.000 Mitgliedern habe auch der Ehrenrat mehr Aufgaben. Man habe zwei Geldstrafen wegen Ebay-Kartenhandel verhängt. Die Strafen seien bezahlt und auch die Sperren für einen Kartenkauf seinen zwischenzeitlich abgelaufen.

Der Ehrenrat habe auch den Konflikt um den Übertritt einer Mädchenmannschaft / Fußball zur Rugbyabteilung klären können. Alle Beteiligten hätten aus der Auseinandersetzung gelernt. (Das wollen wir hoffen und verweisen auf letztes Jahr.)

Ein weiteres Verfahren gäbe es im Bowlingbereich, wo gegen die Satzung verstoßen worden sei und die Abteilungsleitung zurück getreten sei. Das Verfahren schwebe aber noch.

Football: Das sei sehr unerfreulich gewesen. Eine Misswirtschaft von ungeahntem Ausmaß (und das beim FCSP, der sich doch mit Misswirtschaft auskennt ;-)). Man habe die Abteilungsleitung von ihren Ämtern enthoben und übergangsweise den Amateurvorstand beauftragt.

Insgesamt habe man 1140 Glückwunschkarten verschickt, die alle vom Ehrenrat und vom Präsidium persönlich unterschrieben werden. (Leute, das klingt jetzt nach Vereinsmeierei, aber wer schon einmal so eine Karte bekommen hat, der freut sich darüber. Meistens finden sich auch noch ein paar persönliche Worte auf der Karte wieder.)

Die Entlastungen

Das Präsidium wurde bei null Gegenstimmen und einigen über den Saal verteilten Gegenstimmen entlastet.

Ebenso der Amateurvorstand

Ehrenrat Neuwahl

Die Vorstellungen erfolgten alphabetisch und meistens nach dem Prinzip „Mein Posiealbum und ich“. Klar, was willst du auch groß erzählen in einem Gremium, welches keine eigene politische Agenda hat?

Peter Haselau: Er sei seit 1955 im Verein. Fußball bis 1964, Rugby seit 1967. Er habe mit großem Erfolg gespielt und bis 2007 als Schiedsrichter gewirkt. Auch international gepfiffen, in Ländern wie Moskau und Madrid. (So gesagt, war ein guter Lacher.)

Auch Endspiele der Deutschen Meisterschaft. Er sei seit zehn Jahren im Ehrenrat und fünf Jahre stellvertretender Vorsitzender.

Manfred Heinzinger: Er sei den meisten bekannt. 20 Jahre im Ehrenrat, seit zehn Jahren halte er die Berichte. Seit fünf Jahren sei er Vorsitzender. Vor 21 Jahren habe er die 7. Herren mitgegründet, nun halte er sich bei den 2. Alten Herren und mit Radsport fit. Er habe seinen Platz auf der Gegengerade, so lange er noch drei Stunden stehen könne. Er sei Bankkaufmann bei der Deutschen Ring Bausparkasse. (Immer wieder beachtlich, wie viele aktive St. Paulianer mit diesem alten Sponsor beruflich verbunden sind.) Er sei 50 Jahre alt. Für ihn stehe der Ehrenrat für Neutralität und Transparenz, für eine vernünftige Streitkultur.

Günter Merkel: Er sei Trainer Jugend gewesen, sieben Jahre im Ehrenrat und würde sich freuen, wenn man ihm wieder vertraue.

Winfried von Ruthkowski: Man kenne ihn unter „Winnie“. Er habe sich 2002 vom Arbeitsmarkt verabschiedet, habe dann etwas sinnvolles machen wollen und da sei er zum FCSP gekommen. Damals sei dieser ziemlich zerstritten gewesen und da habe er die fixe Idee gehabt, irgendwas zu machen. Und da habe er ein Spiel von der A-Jugend gegen die Alten Herren zu organisieren, weil das einen nach vorne bringt. Das sei im Chaos schwierig gewesen, aber zu Beginn 2003 war es soweit und es sei ein großes Fussballfest gewesen, was alle vereint habe. Nur gemeinsam habe man eine vernünftige Außenwirkung. Er mache das Ehrenamt mit Freude, wolle die Jugend unterstützen durch Rat und Weitergabe der Tradition. Er würde sich freuen, wenn man ihm vertraue.

(Und genau an diesem Vertrauen mangelt es so ein bisschen in unseren Rängen. Nicht nur, dass dieses – zugegeben nette – Spiel 2003 nun nicht wirklich als Wendepunkt der Vereinsgeschichte zu werten ist. Winni ist bei aller Begeisterung nur schwer in Regeln und Zusammenhänge einzubinden. Mal sehen, wie es im Ehrenrat wird.)

Heiko Schlesselmann: Jaja, liebe Leser, normalerweise würde jetzt hier eine Wiedergabe folgen, aber die lassen wir jetzt, denn außer kurz rot im Boden versinken war da nix sinnvolles drin in der Rede. Und dann auch noch ein Ehrenrat, der auf einer JHV (!!!) eine Ehrung (!!!) vornimmt, die nicht in der Satzung (!!!) vorgesehen ist. Das gibt noch richtig Mecker, Herr Schlesselmann. Und ich (@headnutHH) erwarte den Plakettenentfernungsantrag für die nächste JHV. Können garantiert die gleichen Antragssteller wieder stellen. Ich unterstütze ihn. Aus Prinzip! Trotzdem Danke, ihr Irren!

Wolfgang Sommers Rede wurde aus diesen Gründen auch komplett verpasst. Sorry, Wolfgang.

Das Ergebnis: 901 abgegebene Stimmen. Wolfgang Sommer fiel dann auch als 6. durch mit 460 Stimmen. Günter Merkel bekam 545, Peter Haselau 552, Winfried von Rutkowski 687, Manfred Heinzinger irgendwie mehr, aber nicht aufgeschrieben und Schlesselmann wiederholte seinen Triumph von vor fünf Jahren mit 741 Stimmen.

Es ist bezeichnend für diesen Verein, dass nun nicht etwa sofort jemand vom Präsidium aufsprang, um sich bei Wolfgang Sommer zu bedanken für die geleistete Arbeit. Zum Glück war der nächste Redner unser Fanbeautragter, der eigentlich einen Antrag vorstellen sollte, dann aber erstmal Wolfgang Sommer dankte.

Die Ehrungen

Wir fassen die mal grob zusammen und nennen nur bekannte Namen: Bei 25 Jahren Mitgliedschaft: Peter Benckendorff (ehemaliger Mannschaftsarzt), der erstaunlicherweise ohne aktuelle Adresse beim Verein ist. Andrew Pfennig, ehemalige Amateure-Legende. Bei 40 Jahren Hermann Klauck, bei 50 Jahren zwei Herren und bei 60 Jahren drei Menschen, die sich nun Ehrenmitglieder nennen können. Heins Lührs hat auch die 60 Jahre rum, ist aber schon Ehrenmitglied als alter Fahrensmann in unzähligen Ämtern.

Dann gab es die Nadeln für die nicht sportlichen Leistungen, denen man immer noch zwiegespalten gegenüberstehen kann. Auf der einen Seite MUSS man das Ehrenamt irgendwie anerkennen, auf der anderen Seite ist das immer eine sehr subjektive Ehrung. Und wenn da u.a. dreimal AFM-Vorstand geehrt wird, dann hat das immer den Hauch der Selbstbeweihräucherung. Ob dem nun so ist oder nicht. Denn geleistet haben die geehrten allemal etwas. Nur warum der Gregor geehrt wird, das bleibt wahrscheinlich auf ewig ein Geheimnis 😉

Für das Sportliche wurden dann die Rugby 1. Herren (Aufstieg), Tischtennis eine Dame und die 3. Herren, Tischtennis 2. Damen geehrt. Dann noch Bowling einige verschiedene Mannschaften (mit den Namen, siehe irgendwo oben)

Die Anträge

Erstmal gab es ein bisschen Technik zu klären, denn es wurde beantragt, das Ganze so zu stricken, dass man die beiden schriftlich abzustimmenden Anträge gemeinsam auszählen könne. Die Umgruppierung wurde bei Gegenstimmen der Breitseite angenommen.

Nebenbei: Lieber Verein, wenn man die Anträge vorab auf der Homepage veröffentlicht, dann muss das im VOLLEN Wortlaut geschehen. Es kann nicht sein, dass man erst am Abend sieht, dass den Anträge teilweise längere Texte zugrunde liegen. Ein Kürzen ist hier schlichtweg unzulässig und hindert die Meinungsfindung der Mitglieder.

Satzungsänderungsanträge

Der Antrag, die Anzahl der Wahlausschussmitglieder zu erhöhen, wurde praktisch begründet, denn der Wahlausschuss war zu diesem Zeitpunkt immer noch mit dem Zählen beschäftigt. Drei Gegenstimmen fanden sich dann doch, aber sonst waren alle dafür.

Konsolidierter Jahresabschluss: Unser Kassenprüfer erklärte, dass wir nun auch Champions League spielen können, und dafür waren beinah alle. Also auch angenommen.

(Ihr merkt, wir nahmen eine Konzentrationspause.)

Entfernung der Pflastersteine

Die Antragsstellerin war krank (falls noch notwendig: Gute Besserung) und @diepauliane las die schriftliche Begründung vor, die wir hier jetzt nicht wiedergeben wollen.

(Und nun passierte etwas, was uns auch nun, viele Wochen später, irgendwie ratlos zurücklässt. In den Notizen findet sich schon folgender Hinweis „Gegenrede:“ und das hätte doch nun kommen müssen, wenn MM an das Mikrofon tritt. Aber lest selbst:)

Er wolle kurz klarstellen, wie das dazu gekommen sei. 2008 habe man sich auf der Geschäftsstelle noch gegenseitig Geschenke zum Geburtstag gemacht und da sei man auf die Idee gekommen, Vierkant und Helbig die Steine zu schenken. Sollte eine Danksagung und Ehrerbietung sein. MM sehe schon einen erheblichen Unterschied zu den Stolpersteinen, aber wenn man in der Euphorie die Symbolik übersehen haben, dann tue es ihm leid. Er finde das ein bisschen überzogen, aber er müsse das dann als Gesamtverantwortlicher auf seine Kappe nehmen.

(Das ist nicht wirklich eine Gegenrede und auch sonst (Präsidium???) meldete sich keiner zu Wort.)

Der Antrag wurde später mit einer großen Mehrheit angenommen.

Abwahlantrag

(So komisch das klingt, man muss den beiden Antragsstellern auch mal Respekt aussprechen. Beide sind nun nicht wirklich die Rhetoriker vor den Herren und jeder weiß, wie schwer es ist, vor einer solchen Versammlung zu sprechen.)

Der Antragssteller begann also: Eine Abwahl habe eine große Hürde. Die Abwahl von Stenger sei gar nicht zwingend das Ziel des Antrages, sondern man wolle eine breite Diskussion.

Exkurs: Ist der Antrag denn überhaupt nötig gewesen?

Das ist die Meisterfrage. Die Antwort fällt unsererseits aber im Grunde genommen recht knapp aus: So ein Antrag ist einfach nicht der passende Weg. Er ist unpassend, weil er die sachliche Ebene zwangsläufig verlässt und auf ein persönliches Level geht. Und dies sollte für wirklich ganz schlimme persönliche Probleme vorbehalten sein. So lange man Stenger „nett“ und „angenehm“ findet, müsste es eigentlich auch anders gehen.
Natürlich kommt jetzt das „aber“: Es gibt eben auch eine andere Seite, die man bei Alex Gunkel sehr gut raushören konnte.

Das eine ist nämlich, sich freundlich und schätzend gegenüberzusitzen und zu reden. Das andere ist, wenn es im Gehirn nicht hängen bleibt. Und so freundlich die Jungs da im Präsidium sind, so beratungsresistent sind sie. Alles was man ihnen gesagt hat, ist schon wieder vergessen, wenn Herr Rauball ihnen gegenübersteht. Und das Zweite, was ihnen fehlt, ist ein Gespür für Fettnäpfchen. Ein Gespür dafür, wann es erhebliche Arbeit und Zeit sparen würde, wenn man sich gleich richtig verhielte.

Gerade hier wäre das ohne Weiteres möglich gewesen, denn alle anderen Gremien hatten es ihnen gesagt. Und gerade der FCSP hätte Brux zum Innenminister und z.B. Schatz zu der AG schicken können. Und dann hätte man gezeigt, dass man wirklich Opposition machen und andere Akzente setzen will. Und das sind Elfmeter ohne Torhüter.

Oder das Präsidium will in eine ganz andere Richtung, findet Law & Order super. Wir werden es nicht erfahren. Fakt ist: Wenn man sie nicht anders dazu bekommt, sich endlich mal in Ruhe Argumente anzuhören, dann muss es eben auch mal ein Abwahlantrag sein.

Nur wenn man dies wirklich als Ziel hat, dann muss man es wahrscheinlich besser entpersonalisieren und dann eben gegen das gesamte Präsidium einen Abwahlantrag stellen.

Exkurs Ende

Der Antragsteller erklärte, es gehe darum, deutlich zu machen, dass hier nicht die eigenen Interessen im Vordergrund stünden, sondern das Interesse aller Fans, aller Mitglieder. Durch die Diskussion mit diversen Gremien habe es zwischenzeitlich schon einen Teilerfolg gegeben, aber man müsse eine Grundsatzdebate führen. Das Ergebnis sei dabei zweitrangig.

Stenger habe auch Gutes getan, man könne das jedoch nicht einfach gegeneinander aufrechnen. We zwei, drei Tore erzielt, dürfe deswegen nicht einfach ein absichtliches Eigentor machen. Als kleine Anekdote wolle er erzählen, dass es ein Gesprächsangebot mit dem Präsidium gegeben habe. Das habe man aber abgelehnt, denn man wolle keine Beerdigung im Hinterzimmer, sondern man wolle das auf dem demokratischen und ehrlichen Wege erledigen. (Ob Hinterzimmergespräche nun per se unehrlich und undemokratisch sind, sei mal dahin gestellt, aber richtig ist, dass man diese Sache nun einmal in einem Big Bang beenden musste.)

Man habe bereits überlegt, den Antrag zurückzuziehen. Aber dies sei der falsche Weg gewesen, um die Wahrheit zu sagen. Das ganze im Hinterzimmer zu erledigen, sei kein ehrlicher Weg, sondern Wortklauberei. Man habe offene Fragen und die müssten heute geklärt werden.

(Sprach es und war fertig. Muss man nichts zu sagen. Ist natürlich keine Begründung, welche eine Abwahl rechtfertigt. Ist aber taktisch clever, denn so war natürlich viel Wind raus.)

Es antwortete CK für den Aufsichtsrat: Er wolle ein paar Dinge klarstellen. Auch der Aufsichtsrat habe Kritik zu der Sache. Es seien Fehler gemacht worden. So habe Stenger am 20.09. Kenntnis gehabt, dies sei Fakt. Das endgültige Papier sei mit der vom Kicker veröffentlichten Version identisch. Es sei auch Fakt, dass das gesamte Präsidium das Papier als unterschriftsreif bezeichnet habe. (Jetzt mal ab von allen Diskussionen, ob dies nun ausreicht, jemanden abzuwählen oder nicht – es ist schon ein starkes Stück, dass das Präsidium in seinen offiziellen Stellungnahmen die Öffentlichkeit vollkommen belügt. Und es spricht Bände, wenn dies ein anderes Gremium dem Präsidium so auf das Brot schmiert.)

Was mit dem ständigen Fanausschuss war, wissen wir nicht. Nur wurde das Missverständnis nicht ausgeräumt. Der Aufsichtsrat habe das Präsidium gebeten, den Konflikt zu befrieden. Warum man sich damit so schwer getan habe, das wisse man nicht. Es rechtfertige aber keine Abwahl. Daher werde man den Antrag nicht unterstützen. (Schade, die spannende Frage wäre ja mal gewesen, was denn aus Sicht eines Aufsichtsrates eine Abwahl rechtfertigt. Man kann sich das ja fragen, weil der Aufsichtsrat ja schon mal zu diesem Mittel griff und und versuchte, Cornelius los zu werden.)

Es folgte Stenger: Man sehe ihm nach, er könne da nicht mit Enthusiasmus und positiver Energie daran gehen. Dazu sei zuviel passiert, was nachdenklich macht. Das DFL-Papier war von Anfang an als Diskussionspapier gedacht. Er habe die Kollegen im Präsidium und den Aufsichtsrat informiert (und warum nicht SOFORT die Fanvertreter?), es sei kein Alleingang gewesen. Man habe das dann in einer großen Runde diskutiert, er hätte gewünscht, dass er bei der DFL-Arbeitsgemeinschaft von innen weiter gewirkt hätte. Die Mehrheit sei dagegen, daran halte man sich.

Ja, man habe das Papier als unterschriftsreif bezeichnet, aber man müsse das ganz zitieren, das habe sich bezogen auf Pyros und Gewalt. Dazu werde Spies noch etwas sagen. Er habe nicht gegenüber Fanvertretern vorsätzlich die Unwahrheit gesagt. So ein Vorwurf treffe ihn nach 55 Jahren zum ersten Mal. (Unfairer Zwischenruf bei uns: „Was, als Anwalt? Die sagen ständig die Unwahrheit!“)

Er habe natürlich das Papier gekannt, aber nicht die Thesen im Kicker. Der Kicker habe das verfälscht. (Wir verweisen hier mal auf die Erörterungen vor der JHV. Dort wird mehr als deutlich, wie nah der Kicker an dem endgültigem Papier war.)

Ja, man habe schlecht kommuniziert, dies sei zugestanden. Er bitte hier um Nachsicht. Das komme leider vor. Wenn es aber um Kommunikation gehe, dann müssten sich auch andere an die Nase fassen. Aber bitte nicht unterstellen, dass man bewusst die Unwahrheit gesagt habe.

Er habe in dem Papier einzelne Punkte abgelehnt. Auch wurde vieles noch in letzter Sekunde geändert. Aus einer Belohnung wurde eine Sanktion und auch gegen die Verlängerung der Stadionverbote sei er gewesen. Auch den Zwang von Vereinbarungen mit Fanclubs habe er abgelehnt.

Auch bei den Kameras habe es sich um 360° Panoramakameras gehalten und gegen die Vollkontrollen sei er ebenfalls gewesen. Er stimme deswegen für den Dringlichkeitsantrag. (Was man sich immer fragt: Wie soll man das einem Präsidium glauben, welches es nie für nötig hält, sich mal vorher von alleine so zu äußern? Es stinkt bis zum Himmel.)

In der Arbeitsgemeinschaft bei der DFL sei er mehrfach gefragt worden, warum er sich so anstelle, das gäbe es doch alles. (ARGH! Und genau das ist das Problem dieses Präsidiums, sie merken nicht die großen Zusammenhänge. Mal ehrlich: Unser Blog ist ja schon nicht dafür prädestiniert, aber den Braten muss man riechen. Es geht in diesem Zusammenhang eben nicht um die einzelnen Maßnahmen, sondern um die Gefahr der Erpressbarkeit durch die Innenpolitik und um die kleinen Schritte hin zum Plastikfußball. Das MUSS man merken.)

Er sei doch einer der Fürsprecher für Fans gewesen. Er sehe deswegen nicht den wichtigen Grund. Drei Beispiele: Bei Rostock habe man gegen die Entscheidung der Polizei geklagt. Man sei nun in dem Hauptsacheverfahren. Der Anwalt, der den Verein vertrete, sei 100 Prozent auf unserer Seite. Der produziert Schriftsatz um Schriftsatz, um das Verbot wegzubekommen.

Die Polizeistatistik sei hoffnungslos veraltet, dass habe man auch in die Kommission eingebracht. (Ja das ist ja alles schön und gut, aber warum erfährt das keiner? „Tue Gutes und rede drüber“ ist ein ziemlich sinnvolles Sprichwort.)

Stadionbau: Man habe die enorme Anzahl der Anregungen der Stadionbau-AG umgesetzt. Sei es nun die Anzahl der Plätze oder Sichtbehinderug. Seien es Klappsitze oder zusätzliche Dauerkarten. Man sei seit 15 Monaten gegen die Wache. Man habe sich sehr schnell von der Stadionbau-AG überzeugen lassen. (Später stellte ein Mitglied der Stadionbau-AG sehr deutlich dar, dass das Präsidium dieses Thema immer wieder aus dem Auge verloren hat. Und das ist genau der Punkt. Dieses Präsidium hat kein Gespür, was wirklich wichtig ist und was nicht.)

Man habe bei der Stadionwache für Lösungen geworben. Dies brauche aber Zeit, man bohre da dicke Bretter. Man habe als Präsidium offene Ohren gehabt, ob man die Wache nicht besser zwischen GG und Nord oder als neue Domwache realisieren könne. Man hat sich die Frage gestellt, ob man die Domwache erhalten könne. Warum er das mache? 1. Weil er die Sicht der Fans verstehe, die dies nicht wollen. 2. Weil er es sinnvoll finde, ein Stadion, welches man für die nächsten 50 Jahre baut, für sich allein zu haben. (Ihr merkt den Fehler, oder? Es ist eben nicht seine eigene Sicht. Das betonte GS selbst, indem er sagte, wenn es auch nicht immer seine eigene Meinung sei, so wolle er die Meinung der Fans vertreten. Schön, wenn er so handelt, aber traurig, dass ein Vizepräsident seiner Basis so fern ist.)

Kassenrollenwurf: Das sei ein bewegendes Ereignis gewesen. Man habe den Fanvertretern versprochen, ein Geisterspiel oder Teilausschluss zu verhindern. Man habe den Täter auf die Verhandlungen in Frankfurt vorbereitet, welcher für ihn ein Gang nach Canossa gewesen sei. Man habe am Ende eine Geldstrafe in zwei Instanzen herausbekommen, die man dann auf die Versicherung habe abwälzen können. Insgesamt habe ihn diese Strafe schockiert und er habe festgestellt, dass man an diesem System etwas ändern müsse. Deswegen sei er in die Kommission gegangen. (Man merkt hier irgendwie das zu Bürgerliche. Wenn einen etwas schockiert und man merkt, dass hier etwas schief läuft, dann muss man auch mal die Revolution wählen und nicht die Kommission. Es ist bis heute komplett unverständlich, warum nicht gegen diese Entscheidung(en) vor ordentlichen Gerichten geklagt wurde und so das ganze DFB-Gerichtssystem zu Fall gebracht wurde. Dann wären die hohen Herren nämlich gezwungen, sich endlich mal zu reformieren. So ist der Reformdruck ja nun nicht wirklich vorhanden.)

Man habe niemanden angegriffen und so müssten alle für den Verein agieren. Der Dialog sei schlecht gewesen, man sei bereit, dies vom Präsidium aus zu verbessern. Aber es müsse immer im Rahmen der Leitlinien geschehen.

(Und bis hier hat man gedacht: Okay, eine gewisse Einsicht ist da, auch wenn sie noch nicht ganz da ist. Was nun folgte, meinten einige als „Good Cop – Bad Cop“-Spiel zu interpretieren. Einige fanden dies auch noch gelungen. Die meisten jedoch schüttelten den Kopf. Insbesondere lasse man sich mal auf der Zunge zergehen, was Stenger als Letztes gesagt hat „Niemanden angegriffen“, „alle so agieren“.)

Spieß sprach: Nein, dies sei jetzt nun keine Tonalitätsdebatte, dies sei nun ein Daten- und Faktencheck. Man habe eigene Interessen an diesem Thema. Es nerve ihn, dass da nun angeblich das uncoole Präsidium zu einem Gespräch vor der JHV einlade. Dieses uncoole Präsidium habe am 20.09. etwas beschlossen, dies wird zitiert. Aber warum wird nur dieses vertrauliche Protokoll zitiert? Am 17.07. habe man beschlossen und dafür habe man viel Prügel kassiert. Darüber müsse man reden, weil man in einem Gespräch mit Große-Lefers (Sicherheitsmensch des DFB) und Rauball… (und da verlassen uns leider die Aufzeichnungen)

Am 22.07. habe man beschlossen, dass der Verhaltenskodex akzeptabel sei, der Maßnahmenkatalog nicht. Man habe den Konsens, dass Gewalt außerhalb von Notwehr nicht tolerabel sei. Das bedürfe eines Statements, stand da. Und auch bei dem kontrollierten Abbrennen müsse man differenzieren und handeln.

(Er zählte noch weitere Protokolle auf, redete sich dabei immer mehr in Rage.)

Und dann höre man, dass das Präsidium blind sei, das sei doch ein Stück aus dem Tollhaus. Wenn dann auch noch aus einem widerrechtlich angeeignten Protokoll zitiert wird.

Leider stand uns allen dann nur noch der Mund offen, so dass die Mitschrift hier vollkommen endet. Es folgte ein Schwall von Frontalangriffen und mehr oder minder unfreundlichen Tönen gegen alle, was in dem aufgeschriebenen Teil nicht wirklich rüber kommt. Das ganze wirkte wie ein Abkanzeln in alter „Ihr habt doch keine Ahnung“ Tradition. Aufgeschrieben haben wir, dass die Kritik an einem Präsidiumsmitglied nahezu grotesk sei.

Es folgte dann die Aussprache, wo ein Mitglied aus dem Freundeskreis (wenn wir das richtig verstanden haben) sich über den „Mob“ (BGS) aufregte, der hier „gegen das Präsidium aufgewiegelt“ werde. Es wurde gefragt, warum das Präsidium die ganze Stellungnahme nicht vorher abgegeben habe. Es wurde gefragt, warum man denn so auf die Leitlinien pochen würde, wenn nun von oben herab arrogant abgekanzelt werde. Ein Redner wies zurecht daraufhin, dass dem Präsidium auch der Erfahrungshorizont fehle und man sich dann auch den Rat der Experten und Fans hören sollte.

Man verwahrte sich dagegen, dass die JHV als Mob bezeichnet werde und dann erklärte sich das Präsidium auch bereit, über den ständigen Ausschuss die Gespräche nachzuholen. Diese hätte man eigentlich schon zu den ersten Gespräche führen müssen, wurde noch mal deutlich gemacht und dann zogen die Antragssteller den Antrag zurück.

Ihr merkt, wir müssen hier grob zusammenfassen, denn wir waren durch. Eine genaue Niederschrift war nach BGS‘ Oberlehrer-Tirade nicht mehr möglich.

Die weiteren Anträge

Man muss hier etwas vorab fragen. Zwei Anträge wurden am Abend geändert und diese Änderungen als Dringlichkeitsanträge gestellt. Dabei handelte es sich jeweils nur um kleinere Änderungen des Antragstextes und das erscheint uns als problematisch.

Es sind dann keine Änderungen mehr in der Versammlung möglich, was den demokratischen Prozess alleine dadurch behindert, dass Anträge erst am Ende der Antragsfrist veröffentlicht werden. Die Versammlung hat hier nur die Möglichkeit eines „Friss oder stirb“. Das kann eigentlich nicht Sinn der entsprechenden Norm in der Satzung sein. Denn ihr Sinn und Zweck ist nur, dass man weiß, welche Themen behandelt werden. Die Themen bleiben aber bei einer kleinen Korrektur des Antragstextes gleich. Daher müsste eine solche Änderung eigentlich möglich sein und würde auch Kompromisse und Gegenreden vereinfachen. Wenn wir das richtig erinnern, ist das früher auch so gemacht worden. Wenn nicht, dann muss hier die Satzung dringend geändert werden.

So kam der Antrag mit der Anzahl der Rolliplätze mit einer Zahl von 150 Plätzen für Menschen mit Behinderung (davon 90 Rolliplätzen) durch.

Auch der Antrag, dass Sicherheitspapieren nicht einfach so zugestimmt werden darf, kam mit einer kleinen Dringlichkeitsänderung durch.

Gegen beide Anträge gab es keine wirklichen Gegenstimmen.

Die Zweitvermarktung von Tickets ist nun mit einer Enthaltung verboten.

Sven stellte noch einen Dringlichkeitsantrag und wollte auch, dass das Präsidium bei geeigneten Fällen Sicherheitsbeauftragten, Fanbeauftragten und Fanprojekt zwingend hinzuzieht. Auch dies wurde angenommen.

Wir bauen auch keine weiteren Business Seats oder Logen. Sechs Gegenstimmen und acht Enthaltungen zählten wir.

Auskunft über Ticketporto-Zusammensetzung: Der Antrag wurde letztendlich ablehnt und doch wurde ihm entsprochen, denn Michael Meeske erläuterte, dass man von Eventim keine Auskunft erhalten habe, daher zu deren vier Euro nichts sagen könne. Bei der Versendung der Auswärtsdauerkarten habe man mal nachgerechnet. Man nehme dafür 30 Euro und mache pro Saison im Schnitt 6,5 Aussendungen. 3,87 netto pro Aussendung wären dies. Man habe Arbeitskosten von 2,64 Euro, welches acht Minuten Arbeit entspräche und man habe 57 Cent Porto, was 3,21 netto mache. Man mache also 66 Cent Gewinn pro Aussendung, dieses fließe in das Gesamtergebnis des Vereines ein. (Das war doch mal ehrliche Transparenz. Nicht nur, dass man dann sich vorstellen kann, was Eventim so pro Ausendung verdient, nein, man kann nun mal ehrlich drüber nachdenken, ob das okay ist oder nicht. Wir finden das noch so gerade eben okay. Ein Gewinn von 66 Cent auf 3,87 Umsatz sind immerhin 17 % Umsatzrendite. Das ist schon mal gar nicht schlecht.

Dann kam der Museumsantrag und Johann von der AFM wies sofort darauf hin, dass der Antrag nicht klar sei. Gewollt sei ein Ausgleich für die fehlende Miete der nun nicht kommenden Polizeiwache gewesen. Und auch Worte wie unklare grobe Planung und Vorratsbeschluss fielen und befeuerten die bereits vor der JHV geäußerten Bauchschmerzen. Der Hinweis, dass man die bauphysikalische Hülle für das Museum schaffen will. (Bemerkung bei uns „Bauphysikalische Hülle mit vier Buchstaben? Raum!“)

Letztendlich kam noch ein Dringlichkeitsantrag gegen Vollkontrollen und ging bei einer Enthaltung auch einstimmig durch.

Um 0:54 waren wir dann durch mit dem Spaß.

Der Versuch eines Fazits

Unsere Satzung ist an mehreren Stellen überarbeitungsbedürftig. Wir müssen uns fragen, ob und wie eine reine Präsenzveranstaltung ohne Stream, ohne Liveticker und ohne eine Einbindung der entfernten Mitglieder noch wirklich zeitgemäß ist. Vorsichtige Schritte in eine weitere Öffnung wie z.B. ein eigener Stream wären aus unserer Sicht sinnvoll und sollten ausprobiert werden.

Unsere Oberen müssen dringend an ihrem Kommunikationsverständnis arbeiten. Es kann nicht sein, dass immer erst auf Gegenwind reagiert wird. Man sollte Fanvertretung ernst nehmen. Auf der anderen Seite muss sich dringend die Fanvertretung weiter demokratisieren. Eine Aufwertung des Fanclubsprecherrates ist wahrscheinlich eine Folge dieser Forderung.

Es darf nicht die Situation entstehen, dass erst durch persönliche Anträge überhaupt eine Diskussion über Sachthemen vom Präsidium wirklich ernst genommen wird. Wenn dies der Fall ist, dann muss man sich hinterfragen und seine eigene persönliche Eignung überdenken.

Insgesamt war die Versammlung ein demokratischer Erfolg. Obwohl sie wohl bei allen Beteiligten an die Substanz ging und auch wir beim Schreiben dieses Berichtes an unsere Grenzen stießen, war die Versammlung diszipliniert und mit wenigen Ausnahmen waren alle Beiträge rein sachlich. Das nun gerade ein Präsidiumsmitglied eine Ausnahme machte, wird dieses wohl um seine Präsidentschaftschancen gebracht haben.

Diese Versammlung hat aber gezeigt, dass wir unseren basisdemokratischen Weg weitergehen sollten. Diskussion muss sein, ein „alles ruhig und einig“ ist kein Mehrwert an sich.

Dez 192012
 

oder

„Der Zug nach Wien konnte nicht warten…“ „Dann fahren wir halt nach Ingolstadt“

Vorwort

Liebe Leser, wart ihr bei dem letzten Spiel des FCSP? Etwa nicht? Habt ihr keine Angst, dass die Welt nicht doch am 21.12. untergeht und ihr das letzte Spiel verpasst habt? Anders kann man es sich wohl nicht erklären, dass die drei Sonderzüge nach Ingolstadt nicht stattfanden und man sich mit einer ICE-Gruppenfahrt begnügen musste. Bevor wir aber zu dieser ein paar Wörtchen verlieren, warnen wir euch vor:

In unserer gnadenlosen, brutalen und bekannten Qualitätskontrolle lauert der JHV-Bericht. Vier Wochen nach der JHV soll er das Licht der Öffentlichkeit erblicken und er wird nichts für Menschen, die nur Hauptsätze lesen oder schwarz/weiss denken. Es wird harter Stoff. Aber ihr habt Weihnachten sowieso nix anderes vor, oder?

Ach ja: Erwartet jetzt keinen sinnvollen Bericht von einer sinnlosen Fahrt.

Der Beinahverlust der Hose

Ja liebe Leser, da trifft man sich so gegen 5 Uhr am Altonaer Bahnhof. Das Blog hatte aus verständlichen Gründen aber nur 1/3 seiner Schreiberlinge an Bord. Ein Drittel feierte die Königin, ein weiteres Drittel lies sich feiern. Soweit klar, oder?

Aber immerhin war das verbleibende Drittel mit 1/7 seines Fanclubs unterwegs und man nennt uns ja nicht umsonst „die richtig stehenden Zu-früh-Kommer“, liebe Leser. Es ist 5:20 Uhr zum Treffen verabredet, das verbleibende Drittel erscheint um 5:00 und trifft das andere Siebtel in der Brötchenschlange. Sagen wir mal: Läuft.

Schnell war auch unser Mützenultra vom Ostblock mit einer Fahrkarte versorgt, der Rest der Reisegruppe eingefangen und schon konnte es losgehen. Wir alten Säcke machten es uns in einem Abteil bequem und relativ schnell wurden erstmal die Weinvorräte gecheckt. Wenn wir schon den Untergang betrinken, dann doch bitte nicht mit Astra.

Abfahrt 5:41 und um 7:11 herrschte bei einigen schon Biernotstand, wie der heutige Titel bewies. Der Zustand dieser Gruppe von Mitfahrern ließ nicht auf ein „zu wenig“ beim Einkauf schließen, eher auf ein „zu viel“ beim Genuss der Vorräte.

Leute, die Frage muss erlaubt sein: Könnt ihr im Suff nicht einfach mal drei Stunden ohne Zigarette auskommen? Verzögerungen bei der Abfahrt und Rauchen auf der Toilette sind echt nicht cool.

Bei uns aber alles im grünen Bereich. Wenn der Zug nach Wien nicht warten kann, dann bleibt Rapid heute halt unbehelligt und wir fahren nach Ingolstadt.

…wo wir dann halt irgendwann auch ankamen. Und dieses Jahr gewannen wir bei der Reise nach Jerusal…, äh, dem Einsteigen in die Shuttlebusse. Liebe deutsche Städte, es ist ja toll, dass ihr diese bösen Fußballfans in die Pampa vertrieben habt mit ihren Stadien und so der deutsche Spießbürger es auch Samstag nachmittags ruhig hat. Aber wenn ihr das macht, dann setzt doch bitte vernünftige Shuttlebusse ein oder baut eine Anbindung an das Verkehrsnetz. Individualverkehr ist nun absolut 90er. Aber immerhin ist direkt nebenan der „Größte Saunaclub Bayerns“ (Eigenwerbung laut Plakat). Ihr könnt euch grob vorstellen, was da so getrieben (!) wird, oder?

Sonst ist so Shuttlebus ja eher der Vorhof zur Hölle. Irgendwelche Paulis, die es witzig finden, gewisse Worte mit „F“ und „S“ zu verwenden und es gar nicht verstehen, wenn man es nicht witzig findet. Und Melodien von Fangesängen werden auch eher so Freestyle interpretiert. Ein dabei sehr bemerkenswertes Phänomen ist immer, dass die Typen, die im Bus ständig singen, genau die sind, die im Stadion 90 Minuten stumm in die Gegend starren.

Stumm blieb man hier für 12:12 Minuten und darauf wurde selbst per Stadionleinwand hingewiesen. War uns bisher entgangen, dass Ingolstadt gegen das Sicherheitspapier war. Oder hat der Stadionsprecher dort Narrenfreiheit? Beides wäre ja cool.

Ach ja: Auch wir finden 90 Minuten Schweigen kontraproduktiv. Aber wenn Leute die Ultras dafür beschimpfen, dass sie ihr „nerviges Dauerlala“ mal nicht 90 Minuten durchziehen, dann spricht alleine dies schon für ihre Intelligenz. Wenn das die „wahren Fußballfans“ (Strunzdumm der Strutz von Mainz) sind, dann sind wir gerne die falschen. Mal ganz davon ab, dass solche Einteilungen in die Nähe eines Ariernachweises rücken, sodass sie sich schon von alleine verbieten.

Ein „wahrer“ Braun-Weißer jedoch saß leider in schwarz-rot auf der Bank. Rachid, es ist vollkommen egal in welcher Position, aber wenn Ralle nicht ab 2013/2014 wieder bei uns irgendwas ist, dann dann dann dann… Position egal, wichtig ist die Vertragslaufzeit. So grob 2058 wäre okay.

Aber es ist doch immer nett, sich mit dem Ralle zu unterhalten. Nur auf die Huldigung von Messi wird er in diesem Blog wahrscheinlich ewig warten. Ralle, nur für dich: Messi, alles nett und gut, aber an einen Ralph Gunesch kommt der nicht ran. Nuffsaid

Zum Spiel nicht viel. Wer seine Chancen nicht macht, den die Siegessonne nicht anlacht. Wolf sprach nach dem Spiel davon, dass dies dann die Punkte sind, denen man im Abstiegsfall nachtrauert. Hoffen wir mal, dass es nicht so weit kommt. Wenn man aber hört, dass unsere Jungs in der letzten Woche sehr bescheidene Trainingsbedingungen hatten, weil Plätze nicht geräumt waren, dann muss man doch mal nach Verantwortungen fragen.

Bisschen doof war, dass nur drei, vier Spieler es an den Zaun schafften. Auch gerade wenn man da eigentlich nur aufmunternde Worte erwarten kann und es das letzte Spiel vor der Winterpause ist, dann können auch mehr Spieler zum Abklatschen kommen. Sein Trikot hat dann immerhin der Funk verschenkt. Der Bedarf nach Erinnerungsstücken war damit anscheinend nicht gedenkt, denn wie sonst konnte man erklären, dass einige Ultras dem Fotografen nach der Hose trachteten.

Nach dem Spiel noch schön im örtlichen Bistro gechillt (und nicht Berichte geschrieben, wie dieser Übersteigerstreber) , und als die gesamte BFE gemeinsam auf das Klo ging, überlegten wir schon, ob wir nicht einfach die Tür zu schließen. Haben wir natürlich nicht. Und so ging es zurück. Entspannt und irgendwann ohne Flaschenbier.

Ach ja: Buci war auch da und berichtet.

Dez 122012
 

Sehr geehrter Herr Zingler,

was sportliche Erfolge nicht geschafft hätten, was ganze Werbekampagnen nicht erreicht hätten, Sie haben es geschafft: Union bundesweit sympathisch und bekannt zu machen. Und dem FCSP den Rang als „rebellischen“ Verein abzulaufen. Weil sie gegen das Sicherheitspapier waren. Von Beginn an. Nicht aufgrund von Druck der eigenen Mitglieder oder Fans, nein aus Überzeugung. Und weil Sie es schaffen nach der Entscheidung sofort die richtigen Statements parat zu haben:

„Es gibt keinerlei Veranlassung, sich einem wodurch auch immer motivierten politischen Druck zu beugen und zum jetzigen Zeitpunkt symbolisch eine Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, die überhaupt nie in Frage stand. Bereits die Sicherheitskonferenz im Sommer in Berlin bediente mit reiner Symbolik Forderungen der Politik. Für ein solches Handeln steht der 1. FC Union Berlin nicht zur Verfügung“

„Aktuell genügt scheinbar politischer Druck, uns zu Handlungen zu zwingen, obwohl der behauptete Anstieg von Gewalt im Fußball gar nicht belegt werden kann. Damit riskieren wir, auch künftig zum Spielball von Politikern zu werden, die das populäre Thema Fußball zur eigenen Profilierung nutzen. Dass sich die „Solidargemeinschaft Fußball“ in so eine Situation begibt, ist unnötig.“

Herr Zingler, der allergrößte Respekt an Sie persönlich und Ihren Verein. Mögen ihre Mut und ihre Standhaftigkeit mit einem Aufstieg in die 1. Liga belohnt werden. Und einem Tor von Thorsten Mattuschka gegen den FC Bayern. Vielleicht erklären Sie so lange Herrn Rummenigge im VIP Raum oder besser noch auf einem Stehplatz, dass er keine Ahnung hat und sich nicht wundern muss, dass niemand mehr mit ihm kommunizieren will.

Es grüßt herzlich

Ihr Magischerfc-Blog

Dez 112012
 

Liebe Leser,
morgen ist der große Tag, wo über ein Sicherheitskonzept entschieden werden soll, welches laut Prof. Dr. Feltes in einem Interview von heute mit Spiegel Online wie folgt charakterisiert:

„Wie Watzlawick in seiner „Anleitung zum Unglücklichsein“ schon sagte: Mehr vom Selben hilft nicht. Genauso ist es bei diesem Papier. Dort werden mehr und schärfere Reaktionen gefordert. Dabei haben wir keine Erkenntnis darüber, ob die derzeitigen Sanktionen überhaupt wirken oder Sinn machen.“

Das ganze Interview ist lesenswert.

Vorbemerkung: All diese Überlegungen, die nun folgen lassen die richtigen Überlegungen über die Deliquenz des Fußballfans etc. außer Acht. Sie begeben sich in die Gedankenwelt der Hardliner.

Nun wollen wir doch aber mal fragen, warum gibt es diese Veranstaltung morgen eigentlich? Da wird häufig auf den „Druck der Politik“ hingewiesen und dieser besteht auch, äußern sich doch die üblichen Verdächtigen mit den Namen Schünemann, Caiffier und Friedrich ständig zu dem Thema. Und wenn man mal die Argumentationen hinter dem Populismus so sieht, dann kommen immer zwei Hauptargumente „mehr Gewalt“ und „Vereine, DFB, DFL kommen ihren Pflichten nicht nach und setzen Stadionverbote nicht konsequent durch“.

Zu dem ersten Argument ist genug geschrieben worden. Es stimmt einfach nicht, wie Rafael Buschmann, Mike Glindmeier und Sara Peschke eindrucksvoll auf Spiegel Online beweisen. Dazu muss man nichts schreiben.

Aber selbst wenn man dieses Argument nicht gelten lassen will, das zweite würde ja in der Logik der Sicherheitsfanatiker und Repressionisten reichen. Daher ist es doch mal spannend, einen Blick darauf zu werfen, denn auch unser Innensenator Neumann nutzt das Argument und lässt sich in einer Polizeizeitung im Vorwort wie folgt aus:

„DFL, DFB und Vereine werden dieser Verantwortung nicht immer gerecht – etwa bei der Durchsetzung von Stadionverboten.“

Und da wir nicht davon ausgehen, dass unsere Politiker die Unwahrheit sagen, machten wir es uns zur Aufgabe, zu ergründen, wie man denn zu dieser Feststellung kommt. Auch gerade, da die Aussage doch jeden überrascht, der bereits einmal Stadionverbot hatte. Irgendwer muss doch was wissen? Fragen wir also mal breit nach:

Einmal natürlich bei Sven. Immerhin ist der Sicherheitsbeauftragter unseres Vereines und müsste doch etwas wissen. Sven sagt dazu Folgendes: „Ich denke, ich kann für alle Kollegen Sicherheitsbeauftragte sprechen, dass es bundesweit kein nennenswertes oder auch nur wahrnehmbares Problem mit nicht durchgesetzten Stadionverboten gibt“.

Dann fragten wir über die BAFF-Verbindung Fanprojektler aus ganz Deutschland, aber auch denen ist nicht bekannt, dass ein Verein ein bereits verhängtes Stadionverbot nicht durchgesetzt habe. Es soll mal eine Ausnahme gegeben haben, aber so richtig weiß das niemand.

Zwischenfazit: Nach allen Quellen, die wir haben, gibt es kein Problem mit der Durchsetzung von bereits verhängten Stadionverboten.

Kluge Menschen von BAFF sagten dann, nein nein, die meinen ja auch etwas Anderes. Nämlich dass zu wenig Stadionverbote erteilt würden, wenn man es in der Relation zu den Ingewahrsamnahmen und den Strafverfahren sehe. Aber bevor wir weiter spekulieren, warum fragen wir nicht mal direkt nach?

Gesagt, getan, und einfach mal die Pressestelle der Hamburger Innenbehörde und des Niedersächsischen Innenministeriums angeschrieben (und zwar am 05.12.12). Sinngemäß stellten wir folgende Fragen: Habt ihr eine Untersuchung, die beweist, dass zu wenig Stadionverbote erteilt werden und hier nicht konsequent gehandelt wird von den Vereinen? Wenn ja, ist diese öffentlich zugänglich? Und habt ihr Erkenntnisse über die Hamburger bzw. Niedersächsischen Vereine?

Machen wir es kurz: Die Hamburger Pressestelle hielt es nicht für nötig, auch nur ein Pieps von sich zu geben. Bis heute gab es keine Antwort auf diese Email.

Anders die Niedersachsen. Das muss man jetzt einfach mal loben, egal was da nun als inhaltliche Antwort gekommen ist.

Am nächsten Morgen rief ein freundlicher Mitarbeiter an und meinte, er müsse noch mal nachfragen, was genau ich (@headnutHH) denn meine. Ob ich denn den ZIS-Bericht kenne? Ja, sagte ich, den kenn ich. Naja, da seien ja sehr viele Zahlen drin und wenn man Strafverfahren mit Stadionverboten und Stadionverbotsprüfverfahren mit Stadionverboten vergleiche, dann zeige sich da ja eine Diskrepanz. Dem ist wohl so, sagte ich, aber wenn man so die Stadionverbotsrichtlinie so sähe, dann sei ja auch nicht jeder Polizeikontakt gleich einem Stadionverbot. Ja, dies stimme wohl, aber er werde mir etwas Schriftliches liefern. Auch für Niedersachsen vom Fachreferat.

Das ist doch mal Service, dachte ich.

Zwischenzeitlich hatte der heißgeliebte @dicht mal in den Archiven gebuddelt und eine Evaluierung durch den DFB von Januar 2009 hervorgezaubert. Diese bezieht sich auf die neun Monate vor dem Januar 2009, sagt selber, dass sie deswegen nicht 100 % aussagekräftig sei, aber es gibt anscheinend keine weitere. Den Kernsatz der – leider nicht öffentlich vorliegenden – Evaluierung wollen wir euch nicht vorenthalten:

„Seit April 2008 wurden insgesamt 835 Stadionverbote von der Polizei angeregt, die in 795 Fällen auch umgesetzt wurden. Dies entspricht einer Quote von 95,2 % und scheint zu belegen, dass die „Qualität“ der Anträge der Polizei sehr gut ist. Die Angst der Behörden, die Vereine würden nach der Neuregelung der Richtlinien die Mehrzahl der von der Polizei angeregten Stadionverbote nicht umsetzen, hat sich nicht bestätigt.“

Diese Evaluierung ist damals nebenbei auch an die Innenminister gegangen. Okay. Das ist drei Jahre her und vielleicht sind die Vereine ja nachlässig geworden. Aber wen man auch fragte auf Fanseite, von einer neueren Evaluierung wusste niemand. Weder Fanprojektler, noch Sicherheitsbeauftragte, noch die Menschen, die mit dem DFB, der DFL am Tisch sitzen.

Hoffen wir also auf Niedersachsen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Man bezieht sich wirklich auf folgenden Absatz im ZIS-Bericht: „Die 1.035 erteilten, bundesweit wirksamen Stadionverbote resultieren aus einer Gesamtanzahl von ca. 15.400 Prüffällen (8.140 Strafverfahren, 7.298 freiheitsentziehende Maßnahmen, bei teilweise zu berücksichtigender Personenidentität).

Dies deutet auf eine sehr weitgehende Zurückhaltung der Polizeibehörden und der Vereine in der Umsetzung dieses Instrumentariums hin.“

Mehr – außer ein paar knackigen Pressemitteilungen von Herrn Schünemann – haben die leider auch nicht auf Lager. Klar, das liest sich ja auch auf den ersten Blick so, dass gerade mal irgendwas um die 8 % von Prüfungsverfahren zu Stadionverboten führen. Das erscheint wenig. Auf den ersten Blick. Und dann steht da noch etwas von Zurückhaltung der Vereine.

So liebe Leser, wer findet nun die Fehler? (Und wir nehmen mal zur Vereinfachung an, dass diese Daten stimmen.)

Fehler 1: Strafverfahren und freiheitsentziehende Maßnahmen werden zusammengerechnet und als Datenbasis genommen. Dabei weist die Stadionverbotsrichtlinie ausdrücklich darauf hin, wann ein Stadionverbot zu erteilen ist. Eine Ingewahrsamnahme (dies ist eine mögliche freiheitsentziehende Maßnahme) oder ein Ermittlungsverfahren an sich reicht eben NICHT zwingend aus. Man lese § 4 Absatz 3 der entsprechenden DFB-Richtlinie.

Fehler 2: Da steht nicht nur etwas von einer weitgehenden Zurückhaltung der Vereine. Vielmehr ist zu lesen: „Dies deutet auf eine sehr weitgehende Zurückhaltung der Polizeibehörden und der Vereine in der Umsetzung dieses Instrumentariums hin.“

Nun kombiniert diesen Satz doch mal mit der oben gewonnenen Erkenntnis, dass 95 % der von der Polizei angeregten Stadionverbote durch die Vereine umgesetzt wurden. Welche Weglassung ist dann zulässig? „…eine sehr weitgehende Zurückhaltung der Vereine in der Umsetzung…“ oder doch nicht eher „eine sehr weitgehende Zurückhaltung der Polizeibehörden in der Umsetzung..“ Richtig, eher doch die zweite Variante.
Und dann haben Herr Schünemann und Konsorten schlichtweg den falschen Adressaten für ihr Gepolter. Sie müssten in ihrem eigenen Haus eine weniger zurückhaltende Praxis anmahnen. Macht sich nur aus zwei Gründen schlecht: 1. Die Praktiker würden ihnen wahrscheinlich richtig auf das Dach steigen und damit zeigen, dass der Innenminister keine Ahnung hat und 2. das gute Image als Hardliner wäre weg. Und 3. würden die Polizeigewerkschaften wahrscheinlich noch meckern, denn wir wissen ja: Die Polizei macht keine Fehler.
(Es sei nur kurz angerissen, dass man natürlich auch schon die Schlussfolgerung des ZIS Berichtes sehr gut in Frage stellen kann.)

Fehler 3: Ein Prüffall ist ungleich einem durch die Polizei angeregten Stadionverbot. Und genau diese Zahl hält die ZIS nicht vor. Kurz: Sie geht von einer vollkommen unzulässigen Datenbasis aus um den Vereinen eine Zurückhaltung vorzuwerfen.

Fazit des Ganzen?

Prof. Dr. Feltes und seinem Eingangszitat hat Recht. Wenn ich nicht endlich beginne, richtige Statistiken zu führen, Wirkungen zu untersuchen und ernsthaft mich mit Mechanismen auseinandersetze, werde ich immer nur das Falsche tun.

Dez 112012
 

oder

Effektiv verloren

Vorwort

Liebe Leser, es war still in diesem Blog. Das lag daran, dass wir an dem JHV-Bericht feilen, der Ende dieser Woche wohl fertig sein wird. Es lag aber auch daran, dass wir außerhalb des Netzes sehr viel zu tun hatten und uns daher nicht wie gewohnt um unsere Leser kümmern konnten. Nun brennen wir aber wieder und so wird nun ein Feuerwerk auf euch niedergehen.

15.000 vielleicht?

Der moderne Fußball hat viele Schattenseiten und eine davon ist, dass Spiele grundsätzlich nicht abgesagt werden. Seien wir ehrlich: Gestern hätte man nicht Fußball spielen sollen. Die eine Seite ist, dass man mit einer Rasenheizung vielleicht gerade noch akzeptable Bodenverhältnisse hinbekommt, aber der Rasen ist dafür dann auch hinüber. Die andere Seite ist, dass auf den Stadionbesucher nahezu keine Rücksicht genommen wird. Eisglatte Traversen und schneebedeckte Aufgänge sind nicht gerade sicher bei einer Massenveranstaltung. So packten sich auch einige Leute vor und in der Gegengerade auf die Nase und man kann nur hoffen, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Man muss hier auch mal den Verein kritisieren. Natürlich ist Druck von der DFL da, dass das Spiel stattfindet und wahrscheinlich muss man auch noch für Schneefall Strafen zahlen, wenn der Anpfiff ausbleibt. Es ist in dieser Situation auch grundsätzlich okay, dazu aufzurufen, dass freiwillige Helfer ins Stadion kommen. Jedoch: So etwas kann man bei einer Wettervorhersage, die bereits Freitag genau diese Witterung ankündigte, auch schon früher machen. Der Verein sollte sich endlich mal angewöhnen, in seinen Newskanälen mit „Wenn, dann…“-Nachrichten zu arbeiten. Hier eine Nachricht am Freitag mit dem ungefähren Wortlaut „Liebe Leute, Wetterbericht, wenn Schnee, dann ab 9:00 räumen, bitte guckt auf Facebook und hier…“ wäre ohne Weiteres möglich gewesen. Muss aber auch von den Verantwortlichen angestoßen sein.

Genauso muss man kritisieren, dass der Verein mal wieder nicht bereit war, auch nur die kleinste Gegenleistung auszuloben. „Gibt Bier und Glühwein umsonst“ wäre nun nicht so teuer gewesen, oder? Erstaunlich, dass sich doch wieder 300 Freiwillige fanden, die bereit waren, dem Verein bzw. dem Verantwortlichen den Arsch zu retten. Und das, obwohl man von einer Seite hörte, dass man ohne Schaufel nicht reingelassen werde, und von einer anderen Seite, dass an der Nordkurve ganz viele ungenutzte Schaufeln lägen. Wenn dieser Verein dringend mal etwas verbessern will, dann ist es die Kommunikation an Spieltagen.

Ach ja: In der Rückrunde wollen wir kein Gejammer über Kosten für Strafen hören. Denn diese bewusste Zerstörung des bis dahin guten Rasens kostet auch mal eben einen fünfstelligen Betrag. Jetzt werden wir den austauschen müssen.

Nun denn, genug gemeckert. Wie großartig Upsolut ab und zu den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen kann, zeigen die Einwegtotenkopfplastikumhänge. Die gingen weg wie sonst nur Bier in diesem Stadion – und haben wahrscheinlich auch die gleiche Marge.

Ja, da können wir jetzt einen Einschub machen. Natürlich ist es gut, wenn der Verein die Rechte an seinen Symbolen wieder selber hält. Natürlich ist es gut, dass der Verein das Geld wieder selber bekommt. Und daher sind die Entwicklungen vor dem Hamburger Oberlandesgericht nur zu begrüßen, von denen das Abendblatt berichtet. Der Verein hat dann aber auch eine hohe Verantwortung. Er muss neue Optiken entwickeln und den alten Totenkopf auch fortentwickeln. Dahinter steht eine riesige Verantwortung. Hoffen wir, dass der Verein diese stemmen kann. Ein unsinniger neuer Verkauf an einen anderen „Partner“ und ein weiterer Stillstand in der Merchentwicklung wäre der Tod des Modeteils des FCSP.

Vielleicht 15.000 waren im Stadion und man kann es nur zusammenfassen, wie es @deanna030 auf Twitter getan hat: „Nasse kalte Füße. Nasse kalte Hose. Nasse kalte Jacke. Ich und etwa 15.000 andere Menschen am Millerntor. Das ist wahre Liebe… #fcsp“. Selbst wir waren nicht vollständig anwesend, nach einer Ermahnung, die nicht ganz auskurierte Krankheit nicht ins Stadion zu schleppen, blieb unser vernünftiger Teil im Bett. Dazu folgender beinahe prophetischer Dialog: „Und dann verpasse ich noch das 8:0“ „Nee, eher ein 0:8, denn Aue kann Schnee.“

Man kann auch niemanden einen Vorwurf machen, der entweder nicht da war, oder versuchte, das Spiel still zu überleben. Bemerkenswert ist aber, dass unsere NRW-Fraktion stark vertreten war. Solche Bekloppten findet man auch nur beim Fußball.

Ja, Aue kann Schnee. Die mögen auch moderne Trainingsplätze haben, unzählige Rasenheizungen auf ihrem Trainingsgelände, aber im Erzgebirge hat es eben schon seit Wochen geschneit und da hat man eine ganz andere Sicherheit und Gewöhnung auf rutschigen Böden. Und nach einer sehr guten Anfangsphase von uns wurde Aue immer sicherer. Ja, wir hatten Chancen für 100 Spiele und müssten auch dieses Spiel gewinnen, aber Aue zeigte uns, wie effektiv man vor dem Tor sein kann. Eine kleine Lücke und sofort ist der Ball drin.

P. merkte zu Recht an, dass die wenigstens mal schießen würden. Uns fehlt für so ein Wetter einfach der
Zweitreihenschütze. Obwohl wir wirklich gute Techniker haben, mangelt es bei allen an Mut, mal einfach draufzuballern. P. merkt in diesem Zusammenhang auch nicht zu Unrecht an, dass die wenigsten Profis ihren „falschen“ Fuß benutzen können. Eigentlich schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die meisten Basketballer wenigstens einen Nahdistanzwurf mit ihrer falschen Hand hinbekommen. Hier sieht man, dass die Trainingslehre im Fußball teilweise doch hinterherhinkt.

Gut, unsere Jungs haben gekämpft, haben einfach drei dumme Tore bekommen und haben selber ihre guten Chancen liegen gelassen. Soll man sauer sein? Nein! Soll man pfeiffen? Nein! Und erst stinkt es, vorzeitig das Stadion zu verlassen. Leider traurige Realität. Die Jungs haben alles gegeben, was an diesem Tag drin war. Und das ist, was wir von Spielern in weiß und später braun-weiß erwarten.

Am Rande notiert seien noch einige Dinge:

– Konfettiverbot: Lieber Verein AUSNAHMSWEISE ist das okay, und zwar nur in der Bauphase. Wenn danach noch einmal das Argument mit „Reinigung kostet so viel“ kommt, dann gibt es Ärger. Und zwar richtig. Konfetti ist zwingender Bestandteil der Fankultur, die ihr vermarktet, mit der ihr Geld macht.

– Stadionsprecherin: Sehr cool, dass auch Daggi auf das Schweigen hinwies und ausdrücklich sagte, dass auch vom Stadionsprecher nichts käme, wenn irgendwas innerhalb der ersten 12:12 Minuten passieren würde. Ein Tor unserer Mannschaft wäre in dieser Zeit spannend gewesen.

– Es gab die klare Ansage, keine Schneebälle zu werfen, und alle hielten sich dran. Außer unsere Ersatzspieler, die sich eine fröhliche Schneeballschlacht mit der Gegengerade lieferten. UND GANZ EHRLICH: Das war St. Pauli. Jungs, ihr habt für einen der Höhepunkte an diesem Nachmittag geliefert. Man könnte über die Vorbildfunktion noch einige Worte verlieren und dass es die Bemühungen der Offiziellen konterkarierte – aber der meiste Schnee blieb ja abseits des Platzes.

– J. sorgte für den Lacher des Tages. Der Genuss von Glühwein führte irgendwann zu einem doppelten Buchtmann. Und zu 44 Spielern auf dem Platz. „Man ist das voll auf dem Platz.“ Nur den Platz wollte J. nicht doppelt sehen.

Letzte Bemerkung: Was im Azeitona passiert, bleibt im Azeitona.

Dez 102012
 

Liebe Leser,

zwar schon in allen sozialen Netzwerken doppelt geteilt, aber es soll ja Leser geben, welche diese nicht nutzen.

 

Der FCSP ist ständig stolz auf seinen Kampf gegen Rassismus. Wenn dieser nicht nur in Sonntagsreden auftauchen soll, sondern auch mal sehr praktisch werden soll, dann muss man auch mal handeln. Eine sehr gute Möglichkeit zu handeln ist die verlinkte Online-Petition. Daher liebe 18.000 FCSP Mitglieder: Wir wollen euch alle unter den Unterzeichnern sehen. Und ladet auch eure Freunde ein.