Nov 232012
 

Da ruft doch gerade ein besorgter Mensch vom Verein uns an und bat um eine kleine Richtigstellung unseres letzten Artikels aus seiner Sicht. Und da jede Medaille zwei Seiten hat und wir dem AR Platz gegeben haben, möchten wir diesen besorgtem Menschen Platz geben. Wir können seine Aussage natürlich nicht nachprüfen, die des AR natürlich auch nicht. Und eine abschließende Bewertung von Glaubhaftigkeit und Glaubwürdigkeit wollen wir gar nicht erst beginnen.

Nach seiner Aussage ist es nun nicht so, dass es eine ausdrückliche Anordnung gegeben hätte die Pressemitteilung des Aufsichtsrats nicht zu veröffentlichen. Vielmehr hatte man von Seiten des Präsidiums den Wunsch eine gemeinsame Pressemitteilung zu machen und es gab wohl auch schon einen Vorschlag. Dies wollte der Aufsichtsrat aber nicht bzw. sah sich in zu großer Eile um dies nun zu diskutieren und meinte dann, okay das sehen wir als Verweigerung und hauen unseren Text direkt raus.  Man hat wohl auch miteinander telefoniert so von Gremium zu Gremium sei aber anscheinend zu keiner Einigung gekommen.

Auf unsere Frage, ob und wie es eigentlich eine Regelung gibt, wer wie wann wo Pressemitteilungen rausgibt (nach der unsäglichen Corny vs. Aufsichtsrat Zeit hätte man ja so etwas vielleicht regeln können) erfuhren wir, dass es eine solche nicht gibt und prinzipiell (juristisch vollkommen richtig) das Präsidium als Vertretung des Vereines das Entscheiden muss.

Der besorgte Mann meinte auch, dass der Aufsichtsrat bisher mit der Presse nicht sprechen wollte, man könne unsere Worte mit der Verweigerung  des Zuganges zur Presse deswegen natürlich falsch verstehen. Recht hat er.

Und was lernen wir daraus? Wir müssen reden. Auf der JHV. Pressemitteilungen bringen anscheinend nix. Und das verwunderte Publikum schüttelt nur den Kopf.

 

Nov 232012
 

Liebe Leser,

irgendwie ist es echt absurd, wie in diesem Verein von leitender Stelle diskutiert wird. Eine intelligente, eine gute Führung und ein gutes Krisenmanagement sieht anders aus. Insbesondere, da wir es hier – wenn überhaupt – mit einer Mini-Krise zu tun haben.

Noch mal: Wir wollen das Verhalten von Dr. Gernot Stenger gegenüber der DFL nicht bewerten und ob dies nun ein „wichtiger Grund“ im Sinne der Satzung ist, das soll doch bitte mal jeder ganz genau in seinem Herzen abwiegen. Nur was uns erstaunt ist, wie schlecht das Krisenmanagement ist. Wir verweisen hier doch noch mal auf die Ausführungen im vorletzten Artikel.

Bereits dort hatten wir vier Alternativen des Krisenmanagements aufgezeigt und gesagt, dass die Gewählte die Schlechteste ist.

Das sieht wohl auch der Frodo vom Übersteiger so, dessen Worte wir euch nur ans Herzen legen können:

„Kann man mal was falsch machen, insbesondere bei einem solch komplizierten Thema? Klar, kann man. Dies ist etwas fahrlässig, wenn man sich bei einem Thema, welches für die Fanszene des FC St.Pauli nun mal eminent wichtig ist, ohne ein Annehmen der angebotenen Hilfe ins Getümmel stürzt… aber Fehler passieren.“

 

Und das wäre auch die einfachste Verteidigungslinie gewesen. „Loide, ich habe Bockmist gebaut! Sorry. Machen wir ab jetzt besser.“ Wichtiger Grund? Nö, aus unserer Sicht never ever. Ein Satz heiße Ohren, ein böser Blick und ein Astra für alle und es ist vergessen und vergeben.

Aber sich nun die eigentlich der Hamburger Polizei übliche Haltung „Ich mache keine Fehler, habe nie welche gemacht und werde auch nie welche machen“ zuzulegen, das ist schlechtes Krisenmanagement. Insbesondere, wenn Fehler schriflicht existieren und das ist wohl, wenn man denn dem Lichterkarussell und dem Zeckensalon glauben will, der Fall. Sollte man ihnen nicht glauben? Muss jeder selber wissen. Bisher sind beide Institutionen nicht gerade durch Falschinformationen aufgefallen. Ganz im Gegenteil.

 

Und um es mal ausdrücklich zu sagen: Es geht nicht darum, ob man nun einmal lügt oder zweimal oder dreimal. Es geht darum, dass man sich verdammt noch mal in einem Verein, für eine gemeinsame Sache gar nicht anlügt. Und zwar keiner irgendwen.

Kann man in einer solchen Situation seine Position in die Presse bringen? Natürlich. Hey, dafür ist man gewähltes Gremium. Man kann auch mal Hintergrundgespräche mit der Presse führen. Das gehört dazu. Ist so. Mag man verteufeln, aber ist so. Problematisch wird es immer dann, wenn man sich geheimen Wissens bedient, denn eine Vertraulichkeit von internen Dingen muss gewährleistet sein! Und das gilt für alle Parteien. Eben auch für diejenigen, die aufgrund ihrer Position mit Lutz Wöckener ausführlich einen Kaffee trinken können. Man sollte immer die Schere im Kopf haben. Da kann Lutz noch so ein lieber Mensch sein. Er ist Journalist. Und das ist keine Beleidigung.

Und einfach nur wahnsinnig wird es  dann, wenn man selbst einem vielleicht nur auf anderer Seite stehenden Gremium des Vereines diesen Zugang zur Presse verweigert. Wenn man schon die gleich  zu lesenden harmlosen Worte des Aufsichtsrates anscheinend als aufwiegelnd empfindet und versucht sie zu verbieten. Dann herrscht Panik, dann fehlt die Übersicht und dann fehlt die Gelassenheit. Und das macht Angst. Es macht Angst, was eigentlich bei einer wirklichen Krise passiert. Einer Krise, die ruhige, übersichtliche und gute Führung bräuchte.

Hier also die Worte, die laut Aufsichtsrat von der Pressestelle nicht verschickt werden dürfen, weil das Präsidium die Pressestelle so angewiesen hat. Wir suchen da immer noch den versteckten Aufruf zur Revolution:

„Pressemitteilung:
 
Der Aufsichtsrat [Korrektur des überschüssigen T durch uns] des FC St. Pauli möchte auf Grund des Presseechos der letzten Tage auf Anträge zur JHV und Interviews des Präsidiums feststellen:
 
1.      Der AR wird vereinsinterne Diskussionen zwischen Gremien, wie schon in der jüngeren Vergangenheit, nicht in die Öffentlichkeit verlagern und seine Linie hier nicht verlassen.
2.      Zu den vom AR gestellten Anträgen äußert sich der Aufsichtsrat vor der Mitgliedschaft und erläutert seinen Antrag auf der Jahreshauptversammlung des FC St.Pauli.
3.      Wir missbilligen die Veröffentlichung von Informationen und die Interpretationen zu vermeintlichen informellen Aussagen von Aufsichtsräten aus internen Sitzungen. Ebenso missbilligen wir die Veröffentlichung von internen Protokollen.
4.      Wir empfehlen allen Beteiligten einen professionellen, fairen und souveränen Umgang mit Anträgen einer Jahreshauptversammlung.
 
 
Für den Aufsichtsrat des FC St. Pauli v. 1910 e.V.
 
Dr. Christoph Kröger
(Aufsichtsratsvorsitzender)
Dr. Christoph Kröger
FC St.Pauli von 1910 e.V.
Aufsichtsratsvorsitzender „(Zitat Ende)

Kommentieren wollen wir diese Worte nicht. Wir wollen sie nur sozusagen unserem eigenen Presseverteiler zugänglich machen und so weit streuen wie wir können.